2.2 Elektronentransfer (Dexter)

Ähnliche Dokumente
Fluoreszenzintensität ist proportional zur Konzentration angeregter Moleküle. Zeitliche Änderung der Konzentration angeregter Moleküle:

Grundlagen. Erzeugung ultrakurzer Lichtpulse Bedeutung der spektralen Bandbreite Lasermoden und Modenkopplung. Optische Ultrakurzpuls Technologie

Einführung Grundlagen Die Theorie der Ratengleichungen Verfeinerte Theorien. Der Laser. Florentin Reiter. 23. Mai 2007

Laserdiode & Faraday-Effekt (V39)

Grundlagen der LASER-Operation. Rolf Neuendorf

Übersicht zu Grundlagen der Laserphysik

Vorlesung 19: Roter Faden: Röntgenstrahlung Laserprinzip. Siehe auch: Demtröder, Experimentalphysik 3, Springerverlag

32. Lektion. Laser. 40. Röntgenstrahlen und Laser

Lösungen: Übungsblatt 4 zur Quantenelektronik I

Chemistry Department Cologne University. Photochemie 1 PC 2 SS Chemistry Department Cologne University. Photochemie

13 Laser Einführung Literatur Anwendungen von Lasern

22. Wärmestrahlung. rmestrahlung, Quantenmechanik

Ultrakurze Lichtimpulse und THz Physik

Vorlesung Messtechnik 2. Hälfte des Semesters Dr. H. Chaves

V. Optik in Halbleiterbauelementen

Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation

Fermi-Dirac-Verteilung

Versuch Fluoreszenz-Quenching

Ultrakurze Lichtimpulse und THz Physik

Weißlichterzeugung. - Supercontinnum generation in photonic crystal fibers - Jens Brauer Physik (Master) 14. Februar 2012

Gepulste Laser PD Dr.-Ing. Cemal Esen Lehrstuhl für Laseranwendungstechnik

Optische Resonatoren

Wärmelehre/Thermodynamik. Wintersemester 2007

Laser. Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation

Spektrale Eigenschaften von Halbleiterlasern (SPEK)

Die Stoppuhren der Forschung: Femtosekundenlaser

2. Bestimmen Sie den Fokusdurchmesser und die Rayleigh Länge. 3. Welchen Einfluß haben die einzelnen Parameter des Aufbaus

Kinetik zusammengesetzter Reaktionen

Physik für Maschinenbau. Prof. Dr. Stefan Schael RWTH Aachen

7. Laser und Spektroskopie

Laserlicht Laser. Video: Kohärenz. Taschenlampe. Dieter Suter Physik B Grundlagen

Strahlungslose Übergänge. Pumpen Laser

Laserresonator. Versuch Nr. 6 Vorbereitung Januar Ausgearbeitet von Martin Günther und Nils Braun

Weber/Herziger LASER. Grundlagen und Anwendungen. Fachbereich S Hochschule Darmstad«Hochschulstraßa 2. 1J2QOI Physik Verlag

Praktikum über Spektroskopie

Ultrakurze Lichtimpulse und THz Physik

Erzeugung durchstimmbarer Laserstrahlung. Laser. Seminarvortrag von Daniel Englisch

Vortragsfolien.

27. Wärmestrahlung. rmestrahlung, Quantenmechanik

Für Geowissenschaftler. EP WS 2009/10 Dünnweber/Faessler

Bericht zum Versuch Physik und Technik des Helium-Neon-Lasers

Experimentalphysik Modul PH-EP4 / PH-DP-EP4

Übungsblatt 02. PHYS4100 Grundkurs IV (Physik, Wirtschaftsphysik, Physik Lehramt) Othmar Marti,

Zentralabstand b, Spaltbreite a. Dreifachspalt Zentralabstand b, Spaltbreite a. Beugungsgitter (N Spalte, N<10 4, Abstand a)

Strukturaufklärung (BSc-Chemie): Einführung

SCHWINGUNGEN WELLEN. Schwingungen Resonanz Wellen elektrischer Schwingkreis elektromagnetische Wellen

2. Wellenoptik Interferenz

Laser: Was bedeutet das? Light Amplification by Stimulated Emission of. Radiation. Inversion der Besetzung

