Die Multimodale Parkinsonkomplexbehandlung

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Transkript:

Die Multimodale Parkinsonkomplexbehandlung Carolin Stöber Parkinson Nurse Dr. Michael Ohms - Oberarzt Stadthalle Hiltrup 20.05.2015

Ziel der Komplexbehandlung für Parkinsonpatienten ist es, die Patienten mit allen zur Verfügung stehenden konservativen Möglichkeiten auf ein besseres Niveau hinsichtlich ihrer motorischen und nicht-motorischen Störungen zu heben, um das Erreichte anschließend im Rahmen ambulanter Weiterbehandlung möglichst lange aufrechtzuerhalten.

Wer kann von der Komplexbehandlung profitieren? Erkrankungen mit starken Wirkungsschwankungen Bei Beschwerden, die nicht auf L-Dopa reagieren Bei Beschwerden, die zu Hause schwer zu beeinflussen sind Vorteil: Individuell angepasste Therapieplanung

Wer ist beteiligt? Multiprofessionelles Team: Fachärzte für Neurologie, ggf. aber auch anderer Disziplinen wie Urologie, Innere o.ä. Pflegekräfte Parkinson Nurse Physiotherapeuten Ergotherapeuten Logopäden Rehabilitativer Ansatz mit Effekten auf motorische Störungen und Lebensqualität

Komplexbehandlung: Die Details Auf mindestens 14 Tage ausgerichtete Behandlung 7,5 Behandlungsstunden pro Woche Medikamentöse Feineinstellung, die alle motorischen und nicht-motorischen Symptome berücksichtigt. In Absprache mit dem weiterbehandelndem Arzt kommen im Einzelfall alle Pumpentherapien zum Einsatz, die im Rahmen des stationären Aufenthalts auf ihre Wirksamkeit getestet werden. Die Einstellungen werden schrittweise verändert und der Patient und die Angehörigen in der Handhabung durch die Parkinson Nurse geschult. Gegebenenfalls wird eine Weiterbetreuung organisiert.

Die Details Hilfsmittel werden angepasst und die häusliche Versorgung durch den Sozialdienst optimiert Regelmäßige Patientenveranstaltungen Vermittlung von Kontakten zu Selbsthilfegruppen der Deutschen Parkinson Vereinigung (DPV) In der Regel kann die Lebensqualität zumindest vorübergehend deutlich verbessert und Angehörige entlastet werden. Nicht selten wird sie bedarfsweise (z. B. einmal pro Jahr) wiederholt und die Therapie dem Erkrankungsverlauf angepasst.

Ablauf der Behandlung: 1. Tag: Ärztliche und pflegerische Aufnahme, Erstkontakt mit der Parkinson Nurse, Basisdiagnostik wie CCT, EKG, Labor und individuell notwendige Zusatzdiagnostik 2. Tag: Besprechung der individuellen Probleme, Maßnahmen und Ziele und Beginn jeder einzelnen Therapie (Physiotherapie, physikalische Therapie, Ergotherapie, Logopädie, ggf. Sozialdienst) 3. Tag: Therapien nach Stundenplan Tag vor der Entlassung: Abschlussgespräch/- untersuchung mit der Parkinson Nurse Montag-Freitag: Täglich ärztliche Visiten und Gespräche mit der Parkinson Nurse Wöchentliche Teamsitzung im multiprofessionellen Team, um Probleme, Ziele, Maßnahmen, Ergebnisse des Betroffenen zu besprechen

Der Stundenplan

UPDRS Unified Parkinson`s Disease Rating Scale Kognitive Fähigkeiten, Stimmung und Verhalten ATL (alltägliche Dinge des Lebens) Motorische Untersuchung Komplikationen der Behandlung

Tagesmüdigkeit und Schlafattacken

Patientenfragebogen: Der Patient hat das Wort... Zu Beginn der Therapie gemeinsame Bearbeitung eines Fragebogens zu vielen möglichen Beeinträchtigungen wie: Schmerzen Blasenstörungen Verstopfung Schwindel, vor allem im Stehen Müdigkeit Sprechen, Speichelfluss, Kauen und Schlucken Ankleiden, Körperpflege Hobbies Motorische Einschränkungen

Schluckstörungen bei M. Parkinson 50% aller Parkinsonpatienten entwickeln Schluckstörungen, eine Neurogene Dysphagie Zumeist in fortgeschrittenen Stadien, selten als erstes Symptom Störungen oft vom Pat. nicht selbst wahrgenommen Bei apparativen Untersuchungen 50% aller beschwerdefreien Patienten mit Auffälligkeiten Bei 20% der Patienten mit vermehrtem Speichelfluss gelangt Speichel in den Kehlkopf und die Luftröhre Pat. mit Schluckstörungen leiden häufiger unter Angstzuständen und Depression

Diagnostische und Therapeutische Optionen Risikofragebogen Logopädische Untersuchung inkl. Essensadaption Fiberoptische endoskopische Untersuchung des Schluckakts (FEES) Logopädische Behandlung mit Übung kompensatorischer Maßnahmen Optimierung der Medikamenteneinnahmezeiten in Bezug auf die Mahlzeiten Kleinere Einzelportionen mehrmals tgl. Ernährung mittels Sonde

FEES

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!