1. Alle Mitarbeiterinnen sind Sprachvorbilder Im Team wird ein Bewusstsein dafür geweckt, dass alle Mitarbeiterinnen Sprachvorbilder sind Das Team hat ein gemeinsames Basiswissen zu Sprache, Sprachentwicklung und auffälligkeiten Es wird eine gemeinsame Basis und Definition dafür gefunden, was es heißt Sprachvorbild zu sein Die Mitarbeiterinnen üben sich in der Selbstreflexion des eigenen Sprachverhaltens Sprachvorbild zu sein wird konzeptionell in der Kita verankert, umgesetzt und reflektiert Im Kindergarten Schwalbennest ist sich jedes Teammitglied seiner Rolle als Sprachvorbild bewusst. Durch die sprachlichen Impulse der pädagogischen Fachkraft wird das Kind in seiner Sprachentwicklung gefördert und die Sprechfreude positiv verstärkt. Jedes Teammitglied sieht das Kind als Kommunikationspartner und hat selbst Freude am Sprechen, Erzählen und Kommunizieren. Eine gute und reflektierte Ausrucksfähigkeit geben dem Kind Sicherheit und Orientierung für den eigenen Spracherwerb. Die Bedeutung der Sprache und des eigenen Ausdrucks werden durch Gestik, Mimik und Körperhaltung verdeutlicht. In der Kommunikation mit dem Kind wird der Entwicklungsstand jedes Einzelnen berücksichtigt und entsprechend darauf eingegangen (korrektives Feedback). Der sprachliche Umgang mit dem Kind ist stets durch Wertschätzung gezeichnet. Die pädagogische Fachkraft wendet sich dem Kind mit Interesse und Aufmerksamkeit zu und lässt es aussprechen. Zudem begeben wir uns auf Augenhöhe und legen wert auf vollständige Sätze. Sprachvorbild sein heißt auch, Regeln, die für die Kommunikation mit Kindern gelten, selbst innerhalb des Teams anzuwenden. Um ein pädagogisches Arbeiten gewährleisten zu können ist es unumgänglich Privatgespräche der Miterarbeiterinnen aus dem pädagogischen Alltag herauslassen und Gespräche über Kinder oder Eltern nur in der Vorbereitungszeit oder in separaten Räumen zu führen. Regelmäßige Beobachtung und Dokumentation bieten Unterstützungsmöglichkeiten (Sismik, Seldak, Liseb) Ko Konstruktives Arbeiten und Lernen ist ein essentielles Element in der Kommunikation mit dem Kind. Diesem ist sich jedes Teammitgleid bewusst. Die Sprachförderkraft bietet Möglichkeiten der Selbstreflektion bspw. durch die Pädquis Checklisten an und fungiert als Ansprechpartner bei Fragen. Zusätzlich kann die Sprachförderkraft auch zu Elterngesprächen hinzugezogen werden.
2. Schaffung einer sprachanregenden Umgebung Eine sprachanregende Umgebung beinhaltet eine Vielfalt von Wahrnehmungsmöglichkeiten Die Raumgestaltung und Zeitstruktur wirken unterstützend auf Sprache und Sprachförderung Mit einem ausgewogenen und den Kindern zugänglichen Angebot an Materialien, Büchern und Spielen wird Sprache unterstützt 1. Raumgestaltung In unserer Einrichtung wird darauf geachtet, dass die Räume für die Kinder ansprechend gestaltet sind. Wichtig ist hierbei, dass für jedes Kind Rückzugmöglichkeiten geboten werden. Die Wände im Raum oder Flurbereich dienen der Präsentation und Dokumentation von Projekten und Lernwerkstätten, die von den Kindern mitgestaltet werden. Zudem sind die Räume mit Kunstwerken der Kinder gestaltet. Dies schafft immer wieder neue Sprachanlässe. Zur Förderung der Wahrnehmung gibt es in der Schneckengruppe ein Wahrnehmungszimmer. Zudem wird regelmäßig für gezielte Aktivitäten der Snoezelraum genutzt. In den einzelnen Gruppen wird die Wahrnehmungsvielfalt durch Spieleteppiche, Tastwände und Podeste gefördert. Eine sprachanregende Umgebung ergibt sich auch bei Exkursionen, Spaziergängen und Waldtagen. 