2. Strelasundquerung

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Die Breite des Brückenquerschnittes beträgt zwischen den erhöhten Gesimsköpfen 15,0 m und gliedert sich auf in die 11,5 m breite Fahrbahn und die beiden jeweils 1,75 m breiten Gesimsbereiche. Durch die 1,0 m breiten Sicherheitsräume mit den Schutzplanken bleiben so auf beiden Seiten der Fahrbahn Notgehwege mit 0,75 m Breite. Einzelbauwerke 1.1 und 1.2 Das Bauwerk 1.1, das an die Ortsumgehung Stralsund angeschlossen ist, wurde als Spannbetonbrücke mit Einzelstützweiten von 29,0 + 30,5 + 7 x 33,5 + 32,5 m konzipiert. Das Bauwerk 1.2 ist als Durchlaufträger mit einem Stahlverbundhohlkasten mit Einzelstützweiten von 48,0 + 49,0 + 72,0 + 2 x 49,0 + 48,0 m ausgebildet. Beidseitig der Hauptöffnung ist der Überbau über vier V-förmig angeordnete Stahl-Schrägstreben biegesteif mit den Stahlbetonpfeilern verbunden. Im Querschnitt sind jeweils zwei Einzelstreben vorhanden, die sich mit ihrem tropfenförmigen Querschnitt vom Pfeileranschnitt zum Überbau hin verjüngen. Diese geometrisch komplizierten Bauteile mussten entsprechend den statischen Berechnungen mit Blechstärken von bis zu 60 mm gefertigt werden. Geformt wurden die Strebenschüsse aus jeweils nur einem Blech, das mit einer Längsnaht in der Tropfenspitze zum Hohlquerschnitt zusammengeschweißt wurde.

Einzelbauwerke 2, 3 und 5 Das Bauwerk 2 überspannt den Ziegelgraben und ist der prägende Teil des Brückenzuges. Die Einzelstützweiten betragen mit den beidseitig angeschlossenen Seitenfeldern 54,0 + 72,0 + 126,0 + 198,0 + 72,0 + 59,3 m. Die beiden Hauptöffnungen sind mit Schrägseilen überspannt. In der Brückenansicht sind die Einzelseile in paralleler Anordnung als sogenannte Harfe oder Vielseilsystem angeordnet im Abstand von 16,1 m in der Hauptöffnung und von 12,9 m im Nachbarfeld. Eine Besonderheit des Brückenbauwerkes besteht darin, dass entgegen den bisher in Deutschland üblichen vollverschlossenen Spiralseilen erstmalig Litzenseile zum Einsatz kamen. Der Pylon besteht aus zwei ca. 87 m hohen Einzelstützen mit tropfenförmigem Querschnitt. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Stabilität in Brückenquerrichtung verbinden 3 Querriegel die beiden Pylonstiele zu einem Rahmensystem. Trenn- und Pylonpfeiler sind begehbar ausgebildet. Die Gründung erfolgt wie bei Bauwerk 1.2 auf Großbohrpfählen mit Durchmessern von 1,50 m. Die Bauwerke 3 bis 5 wurden gemäß dem beauftragten Nebenangebot als Spannbetonhohlkästen mit externer Vorspannung in Mischbauweise ausgeführt. Die Stützweiten der Bauwerke, die bis auf den Anschlussbereich zu BW 2 in einer Geraden verlaufen, betragen zwischen 53 und 54 m.