GENERATION URO STUDENTS AWARD 2015/16

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Transkript:

GENERATION URO STUDENTS AWARD 2015/16 LEITFADEN FÜR LEHRKRÄFTE OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM

INHALTSVERZEICHNIS 1. Einleitung 4 Über den Wettbewerb 4 Teilnahme 4 Preise 4 Welchen Nutzen ziehen die Schüler aus dem Wettbewerb? 5 Regeln 5 2. Lehrkräfte 5 Ihre Aufgabe 5 Ressourcen 5 3. Wettbewerbsrunden 6 1. Runde: Online-Quiz 6 2. Runde: Analyse 6 3. Runde A Präsentation, B Frage- und Antwortrunde 7 4. Zusammensetzung der Jury 8 5. Bewertungskriterien 8 6. Europäische Abschlussveranstaltung 8 7. Datenschutzerklärung 8 Anhang: Einführung in das Zentralbankwesen und die Geldpolitik im Euro-Währungsgebiet 10 Zeitplan 16 Ansprechpartner bei der OeNB 16 2

VORWORT Sehr geehrte Damen und Herren! Seit vielen Jahren ist es ein besonderes Anliegen der Oesterreichische Nationalbank (OeNB) finanzielle Bildung zu vermitteln und das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern. Die OeNB stellt zu diesem Zweck ein breitgefächertes Bildungs angebot mit Lehr materialien, Online-Tools, Seminaren, Workshops, etc. an und ist stets bemüht, dieses Angebot zu erweitern und verbessern. Der Generation uro Students Award richtet sich speziell an Oberstufenschülerinnen und -schüler und zielt darauf ab, diese mit dem Thema Geldpolitik vertraut zu machen und bietet die Gelegenheit mehr über das Eurosystem sowie über die zentrale Bedeutung der Geldpolitik für unseren Währungsraum zu erfahren. Mit Ihrer großen Erfahrung und Ihrem Engagement sind Sie als Lehrerin bzw. Lehrer ein wichtiger Partner und tragen entscheidend zum Erfolg Ihrer Schülerinnen und Schüler bei. Sie begleiten sie durch die einzelnen Wettbewerbsrunden und unterstützen sie dabei, den Prozess der geldpolitischen Entscheidungsfindung zu verstehen. Ich freue mich, dass Sie Ihren Schülerinnen und Schülern die Wettbewerbsteilnahme ermöglichen. Wir werden Sie dabei bestmöglich unterstützen: Sowohl durch die Bereitstellung der von EZB und OeNB erarbeiteten Unterlagen als auch durch eine laufende Betreuung unseres Generation- uro-organisationsteams. Ich hoffe, dass Sie und die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler meine Begeisterung für wirtschaftspolitische Themen teilen und wünsche Ihnen viel Erfolg für den Wettbewerb! Ewald Nowotny Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank 3

1. EINLEITUNG Über den Wettbewerb Der Generation uro Students Award findet jährlich statt und soll Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen ein besseres Verständnis der Geldpolitik und ihrer Funktion in der Volkswirtschaft vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen einen Einblick in die Rolle einer Zentralbank, indem sie die Wirkungsweise der geldpolitischen Instrumente, insbesondere der Zinsbeschlüsse, kennen lernen und bei der Aufgabenlösung einige der Daten heranziehen, die auch der EZB-Rat bei seinem Zinsbeschluss konsultiert. Der Wettbewerb sollte ihre Kenntnisse über das Eurosystem vertiefen und ihr Finanzwissen erweitern. Der Wettbewerb für internationale und europäische Schulen wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) organisiert. Die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Euro-Währungsgebiets richten die nationalen Wettbewerbe aus. Der Wettbewerb läuft über drei Runden und setzt sich aus einem Online-Quiz, einer Analyse und einer Präsentation zusammen. Den Schlusspunkt bildet die Abschlussveranstaltung in der EZB in Frankfurt am Main. Teilnahme Der Wettbewerb richtet sich an 16- bis 19-jährige Schülerinnen und Schüler im Euro-Währungsgebiet. Das Alter dürfte je nach nationalem Bildungssystem von Land zu Land etwas variieren, aber grundsätzlich gilt, dass die Schülerinnen und Schüler sich in den letzten Jahren der Sekundarschulbildung befinden sollten. Für die Teilnahmeberechtigung ist irrelevant, welche Fächer die Schülerinnen und Schüler belegt haben. Auf Wunsch können sie mehrmals teilnehmen, solange sie nicht Mitglied desselben Teams (wie im Vorjahr) sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen vierköpfige Teams bilden und eine Lehrkraft benennen, die sie betreut. Alle Mitglieder eines Teams sollten dieselbe Schule besuchen, wobei die Entscheidung über die Teilnahme bei den Lehrkräften und Schülern liegt. Jedes Team bestimmt aus dem Kreis seiner Mitglieder eine/n Teamleiter/in. Es können mehrere Teams von derselben Schule teilnehmen. Die Lehrkraft sollte an der am Wettbewerb teilnehmenden Schule tätig sein und mindestens ein Teammitglied unterrichten. Während des Wettbewerbs sollte die Zusammensetzung des Teams nicht geändert werden, sofern nicht außergewöhnliche Umstände, wie zum Beispiel Krankheit, eine Änderung erforderlich machen. Die Anmeldung der einzelnen Teams und der jeweiligen Lehrkräfte für den Wettbewerb erfolgt über die Website des Generation uro Students Award (www.generationeuro.at). Das Anmeldeformular für die nationalen Wettbewerbe kann durch einen Klick auf die entsprechende Landesflagge auf der Startseite dieser Website abgerufen werden. Preise Alle Finalistinnen und Finalisten des nationalen Wettbewerbs bekommen am letzten Tag der Präsentationsrunde bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien Urkunden und Preise ausgehändigt. Das Gewinnerteam wird außerdem zur europäischen Abschlussveranstaltung bei der EZB eingeladen. Dort haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, den Präsidenten der EZB, die Präsidenten der NZBen des Euroraums und alle anderen Gewinnerteams der nationalen Wettbewerbe aus dem gesamten Eurogebiet zu treffen. 4

