AUFGABE 1a 4 Punkte Berechnen Sie auf Basis der Fallstudie die numerische und gewichtete Distribution für den Teilmarkt Künstlermaterialien für das Jahr 2015. Zeigen Sie den Lösungsweg auf. Die Resultate sind auf zwei Stellen zu runden. Numerische Distribution: Die numerische Distribution bringt zum Ausdruck, in wieviel Prozent der möglichen (vorhandenen) Verkaufsstellen unser Produkt geführt wird. Lösungsweg: Resultat: 7 x 100 150 Anzahl der Verkaufsstellen Kunst AG x 100 Anzahl alle Verkaufsstellen Künstlermaterialien = 4,67% = numerischer Distributionsgrad Gewichtete Distribution: Die gewichtete Distribution bringt zum Ausdruck, wie viel Prozent des Gesamtwarengruppenumsatzes in jenen Verkaufsstellen erzielt wird, die unser Produkt führen. Lösungsweg: Resultat: 60 Mio x 100 320 Mio Umsatz der Kunst AG mit Künstlermaterialien x 100 Umsatz aller Anbieter mit Künstlermaterialien = 18,75% = numerischer Distributionsgrad swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 1 von 7
AUFGABE 1b 6 Punkte Berechnen Sie den Distributionsfaktor auf Basis Ihres Resultats in Aufgabe 1a. Zeigen Sie den Lösungsweg auf und interpretieren Sie das Ergebnis. Das Resultat ist auf 2 Dezimalstellen zu runden. Distributionsfaktor Definition: Der Distributionsfaktor setzt gewichtete und numerische Distribution ins Verhältnis und gibt Anhaltspunkte über die Qualität der Distribution. Lösungsweg: Resultat: 18,75% 4,67% = 4,01 gewichtete Distribution numerische Distribution = Distributionsfaktor Interpretation: Der Distributionsfaktor ist sehr hoch: unser Umsatz in der Warengruppe Künstlermaterialien ist rund 4x höher als es bei einer durchschnittlichen und linearen Distribution wäre. Das darf allerdings nicht erstaunen und ist auch mit Vorsicht zu bewerten: Immerhin ist die Kunst AG ein Fachhandel und verfügt über eigene Fachgeschäfte. Ein Großteil des Umsatzes ausserhalb unserer Kette wird durch Grossverteiler und durch kleinste Läden (Papeterien) generiert. Es ist deshalb zwingend, dass wir einen weit überproportionalen Anteil am Umsatz im fraglichen Produktebereich erzielen. swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 2 von 7
AUFGABE 2 16 Punkte Die Entwicklung im Teilmarkt Künstlermaterialien wirft einige Fragen auf. Damit ein besseres Verständnis für die aktuelle Situation geschaffen werden kann, bittet Sie Ihr Vorgesetzter um eine Analyse aus Sicht der Distribution. Nennen und beschreiben Sie hierzu je zwei Stärken und 2 Schwächen sowie je 2 Chancen und 2 Gefahren. Stärken Bestellwert Verfügbarkeit Schwächen Aufwand Single-Channel Chancen Neue Medien / E-Commerce Business-Parks Gefahren Alternativanbieter Politische Rahmenbedingungen Der Bestellwert pro Bestellung ist mit CHF 250 sehr hoch. Die hohe Produkteverfügbarkeit und die kurzen Lieferzeiten sind ein Profilierungsmerkmal der Kunst AG im Markt. Der Versand vom Zentrallager wird durch zunehmende Kosten und zunehmenden Verkehr immer stärker tangiert. Der Ressourcenaufwand wird grösser, was Marge und zunehmend auch Kundenzufriedenheit schmälert. Wir distribuieren unsere Produkte ausschliesslich per Post (Ausnahme sind natürlich die Direktverkäufe in den Geschäften). Weitere Distributionsalternativen stehen noch nicht zur Verfügung. Klumpenrisiko. Durch die zunehmende Bedeutung von E-Commerce ergeben sich neue Absatzmöglichkeiten und steigert