Horst W. Opaschowski, Feierabend?

Ähnliche Dokumente
Wolfgang Clemens Ältere Arbeitnehmer im sozialen Wandel

Politische Ökonomie der Gewalt

Heinz-Jürgen Axt EU -Strukturpolitik

Monika Alisch Soziale Stadtentwicklung

Armut und Kindheit. Christoph Butterwegge Karin Holm Barbara Imholz. Michael Klundt Caren Michels Uwe Schulz Margherita Zander Matthias Zeng

Andreas Kapphan Das arme Berlin

Andreas Wernet Einführung in die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik

Kurt Franke (Hrsg.) Demokratie Lernen in Berlin

Rechtsextremismus und N eue Rechte in Deutschland

Familienformen im sozialen Wandel

Ralf Bohnsack Rekonstruktive Sozialforschung

Gabriele Niepel Soziale Netze und soziale Unterstützung alleinerziehender Frauen

Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen

Händle/Oesterreich/Trommer Aufgaben politischer Bildung in der Sekundarstufe I

Albach / Merkle / Jacob / Müller Werte und Unternehmensziele im Wandel der Zeit

Doris Dickel Einwanderungs- und Asylpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland

Dieter Steiner (Hrsg.) Mensch und Lebensraum

Alexandra Größ Aufbruch in ein neues Währungszeitalter

Veronika Koch Erwachsenengerichtshilfe

Gentechnik geht uns alle an!

Benjamin-Immanuel Hoff Länderneugliederung

Wahlen in postsozialistischen Staaten

Steffen Wenzel Streetball

Flexible Arbeitssysteme im Maschinenbau

Aufwachsen und Lernen in der Sozialen Stadt

Illegale Migration und transnationale Lebensbewältigung

Iris Nentwig-Gesemann Krippenerziehung in der DDR

Margitta Kunert-Zier Erziehung der Geschlechter

Strukturpolitik zwischen Tradition und Innovation - NRW im Wandel

Prof. Dr. Eugen Klunzinger. BGB: Grundlagen

McNeil Die Kraft im Zentrum

Gabriele Niepel Alleinerziehende

William K. Frankena. Ethik. Eine analytische Einführung 6. Auflage

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure

Christian J. Jäggi. Migration und Flucht. Wirtschaftliche Aspekte regionale Hot Spots Dynamiken Lösungsansätze

Demokratie in einer globalen Welt

Die Zukunft von Nationalstaaten in der europäischen Integration

Planung der Materialbereitstellung in der Montage

Hahn/Schön Arbeitslos - Chancenlos?

Hans-Joachim Lauth Gert Pickel Christian Welzel (Hrsg.) Demokratiemessung

Bürgerschaftliebes Engagement und Zivilgesellschaft

Bibliotheca Zelteriana

Vom Elfenbeinturm zur Fußgängerzone: Drei Jahrzehnte deutsche Museumsentwicklung - Versuch einer Bilanz und Standortbestimmung

Geyer Kredite aktiv verkaufen

Witt Verkaufsmanagement

Eiermann. Fallsammlung Steuerlehre I Buchführung

Bärbel von Borries-Pusback Keine Hochschule für den Sozialismus

Grundlagen der doppelten Buchführung

Wirtschaftliche Unternehmensführung im Architektur- und Planungsbüro

Wemer Gephart, Bilder der Moderne

Michael Th. GrevenlOliver von Wrochem (Hg.) Der Krieg in der Nachkriegszeit

Gene Zelazny Wie aus Zahlen Bilder werden

Die überzeugende Bewerbung

Krise der Aufklärung und Neuansatz

Hauschildt I Gemünden Promotoren

UTe Eine Arbeitsgemeinschaft der Verlage

Masken und Maskierungen

Michael Matzner. Vaterschaft aus der Sicht van Vătern

Karin J ampert Schlüsselsituation Sprache

ispa Prof. Dr. K.-F. Ackermann. Risikomanagement im Personalbereich

Otto G. Schwenk Soziale Lagen in der Bundesrepublik Deutschland

Mathias Tullner Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt

Tanja Wieners Familientypen und Formen außerfamilialer Kinderbetreuung heute

Tobias Kollmann Holger Schmidt. Deutschland 4.0 Wie die Digitale Transformation gelingt

