Sprachförderungskonzept

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Transkript:

Schule Veerßen Grundschule mit Sprachheilklassen Feldstraße 27 29525 Uelzen Sprachförderungskonzept Die Beherrschung der deutschen Sprache ist von entscheidender Bedeutung für den schulischen Erfolg der Kinder. Sie sollen daher vor und in der Schule noch stärker sprachlich gefördert werden. Ziel ist es, die Chancen der Kinder für eine erfolgreiche Mitarbeit in der Schule zu erhöhen. Das Niedersächsische Schulgesetz sieht aus diesem Grund Sprachfördermaßnahmen in der Grundschule, aber auch bereits vor der Einschulung vor. (1) Schülerinnen und Schüler, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen, sollen besonderen Unterricht zum Erwerb der deutschen Sprache oder zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse erhalten. (2) Kinder, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen, sind verpflichtet im Jahr vor der Einschulung nach näherer Bestimmung durch das Kultusministerium an besonderen schulischen Sprachfördermaßnahmen teilzunehmen. Die Schule stellt bei den gemäß 64 Abs. 1 Satz 1 künftig schulpflichtigen Kindern fest, ob die Voraussetzungen des Satzes 1 vorliegen. (NSchG, 54 a) 1

1. Ziele des Sprachförderunterrichtes Wir wollen die Schüler/- innen, die an unserem Sprachförderunterricht teilnehmen, befähigen, o ihren Wortschatz zu erweitern, o ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit zu verbessern, damit sie die deutsche Sprache immer besser verstehen, sich gut verständigen können und ihre Lernkompetenz steigern, o sich im Unterricht in allen Fächern altersentsprechend und kompetent auszudrücken, o sich die Welt in der Zweitsprache zu erschließen, o aktiv im Unterricht mitzuarbeiten, o den sprachlichen Anforderungen schriftlich und mündlich gewachsen zu sein, o grundlegende grammatikalische Kenntnisse zu erwerben, o ihre Lesekompetenz zu verbessern, o Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten im Rechtschreiben zu erwerben, o ihr Sozialverhalten zu stärken und o die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulbesuch zu schaffen. 2. Inhalte unseres Sprachförderunterrichtes Beim Erlernen der deutschen Sprache planen und gestalten wir die Inhalte und Formen unseres Sprachförderunterrichtes gezielt nach den Bedürfnissen der Kinder. Bei ihnen liegt der Schwerpunkt der Förderung zum einen im Erwerb lebens- und schulbedeutsamer Wörter und Sätze und zum anderen im Aufarbeiten und Sichern der aktuellen Unterrichtsinhalte in Sprache, Mathematik und Sachunterricht, damit sie dem Unterricht im Klassenverband besser folgen können. Wir regen die Kinder auf verschiedenste Weise zur sprachlichen Eigentätigkeit an. Daher planen wir den Unterricht so, dass sie vorrangig selbsttätig handeln und das, was sie tun, versprachlichen. In besonderer Weise entwickeln Kinder ihre sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in Situationen weiter, in denen sie erfahren, dass sie bedeutsam und sinnvoll sind: o in Situationen, wie wir in der Klasse miteinander umgehen : sich begrüßen, sich mit jemandem verabreden, sich streiten und sich versöhnen, etwas vereinbaren, jemandem gratulieren, miteinander feiern, miteinander spielen, sich über etwas beschweren,... 2

o in Alltagssituationen der Kinder außerhalb des Unterrichts: sich anfreunden, sich besuchen, telefonieren, sich über etwas ärgern oder sich freuen, über Erlebtes berichten, über den Urlaub erzählen, von einer Fernsehsendung berichten... Schwerpunkte unserer Sprachförderung sind o die Förderung des Hörverstehens, o die Förderung des Sprechens: Erwerb und Ausbau eines Grundwortschatzes, Erwerb der Fähigkeit, grammatikalisch richtige Sätze zu bilden, die Alphabetisierung in der deutschen Sprache, das Einüben einfacher Satzmuster, das Erlernen von Redewendungen und Ausdrucksweisen, die ein Kind für eine altersangemessene Kommunikation in der Schule und im Alltag braucht, die Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren, Sprachspiele und Bewegungslieder, der Erwerb der Fähigkeit, sich in der Zweitsprache auszudrücken, sich zu unterhalten, Informationen zu verarbeiten, o die Förderung des Leseverstehens und der Lesekompetenz, o die Förderung der Schreibkompetenz, o Unterstützung beim Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Rechtschreiben, o der Erwerb grammatikalischer Kenntnisse: Nomen und bestimmte Artikel (bzw. unbestimmte Artikel) zuordnen können, Festigung der Wort- und Satzarten, einfache Nebensatzstrukturen, das Üben der Zeitformen, o das Stärken des Sozialverhaltens und o die Förderung des eigenverantwortlichen Lernens. 3

