Überblick über die Komponenten
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- Mina Lorentz
- vor 8 Jahren
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1 Überblick über die Komponenten Proseminar: Elektrophysiologie kognitiver Prozesse Dozentin: Dr. Nicola Ferdinand Referentin: Christina Schmidt
2 Gliederung: Allgemeines 1) Identifikation von Komponenten 2) EKP und LP 3) exogene und endogene Komponenten 2
3 Überblick über die Komponenten event-preceding components - Bereitschaftspotential - Contingent Negative Variation CNV - O-wave und E-wave event-following components - sensorische Komponenten - visual sensory responses - auditory sensory responses - somatosensory, olfactory and gustatory responses - N2-family - P3-family - sprachbezogene Komponenten - Fehlererkennung 3
4 1) Identifikation von Komponenten 4
5 Frage: Wie ist es möglich aus diesem Abschnitt eine unabhängige und reliable Komponente sichtbar zu machen? einfachster Weg: Bestimmung der Amplituden zweier aufeinander folgender Potentiale in einem bestimmten Zeitraum Gipfel zu Gipfel Analyse Fazit: bei immer wiederkehrender Variation bestimmter Amplituden in bestimmten Zeitraum, spricht man von Komponenten ermittelt durch PCA 5
6 2) EKP und LP EKP: - elektrokortikale Potentiale, die vor, während und nach einem sensorischen, motorischen oder psychischen Ereignis im EEG messbar sind LP: - langsame Hirnpotentiale - langsame Gleichspannungsverschiebung unter 1 Hz in positive oder negative Richtung - dauern mehrere 100 ms bis mehrere Sekunden - spiegeln Aktivität ausgedehnten neuronalen Systems wider notwendig für Planung und Mobilisierung zielgerichteten Verhaltens 6
7 3) exogene und endogene Komponenten exogene Komponenten - unter 100 ms - auf äußere Stimuli zurückführbar - abhängig von physikalischen Reizeigenschaften z.b. Intensität - nicht veränderbar durch psychologische Variablen wie z.b. Aufmerksamkeit oder Gedächtnisspanne endogene Komponenten - ab 100 ms - assoziiert mit höheren kognitiven Prozessen und internen Verarbeitungen - unabhängig von physikalischen Reizeigenschaften - unabhängig von Modalität auf der ein Reiz dargeboten wird - spiegeln psychologische Prozesse wider 7
8 Überblick über die Komponenten 1) event-preceding components Bereitschaftspotential Contingent Negative Variation O-wave und E-wave 8
9 Bereitschaftspotential - entdeckt von Kornhuber und Deeke - negatives elektrisches Potential - vor allem im supplementär motorischen Areal beider Hirnhälften - enger zeitlicher Zusammenhang mit Einleitung willkürlicher Bewegungen - im EEG ca. 550 ms vor Willkürbewegung sichtbar 9
10 Contingent Negative Variation - entdeckt von Walter und Kollegen - langsam aufbauende negative Welle Erwartungswelle - motorisch evoziertes kortikales Potential - Vorbereitungs- und Orientierungsprozess 10
11 O-wave und E-wave - Forschung nach Loveless und Sanford - Behauptung: CNV besteht aus zwei Komponenten Auftreten bei Verlängerung des Intervalls zwischen zwei Stimuli frühe Antwort O-wave spätere Antwort E-wave 11
12 2) event-following components - sensorische Komponenten - visual sensory responses C1 P1 N1 P2 N170 / vertex positive potential - auditory sensory responses BERs / ABRs N1 Missmatch Negativity Processing Negativity - somatosensory, olfactory and gustatory responses 12
13 - N2-family - P3-family - sprachbezogene Komponenten N400 P600 N280 - Fehlererkennung 13
14 1) sensorische Komponenten - in allen Modalitäten Ableitungen dieser ERP- Komponenten - Übermittlung sensorischer Infos in sensorische Nervenbahn - viele der sensorischen Komponenten modifizierbar 14
15 2) visual sensory responses a) C1 - hauptvisuelle ERP-Komponente - stärksten auf posterioren mittleren Elektrodenseite - Polarität kann variieren - vermutlich im primären visuellen Cortex generiert - Onset-time ms nach Stimulus - Höchstwert ms nach Stimulus zusammen mit P1 Darstellung als einzige Welle Betrachtung der C1 daher schwierig 15
16 b) P1 - stärksten lateral occipitalen Elektrodenseite - Onset-time ms nach Stimulus schwierig zu bestimmen auf Grund Überlappung mit C1 - Höchstwert ms - Latenz variiert in Abhängigkeit des Stimuluskontrastes 16
17 c) N1 - verschiedene visuelle N1 Unterkomponenten - frühste Höchstwert ms auf anterioren Elektrodenseite - zwei typische posteriore N1 Komponenten Höchstwert ms 1. vom parietalen Cortex aus 2. vom lateral occipitalen Cortex aus 17