2. LEHRKRÄFTE Welchen Nutzen ziehen die Schüler aus dem Wettbewerb? Durch die Teilnahme an diesem Wettbewerb vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre Wirtschaftskenntnisse. Außerdem haben sie die Möglichkeit, Kernkompetenzen wie analytisches und kritisches Denken weiterzuentwickeln und ihre Teamfähigkeit sowie ihre Kommunikations- und Präsentationskompetenz zu verbessern. Sie bekommen auch die Gelegenheit, mit hochrangigen Wirtschaftswissenschaftlern zusammenzukommen und sich mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Euro-Ländern über ihre Erfahrungen auszutauschen. Darüber hinaus werden sie möglicherweise in einem späteren Hochschulstudium von dem Wissen und den Kompetenzen, die sie in diesem Wettbewerb gewonnen haben, profitieren. Regeln Die Regeln und organisatorischen Abläufe des Wettbewerbs werden im vorliegenden Leitfaden sowie in den Wettbewerbsbedingungen auf der Website des Generation uro Students Award in der Rubrik Datenschutzerklärung dargelegt. Ihre Aufgabe Als Lehrkraft übernehmen Sie während des gesamten Wettbewerbs eine zentrale Funktion. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Rolle des Teamkoordinators zu übernehmen und Ihre Schülerinnen und Schüler durch alle Runden des Wettbewerbs zu begleiten. Dies gilt insbesondere für die Analyserunde, bei der Sie die Konsistenz und die Qualität der Arbeit Ihrer Schülerinnen und Schüler gewährleisten sollten. Es wird auch erwartet, dass Sie Ihr Team zur abschließenden Präsentationsrunde bei der OeNB und zur europäischen Abschlussveranstaltung bei der EZB begleiten, wenn es sich hierfür qualifiziert. Ressourcen Damit Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in jeder Runde des Wettbewerbs betreuen und unterstützen können, stehen Ihnen verschiedene Informationsquellen zur Verfügung. Hierzu zählen insbesondere: der vorliegende Leitfaden. der Info-Tag zum Wettbewerb, der kurz nach Beginn der ersten Runde in der OeNB in Wien stattfindet. Das Programm umfasst Vorträge zur Geldpolitik sowie Unterlagen zum Wettbewerb mit Informationen, wie Sie Ihre Schüler in der zweiten und dritten Runde des Wettbewerbs begleiten können. Ferner haben Sie die Gelegenheit, mehr über die organisatorischen Abläufe zu erfahren und etwaige Fragen zu klären. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Lehrkräfte, aber auch an Schülerinnen und Schüler. Die Reisekosten werden von der OeNB erstattet. die Website für den Generation uro Students Award (www.generationeuro.at), auf der alle Informationen zum Wettbewerb abgerufen werden können, einschließlich der Materialien, die Ihnen beim Vermitteln der grund legenden Konzepte der Geldpolitik Hilfestellung bieten sollen, die Facebook-Seite (GenerationEuroStudentsAward Oesterreich), auf der regelmäßig Neuigkeiten zum Wettbewerb und Tipps zu den verschiedenen Runden veröffentlicht werden, die Website der EZB, (www.ecb.europa.eu), auf der unter anderem die Niederschriften der monatlichen Pressekonferenzen, Monatsberichte sowie aktuelle Berichte und Statistiken zur Verfügung gestellt werden. die Website der OeNB (www.oenb.at) 5

