Annette Stolz. Das Windows Server 2003 Codebook

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1 Annette Stolz Das Windows Server 2003 Codebook

2 Die (engl. = Command Prompt) von Windows Server 2003 stellt ein sehr nützliches Werkzeug für die schnelle Konfiguration vieler Betriebssystem-Einstellungen, für die alltägliche Systemadministration und sogar für Überwachungs- und Troubleshooting-Zwecke dar und gewinnt aufgrund des umfangreichen Befehlsvorrats gerade in der Systemadministration einer Windows Server 2003-Umgebung zunehmend an Bedeutung. Denn durch die direkte Eingabe der Befehle lassen sich viele Aufgaben sehr schnell ausführen und zudem auch sehr gut automatisieren. Letzteres wird durch den Einsatz so genannter Batch-Dateien (zu Deutsch: Stapelverarbeitungsdateien) ermöglicht, womit Sie mehrere Befehlszeilen inklusive der erforderlichen Parameter in einer gewöhnlichen Textdatei mit der Endung *.bat oder *.cmd hinterlegen und die einzelnen Befehle dann automatisch ausführen lassen können. Die Batch-Dateien können Sie dabei von Hand ausführen, in der AUTOSTART-Gruppe oder im RUN-Schlüssel der Registrierung (siehe Kategorie Registrierung) hinterlegen und damit beim Starten von Windows Server 2003 oder nach der Anmeldung automatisch ausführen lassen oder mit Hilfe von GEPLANTE TASKS (siehe Kategorie Automatisierung) auch zu einem bestimmten Termin oder bei Auftreten eines bestimmten Ereignisses zum automatischen Start bewegen. Der Einsatz der hat sich gerade im Bereich der Final-Konfiguration im Anschluss an die Betriebssysteminstallation sehr gut bewährt, da sich mit Hilfe entsprechender Befehlszeilen bzw. durch Verwendung von Batch-Dateien die grundlegende Konfiguration des Betriebssystems sehr gut automatisieren lässt, ohne dass hierfür tief greifende Programmierkenntnisse erforderlich sind. Die im Überblick Wenn von der die Rede ist, so werden Sie des Öfteren auch die Bezeichnungen Shell, Command Shell, Kommandozeile, DOS-Fenster oder auch Command Prompt hören, die jedoch nichts anderes als ein Synonym für sind und allesamt das gleiche Programm benennen: nämlich den Windows Server 2003-integrierten Befehlsinterpreter Cmd.exe. Der Befehlsinterpreter Cmd.exe (von nun an nur noch genannt), der fester Bestandteil von Windows Server 2003 ist, ermöglicht die Eingabe von Befehlen und erlaubt so eine direkte Kommunikation zwischen dem Benutzer und dem Betriebssystem. Mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Befehle können Informationen zum Betriebssystem, zur aktuellen Arbeitsumgebung und auch zu den installierten Applikationen abgefragt und natürlich auch Änderungen an der Systemkonfiguration vorgenommen werden. Damit lassen sich viele Aufgaben, für die unter grafischer Oberfläche zahlreiche und zudem noch manuelle Klicks erforderlich sind, weitaus schneller durchführen und obendrein noch automatisieren, da Befehle in einer Batch-Datei hin-

