Assessment im Case Management

Ähnliche Dokumente
CM ist ein Konzept der Individualhilfe. Case Management Basics. Was ist diesen Bereichen gemeinsam? Funktionen des Case Managers

Case Management in der Krankenhaussozialarbeit. Das doppelte Mandat

Inhalt. Glemser

Das ExpertInnenproblem

Peter Pantucek: Materialien zu diagnostischen Verfahren, 2005

Lebensqualität im Mittelpunkt Der Beitrag Sozialer Diagnostik

Integration sozialarbeiterischer Kompetenz in die stationäre Psychotherapie ein notwendiger Schritt zum Gelingen von Psychotherapie

Qualität in der Langzeitpflege aus Sicht der pflegebedürftigen Menschen

Pflegeprozess. Instrument professioneller Pflege

Netzwerkdiagnostik - Netzwerkkarte 1

Durchführung und eigene Bewertung. 1. Ihre Organisation

Einleitung. Lebensqualität. Psychosomatik. Lebensqualität bei Contergangeschädigten Kruse et al. Abschlussbericht Bundesstudie 2012

Netzwerkkarte. Bullinger/Nowak (1998:175), Jansen (1999:123) und Müller M. (2003:70). --- Seite

Interdisziplinäres Case Management im Krankenhaus DIEPLINGER ANNA

Ilse Arlt Institute on Social Inclusion Research. Die Netzwerkkarte. Peter Pantuček

Welches Wissen brauchen wir?

Vorwort Vorwort zur dritten Auflage Inhaltsverzeichnis Einleitung... 15

Kompetenzfeststellung und Kompetenzentwicklung

Vorwort 5. 1 Einleitung 13

Multiperspektivische Fallarbeit

Gendersensible Burschenarbeit

Gesundheit Gerechtigkeit - Politik. Prof. Dr. Rolf Rosenbrock. Wiener Gesundheitspreis Festsaal Wiener Rathaus 18. September 2017

Soziale Diagnostik theoretische Grundlagen Prof. Dr. Dieter Röh

Niedrigschwelligkeit als sozialräumliches Prinzip Teilhabe durch Ausbildung, Qualifizierung oder Arbeit

Organisationen, Träger und Institutionen der Sozialen Arbeit Sommersemester 2017

Die Rolle der Sozialen Arbeit international am Beispiel der USA

Die Familienzentrierte Pflege Das Calgary- Modell. Zusammenfassung nach dem Handbuch der Familienzentrierten Pflege

Der Arbeitsbewältigungsindex ABI Work Ability Index WAI

Nichtärztliche Gesundheitsberufe. Welche Rolle spielen sie in der Zukunft?

Krankenhaus-Sozialarbeit und Primärversorgung. Veronika Böhmer Tom Schmid Ilse Arlt Symposium 2017

Das Konzept Case Management. Lukas Leber

IP Neu - Berufliche Rehabilitation. SC Mag. Roland Sauer November 2014

Individuelle Hilfeplanung Rheinland-Pfalz Bogen 1 (Bogen I)

Ver-rückte Perspektiven

Winfried Noack. Sozialpädagogik Ein Lehrbuch. Lambertus

Beratungsstelle Extremismus. Beratung, Intervention und Prävention

Betriebliches Gesundheitsmanagement als Überlebenshilfe in Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe

Netzwerk integrierte - Gesundheitsversorgung

Mit der Diagnose umgehen lernen: Stigma-Coping und Recovery

Biologische Ebene Genetische Belastung Geburtsprobleme Neurologische Beeinträchtigungen

Warum Inklusion? Und mit welchem Ziel? Gliederung. 1. Inklusion zur Situation in Sachsen

Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit in der Schule

Diversity Management in der Sozialen Arbeit aus theoretischer und praktischer Perspektive

Die ICF als Chance für Personenzentrierung und Sozialraumorientierung

Stärkenorientiertes Case Management - wie geht das?

Zur Methodologie klinischer Sozialer Arbeit. Auf dem Weg zu einer konsolidierten professionellen Wissensbasis?

Einstellung von Mitarbeitern

Ergebnisse der 3. Tagung Wege aus der Essstörung

Forschungsergebnisse: Bedingungen und Prinzipien gelingender Kooperation

Seminarkonzept zur Reflexion von Eignung & Neigung

Blickwinkel und Reichweiten von Sozialdiagnostik: , der Einzelne, die Familie, die Gruppe, das Netzwerk, der Sozialraum,

Helfen macht müde - was macht wieder munter?

