Energieoptimaler Bahnverkehr



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Die Energiewende gelingt nur mit einer Verkehrswende intermodale Wettbewerbsfähigkeit der Schiene stärken

Transkript:

Vortrag beim VDE Arbeitskreis Energietechnik Energieoptimaler Bahnverkehr Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug München, 09.10.14 09.10.2014 / 1

Leistungsfähigkeit und Effizienz Elektrische Bahnen ) 2009 350 km/h 22 MW Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug 1879 10 km/h 2,2 kw " mehr als 130 Jahre Elektromobilität auf der Schiene 09.10.2014 / 2

Hintergrund Energiekosten sind seit der ersten Ölkrise relevanter Kostenparameter für Verkehrsleistungen Globalisierung Auf dem Weg führt zum zu 1-Liter-Zug erhöhtem Verkehrsbedarf in neuen Mega-Cities sind Bahnen oft die einzig mögliche urbane Verkehrslösung Diskussion um Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energiewende gibt dem Thema Energieeffizienz neue Dynamik 09.10.2014 / 3

Ausgangslage Wettbewerb im Eisenbahnverkehr führte zu einer neuen gründlichen Betrachtung der Energieeffizienz Energiekosten Auf dem Weg machen zum 1-Liter-Zug einen wesentlichen Anteil der Betriebskosten im Schienenverkehr aus mit der Bahnreform (in Deutschland 1994) und den damit verbundenen Investitionen in neue Fahrzeuge und Infrastrukturen ist die Energieeffizienz des Bahnsystems stark gestiegen es gibt dennoch Potenziale zur weiteren Verbesserung 09.10.2014 / 4

Wo stehen wir heute? Fernverkehr: 2,0 l pro Person und 100 km Dieseläquivalent ab Kraftwerk (D) bei v max = 300 km/h und 100 % Besetzung Nahverkehr: Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug 1,0 l pro Person und 100 km Dieseläquivalent ab Kraftwerk (D) bei v max = 80 km/h und 100 % Besetzung Stadtverkehr: 1,5 l pro Person und 100 km Dieseläquivalent ab Kraftwerk (D) bei v max = 60 km/h und 100 % Besetzung Güterverkehr: niedrigster spezifischer Energiebedarf 15 " 30 Wh/ t / km ab Fahrleitung 45 " 90 Wh/ t / km ab Kraftwerk (D) 09.10.2014 / 5

Ziele der Studie Fakten-Check: Status quo und Einflussgrößen auf den Energiebedarf Simulationsrechnungen: Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug Wie schlagen sich Änderungen an den Einflussgrößen im Energiebedarf tatsächlich nieder? Verbesserungspotenziale: Aufzeigen von technischen und betrieblichen Maßnahmen Nutzwertanalyse: Priorisierung der Maßnahmen nach Effekt und Aufwand Innovations-Offensive: Wer sollte zukünftig was genau tun? 09.10.2014 / 6

Mitwirkende Fachleute von Hochschulen, Industrie und Betreibern, die sich mit Eisenbahnfahrzeugen, Straßenbahnen, Trolleybussen, Auf dem Weg Leit- zum und 1-Liter-Zug Sicherungstechnik sowie Bahnstromversorgung beschäftigen Anmerkung: Die Studie enthält entsprechend der neutralen, energietechnisch fundierten Positionierung der ETG gemeinsame Erkenntnisse ihrer Mitglieder, und spiegelt damit nicht unbedingt die Meinung der durch sie vertretenen Unternehmen und Institutionen wider. 09.10.2014 / 7

Gegenstand der Untersuchung: Gesamtsystem Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug 09.10.2014 / 8

Gegenstand der Untersuchung: Verkehrsarten Städtischer Nahverkehr: Straßenbahn Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug NGT Bremen DC 600 V Variobahn OEG DC 750 V Cobra Zürich DC 600 V Flexity Nantes DC 600 V 09.10.2014 / 9

Gegenstand der Untersuchung: Verkehrsarten Städtischer Nahverkehr: Straßenbahn Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug Schneller Nahverkehr: BR 481 S-Bahn DC 750 V S- / U-Bahn, Regionalbahn BR 146 AC 15 kv LAR Hongkong DC 1500 V DoSto DB 09.10.2014 / 10

Gegenstand der Untersuchung: Verkehrsarten Städtischer Nahverkehr: Straßenbahn Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug Schneller Nahverkehr: CRH3 CN AC 25 kv S- / U-Bahn, Regionalbahn Personen- Fernverkehr: HGV TGV Duplex F AC 25 kv Shinkansen 500 JP AC 25 kv ICE 1 D AC 15 kv 09.10.2014 / 11

Gegenstand der Untersuchung: Verkehrsarten Städtischer Nahverkehr: Straßenbahn Auf dem Weg zum 1-Liter-Zug Schneller Nahverkehr: DJ1 CN AC 25 kv S- / U-Bahn, Regionalbahn Personen- Fernverkehr: HGV Güterverkehr: EL2 Vattenfall DC 2400 V IORE SE AC 15 kv Taurus 1016 A AC 15 kv 09.10.2014 / 12

