IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 1 Technischer Fachwirt: Kosten-Leistungsrechnung, Skript 4 Inhalt Kostenträgerrechnung
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 2 Kostenträgerzeitrechnung und Kostenträgerstückrechnung Kostenträgerstückrechnung Dient der Ermittlung von Herstellkosten und Selbstkosten eines Produktes/Auftrags/Dienstleistung... und wird zur Kalkulation des Verkaufspreises verwendet Hilfsmittel: Zuschlagskalkulationsschema Kennzeichen: Die Kalkulation wird auf ein Stück/einen Auftrag bezogen (deshalb auch Stückrechnung) Kostenträgerzeitrechnung Dient der Ermittlung der gesamten Herstellkosten und Selbstkosten eins Abrechnungszeitraum nach Kostenträgern (Produkte, Produktgruppen, Geschäftsfelder) Hilfsmittel: Kostenträgerblatt Kennzeichen: Die Kalkulation wird auf eine Periode bezogen (deshalb auch Zeitrechnung).
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 3 Die Kalkulation kann jeweils erfolgen: Vor Annahme eines Auftrags/Produktion: Ziel ist die Erstellung eines Kostenvoranschlags, oder die Erstellung von Angeboten. Während der Leistungserstellung: Ziel ist Kostenkontrolle Nach Abschluss der Leistungserstellung: (Vor- und Nachkalkulation) Ermittlung von Abweichungen zwischen den anfänglich angenommenen Kosten und den im Nachhinein tatsächlich entstandenen Kosten; Ermittlung von Über- und Unterdeckungen.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 4 Kalkulationsverfahren Zuschlagskalkulation Zu unterscheiden sind: (einfache) summarische Zuschlagskalkulation: Es werden die gesamten Gemeinkosten mit Hilfe eines einzigen Zuschlagsatzes verteilt. Differenzierte Zuschlagskalkulation: Es werden die Gemeinkosten auf unterschiedliche Kostenstellen aufgeteilt und unterschiedliche Zuschlagsätze ermittelt. Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensätzen Divisionskalkulation Äquivalenzziffernkalkulation Handelskalkulation
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 5 Von der Kostenstellenrechnung (BAB-Bogen) zur Zuschlagskalkulation BAB-Bogen Gemeinkostenart Gesamtbetrag Davon entfällt auf Material Davon entfällt auf Fertigung Hilfslöhne......... Energiekosten......... Mietkosten.. Gemeinkostenzuschlag 33,9% 120% 70% Davon entfällt auf Verwaltung/Vertrieb 1. Schritt: Im 1. Schritt werden mit Hilfe des BAB-Bogens die Gemeinkostenzuschlagsätze ermittelt. Kostenkalkulation (+) Materialeinzelkosten (+) Materialgemeinkosten (+) Fertigungseinzelkosten (+) Fertigungsgemeinkosten (=) Herstellkosten (+) Veraltungs-/Vertriebsgemeinkosten... 2. Schritt: Im zweiten Schritt werden mit Hilfe der im BAB- Bogen ermittelten %-Zuschlagsätze die jeweiligen Gemeinkosten ausgerechnet. Formel: GK=jeweiligen EK * Zuschlagsatz Anschließend können Herstellkosten, Selbstkosten und Verkaufspreise errechnet werden.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 6 Kalkulationsschema der Kostenträgerrechnung für den Fertigungsbetrieb + Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten + Fertigungseinzelkosten (Fertigungslöhne) + Fertigungsgemeinkosten + Sondereinzelkosten der Fertigung = Herstellkosten +/- Bestandsveränderungen = Herstellkosten des Umsatzes + Verwaltungsgemeinkosten + Vertriebsgemeinkosten + Sondereinzelkosten des Vertriebs = Selbstkosten 1 Selbstkosten + Gewinn = Nettoverkaufspreis + Mehrwertsteuer = Bruttoverkaufspreis Kostenträgerrechnung Kalkulationsschema Stückerfolgskalkulation Oder alternativ: Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis + Skonto = Zielverkaufspreis + Rabatt = Listenverkaufspreis 1 In die Kalkulation einbezogen werden können zudem: Forschungs- und Entwicklungskosten, Garantie und Kulanzkosten, ggf. Zinsaufwand.