Lernstandsdiagnostik. Mirola

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Schulverbund Im Mühlengrund Tengern Büttendorf Lernstandsdiagnostik Mirola am Schulverbund Im Mühlengrund (Stand September 2012) angelehnt an: Mit Mirola durch den Zauberwald Beobachtungsverfahren für den Schulanfang zum Erfassen von Lernvoraussetzungen im Rahmen von Gruppenbeobachtung Hrsg: Finken Verlag, Oberursel 2008 Verankert im Schulprogramm, Leitsatz 1: Wir legen besonderen Wert auf die individuelle Förderung jedes Kindes.

1. Allgemeines Seit 2006 ist die Grundschule verpflichtet, die Lernausgangslage jedes Kindes am Schulanfang zu erfassen. Für die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sind damit folgende Fragestellungen verbunden: Was muss/möchte ich von jedem Kind wissen? Was bringt das einzelne Kind mit? Welche grundlegenden Erfahrungen hat es schon gemacht? Welche Lernstrategien hat es? Freut es sich auf die Schule? Was bereitet ihm Mühe? Am Schulverbund Im Mühlengrund wird mit Hilfe der Leitfigur Mirola innerhalb der ersten drei Wochen nach der Einschulung eine Lernstandsdiagnostik durchgeführt. Um den Lernstand jedes einzelnen Schulanfängers zu erfahren, führt die jeweilige Klassenlehrerin zusammen mit einer weiteren Lehrkraft in Kleingruppen ein Spiel durch: Mit Hilfe der Puppe Mirola können alle Kinder zeigen, was sie schon in vielen Bereichen, wie Motorik, Sprache, Mathematik oder auch Wahrnehmung, gelernt haben. Während der Bearbeitung der geforderten Aufgaben werden die Kinder von der Klassenlehrerin/ dem Klassenlehrer beobachtet. Die Aufgaben sind so konzipiert, dass sie einen umfassenden Einblick in die grundlegenden Kompetenzen, die für einen erfolgreichen Schulstart notwendig sind, ermöglichen. Nachfolgend werden diese Beobachtungen ausgewertet und Fördermöglichkeiten notiert, um so einen differenzierten Unterricht anbieten zu können. Im Rahmen einer schulinternen Evaluation zu Mit Mirola durch den Zauberwald ist die Spielgeschichte, so wie sie durch die Herausgeber entwickelt worden ist, erhalten geblieben. Die Aufgaben, die den einzelnen Figuren im Zauberwald zugeordnet sind, wurden indessen für die Lernstandsdiagnostik am Schulverbund Im Mühlengrund abgeändert. Damit ist sichergestellt, dass die Lehrkräfte im ersten Schuljahr für alle Lernbereiche der Schuleingangsphase einen umfassenden Eindruck erhalten.

2. Durchführung an unserer Schule Mit Mirola, einer kleinen Hexe, die noch nicht lesen, schreiben und rechnen kann, geht es durch den Zauberwald. Die Kinder sind ihr, angeleitet von einer Lehrkraft, behilflich, den Weg zur Schule zu finden. Auf ihrem Weg durch den Wald besuchen sie verschiedene Figuren, die ihnen den Weg erklären, wenn sie bestimmte Aufgaben erfüllen: So erzählen die Kinder der kleinen Hexe Mirola ein wenig von sich selbst. Daraufhin hüpfen sie auf einem Bein zum Räuber. Dieser möchte nicht mehr in einer Höhle leben und bittet die Kinder, geometrische Formen auszuschneiden und passend zuzuordnen. Im Schlusssprung geht es weiter zum Zauberer. Dieser möchte, dass die Kinder ihren Namen in Silben sprechen, wenn sie sich vorstellen. Gemeinsam wird ein Zaubertrank hergestellt, indem jedes Kind seine Zutaten (Bildkärtchen) in Silben laut ausspricht. Des Weiteren würfelt jedes Kind und ordnet seinem Wurf die entsprechende Zahlkarte zu. Vom Zauberer geht es weiter zum Krokodil, dem der Zaubertrank gebracht wird. Es folgt ein Fingerspiel mit einem rhythmischen Spruch. Das Krokodil möchte gefüttert werden, ist aber sehr wählerisch. So frisst es nur Dinge, die sich vorne gleich anhören, z.b. Apfel, Ananas, usw. Zum Schluss wird ein Futterkorb gepackt. Dabei muss jedes Kind eine Anzahlkarte ziehen und die entsprechende Menge an Gegenständen in den Korb legen. Rückwärts auf einer Linie balancierend geht es zum Getüm. Das ist ein Wesen mit großen Augen und Ohren. Hier gilt es nun Fehler in einem Bild zu finden, zu zählen und zuzuordnen, Steckwürfeltürme der Größe nach zu sortieren und einen Rhythmus zu hören und wiederzugeben, sowie selbst einen Rhythmus zu erfinden. Im Scherenschritt geht es zurück zu Mirolas Haus. Zur Entspannung bewegen sich alle zum Schubidua-Tanz. Als Abschiedsgeschenk gibt es ein kleines Faltbüchlein, in dem alle Figuren der Reise durch den Zauberwald abgebildet sind. So können die Kinder zu Hause die Reise noch einmal nachvollziehen. 3. Materialbedarf für die Mirola -Durchführung allgemein: Tücher zum Abhängen Personenschilder Klebeband für Linien Klebeband und Edding für Namensschilder Stuhl unter Getüm

