Dynamische und simultane Modelle

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Transkript:

1 / 38 Dynamische und simultane Modelle Kapitel 16 Angewandte Ökonometrie / Ökonometrie III Michael Hauser

2 / 38 Inhalt Motivation für Dynamiken Erwartungen Dynamische Modelle Mehrgleichungsmodelle, Systeme von Gleichungen Identifikationsprobleme in Systemen Reduzierte Form und Beobachtungsäquivalenz

3 / 38 Das Lüdeke-Modell für die BRD C t = α 1 + α 2 Y t + α 3 C t 1 + u 1t I t = β 1 + β 2 Y t + β 3 P t 1 + u 2t M t = γ 1 + γ 2 Y t + γ 3 M t 1 + u 3t Y t = C t + I t M t + G t Konsumgleichung Investitionsfunktion Importfunktion Definitorische Identität Variable (zu konstanten Preisen): endogen: C privater Konsum, Y BIP, I Investitionen, M Importe exogen: G öffentlicher Konsum, P Gewinne, predetermined (vorherbestimmt): M t 1, C t 1 und G, P t 1, C t 1

4 / 38 Modellcharakterisierung Ein Modell heißt partialanalytisch, wenn nur ein Teil der Ökonomie modelliert wird. Bsp: Eine Konsumfunktion. Im Gegensatz dazu versucht ein System von Gleichungen die Simultanitäten und die Aufeinanderfolge von Entscheidungen zu erfassen. Bsp: Das Lüdeke-Modell besteht aus einen System von Gleichungen für den realen Sektor. Es ist aber in dem Sinne partialanalytisch als es den monetären Teil nicht erfasst. Ein Modell heißt dynamisch, wenn verzögerte Variable auftreten. Andernfalls heißt es statisch.

Dynamische Modelle 5 / 38

6 / 38 Verschiedene Dynamiken "Der Wirtschaftsführung obliegt die richtige Verteilung der Güter und Kräfte über den Raum, und sodann ihre richtige Verteilung über die Zeit."(Wagemann, Konjunkturlehre, 1929, 16). Die räumliche Verteilung und damit verbunden räumliche Dynamiken, werden z.b. in räumlichen Panels modelliert. Räumliche Dynamiken beschreiben den Einfluss von benachbarten Einheiten. Z.B. ein Wirtschaftszentrum strahlt in die umliegenden Bezirke aus. Die zeitliche Verteilung bilden wir durch gelaggte Variable ab.

7 / 38 Verschiedene zeitliche Dynamiken Dynamische, sequenzielle Vorgänge über die Zeit sind die Regel. Dazu gehören Entscheidungs- und Beschaffungsprozesse Bsp: Kaufentscheidung, Bestellung, Produktion, Lieferung, Implementation Bestandseffekte Bsp: Kundenstock, Gewohnheit, Investitionen und Kapitalstock, Neukredite und Schulden Anpassungsvorgänge Bsp: permanentes Einkommen wird angepasst, gewünschtes Investitionsniveau wird angestrebt Auffinden eines Gleichgewichts Bsp: Preis-/Mengenfindung in allgemeinen Gleichgewichtsmodellen

8 / 38 Statische Modelle Statische Modelle hingegen nehmen an, dass alle Anpassungsprozesse innerhalb der angenommenen Zeiteinheit (Beobachtungsperiode) abgeschlossen werden.

9 / 38 Erwartungen Erwartungen sind Ausdruck jeder wirtschaftlichen Aktivität, die Zeit benötigt um abgeschlossen zu werden. Formale Modelle der Erwartungsbildung verwenden das Kozept von Risiko im Gegensatz zu Unsicherheit.

10 / 38 Erwartungen: Risko und Unsicherheit Risiko unterstellt eine Operationalisierung von Unsicherheit in Form von Zufallsvariablen. Die Ereignisse die eintreten können, sind wohl definiert und können mit quantifizierbaren Wahrscheinlichkeiten belegt werden. Unsicherheit im Knight schen Sinn akzeptiert auch nicht-quantitativ erfassbare, also nur qualitativ bewertbare Unsicherheit. Vgl. Strukturbrüche. Soziale Systeme sind auf Grund ihrer Komplexität und Rückkoppelungseffekte nicht immer durch (einfache) quantitative Modelle beschreibbar. Eine gewisse Ausgewogenheit zwischen beiden in der Modellierung scheint am vielversprechensten zu sein.