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 7 Einfache Übung zur Zuschlagskalkulation Ihnen liegt aus einem kleinen Elektroinstallationsbetrieb folgender BAB-Bogen für den Monat Mai vor: Kostenart Gesamtbetrag Verteilungsschlüssel Hilfslöhne 5000 1:1:2 Miete 2000 2:1:3 Heizung 500 1:1:3 Büro 1000 1:1:1 Summe Bezugsgröße Zuschlagsatz Material Fertigung Verwaltung/Vert rieb Materialverbrauch im Mai 20.000 ; Fertigungslöhne im Mai 12.000 Aufgabe 1: Ermitteln Sie die Gemeinkostenzuschlagsätze. Aufgabe 2: Sie sollen für einen Kunden einen Auftrag kalkulieren. Materialverbrauch des Auftrags 1.000 ; Arbeitszeit: 2 Mitarbeiter a 6 Stunden bei 40 Lohn; Gewinnanteil 30% Ermitteln Sie den Bruttoverkaufspreis für den Auftrag bei 19% Mehrwertsteuer! Bestandsveränderungen und Sondereinzelkosten werden nicht berücksichtigt.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 8 Musterlösung, Übung 1 Aufgabe 1 BAB-Bogen Kostenart Material Fertigung Hilfslöhne 5.000 01:01:02 1.250,00 1.250,00 2.500,00 Miete 2.000 02:01:03 666,67 333,33 1.000,00 Gesamtbetrag Verteilungslungsschlüssel Verwaltung/Vertrieb Heizung 500 01:01:03 100,00 100,00 300,00 Büro 1.000 01:01:01 333,33 333,33 333,33 Summe 2.350,00 2.016,67 4.133,33 Bezugsgröße 20.000,00 12.000,00 36.366,67 Zuschlagsatz 11,75% 16,81% 11,37% Aufgabe 2 + Materialeinzelkosten 1.000,00 + Materialgemeinkosten 11,75% 117,50 + Fertigungseinzelkosten (insbesondere Fertigungslöhne) 480,00 + Fertigungsgemeinkosten 16,81% 80,67 + Sondereinzelkosten der Fertigung 0 0,00 = Herstellkosten 1.678,17 +/- Bestandsveränderungen 0,00 + Herstellkosten des Umsatzes 1.678,17 + Verwaltungs-/Vertriebsgemeinkosten 11,37% 190,74 + Sondereinzelkosten des Vertriebs 0,00 = Selbstkosten 1.868,90 + Gewinn 30% 560,67 + Nettoverkaufspreis 2.429,57 + Mehrwertsteuer 19% 461,62 + Bruttoverkaufspreis 2.891,19
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 9 Kalkulation mit mehreren Fertigungskostenstellen + Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten 30% = Materialkosten (gesamt) + Fertigungslöhne Drehmaschine 400 + Fertigungsgemeinkosten, Drehmaschine 17% + Fertigungslöhne Fräsmaschine 500 + Fertigungsgemeinkosten Fräsmaschine 45% + Fertigungskosten Stanzmaschine Fertigungsgemeinkosten Stanzmaschine 67% (+)... = Fertigungskosten (gesamt) Diese Rechnung setzt voraus, dass jeder Maschine eine Kostenstelle im BAB- Bogen zugeordnet ist. Die jeweiligen Gemeinkostenzuschlagsätze sind mit den Fertigungseinzelkosten zu multiplizieren: GK Drehmaschine= + Materialkosten (gesamt) + Fertigungskosten (gesamt) + Sondereinzelkosten der Fertigung = Herstellkosten +/- Bestandsveränderungen = Herstellkosten des Umsatzes + Verwaltungsgemeinkosten + Vertriebsgemeinkosten + Sondereinzelkosten des Vertriebs = Selbstkosten = 400 *17% GK Fräsmaschine = =500 *45%
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 10 Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensätzen Kalkulatorische Abschreibung... Kalkulatorische Zinsen... Mietkosten... Energiekosten... Wartungs-... /Instandhaltungskosten Werkzeugverbrauch... Hilfslöhne... Summe, Gemeinkosten der XXX Maschine im Jahr Maschinenstundensatz = GK d. Maschine im Jahr * 100 Gepl. Laufzeit im Jahr in Std. 1. Schritt: Bestimmung des Maschinenstundensatzes. (siehe hierzu Skript 2) Kalkulation der Fertigungskosten eines Auftrags: (+) Fertigungslohn (+) Maschinenabhängige FGK *... Dauer des Auftrags (+) Zuschlagsatz Restfertigungsgemeinkosten... 2 * Fertigungslöhne (=) Fertigungskosten (gesamt)... 2. Schritt: Die maschinenabhängigen FGK je Stunde werden mit der geplanten Maschinenlaufzeit des Auftrags multipliziert. Gemeinkosten, die im Maschinenstundensatz nicht einberechnet sind, werden als Restfertigungsgemeinkosten separat aufgeführt. Die Fertigungskosten errechnen sich aus der Summe der 3 Posten. 2 Restfertigungsgemeinkosten können sein: Gehälter, Hilfslöhne, Sozialkosten, Hilfsstoffe usf. (Siehe auch Skript Seite 59).