3. WETTBEWERBSRUNDEN 1. Runde: Online-Quiz Wenn Schülerinnen und Schüler am Quiz teilnehmen, um sich für den Wettbewerb zu qualifizieren, müssen sie sich zunächst registrieren, damit ihre Ergebnisse gespeichert werden. Nachdem sie sich registriert haben, können sie das Quiz nur einmal spielen. Sie sollen die Fragen gemeinsam im Team bearbeiten. Das Quiz besteht aus 30 Fragen: es gibt zehn leichte, zehn mittelschwere und zehn schwierige Fragen. Bei jedem Aufrufen des Quiz werden 30 Fragen nach dem Zufallsprinzip aus einem Fragenpool ausgewählt. Am Ende des Quiz erhalten die teilnehmenden Teams eine elektronische Urkunde mit dem jeweiligen Endstand. Die Quizergebnisse wie auch die elektronischen Urkunden können online über soziale Netzwerke veröffentlicht werden. Die Teams mit den besten Ergebnissen werden nach Beendigung der Quizrunde aufgefordert, sich für die zweite Runde zu registrieren. 2. Runde: Analyse Aufgabe Im Aufsatz sollen die Teams 1. eine Prognose zu einem bevorstehenden Zinsbeschluss des EZB-Rats für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte abgeben, 2. ihre Entscheidung auf Basis ihrer Bewertung der wichtigsten volkswirtschaftlichen Indikatoren, der wirtschaftlichen und monetären Lage im Euroraum sowie der Inflationsaussichten erläutern und 3. gegebenenfalls Abwärtsrisiken und potenzielle Aufwärtsrisiken im Zusammenhang mit den mittelfristigen Inflationsaussichten benennen und auf geldpolitische Sondermaßnahmen Bezug nehmen. Format Die Teams sollen eine Analyse erstellen, in der sie ihre eigenen Ergebnisse präsentieren, und sie sollen ihren Zinsbeschluss begründen. Dabei gilt ein offenes Format. Die Analyse soll keine Zusammenfassung oder Erläuterung der institutionellen Funktionen und des Aufbaus der EZB enthalten. Am Ende muss ein klarer Zinsbeschluss stehen. Sollte die Analyse in Form eines Aufsatzes eingereicht werden, darf dieser nicht mehr als 2.000 Wörter umfassen. Ist der Aufsatz länger, kann sich dies negativ auf die Bewertung auswirken. Vorbereitung Zusätzliche Informationen über die Aufgabe finden sich auf der Website des Generation uro Students Award. Bei der Ausarbeitung des Aufsatzes, der nach Möglichkeit die Mehrheitsmeinung im Team widerspiegeln sollte, sollten alle Teammitglieder beteiligt sein. Die aktive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch eine Lehrkraft ist in dieser Runde unerlässlich. Die Teams müssen dann die Aufsätze auf die Generation- uro-website hochladen, sodass eine Jury aus Expertinnen und Experten der OeNB darauf Zugriff hat und die eingereichten Beiträge anonym beurteilen kann. Die Jury wählt daraufhin jene Teams aus, die in die nächste Wettbewerbsrunde vorrücken können. Diese Teams werden dann von der OeNB entsprechend benachrichtigt. 3. Runde: Präsentation & Fragerunde Diejenigen Teams, die es in die dritte Runde des Wettbewerbs schaffen, werden aufgefordert, erneut einen Zinsbeschluss zu fassen und diesen einer Jury aus Expertinnen und Experten der OeNB vorzutragen. Die Präsentation findet bei der OeNB statt, die auch für die Reise- und Unterbringungskosten der Teams sowie der begleitenden Lehrkräfte aufkommt. Die zu bewältigende Aufgabe setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 6

A: Präsentation Aufgabe Die Teams sollen 1. eine Prognose zu einem bevorstehenden Zinsbeschluss des EZB-Rats für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte abgeben, 2. ihre Entscheidung im Einklang mit ihrer Bewertung der wichtigsten volkswirtschaftlichen Indikatoren, der wirtschaftlichen und monetären Lage im Euroraum sowie der Inflationsaussichten erläutern und 3. gegebenenfalls Abwärtsrisiken und potenzielle Aufwärtsrisiken im Zusammenhang mit den mittelfristigen Inflationsaussichten benennen und auf geldpolitische Sondermaßnahmen Bezug nehmen. Format Nach Möglichkeit sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Entscheidung und die Gründe, die dafür sprechen, durch eine wirtschaftliche und monetäre Analyse mit jeweiliger Gegenprüfung untermauern (zwei wesentliche Komponenten der bei der Pressekonferenz vom EZB-Präsidenten vorgetragenen einleitenden Bemerkungen, in denen die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rats erläutert werden). Bei der Präsentation ist ein kreativer Ansatz erwünscht, und alle Teammitglieder (Lehrkräfte ausgeschlossen) sollten sich gleichermaßen einbringen. Die Präsentation darf maximal 20 Minuten dauern. Ist sie länger, kann sich dies negativ auf die Bewertung auswirken. Vorbereitung Zusätzliche Informationen zur Vorbereitung auf die Präsentation finden sich auf der Website des Generation uro Students Award. B: Frage- und Antwortrunde Im Anschluss an jede Präsentation findet eine Frage- und Antwortrunde statt, die maximal 20 Minuten in Anspruch nimmt. Während dieser Zeit hat die Jury die Gelegenheit, das geldpolitische Wissen der Teammitglieder zu testen und sich ein Bild davon zu machen, wie diese ihren Zins beschluss verteidigen. Auf diese Weise werden die monatlichen Pressekonferenzen simuliert, bei denen der EZB-Präsident im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rats den Zinsbeschluss erläutert. Die Teammitglieder können dazu aufgefordert werden, einzelne Punkte ihrer Ausführungen näher zu erläutern, die Funktionsweise der Wirtschaft zu erörtern oder darzulegen, wie ihr Zinsbeschluss dem Auftrag des Eurosystems gerecht wird, Preisstabilität zu gewährleisten. Die Teams können auch zu wichtigen wirtschaftsrelevanten Ereignissen befragt werden. Die Teammitglieder dürfen sich beraten, die betreuende Lehrkraft hingegen darf nicht zurate gezogen werden. So weit wie möglich sollten sich alle Team mitglieder aktiv an der Frage- und Antwortrunde beteiligen. Nach Abschluss der Präsentationen sowie der Frage- und Antwortrunden zieht sich die Jury zurück, um zu entscheiden, welches Team gewonnen hat. Die Entscheidung der Jury wird in Gegenwart aller teilnehmenden Teams bekannt gegeben. Alle Schülerinnen und Schüler, die bei der Präsentationsrunde mitgemacht haben, erhalten eine Urkunde und einen Preis. 7