Jürgen Hoffmann Die doppelte Vereinigung

SGB II-Grundsicherung und soziale Inklusion

Markus-Oiiver SchwaabiGünther Bergmann/ Fritz Gairing/Meinulf Kolb (Hrsg.) Führen mit Zielen

Helge Lothar Batt Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit im vereinigten Deutschland

Ulrike Röttger (Hrsg.) PR-Kampagnen

Ulrike Röttger (Hrsg.) Theorien der Public Relations

Soziale Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit

Detlef Matthias Hug. Konflikte und Öffentlichkeit

360 -Beurteilung und Persönlichkeitstest in der Führungsbeurteilung

Hans-Jiirgen Bucher Ulrich Piischel (Hrsg.) Die Zeitung zwischen Print und Digitalisierung

The New Grove Die großen Komponisten. Herausgeber: Stanley Sadie Deutsche Redaktion: Uwe Schweikert

»Diese Hoffnung, eines Tages nicht mehr allein zu denken«

Wolfgang Schweiger. Der (des)informierte Bürger im Netz. Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern

Heinz Harbach. Altruismus und Moral

Bereitgestellt von TU Chemnitz Angemeldet Heruntergeladen am :28

Frankreich-Jahrbuch 1999

Innovative Personalmanagement- Konzepte

Einführung in die Landeskunde Frankreichs

Birgit Kletzin Trikolore unterm Hakenkreuz

Transkript:

Horst W. Opaschowski, Feierabend?

Horst W. Opaschowski Feierabend? Von der Zukunft ohne Arbeit zur Arbeit mit Zukunft Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1998

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Opaschowski, Horst W.: Feierabend? Von der Zukunft ohne Arbeit zur Arbeit mit Zukunft/Horst W. Opaschowski. ISBN 978-3-663-10049-2 DOI 10.1007/978-3-663-10048-5 ISBN 978-3-663-10048-5 (ebook) 1998 Springer Fachmedien Wiesbaden Ursprünglich erschienen bei Leske + Budrich, Opladen 1998 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfaltigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Inhalt Vorwort I. Die Beschäftigungskrise. Problemanalysen und Lösungsansätze 1. Ausgangsdaten 2. Von der Voll- zur Unterbeschäftigung 3. Zukunft der Arbeit: Arbeit ohne Zukunft? 4. Drohender Ausverkauf der Arbeitslust 5. Herausforderung an Wirtschaft und Gesellschaft 6. Folgen für die Personalpolitik 7. Hilferuf der Jugend an Staat und Wirtschaft 8. Lösungsansätze aus der Sicht der Bevölkerung 8.1 Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren 8.2 Neue Existenzgründungen fördern 8.3 Sozialeinkommen mit gemeinnütziger Tätigkeit verbinden 8.4 Teilen der Erwerbsarbeit 9. Mehr Zeit, weniger Geld - und die Folgen 11. Die Leistungsgesellschaft. Beschäftigungschancen und Sinnperspektiven 1. Abschied von der Arbeitsgesellschaft 2. Sinnwelt Arbeit - Sinnwelt Freizeit: Von der Alternative zur Symbiose 3. Auflösung des Arbeit-Freizeit-Paradigmas 4. Ein erweiterter Arbeitsbegriff 5. Von der Arbeits- zur Schaffensfreude 6. Wandel des Leistungsverständnisses 7. Leistung als Credo des 21. Jahrhunderts 8. Chancen und Risiken einer neuen Leistungskultur 9. Das puritanische Erbe überlebt sich III. Die Arbeitswelten der Zukunft. Leistungs- und Solidarisierungspotentiale 1. Die Arbeit hat viele Gesichter: Zwischen Erwerbstätigkeit und Gemeinnützigkeit 2. Die Erwerbs-Arbeit 2.1 Hoffnungsträger Telearbeit? 2.2 Wieder-Entdeckung der Dienst-Leistung 2.3 Wandel im Karrierebewußtsein 2.4 Neue Anreize für berufliche Mobilität 2.5 New Work: Arbeit muß Spaß machen 2.6 Vom Abhängig Beschäftigten zum Neuen Selbständigen 2.7 Arbeitsformen der Zukunft 5

