Differentialdiagnostik
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- Annika Bösch
- vor 8 Jahren
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Transkript
1 Schmerzpsychotherapie Ziele 1 Chronische Schmerzen bewältigen oder akzeptieren? Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Behandlung Edukation: z.b. Vermittlung einer biopsychosozialen Sichtweise des Schmerzes Analyse und Veränderung von Schmerz auslösenden bzw. verstärkenden Bedingungen (aufrechterhaltende Bedingungen?) Verbesserung der Selbstbeobachtung M. von Wachter B. Kappis Differenzierung der Körperwahrnehmung, z.b. Sensibilisierung für Vorzeichen des Schmerzes Klinik für Psychosomatik Klinik für Anästhesiologie Aufbau / Optimierung eigener Fähigkeiten zur Schmerzbewältigung (z.b. Ablenkung, Entspannung, Selbsthypnose) (nach Kröner-Herwig 2004) Schmerzpsychotherapie Ziele 2 Analyse und Verbesserung der Ressourcennutzung Verbesserung der Selbsthilfekompetenz durch Problem- und Stressbewältigungstechniken Optimierung des Aktivitätsniveaus (Schonverhalten vs. Überforderung) Verringerung / Optimierung der Medikamenteneinnahme (z. B. Migräne, Entzug bei medikamenten-induziertem Kopfschmerz, Zeitkontingentierung) Analyse und Modifikation dysfunktionaler Gedanken im Zusammenhang mit Schmerz Stärkung der Selbstwirksamkeitserwartung, Abbau von Hilflosigkeit (nach Kröner-Herwig 2004) bio Gewebeschädigung funktionelle Störung psychische Störung psychosozial Differentialdiagnostik Neuropathischer Schmerz Arthritis Athrose Tumor + psychische Komorbidität unspez. Rückenschmerz Kopfschmerz CMD Unterbauchschmerz Reizdarmsyndrom Fibromyalgiesyndrom somatoforme Schmerzstörung Traumafolgestörung Depression Wachter Kappis 2015 Gewebeschädigung funktionelle Störung psychische Störung Psychoedukation Akzeptanz Schmerzbewältigung Stressbewältigung Verhalten Konflikt-/Traumabewältigung Interaktionen Affekte / Trauma Entspannungsverfahren Bewegungstherapie Körperwahrnehmung Methode Fokus Add Ons psychologische Schmerztherapie Imagination Aktivitätsförderung Schmerzdiagnostik Edukation / Information Komponenten kognitive Therapie operante Therapie 1
2 Aktivitätsniveau kognitive Therapie Verinnnerlichte Gedanken Negative Gedanken bei Schmerz Positive Gedanken bei Schmerz Introjekte, Überzeugungen, Schemata, Film Ich halte es einfach nicht mehr aus! Wann hört dieser Schmerz bloß auf! Ich kann sowieso nichts gegen den Schmerz tun. Das hört ja nie mehr auf. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Mir kann sowieso keiner helfen. Die Schmerzen machen mich fertig. Ich tue mir selbst so leid. Wie soll es nur in Zukunft weitergehen? Meine Schmerzen werden nicht ernst genommen Nur keine Panik, ich werde das schon in den Griff bekommen. Ich lasse mich vom Schmerz nicht unterkriegen. Andere schaffen das auch. Heute lasse ich mal fünfe gerade sein. Ich nehme mir jetzt erst einmal etwas Angenehmes vor. Der Schmerz wird nicht meinen ganzen Tag beherrschen. Es gibt Patienten, die sind noch viel schlimmer dran. Kopf hoch ich schaffe es. Die Schmerzen werden nicht all meine Pläne durchkreuzen. Jetzt mal ganz ruhig und entspannen Zeit ist Geld ohne Fleiß keinen Preis Nur wer leistet, zählt etwas stell dich nicht so an Was du anfängst, muss du auch zu Ende bringen Ich tue was ich kann ich versuch das Beste draus zu machen das Limit bestimme ich selber ich mache es mit mehr Zeit, ich gebe mir mehr Zeit Ich habe noch andere Qualitäten Schritt für Schritt Aktivitätsförderung Pacing Aktivitätsförderung Pacing Leistungsfähigkeit guter Tag Leistungsfähigkeit / Schwelle Leistungsfähigkeit schlechter Tag Zeit Zeit Aktivitätsförderung bei Ambivalenzen Überlastung? 2