die Bedeutung einer funktionierenden Distribution Durch einen Standortwechsel in einen der zahlreichen Businessparks (oder alternativer, regional geförderter Standorte) kann der Aufwand für die Distribution optimiert werden und Ressourcen gespart. Die bisherigen Key-Player im Bereich Distribution (Post, DHL, etc.) stehen ebenfalls unter Druck. Bei Anpassungen/Kürzungen des Leistungsangebotes sind wir erst Mal ohne Alternative Distributionskosten sind stark abhängig von Energiekosten (insb. Diesel). Werden im Zuge von Umwelt- Überlegung steuerliche Belastungen auf Treibstoffe erhöht, so werden diese Kosten direkt auf uns umgelagert werden und die Marge schwächen. swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 3 von 7
AUFGABE 3a 12 Punkte Im Zusammenhang mit der Standortsuche wird vonseiten der Geschäftsleitung die Möglichkeit eines Fremdlagers im Vergleich zu einem Eigenlager diskutiert. Nennen Sie je 3 Vorteile und 3 Nachteile eines Eigen- bzw. Fremdlagers. Eigenlager Vorteile (Kurzbeschreibung) Direktere Anbindung an das Warenbewirtschaftungssystem Völlige Freiheit bei der Entwicklung des Lagerhaltungssystems (dynamisch, Festplatzsystem oder Kombination) Nähe zum Produkt ein Eigenlager bietet mehr Nähe zum Produkt, ein besseres Gefühl für die Lagerhaltung und stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit ihren Produkten. Fremdlager Vorteile (Kurzbeschreibung) Flexibler bei Veränderung der Bedürfnisse insbesondere bei massiver Zunahme oder Abnahme des Lagerplatzbedarfs Abwicklung durch den Anbieter, dadurch weniger Personalbedarf und dadurch möglicherweise weniger Kosten (Personal) in der Personalabteilung. Abwälzung des Risikos bei Ausfällen: Krankheit, bei Verlust, Diebstahl etc. Nachteile (Kurzbeschreibung Hohe Gestehungskosten durch Bau oder Umbau des Lagers, bei Leerstand gleich hohe Kosten. Unflexible Grösse: einmal gewählte Lagergrösse ist auf Jahre fest und kann nicht einfach an wechselnde Gegebenheiten angepasst werden. Ressourcenbindung in einem Bereich, der eigentlich nicht zum Kerngeschäft gehört. Hohe Rückstellungen notwendig. Nachteile (Kurzbeschreibung Alles in allem und langfristig höhere Kosten bei gleicher Lagerfläche. Schwierigere Anbindung der Lagerbewirtschaftung an ein eigenes Warenbewirtschaftungssystem. Abhängigkeit von einem Fremdanbieter in personeller aber auch finanzieller Weise. swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 4 von 7
AUFGABE 3b 14 Punkte Die Geschäftsleitung hat sich für ein Eigenlager entschieden. Erstellen Sie für die Entscheidungsfindung in Bezug auf den neuen Standort ein Anforderungsprofil. Nennen, beschreiben und bewerten Sie dabei 8 wichtige Kriterien, die der künftige Standort erfüllen sollte. Kriterium Bewertung muss / kann Verkehrsanbindung Leichter Zugang/Zu- und Abfahrt zu Hauptverkehrsstrassen und Autobahnen. Zusätzlich muss idealerweise Gleisanschluss Kosten Bau- oder Mietkosten, ev. Steuerliche Erleichterungen bei Ansiedlung von neuem Gewerbe muss Umfeld Weitere Lager und/oder Firmen im direkten Umfeld. Businessparks oder ähnliches bieten Vorteile kann bei Fremddienstleistungen wie z.b. Distributionspartnern. Diese Orte werden häufiger und z.t. kostengünstiger angefahren. Arbeitsmarkt Umfeld und Einzugsgebiet für Mitarbeiter: Wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden ist es kann