2. Materialien: Ausgewogenes Materialangebot hinsichtlich Menge, Lernziel und Spielsituation Material ist ansprechend und altersgerecht Anreize für Rollenspiele schaffen (Puppenecke, Frisör, Arztpraxis, etc.) Finger- und Handpuppen Alte Kataloge, Zeitschriften um die unterschiedliche Materialvielfalt zu entdecken (Erstellen eigener Bücher) Hörspiele und Cd`s Nutzung verschiedener Medien, z. B. PC Bildkarten, regen zum Geschichten erfinden an Material zur Förderung der taktilen Wahrnehmung (unterschiedliche Oberflächen, Knete selbst herstellen, etc.) Maltisch, Vorstufen zum Schrift-/ Spracherwerb ermöglichen (Schreibwerkstatt) Lieder, Reime, Fingerspiele Bücher Mundmotorische Übungen in den Tag einbauen Wimmelposter
3. Kommunikation im Alltag und sprachpädagogische Angebote Im Tagesablauf werden immer wieder Sprachanlässe aufgegriffen, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen (Erzählungen der Kinder, Bilderbuchbetrachtung, etc.) Tägliche Morgen-/ und Abschlusskreise ermöglichen den Kindern sich mit Sprache auseinanderzusetzen und schaffen Kommunikationsmöglichkeiten. Das Team hat die Aufgabe, sich ein Bewusstsein für das Alltägliche zu schaffen und die vielfältigen Möglichkeiten in Alltagssituationen mit Sprache zu unterstützen und Sprachanregungen zu geben. Im Dialog mit dem Kind wendet sich die pädagogische Fachkraft dem Kind bewusst zu, nimmt sich Zeit und begleitet Handlungen sprachlich. Projekte (P 3.2.) und Lernwerkstätten (P 3.3.) finden in der Einrichtung regelmäßig statt und tragen essentiell zur Kommunikation und Sprachbildung bei. In Kinderkonferenzen und Projektreffen haben die Kinder die Aufgabe, sich aktiv am Gespräch zu beteiligen und produktive Beiträge zu leisten. Als Basis für den Schrifterwerb dient die gemeinsame Dokumentation des Projekt- bzw. Lernwerkstattverlaufs mit der verantwortlichen pädagogischen Fachkraft. Der Deutschkurs D 240 (siehe P 13.1.1.) trägt wesentlich zur Sprachbildung im Kindergarten Schwalbennest bei. Die Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf mit und ohne Migrationshintergrund werden in einer gemeinsamen heterogenen Gruppe sprachlich gefördert und in der Entwicklung von Literacy Kompetenzen unterstützt. Verantwortlich ist hierfür die Sprachförderkraft in Kooperation mit der Pestalozzi Grundschule. 3. Der Rollenspielbereich als sprachanregendes Angebot Der Rollenspielbereich ist ein Ort der Kommunikation und des Dialogs Der Rollentausch und der damit zusammenhängende Perspektivenwechsel fördern Phantasie und Kreativität Das Erlernen von Rollen trägt zur Sozialkompetenz bei und gibt Unterstützung in der Wahrnehmung lebenspraktischer Aufgaben Das Rollenspiel kann für die Kinder eine Hilfe sein, Erlebtes zu verarbeiten, Empathie und Gefühle zu erleben Der Kindergarten Schwalbennest bietet ein räumliches Angebot um die Umsetzung der Ziele zu ermöglichen. Das Team nimmt sich Zeit, sich auf Spielprozesse einzulassen. Durch die tägliche Beobachtung der Kinder, ist das Team aufgeschlossen für die Interessen der Kinder und reagiert entsprechend. Die Beobachtungen werden gemeinsam mit den Kindern besprochen und Rollenspielbereiche dementsprechend eingerichtet. In regelmäßigen Abständen werden die jeweiligen Bereiche neu überdacht und ggf. erweitert.