Tod und Sterben. Joachim Wittkowski. Ergebnisse der Thanatopsychologie. Quelle & Meyer Heidelberg

Vorwort 11. Hinweise zum Gebrauch dieses Buches 13

Sterbeorte in unserer Gesellschaft: Ideal und Wirklichkeit

Prof. Dr. Ruth Schwerdt Fachhochschule Frankfurt am Main. Visionen zur Qualitätsentwicklung der pflegerischen Versorgung im Rahmen von APN und ANP

Würde: die spirituelle Innenseite

Wege der Ressourcendiagnostik in der Sozialen Arbeit

Shell Jugendstudie Business Breakfast,

Aufgabe Lesen Sie den beiliegenden Fall und bearbeiten Sie diesen anhand der folgenden Fragen und Aspekte. Sie haben insgesamt 90 Minuten Zeit.

Jorge Montoya-Romani Berater & Trainer «Interkulturelles Lernen»

Keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit - 10 Folien zum 10. Geburtstag am

Die Psychologie des Beratungsgesprächs - typische Hürden überwinden -

Nicht genutzte Chancen - Underachievement

EIN GANZHEITLICHER UND PRÄVENTIVER ANSATZ ZUM ERHALT DER GESUNDHEIT VON EINSATZKRÄFTEN

BGM UND PRÄVENTION ANGEBOTE FÜR IHR UNTERNEHMEN

Inhaltsverzeichnis. Teil I Vorwort Einleitung... 13

Unerwartete Abbrüche von Pflegeverhältnissen im Kinderund Jugendalter Break Down in Foster Care

Soziale Netzwerke und Massenmedien

Workshop Nr Raum: OVR A022

ÄLTER WERDEN. MENSCH BLEIBEN.

Ist sich heute jeder selbst der Nächste? Soziale Beziehungen und Einsamkeit im Wandel

Trends und neue Zielgruppen Mitgliederorientierung als Wettbewerbsvorteil für Genossenschaften

Ulrich Schmidt-Denter. Soziale Entwicklung. Ein Lehrbuch über soziale Beziehungen im Laufe des menschlichen Lebens. 2. Auflage

Zukunftsmodelle Gemeindepsychiatrie im Netzwerk Modell EX-IN Bremen. Jörg Utschakowski Psychiatriereferent

Neue Herausforderungen für Professionelle im Eingliederungsmanagement

Individuelle Bedarfsermittlung gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigungen auf Basis der Methodik Kooperative Prozessgestaltung

Schulsozialarbeit. Schule Wehntal Primarschule Mammutwis. Mittwoch, 15. Mai 13

kollegiale Hospitation aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen Ein kollegiales Projekt an der Gesamtschule Ebsdorfer Grund

Die Entwicklung von Richtlinien zur Zertifizierung von Case ManagerInnen (ÖGCC) Ein Beitrag zur Qualitätssicherung im Case Management

Das Modell Buurtzorg in den Niederlanden Was können wir lernen?

Case Management im Praxisfeld der JMD

Organisationales Arbeitsvermögen Bedingung für Beschäftigungsfähigkeit in einer turbulenten Arbeitswelt

Diskriminierung Was ist das?

Mehr Bildung mehr Qualität?

Fachfrau Betreuung EFZ Fachmann Betreuung EFZ

Wandel der Arbeit Wandel des Kompetenzprofils der Sifa?

Transkript:

ÖGCC-Tagung 28.11.2008, Graz Assessment im Case Management

Vorbemerkungen aus Peter Pantucek (2005): Soziale Diagnose. Herkunft Kritik Anwendung (Vortrag)

Vorbemerkungen Soziale Arbeit orientiert sich an Fällen Fall in der Sozialarbeit = Person in Situation / Person in Umwelt Passung zwischen Staat, Lebensfeld und Alltagsleben der KlientInnen Vermittlungsrolle Sozialer Arbeit

Vorbemerkungen Fallprobleme Fälle sind komplex und überdeterminiert. Es gibt viele richtige Erklärungen für Fallprobleme. Ein Problem ist oft das Symptom eines anderen Problems. Am Problem und an der Lösung sind mehrere AkteurInnen beteiligt. Das, was für die eine Person ein Problem ist, kann für eine andere Person die Lösung sein. Das, was als Problem bezeichnet wird, ist ein Konstrukt sozialer Übereinkunft.

