Wohngebäude nach EnEV Easy

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Transkript:

Wohngebäude nach EnEV Easy (Modellgebäudeverfahren) Copyright 2016 KERN ingenieurkonzepte SOFTWARE FÜR ARCHITEKTEN UND INGENIEURE

Inhalt 1. Anwendungsbereich...5 1.1 Voraussetzungen...5 2.0 Berechnung nach EnEV Easy...7 2.1 Projekt erstellen...7 2.1 Flächenermittlung...8 2.3 Nachweisverfahren...11 2.3.1 Allgemeine Anwendungsvoraussetzungen...11 2.3.2 Ausstattungsvariante...14 2.4 Energieausweis...17

1. Anwendungsbereich Am 8.November 2016 ist die deutlich vereinfachte Nachweismethode EnEV easy im Bundesanzeiger bekannt gemacht worden. Sie kann für neu zu errichtende, nicht gekühlte Wohngebäude ab dem 1.Januar 2016 angewendet werden. Ohne umfangreiche Berechnungen kann man ein nicht gekühltes Gebäude nach 3 Abs. 5 der EnEV 2014 energetisch nachweisen. Entspricht das Gebäude bestimmten Anwendungsvoraussetzungen, kann aus einer Auswahl von 13 anlagentechnischen Ausstattungsvarianten eine passende Anlage gewählt werden. Man muss dann lediglich noch den ausreichenden Wärmeschutz der thermischen Hülle (U-Werte) belegen und erhält damit bereits den EnEV-Nachweis und einen Energieausweis. 1.1 Voraussetzungen Das Modellgebäudeverfahren kann nur in bestimmten Fällen angewendet werden. Hier der entsprechende Auszug aus dem Bundesanzeiger (Anlage 3, BAnz AT 08.11.2016 B1): Prüfung der allgemeinen Anwendungsvoraussetzungen: Das Gebäude ist ein Wohngebäude im Sinne von 2 Nummer 1 EnEV. Das Gebäude wird nicht mit anlagentechnischen Einrichtungen (Klimaanlage) gekühlt. Die Wärmebrücken, die im Rahmen rechnerischer Nachweise zu berücksichtigen wären, sind so ausgeführt, dass sie mindestens gleichwertig zu den Musterlösungen der DIN 4108 Beiblatt 2: 2006-03 sind. (Für Wärmebrücken, bei denen die angrenzenden Bauteile kleinere Wärmedurchgangskoeffizienten aufweisen, als in den Musterlösungen zugrunde gelegt sind, sind Gleichwertigkeitsnachweise nicht erforderlich [ 7 Absatz 3 Satz 2 EnEV].) Die Dichtheit wurde/wird nach 6 Absatz 1 Satz 2 in Verbindung mit Anlage 4 EnEV geprüft; die dort genannten Grenzwerte werden eingehalten. Das Gebäude erfüllt die Voraussetzungen, unter denen der sommerliche Wärmeschutz auch ohne rechnerischen Nachweis als ausreichend angesehen werden kann. Prüfung der geometrischen Anwendungsvoraussetzungen Die aufsummierte beheizte Bruttogeschossfläche AGS (Gebäudegröße) beträgt m² und liegt damit im Anwendungsbereich (115 bis 2 300 m²). Die mittlere Geschosshöhe des Gebäudes beträgt...m und liegt damit im Anwendungsbereich (2,5 bis 3,0 m). Der Umfang u der beheizten Bruttogeschossfläche beträgt bei den Normalgeschossen m, die Bruttogeschossfläche AG der Normalgeschosse beträgt m²; der Umfang u der beheizten Bruttogeschossfläche beträgt bei dem Dachgeschoss m, die Bruttogeschossfläche AG des Dachgeschosses beträgt m²; die Bedingung u² 20*AG ist damit erfüllt. Die beheizten Bruttogeschossflächen aller Geschosse sind ohne Vor- oder Rücksprünge deckungsgleich; nur das oberste Geschoss weist gegebenenfalls eine kleinere Bruttogeschossfläche auf. Das Gebäude hat insgesamt beheizte Geschosse und liegt damit im Anwendungsbereich (bis sechs beheizte Geschosse). DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 5 von 22