Tischgruppe mit 6 Stühlen 2 Picknickdecken (Mirola und Zauberer) Teppichfliesen bei Räuber und Krokodil Beobachtungsbögen Station 1: Gesprächskarten Mirola-Puppe CD Fotoapparat Station 2: Arbeitsblätter pro Kind Korb mit Schere, Kleber, Bleistift Station 3: Bildkärtchen Topf mit Wasser Würfel Zahlenkartensatz Glas Löffel zum Rühren Zauberspruch Station 4: Fingerspielspruch Anlautkarten Korb Tablett mit Gegenständen in verschiedenen Mengen Anzahlkartensatz entsprechend Gegenständen Station 5: Arbeitsblätter Stifte Steckwürfeltürme je 5 pro Kind in unterschiedlicher Höhe Klanghölzer Station 6: CD Mirola-Faltbuch

4. Beobachtung und Dokumentation der individuellen Lernvoraussetzungen Während der Durchführung werden die wahrgenommenen Beobachtungen in einem Bogen nach den von dem Kollegium festgelegten Kriterien eingetragen. Vorgesehen ist darüber hinaus die Dokumentation von Verhaltensweisen der Kinder und von Eindrücken aus dem Gesamtgeschehen. Die Beobachtungen zielen auf verschiedene Kompetenzbereiche, die erfahrungsgemäß auf erfolgreiches Lernen und Arbeiten am Schulanfang Einfluss haben. Die zu beobachtenden Kompetenzbereiche sind: Grobmotorik Sprachkompetenz Feinmotorik Artikulation Wahrnehmung Phonologische Kompetenz Numerische Kompetenz Merkfähigkeit Arbeitsverhalten und Sozial-emotionales Verhalten In Anhang befindet sich der Beobachtungsbogen. 5. Weiterarbeit mit den Mirola -Ergebnissen Von der Diagnose zur Umsetzung der Erkenntnisse Die Erfahrungen aus der Anfangsbeobachtung wirken sich in verschiedenen Bereichen im Anfangsunterricht aus. Die Lehrkräfte nutzen die Lernausgangslage und den Entwicklungsstand des Kindes als Grundlage für die individuelle Planung der Unterrichtsinhalte und der methodischen Schritte. Das Entwicklungsalter von Kindern am Schulanfang differiert mitunter bis zu drei Jahre. Mit den dokumentierten Ergebnissen aus der Schulanfangsbeobachtung wird es möglich, die Startvoraussetzungen des einzelnen Kindes zu berücksichtigen und damit den schulischen Lernbeginn passgenauer zu gestalten. So kann auch der Einsatz von schulischen Förderung besser geplant werden, da durch die begleitende Beobachtung im Anfangsunterricht sehr viel früher die speziellen Bedürfnisse eines Kindes offensichtlich werden. Die Lehrerin erhält mehr Informationen über die schon vorhandenen oder noch zu fördernden Basiskompetenzen der Kinder und kann entsprechend schneller reagieren.

Gezielt werden dann Unterrichts- und Fördermaterialien zu verschiedenen Themengebieten eingesetzt, wenn die Ergebnisse der Beobachtung darauf hinweisen, in welchem Bereich ein Kind Unterstützung und Förderung benötigt z.b. beim Schriftspracherwerb, im Bereich Deutsch als Zweitsprache oder im Bereich der Wahrnehmung. Das Beobachtungsverfahren lässt aber auch Rückschlüsse darauf zu, ob ein Kind in seiner Entwicklung schon sehr weit ist und besondere Angebote mit ergänzenden Aufgaben und zusätzlichen Anforderungen bekommen sollte. Danach lässt sich der Einsatz von Unterrichts- und Zusatzmaterialien gezielter abstimmen. 6. Literaturangaben http://www.091.joomla.schule.bremen.de/index.php/konzept/schulprofil/2 4-mirola Spiele zum Lernen Band 1, Carlsen Verlag GmbH, Reinbeck 1979, 11. Auflage 1988, S. 32f Wochenplan Mathematik Vorkurs, Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2007, S. 13, S. 17, S. 21 Anlautbilder www.zaubereinmaleins.de; www.hamsterkiste.de