3. Sprachförderung vor der Einschulung 3.1. Die Sprachstandsfeststellung Jeweils ca. 15 Monate vor der Einschulung werden im Rahmen der Schulanmeldung bei allen im darauf folgenden Schuljahr schulpflichtigen Kindern die deutschen Sprachkenntnisse in einem kindgerechten, spielerischen Verfahren festge- stellt. Eltern, die an diesem Tag nicht erscheinen, fordern wir erneut schriftlich auf, zu einem festgesetzten Termin mit ihrem Kind in die Schule zu kommen, damit wir uns auch von ihrem Kind einen Eindruck verschaffen können. Außerdem bitten wir die Eltern, uns im Interesse ihres Kindes eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, die es uns ermöglicht, mit der Leiterin der jeweiligen Kindertageseinrichtung Rücksprache zu halten. Ziel dieses Gespräches ist es, aus der Sicht der Betreuerinnen hilfreiche Hinweise für die gezielte schulische Förderung des Kindes zu bekommen. 3.2. Vorschulische Sprachförderung Wenn die Deutschkenntnisse des Kindes nicht ausreichen, um erfolgreich am Unterricht der 1. Klasse teilzunehmen, wird es im Schuljahr vor der Einschulung einem Sprachkurs zugewiesen. Lehrkräfte der Schule arbeiten mit den Kindern an der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse. Jedem Kind, bei dem ein Sprachförderbedarf festgestellt wurde, steht eine Lehrerwochenstunde zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Veerßen findet die Sprachförderung immer vormittags in den Räumen der Schule statt. Das Niedersächsische Kultusministerium hat "Didaktisch-methodische Empfehlungen für die Vorschulische Sprachförderung" erarbeitet. Diese Empfehlungen enthalten ein Curriculum, in dem die inhaltlichen Grundlagen geordnet sind. Ablauf und Vorgehensweise in den Förderstunden werden individuell gestaltet und richten sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der Kinder. Für Vorschulkinder mit Migrationshintergrund wird beispielsweise häufig die DaZ/DaF Box verwendet, andere arbeiten mit dem "Conlab"-Programm oder Sprachförderprogrammen, die bereits im Kindergarten verwendet werden. 4

4. Sprachförderung in der Grundschule Bemerken die Lehrkräfte, dass die Deutschkenntnisse einer Schülerin / eines Schülers für die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht nicht ausreichen, so erhält dieses Kind zusätzliche Förderung. In unterrichtsfreien Randstunden wird in Einzel-, aber auch in Gruppensituationen an der Verbesserung der Sprachkenntnisse mit einer Lehrkraft gearbeitet. 5. Medien und Materialien Zum Einsatz kommen folgende Materialien und Spiele: o "Zaubermond" - Wortschatz und Lautproduktion o "Sprechdachs" - 13 Sprech- und Erzählspiele o Höchstpersönlich - Spiel zu Pronomen o "Auf und unter" - Mau-Mau-Spiel mit Präpositionen zum Einüben von Satzmustern o "Und dann?" - Bilderreihen zum Legen logischer Reihen und Erzählen kleiner Geschichten o Wimmelbildbücher o Sprechzeichnen (rhythmisches Sprechen von kurzen Reimen, dazu Formen mit Wachsmalern nachspuren) o Lieder und Fingerspiele (je nach Interesse der Kinder) o Puzzle o Dialogisches Bilderbuchlesen (z.b. "Die kleine Raupe Nimmersatt", "Freunde") o Freispiel - Aufgreifen der Ideen der Kinder 5

Das Konzept wurde im Mai 2014 evaluiert, vom Schulvorstand genehmigt und von der Gesamtkonferenz am 17.11.14 mit seinen Änderungen beschlossen. 6