4. Förderung und Unterstützung von Mitgrantenkindern und deren Familien Die Basis der Förderung und Unterstützung liegt in der Akzeptanz und Wertschätzung von Kind und Familie Die Kinder werden dazu angeregt, sprachlich aktiv zu sein, auch wenn Grammatik und Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache noch nicht so gut sind Die Kinder entwickeln einen ungezwungenen Umgang mit der deutschen Sprache, ohne dass die Muttersprache ausgeklammert wird Unser Kindergarten bietet einen Ort der Begegnung, wo die deutsche Sprache im Alltag gehört, gelernt und angewendet werden kann Die Einbeziehung von Migranteneltern im pädagogischen Alltag unterstützt die Umsetzung des gemeinsamen Erzieherauftrags Regelungen: 1. Teamhaltung Das Team im Kindergarten Schwalbennest ist offen gegenüber anderen Kulturen und holt sich kulturelle Informationen zu den Herkunftsländern ein. Beispielsweise zu religiösen Hintergründen oder Essgewohnheiten. So können bestimmte Verhaltensweisen besser nachvollzogen werden. Jeder Mitarbeiter sieht sich als Sprachvorbild und reflektiert stets die eigene Erwartungshaltung. Dies gibt dem Kind Sicherheit in seinem Handeln und verringert Unsicherheiten im Bereich Mehrsprachigkeit. Im Vordergrund steht hierbei die Reflexion des eigenen Sprachverhalten inklusive Schriftsprache (Ausdruck, Wortwahl, Vielfalt an Wörtern). Die Kommunikation mit Eltern und Kindern wird auf allen Ebenen, sowohl verbal als auch nonverbal gefördert. Das Team ist stets geduldig, bezieht das Kind in den Alltag ein und lässt es daran Teil haben. Hierbei hat die Beziehungsarbeit Vorrang vor dem Spracherwerb. 2. Kind und Familie Die Muttersprache der jeweiligen Familie hat in der Einrichtung einen wichtigen Stellenwert. Im Eingangsbereich hängen Begrüßungschilder in den verschiedenen Sprachen, die in der Einrichtung vorhanden sind. Im Morgenkreis oder an Festen werden Lieder in unterschiedlichen Sprachen gesungen. Im Alltag nehmen sich die Teamitglieder Zeit für den Austausch von Informationen. Für Elterngespräche wird ein Dolmetscher eingesetzt. Hierfür gibt es einen speziellen Dolmetscherpool der Stadt Aschaffenburg. Die Kontaktperson ist Frau Cifci. Wir nutzen die Ressourcen der Eltern und beziehen Wissen und Fähigkeiten in den pädagogischen Alltag ein (Unterstützung bei Projekten und Lernwerkstätten, Mitgestaltung von verschiedenen Festen, Kennenlernen von Liedern, Büchern und Spielen aus dem Herkunftsland).
3. Gruppe Das Gruppenpersonal ist sich der Situation des jeweiligen Einzelnen bewusst und geht sensibel darauf ein. Durch das Interesse an der Muttersprache (Gegenstände, Zahlen, Worte) des Kindes, wird auch das Intersse des Kindes an der jeweiligen Sprache geweckt. Die Erzieher finden einen Konsens, sowohl die Muttersprache zuzulassen, als sich auch in gemeinsamen Gesprächsrunden in der deutschen Sprache zu verständigen. So wird verhindert, dass keine gegenseitige Ausgrenzung entsteht. Es werden Patenschaften gebildet, die dem Kind das Ankommen in der Gruppe erleichtern. In der Anfangszeit herrschen klare Regeln und Rituale, die dem Kind Struktur in der neuen Umgebung ermöglichen. Im Kindergartenalltag werden verschiedene Medien eingesetzt, um die Kommunikation zu erleichtern. Wortschatzbilder Zweisprachige Bilderbücher Lieder in verschiedenen Sprachen Bilder/ Poster zur Sprachanregung (verschiedene Themenfelder) 5. Phonologie Die Kinder sind in der Lage zu erkennen, dass Sätze aus Wörtern, Wörter aus Silben und Silben aus Lauten aufgebaut sind Die Kinder sind in der Lage zu erfassen, was der erste Laut eines Wortes ist, wie es endet und dass manche Wörter sich reimen Die Kinder erkennen Lautstrukturen und verinnerlichen Diese Kontinuierliche Begleitung und Schulung der Sprache durch die pädagogischen Fachkräfte Freude am Experimentieren mit der Sprache wecken 1. Definition Phonologische Bewusstheit: Als Phonologie wird die Lautlehre bezeichnet. Sie untersucht z. B. welche Laute es gibt, welche Lautklassen bedeutungsunterscheidend sind und nach welchen Regeln die Lautkombination erfolgt. Das Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit (Haus vs. Maus) Lautklasse: Menge von Lauten, die ein oder mehrere Merkmale oder Eigenschaften teilen
2. Inhalte: Im Kindergarten Schwalbennest beginnt die phonologische Bewusstheit bereits mit dem Eintritt in den Kindergarten. Lausch und Reimspiele sind wichtige Bausteine der pädagogischen Arbeit und werden in den Alltag integriert. Mit den zukünftigen Schulkindern werden die Bereiche, Wörter in Silben trennen, Silben zu Wörtern verbinden und die Lautanalyse, spezifisch behandelt und vertieft. Wörter klatschen Spiele zur Geräuschwahrnehmung Hören, Lauschen, Lernen Ratz, fatz Ratzolino etc. 3. Umsetzung: Integration in den Alltag (Morgenkreis, Abschlusskreis) Einbeziehen in die Freispielzeit Gezielte Aktivitäten Vertiefung in der Lernwerkstatt Schule Projekte und Lernwerkstätten Genaue Beobachtung der sprachlichen Fertigkeiten des Kindes