Optische Resonatoren

Ferienkurs Experimentalphysik Lösung zur Übung 4

13.5 Photonen und Phononen

Grundzüge der Quantenoptik

Ultrakurze Lichtimpulse und THz Physik

Wie funktioniert ein Laser? Der He-Ne Laser

Laser als Strahlungsquelle

Laser in der Medizin. Historie

4 Resonatoren. 4.0 Lernziele des Kapitels. 4.1 Resonatoren mit ebenen Spiegeln

Versuch P3: Laserresonator. Protokoll. Von Jan Oertlin und Ingo Medebach Gruppe 242

Atome im elektrischen Feld

14. Atomphysik Physik für E-Techniker. 14. Atomphysik

Fluorescence-Correlation-Spectroscopy (FCS)

Stefan Putz 1 RANDOM LASER. Laser ohne Resonator. STEFAN PUTZ

9 Periodische Bewegungen

Aufgabe 2.1: Wiederholung: komplexer Brechungsindex

27. Wärmestrahlung. rmestrahlung, Quantenmechanik

14. Atomphysik. Inhalt. 14. Atomphysik

Intensitätsverteilung der Beugung am Spalt ******

m s km v 713 h Tsunamiwelle Ausbreitungsgeschwindigkeit: g=9,81m/s 2,Gravitationskonstante h=tiefe des Meeresbodens in Meter

Elektromagnetisch induzierte Transparenz (EIT) Langsames Licht

Ferienkurs Experimentalphysik Übung 2 - Musterlösung

Kurze Laserpulse Erzeugung mit Hilfe der Akusto- und Elektro- Optik

Grundlagen der Quantentheorie

14. Atomphysik Aufbau der Materie

Beugung am Gitter mit Laser ******

Elemente optischer Netze

Ferienkurs Experimentalphysik III

Physikalisches Praktikum II. Fabry-Perot-Resonator (FPR)

6.2 Schwarzer Strahler, Plancksche Strahlungsformel

Physikalisch-Chemisches Fortgeschrittenenpraktikum

Ferienkurs Experimentalphysik 4

Wärmestrahlung. Einfallende Strahlung = absorbierte Strahlung + reflektierte Strahlung

Transkript:

Experimentelle Bestimmung der Transferrate: 1. Messung der Fluoreszenzintensitäten von Donor (F D ) und Akzeptor (F A ): F A E t = F D + F A 2. Messung der Fluoreszenzintensität des Donors ohne Akzeptor (FD 0 ) und mit Akzeptor (FD A) Et = 1 F D A FD 0 3. Messung der Fluoreszenzlebensdauer des Donors ohne Akzeptor (τd 0 ) und mit Akzeptor (τd A) Et = 1 τ D A τd 0 Die Messung über die Fluoreszenzlebensdauern ist besonders robust Hat man mehrere Spezies vorliegen, haben die Donoren verschiedene Fluoreszenzlebensdauern Eine Messung mit TCSPC liefert mehrere Komponenten (Summe exponentieller Zerfälle): Identifikation der Spezies möglich Diese Methode heisst time-resolved FRET (tr-fret) 2.2 Elektronentransfer (Dexter) Wieder Fermi s Golden Rule: k T Ψ DA H Ψ D A H ist jetzt Austauschterm liefert nur Beitrag bei überlappender Wellenfunktion: sehr kurzreichweitig exponentieller Abfall mit Abstand Auswahlregeln: Nur Singlett-Singlett oder Triplett-Triplett 21

2.3 Quenching Stern-Volmer Gleichung: F 0 F 1 = K [Q] SV [Q] F 0 Fluoreszenzintensität ohne Quenching, F mit Quenching, K SV Volmer Konstante Stern- dynamisches Quenching: Bei Annäherung eines sog. Quenchermoleküls kann die Anregungsenergie auf dieses übertragen werden -> Änderung der Fluoreszenz-Quantenausbeute Zusätzlicher Abregungspfad mit k Q, dadurch Verkürzung der Fluoreszenzabklingzeit Fluoreszenzquantenausbeute mit Quenching: Φ Q = k rad k rad + k nrad + [Q] [Q] k Q Es gilt F 0 F = Φ 0 Φ Q Damit folgt mit τ 0 = (k rad + k nrad ) 1 : K SV = k Q τ 0 statisches Quenching: Bildung eines nicht fluoreszierenden Komplexes im Grundzustand -> Änderung der Konzentration des leuchtfähigen Farbstoffes 3 Laser 3.1 Warum Laser: Eigenschaften Hohe Photonenstromdichte Schmales Spektrum Extrem kurze Lichtpulse möglich 22