18 d) P2 - Lage auf anteriorer / centraler Elektrodenseite - stärker für Stimuli mit besonderen Aufgaben - anteriore P2-Welle gleich P3-Welle - an posterioren Seite P2 oft schwer zu definieren auf Grund von Überlappungen 18
19 e) N170 / vertex positive potential - beim Vergleich der Antworten von Gesichter und nicht-gesichter Stimuli Differenz zwischen ms an zentraler Mittellinie sogenannte vertex positive potential - Gesichter lösen stärkeres negatives Potential an lateral occipitalen Elektrodenseite aus, als nicht-gesichter speziell auf rechten Hemisphäre mit Höchstwert von ca. 170 ms sogenannte N170 Merkmal für Gesichterspezifikation 19
20 3) auditory sensory responses a) BERs / ABRs - innerhalb ersten 10 ms nach Stimulus - nützlich zur Beurteilung auditiver Beschaffenheiten speziell bei Erwachsenen 20
21 b) N1 - verschiedene Unterkomponenten fronto-centrale Komponente Höchstwert ca. 75 ms vertex-maximum Potential Höchstwert 100 ms laterale Komponente Höchstwert 150 ms - besteht die Möglichkeit auch weitere Unterteilungen vor zunehmen 21
22 c) Missmatch Negativity - wenn physikalisch deviante auditorische Stimuli selten inmitten häufigeren Standardstimuli präsentiert werden - Bedingung: Gegenwart einer Gedächtnisspur - Höchstwert ms - erzeugt durch Oddball-Paradigma Wichtig: unabhängig von Aufmerksamkeit 22
23 zeigt Differenz zwischen Standardreiz und abweichender Reiz 23
24 d) processing negativity - Bedingung: Aufmerksamkeitslenkung auf bestimmte Stimuluseigenschaften - negative Auslenkung von ms nach Stimulus - Differenz der Auslenkung zwischen beachteten und unbeachteten Signalen ergibt Differenzpotential der Komponente Wichtig: abhängig von Aufmerksamkeit 24
25 4) somatosensory, olfactory and gustatory responses - meisten Experimente verwenden auditive und/oder visuelle Stimuli eher seltener werden Stimuli anderer Modalitäten eingesetzt Bsp.: - Antwort auf somatosensorischer Stimulus stellt N10 dar, gilt jedoch eher als AP - schwierig Komponenten dieser Modalität aufzuzeichnen Voraussetzung zur Darstellung sind adäquate Stimulusanordnungen 25
26 5) N2-family - verschiedene Komponenten innerhalb der N2 Zeitspanne - N2 ausgelöst durch ein sich ständig wiederholender nichtaufgabenrelevanter Stimulus durch zeitliche Präsentation eines abweichenden Stimulus stärkere Amplitude in L2 Latenzzeit Unterscheidung: - abweichender aufgabenirrelevanter Ton MMN - abweichender aufgabenrelevanter Ton N2b Drei verschiedene N2 Komponenten: bilaterale anteriore Komponente gefolgt von zwei posterioren N2 Komponenten Standard N2b N2 pc posterior contralateral 26
27 6) P3-family - verschiedene Komponenten innerhalb Zeitspanne P3 - Entdeckung der frontalen P3a und parietalen P3b P300 - Latenz zwischen ms - Latenzvariabilität kontrolliert durch Leichtigkeit der Ereigniskategorisierung Je schwieriger Kategorisierung, desto höher Latenz Latenz als Maßstab für Stimulusevaluationszeit - Standardparadigma zur Darstellung Oddball-Paradigma P3a - tritt 3. neues Ereignis im Oddball-Paradigma auf, das sich vom klassischen P300 unterscheidet P3a P3b - klassische P300 Komponente 27
28 7) sprachbezogene Komponenten N400 - entdeckt von Kutas und Hillyard - über zentraler und parietaler Elektrodenseite - bei semantischen Erwartungsverletzungen - interessantes Arbeitsmaterial für Studien mit on-line semantischer Verarbeitung - ebenfalls sensitive für nicht-semantische Verletzungen, bei Studien mit Bildern oder nonverbalen Stimuli 28
29 N400 bei semantischen Anomalien 29
30 P600 - ausgelöst bei syntaktischen Erwartungsverletzungen Bsp. the broker persuaded to sell the stock the broker hoped to sell the stock N280 - Negativität an anteriorer Elektrodenseite ausgelöst durch bestimmte Funktionswörter abwesend jedoch bei Inhaltswörtern Bemerkung: - N400 bei Inhaltswörtern abwesend bei Funktionswörtern 30
31 8) Fehlererkennung - Vergleich der ERP-Wellenformen inkorrekter Trials mit korrekten Trials Möglichkeit der Aufklärung über Ursache der Fehler und Aktivitäten bei Erkennung der Fehler negative Ableitung an frontal/zentraler Elektrodenseite sogenannte error-related negativity ERN meistens gefolgt von Pe - schwierig solch eine breite Komponente wie ERN zu lokalisieren 31
32 Quellen - Birbaumer, N. & Schmidt, R.F. (1999) Biologische Pschologie - Rugg, M.D. & Coles, M.G.H. (2002) Electrophysiology of mind - Luck, S.J. (2005) An introduction to the event-related potential technique
33 Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!!! 33
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