Definition Frühgeburt

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Transkript:

Trauma Frühgeburt

Definition Frühgeburt Frühgeburt: weniger als 37 Wochen Geburtsgewicht unter 2500 g Sehr kleines Frühgeborenes: weniger als 32 Wochen Geburtsgewicht unter 1500 g Extrem kleines Frühgeborenes Geburtsgewicht unter 1000 g

Definition Trauma Unter Trauma versteht man nach ICD 10 Ereignisse, die objektiv mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß einhergehen die bei fast jedem tiefe Verzweiflung hervorrufen Die Person fühlt sich hilflos ohnmächtig ausgeliefert oder andere in Todesgefahr

Traumatische Zange Geburt als Trauma (Frühgeburt) Überflutung mit aversiven Reizen ( Angst, Verzweiflung, Schmerz) No Fight (nicht dagegen ankämpfen) No Flight (nicht fliehen können) Hilflosigkeit - Ausgeliefert - Ohnmacht Freeze und Fragment Bilder Gefühle Körperempfindung Gedanken Trauma

Was versteht man unter Freeze? Freeze ist eine Erstarrungsreaktion Der Körper wird mit Endorphinen überflutet. Es findet eine innerliche Distanzierung vor nicht aushaltbaren Gefühlen statt

Was versteht man unter fragmentieren? Eine Erfahrung wird in seine Einzelteile zersplittert. Das Ereignis kann somit nicht mehr als zusammenhängend wahrgenommen werden Lutz Besser: Der Vergleich eines Spiegels, der im Augenblick des traumatischen Stressgipfels zerspringt, macht deutlich, dass die zurückbleibenden Spiegelsplitter nicht mehr erkennen lassen, was genau passiert ist, sondern nur noch, dass etwas passiert ist.

Vorteil: Nicht aushaltbare Gefühle werden in kleine Dosen reduziert. Nachteile: Fragmentierte Erinnerungen können nicht verarbeitet werden. Erinnerungssplitter können angetriggert werden und die Betroffenen fühlen sich so, als ob sie sich wieder in der ursprünglichen belastenden Situation befänden

Was passiert im Gehirn? Es stehen 2 Systeme zur Speicherung und Verarbeitung von stressreichen Systemen zur Verfügung: Hippocampus = cool system Amygdala = hot system

1. Hippocampus Wahrnehmen und Speichern als bewußter Vorgang. Es besteht eine Verbindung zum Broca-Sprachzentrum

2. Amygdala (Mandelkern) Die Amygdala hat in unserem Körper die Funktion eines Notfallaggregats und dient der Überlebenssicherung. Die Verbindung zum Broca-Sprachzenturm ist blockiert. Es ist keine bewußte Speicherung möglich. Stattdessen wird das Geschehen fragmentarisch abgesichert. Die Person rutscht in den Zustand des freeze Nach dem Geschehen bleibt das Selbstschutzsystem häufig im erhöhten Alarmzustand, was zu Problemen im Erleben und Verhalten führen kann.

30-35 % erholen sich ohne fremde Hilfe von einer Posttraumatischen Belastungsstörung.

Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung ( PTSB) 1. Übererregung Schlafstörungen Dauerwachsamkeit Reizbarkeit, Unruhe, Mißtrauen, Wut Besorgtheit Übertriebene Schreckreaktionen

2. Wiedererleben Unbewußte Erinnerungen können angetriggert werden. Es kommt zu einer Überflutung von Gefühlen, die eigentlich zu Ursprungssituation gehören. Die Betroffenen befinden sich oft in einem Gedankenkarusell Reinszenierungen als Versuch einer Selbstheilung

3. Vermeiden Gedanken, Gefühle und Erinnerungen an das Trauma werden vermieden. Häufig ist ein vermindertes Interesse an der Umwelt beobachtbar Entfremdungsgefühle Eingeschränkte Affekte und Körperwahrnehmung Stimmung ist oft von Hoffnungslosigkeit und Wertlosigkeit gekennzeichnet

Was kann helfen? Beziehung, zwischenmenschlicher Kontakt Gute soziale Einbettung Ressourcen und Eigeninitiative fördern Unterscheiden lernen was gehört zu damals und was gehört zu heute Abklären, ob eine Dissoziation vorliegt Raum für Trauer Schuldgefühl ansprechen Psychoedukation Notfallkoffer Therapeutische Unterstützung

Quellenangaben - von der Wense, Bindt: Risikofaktor Frühgeburt, 2013 - Elke Garbe: Das kindliche Entwicklungstrauma, 2015 - Michaela Huber: Trauma und die Folgen, 2003