11 / 38 Erwartungen: backward und forward looking Für Entscheidungen werden Prognosen für zukünftige Werte der Entscheidungsvariablen gebildet. backward looking, Erwartungsbildung auf Basis historischer Daten. Bsp: adaptive Erwartungen, ARIMA-Modelle. forward looking. Hier werden relevante geplante, zukünftige Ereignisse mit einbezogen. Bsp: Beschlossene Mehrwertsteuererhöhung ab 1.1. ( Vorziehkäufe), oder Verschrottungsprämie ( Kaufverschiebung). Die zukünftigen temporären Effekte können mittels Dummy Variablen unter Verwendung von historischer Information in Modelle integriert werden.

12 / 38 Erwartungen: rationale Rationale Erwartungen, RE ( berechenbare im Gegensatz zu vernünftigen Erwartungen). Rationale Erwartungen sind eine Modellierungstechnik. Sie werden von einem System erzeugt, bzw. von einem repräsentativen Akteur so gebildet, dass sie mit diesem System konsistent sind. Dabei wird unterstellt, dass das wahre Modell für die gesamte Wirtschaft voliegt, fix für die gesamte Zukunft ist, und dass dessen Stochastik bekannt ist. Sie sind z.b. Bestandteil der dynamic stochastic general equilibrium models (DSGE).

13 / 38 Einige dynamische Modelle: Überblick Wir diskutieren hier und im folgenden Kapitel Verteilte Verzögerungen, DL Koyck Lag Autoregressiver distributed Lag, ADL Fehlerkorrekturmodell

14 / 38 Einige dynamische Modelle: DL, Koyck Verteilte Verzögerungen (distributed lags) mit endlicher Ordnung s, DL(s) Y t = α + β 0 X t +... + β s X t s + u t Der maximale Lag ist s. Das Modell benötigt für die Lags s Parameter. Geometrische Lagstruktur, Koyck Lag (unendliche Lagstruktur): Y t = α + λ 0 λ i X t i + u t i=0 β i = λ 0 λ i Die geometrische Lagstruktur klingt geometrisch ab, λ i, und benötigt dafür nur einen Parameter, λ.

15 / 38 Einige dynamische Modelle: Koyck (Fs) Der Koyck Lag Modell entspricht einem autoregressiv verteilten Lag Modell mit autokorrelierten Residuen: Y t = α(1 λ) + λ 0 X t + λy t 1 + v t mit v t = u t λu t 1 Der durchschnittliche Lag wird in Kapitel 17 behandelt.

16 / 38 Koyck: Herleitung der rekursiven Darstellung Wir bezeichnen S t = λ i X t i. Es gilt: S t = X t + λx t 1 + λ 2 X t 2 +... = = X t + λ(x t 1 + λx t 2 +...) = X t + λs t 1 bzw. Wir schreiben das Modell als λs t 1 = S t X t Y t = α + λ 0 S t + u t und Y t 1 = α + λ 0 S t 1 + u t 1 Nun multiplizieren wir Y t 1 mit λ: λy t 1 = λα + λ 0 λs t 1 + λu t 1 und ersetzen λs t 1 : λy t 1 = αλ + λ 0 [S t X t ] + λu t 1 Durch Berechnung von (Y t λy t 1 ) erhalten wir: mit v t = u t λu t 1. Y t λy t 1 = α(1 λ) + λ 0 X t + v t