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 11 Übung 2: Für eine Bohrmaschine wurden folgende Daten ermittelt: Anschaffungskosten 30.000, Wiederbeschaffungswert 10% höher Nutzungsdauer 8 Jahre Marktzins 5% Platzverbrauch: 4qm; bei 20 Miete im Monat Stromverbrauch: 6kW bei 0,23 je KWh Werkzeugabnutzung 500 im Jahr Wartung- und Reparaturkosten: 1000 im Jahr Geplante Laufzeit im Jahr 1500 Stunden. Für eine Stanzmaschine gelten folgende Daten: Anschaffungskosten 40.000 Wiederbeschaffungswert 50.000 Nutzungsdauer: 10 Jahre, Marktzins wie oben. Platzverbrauch: 10qm bei 20 Miete im Monat Stromverbrauch 10KW bei 0,23 je KWh Wartung-/Reparatur: 1500 im Jahr Werkzugabnutzung: 1000 Laufzeit im Jahr 1600 Stunden Für die Kalkulation eines Auftrags liegen folgende Angaben vor: Materialaufwand 3000 Fertigungslöhne je Maschine 40 je Stunde. Der Auftrag durchläuft erst die Stanzmaschine, dann die Bohrmaschine: Durlaufzeiten und Restfertigungsgemeinkosten: Stanzmaschine 4 Stunden, Restfertigungsgemeinkosten 60 Bohrmaschine 6 Stunden, Restfertigungsgemeinkosten 50 Zudem sind mit 120% Materialgemeinkosten und 160% Verwaltungs-/Vertriebskosten einzukalkulieren. Sondereinzelkosten sowie Bestandsänderungen werden nicht berücksichtigt. 1. Ermitteln Sie die jeweiligen Maschinenstundensätze. 2. Kalkulieren Sie die Selbstkosten des Auftrags.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 12 Musterlösung, Übung 2 Teilaufgabe 1: Ermittlung der Maschinenstundensätze Bohrmaschine Stanzmaschine Kalkulatorische Abschreibung 4.125,00 5.000,00 Kalkulatorische Zinsen 3 750,00 1.000,00 Mietabteile 960,00 2.400,00 Stromkosten 2.070,00 3.680,00 Wartung-, Reparaturkosten 1.000,00 1.500,00 Werkzeugkosten 500,00 1.000,00 Summe: 9.405,00 14.580,00 geplante Laufzeit im Jahr in Std. 1500 1600 Maschinenstundensatz 6,27 9,11 Teilaufgabe 2 Kalkulation der Selbstkosten Kostenart Zuschlagsatz Betrag Materialeinzelkosten 3.000,00 Materialgemeinkosten 120% 3.600,00 Materialkosten (gesamt) 6.600,00 Fertigungslohn, Bohrmaschine 240,00 Maschinenabhänge FGK 37,62 Rest-Fertigungsgemeinkosten 50,00 Fertigungslohn, Stanzmaschine 160,00 Maschinenabhängige Kosten 36,45 Rest-Fertigungsgemeinkosten 60,00 Fertigungskosten, Gesamt 584,07 Materialkosten, Gesamt 6.600,00 Fertigungskosten, gesamt 584,07 Sondereinzelkosten 0,00 Herstellkosten 7.184,07 Verwaltung-/Vertriebsgemeinkosten 160% 11.494,51 Selbstkosten des Auftrags 18.678,58 3 Nach den Angaben im Skript (siehe Skript S. 60) werden die kalkulatorischen Zinsen vom Wiederbeschaffungswert berechnet. Alternativ wurde hier jedoch der Anschaffungswert verwendet.