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Transkript:

Leibniz Universität Hannover Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Institut für Produktionswirtschaft Prof. Dr. Florian Sahling Klausur zur Vorlesung Betriebliches Rechnungswesen II Industrielle Kosten- und Leistungsrechnung im Wintersemester 2015/2016 Hinweise: Die Klausur besteht aus 11 Seiten (inkl. Deckblatt). Bitte überprüfen Sie, ob Ihr Exemplar vollständig ist und lassen Sie sich ggf. ein vollständiges geben. Die Klausur besteht aus insgesamt sieben Aufgaben, die alle zu bearbeiten sind. Bei einer Klausurdauer von 60 Minuten sind maximal 60 Punkte erreichbar. Der Lösungsweg muss erkennbar sein! Wenn Sie zur Beantwortung einer Frage eine Formel verwenden, so geben sie diese zunächst in allgemeiner Form an! Runden Sie ihre Ergebnisse und Zwischenergebnisse auf zwei Nachkommastellen! Als Hilfsmittel ist ein nicht-programmierbarer Taschenrechner zugelassen. Zur Beantwortung der Fragen finden sie genügend Platz in der Klausur. Bitte reißen sie die Klausur nicht auseinander und verwenden sie kein eigenes Papier. Tragen Sie bitte zuerst Ihre persönlichen Daten ein. Bitte kreuzen Sie im Feld Note Ja an, wenn sie einen benoteten Leistungsnachweis benötigen. Persönliche Daten: Nachname Vorname Matrikelnr. Studienfach Semester Note Ja Nein Bewertung: Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 Summe Mögliche Punkte 15 6 6 12 8 9 4 60 Erreichte Punkte 1

1. Grundbegriffe (15 Punkte) (a) Definieren Sie den Begriff Kosten (3 Punkte). (b) Erläutern Sie den Begriff relevante Kosten (2 Punkte). (c) Erläutern Sie den Begriff Opportunitätskosten. Begründen Sie, ob diese entscheidungsrelevant sind (3 Punkte). 2

(d) Erläutern Sie den Begriff Sunk Costs. Begründen Sie, ob diese entscheidungsrelevant sind (3 Punkte). (e) Grenzen Sie stichpunktartig die Kosten- und Erlösrechnung von der Investitionsrechnung ab. Geben Sie jeweils ein Beispiel (4 Punkte). 3

2. Kalkulatorische Abschreibungen (6 Punkte) Erläutern Sie stichpunktartig unter Nennung der mathematischen Berechnungsvorschriften das Vorgehen bei den drei in der Vorlesung behandelten zeitabhängigen Abschreibungsverfahren. Verwenden Sie dabei einen Anschaffungswert I, einen Restwert L und eine Nutzungsdauer von T Perioden (6 Punkte). 4

3. Maschinensatzrechnung (6 Punkte) Für eine differenziertere Kalkulation sollen Sie für eine Spezialmaschine eine Maschinensatzrechnung durchführen. Für die Spezialmaschine sind Ihnen folgende Daten gegeben: Anschaffungspreis [ ] 1.200.000 Wirtschaftliche Nutzungsdauer [Jahre] 10 Flächenbedarf [m²] 60 Nennleistung [kw] 60 Maschinenlaufzeit [h/jahr] 8.200 Die Maschine wird linear über die gesamte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der kalkulatorische Zinssatz beträgt 5% p.a., Bezugsgröße ist das durchschnittlich gebundene Kapital. Der monatliche Instandhaltungssatz beträgt 2,5% des Anschaffungspreises. Der Raumkosten-Verrechnungssatz beträgt 40 /m² pro Monat. Das Unternehmen zahlt einen Strompreis von 0,25 /kwh. Bestimmen Sie die Zuschlagssätze für die Spezialmaschine auf Stundenbasis. 5

4. Programmplanung (12 Punkte) a) Stellen Sie die Entscheidungskriterien dar, die je nach vorliegender Mehrproduktrestriktion zur Bestimmung des optimalen Produktionsprogramms herangezogen werden können (3 Punkte). b) Ein Unternehmen stellt 4 Produktarten (A, B, C und D) her. Die folgende Tabelle zeigt die Erlös-, Kosten- und Absatzsituation für die einzelnen Produkte: A B C D Stückerlöse [ /Stk.] 135 126 90 75 Stückkosten [ /Stk.] 60 66 45 45 Erwartete Nachfragemenge [Stk.] 150 60 90 180 In den Stückkosten sind nur variable Kosten enthalten. Die Produktion erfolgt auf einer kapazitätsbeschränkten Maschine. Die maximale Kapazität der Maschine beträgt im Planungszeitraum 6.630 Stunden. Die Bearbeitungszeiten, die zur Herstellung der einzelnen Produktarten notwendig sind, können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen: A B C D Bearbeitungszeiten [h/stk.] 18 27 9 15 i. Bestimmen Sie für die vier Produktarten jeweils den relativen Deckungsbeitrag (4 Punkte). 6

ii. Bestimmen Sie das optimale Produktionsprogramm (5 Punkte). 7

5. Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (8 Punkte) Ein Unternehmen ist in die drei Vorkostenstellen Werkstatt, Instandhaltung und Strom sowie die zwei Endkostenstellen Fertigung und Verwaltung gegliedert. Die nachfolgenden Informationen stehen Ihnen zur Verfügung: Werkstatt Instandhaltung Strom Primäre Gemeinkosten [ ] 93.300 137.700 48.000 Bezugsgröße 225.450 h 61.800 m² 300.000 kwh Die jeweiligen Leistungsabgaben zwischen den Kostenstellen sind in der nachfolgenden Tabelle abgetragen: von Werkstatt Instandhaltung Strom Leistungsabgabe an [h] [m²] [kwh] Werkstatt 450 0 120.000 Instandhaltung 75.000 1.800 30.000 Strom 0 0 0 Fertigung 123.000 48.000 146.250 Verwaltung 27.000 12.000 3.750 (a) Ermitteln Sie die Verrechnungspreise mittels Treppenumlageverfahren. Wählen Sie dabei eine sinnvolle Reihenfolge der abzurechnenden Vorkostenstellen (6 Punkte). 8

(b) Nennen Sie zwei Anforderungen bei der Abgrenzung von Kostenstellen (2 Punkte). 9

6. Target Costing (9 Punkte) (a) Zeigen Sie Maßnahmen zur Zielkostenerreichung im Target Costing auf (3 Punkte). (b) Erläutern Sie stichpunktartig zwei der fünf in der Vorlesung vorgestellten Verfahren zur Ermittlung von produktbezogenen Kostenobergrenzen (6 Punkte). 10

7. Erfolgsrechnung (4 Punkte) Ein Betrieb stellt zwei Produkte A und B her. Sie sollen, basierend auf den nachfolgenden Daten, eine Erfolgsrechnung für diese beiden Produkte erstellen. A B Fertigungsmenge [Stück] 4.500 5.400 Absatzmenge [Stück] 3.600 6.000 Selbstkosten [ /Stück] 84 51 Stückerlös [ /Stück] 120 90 Bestimmen Sie den Periodenerfolg für einen Monat nach dem Umsatzkostenverfahren auf Vollkostenbasis. Stellen Sie das Ergebnis in Kontenform dar. 11