Die Fensterfläche des Gebäudes insgesamt beträgt m², mithin % (Höchstwert für zweiseitig angebaute Gebäude: 35 %, ansonsten 30 %) der Fassadenfläche des Gebäudes insgesamt von m². Die Fensterfläche der Fassaden, die zwischen Nordwest über Nord bis Nordost orientiert sind, beträgt % (Höchstwert 30 % der zu diesen Himmelsrichtungen ausgerichteten Fassaden). Der Flächenanteil von speziellen Fenstertüren beträgt % (Höchstwert 4,5 %). Der Flächenanteil von Dachflächenfenstern beträgt % (Höchstwert 6 %). Der Flächenanteil von Lichtkuppeln und ähnlichen transparenten Bauteilen im Dachbereich beträgt % (Höchstwert 4 %). Der Flächenanteil der Außentüren beträgt m² und ist damit kleiner als der Maximalwert ( m²) für diese Gebäudegröße. Auswahl aus 13 möglichen Anlagenvarianten Holzfeuerung ohne WLA Holzfeuerung mit WLA BW-Kessel, Solaranlage und WLA Nah-/Fernwärme mit KWK Nah-/Fernwärme mit fp<= 0.65 oder KWK lokal mit WLA Luft-Wasser-WP Luft-Wasser-WP mit WLA Luft-Wasser-WP, elt-dlh Luft-Wasser-WP, elt-dlh, WLA Sole-Wasser-WP Sole-Wasser-WP, WLA mit WRG Wasser-Wasser-WP Wasser-Wasser-WP, WLA mit WRG Ablesen der möglichen Varianten des baulichen Wärmeschutzes Nach Maßgabe der aufsummierten beheizten Bruttogeschossfläche AGS des Gebäudes und der Anbausituation aus Zeile 1, 8 oder 15 der entsprechenden Tabelle der Anlage 1 für die gewählte anlagentechnische Ausstattungsvariante mögliche Varianten des baulichen Wärmeschutzes Auswahl der Wärmeschutzvariante Überprüfung, ob und welche der möglichen Varianten des baulichen Wärmeschutzes auf Grund der zulässigen Maximalanteile von Fenster, Fenstertüren, speziellen Fenstertüren, Dachflächenfenstern sowie Lichtkuppeln und ähnlichen transparenten Bauteilen für das Gebäude in Betracht kommen; Auswahl Variante... Die ausführliche Fassung der Bekanntmachung finden Sie unter: http://www.bvmb.de/images/aktuelles/banz-at-08.11.2016-b1.pdf [abgerufen am 14.12.2016] DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 6 von 22

2.0 Berechnung nach EnEV Easy Für ein einfaches Reihenhaus soll zunächst auf der Grundlage der Berechnungsregeln des Modellgebäudeverfahrens (EnEV easy) ein EnEV-Nachweis geführt werden. 2.1 Projekt erstellen Anleitung Schritt für Schritt: Gehen Sie über den Bildschalter Projekte in das Projektverzeichnis und wählen den Projektordner 001-Seminarbeispiele 2017 durch Mausklick aus. Wählen Sie nun das Projekt WG-RH-Easy durch einen Doppelklick aus. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 7 von 22

2.1 Flächenermittlung Für die Berechnung können Sie die geforderten Kennwerte manuell ins Berechnungsprotokoll eingeben. Die Gebäudegeometrie, Grundflächen, Fensterflächenanteile und die vorgesehenen U- Werte (aus Bauteilbezügen) können aber auch vorteilhaft mit DÄMMWERK-Faltmodellen erfasst und in einer Hüllflächentabelle für den EnEV-easy-Nachweis bereit gestellt werden. Für dieses Beispiel haben wir bereits Faltmodelle angelegt. Öffnen Sie über den Bildschalter Flächenmanagement mit Faltmodellen laden aus... und wählen das vorbereitete Faltmodell Faltmodell-RH.fam aus dem Ordner WG-EnEV-2014-Easy aus und bestätigen im nächsten Schritt die Option alle einlesen. Sehen Sie sich dann die vorbereiteten Faltmodelle an: Faltmodell Erdgeschoss DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 8 von 22

Faltmodell Obergeschoss Übertragen Sie nun die zwei Faltmodelle in die Gebäudeberechnung. Dazu klicken Sie auf den Bildschalter "fertig", markieren alle vorhandenen Faltmodelle und wählen für die Auswertung EnEV- WG (4108-6) und bestätigen mit OK : DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 9 von 22