3 80 >> Arbeiten mit der terlegt und automatisch ausgeführt werden können, ohne dass hierfür eine Interaktion mit dem Benutzer erforderlich wäre. Neben dem Befehlsinterpreter Cmd.exe ist auch noch der aus früheren DOS-Zeiten bekannte Befehlsinterpreter Command.com vorhanden, wobei dieser Befehlsinterpreter aber nur noch aus Kompatibilitätsgründen mit älteren 16-Bit-Anwendungen noch Bestandteil des Betriebssystems ist. Wenn Sie Command.com eingeben, so wird automatisch eine virtuelle DOS-Machine (NTVDM) gestartet, worüber der Befehlsinterpreter Command.com geladen wird. Die Verarbeitung der Befehle erfolgt dabei aber nicht mit Command.com, sondern mit Cmd.exe. Abbildung 26: Die Arbeiten mit der Die steht nach dem Bootvorgang von Windows Server 2003 bzw. nach der Anmeldung nicht unmittelbar zur Verfügung, sondern muss erst von Hand geöffnet werden. Sie können die aus dem STARTMENÜ heraus öffnen, indem Sie auf START klicken, dann ALLE PROGRAMME erweitern und im Menü ZUBEHÖR auf EINGABEAUFFORDERUNG klicken. Alternativ dazu können Sie die auch direkt aufrufen, indem Sie im STARTMENÜ auf AUSFÜHREN klicken und Cmd.exe eingeben. Sie gelangen daraufhin in das sfenster und befinden sich per Default im Ordner C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzername, wobei Benutzername durch den Anmeldenamen des gerade angemeldeten Benutzers zu ersetzen ist. Dies können Sie an der Systemmeldung, die links des Cursors eingeblendet ist, erkennen. Der blinkende Cursor selbst stellt die Eingabemöglichkeit für Befehle dar, Sie können also direkt nach dem Öffnen der mit dem Eingeben der Befehle beginnen. Welche Befehle zur Verfügung stehen, können Sie sich durch Eingabe des Befehls Help und einen anschließenden Druck auf die (Enter)-Taste anzeigen lassen.

4 >> 81 Mit Help werden allerdings nur die internen Befehle angezeigt, die seitens des Befehlsinterpreters Cmd.exe bereitgestellt werden. Das Betriebssystem enthält darüber hinaus noch eine Vielzahl weiterer Befehle (die so genannten externen Befehle), die in Form einer *.com- oder *.exe-datei im Windows\System32-Ordner abgelegt sind. Welche externen Befehle bereitgestellt werden, können Sie der Befehlszeilenreferenz, die Bestandteil der Windows-Hilfe ist, entnehmen. Wenn Sie einen Befehl ausführen möchten, so geben Sie den entsprechenden Befehl ein und drücken anschließend die (Enter)-Taste. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie den Befehl in Groß- oder Kleinbuchstaben eingeben, da die internen und externen Befehle von Windows Server 2003 nicht case-sensitiv sind. Das Kommando wird daraufhin verarbeitet, und das Ergebnis wird am Bildschirm ausgegeben. Die meisten internen und auch externen Befehle stellen dabei zahlreiche Parameter zur Verfügung, die Sie dem Befehl anfügen und mit denen Sie die Anweisung genauer spezifizieren können. Um herauszufinden, welche Parameter und zusätzlichen Optionen ein Befehl akzeptiert, führen Sie den entsprechenden Befehl mit dem Parameter /? aus, woraufhin in den meisten Fällen ein kurzer Hilfetext zu dem jeweiligen Befehl angezeigt wird. Der Hilfetext enthält dabei meist auch eine Übersicht der möglichen Parameter unter Angabe einer kurzen Beschreibung. Die nachfolgende Abbildung zeigt ein solches Beispiel. Mit dem Befehl Find /? wird der Hilfetext zum Find-Befehl aufgerufen. Als Ergebnis wird eine kurze Beschreibung zum Befehl selbst, wie auch zu dessen Parameter, ausgegeben. Abbildung 27: Den Hilfetext für den»find«-befehl aufrufen Wenn Sie die wieder beenden möchten, so geben Sie den Befehl Exit ein. Der Befehlsinterpreter wird daraufhin beendet, und das Fenster wird geschlossen.