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 13 Divisionskalkulation Kostenart im Jahr Materialkosten 280.000 Fertigungslöhne 500.000 Gehälter 300.000 Abschreibungen auf Anlagen 90.000 Verwaltungskosten 100.000 Vertriebskosten 50.000 Kalkulatorische Zinsen 30.000 Summe 1.350.000 Produzierte Stückzahl 4000000 Selbstkosten je Stück 0,34 Beispiel: Ein Hersteller, der ausschließlich Teelichter produziert, hat nebenstehende Ausgaben (Kosten) im Jahr. Die Selbstkosten ergeben sich in diesem Sonderfall immer aus Gesamtkosten im Jahr SK = Stückzahl im Jahr Einige Hinweise: Herstellkosten/Stück = Herstellkosten/Produktmenge Stückverwaltungskosten = Verwaltungskosten/Produktmenge Stückvertriebskosten = Vertriebskosten/Produktmenge Oder: (+) Herstellkosten/je Stück (+) Verwaltungskosten/je Stück (+) Vertriebskosten/je Stück (=) Stückselbstkosten Die Divisionskalkulation ist nur im Einproduktbetrieb anwendbar!
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 14 Äquivalenzziffernkalkulation... wird in der Sortenfertigung angewendet. Beispiel: Fertigung von Speiseeis Basisprodukt: Milchspeiseeis Äquivalenzziffer = 1 Erweiterungsprodukt: Fruchteis In das Basisprodukt Milchspeiseeis werden Früchte gemischt. Die Produktionskosten erhöhen sich um 30% Äquivalenzziffer = 1,3 Erweiterungsprodukt: Eis Speziale... in das Basisprodukt Milchspeiseeis werden besonders hochwertige Zutaten hineingearbeitet. Die Produktionskosten erhöhen sich um 150% Äquivalenzziffer = 2,5 Selbstkosten = Kosten für das Basisprodukt x Äquivalenzziffer für das Erweiterungsprodukt
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 15 Vorgehensweise bei der Handelskalkulation BAB-Bogen eines Lebensmittelhändlers Gemeinkostenart Gesamtbetrag Davon entfällt auf Obst und Gemüse Davon entfällt auf Käse und Milchprodukte Hilfslöhne......... Energiekosten......... Mietkosten.. Handlungskostenzuschlag 45% 133% 70% Davon entfällt auf Fleisch und Wurst Gemeinkosten je Gruppe * 100 HK = Wareneinsatz je Gruppe Schritt 1: Verkaufskalkulation: Bezugspreis (+) Handlungskosten (45%) (=) Selbstkosten (+) Gewinnzuschlag (=) Nettoverkaufspreis (+) Mehrwertsteuer (=) Bruttoverkaufspreis Schritt 2: Im Schritt 2 werden die Gemeinkosten (Handlungskosten) auf den Bezugspreis aufgeschlagen, schließlich wird der Verkaufspreis kalkuliert. Im 1. Schritt werden mit Hilfe des BAB-Bogens die Gemeinkostenzuschlagsätze je Produktgruppe/Warengruppe ermittelt. (hier Handelskostenzuschlagsatz, HK, genannt).