Klicken Sie im aufgehenden Dialog auf neues Rechenblatt erzeugen : Setzen Sie im Dialogfeld Rechenblatt übertragen in die Hüllflächentabelle, falls nicht voreingestellt, die Häkchen, wie unten gezeigt, und wählen dann die Option NEUE Berechnung. Im nächsten Schritt erzeugen Sie eine neue dwe-datei und vergeben den Namen WG-RHeasy.dwe. DÄMMWERK übergibt nun die Inhalte aus dem Faltmodell automatisch in das Berechnungsprotokoll. Die Gebäudegeometrie, Grundflächen und Fensterflächenanteile und die vorgesehenen U-Werte (aus Bauteilbezügen) sind damit mit DÄMMWERK-Faltmodellen erfasst und in einer Hüllflächentabelle für den EnEV-easy-Nachweis bereit gestellt. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 10 von 22

2.3 Nachweisverfahren 2.3.1 Allgemeine Anwendungsvoraussetzungen Wechseln Sie zurück in das Berechnungsprotokoll. Stellen Sie unter Maßgebenden Normen die aktuelle Version EnEV 2014 ein. Bei Nachweisverfahren wählen Sie die Einstellung EnEV easy nach Bundesanzeiger 11/2016 Unter den allgemeinen Anwendungsvoraussetzungen geben Sie zuerst verschiedene Gebäudeparameter ein. In diesem Beispiel haben wir ein zweiseitig angebautes Wohngebäude und keine Wohnungslüftungsanlage. Diese Gebäudeparameter erreichen Sie über den Schriftzug für ein. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 11 von 22

Um eine erste Einschätzung zu bekommen können Sie sich im Fenster Gebäudeparametert über Ist-Parameter = Soll-Parameter die benötigten Werte für Ihr Bauvorhaben anzeigen lassen. Über den Punkt Hüllflächentabelle anzeigen wird zur Kontrolle ein separates Fenster mit der aus dem Faltmodell generierten Hüllflächentabelle geöffnet. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 12 von 22

Durch Klick auf den Schriftzug Hüllflächentabelle: Ist-Parameter (neu) übernehmen werden die vorhandenen Daten aus den Faltmodellen übertragen. Die Tabelle sieht vorerst noch so aus: Da vorher die Option Ist-Parameter = Soll-Parameter genutzt worden ist, bleiben die bereits ausgefüllten Werte erhalten es werden nur die geänderten Werte überschrieben. In diesem Fall sind fast alle Daten bereits vorhanden. Hinweis: Falls Sie die Option Ist-Parameter = Soll-Parameter vorher nicht genutzt haben, sind manche Ziffern rot markiert. Die Hervorhebungen verdeutlichen an welchen Stellen noch nachgearbeitet werden muss bzw. noch Daten fehlen. Bei der Voraussetzung für den kritischen (Eck-) Raum darf der Fensterflächenanteil bezogen auf die Grundfläche dieses Raums nicht mehr als 35% enthalten (DIN 4108-2:2013-02). Geben Sie hier den Wert 15 ein. Im Bereich der Sonnenschutzvorrichtungen ist eine Außenjalousie in 45 -Stellung vorgesehen. Da das Gebäude an der Nordseite angebaut ist geben Sie bei dem Fensterflächenanteil nordorientiert 0 m² an. Die Werte sind nun alle aktualisiert die allgemeinen Anwendungsvoraussetzungen werden somit eingehalten. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 13 von 22

2.3.2 Ausstattungsvariante Im Bereich der Anlagentechnik sind im EnEV easy -Verfahren nur bestimmte Komponenten vorgesehen. Die anlagentechnische Ausstattung eines Gebäudes muss vollständig einer der Ausstattungsvarianten nach Anlage 1 (BAnz AT 08.11.2016 B1) entsprechen. In diesem Beispiel wählen Sie die klassische Variante Luft-Wasser-WP aus. Im Zuge dessen wird Ihnen die erforderliche Wärmeschutzvariante aufgrund der Gebäudeparameter aufgeführt. In diesem Fall entspricht es der Kategorie H11 (siehe Anlage 1, Tabelle 6, BAnz AT 08.11.2016 B1) DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 14 von 22

