Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des RU Fachdidaktik 11. Kapitel Mikrostrukturen und Sozialformen Notennot und Disziplinprobleme
11. Mikrostrukturen und Sozialformen 11.1 Die Bedeutung von Mikrostrukturen als minimale Lerneinheiten 11.2 Die Festlegung von Zielen und Kompetenzen (1. Vorlesung!) 11.2.1 Kognitive Ziele 11.2.2 Affektive Ziele 11.2.3 Handlungsorientierte Ziele 11.3 Sozialformen im Religionsunterricht und Unterrichtsrhythmus 11.4 Unterrichtsstile und Medieneinsatz im Unterricht 11.5 Hausaufgaben 2
Zur Stundenvorbereitungnach Wolfgang Klafki Zur Stundenvorbereitung gehören folgende Fragen und eine Folgerung: 1. Welche Bedeutung hat der Stundeninhalt für die Klasse? (z.b. Thema: Leid, Schöpfung, Jesus Christus, Gott, Partnerschaft) 2. Worin liegt die Bedeutung des Themas für die Zukunft der Schüler? 3. Welche Struktur(en) weisen die Inhalte auf? 4. Welches elementare Problem erschließt das betreffende Lernziel? 5. Wie wird der Inhalt den Schülern einer bestimmten Klasse besonders interessant? 3
Literatur Hilger/Leimgruber/Ziebertz, Religionsdidaktik, Teil IV, Religionsunterricht professionell planen und gestalten (von Prof. Matthias Bahr), 2.2010, S.485-547. Hans Mendel, Religionsdidaktik kompakt, München 2011, 185-220. Franz Wendel Niehl/Arthur Thömes, 212 Methoden für den RU, München 7.2005. Hans Schmid, Unterrichtsvorbereitung eine Kunst, München 08. 4
11.1 Die Bedeutung von Mikrostrukturen Lernen geschieht wesentlich in Interaktion und Kommunikation Deshalb ist die Organisation des Lernens eine zentrale Lehreraufgabe für verantwortlichen Religionsunterricht. Lehrerin / Lehrer geben die Initialzündung für Lernprozesse. Sie schaffen eine Dramaturgie Unterrichten ist wie eine Reise (Fellini) Lehrpersonen schaffen anregende Lernumgebungen und angemessene Lerngelegenheiten Mikrostrukturen sind minimale Lerneinheiten einer Unterrichtsstunde. Sie strukturieren eine Lernseqenz, bringen Abwechslung, Wiederholung, Vertiefung. 5
11.2 Die Festlegung von Zielen und Kompetenzen (vgl. 1. Vorlesung!) Um den Unterricht konkret zu planen, ist ein Griff zum Lehrplan nötig. Dort finden sich die Themen und Ziele für die bestimmt Jahrgangsklasse. Es gibt Pflichtstoffe und fakultative Themen. Der Lehrplan schließt nicht aus, dass am Anfang der Stunde auf aktuelle Anlässe eingegangen wird. Kognitive Ziele betreffen das Verstehen, Begreifen, Behalten und Erkennen. Sie werden immer so formuliert: Der Schüler/die Schülerinn soll erkennen verstehen begreifen Zusammenhänge sehen vergleichen. Affektive Ziele betreffen die Gefühle, Emotionen und wollen Kinder und Jugendliche betroffen machen und affektiv engagieren. Handlungsorientierte Ziele wollen beim Schüler etwas 6
11.3 Sozialformen und Unterrichtsrhythmus Einzelarbeit: Fokus und Konzentration liegt auf dem Subjekt Methoden: Stillarbeit, Texterfassung, Phantasieübung, Aufgabe, Bildbetrachtung, Information, Wahrnehmung Verschriftlichung, Imaginationsübung Partnerarbeit: Zwei Perspektiven treffen aufeinander, die es abzustimmen gilt; Methoden: Partnergespräch, Interview, Informationsweitergabe, Spiele, Denkauf-gaben. Vorteile der Partnerarbeit: Schwächere und Benachteiligte kommen zum Zug. Begabtere können Schwächere sozial unterstützen. Emotionale und soziale Bedürfnisse können erfüllt werden. 7