einfacher, in einem strukturschwachen Gebiet Mitarbeiter zu günstigeren Konditionen zu finden Infrastruktur Vorhandene und geplante Infrastruktur (geschäftlich wie Energieversorgung, Anschlüsse, etc) aber kann auch Lebensinfrastruktur wie Läden, Geschäfte etc. Sicherheit Sowohl physische Sicherheit (Kriminalität) als auch Sicherheit in Bezug auf steuerliche kann Vergünstigungen, politische Stabilität, Umzonungspläne etc. Standort Nähe zu den eigenen Standorten zur Verringerung der Belieferungszeiten und kosten kann Flexibilität Möglichkeiten zur Erweiterung / Verkleinerung / Änderung und Ausweitung des Lagers. Möglichkeit, zusätzlich Verkaufsstellen (Fabrikverkauf) einzurichten. muss swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 5 von 7
AUFGABE 4a 20 Punkte Erarbeiten Sie eine Entscheidungsmatrix für die Wahl des möglichen Paketversandpartners in Form einer gewichteten Nutzwertanalyse. Bewerten Sie dabei die Paketdienste aus dem Anhang anhand von 6 Kriterien. Die Post DHL DPD UPS Kriterium Gew. Pkt. Pkt. Pkt. Pkt. Transportnetz in der Schweiz 4 Preisniveau und Stückgrössen 6 Fakten für Versender 4 Fakten für 5 Empfänger Soziale Bedingungen 3 Image und ökologisches 2 Eignes Netz, arbeitet ohne Hoch, gewichtsund mengengabhängig Enges Abholungsfenster am Mittag (schlecht für Bestellungen) 1 Zustellung 5 20 3 18 2 10 Arbeitsbedingungen ok, Service gut 4 12 Image ok, Ökolabel 4 8 Eigenes Netz, wenig 4 16 Hoch, gewichtsund mengenabhängig 3 18 Enges Abholungsfenster am Mittag (schlecht für Bestellungen) 1 bis 2 Zustellungen 3 15 Arbeitsbedingungen ok, Service ok 4 12 Image ok, Ökolabel 4 8 Die Gewichtung erfolgt nach dem Schulnotensystem 1 6 (1 = unbrauchbar / 6 = optimal) Eignes Netz und viele Ideal da bis 15kg der tiefe Preis gilt 6 36 Abholungsfenster am Abend gut für Bestellungen bis Mittag 3 Zustellversuche Arbeitsbedingungen ok, keine genauen Erkenntnisse Ökolabel, Image wenig profiliert 5 20 5 25 3 9 3 6 Eigenes Grob- Transportnetz, Hoch, gewichtsund mengenabhängig Komplizierte Abholung 3 Zustellversuche Bedingungen nicht klar bekannt. Gutes Image 2 12 2 8 5 25 3 9 5 10 80 81 108 76 swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 6 von 7
AUFGABE 4b 4 Punkte Entscheiden Sie sich für einen der in Aufgabe 4a bewerteten Paketdienste. Begründen Sie nicht nur die Wahl, sondern auch die Nichtwahl der einzelnen Dienste. Paketdienst Wahl Nichtwahl Begründung DPD X Drei Gründe sprechen hauptsächlich für DPD: die Preisstruktur, der Abholzeitpunkt und die Auslieferungsversuche. Da unsere Pakete im Schnitt 10kg schwer sind, ist eine Grenze von 15 kg ideal zudem beträgt der Preis pauschal nur 7 CHF für diese Pakete. DPD holt die Pakete zwischen 16 und 17 Uhr ab ideal für Bestellungen bis 14 Uhr, die noch kommissioniert und ausgeliefert werden können. Zudem ist eine online-verfolgung möglich. DPD unternimmt 3 Zustellversuche beim Kunden, auch samstags. DHL X DHL holt die Pakete am Mittag ab, dadurch ergibt sich eine Verzögerung von einem Tag bei Nachmittagsbestellungen. Nur eine Auslieferung, die zweite nur mit Karte. Die Post X Die Post holt die Pakete am Mittag ab, dadurch ergibt sich eine Verzögerung von einem Tag bei Nachmittagsbestellungen. UPS X Komplizierte Abholung mit Avis. Untauglich für uns. swiss marketing academy GmbH ZÜRICH BERLIN BERN USTER BASEL ST. GALLEN Seite 7 von 7