4. ZUSAMMENSETZUNG DER JURY Die Jury, die die Aufsätze und Präsentationen bewertet, setzt sich aus mehreren Expertinnen und Experten der OeNB zusammen. 5. BEWERTUNGSKRITERIEN Die Jury bewertet die Analysen auf der Grundlage folgender Kriterien: Begründung des gefassten Zinsbeschlusses Genauigkeit dieses Beschlusses Kenntnis und korrekte Verwendung der Ausdrücke und Begriffe aus dem Bereich Geldpolitik Kreativität und eigene Recherche-Ergebnisse Bei der europäischen Abschlussveranstaltung handelt es sich um eine zweitägige Veranstaltung mit einem Workshop zur Geldpolitik, einer feierlichen Preisverleihung und einem Rahmenprogramm. Der Präsident der EZB und die Präsidenten der NZBen des Euro-Währungsgebiets werden die Gewinnerteams gemeinsam willkommen heißen und ihnen ihre Glückwünsche aussprechen. Die Veranstaltung soll den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Arbeit der EZB geben. Die für die Teilnahme an der europäischen Abschlussveranstaltung anfallenden Reise- und Unterbringungskosten aller Teammitglieder sowie der betreuenden Lehrkräfte werden von der EZB erstattet. Für die Bewertung der Präsentationen sind folgende Kriterien relevant: Begründung des gefassten Zinsbeschlusses Genauigkeit dieses Beschlusses Kenntnis und korrekte Verwendung der Ausdrücke und Begriffe aus dem Bereich Geldpolitik Aufbau der Präsentation Mündliche Präsentationsfertigkeiten Beteiligung der einzelnen Teammitglieder Präsentationsmethode 6. EUROPÄISCHE ABSCHLUSS- VERANSTALTUNG Die Gewinnerteams aus jedem Land (die am nationalen Wettbewerb der jeweiligen NZB des Euro-Währungsgebiets teilgenommen haben) sowie die Gewinnerteams der internationalen und europäischen Schulen (die am Wettbewerb der EZB teilgenommen haben) werden zur europäischen Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung bei der EZB in Frankfurt am Main eingeladen (außer in Fällen höherer Gewalt). 7. DATENSCHUTZ- ERKLÄRUNG a) Datenschutz und Datenverarbeitungszwecke Alle von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften bereitgestellten personenbezogenen Daten werden gemäß der Datenschutzverordnung 1 verarbeitet. Die Abteilung Information und Protokoll der EZB wird als für die Datenverarbeitung verantwortliche Stelle die personenbezogenen Daten erheben und verarbeiten. Auftragsverarbeiter ist die Havas Worldwide Düsseldorf GmbH (Euro RSCG GmbH), die die Generation- uro-website als Host bereitstellt und die Daten auf dieser Website auf Weisung und im Namen der EZB verarbeitet. Alle bei der Registrierung auf der Generation- uro-website von den Teilnehmern bereitgestellten Daten werden in einer Datenbank gespeichert. Die erhobenen Daten werden für die Zwecke der Verwaltung der Wettbewerbsteilnehmer und des Zugangs zu den wettbewerbsbezogenen Informationen, des Teilnehmerrankings, der Preisvergabe und der 1 Verordnung (EG) Nr. 45/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2000 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Organe und Einrichtungen der Gemeinschaft und zum freien Datenverkehr. 8

Kom mu nikation mit den Teilnehmern genutzt, um diesen wettbewerbsbezogene Informationen zu übermitteln. Es werden lediglich jene personenbezogenen Daten gespeichert, die im Rahmen der Registrierung auf der Generation- uro-website oder durch Übersenden einer E-Mail an generationeuro@ecb.europa.eu bereitgestellt werden. Mit der Eingabe ihrer personenbezogenen Daten erklären sich die teilnehmenden Schüler und Lehrkräfte damit einverstanden, dass der Name des Gewinnerteams sowie die Namen der Teammitglieder auf den Websites der EZB und/ oder der Website der NZBen veröffentlicht bzw. auf öffentlichen Veranstaltungen bekannt gegeben werden dürfen. Ferner werden bei der nationalen Preisverleihung und bei der Abschlussveranstaltung voraussichtlich Fotos und kurze Videoaufnahmen der Gewinnerteams angefertigt, die von der EZB und/oder den NZBen veröffentlicht werden. b) Sicherheit und Weitergabe an Dritte Die auf der Generation- uro-website erhobenen personenbezogenen Daten dürfen den NZBen der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets weitergegeben werden, sofern dies für die Durchführung des Wettbewerbs auf einzelstaatlicher Ebene erforderlich ist. Jegliche Weiterverarbeitung der personenbezogenen Daten durch die NZBen unterliegt den Garantien, die die nationalen Rechtsvorschriften zur Durchführung der Datenschutzrichtlinie 95/46/EG vorsehen. Die Havas Worldwide Düsseldorf GmbH (Euro RSCG GmbH) als Auftragsverarbeiter und die NZBen haben vereinbart, die Vertraulichkeit der personenbezogenen Daten der Nutzer zu gewährleisten und einen angemessenen Schutz der Privatsphäre zu garantieren. Die personenbezogenen Daten dürfen an folgende Zentralbanken weitergegeben werden: Europäische Zentralbank, Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique, Deutsche Bundesbank, Central Bank of Ireland, Bank of Greece, Banco de España, Eesti Pank, Banque de France, Banca d Italia, Central Bank of Cyprus, Latvijas Banka, Lietuvos bankas, Banque centrale du Luxembourg, Bank Ċentrali ta Malta/ Central Bank of Malta, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Banco de Portugal, Banka Slovenije, Národná banka Slovenska, Suomen Pankki Finlands Bank. c) Speicherfrist und Recht auf Zugriff, Berichtigung und Löschung Die Frist für die Speicherung der oben genannten Daten beträgt drei Jahre ab dem Tag, an dem die personenbezogenen Daten, einschließlich Porträts, Fotografien und Videos, erhoben wurden. Die Schüler und Lehrkräfte haben das Recht, auf ihre Daten zuzugreifen, sie zu berichtigen und zu aktualisieren. Personen, die Fragen zur Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten haben oder von ihrem Zugriffsrecht oder ihrem Recht auf Berichtigung der Daten Gebrauch machen möchten, können eine E-Mail an generationeuro@ecb.europa.eu richten. Die betroffenen Personen haben das Recht, sich an den Europäischen Datenschutzbeauftragten zu wenden: www.edps.europa.eu/edpsweb/. 2 Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr. 9