3.2 Prinzip des Lasers Light Amplification by Stimulated Emission Radiation Aktives Medium: Zunächst Zwei-Niveaux-System mit Besetzungszahlen N 1 und N 2 Drei Prozesse: (Stimulierte) Absorption, spontane Emission (kennen wir als Fluoreszenz), sowie stimulierte Emission (ind.) Absorption ind. Emission spont. Emission Stimulierte Prozesse feldabhängig, spontane Emission nicht: dn 1 dt = N 1 ϱ(ν)b 12 ; dn 2 dt = N 2 ϱ(ν)b 21 N 2 A 21 A 21 : Einstein-Koeffizient der spontanen Emission, B 12 und B 21 der Absorption bzw. stimulierten Emission Es gilt g 1 B 12 = g 2 B 21 mit g 1 bzw. g 2 den Entartungsfaktoren der jeweiligen Niveaux Ohne Entartung: B 21 = B 12 Photonenbilanz dn dt = A 21N 2 + ϱ(ν){b 21 N 2 B 12 N 1 } = A 21 N 2 + ϱ(ν)b 21 (N 2 N 1 ) Im thermodynamischen Gleichgewicht gilt Boltzmann-Verteilung Damit folgt für kohärente Photonen N 2 = e E 2 E 1 kt N 1 dn dt = ϱ(ν)b 21N 2 (1 e hν kt ) 23

Im TD GG ist Photonenbilanz immer negativ Nicht-GG herstellen Pumpen Nicht-GG durch optisches Pumpen bei 2-Niveaux-System nicht möglich Mehr-Niveaux-Systeme, bei denen die spontane Emission des aktiven Übergangs eine möglichst kleine Rate hat Schnell Schnell Pumpen Langsam (spontan) Pumpen Langsam (spontan) Schnell 3-Niveaux-Laser 4-Niveaux-Laser Ideal: Farbstofflaser mit Stokes-Shift, dadurch nahezu vollständige Population von S 1 möglich Verhältnis induzierte zu spontane Emission: dn 2 /dt i = B 21ϱ(ν)N 2 = B 21ϱ(ν) dn 1 /dt s A 21 N 2 A 21 Dieses Verhältnis ist umso grösser, je grösser ϱ(ν), also die spektrale Energiedichte des Lichfeldes ist Lichtfeld durch Richtung, Frequenz und Polarisation beschrieben: Mode Je weniger Moden, desto höher die spektrale Energiedichte in einer Mode Im freien Raum gibt es sehr viele Moden (Jede Richtung, Frequenz, Polarisation) Einschränkung möglicher Moden: Resonator Photonendichte als Funktion des Ortes Zunächst als Funktion der Zeit dn(ν) dt = ϱ(ν)g(ν)b 21 (N 2 N 1 ) g(ν) ist sogenannte Linienformfunktion, trägt der spektralen Breite des Übergangs Rechnung (könnte man im Prinzip auch in den Einstein-Koeff B 21 hineinnehmen) mit g(ν)dν = 1 24

Energiedichte ausgedrückt durch Photonendichte: ϱ(ν) = hνn(ν) Ausbreitung des Lichtes in Richtung z: dz/dt = c mit c Lichtgeschwindigkeit im Medium z Damit folgt: dn(ν, z) dz = hν c n(ν, z)g(ν)b 21(N 2 N 1 ) Mit der Abkürzung γ = hν c g(ν)b 21 (N 2 N 1 ) erhält man einen einfachen Zusammenhang: dn dz = γn γ ist Vorfaktor des exponentiellen Anwachsens der Photonendichte: Verstärkungskoeffizient Mit folgendem Zusammenhang der Einstein-Koeffizienten sowie A 21 = 1/τ rad folgt für γ: A 21 = 8πhν3 c 3 B 21 c 2 γ = g(ν) 8πν 2 (N 2 N 1 ) τ rad Analog wird ein Abschwächungskoeffizient eingeführt, der Verluste durch Streuung, Absorption im Wirtsmedium etc. berücksichtigt: dn n = αn Damit erhält man als Photonendichte als Funktion des Ortes: n = n 0 e (γ α)z Resonator der Länge l mit zwei Spiegeln mit Reflexionskoeff. R sp1 und R sp2 an den Enden Die Photonendichte nach einem Umlauf ist n(2l) = n 0 e (γ α)2l R sp1 R sp2 25

