Ökonomische Analyse des Gesellschaftsrechts Eigentum und Eigentumsrechte von Professor Dr. Michael Adams Auf der Grundlage von Milgrom/Roberts: Economics, Organization & Management, Kapitel 9
Eigentum Zu unterscheiden sind Entscheidungsrechte Residualempfang Entscheidungsrechte: Recht, Entscheidungen bezüglich der Nutzung eines Assets zu treffen Einschränkungen durch Gesetz Einschränkungen durch Verträge Nutzung kann auch Abgabe der Rechte sein (Weiterveräußerung, Vermietung o.ä.) Entscheidungsrechte bei Schwierigkeit vollständige Verträge zu schließen Professor Dr. M. Adams 2
Eigentum (2) Residualempfang Recht auf Aneignung des Gewinns (Gewinn hier: Der Betrag der übrig ist, nachdem jeder bezahlt wurde kann auch negativ sein) Zusammenschluss von Kontrolle und Residualempfang Entscheider trägt die finanziellen Konsequenzen seiner Entscheidungen Effiziente Anreizstruktur Auseinanderfallen von Kontrolle und Residualempfang Entscheider trägt nur einen Teil der Konsequenzen, so wird er einige Effekte unberücksichtigt lassen Moral Hazard Ineffiziente Entscheidungen Professor Dr. M. Adams 3
Das Coase-Theorem und seine Annahmen Ökonomische Aktivität ist effizient, wenn Keine Transaktionskosten k t Keine Verhandlungskosten Vollständige Durchsetzung von Verträgen möglich Keine Externalitäten Präferenz- und Bewertungsstabilität Aber in der Regel: Verträge sind unvollkommen und Transaktionskosten bestehen Bounded Rationality Informationsasymmetrien Unsicherheit der Zukunft Für Transaktionen zudem notwendig: Klar definierte und handelbare Eigentumsrechte notwendig Professor Dr. M. Adams 4
Verhandlungskosten Verschiedene Verhandlungskosten Entscheidungsfindung d Vertragsentwurf Vertragsdurchsetzung Gründe für die Kosten Kommunikationskosten Informationsasymmetrien t i Beobachtungs- und Nachweisaufwand Opportunismus Bounded Rationality Keine Transaktion, wenn Verhandlungskosten > Effizienzgewinn Folge: Allocation of property rights does effect value! Professor Dr. M. Adams 5
Nicht fest definierte Eigentumsrechte: Tragedy of the Commons Viele Personen haben das Recht eine gemeinsame Ressource zu nutzen bzw. keiner kann davon ausgeschlossen werden Folge: Overuse bzw. Undersupply Wenn Residualaneignung weit gestreut ist, dann fehlt es an Investitions- und Instandhaltungsanreizen Beispiel: Fischerei Übernutzung führt zum Versiegen der Ressourcenquelle Bei zu vielen Fischern: Übernutzung Kein Schutz des Fischbestandes, da Nutzen externalisiert und Kosten internalisiert Lösungsmöglichkeit: Einführen von fest definierten Eigentumsrechten Professor Dr. M. Adams 6
Nicht handelbare und unischere Eigentumsrechte Nicht handelbare Eigentumsrechte: Ineffiziente Ressourcennutzung Ressourcennutzung kann nicht dorthin transferiert werden, wo der größte Nutzen entsteht Beispiel: Subventionen für bestimmte Ressourcennutzung, z.b. Wasser für Landwirtschaft ( use it or lose it ) Unsichere Eigentumsrechte: Ineffiziente Ressourcennutzung Fehlende Investitionsanreize in Entwicklung und Instandhaltung der Ressource Beispiel: Diebstahl Professor Dr. M. Adams 7
Unsicherheit und Komplexität Keine Vollständigen Verträge möglich, wenn Materie hochkomplexhk Langfristige Verträge Unsicherheiten involviert Ergebnis können Opportunismus und Hold-Up- Problematik sein und damit ex ante kein Vertragsschluss Ineffiziente iente Ressourcennutzung ng Eine Lösungsmöglichkeit: Langfristige Vermietung/Verpachtung/Leasing Professor Dr. M. Adams 8
Effiziente Zuordnung von Eigentumsrechten Bei Gültigkeit der Annahmen des Coase-Theorems: Irrelevant Annahmen hingegen nicht gültig: Aufgabe von Law & Econommics, die Eigentumsrechte effizient zu verteilen Besondere Bedeutung bei erstmaliger Vergabe von Eigentumsrechten an neuen Ressourcen Aber auch: Modifizierung und Transfer bestehender Eigentumsrechte bei ineffizienter Nutzung Beispiel: Verschmutzungsrechte bei Externalitäten Oftmals viele leicht Geschädigte durch Umweltverschmutzung Hohe Verhandlungskosten, z.b. durch Free-Rider-Problematik Daher: Verschmutzungsrechte vergeben, z.b. CO2- Emmissionsrechte Weiteres Beispiel: Eigentümerstruktur von Unternehmen (Hansmann) Professor Dr. M. Adams 9