ANHANG EINFÜHRUNG IN DAS ZENTRALBANKWESEN UND DIE GELDPOLITIK IM EURO-WÄHRUNGSGEBIET Der vorliegende Anhang3 gibt einen kurzen Überblick über das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) sowie das Eurosystem und beinhaltet eine Einführung in die Geldpolitik der EZB. Ausführlichere Informationen, die Sie bei der Vorbereitung Ihrer Schülerinnen und Schüler auf den Wettbewerb unterstützen, sind auf der Website für den Generation- uro- Students Award in der Rubrik Über das Eurosystem abrufbar. Das Europäische System der Zentralbanken, das Eurosystem und das Euro-Währungsgebiet Seit dem 1. Januar 1999 ist die EZB für die Durchführung der Geldpolitik im Euroraum der zweitgrößten Volkswirtschaft mit einheitlicher Währung nach den Vereinigten Staaten zuständig. Das Euro-Währungsgebiet besteht aus jenen Ländern der Europäischen Union, deren Währung der Euro ist. Es entstand, als die nationalen Zentralbanken (NZBen) von 11 Ländern der EZB im Januar 1999 die Zuständigkeit für die Geldpolitik übertrugen. Später traten dem Euroraum weitere Länder bei: Griechenland im Jahr 2001, Slowenien 2007, Zypern sowie Malta 2008, die Slowakei 2009, Estland 2011, Lettland 2014 und Litauen 2015. Die Ent stehung des Eurogebiets und die Schaffung der EZB waren Meilensteine im Prozess der europäischen Integration. Vor dem Beitritt zum Euroraum müssen die sogenannten Konvergenzkriterien erfüllt werden; das gilt für die vorgenannten Euro-Länder gleichermaßen wie für EU-Mitgliedstaaten, die sich künftig dem Eurogebiet anschließen wollen. Die Konvergenzkriterien legen die wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen für eine Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion fest. Die rechtliche Grundlage für die einheitliche Geldpolitik bilden der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEU-Vertrag) und die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank. Die EZB ist das Zentrum des Eurosystems und des ESZB. Die EZB und die NZBen nehmen gemeinsam die Aufgaben wahr, mit denen sie betraut sind. Das ESZB umfasst die EZB und die NZBen aller EU-Mitgliedstaaten, unabhängig davon, ob diese den Euro eingeführt haben oder nicht. Das Eurosystem besteht aus der EZB und den NZBen der Euro-Länder. Solange es EU-Mitgliedstaaten gibt, die nicht dem Eurogebiet angehören, werden das Eurosystem und das ESZB nebeneinander bestehen. Europäische Zentralbank Die EZB ist als Zentralbank für die gemeinsame europäische Währung, den Euro, zuständig. Ziele Gemäß dem AEU-Vertrag ist die Gewährleistung von Preisstabilität das vorrangige Ziel des ESZB. Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU, die u. a. auf Vollbeschäftigung sowie eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist. Das Ziel der Geldpolitik gemäß AEU-Vertrag Der AEU-Vertrag stellt eine deutliche Rangfolge der Ziele für das Eurosystem auf und weist der Preisstabilität eine herausragende Rolle zu. Im AEU-Vertrag ist auch festgelegt, dass die Gewährleistung von Preisstabilität der wichtigste Beitrag ist, den die Geldpolitik zu einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld und zu Vollbeschäftigung leisten kann. Diese Vertragsbestimmungen spiegeln den breiten Konsens darüber wider, dass die Vorteile von Preisstabilität erheblich sind. Die Gewährleistung dauerhaft stabiler Preise ist eine entscheidende Voraussetzung für die Steigerung des wirtschaftlichen Wohlstands und des Wachstumspotenzials einer Volkswirtschaft; die natürliche Rolle der Geldpolitik in einer Volkswirtschaft besteht darin, Preisstabilität zu 3 Der Anhang beruht auf Informationen, die auf der Website der EZB unter www.ecb.europa.eu abrufbar sind. 10