Damit können wir die Schwellenverstärkung angeben, also das γ, für das die Photonendichte nach dem Umlauf erhöht ist: γ thr = α 1 2l ln(r sp1r sp2 ) Ausgedrückt mit der Bestzungsdifferenz (Inversion) N 2 N 1 : N 2 N 1 8πν2 τ rad c 2 g(ν) [α(ν) 1 2l ln(r sp1r sp2 ) 3.3 Lasermoden 3.3.1 Moden eines Resonators Einfachster Resonator: ebene, parallele Spiegel (Fabry-Pérot Interferometer) Einzige Möglichkeit der Ausbreitung von Wellen (Moden): ebene, stehende Wellen 3 2 1 0-1 0 20 40 60 80 100 120 Longitudinale Moden werden durch Wellenlänge (und damit durch Frequenz) gekennzeichnet: qλ q = 2l ν q = q c 2l Frequenzabstand zweier benachbarter longitudinaler Moden: ν q+1,q = c 2l 26

α ν Abbildung 1: Abschwächungskoeffizient in einem Fabry-Pérot Resonator mit teilreflektierenden Spiegeln Ist R sp < 1, so können auch Wellen mit Frequenzen, die etwas von der Resonanz abweichen, sich noch ausbreiten (haben ein kleines α) Spektrale Breite der Resonanz: δν = ν(1 R sp) π R sp Beugung an den Rändern der endlich grossen Spiegel: Verschiedene Intensitätsverteilungen senkrecht zur Achse des Resonators möglich transversale Intensitätsverteilung: Transversale Moden Werden mit TEM mn bezeichnet, mit m azimuthale Modenzahl (Zahl der Knoten bei Umlauf) und n radiale (Zahl der Knoten in radialer Richtung) Modenzahl 27

3.4 Gepulste Laser 3.4.1 Güteschaltung Im Englischen Q-switching Gütefaktor oder Quality factor Q eines Resonators beschreibt das Gegenteil des Abschwächungskoeffizienten α: Je höher Q, desto geringer die Verluste im Resonator kleines α: hohes Q Gepumpt wird meist mit Blitzlampen Zunächst hat der Resonator ein kleines Q bzw. ein grosses α Aufbau einer grossen Inversion durch Pumpen Spontane Emission begrenzt Inversion: Sättigungsinversion Wenn Sättigungsinversion erreicht, möglichst schnelles Schalten von Q (bzw. α) Lawinenartige Löschung der Inversion 28

Laserleistung Inversion N2-N1 α, Q-Factor Pumpleistung Zeit Pulslänge hängt von der Länge des Resonators ab: Je kürzer der Resonator, desto kürzer die Zeit, bis das Licht das aktive Medium mehrfach durchlaufen hat kürzere Pulse Kürzerer Resonator bedeutet aber auch weniger aktives Medium weniger Energie je Puls Auf diese Weise Pulse mit 10 {ns} oder auch kürzer 29

E-Feld E-Feld E-Feld E-Feld 3.4.2 Modenkopplung Phasenfeste Überlagerung benachbarter longitudinaler Moden Phasenbeziehung zwischen verschiedenen Longitudinalmoden zunächst zufällig Wenn feste Phasenbeziehung: Modulation der Intensität (ähnlich Schwebung) Zeit n=2 n=5 Zeit n=20 Zeit n=50 Zeit Umlaufender Puls, zeitlicher Abstand der Pulse: 2L/c, Repititionsrate f rep = c /2L Pulsbreite: 1 τ P = (2n + 1) ν q,q+1 (2n + 1) ν q,q+1 ist der gesamte spektrale Bereich der Überlagerung, begrenzt durch Verstärkungsprofil Pulsbreite demnach von Breite des Verstärkungsprofils abhängig Nd:YAG Laser: Pulsbreite 100 ps Farbstofflaser: Breite typisch 50 {nm}, Pulsbreite einige ps Ti:Sa Laser: 780-950 nm, kleiner 100 fs 30