Methodik der Studie: 1) Expertenseminar 3 2,5 2 1,5 1 0,5 0 Energiebedarf nach Faktoren Fernverkehr Güterverkehr Regional (AC) S-Bahn / U-Bahn Straßenbahn Skala von 0 bis 3: Relevanz für den Energiebedarf x 3: sehr wichtig & hohes Potenzial Potenzial für Verbesserung Energiewandlung Eigen-Hilfsbetriebe Vergleichmäßigung Speicherung an Bord Rückspeisung Abwärmenutzung Isolierung Komfortwerte Fahrgastinfo Beleuchtung Neigungswiderstand Bogenwiderstand Luftwiderstand Rollwiderstand translatorisch rotatorisch Haltestellenabstände Geschwindigkeitsprofil Zeitrückhalt optimale Kennlinien Haltezeiten Konfliktfreiheit / Dispo Weichenheizungen Signaltechnik Werkstätten Tunnelinfrastruktur Erzeugung Unterwerke Fahr-/Rückleitung Netzstruktur Beleuchtung Aufzüge/Rolltreppen Gebäudeversorgung VerlusteEnergie-bedarf Heizung/ Klima Aus-rüstung Strecken-wider-stand Lauf-wider-stand Beschleu-nigungs-widerstand Trassie-rung Fahr-weise Fahr-plan Bahnbetrieb Energie-versorgung Fahrgast-infrastruktur (auch Güter) 33 Fahrantrieb verschiedene Bordnetz-Komfort Einflussgrößen Fahrdynamik Betriebsführung (technisch & Stationäre betrieblich) Anlagen 09.10.2014 / 13

Methodik der Studie 2) Simulation der energetischen Auswirkungen Eisenbahn-Betriebssimulation Co-Simulation ATM Advanced Train Module Interaction PSC Power Supply Calculation Fahrzeugantriebstechnik Bahnstromsystem 09.10.2014 / 14

Methodik der Studie 3) Maßnahmenkatalog für Verbesserungen Fahrzeugtechnik (Material, Lauftechnik, Aerodynamik ") Antriebstechnik (Struktur, Technologie, Wirkungsgrade ") Bordnetze und Hilfsbetriebe (Struktur, Management ") Bahnstromsystem (Speiseart, Komponententechnologie ") Bahnbetrieb (Fahrweise, Koordinierung, Automatisierung ") 09.10.2014 / 15

Methodik der Studie 4) Priorisierung mittels Nutzwertanalyse Realisierungszeitraum Investitionsbedarf Energiesparpotenzial Technologiepotenzial Ergebnis wird auf 100% normiert 09.10.2014 / 16 Beispiel: Straßenbahn

Ergebnisse der Studie Elektrische Bahnen sind schon heute hochgradig energieeffizient Handlungsoptionen zur weiteren Verbesserung 1. Energie verluste verringern 2. Energie verschwendung vermeiden 3. Energie optimierung vorantreiben 09.10.2014 / 17

Ergebnisse der Studie 1. Energie verluste verringern Priorisierte Maßnahmen Verlustarme Elektroenergieerzeugung Verlustarme Energiewandlung im Fahrzeug Verringerung des Fahrzeugwiderstandes 09.10.2014 / 18

Ergebnisse der Studie 2. Energie verschwendung vermeiden Priorisierte Maßnahmen Energiesparende Fahrweise Bedarfsgerechte Klimatisierung Maximierung des rekuperativen Bremsens Energieoptimiertes Fahrzeugbordnetz 09.10.2014 / 19

Ergebnisse der Studie 3. Energie optimierung vorantreiben Priorisierte Maßnahmen Netzstruktur bei Gleichstrombahnen optimieren Fahrerassistenzsysteme einsetzen Entmischung der Verkehre vorantreiben 09.10.2014 / 20

Handlungsoptionen Politik: Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen zur Ermöglichung langfristig wirkender Maßnahmen mit großem Investitionsvolumen Beispiel: Energiewende führt zu einer weiteren Verbesserung der Umweltbilanz des Bahnverkehrs 09.10.2014 / 21

Handlungsoptionen Betreiber: stärkere Wertschätzung des energetischen Aspektes bei der Spezifikation von Fahrzeugen und Anlagen, damit entsprechende Technologien von der Bahnindustrie umgesetzt werden können Das geht nur mit genauer Kenntnis und Optimierung der betrieblichen Einsatzbedingungen. 09.10.2014 / 22

Handlungsoptionen Industrie: selbständig auch kleinere technische Potenziale nutzen und: als kompetenter Diskussionspartner für die Optimierung des Gesamtsystems zur Verfügung stehen, da die Systemkompetenz bei Betreibern und Aufsichtsbehörden durch Dezentralisierung und Privatisierung abnimmt und sich die Bahnindustrie zu größeren Einheiten konsolidiert hat 09.10.2014 / 23

Handlungsoptionen Alle: ) mehr Bahn fahren ) Darin liegt das größte Energieeffizienzpotenzial. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 09.10.2014 / 24