gewährleisten. Die Geldpolitik kann sich auf die realwirtschaftliche Aktivität auf kürzere Sicht auswirken, aber letztendlich kann sie nur das Preisniveau in einer Volkswirtschaft beeinflussen. Aus den Vertragsbestimmungen geht auch hervor, dass das Eurosystem bei der Durchführung der geldpolitischen Beschlüsse, die auf die Gewährleistung von Preisstabilität abzielen, auch die allgemeineren wirtschaftlichen Ziele der EU berücksichtigen sollte. Da die Geldpolitik die realwirtschaftliche Aktivität auf kürzere Frist beeinflussen kann, sollte die EZB es für gewöhnlich vermeiden, übermäßige Produktions- und Beschäftigungsschwankungen zu erzeugen, sofern dies ihrem vorrangigen Ziel entspricht. Grundlegende Aufgaben Gemäß dem AEU-Vertrag bestehen die grundlegenden Aufgaben des ESZB darin, die Geldpolitik der Union festzulegen und auszuführen, Devisengeschäfte durchzuführen, die offiziellen Währungsreserven der Euro-Länder zu halten und zu verwalten und das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern. Weitere Aufgaben des ESZB Das ESZB ist außerdem für eine Reihe weiterer Aufgaben in den folgenden Bereichen zuständig: Banknoten: Die EZB und die NZBen sind für die Ausgabe von Euro-Banknoten im Eurosystem verantwortlich. Statistik: Die EZB erhebt, in Zusammenarbeit mit den NZBen, statistische Daten entweder von nationalen Stellen oder direkt von den Wirtschaftsakteuren, die sie zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben benötigt. Finanzstabilität und Aufsichtsfragen: Das ESZB trägt zur reibungslosen Umsetzung der von den zuständigen Stellen im Hinblick auf die Bankenaufsicht und die Stabilität des Finanzsystems ergriffenen Maßnahmen bei. Internationale und europäische Zusammenarbeit: Die EZB unterhält Arbeitsbeziehungen mit den relevanten Organen, Einrichtungen und Foren sowohl innerhalb der EU als auch auf internationaler Ebene, damit das ESZB seine Aufgaben wahrnehmen kann. Der EZB-Rat Der EZB-Rat ist das oberste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst die sechs Mitglieder des Direktoriums und die Präsidenten der NZBen der Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist. Zu den Aufgaben des EZB-Rats gehört es, die Verordnungen und Beschlüsse zu erlassen, die zur Erfüllung der dem ESZB übertragenen Aufgaben notwendig sind. die Geldpolitik des Euroraums festzulegen. Hierzu gehört die Beschlussfassung über geldpolitische Ziele, Leitzinssätze sowie die Bereitstellung von Zentralbankgeld im Eurosystem und das Erlassen von Leitlinien für die Umsetzung dieser Beschlüsse. Sitzungen und Beschlüsse des EZB-Rats Seit Januar 2015 werden die geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats nicht mehr jeden Monat, sondern nur noch alle sechs Wochen stattfinden. Bei diesen Sitzungen bewertet der EZB-Rat die wirtschaftliche und monetäre Entwicklung und fasst seinen geldpolitischen Beschluss. Nicht die Geldpolitik betreffende Sitzungen werden auch weiterhin mindestens einmal pro Monat abgehalten. Bei diesen Sitzungen werden vorwiegend Themen behandelt, die sich aus den übrigen Aufgaben und Verantwortungsbereichen der EZB und des Eurosystems ergeben. In der Regel tagt der EZB-Rat in den Räumlichkeiten der EZB in Frankfurt am Main zusammen. Der geldpolitische Beschluss wird unmittelbar nach der geldpolitischen Sitzung im Rahmen einer Pressekonferenz ausführlich erläutert. Den Vorsitz bei der in zwei Teile gegliederten Pressekonferenz führt der Präsident gemeinsam mit dem Vize-Präsidenten. Zunächst verliest der Präsident die einleitenden Bemerkungen, in denen die Beweggründe für 11