17 / 38 Einige dynamische Modelle: ADL Autogressiv verteilter Lag der Ordnung (1,1), ADL(1,1) Y t = α + α 1 Y t 1 + β 0 X t + β 1 X t 1 + u t α 1 < 1 Das ADL Modell ergänzt das DL Modell um verzögerte abhängige Variable. Allgemein, ADL(r, s), lautet es: A r (L)Y t = α + B s (L)X t + u t A r (L) = 1 α 1 L... α r L r und B s (L) = β 0 + β 1 L +... + β s L s Die GGW Beziehung (Y t = Y t 1 = Y, X t = X t 1 = X) lautet Y = µ 0 + µ 1 X µ 0 = α/(1 α 1 ) und µ 1 = (β 0 + β 1 )/(1 α 1 )

18 / 38 Beispiel für ADL(1,0): kurz- und langfristige Effekte Der private reale Konsum C hängt vom realen disponiblen Einkommen Y d und dem vergangenen Konsum ab. Er werde als ADL(1,0) modelliert. C t = β 0 + β 1 Y d t + β 2 C t 1 + u t Für Ö und der Periode 1977 bis 2009 (dats_01.wf1) geschätzt Ĉ t = 423.2 + 0.33Y d t + 0.64C t 1 Die kurzfristige Konsumneigung beträgt 0.33, die langfristige 0.33/(1 0.64) = 0.92.

19 / 38 Einige dynamische Modelle: Fehlerkorrekturmodell Fehlerkorrekturmodell (Error correction model, ECM) Y t = γ(y t 1 µ 0 µ 1 X t 1 ) + β 0 X t + u t Das Fehlerkorrekturmodell ist eine andere Darstellung des ADL(1,1). Setzt man in das ADL(1,1) für X t = X t 1 + X t und Y t = Y t 1 + Y t, erhält man die Struktur des Fehlerkorrekturmodells mit α 1 < 1, und γ = (1 α 1 ), 0 < γ < 2. Ist X = Y = 0, so gilt (im Durchschnitt) die GGW Beziehung.

20 / 38 Dynamische Modelle: Fehlerkorrekturmodell (Fs) Der Term (ausgehend von Y t = µ 0 + µ 1 X t + ϵ t ) Y t 1 µ 0 µ 1 X t 1 = ϵ t 1 ist der Fehler bzw. die Abweichung von der langfristigen Beziehung zwischen X und Y in der Periode (t 1). Die Korrektur von Y t, Y t, durch den Fehler in (t 1) findet durch die Multiplikation mit γ, 0 < γ < 2, statt.

21 / 38 Dynamische Modelle: Fehlerkorrekturmodell (Fs) Angenommen X t 1 = X GGW (konstant) und Y t 1 > Y GGW (c.p.), Y t 1 ist c.p. zu groß. So ist der Fehler ϵ t 1 > 0, positiv. Durch die Multiplikation mit γ > 0 wird der Effekt auf Y t negativ. Y t ist nun kleiner als Y t 1. Y t 1 < Y GGW (c.p.), Y t 1 ist c.p. zu klein. So ist der Fehler ϵ t 1 < 0, negativ. Durch die Multiplikation mit γ > 0 wird der Effekt auf Y t positiv. Y t ist nun größer als Y t 1. Die Anpassung erfolgt in die richtige Richtung.

Mehrgleichungsmodelle 22 / 38

23 / 38 Mehrgleichungsmodelle: Charakterisierung Wir wollen nun die simultane Beziehungen mehrerer (abhängiger) Variabler beschreiben. Wir unterscheiden: Typen von Gleichungen Typen von Variablen Identifizierbarkeit und Nicht-Identifizierbarkeit von Gleichungen

24 / 38 Das Lüdeke-Modell für die BRD (Wh) C t = α 1 + α 2 Y t + α 3 C t 1 + u 1t I t = β 1 + β 2 Y t + β 3 P t 1 + u 2t M t = γ 1 + γ 2 Y t + γ 3 M t 1 + u 3t Y t = C t + I t M t + G t Konsumgleichung Investitionsfunktion Importfunktion Definitorische Identität Variable (zu konstanten Preisen): endogen: C privater Konsum, Y BIP, I Investitionen, M Importe exogen: G öffentlicher Konsum, P Gewinne, predetermined (vorherbestimmt): M t 1, C t 1 und G, P t 1, C t 1

