Ödipus. Definition. Wollbrink
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- Irmela Hofmeister
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1 Definition Der Ödipuskomplex beschreibt die organisierte Gesamtheit von Liebes- und feindseligen Wünschen, die das Kind seinen Eltern gegenüber empfindet.
2 Komplex Begrifflichkeiten Organisierte Gesamtheit von teilweise oder ganz unbewussten, stark affektbesetzten Vorstellungen und Erinnerungen. Ein Komplex entsteht auf der Grundlage der zwischenmenschlichen Beziehungen der Kindheitsgeschichte Er kann alle psychologischen Ebenen strukturieren: Emotionen, Haltungen, angepasste Verhaltensformen
3 Ödipuskomplex Begrifflichkeiten Organisierte Gesamtheit von Liebes- und feindseligen Wünschen, die das Kind seinen Eltern gegenüber empfindet Positiver Ödipuskomplex: Todeswunsch gegenüber dem Rivalen als Person gleichen Geschlechts und sexueller Wunsch gegenüber der Person des entgegengesetzten Geschlechts Negativer Ödipuskomplex: Liebe für den gleichgeschlechtlichen Elternteil und eifersüchtiger Hass für den gegengeschlechtlichen Vollständiger Ödipuskomplex: beide Formen in unterschiedlichem Grade bei einer Person
4 Elektrakomplex Begrifflichkeiten von Jung als Synonym des weiblichen Ödipuskomplexes verwendeter Ausdruck, um die Existenz einer Symmetrie bei beiden Geschlechtern in der Haltung den Eltern gegenüber zu kennzeichnen
5 Begrifflichkeiten Kastrationskomplex Komplex, der auf die kindlichen Fantasie zentriert ist, wie der anatomische Geschlechtsunterschied (Vorhandensein des Penis oder Penislosigkeit) zustande kommt
6 Begrifflichkeiten Penisneid Grundlegendes Element der weiblichen Sexualität Das kleine Mädchen fühlt sich im Vergleich mit dem Jungen beschädigt und wünscht, wie er einen Penis zu besitzen; Im Resultat zwei davon abgeleitete Formen: Wunsch nach einem Penis in sich selbst als Kinderwunsch Wunsch nach dem Genuss des Penis beim Koitus
7 Konzeptentstehung Gesellschaftliche Voraussetzungen: Wenig Vorstellung über das Unbewusste Sexualität tabuisiert Patriarchalische Gesellschaftsstrukturen Wissenschaftsbegriff noch nicht durchgängig deduktiv
8 Konzeptentstehung Persönliche Voraussetzungen bei Freud: Persönlicher und Familienhintergrund Beruflicher Hintergrund Selbstanalyse
9 zur Hypothese Verführungstheorie Ödipuskomplex ist Kernkomplex der Neurosen Weiblicher Ödipuskomplex
10 Kritik Daniel Stern: Der rekonstruierte Säugling der Psychoanalyse unterscheidet sich stark vom empirischen der Verhaltensforschung. Freuds Vorstellung vom oralen, analen und ödipalen Triebstadium während der kindlichen Entwicklung ist falsch.
11 Kritik Freud hielt das Baby für ein asoziales, autoerotisches Wesen. Bowlby dagegen wies die frühe Bindung des Säuglings an die Mutter nach. Neben dem kulturellen gibt es offenbar auch ein biologisches Inzesttabu
12 Kritik Ödipuskomplex wurde von Freund und Nachfolgern aus einer hypothetischen Vorstellung heraus auf die menschliche Entwicklung übertragen = induktiv. Fonagy / Target: Psychoanalyse und die Psychopathologie der Entwicklung: Die vorherrschende Strategie der Theoriebildung in der klinischen Psychoanalyse ist ein enumerativer Induktionismus (das Sammeln von Einzelfällen, die mit einer Prämisse übereinstimmen).
13 Fazit Die Theorie der Psychoanalyse ist im wissenschaftlichen Sinn als Theorie nicht wirklich belegbar und kommt somit aus dem Stadium der Hypothese und der Modellvorstellung nicht heraus. Übertragen auf die Technik heißt das, dass die Psychoanalyse deutliche suggestive Aspekte hat, die allerdings durchaus klinisch wirksam sind.