Vorbemerkungen Assessment und Diagnose finden in interaktionellem Prozess statt. Diagnosen sind keine objektiven Bestimmungen von Problemen, Störungen, Krankheiten. Diagnosen als Übereinstimmung von (vorher) definierten Kriterien und Beobachtungen. Diagnose als Arbeitshypothesen und Konstrukte von ProfessionistInnen. Diagnostizierende Person ist Beteiligte im Prozess der Konstruktion von Problemen und Lösungsoptionen.

Prinzipien eines Social Work Case Managements NutzerInnenorientierung Sozialökologische Perspektive Bedürfnisorientierung Ressourcenorientierung Multiperspektivische Orientierung Reflexive Orientierung

Ebenen des Assessments 5 Säulen der Identität nach Hilarion Petzold Arbeit und Leistung (Ausbildung, Erwerbsarbeit, Beschäftigung, Freizeit, Hobbies etc.) Materielle Sicherheit und Einkommen (Gehalt, Bezüge nach dem ALVG, Schulden, Wohnsituation) Leib / Gesundheit (psychische, physische, mentale Gesundheit) Soziale Beziehungen (Familie, Freundschaften, Vereine, NachbarInnen, KollegInnen etc.) Werte ( Glaubenssätze, Einstellungen, Religiösität, rechtliche Situation)

Assessmentbögen

Assessmentbögen

Verfahren Sozialer Diagnose Netzwerkanalyse I Größe Dichte Reichweite Stabilität Offenheit Cluster Zentralität Anzahl der Personen Vorhandene zu möglichen Beziehungen Soz. Zusammensetzung, Homogenität vs. Heterogenität Konstanz im Zeitablauf Verbindung zu anderen Netzwerken dichtere Gebiete im Netzwerk Radialstruktur vs. Vollstruktur Gerhadter, Gabriele (2001). Netzwerkorientierung in der Sozialarbeit. Eine überblicksartige Zusammenstellung zu Soziale Netzwerke und Organisationsnetzwerke.

Verfahren Sozialer Diagnose Netzwerkanalyse II Art: (Nachbarschaft, Freundschaft, ArbeitskollegIn etc.) Reziprozität und mögliche Hierarchien Häufigkeit und Dauerhaftigkeit Inhalt: Waren, Dienste, Informationen, praktische Hilfen multiplexe vs. uniplexe Beziehungen direkte und indirekte Kontakte starke und schwache Beziehungen Gerhadter, Gabriele (2001). Netzwerkorientierung in der Sozialarbeit. Eine überblicksartige Zusammenstellung zu Soziale Netzwerke und Organisationsnetzwerke.

Netzwerkkarte I FreundInnen, Bekannte Familie Kollegiale Beziehungen Professionelle HelferInnen

Netzwerkkarte II FreundInnen, Bekannte Familie Kollegiale Beziehungen Professionelle HelferInnen

Netzwerkkarte III FreundInnen, Bekannte Familie Kollegiale Beziehungen Professionelle HelferInnen

Netzwerkkarte IV FreundInnen, Bekannte Familie Kollegiale Beziehungen Professionelle HelferInnen

Netzwerkkarten Beginn der Betreuung 4 Mon. nach Aufnahme 8 Mon. nach Aufnahme 24 Mon. nach Aufnahme

Biografischer Zeitbalken

Inklusions-Chart

Assessment bestehender Angebote Umgang mit KlientInnen Lernende Organisation? Diversity Management? Kapazitäten f. Kooperation? Kommunikationsstrukturen Availiability Verfügbarkeit Qualifikation d. MAInnen Qualitätssichernde Maßnahmen? Dauerhaftigkeit d. Angebote Adequacy - ausreichend 5 A s of assessing Appropriateness - passend professional care Accessibility Erreichbarkeit Acceptability Annehmbarkeit Nach Moxley, David (1989). The Practice of Case Management. Newbury Park, California. S 50fff

Schlussbemerkungen Assessment ist keine zeitlich eindeutige begrenzbare Phase des Case Managements. Assessment ist Intervention. Interventionen sind zu setzen, auch wenn wir noch nicht alles über die KlientIn wissen. Interventionen liefern für Assessment relevante Informationen. Assessment braucht standardisierte Instrumente zur systematischen Erhebung von Informationen.

DANKE FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT Kontakt goger@tgt.co.at lbgoger@fh-stpoelten.ac.at