den jeweiligen geldpolitischen Beschluss des EZB-Rats erläutert werden. Im Anschluss steht er den Journalisten Rede und Antwort. Seit Januar 2015 wird die EZB Zusammenfassungen der geldpolitischen Erörterungen des EZB-Rats veröffentlichen. Das Ziel der Preisstabilität Das Ziel der Preisstabilität bezieht sich auf das allgemeine Preisniveau in der Volkswirtschaft. Hieraus ergibt sich, dass länger anhaltende Phasen von Inflation wie auch Deflation zu vermeiden sind. Die EZB definiert Preisstabilität als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe 2 % gegenüber dem Vorjahr. Preisstabilität trägt zu einer kräftigen Wirtschaftstätigkeit und zu einem hohen Beschäftigungsniveau bei: Sie verbessert die Transparenz des Preismechanismus. In einem von stabilen Preisen geprägten Umfeld ist es einfacher für die Bevölkerung, Veränderungen der relativen Preise zu erkennen, da diese dann nicht durch umfassende Änderungen des allgemeinen Preisniveaus (bei hoher Inflation) überdeckt werden. Dadurch kann die Bevölkerung fundierte Konsum- und Investitionsentscheidungen treffen und Ressourcen (d. h. ihr Geld) effizienter einsetzen. Preisstabilität verringert die Inflationsrisikoprämien bei den Zinssätzen (d. h. die Vergütung, die Investoren für einen unerwarteten Inflationsanstieg während des Investitionszeitraums verlangen). Dies führt zu niedrigeren Realzinsen und macht das Investieren attraktiver. Sie macht unproduktive Aktivitäten zur Absicherung gegen die negativen Auswirkungen von Inflation oder Deflation überflüssig. Als Beispiel sei hier das Horten von Waren genannt, wenn die Menschen erwarten, dass deren Preise steigen. Preisstabilität mindert die Verzerrungen von Inflation und Deflation, die die Verzerrungseffekte von Steuer- und Sozialversicherungssystemen auf das Wirtschaftsverhalten verstärken können. Sie beugt auch einer willkürlichen Umverteilung von Wohlstand und Einkommen infolge unerwarteter Phasen von Inflation und Deflation vor.. Die Rolle der geldpolitischen Strategie des Eurosystems Eine geldpolitische Strategie stellt einen kohärenten und strukturierten Rahmen für geldpolitische Entscheidungen dar, damit eine Zentralbank ihr Ziel erreicht. Die geldpolitische Strategie für den Euroraum beinhaltet zwei wichtige Aufgaben. Zunächst gibt sie der Beschlussfassung an sich eine klare Struktur vor und stellt so sicher, dass dem EZB-Rat die erforderlichen Informationen und Analysen zur Verfügung stehen, um geldpolitische Entscheidungen zu treffen. Des Weiteren ist sie auch ein Instrument, um der Öffentlichkeit diese Beschlüsse zu erläutern. Die Strategie trägt zur Glaubwürdigkeit des Eurosystems an den Finanzmärkten bei, indem sie die Effektivität der Geldpolitik verbessert und die Verpflichtung des Eurosystems zur Preisstabilität signalisiert. Über die Festlegung der kurzfristigen Zinsen wirken sich die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rats auf die Wirtschaft, und letztlich auf das Preisniveau, aus. Zwei-Säulen-Ansatz Grundlage für den Zinsbeschluss Bei der Bestimmung der Art und des Ausmaßes der Risiken für die Preisstabilität im Euroraum auf mittlere Sicht verfolgt der EZB-Rat einen spezifischen Ansatz. Dieser Ansatz zur Aufbereitung, Bewertung und Gegenprüfung der Informationen, die für die Einschätzung der Risiken für die Preisstabilität von Bedeutung sind, beruht auf zwei einander ergänzenden analytischen Perspektiven, den sogenannten zwei Säulen. Dies sind: die wirtschaftliche Analyse und die monetäre Analyse Die wirtschaftliche Analyse ist auf die Beurteilung der kurzbis mittelfristigen Einflüsse auf die Preisentwicklung ausgerichtet, wobei der Schwerpunkt auf der realwirtschaftlichen Entwicklung (d. h. der Herstellung von Waren und der Erbringung von Dienstleistungen) und den Finanzierungsbedingungen der Wirtschaft liegt. Sie trägt der Tatsache 12

Rechnung, dass die Preisentwicklung über diese Zeithorizonte hinweg weitgehend vom Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an den Waren-, Dienstleistungsund Faktormärkten (z. B. Produktionsfaktoren, d. h. Arbeit, Kapital und Boden) beeinflusst wird. Die monetäre Analyse konzentriert sich auf einen längeren Horizont und nutzt den langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen. Sie dient hauptsächlich als Mittel zur Überprüfung aus mittlerer bis langer Perspektive der aus der wirtschaftlichen Analyse abgeleiteten kurz- bis mittelfristigen Hinweise für die Geldpolitik. Die Informationen zur Geldmenge und Kreditvergabe werden darüber hinaus um eine Reihe von Finanzmarktindikatoren ergänzt, um so das Lagebild zu vervollständigen und etwaige vom Finanzbereich der Volkswirtschaft ausgehende Risiken aufzudecken. Der Zwei-Säulen-Ansatz soll sicherstellen, dass bei der Bewertung der Risiken für die Preisstabilität keine relevanten Informationen übersehen werden und die unterschiedlichen Sichtweisen sowie die Gegenprüfung von Informationen ausreichend berücksichtigt werden, um zu einer Gesamtbeurteilung der Risiken für die Preisstabilität zu gelangen. Er sieht eine breit gefächerte Analyse vor und gewährleistet eine solide Entscheidungsfindung. Die geldpolitischen Instrumente Die Geldpolitik steuert die kurzfristigen Zinssätze auf bestmögliche Weise und übt so Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft aus. Die Steuerung der kurzfristigen Zinssätze erfolgt über die operative Umsetzung der Geldpolitik. Zu diesem Zweck steht dem Eurosystem eine Reihe von geldpolitischen Instrumenten zur Verfügung, nämlich Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten und Mindestreserven. a) Offenmarktgeschäfte Wichtigstes geldpolitisches Instrument sind die Offenmarktgeschäfte. Sie dienen der Steuerung der Zinssätze der Steuerung der Liquiditätsversorgung am Geldmarkt der Signalisierung des geldpolitischen Kurses Offenmarktgeschäfte lassen sich in die folgenden vier Kategorien einteilen: Hauptrefinanzierungsgeschäfte, d. h. regelmäßig stattfindende liquiditätszuführende befristete Transaktionen in wöchentlichem Abstand mit einer Laufzeit von einer Woche. längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, d. h. liquiditätszuführende befristete Transaktionen in monatlichem Abstand mit einer Laufzeit von drei Monaten. Feinsteuerungsoperationen, die ad hoc durchgeführt werden und der Steuerung der Liquiditätslage am Markt und der Zinssätze dienen. Sie sollen insbesondere die Auswirkungen unerwarteter Schwankungen der Marktliquidität auf die Zinssätze abmildern, strukturelle Operationen, die über die Emission von Schuldverschreibungen, befristete Transaktionen sowie endgültige Käufe bzw. Verkäufe durchgeführt werden. b) Ständige Fazilitäten Darüber hinaus stellt das Eurosystem ständige Fazilitäten bereit, die der Zuführung bzw. Abschöpfung von Übernachtliquidität dienen; ihre Zinssätze bilden die Ober- und Untergrenze für den Tagesgeldsatz. Es gibt zwei ständige Fazilitäten: Die Spitzenrefinanzierungsfazilität, die Geschäftspartnern (d. h. Finanzinstituten wie etwa Banken) die Möglichkeit gibt, sich bei den NZBen des Euroraums gegen notenbankfähige Sicherheiten Übernachtliquidität zu leihen und die Einlagefazilität, die Geschäftspartner nutzen können, um bei den NZBen des Euroraums Guthaben bis zum nächsten Geschäftstag anzulegen. c) Mindestreserven Das Eurosystem verlangt von den Kreditinstituten, dass sie Mindestreserven auf Konten bei den NZBen des Eurogebiets halten. Das Mindestreservesystem dient der Stabilisierung der Geldmarktsätze und der Herbeiführung oder Vergrößerung einer strukturellen Liquiditätsknappheit. 13