11.3 Sozialformen II Gruppenarbeit (kurz: GA) Frontalunterricht (Virtuelles Gespräch) hier geschieht soziales Lernen Integration und geschützte Kommunikation Aufgabe muss klar sein für alle Delegation der Leitung ist ratsam Protokoll anfertigen ist nützlich Teilaufgaben strukturieren die GA Gefühle haben hier Platz PPP Informativ Gefühle haben wenig Platz Konzentrierte Wissensvermittlung Film 8
11.3 Sozialformen III. Die Kunst des Unterrichtsgespräch Die Lehrperson erarbeitet einen Stoff im lebendigen Gespräch mit allen. Vorbereitung, Sammlung und Fokussierung sind unabdingbar. Schülererfahrung und Vorwissen sollen angesprochen +eingebracht werden. Lehrer/in führt einen Roten Faden, d.h. sie bleibt am Thema und führt Schüleräußerungen stets wieder auf das Ursprungsthema zurück. Die Lehrperson stellt Fragen, spiegelt die Antworten, fasst zusammen und führt den Gedanken weiter zu neuen Fragen. Alle sind zur Teilnahme eingeladen. 9
11.4 Unterrichtsstile Autoritär Permissiv Autoritativ Partnerschaftlich Grenzen und Regeln aufstellen und einhalten 10
11.5 Medieneinsatz und Hausaufgaben Medieneinsatz ist bei der Stundenplanung einzubeziehen (vgl. Kapitel 13) Medien können illustrierende Funktion haben, sollten aber eigentlich einen eigenen Informationswert haben und neue Lernprozesse anstossen. Hausaufgaben Lernprozess soll vertieft und weitergeführt werden. Bisheriges Wissen soll angewandt werden. Eigentlich sollten Aufgaben ohne fremde Hilfe möglich sein. 11
11.5 Evaluation und Notennot Sind Noten im Unterricht über Fragen des Glaubens gerechtfertigt? Wenn RU ein gleichberechtigtes Schulfach (GG 7,3) ist, dann Schulisches Lernen soll vertieft, wiederholt und angewandt werden Nur Gehörtes ist sofort verloren. Multiple Technik der Evaluation: 1. Mündliche Wiederholung und in Erinnerung rufen 2. Klausur (schriftlich nach Vorankündigung) Prof. 3.Durch Dr. Stephan externe Leimgruber Beobachtung der Stunde und 12
11.6 Zusammenfassung Es gibt verschiedene Mikrostrukturen des Lernens im Unterricht Sie bringen Abwechslung und Lebendigkeit in die Schulstube. Mikrostrukturen berücksichtigen das Bildungsniveau der Schüler/innen Sie bevorzugen je eine andere Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler Ausschlaggebend für Lernerfolg ist das didaktische Arrangement, die Lernlandschaft (und natürlich die Person des Lehrers / der Lehrerin) Wechsel in der Sozialform und des Lernortes sind wichtig. Prof. Letztlich Dr. Stephan ist Leimgruber Schüler Lernender (Subjektorientierung) 13
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11.7 Kurzer Hinweis auf Disziplinschwierigkeiten Zuerst Art der Schwierigkeit feststellen: - Lautstärke? Fehlt die Aufmerksamkeit? - Gibt es Gewalt unter den Schülerinnen und Schülern - Interne oder externe Faktoren für die Disziplinschwierigkeit? - Heterogenität in Bezug auf die Zusammensetzung der Klasse - Aussperren signalisiert Kapitulation vor der Aufgabe Maßnahmen, die getroffen werden können - Gemeinsam mit den Schüler die Schwierigkeiten benennen und besprechen - Abmachungen treffen und Regeln aufstellen - Die Kommunikation in der KLASSE reflektieren 15