5 82 >> Arbeiten mit der Ein- und Ausgabeumleitung Die Befehle, die Sie in der anwenden, geben Sie für gewöhnlich über die Tastatur ein. Und wenn nach der Befehlsverarbeitung Ergebnisse zurückgeliefert werden, so werden die Ergebnisse normalerweise am Bildschirm ausgegeben. Die Tastatur gilt daher als das Standard-Eingabegerät (StdIn), der Bildschirm dagegen als das Standard-Ausgabegerät (StdOut). Mit Hilfe der Ein- und Ausgabeumleitung können Sie die einzugebenden Befehle aber auch aus einer anderen Eingabequelle einlesen und die Ausgabe ebenso an ein anderes Gerät senden. So können Sie beispielsweise in einer Textdatei ein oder auch mehrere Befehle hinterlegen und mit dem <-Zeichen den Befehlsinterpreter dazu veranlassen, die Befehle nicht über die Tastatur einzulesen, sondern aus einer Datei. Und für den Fall, dass die aus der Datei eingelesenen Befehle ein Ergebnis zurückliefern, so können Sie das Ergebnis mit dem >-Zeichen in eine Datei umleiten, an einen Drucker senden oder an das NUL-Device übermitteln. Letzteres führt dazu, dass überhaupt keine Ergebnisse ausgegeben werden, da das NUL-Device alle Informationen förmlich»schluckt«. Bestes Beispiel für den Einsatz einer Eingabeumleitung stellt das FTP-Skripting dar. Denn wenn Sie z.b. von der aus einen FTP-Transfer starten, so wechseln Sie in der Regel durch Eingabe von FTP zunächst in die FTP-eigene und stellen dann mit Hilfe der FTP-spezifischen Befehle (open, user, pwd, get, put, bye...) die Verbindung her, führen die Anmeldung durch, übertragen dann die entsprechenden Daten und schließen die FTP-Sitzung wieder. Die nachfolgende Abbildung zeigt eine solche FTP-Sitzung via, wie sie in vielen Fällen durchgeführt wird. Abbildung 28: Eine klassische FTP-Sitzung via

6 >> 83 Statt die FTP-spezifischen Befehle nun interaktiv einzugeben, können Sie die Befehle auch in eine Textdatei aufnehmen und den FTP-Befehl dazu veranlassen, die FTPspezifischen Kommandos aus der Textdatei zu lesen. Ein FTP-Skript, womit Sie eine Verbindung zum Host herstellen, sich mit FTPAdm anmelden und dann die Datei SAPLog.txt aus dem Root-Verzeichnis auf das lokale Computersystem herunterladen können, sieht in etwa so aus: Open User FTPAdm 123QWEasd Get SAPLog.txt Bye Listing 13: FtpSkript.txt Anschließend wenden Sie in der den FTP-Befehl mit dem Parameter -n (dieser Parameter deaktiviert die automatische FTP-Anmeldung) an, aktivieren mit dem <-Zeichen die Eingabeumleitung und übergeben den Namen der Textdatei, in der die FTP-spezifischen Befehle hinterlegt sind. Die FTP-spezifischen Befehle werden daraufhin zeilenweise aus der Datei FtpSkript.txt gelesen und entsprechend verarbeitet. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, dass am Ende des FTP- Skriptes der FTP-spezifische Befehl Quit oder Bye stehen muss, da die FTP-Sitzung sonst nicht automatisch beendet werden off Ftp -n < FtpSkript.txt Listing 14: 1_03_002a.bat Auf ähnliche Art und Weise funktioniert auch die Ausgabeumleitung. Wenn Sie beispielsweise in der den Befehl Dir C:\Windows\*.* eingeben, so werden alle Dateien und Ordner, die in C:\Windows enthalten sind, am Bildschirm angezeigt. Mit der Ausgabeumleitung können Sie die Ausgabe aber auch in eine Datei schreiben lassen. Hierzu wenden Sie den zuvor genannten Befehl an, aktivieren mit dem >-Zeichen die Ausgabeumleitung und fügen die Datei, die das Ergebnis später enthalten soll, als Parameter off Dir C:\Windows\*.* > Result.txt Listing 15: 1_03_002b.bat Die Ausgabedatei muss dabei noch nicht existieren, da sie wenn sie noch nicht vorhanden ist automatisch angelegt wird. Für den Fall, dass Sie eine Befehlszeile mit einer Ausgabeumleitung mehrmals anwenden, so wird die Ausgabedatei mit jedem Befehlsaufruf neu angelegt bzw. die vorherige Version überschrieben. Wenn Sie die

7 84 >> Batch-Dateien erzeugen Ausgabe also nicht in eine neue Datei schreiben möchten, sondern den Inhalt einer vorhandenen Datei um weitere Ausgaben ergänzen möchten, so müssen geben Sie das >-Zeichen doppelt an. Damit wird die angegebene Ausgabedatei nicht überschrieben, sondern off Dir C:\Windows\*.* >> Result.txt Listing 16: 1_03_002c.bat Nach der Ausführung eines Befehls wird der Umgebungsvariablen ErrorLevel ein so genannter Rückgabewert zugewiesen, der Auskunft darüber gibt, ob die letzte Befehlsausführung erfolgreich war oder fehlgeschlagen ist. Die meisten Befehle liefern jeweils den Rückgabewert 0 zurück, wenn der Befehl erfolgreich ausgeführt wurde, anderenfalls ist der Wert gleich 1. Wenn Sie nun nach einer Befehlsausführung ausschließlich den Rückgabewert überprüfen möchten, ohne dass das Ergebnis der Befehlsausführung am Bildschirm angezeigt wird, so können Sie die Ausgabeumleitung einsetzen, dabei das Ergebnis nach NUL umleiten und lediglich den Wert von ErrorLevel abfragen. Das nachfolgende Beispiel leitet die Ausgabe aller Dateien und Ordner, die im Ordner C:\Windows enthalten sind, nach NUL um (und unterdrückt damit die vollständige Ausgabe) und gibt lediglich den Wert von ErrorLevel am Bildschirm aus. Dieser ist gleich 0, wenn der Ordner-Inhalt erfolgreich abgefragt werden konnte, anderenfalls ist der Wert off Dir C:\Windows\*.* > NUL Echo %ErrorLevel% Listing 17: 1_03_002d.bat Batch-Dateien erzeugen Bei einer Batch-Datei handelt es sich um eine gewöhnliche Textdatei mit der Dateinamen-Erweiterung *.bat oder *.cmd, worin einzelne Befehle und auch vollständige Befehlszeilen hinterlegt werden können. Mit dem Aufruf einer solchen Batch-Datei liest der Befehlsinterpreter den Inhalt der Datei dann automatisch zeilenweise ein und führt die darin enthaltenen Befehle und Befehlszeilen in chronologischer Reihenfolge aus, ohne dass für die Ausführung der jeweiligen Kommandos eine Interaktion mit dem Benutzer erforderlich ist. Wenn das Ende der Datei erreicht ist und keine weiteren Kommandos mehr ausgeführt werden müssen, so wird die Batch-Datei automatisch geschlossen, und der Befehlsinterpreter wird beendet. Batch-Dateien stellen somit eine sehr komfortable Möglichkeit der Aufgabenautomatisierung dar, da Sie die zur Ausführung einer Aufgabe erforderlichen Befehle und

8 >> 85 Befehlszeilen der Reihe nach in der Datei aufführen und anschließend automatisch ausführen lassen können. Und da Batch-Dateien vom Betriebssystem als ausführbare Dateien behandelt werden, können Sie sogar den Aufruf einer Batch-Datei automatisieren, indem Sie die Batch-Datei mit einem bestimmten Systemereignis verknüpfen oder schlichtweg nur den Ausführungszeitpunkt festlegen. Zum Erstellen einer Batch-Datei benötigen Sie nichts weiter als einen gewöhnlichen Texteditor. Sie können beispielsweise die Windows Server 2003-eigenen Editoren Notepad.exe und Wordpad.exe einsetzen oder auch auf alternative Editoren wie Lemmy, WinVi und viele weitere mehr zurückgreifen. Beim Aufbau einer Batch-Datei gilt zu beachten, dass jeder auszuführende Befehl und jede vollständige Befehlszeile in einer separaten Zeile stehen muss, die jeweils mit der (Enter)-Taste abgeschlossen wird. Sie können natürlich Leerzeilen verwenden, um das Listing etwas übersichtlicher zu gestalten und»funktionsblöcke«zu gruppieren. Des Weiteren können Sie die Batch-Datei mit Kommentaren versehen, um das Listing zu dokumentieren. Eine Kommentarzeile wird hierbei mit der Zeichenfolge REM (für Remark = Bemerkung) oder alternativ mit :: eingeleitet. Alle Zeichen, die hinter REM oder :: stehen, werden vom Befehlsinterpreter ignoriert und damit nicht in die Befehlsverarbeitung mit einbezogen. Des Weiteren können Sie Sprungmarken verwenden, um den Ablauf beim Ausführen der Befehle und Befehlszeilen zu steuern. Eine Sprungmarke wird mit einem vorangestellten Doppelpunkt (z.b. :Sprungmarke1) deklariert und kann mit der Goto-Anweisung angesteuert werden. Nachfolgend finden Sie ein Beispiel für eine Batch-Datei, in der die zuvor angesprochene Syntax verwendet wird. Die Hauptfunktion der Batch-Datei liegt darin, mit dem Cacls-Befehl die Berechtigungen aller Dateien und Ordner, die im Root des Laufwerks C: abgelegt sind, abzufragen und per Ausgabeumleitung in die Datei C:\Result.txt zu schreiben. Nach der Ausführung des Cacls-Befehls wird der Rückgabewert geprüft. Ist dieser gleich 0, so wurde der Befehl fehlerfrei ausgeführt. In diesem Fall wird zur Sprungmarke :Success gewechselt, worüber die Meldung Die Ausführung des Cacls-Befehls war erfolgreich... ausgegeben wird. Anschließend wird zur Sprungmarke :Ende gewechselt, um die Batch-Datei zu beenden und die Sprungmarke :Failure zu übergehen (ohne diesen Sprung würde der Befehlsinterpreter automatisch die Befehle unterhalb von :Failure verarbeiten). Wenn der Cacls-Befehl jedoch nicht erfolgreich ausgeführt werden konnte, so ist der Rückgabewert gleich 1. In diesem Fall wird automatisch zur Sprungmarke :Failure gewechselt, und es wird die Meldung Die Ausführung des Cacls-Befehls war fehlerhaft... ausgegeben. :: :: MyBatch.bat :: / 14:30 Listing 18: 1_03_003a.bat

9 86 >> Batch-Dateien erzeugen off Cls Cacls C:\*.* > C:\Result.txt If ErrorLevel 0 Goto Success Else Goto Failure Goto Ende :Success Echo Die Ausfuehrung des Cacls-Befehls war erfolgreich... Goto Ende :Failure Echo Die Ausfuehrung des Cacls-Befehls war fehlerhaft... :Ende Echo...Ende... Listing 18: 1_03_003a.bat (Forts.) Batch-Dateien werden normalerweise dazu benutzt, um Aufgaben zu automatisieren und bestimmte Aktionen im Hintergrund ablaufen zu lassen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Situationen, die während der Ausführung einer Batch-Datei eine Interaktion mit dem Benutzer erfordern. Denken Sie beispielsweise an ein Menü, worüber verschiedene Optionen zur Auswahl angeboten werden und der Benutzer zwischen den einzelnen Optionen wählen muss. Je nach gewählter Option wird dann zur entsprechenden Sprungmarke gewechselt oder eine separate Batch-Datei aufgerufen, worüber die entsprechenden Befehle dann aufgerufen werden. Um nun einen Benutzer während der Ausführung einer Batch-Datei zur Eingabe bestimmter Zeichen aufzufordern und diese als Entscheidungskriterium für die Ablaufsteuerung verwenden zu können, stellt Windows Server 2003 den Befehl Choice.exe bereit, worüber Sie die Tastatureingaben abfragen und in die Verarbeitung mit einbeziehen können. Der Choice-Befehl akzeptiert standardmäßig nur die Eingabe der Zeichen J und N, da grundsätzlich von einer Ja-/Nein-Abfrage ausgegangen wird. Mit dem Parameter /C können Sie jedoch auch die Eingabe anderer Zeichen ermöglichen. Um die Eingabe des Benutzers, sprich: dessen Auswahl, anschließend auswerten zu können, nutzen Sie die Umgebungsvariable ErrorLevel. Dieser Variablen wird mit der Auswahl des ersten per /C übergebenen Zeichens der Wert 1, dem zweiten der Wert 2 usw. zugewiesen. Je nachdem, welcher Wert der Variablen Error- Level zugewiesen wurde, können Sie also ganz leicht herausfinden, welche Taste der Benutzer gedrückt hat. Das nachfolgende Listing soll den Einsatz des Choice-Befehls verdeutlichen. Mit dieser Batch-Datei wird ein Menü eingeblendet, worüber der Benutzer zwischen den