Geldpolitische Sondermaßnahmen Seit der Verschärfung der Finanzkrise im September 2008 hat die EZB eine Reihe von geldpolitischen Sondermaßnahmen eingeführt, die in Art, Umfang und Größenordnung beispiellos sind. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass das vorrangige Ziel die Gewährleistung von Preisstabilität erreicht wird, und ein angemessenes Funktionieren des geldpolitischen Transmissionsmechanismus gewährleisten. Diese Maßnahmen sind Teil des Instrumentariums des Eurosystems zur Durchführung der Geldpolitik, haben aber gemäß ihrer Definition Ausnahmecharakter und sind zeitlich befristet. In der Regel richten sich diese Maßnahmen an den Bankensektor, da Unternehmen im Euroraum in Bezug auf ihre Finanzierung von Banken abhängen (und nicht über die Kapitalmärkte finanziert werden). Es handelt sich hierbei beispielsweise um folgende Maßnahmen: Liquiditätszuführung mittels eines Mengentenders mit Vollzuteilung Längerfristige Liquiditätszuführung Ausweitung des Verzeichnisses notenbankfähiger Sicherheiten Liquiditätszuführung in Fremdwährung Endgültige Käufe bestimmter Schuldverschreibungen Forward Guidance Die Forward Guidance der Zentralbanken ist ein geldpolitisches Instrument, bei dem explizite Aussagen zur konditionalen Ausrichtung der Geldpolitik in Bezug auf die künftige Entwicklung der Leitzinsen getroffen werden. Dadurch soll eine größere Übereinstimmung zwischen den Erwartungen der Wirtschaftsakteure und dem von der Zentralbank angestrebten Zinspfad erzielt werden. Seit dem 4. Juli 2013 gibt der EZB-Rat mit der Forward Guidance Hinweise über die künftige Entwicklung der EZB- Leitzinsen in Abhängigkeit von den Aussichten für die Preisstabilität. Der EZB-Rat gab bekannt, dass er davon ausgeht, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden. Die Einschätzung des EZB-Rats beruht auf den auch mittelfristig insgesamt gedämpften Inflationsaussichten vor dem Hintergrund der allgemein schwachen Wirtschaftslage, der hohen ungenutzten Kapazitäten und einer verhaltenen Geldmengen- und Kreditschöpfung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt trägt die Forward Guidance dazu bei, dass die EZB ihren Auftrag zur Gewährleistung von Preisstabilität wirksam innerhalb des Rahmens und unter uneingeschränkter Beachtung ihrer Strategie erfüllen kann. 14

ZEITPLAN DER WETTBEWERB FINDET 2015/16 NACH FOLGENDEM ZEITPLAN STATT:* 1. Runde Online-Quiz: 1. Oktober bis 15. November 2015 2. Runde Analyse: 23. November 2015 bis 31. Jänner 2016 3. Runde Präsentation: März 2016 Europäische Abschlussveranstaltung in der EZB: April 2016 * Änderungen im Zeitplan möglich ANSPRECHPARTNER BEI DER OeNB Während des Wettbewerbs steht Ihnen das Organisationsteam der Oesterreichische Nationalbank jederzeit gerne für Fragen zur Verfügung. Bitte senden Sie eine E-Mail an generationeuro@oenb.at. Sie finden uns auch auf Facebook unter Generation Euro Students Award Österreich. OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM