Die Nachkriegsjahre 1945 1949 Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 08. Mai 1945 war bereits klar, was mit Deutschland passieren wird. Bereits vor Ende des Krieges trafen sich die Führer der Alliierten - Roosevelt (Präsident der USA), - Churchhill (Großbritannien) und - Stalin (Diktator der Sowjetunion) von 28.11. 01.12.43 zur Konferenz von Teheran um über das weitere Schicksal von Deutschland zu beraten. Es wird die Entscheidung getroffen Deutschland nach Kriegsende in Besatzungszonen der Alliierten aufzuteilen. Konferenz von Jalta: Am 04. Februar 1945 begann ein weiteres Treffen der großen Drei auf der Konferenz von Jalta. Frankreich wurde zwar zu dieser Konferenz nicht eingeladen, machte aber den Anspruch auf Beteiligung an der Besetzung geltend. So kam es dann auch. Es wurde vereinbart Deutschland in 4 Besatzungszonen aufzuteilen weil Churchill entgegen dem Willen von Stalin darauf drängte das Frankreich an der Besetzung beteiligt wird. Die Hauptstadt Berlin wird ebenfalls in 4 Sektoren aufgeteilt. Am 5. Juni 1945, also ca. 1 Monat nach der Kapitulation haben dann die Oberbefehlshaber der Siegermächte Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich in Berlin die "Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands" unterzeichnet und übernehmen damit die "Oberste Regierungsgewalt in Deutschland". Jede der vier Mächte übernimmt für ihre Zone die alleinige Verantwortung. Alle Angelegenheiten, die Deutschland als Ganzes betreffen, sollten durch einen Alliierten Kontrollrat entschieden werden, der sich aus den vier alliierten Militärgouverneuren zusammensetzt. (Folie Besatzungszonen) Potsdamer Konferenz: Im August 1945 trafen sich die Führer der Siegermächte Churchill, Truman (Roosevelt ist derzeit verstorben) und Stalin in Potsdam zur Potsdamer Konferenz wieder und beschließen das Potsdamer Abkommen. Inhalte waren: eine völlig Abrüstung, Entmilitarisierung Deutschlands, Entnazifizierung, Verurteilung von Kriegsverbrechern, Demokratisierung, Neuaufbau einer dezentralisierten deutschen Verwaltung. file:///d /Refs/_To%20Do/13_01_06/Tag%201/DieNachkriegsjahre1945-1949.html (1 von 5)03.03.2006 09:38:56
Die wirkliche Besatzungspolitik der westlichen und der sowjetischen Besatzer unterschied sich jedoch sehr. Im Westen ist ein eigenständiger wirtschaftlicher Neubeginn und die Demokratisierung nach westlichem Vorbild das Ziel, im Osten die Zentralisierung nach sowjetischen Vorbild und ein Kommunistisch geprägtes Gesamtdeutschland. Um einen demokratischen Aufbau zu gewährleisten, haben die westlichen Besatzungsmächte eine langsame Stufenweise Entwicklung von unten nach oben favorisiert. So bestand in den Besatzungszonen ein von den Militärregierungen ausgesprochenes Verbot jeglicher Politischer Betätigung. Doch schon bald haben sich Sozialdemokraten, Kommunisten, Liberale und Christdemokraten wieder gefunden. Bereits im Juni wird die Rheinische CDU in Köln wiedergegründet. Es folgen die Neugründungen der CDU, SPD, FDP, KPD in allen anderen westlichen Besatzungszonen, sowie die Gründung der CSU in Bayern noch im Jahr 1945. Im April 1946 schließen sich in der Sowjetischen Besatzungszone die SPD und die KPD auf massiven Druck der Besatzungsmacht zur SED (Soziale Einheitspartei Deutschlands) zusammen, die dort zunehmend die politische Führungsrolle für sich beansprucht. Gründung der deutschen Länder: Nachdem die Nationalsozialisten das Deutsche Reich in einen zentralistischen Einheitsstaat umgewandelt hatten, setzen die westlichen Besatzungsmächte eine föderative Struktur durch. Machtkonzentration und - mißbrauch sollen damit verhindert werden. In allen Zonen werden 1945/46 durch Verordnungen der Militärregierungen neue Länder geschaffen. Die Einteilung des deutschen Gebiets in Länder erfolgt größtenteils völlig neu. Nur wenige Länder, wie Bayern, Sachsen oder die Hansestädte Hamburg und Bremen, sind historische Gebilde. Alle anderen Länder sind dagegen Neuschöpfungen. (Folie Länder) Am 29.10.1946 findet die erste Deutsche Nachkriegsvolkszählung statt. Die Gesamtbevölkerung beträgt 65,9 Millionen, davon sind bedingt durch die Kriegsopfer nur 29,3 Millionen Männer und 36,6 Millionen Frauen. Zusammenschluss Bizone: Im Dezember 1946 beginnt einer der kältesteten Winter in Europa. Eis und Schnee haben den Verkehr zu Wasser, zu Lande und zu Luft größtenteils auf Eis gelegt. Dadurch ist es zu immer größer werdenden Versorgungsschwierigkeiten gekommen. Die Lebensmittelvorräte sind teilweise auf den Bestand für nur noch drei Tage gesunken. Also Folge davon haben sich die Amerikanische und die file:///d /Refs/_To%20Do/13_01_06/Tag%201/DieNachkriegsjahre1945-1949.html (2 von 5)03.03.2006 09:38:56