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 16 Kalkulationsschemata im Handel Kalkulation im Einzelhandel + Listeneinkaufspreis - Rabatt = Zieleinkaufspreis - Skonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten (Transportkosten, Verpackung usf.) = Bezugspreis + Handlungskosten = Selbstkosten + Gewinn = Nettoverkaufspreis + Mehrwertsteuer = Bruttoverkaufspreis Kalkulation im Einzel-/Großhandel + Listeneinkaufspreis - Rabatt = Zieleinkaufspreis - Skonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten (Transportkosten, Verpackung usf.) = Bezugspreis + Handlungskosten = Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis (+MWSt) + Skonto = Zielverkaufspreis (+MWSt) + Rabatt = Listenverkaufspreis (+MWSt)
Verkaufskalkulation Bezugskalkulation IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 17 Rechnerische Vorgehensweise der Bezugs- und Verkaufskalkulation + Listeneinkaufspreis 1000 - Rabatt 10% 100 = Zieleinkaufspreis 900 - Skonto 3% 27 = Bareinkaufspreis 873 + Bezugskosten (Transportkosten, Verpackung usf.) = Bezugspreis 1240 + Handlungskosten 30% 372 = Selbstkosten 1612 + Gewinn 30% = Barverkaufspreis + Skonto = Zielverkaufspreis + Rabatt 19% = Listenverkaufspreis Rabatte oder Skonti werden immer vom vorherstehenden Preis errechnet, und dann abgezogen. Beispiel: 3% Skonto von 900 = 27 Bareinkaufspreis=873 Alle Zuschläge werden ebenfalls vom vorherstehen Preis ermittelt, dann dazugerechnet. Beispiel: 30% HK von 1240 sind 372 Daraus ergibt sich ein Selbstkostenpreis von 1612.
Formeln Von Preis ZZZ... zurück zu Preis YYY... zurück zu Preis XXX... om Preis YY zurück zu Preis XXX IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 18 Rückwärtskalkulation (Marktorientierte Kalkulation) Häufig ist der realisierbare Verkaufspreis durch den Markt vorgegeben. Es macht Sinn, auf den Einkaufspreis zurückzurechnen, den es zu erzielen gilt: Bruttoverkaufspreis (119%) MWSt (19%) Nettoverkaufspreis (100%) Bruttoverkaufspreis = 119% Nettoverkaufspreis = 100% 100% * BVP NVP = 119% Nettoverkaufspreis (130% Gewinnzuschlag (30%) Selbstkostenpreis (100% Nettoverkaufspreis = 130% Selbstkostenpreis = 100% 100% * NVP SKP = 130% Selbstkostenpreis (120% Handlungskosten (20%) Bezugspreis (100%) Selbstkostenpreis = 120% Bezugspreis = 100% 100% * SKP BZP = 120% Bezugspreis Bezugskosten (100 ) Bezugspreis (-) Bezugskosten (=) Bareinkaufspeis Bareinkaufspreis Bareinkaufspreis (97%) Skonto (3%) Zieleinkaufspreis (100%) Bareinkaufspreis = 97% Zieleinkaufspreis = 100% 100% * BEK ZEP = 97% Zieleinkaufspreis (90%) Rabatt (10%) Listeneinkaufspreis (100% Zieleinkaufspreis = 90% Listeneinkaufspreis = 100% 100% * BEK LEP = 90%
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 19 Übung 3 Ein Einzelhändler der Computer und Elektronikbranche möchte den Verkaufspreis von Computer-Festplatten kalkulieren. Es stehen 2 Angebote zur Verfügung: Angebot 1: Eine Festplatte zum Listeneinkaufspreis von 65. Bei Abnahme von mehr als 20 Stück werden 10% Rabatt, bei mehr als 50 Stück werden 15% Mengenrabatt gewährt. Zahlungsbedingung: 2% Skonto bei Zahlung innerhalb von 1 Woche. Bezugskosten: Bahnfracht 150, zzgl. 20 Verpackungs- und sonstiger Kosten. Angebot 2: 15 Festplatten für 970 ; 5% Rabatt, 3% Skonto Lieferung frei Haus. Die Handlungskosten liegen bei 30%; es wird mit einem Gewinnanteil von 25% kalkuliert. Aufgabe: Berechnen Sie den Brutto-Verkaufspreis von Angebot 1 und Angebot 2 wenn 45 Festplatten bestellt werden sollen und vergleichen Sie die potentiellen Verkaufspreise. Für welches Angebot entscheiden Sie sich?