3 Überlastung? Meine Auszeit Das Arbeitsblatt soll Ihnen helfen, feste Erholungspausen zum Kraftschöpfen in den Alltag einzuplanen. Wann kann ich Pausen im Alltag/auf der Arbeit einplanen? Während der Arbeit Wo kann ich die Pause zu Hause oder am Arbeitsplatz machen? Am Schreibtisch Was mache ich in der Pause? (z.b. Bewegungsübung, PME, Imaginationsübung...) Übung heimlicher Handschlag oder ans Fenster gehen Wie lang muss die Pause sein? mindestens: _2 Minuten Wie oft ist eine Pause notwendig? Alle 2 Stunden maximal: 5 Minuten Was ist für mich hilfreich, um Pausen einzuhalten? Wie kann ich mir Pausen erlauben? Wer kann mich dabei unterstützen? Hilfreiche Sätze? Wie kann ich mich dafür belohnen? Wenn ich Pausen mache kann ich meine Arbeit gut und konzentriert machen M.v. Wachter, Psychosomatik Aalen operante Therapie Aus Birbaumer, Schmidt
4 operante Therapie operante Therapie Ziele Annahme: Schmerzverhalten erhält Schmerzerleben aufrecht Reduktion: Schonverhalten, exzessives Verhalten, Inanspruchnahme Erhöhung: Aktivitätsniveaus, aktives / schmerzinkompatibles Verhaltens Ziel ist nicht primär Reduzierung der Schmerzintensität Aus Birbaumer, Schmidt 2003 Schmerzbewältigung Kritik Schmerzbewältigungstraining Schmerzkontrolle sein eigener Schmerzmanager werden schmerzfreie Stadt Also: ein Problem, der Schmerz, lässt sich erledigen, bezwingen, lösen, in den Griff bekommen hohe Erwartungen bei Betroffenen, Angehörigen und Behandlern Schmerz wird durch Gedanken und Gefühle beeinflusst. "Schmerz entsteht im Kopf." "Ich muss also nur richtig denken, dann kann ich meine Schmerzen loswerden! "Wer Schmerzen hat, denkt und fühlt falsch. Controlling your pain is not the answer Schmerzakzeptanz alternative Begriffe Vermeidung unangenehmer Erfahrungen: relevant für Entstehung und Aufrechterhaltung von (psychischen) Problemen. Daher neues Ziel: Vermeidung von Vermeidung. den Kampf aufgeben es geschehen lassen das Gefühl da sein lassen Raum geben bereitwillig annehmen, was sich zeigt Klar kommen mit den Schmerzen Sich mit den Schmerzen befassen Das Leben kontrollieren, nicht die Schmerzen 4
5 ??? Schmerzvermeidung: ein Dilemma sauber vs. dreckig Veränderungswunsch erzeugt Veränderungsdruck. Besser wäre: Alles darf sein, auch Anspannung Schmerz Ärger, Traurigkeit, Verzweiflung und Vermeidung + = Leid Einfach nur wahrnehmen und beschreiben (Akzeptierende Haltung) Ich bin gut im Aushalten unangenehmer Gefühle (Toleranz und Selbstverstärkung) clean pain dirty pain Beispiel für Schmerzen und Schmerzfolgen Kreative Hoffnungslosigkeit, und dann Durchgehen aller bisherigen Lösungsversuche. Zentrale Frage dabei: Funktionsfähigkeit (nicht: gut oder schlecht, falsch oder richtig, unwahr oder wahr). Hat dies dazu beigetragen, Ihr Leben so zu leben, wie Sie es wollten? Nützt es? Prüfen des Verstandes auf Erfahrung. 5
6 ACT, Arbeitsblatt Überprüfung aller bisherigen Maßnahmen und Versuche, Schmerzen zu reduzieren / kontrollieren Bisherige Versuche Kurzfristige Ergebnisse / Effekte (Schmerz) Langfristige Ergebnisse / Effekte (Schmerz) Langfristige Ergebnisse / Effekte (Auswirkungen auf das Leben) Kognitive Defusion: Ich kann einen Gedanken haben, muss ihn mir aber nicht abkaufen. Meine Gedanken sind nicht frei wählbar. O.k., aber ich kann entscheiden, ob und wie ich darauf reagieren möchte. Hilft mir dieser Gedanke dabei, der Mensch zu sein, der ich sein will? Hilft mir dieser Gedanke dabei, die Beziehungen zu haben, die ich möchte? Hilft er mir dabei, mit den Dingen die mir wichtig sind, in Kontakt zu sein? Defusion: loslassen einen Schritt zurücktreten Abstand herstellen sich distanzieren sich aus der Verstrickung befreien die Geschichte fallen lassen. Hilft dieser Gedanke langfristig, eine gutes Leben zu führen? Kick your BUTs.. ABER... ABER... ABER... UND... UND... UND. 6
7 Blonna: Effektiver Coachen mit ACT. Paderborn: Junfermann, Werte Ziele vs. Werte Sterne als Orientierung Leuchtturm Der nächste Schritt: Werte klären, Ziele finden Werteorientiertes Verhalten Wenn Sie könnten, wie Sie wollten, was würden Sie dann tun? Was ist Ihnen daran wichtig? Warum ist das wichtig? Aus: Stavemann (2005). KVT-Praxis Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Chronische Schmerzen bewältigen oder* akzeptieren? Dieser Vortrag und weitere Schmerz-Vorträge für Sie Infos für Ihre Patienten / Youtube: SchmerzTV [email protected] [email protected] *und 7
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