3. Die Lern-Arbeit 4. Die Familien-Arbeit 5. Die Gesellschafts-Arbeit 6. Neue Solidarität: Soziales Voluntariat als Zweitkarriere 7. Neue Berufe: Die Macher gehen, die Inspiratoren kommen 8. Neue Lebensziele: Wie wollen wir eigentlich leben? 9. Ausblick: Die Tätigkeitsgesellschaft als visionäre Zukunft Grundlagenliteratur 6

Vorwort An der Schwelle zum 21. Jahrhundert werden wir mit einer Reihe unbequemer Wahrheiten konfrontiert: Die alte Arbeitsgesellschaft ist tot. Das Leitbild der Vollbeschäftigung ist überholt. Der Ausverkauf der Arbeit beginnt. Schluß. Aus. Vorbei. Was machen wir ohne Arbeit? Und was kommt danach? Der Buchtitel ist doppeldeutig, läßt hoffen, hat aber auch Fallbeil Charakter: Ende der Arbeit, Schattenwirtschaft ohne Ende. Das Gespenst der Globalisierung geht um in der westlichen Welt. Die Arbeit wandert aus, die Industriegesellschaft verschwindet. Jeder neunte Europäer ist ohne Arbeit, die Hälfte davon bereits seit mehr als einem Jahr. "Wieviel Arbeit braucht der Mensch?" fragte schon Anfang der achtziger Jahre die österreichische Sozialforscherin MARIE J AHODA die gesamte westli - che Welt. Diese Frage ist heute offener denn je. Die westlichen IndustriegeseIlschaften stehen vor ihrer größten Herausforderung seit hundert Jahren: Ihr Arbeitsmodell der Zukunft soll der "Formel 20 zu 80" (HANS-PETER MARTIN/HARALD SCHUMANN) gleichen, wonach nur mehr zwanzig Prozent der Bevölkerung eine bezahlte Arbeit bekommen. An der Schwelle zum dritten Jahrtausend wird der "Übergang zur Freizeitgesellschaft" (BUND) heraufbeschworen, der den übrigen achtzig Prozent "Tittytainment" (ZBIGNIEW BRZEZINSK/), "McDonaldisierung" (GEORGE RITZER) oder "Disney-Kolonialisierung" (BENJAMIN R. BARBER) beschert. Erinnerungen an GEORGE ORWELLS Zukunftsroman,,1984" werden wach, wonach die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ihr Leben nur noch mit der Sorge um Heim und Kinder, kleinlichen Streitigkeiten mit Nachbarn, Kino, Fußball, Bier und vor allem Glücksspielen ausfüllen werde... So wird und so darf die Zukunft im nächsten Jahrhundert nicht enden. Arbeit hat eine Zukunft, weil es weiterhin sinnvolle Aufgaben für alle gibt. Sicher: Die Erwerbsarbeit ist im 21. Jahrhundert keine Garantie für Wohlstand und Lebensqualität mehr. Mut zur sozialen Phantasie ist daher gefordert. Wege aus der arbeitslosen Gesellschaft müssen gefunden werden. Die Suche nach neuen Arbeitswelten muß zum Credo für das 21. Jahrhundert 7

werden. Im gleichen Maße, wie die bezahlte Arbeit zur Mangelware wird, muß ernsthaft Ausschau nach neuen Beschäftigungsformen gehalten werden, die Existenzsicherung und Lebenserfüllung gleichermaßen gewähren. Die Arbeit ist tot! Es lebe die Arbeit! Solche Zukunftsthesen provozieren, müssen provozieren, zwingen zum Umdenken und Handeln. Ein entsprechendes Vorgehen wird ebenso unkonventionell wie unbequem sein. Es beginnt mit einer Neubewertung, ja Aufwertung des Arbeitsbegriffs und schließt auch notwendige Maßnahmen zur Entkoppelung von Erwerbs-Arbeit und sozialer Sicherung nicht aus. Dazu gehört insbesondere die Frage eines garantierten Grundeinkommens für alle Nichterwerbstätigen, wenn sie den Nachweis gemeinnütziger Tätigkeit erbringen. Das Buch will Orientierungen für das 21. Jahrhundert geben, damit soziale Konflikte großen Ausmaßes verhindert werden und soziale Gerechtigkeit für alle erhalten bleibt. Wir müssen Abschied nehmen von der alten Arbeitsgesellschaft, damit neue Arbeitswelten eine Zukunft haben. HORST W. OPASCHOWSKI 8