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 20 Musterlösung, Übung 3 Angebot 1 4 Angebot 2 Listeneinkaufspreis 2.925,00 2.910,00 Rabatt 10% 292,50 5% 145,50 Zieleinkaufspreis 2.632,50 2.764,50 Skonto 2% 52,65 3% 82,94 Bareinkaufspreis 2.579,85 2.681,57 Bezugskosten 170 170,00 0 0,00 Bezugspreis 2.749,85 2.681,57 Handlungskosten 30% 824,96 30% 804,47 Selbstkostenpreis 3.574,81 3.486,03 Gewinn 25% 893,70 25% 871,51 Nettoverkaufspreis 4.468,51 4.357,54 Mehrwertsteuer 19% 849,02 19% 827,93 Bruttoverkaufspreis (gesamte Lieferung) 5.317,52 5.185,48 Verkaufspreis je Festplatte 132,94 129,64 Bei Angebot 2 ist ein günstigerer Verkaufspreis möglich, deshalb sei Angebot 2 empfohlen. 4 Hier wurde die Kalkulation mit der gesamten Liefermenge (45 Stück) durchgeführt; den einzelnen Verkaufspreis erhält man, indem der Bruttoverkaufspreis durch die Stückzahl (hier 45) geteilt wird. Alternativ kann die Kalkulation jedoch auch je Stück durchgeführt werden. In diesem Falle sind die Bezugskosten durch 45 zu teilen.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 21 Vor- /Nach- Kalkulation von Aufträgen + Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten (78%) + Fertigungseinzelkosten (Fertigungslöhne) + Fertigungsgemeinkosten (115%) + Sondereinzelkosten der Fertigung = Herstellkosten +/- Bestandsveränderungen = Herstellkosten des Umsatzes + Verwaltungsgemeinkosten (160%) + Vertriebsgemeinkosten (70%) + Sondereinzelkosten des Vertriebs = Selbstkosten Vorkalkulation Es wird mit den im Vorfeld angenommenen Soll- Kalkulationszuschlagssätzen der Preis für einen Auftrag ermittelt. BAB-Bogen Kostenart Hilfslöhne 5000 1:1:2 Miete 2000 2:1:3 Heizung 500 1:1:3 Büro 1000 1:1:1 Summe Bezugsgröße Zuschlagsatz Gesamtbetrag Verteilungsschlüssel Kostenstelle Material Kostenstelle Fertigung Kostenstelle Verwaltung/ Vertrieb 90% 133% 190% Neubestimmung, GK- Zuschläge Es werden im BAB-Bogen mit den tatsachlich angefallenen Ist-Gemeinkosten die Zuschlagsätze neu bestimmt. + Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten (90%) + Fertigungseinzelkosten (Fertigungslöhne) + Fertigungsgemeinkosten (133%) + Sondereinzelkosten der Fertigung = Herstellkosten +/- Bestandsveränderungen = Herstellkosten des Umsatzes + Verwaltungsgemeinkosten (190%) + Vertriebsgemeinkosten (34%) + Sondereinzelkosten des Vertriebs = Selbstkosten Nachkalkulation Schließlich ist mit den tatsächlich angefallenen Ist- Gemeinkostenzuschlägen der Auftrag nach zu kalkulieren. Ziel: Ermittlung von Abweichungen, Über- /Unterdeckungen
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 22 Übung 4 Sie sind Auszubildender der IT-Technik GmbH, ein kleiner Betrieb, der EDV-Anlagen für Schulen usf. herstellt. Ihnen liegt machfolgender BAB-Bogen-Entwurf mit den Ist-Gemeinkosten aus dem Monat Mai vor: Betrag in Gemeinkostenart Verteilungsschlüssel Materiallager Fertigung Verwaltung/ Vertrieb Hilfslöhne Raummiete Stromkosten Heizung Sonstige GK 60500 Nach Mange der Arbeitszeit: 30:20:50 32000 Nach Raumgröße: 60qm, 120qm, 60qm 7800 Nach Raumgröße 12000 Nach Raumgröße 40000 Einheitlich, gleiche Höhe Bezugsgröße Summe Gemeinkosten Gemeinkostenzuschlagssatz An Einzelkosten fielen an: Fertigungslöhne: 122.000 Fertigungsmaterial: 85.000 Am 12. Mai wurde ein Montageauftrag (Einrichtung eines EDV-Raumes) fertig gestellt. Die Materialkosten des Auftrags belaufen sich auf 9500, die Arbeitslöhne auf 2500. Dazu kommen 500 Sondereinzelkosten der Fertigung. Der Auftrag wurde mit 30600, incl. 19% Mehrwertsteuer, abgerechnet. Darin enthalten sind 3000 Gewinn. Eventuelle Skonti und Rabatte werden nicht berücksichtigt. Bestandsveränderungen gibt es keine. Aufgabe: Berechnen Sie die eventuelle Über-/Unterdeckung des Auftrags mit Hilfe der Kostenstellen und Kostenträgerrechnung.