In der dazugehörigen Hüllflächentabelle sind nun die einzelnen Bauteile mit Ihrem U-Wert aufgeführt. Die Außenwand mit einem U-Wert von 0,28 entspricht nicht den Anforderungen der Kategorie H11 (siehe BAnz AT 08.11.2016 B1, Anlage 2, Tabelle 1:Baulicher Wärmeschutz). Korrigieren Sie zunächst den U-Wert das Bauteils. Durch Klick auf die Außenwand in der Bauteilübersicht (siehe Grafik-Fenster) können Sie das Bauteil bearbeiten. Falls das Bauteil nicht im Grafikfenster angezeigt wird, können Sie die Bauteilübersicht alternativ auch über den Schriftzug Bauteile in der Navigation erreichen. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 15 von 22

Ändern Sie die z.b. die Schichtdicke der Mineralfaser von 4,00 cm auf 6,00 cm. Der Wärmedurchgangskoeffizient liegt jetzt bei 0,239 W/(m²K) und erfüllt somit die Anforderungen. Wechseln Sie nun zurück auf das Berechnungsprotokoll der 4108-6. Durch Klick auf den Schriftzug Außenwände erscheint eine Übersicht der einzelnen U-Werte. Mit der Option aus der Hüllflächentabelle übernehmen können Sie die Bauteile aktualisieren. Die Außenwand ist nun mit 0,24 W/ (m²k) hinterlegt. Schließen Sie das Eingabefeld mit OK. Sie bekommen nun die Meldung: Das geforderte Wärmeschutzniveau wird eingehalten OK DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 16 von 22

2.4 Energieausweis Sofern Sie alle notwendigen Einstellungen getätigt haben erscheint im untersten Abschnitt des Berechnungsprotokolls eine Zusammenfassung der Daten für den Energieausweis. Über den Schriftzug Energieausweis erreichen Sie das Dialogfenster für die Übergabe an die Druckapplikation. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 17 von 22

Hinweis: Für das Erstellen von Energieausweisen nach dem Modellgebäudeverfahren (EnEV Easy) benötigen Sie die neue BBSR-Druckapplikation Version 2.1.1. Für alle anderen Energieausweise nutzen Sie bitte weiterhin die Druckapplikation Version 1.3.1. Den Download für die neue Druckapplikation finden Sie auf unserer Internetseite unter: hhps.//www.bauphysik-software.de/de-de/downloads.html#druckapplikation Falls EnEV Easy im Nachweisverfahren nicht vorhanden ist aktualisieren Sie bitte Dämmwerk zusätzlich zur neuen Druckapplikation mit einem kleinen Download. Erst dann wird das EnEV Easy Verfahren von der Druckapplikation erkannt und es kann eine EAW2014_WGEasy.xml erstellt werden. Füllen Sie zunächst wie gewohnt die projektspezifischen Daten im Bereich weitere Angaben aus und hinterlegen die dibt Zugangsdaten (Benutzername und Passwort). Die Berechnungsnorm WGEasy ist bereits vorgeingestellt. Durch Klick auf den Schriftzug Bedarfsausweis erstellen öffnet sich das entsprechende Dialogfenster. Achten Sie darauf, dass die Plausibilitätsprüfung aktiviert ist. Wenn keine Schemaverletzung vorhanden ist, wird automatisch eine EAW2014_WGEasy.xml im Projektordner abgelegt. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 18 von 22

Über Druckapplikation starten öffnet sich ein separates Fenster mit einer Übersicht der Projektdaten. Kontrollieren Sie hier die die jeweiligen Kategorien (Reiter) auf Vollständigkeit. Falls Sie Änderungen vorgenommen haben können Sie diese über das Diskettensymbol speichern. In der Menüleiste können Sie sich vorab die PDF-Vorschau anzeigen lassen. Schlussendlich generieren Sie den Ausweis über den Bildschalter PDF-Energieausweis erstellen. Bestätigen Sie folgende Schritte: DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 19 von 22

Hinterlegen Sie im nächsten Schritt alle notwendigen Daten im Fenster Einstellungen für die Übermittlung an den DIBt und bestätigen Sie mit OK. DÄMMWERK 2017 Wohngebäude nach EnEV Easy Seite 20 von 22

KERN ingenieurkonzepte Software für Architekten und Ingenieure Hagelberger Straße 17 10965 Berlin Fon 030-78956780 Fax 030-78956781 www.bauphysik-software.de info@bauphysik-software.de Stand: März 2017