25 / 38 Mehrgleichungsmodelle: Typen von Gleichungen Wir unterscheiden: Reaktions- oder Verhaltensgleichungen beschreiben bzw. erklären das Verhalten einer abhängigen Variablen. Bsp: P = α(d S) mit α > 0 oder Konsumfunktion Definitorische Identitäten definieren Variable. Bsp: Die verwendungsseitige Definition des BIP Gleichgewichtsbedingungen: Bsp: Angebot = Nachfrage BIP = C + I + G + (X M)

26 / 38 Mehrgleichungsmodelle: Typen von Variablen Wir unterscheiden: endogene Variable: Variable, die vom Modell erklärt werden. exogene Variable: Das sind Variable, die mit allen (vergangenen und zukünftigen) Störgrößen unkorreliert sind. (Strict exogeneity) predetermined (vorherbestimmte) Variable: Das sind verzögerte endogene Variable und (aktuelle und verzögerte) exogene Variable. Sie sind mit den zukünftigen und kontemporären Fehlern unkorreliert.

27 / 38 Identifizierbarkeit: Angebots- und Nachfragefunktion I Ein klassisches Problem zur Identifizierbarkeit ist das Schätzen eines Systems bestehend aus einer Angebots- und einer Nachfragefunktion. Problem 1: Q S = α 1 + α 2 P + u α 2 > 0 Angebotsfunktion Q D = β 1 + β 2 P + v β 2 < 0 Nachfragefunktion Q D = Q S Gleichgewichtsbedingung Es liegen 3 Gleichungen mit 2 endogenen Variablen und keinen exogenen oder vorherbestimmten Variablen vor. Da nur Gleichgewichtspunkte, das sind Paare (P, Q ), per definitionem beobachtet werden können, kann nicht auf die Steigungen der beiden Funktionen geschlossen werden. α 2 und β 2 sind nicht identifiziert (identifizierbar).

28 / 38 Identifizierbarkeit: Ag- und Nf-funktion IIa Problem 2a: Q S = α 1 + α 2 P + α 3 Y + u α 2 > 0 Angebotsfunktion, S Q D = β 1 + β 2 P + v β 2 < 0 Nachfragefunktion, D Q D = Q S Es liegt nun zusätzlich eine exogene Variable, Y, vor. Gleichgewichtsbedingung Es wird zu jedem GGW-Punkt zusätzlich ein Wert von Y beobachtet, (P, Q, Y ). Für jedes Y erhalten wir ein GGW=GGW(Y ). Verändert sich Y, so verschiebt sich S, die Lage von D ändert sich nicht. Dadurch wird D abgetastet. Die Steigung von D, β 2, ist identifiziert (identifizierbar), aber nicht die von S, α 2.

29 / 38 Identifizierbarkeit: Ag- und Nf-Funktion IIb Problem 2b: Q S = α 1 + α 2 P + u α 2 > 0 Angebotsfunktion, S Q D = β 1 + β 2 P + β 3 Z + v β 2 < 0 Nachfragefunktion, D Q D = Q S Gleichgewichtsbedingung Es liegt zusätzlich eine exogene Variable, Z, vor. Es wird zu jedem GGW-Punkt zusätzlich ein Z -Wert beobachtet, (P, Q, Z ). Verändert sich Z, so verschiebt sich D, die Lage von S ändert sich nicht. Dadurch wird S abgetastet. Die Steigung von S, α 2, ist identifiziert (identifizierbar), aber nicht die von D, β 2.