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 23 Musterlösung, Übung 4 BAB-Bogen Gemeinkostenart Betrag in Verteilungsschlüssel Materiallager Fertigung Verwaltung/ Vertrieb Personalkosten (ohne Fertigungslöhne) Raummiete 60.500,00 Nach Mange der Arbeitszeit: 30:20:50 32.000,00 Nach Raumgröße: 60qm, 120qm, 60qm 18.150,00 12.100,00 30.250,00 8.000,00 16.000,00 8.000,00 Stromkosten 7.800,00 Nach Raumgröße 1.950,00 3.900,00 1.950,00 Heizung 12.000,00 Nach Raumgröße 3.000,00 6.000,00 3.000,00 Sonstige Gemeinkosten 40.000,00 Einheitlich gleiche 13.333,33 13.333,33 13.333,33 Höhe Summe Gemeinkosten 152.300,00 44.433,33 51.333,33 56.533,33 Bezugsgröße 85.000,00 122.000,00 302.766,67 Gemeinkostenzuschlagssatz 52,27% 42,08% 18,67% Nachkalkulation, Auftrag vom 12.5. Einrichtung eines EDV-Raums Materialkosten 9.500,00 Materialgemeinkosten 52,27% 4.965,65 Fertigungslöhne 2.500,00 Fertigungsgemeinkosten 42,08% 1.052,00 Sondereinzelkosten 500,00 Herstellkosten 18.517,65 Verwaltungs- 18,67% 3.457,25 Vertriebsgemeinkosten Selbstkosten 21.974,90 Gewinn 3.000,00 Nettoverkaufspreis 24.974,90 MWST 19% 4.745,23 Bruttoverkaufspreis 29.720,13 Überdeckung (incl. MWSt) 879,87
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 24 Kostenträgerzeitrechnung Aufgabe: Bei der Kostenträgerzeitrechnung geht es darum, für eine bestimmte Zeit-Periode (Monat, Quartal, Jahr)...sämtliche verrechneten Ist-Kosten einzeln für alle Produkte/Produktgruppen darzustellen...anschließend werden den verrechneten Ist-Kosten die Umsätze gegenübergestellt...es ergeben sich Aussagen, bei welchen Produkte/Produktgruppen Überdeckungen oder Unterdeckungen vorhanden sind. Hilfsmittel: Kostenträgerblatt
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 25 Beispiel: Kostenträgerblatt Darstellung der verrechneten Kosten, separat für alle Produktgruppen Ist, Gesamt Zuschlagsätze Produktgruppe A Produktgruppe B Produktgruppe C Materialeinzelkosten 456.000,00 130.000,00 93.000,00 233.000,00 Materialgemeinkosten 355.680,00 78% 101.400,00 72.540,00 181.740,00 Fertigungseinzelkosten 560.000,00 200.000,00 110.000,00 250.000,00 Fertigungsgemeinkosten 812.000,00 145% 290.000,00 159.500,00 362.500,00 Sondereinzelkosten der Fertigung 40.000,00 30.000,00 0,00 10.000,00 Herstellkosten 2.223.680,00 751.400,00 435.040,00 1.037.240,00 Bestandsveränderungen 0,00 10.000,00-15.000,00 5.000,00 Herstellkosten des Umsatzes 2.223.680,00 741.400,00 450.040,00 1.032.240,00 Verwaltungsgemeinkosten 4.224.992,00 190% 1.408.660,00 855.076,00 1.961.256,00 Vertriebsgemeinkosten 2.112.496,00 95% 704.330,00 427.538,00 980.628,00 Selbstkosten 8.561.168,00 2.854.390,00 1.732.654,00 3.974.124,00 Umsätze 9.800.500,00 2.580.000,00 2.100.000,00 5.120.500,00 Selbstkosten 8.561.168,00 2.854.390,00 1.732.654,00 3.974.124,00 Betriebsergebnis 1.239.332,00-274.390,00 367.346,00 1.146.376,00 Aus der Gegenüberstellung von Umsätzen zu Selbstkosten ergibt sich eine Unterdeckung bei Produktgruppe A
IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 26 Übung 5, Kostenträgerzeitrechnung Die Schreinerei M. ist in folgen drei Geschäftsfeldern tätig: Möbelschreinerei, Fenster und Türen, Innenausbau/Dachstühle. Aus dem Rechnungswesen liegen folgende Zahlen vor: Möbel: Materialkosten 308.000 Personalkosten 230.000 Umsatzerlöse 2.630.000 Fenster und Türen: Materialkosten: 180.000 Personalkosten: 150.000 Umsatzerlöse: 2.460.000 Innenausbau/Dachstühle Materialkosten 410.000 Personalkosten 260.000 Sondereinzelkosten: 100.000 Umsatzerlöse 5.980.000 Die Firma kalkuliert mit folgenden Zuschlagsätzen Materialgemeinkosten: 89% Fertigungsgemeinkosten: 118% Verwaltungsgemeinkosten: 210% Vertriebsgemeinkosten: 95% Da die Firma reine Auftragsfertigung betreibt, fallen keine Bestandsveränderungen an. Aufgabe: Ermitteln Sie mit Hilfe des Kostenträgerblattes eventuelle Über- /Unterdeckungen. Schlagen Sie Lösungen vor und bestimmen die das eventuell eintretende Betriebsergebnis neu. Beurteilen Sie die Auswirkungen Ihrer Vorschläge.
Musterlösung, Kostenträgerzeitrechnung IHK-Kurs, Geprüfter Technischer Fachwirt, KLR Seite 27 Gesamt Zuschlagsätze Möbel Fenster/Türen Innenausbau/Dachstühle Materialeinzelkosten 898.000,00 308.000,00 180.000,00 410.000,00 Materialgemeinkosten 799.220,00 89% 274.120,00 160.200,00 364.900,00 Fertigungseinzelkosten 640.000,00 230.000,00 150.000,00 260.000,00 Fertigungsgemeinkosten 755.200,00 118% 271.400,00 177.000,00 306.800,00 Sondereinzelkosten der Fertigung 100.000,00 0,00 0,00 100.000,00 Herstellkosten 3.192.420,00 1.083.520,00 667.200,00 1.441.700,00 Bestandsveränderungen 0,00 0,00 0,00 0,00 Herstellkosten des Umsatzes 3.192.420,00 1.083.520,00 667.200,00 1.441.700,00 Verwaltungsgemeinkosten 6.704.082,00 210% 2.275.392,00 1.401.120,00 3.027.570,00 Vertriebsgemeinkosten 3.032.799,00 95% 1.029.344,00 633.840,00 1.369.615,00 Selbstkosten 12.929.301,00 4.388.256,00 2.702.160,00 5.838.885,00 Umsätze 11.070.000,00 2.630.000,00 2.460.000,00 5.980.000,00 Selbstkosten 12.929.301,00 4.388.256,00 2.702.160,00 5.838.885,00 Betriebsergebnis -1.859.301,00-1.758.256,00-242.160,00 141.115,00 Vorschlag: Reduzierung der Verwaltungsgemeinkosten um 50%: Herstellkosten 3.192.420,00 1.083.520,00 667.200,00 1.441.700,00 Verwaltungsgemeinkosten 3.352.041,00 105% 1.137.696,00 700.560,00 1.513.785,00 Vertriebsgemeinkosten 3.184.438,95 95% 1.080.811,20 665.532,00 1.438.095,75 Selbstkosten 9.728.899,95 3.302.027,20 2.033.292,00 4.393.580,75 Umsätze 11.070.000,00 2.630.000,00 2.460.000,00 5.980.000,00 Selbstkosten 9.728.899,95 3.302.027,20 2.033.292,00 4.393.580,75 Zu erwartendes Betriebsergebnis 1.341.100,05-672.027,20 426.708,00 1.586.419,25