Britische Besatzungszone am 01.01.1947 zur Bizone zusammengeschlossen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren aber nicht der einzige Grund für einen Zusammenschluss der Besatzungszonen. Auch die Angst vor der Ausbreitung des Kommunismus im wirtschaftlich kaputten Deutschland haben dabei eine große Rolle gespielt. Frankreich ist aufgefordert worden der Bizone beizutreten, hat aber abgelehnt und gemeinsam mit der Sowjetunion gegen die Errichtung protestiert. Am 20.04.1947 finden in der Britischen Besatzungszone erstmals Landtagswahlen statt. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen bekommt die SPD die Mehrheit der Stimmen. In Nordrhein-Westfalen siegt die CDU. Am 05. Juni 1947 hat der Amerikanische Außenminister Marshall bei einer Rede an der Harvard Universität European Recovery Program den sog. Marshallplan vorgeschlagen. Dieser ist ein Programm der den wirtschaftlich kaputten Europäischen Ländern wieder auf die Beine helfen soll und auch die Ausbreitung des Kommunismus verhindern soll. Einzige Voraussetzung war, dass sich die Länder auf einen gemeinsamen Wirtschaftsplan einigen. Bei der Marshallplan- Konferenz im Juli 1947 nehmen 16 europäische Staaten teil. Die ebenfalls eingeladenen osteuropäischen Länder müssen ihre Teilnahme unter dem Druck der Sowjetunion jedoch absagen. Londoner Sechsmächte-Konferenz: Vom 23.02.1948 bis zum 06.03.1948 findet die erste Sitzungsperiode der Londoner Sechsmächtekonferenz statt, zu der die Sowjetunion nicht eingeladen wird: Die drei Westalliierten und die Benelux-Staaten empfehlen die Schaffung eines bundesstaatlichen Systems in Westdeutschland sowie dessen Einbeziehung in den Marshallplan und die Ruhrkontrolle. Am 17.03.1948 schließen Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Staaten das erste europäische Nachkriegsbündnis, den Brüsseler Vertrag. Diese "West- Union" richtet sich erstmals gegen die Politik der UdSSR und nicht mehr gegen Deutschland. Am 20.03.1948 verlässt der sowjetische Militärgouverneur Sokolowski den Alliierten Kontrollrat aus Protest gegen die Empfehlungen der Londoner Sechsmächtekonferenz und die Gründung der "West-Union". Damit endet die gemeinsame Verwaltung Deutschlands durch die vier Siegermächte. Um den wirtschaftlichen Wiederaufbau und vor allem den Marshallplan zu verwirklichen war es nötig, die wertlos gewordene Reichsmark durch eine neue Währung zu ersetzen. Die von den USA schon längere Zeit geplante Währungsreform wird am 20.06.1948 verwirklicht. In den westlichen Besatzungszonen wird die Deutsche Mark eingeführt. Jeder Bürger erhält 40 DM Kopfgeld. Berlin-Blockade: Die Sowjetunion reagiert auf die Währungsreform mit einer eigenen Währungsreform in ihrer Zone am 23. Juni. Stalin hatte zu diesem Zeitpunkt längst erkannt, dass eine Westzonenrepublik wohl nicht mehr aufzuhalten ist. Ein letzter Versuch diese zu verhindern war die Berlin Blockade. file:///d /Refs/_To%20Do/13_01_06/Tag%201/DieNachkriegsjahre1945-1949.html (3 von 5)03.03.2006 09:38:56
Diese folgte einen Tag nach der Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone. Am 24. Juni wurde auf Befehl der Sowjetischen Militäradministratur der Gesamte Interzonenverkehr von und nach Berlin eingestellt. Sämtliche Land- und Wasserwege zwischen den Westzonen und West-Berlin wurden blockiert. Da hat sich natürlich die Frage gestellt wie man die 2,1 Millionen Menschen in West-Berlin weiter versorgen kann. Zu diesem Zeitpunkt waren noch Lebensmittelreserven für 36 Tage und Kohle für 45 Tage vorhanden. Allein der westliche Teil der Großstadt Berlin benötigte täglich 3440 Tonnen an Nahrungsmittel und Brennstoff. Da Berlin wie eine Insel in einem fremden Machtbereich lag, gab es nur eine Möglichkeit um die West-Berliner dennoch weiter zu versorgen. Die Versorgung durch die Luft. Am 30. Juni ist in West-Berlin die erste Maschine gelandet und brachte 10 Tonnen Lebensmittel. Am Tag darauf waren es schon 10 Maschinen mit 100 Tonnen. So steigerten sich die Mengen immer weiter. Im Frühjahr 1945 war man bei einer Tageszufuhr von 8000 Tonnen. Alle 63 Sekunden ist eine Maschine, jeweils verteilt auf die Flughäfen Tempelhof, Gatow und Tegel gelandet. Das Landen Ausladen - Starten war derart perfektioniert, dass ein Flugzeug das nur um einen Meter den Landeplatz verfehlte oder um Sekunden die Landezeit überschritt wieder umkehren musste und sich hinten anstellen musste. Durch den zähen Durchhaltewillen der Westberliner und der großen Unterstützung der Westmächte scheitert die Blockade schließlich und wird am 12. Mai 1945 aufgehoben. Kurz nach dem Beginn der Berlin-Blockade werden 01. Juli 1948 die Frankfurter Dokumente an die Ministerpräsidenten der Westdeutschen Länder übergeben. Wie auf der Sechsmächte-Konferenz beschlossen sehen sie die Bildung eines Westdeutschen Staates vor und beauftragen die Ministerpräsidenten mit der Bildung einer Verfassungsgebenden Versammlung. Aus Angst die Deutsche Teilung noch weiter zu vertiefen wollen die Ministerpräsidenten nur einen Provisorischen Staat gründen. Deshalb berufen sie anstatt einer Nationalversammlung einen Parlamentarischen Rat ein, der anstatt einer Verfassung ein Grundgesetz als Provisorium erarbeitet. Bereits im August 1946 erarbeitet ein von den Ministerpräsidenten berufener Ausschuss auf der Insel Herrenchiemsee die Richtlinien für ein Grundgesetz (sog. Verfassungskonvent von Herrenchiemsee) Der Parlamentarische Rat, bestehend aus 65 stimmberechtigten Mitgliedern die zuvor von den Länderparlamenten gewählt wurden hat sich zum ersten mal am 01.09.48 getroffen haben. Präsident des Parlamentarischen Rates war Konrad Adenauer. Am 08. April 1945 findet in Washington die Deutschlandkonferenz der drei Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich statt. Dabei wurde beschlossen die Bi-Zone mit dem Beitritt Frankreichs zur Tri-Zone zu erweitern. Am 8. Mai 1949 wird das Grundgesetz mit 53 gegen 12 Stimmen von den Abgeordneten des Parlamentarischen Rats angenommen. Die Besatzungsmächte haben ebenso zugestimmt wie die Länderparlamente - mit file:///d /Refs/_To%20Do/13_01_06/Tag%201/DieNachkriegsjahre1945-1949.html (4 von 5)03.03.2006 09:38:56
Ausnahme Bayerns. Da jedoch zwei Drittel der Länder zur Annahme des Grundgesetzes ausreichen, tritt es auch in Bayern in Kraft. Am 23. Mai 1949 wird es in Bonn feierlich verkündet und unterzeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland war somit gegründet. Ein eigener Demokratischer Staat brauch natürlich auch eine eigene Regierung. Deshalb haben am 14. August 1945 die Wahlen zum 1. Deutschen Bundestag stattgefunden. Spitzenkandidat der beiden großen Volksparteien waren damals Konrad Adenauer von der CDU und Kurt Schumacher von der SPD. Bei einer Wahlbeteiligung von 78,5% siegte die CDU mit einer Knappen Mehrheit von 31% vor der SPD mit 29,2%. Die FDP erreichte 11,9%, die KPD 5,7%, die Bayernpartei 4,2% und die Deutsche Partei (DP) 4%. Von insgesamt 402 Sitzen im Bundestag erreichte die CDU/CSU 139 Sitze, die SPD 131, die FDP 52, DP und Bayernpartei je 17 und die KPD 15 Jetzt da der Bundestag gewählt war, konnten auch der Bundespräsident und der Bundeskanzler gewählt werden. Die Bundesversammlung trat erstmals am 12. September zusammen und wählte im zweiten Wahlgang Theodor Heuss (FDP) zum 1. Bundespräsidenten. 3 Tage später wurde der Kanzlerkandidat der CDU, Konrad Adenauer, mit einer Koalition aus CDU/CSU, FDP und DP am 15. September 1945 von der absoluten Mehrheit der Bundestagsabgeordneten mit einer einzigen Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler gewählt. Adenauer war zu diesem Zeitpunkt bereits 69 Jahre alt. Sein Arzt hat im damals gesagt ein bis zwei Jahre könne er das schwere Amt des Bundeskanzlers noch ausüben. Er war dann Bundeskanzler bis 1963, also 14 Jahre. Auf die Frage ob er sich auch selbst gewählt hatte antwortete er: Selbstverständlich, etwas anderes wäre mir als Heuchelei vorgekommen. file:///d /Refs/_To%20Do/13_01_06/Tag%201/DieNachkriegsjahre1945-1949.html (5 von 5)03.03.2006 09:38:56