GEMEINDE WEILERSWIST
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- Jasmin Böhmer
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1 GEMEINDE WEILERSWIST BEBAUUNGSPLAN NR. 72 WEILERSWIST - SÜD Stand: Satzungsfassung TEXTLICHE FESTSETZUNGEN AUFGESTELLT IM AUFTRAG DER Deutschen Bau- und Grundstücks- Aktiengesellschaft BauGrund als Treuhänder und Entwicklungsträger der Gemeinde Weilerswist durch MECKLER + PARTNER, Kaiserslautern
2 TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1. PLANUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN ( 9 BauGB i.v.m BauNV) 1.1 Art der baulichen Nutzung ( 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) MI - Mischgebiet ( 6 BauNVO) Innerhalb des festgesetzten Mischgebietes sind gemäß 1 Abs. 5 BauNVO folgende Nutzungen unzulässig: - Tankstellen - Vergnügungsstätte im Sinne des 4a Abs. 3 Nr. 2 BauNVO WA - Allgemeines Wohngebiet ( 4 BauNVO) Innerhalb der festgesetzten WA-Allgemeinen Wohngebiete werden die nach 4 Abs. 3 BauNVO ausnahmsweise zulässigen Nutzungen nicht zugelassen. 1.2 Bauweise ( 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB) In den mit E gekennzeichneten Bereichen im allgemeinen Wohngebiet sind Hausgruppen mit bis zu vier Häusern zulässig. 1.3 Stellplätze, Carports, Garagen und Nebenanlagen ( 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB) Stellplätze, Carports, Garagen und Nebenanlagen sind auch außerhalb der überbaubaren Flächen zulässig. Carports und Garagen müssen einen Abstand von mindestens 5 m zur Straßenbegrenzungslinie einhalten. In den mit C, D und E gekennzeichneten Bereichen im allgemeinen Wohngebiete und im Mischgebiet sind entlang der Haupterschließungsstraßen zwischen der Straßenbegrenzungslinie und den Gebäuden keine Stellplätze zulässig. 1.4 Führung von oberirdischen oder unterirdischen Leitungen ( 9 Abs. 1 Nr. 13 BauGB) Die zur Versorgung des Plangebietes notwendigen Leitungen sind nur als unterirdische Leitungen zulässig. 1.5 Flächen für Aufschüttungen und Abgrabungen (Straßenböschungen) ( 9 Abs. 1 Nr. 26 BauGB) Die zur Herstellung des Straßenkörpers erforderlichen Böschungen (Aufschüttungen, Abgrabungen) sind von den Anliegern auf den privaten Grundstücken zu dulden und in die Gartengestaltung mit einzubeziehen. 1.6 Höhe baulicher Anlagen ( 9 Abs. 3 BauGB und 16 BauNVO) Bei den Gebäuden im Plangebiet sind in Abhängigkeit von der festgesetzten zulässigen Zahl der Vollgeschosse die nachfolgend aufgeführten maximalen Firsthöhen- bezogen auf
3 die Oberkante der dem Baugrundstück erschließungstechnisch zugeordneten Verkehrsfläche (Straße) einzuhalten. Gebiete mit zulässiger Zahl der Vollgeschosse II III Zulässige maximale Firsthöhe 11,00 m 13,00 m Bezugspunkt für die Bestimmung der Höhen baulicher Anlagen (Firsthöhen) ist die Oberfläche des Endzustandes der angrenzenden öffentlichen Verkehrsfläche. 1.7 Beschränkung der Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden ( 9 Abs. 1Nr. 6 BauGB) Im Allgemeinen Wohngebiet -WA- wird die Zahl der maximal zulässigen Wohnungen in Wohngebäuden wie folgt beschränkt : bei Doppelhäusern und Hausgruppen auf maximal eine eigenständige Wohneinheit im Gebäude, bei Einzelhäusern auf maximal zwei eigenständige Wohneinheiten im Gebäude. Für das Mischgebiet -MI- gelten keine Beschränkungen. 1.8 Flächen für den Gemeinbedarf ( 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB) Auf der Fläche für Gemeinbedarf ist die Errichtung von Schulen und Kindergärten, vorgesehen. Ausnahmsweise können auch sonstige öffentliche Gebäude und Einrichtungen, die sportlichen, kulturellen oder sozialen Zwecken dienen, errichtet werden. 1.9 Grünflächen ( 9 Abs. 1 Nr. 15 BauGB) Öffentliche Grünfläche Zweckbestimmung Parkanlage Die Parkanlage ist zu mindestens 30% mit standortgerechten Sträuchern und Laubbäumen zu bepflanzen. Der Anteil an heimischen Gehölzen muss mindestens 70% betragen. Nadelgehölze und Koniferen mit Ausnahme der in der Artenliste aufgeführten Taxus baccata und Ginkgo biloba sind nicht zulässig. Der Flächenanteil der überwiegend versickerungsfähig zu befestigenden Wege, Plätze und Spielplatzflächen darf 20% nicht überschreiten. Die Gehölze sind dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Abgänge sind gleichwertig zu ersetzen. Artenliste: Bäume: Acer campestre in Sorten (Feld-Ahorn) Acer platanoides in Sorten (Spitz-Ahorn) Acer pseudoplatanus in Sorten (Berg-Ahorn) Acer rubrum in Sorten (Rot-Ahorn) Aesculus spec. (Kastanie) Carpinus betulus in Sorten (Hainbuche) Castanea sativa (Eßbare Kastanie) Corylus colurna (Baum-Hasel) Crataegus spec. in Sorten (Weißdorn) Fraxinus spec. in Sorten (Esche) Ginkgo biloba (Ginkgo) Juglans regia (Walnuss) Malus spec. in Sorten (Zier-Apfel) Prunus avium (Vogel-Kirsche)
4 Prunus padus (Trauben-Kirsche) Pyrus spec. in Sorten (Zier-Birne) Quercus spec. in Sorten (Eiche) Sorbus spec. in Sorten (Mehlbeere / Eberesche) Tilia spec. in Sorten (Linde) Sträucher: Acer ginnala (Feuer-Ahorn) Aesculus parviflora (Strauch-Kastanie) Amelanchier spec. in Sorten (Felsenbirne) Aronia spec. in Sorten (Apfelbeere) Buddleia spec. in Sorten (Sommerflieder) Chaenomeles in Sorten (Zier-Quitte) Cornus spec. in Sorten (Hartriegel) Corylus avellana in Sorten (Hasel) Crataegus spec. in Sorten (Weißdorn) Cydonia oblonga in Sorten (Quitte) Deutzia spec. in Sorten (Deutzie) Elaeagnus spec. (Ölweide) Kerria japonica (Ranunkelstrauch) Kolkwitzia amabilis Ligustrum vulgare (Liguster) Lonicera spec. in Sorten (Heckenkirsche) Mespilus germanica (Mispel) Parrotia persica (Eisenholz) Philadelphus spec. in Sorten (Pfeifenstrauch) Prunus mahaleb (Weichselkirsche) Prunus spinosa (Schlehe) Ribes spec. in Sorten (Johannisbeere) Rosa spec. in Sorten (Wild- und Strauchrosen) Salix spec. (Weide) Sambucus spec. (Holunder) Viburnum spec. in Sorten (Schneeball) Weigela in Sorten (Weigelie) Taxus baccata (Eibe) Öffentliche Grünfläche Zweckbestimmung Lärmschutzwall Der öffentliche Grünstreifen des Lärmschutzwalls ist zu mind. 50 % mit standortheimischen Sträuchern zu bepflanzen, zu pflegen und zu erhalten (Pflanzqualität VSTR., mit einem Pflanzabstand von 1,5 x 1,5 m). Abgänge sind gleichartig zu ersetzen. Die Gehölzflächen sind so anzuordnen, dass eine geschlossene Gehölzpflanzung zur Abgrenzung der Bahntrasse entsteht. Die übrige Fläche soll der natürlichen Sukzession überlassen werden. Artenliste: Cornus mas (Kornelkirsche) Cornus sanguinea (Hartriegel) Corylus avellana (Hasel) Crataegus monogyna (Weißdorn) Ilex aquifolium (Stechpalme) Ligustrum vulgare (Liguster) Lonicera xylosteum (Heckenkirsche) Mespilus germanica (Mispel) Prunus mahaleb (Weichsel-Kirsche) Prunus spinosa (Schlehe)
5 Rhamnus catharticus (Kreuzdorn) Rosa arvensis (Feld-Rose) Rosa canina (Hunds-Rose) Rubus fruticosus (Brombeere) Sorbus aucuparia (Eberesche) 1.10 Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern ( 9 Abs. 1 Nr. 25 a BauGB) Baumpflanzungen im Straßenraum In den Haupterschließungsstraßen der festgesetzten Straßenverkehrsflächen sind insgesamt mind. 50 Straßenbäume mit einem Mindeststammumfang von 18/20 cm und einer Stammhöhe von 2,20 m zu pflanzen. Es sind Bäume 1. oder 2. Ordnung zu verwenden. In der nördlichen Erschließungsstraße zwischen Kreisverkehrsplatz und Platzfläche Steinerner Platz sind beidseitig der Straße Straßenbäume anzupflanzen. In den übrigen Straßenabschnitten ist eine einseitige Baumpflanzung vorzunehmen. Die Bäume sind auf Dauer zu pflegen und zu erhalten. Abgänge sind gleichartig zu ersetzen. Artenliste: Acer campestre in Sorten (Feld-Ahorn) Acer platanoides in Sorten (Spitz-Ahorn) Alnus x spaethii (Erle) Carpinus betulus in Sorten (Hainbuche) Corylus colurna (Baum-Hasel) Crataegus in Sorten (Weißdorn) Fraxinus excelsior in Sorten (Esche) Fraxinus ornus (Blumen-Esche) Ginkgo biloba (Fächerbaum) Malus tschonoskii (Zier-Apfel) Quercus in Sorten (Eiche) Pyrus calleryana Chanticleer (Stadt-Birne) Sorbus aria (Mehlbeere) Tilia cordata in Sorten (Winter-Linde) Tilia x intermedia Pallida Tilia tomentosa `Brabant`(Silber-Linde) 1.11 Flächen und Maßnahmen zum Ausgleich im Sinne des 1a Abs. 3 BauGB ( 9 Abs. 1a BauGB) Der Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft, die durch diesen Bebauungsplan vorbereitet werden, wird durch eine Waldneuanlage außerhalb des Baugebietes auf dem Flurstück Gemarkung Weilerswist, Flur 7, Flurstücke 15 und 17 entsprechend der landespflegerischen Begleitplanung kompensiert. 2 BAUORDNUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN ( 9 BauGB ABs. 4 i.v.m. 86 BauO NRW) 2.1 Dachformen, Dachneigungen ( 9 Abs. 4 BauGB, i.v.m. 86 LBauO-NRW) Bei ein- bis zweigeschossigen Gebäuden sind folgende Dachneigungen sind zulässig: 20 bis 45. Bei dreigeschossigen Gebäuden im Mischgebiet sind Neigungen von 0 bis 35 zulässig. Dies gilt nicht für Garagen, Carports, Terrassenüberdachungen und Wintergärten.
6 HINWEISE 1. Das Plangebiet liegt innerhalb der Zone III B des geplanten Wasserschutzgebietes für die Wassergewinnungsanlage Erftstadt-Dirmerzheim. 2. Die Bezirksregierung Arnsberg weist daraufhin, dass sich das Plangebiet im Bereich der Grundwasserabsenkung für den rheinischen Braunkohlenbergbau befindet. In Folge der bergmännischen Sümpfung kommt es zu Grundwasserabsenkungen bzw. zu Druckentspannungen der Grundwasserleiter, so dass während der Betriebszeit der rheinischen Braunkohlentagebaue sümpfungsbedingte Bodenbewegungen auftreten, die u.a. zu Senkungen und zur Schiefstellung der Geländeoberfläche führen können. Bei den anstehenden Planungen sollte daher berücksichtigt werden, dass die Grundwasserabsenkungen noch über einen längeren Zeitraum wirksam bleiben. Eine Zunahme der Beeinflussung durch steigende Grundwasserstände im Planungsgebiet ist nicht auszuschließen. Nach Beendigung der bergbaulichen Sümpfungsmaßnahmen wird sich ein Grundwasseranstieg einstellen, der erneut Bodenbewegungen zur Folge haben kann. 3. Der Geologische Dienst NRW weist darauf hin, dass das Plangebiet im Bereich der durch bergbauliche Maßnahmen bedingten Grundwasserabsenkungen liegt und hierdurch ungleichmäßige Bodenbewegungen nicht auszuschließen sind. 4. Die Telekom AG weist darauf hin, dass in allen Straßen bzw. Gehwegen geeignete ausreichende Trassen für die Unterbringung der Telekommunikationslinien vorzusehen sind. Hinsichtlich geplanter Baumpflanzungen wird auf das "Merkblatt über Baumstandorte Unterbringung der Telekommunikationslinien hingewiesen. 5. Es wird auf die Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes NRW (DSchG NRW) und hier insbesondere auf die 15 und 16 DSchG hingewiesen. Des Weiteren wird darauf verwiesen, dass beim Auftreten archäologischer Bodenfunde oder Befunde die Gemeinde als Untere Denkmalbehörde oder das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen, unverzüglich zu informieren ist. Bodendenkmal und FundsteIle sind zunächst unverändert zu erhalten. Die Weisung des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege für den Fortgang der Arbeiten ist abzuwarten. 6. Das anfallende Niederschlagswasser wird gemäß 51a LWG in zentralen Versickerungsbecken innerhalb der öffentlichen Grünfläche entlang des östlichen Plangebietes versickert. 7. Gemäß DIN ist der Oberboden zu Beginn der Bauarbeiten von allen Ab- und Auftragsflächen, sowie von zu befestigten Bau- und Betriebsflächen abzutragen. Der Boden ist abseits vom Baubetrieb zu lagern, von Verunreinigungen durch bodenfremde Stoffe zu schützen. Die Bodenmieten dürfen nicht befahren werden. Die natürlichen Bodenverhältnisse sind zu erhalten, Flächen sind gemäß DIN zu schützen. Gemäß 202 BauGB ist Mutterboden, der bei der Errichtung und Änderung baulicher Anlagen sowie bei wesentlichen anderen Veränderungen der Erdoberfläche ausgehoben wird, in nutzbarem Zustand zu erhalten und vor Vernichtung oder Vergeudung zu schützen.
7 Aufgestellt: Im Auftrag der Deutschen Bau- und Grundstücks AG -BauGrundfür die Gemeinde Weilerswist durch MECKLER+PARTNER Architekten u. Ingenieure Redaktion: Dipl.-Ing. Jürgen Berlin Stadtplaner Projektleitung: Dipl.-Ing. Klaus Meckler Architekt - Stadtplaner
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