30 / 38 Identifizierbarkeit: Ag- und Nf-Funktion IIb Q D(Z 3 ) D(Z 1 ) D(Z 2 ) S S... Daten-/GGW-Punkte (P, Q, Z ) P

31 / 38 Identifizierbarkeit: Angebots- und Nachfragefunktion III Problem 3: Q S = α 1 + α 2 P + α 3 Y + u α 2 > 0 Angebotsfunktion Q D = β 1 + β 2 P + β 3 Z + v β 2 < 0 Nachfragefunktion Q D = Q S Gleichgewichtsbedingung Es liegen nun 2 exogene Variable, Y, Z, vor, je eine in D und S. Es werden die Gleichgewichtspunkte mit den zugehörigen Y und Z Werten beobachtet, (P, Q, Y, Z ). Verändert sich Y, so verschiebt sich S, wie oben in Problem II. Verändert sich Z, so verschiebt sich D, IIb. Y hilft D zu identifizieren, Z analog S. Beide Steigungen α 2 und β 2 sind identifizierbar. Das System ist (i.a.) exakt identifiziert.

Identifizierbarkeit: Reduzierte Form, IIa Wir schreiben Modell 2a unter Berücksichtigung der Identität in Matrixform an. Q α 2 P = α 1 + α 3 Y + u Q β 2 P = β 1 + v bzw. [ 1 α 2 1 β 2 ] ( Q P ) = [ α 1 α 3 β 1 0 ] ( 1 Y ) + ( u v ) A ( Q P ) = Γ ( 1 Y ) + ( u v ) 32 / 38

33 / 38 Identifizierbarkeit: Reduzierte Form, IIa Die reduzierte Form beschreibt das Verhalten der endogenen Variablen durch exogene oder predetermined Variablen. D.h. wir multiplizieren mit A 1 von links. ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) Q = A 1 1 Γ + A 1 u 1 ϵ = Π + P Y v Y η Die Elemente von Π sind Π = [ π 11 π 12 π 21 π 22 ] Als einzelne Gleichungen angeschrieben Q = π 11 + π 12 Y + ϵ P = π 21 + π 22 Y + η

34 / 38 Identifizierbarkeit: Reduzierte Form, IIa Die π-koeffizienten als Funktion der α s und β s finden sich in Hackl Bsp 16.3 bzw. 20.11. β 1 und β 2 können aus den π s eindeutig angegeben werden. Die α s hingegen können nicht bestimmt werden. β 1 = π 11 β 2 π 21 β 2 = π 12 /π 22 Die Parameter der 2-ten Gl sind identifiziert. Die reduzierte Form umfasst nur 4 Koeffizienten, das Modell selbst aber hat 5.

Reduzierte Form und Beobachtungsäquivalenz 35 / 38

36 / 38 Reduzierte Form Für das Lüdeke-Modell kann man unter Verwendung der Identität ebenfalls eine reduzierte Form in den endogenen Variablen, C, I und M, angeben. Oft ist aber nur der Verlauf von Y von Interesse. Daher stellt man nur Y in Abhängigkeit der vorherbestimmten Variablen dar. Y t = δ 1 + δ 2 C t 1 + δ 3 P t 1 + δ 4 M t 1 + δ 5 G t + v t Die δ-koeffizienten bestimmen sich aus den Strukturparametern. Umgekehrt lassen sich aber die Strukturparameter nur bei exakter Identifizierbarkeit aus den Koeffizienten der reduzierten Form bestimmen.

37 / 38 Observational equivalence Beobachtungsäquivalenz bedeutet, dass 2 (Struktur-)Modelle dieselbe reduzierten Form besitzen. Z.B. wenn im Lüdeke-Modell ein Teil von G (z.b. Transferzahlungen) auch den Konsum bestimmen, ist die Struktur der reduzierten Form dieselbe. Das Problem der observational equivalence tritt - ganz allgemein - bei vielen Modellen auf. Z.B. kann selbst eine (aggregierte) Konsumfunktion als reduzierte Form verschiedener komplexer Konsumentscheidungsmodelle angesehen werden. Dies schränkt die Aussagekraft einer empirischen Bestätigung von Modellen erheblich ein.

38 / 38 Übungsbeispiele Hackl 16.A.1: 1., 2., 3. und 4. B16.1: Alternativ zu Hackl 16.A.1:4, zeigen sie, dass die reduzierte Form von Y aus beiden Varianten des obigen Lüdeke-Modells (mit/ohne Transferzahlung in der Konsumgl) nicht unterscheidbar sind.