14 Fazit Freud legte das Fundament für eine klinische Theoriebildung, das in vielen Aspekten inzwischen durch wissenschaftliche Forschung belegt ist: Das Unbewusste Libidotheorie Ödipuskomplex So werden psychoanalytische Grundannahmen bestätigt, nicht aber automatisch auch die von Freund abgeleiteten Hypothesen
15 Erleben und Verhalten Erleben +Verhalten Konfliktverarbeitungsmuster Grundstruktur der Persönlichkeit genetische Prädisposition + Einfluss der Beziehungsumgebung
16 Geschlechtsidentität Morphologie und Physiologie: Die Menge pränataler Androgene führt zu unterschiedlicher Ausbildung bestimmter Strukturen des Zentralnervensystems und zu unterschiedlicher Entwicklung in der nachgeburtlichen Zeit. Jungen: motorisch aktiver, erregungstoleranter, risikobereiter Mädchen: höhere Personenorientiertheit, stärkere Gefühlsansteckung
17 Geschlechtsidentität Schon früh soziale Anziehung zum gleichen Geschlecht, Abgrenzung gegen das andere Geschlecht Geschlechtsgruppierungen, bevor kleine Kinder wissen, was Mädchen und Jungen sind Verstärkung des geschlechtsspezifischen Verhaltens Das Zugehörigkeitsgefühl zu einem von zwei Geschlechtern liegt gegen Ende des ersten Lebensjahres irreversibel fest.
18 Geschlechtsidentität Stadium Leistung Altersbereich Durchschnittsalter Geschlechtsidentität Bestimmung des eigenen und fremden Geschlechts 2;4 5;2 3;11 Geschlechtspermanenz Zeitliche Unveränderbarkeit 3;0 5;8 4;5 Geschlechtskonstanz Unabhängigkeit von der Form 3;5 5;7 4;7
19 Geschlechtsidentität Phylogenetische Geschlechtsunterschiede: weiblich: Fürsorglichkeit, Selektivität männlich: Wettkampforientierung, hohe Paarungsbereitschaft
20 heutiges ödipales Modell Die Identifikation und das Rivalisieren mit dem gleichgeschlechtlichem Elternteil ist ein Interaktionsmodus, in dem die eigene Geschlechtsidentität vertrauter wird. Ergänzend ist die Reaktion des gegengeschlechtlichen Elternteils auf das kindliche Geschlechtsrollenverhalten ein weiteres Feedback, um die Geschlechtsrolle über diese Reflexion auf einer weiteren Ebene zu lernen.
21 Hysterische Struktur Prägender Entwicklungsbereich: 3./4. bis 5./6. Lebensjahr (Freud: phallische /ödipale/ genitale Phase; Mahler: Individualität und Objektkonstanz; Stern: verbales Selbst) Prägende Einflüsse: ungünstiger Ausgang der ödipalen Entwicklung Auswirkungen: Spontaneität ohne Struktur; erotisches Signalverhalten ohne erotische Motivation; flexibel bis zu Willkürlichkeit; kreativ ohne Durchhaltevermögen; rivalisierend, begeisterungsfähig, attraktiv, chaotisch, rollenhaft, Realität ausblenden, charmant, kindlich
22 Hysterische Struktur Beziehungsverhalten: Suche nach Bewunderung als Beziehungsgrundlage; Angst vor Älterwerden wegen Attraktivitätsverlust; im Kontakt werbend, sich anbietend, mit gleichgeschlechtlichen Personen rivalisierend oder sich verbündend (Ödipales Dreieck); Partnerwahl oft in Vermeidung der alten ödipalen Situation Arbeitsverhalten: Arbeit für sich nicht wichtig, sondern Bezug zu Menschen, freundlicher Kontakt, Wunsch zu präsentieren; Arbeit mit schnellem Ergebnis bevorzugt; Routine langweilt Freizeitverhalten: ungeplant, spontan; Urlaub, wo was los ist; Leute kennen lernen, erobern, sich zeigen; Abenteuerurlaub, um sich als Mann oder starke Frau zu beweisen
23 Hysterische Struktur Soziale Rolle: Vertreter, Verkäufer, Gastronomie, Friseur, Chirurg, Schauspieler, Showbusiness, Politiker, Partnerschaftsvermittlung Rolle in Institutionen: Häufiger Wechsel des Arbeitsplatzes. Als Leiter Gefühl von Potenz mit Neigung zu rivalisieren, Angst, ausgebootet zu werden. Mit Kollegen in Rivalität oder Solidarität, kaum neutral
24 Hysterische Struktur Der Psychotherapiepatient mit hysterischer Struktur: ödipal: Versuch, kindliche Rolle beizubehalten; Mangel an Durchhaltevermögen, weil situative Entlastung durch Agieren; Wunsch, geschätzt zu werden; Bedürfnis, sich auf Therapeuten gut einzustellen Dissoziation, Konversion, Agieren, Idealisierungen, Identifizierungen, Polarisierungen
25 Hysterische Struktur Dissoziative Störungen, Konversionssymptome (Lähmungen, Anfälle, Schmerzen, Ohnmachten, Hyperventilation, Schwindel, Erbrechen) Erröten, Erythrophobie Sexuelle Störungen (Impotenz, Frigidität, Nymphomanie, Satyrismus) Sexualstraftäter
Zwanghafte und phobische Struktur
Prägender Entwicklungsbereich: ~ 2. und 3. Lebensjahr (Freud: anale Phase; Mahler: Üben, Wiederannäherung, Individualität; Stern: subjektives und verbales Selbst) Prägende Einflüsse: Einengung der phasentypischen
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