10 >> 87 möglichen Servertypen Standalone-Server, Member-Server und Domänen-Controller auswählen kann und das Menü auch beenden darf, ohne eine Auswahl vorzunehmen. Abbildung 29: Das Auswahlmenü aus Listing 1_03_003b.bat Hierzu wird im ersten Schritt off die Befehlsanzeige ausgeschaltet, um unnötige Bildschirmmeldungen zu unterdrücken. Des Weiteren wird mit Cls der Inhalt des sfensters gelöscht, damit das Menü übersichtlich dargestellt werden kann. Dann folgen die einzelnen Echo-Anweisungen, worüber das Menü dargestellt wird. Im vorletzten Schritt wird der Choice-Befehl eingesetzt, womit der Benutzer zur Eingabe der Zeichen 1, 2, 3 oder B und damit zur Auswahl des entsprechenden Menü-Eintrages aufgefordert wird. Und zu guter Letzt wird mit der IF- Anweisung der Wert der Umgebungsvariablen ErrorLevel ermittelt. Je nach Auswahl wird zur entsprechenden Sprungmarke gewechselt, der Bildschirminhalt gelöscht und die getroffene Auswahl angezeigt. Statt die Meldung Menü-Eintrag xyz ausgewählt auszugeben, können Sie natürlich weitere Befehle hinterlegen oder auch separate Batch-Dateien aufrufen, um beispielsweise die automatisierte Konfiguration des jeweiligen Servertyps off Cls Echo Bitte waehlen Sie den Servertyp aus: Echo. Echo (1) Standalone-Server Echo (2) Member-Server Echo (3) Domaenen-Controller Echo. Echo (B) Beenden Listing 19: 1_03_003b.bat

11 88 >> Konfiguration der Echo. Choice /C 123B /N If ErrorLevel 1 Goto Auswahl1 If ErrorLevel 2 Goto Auswahl2 If ErrorLevel 3 Goto Auswahl3 Goto Ende :Auswahl1 Cls Echo Menue-Eintrag "Standalone-Server" ausgewaehlt Goto Ende :Auswahl2 Cls Echo Menü-Eintrag "Member-Server" ausgewaehlt Goto Ende :Auswahl3 Cls Echo Menue-Eintrag "Domaenen-Controller" ausgewaehlt :Ende Listing 19: 1_03_003b.bat (Forts.) Konfiguration der Die verfügt über eine Reihe von Eigenschaften (z. B. Anzeigeoptionen, Cursorgröße, Größe des Befehlsspeichers, Schriftart- und Layout-Optionen...), die Sie zum Teil schon mit dem Aufruf der Datei Cmd.exe via Parameter-Übergabe setzen können, die Sie aber der Einfachheit halber auch im Dialogfenster EIGENSCHAF- TEN DER EINGABEAUFFORDERUNG wahlweise für das aktuelle und auch für alle künftigen sfenster konfigurieren können. Um die Eigenschaften der festzulegen, öffnen Sie zunächst das sfenster und öffnen dann das Kontextmenü der Titelleiste. Wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag STANDARDWERTE aus, wenn die bevorstehenden Änderungen für alle künftigen sfenster gelten sollen, oder klicken Sie stattdessen auf EIGENSCHAFTEN, um nur das aktuell geöffnete Fenster zu konfigurieren. Je nach Auswahl gelangen Sie dann in das Dialogfenster EIGENSCHAFTEN VON»EINGABEAUFFORDERUNG«oder EIGENSCHAFTEN VON KONSOLENFENSTER. Gleich welche Auswahl Sie zuvor getroffen haben, können Sie auf der Registerkarte OPTIONEN nun die Größe des Cursors festlegen und auch bestimmen, ob die im Fenster- oder Vollbildmodus dargestellt werden soll. Des Weiteren können Sie die Puffergröße für den Befehlsspeicher auswählen (1 999) und damit

12 >> 89 festlegen, wie viele der zuletzt eingegebenen Befehle im Speicher gehalten werden sollen, die so mit den (á)- und (â)-tasten zurückgeholt und wieder eingefügt werden können, ohne sie neu eingeben zu müssen. Neben der Puffergröße können Sie auch die Anzahl der Puffer (1-999) und damit die Anzahl der Prozesse mit je einem eigenen Befehlsspeicher festlegen. Und um den Befehlsspeicher so effizient wie möglich zu nutzen, können Sie mit dem Aktivieren der Option ALTE DUPLIKATE LÖSCHEN dafür sorgen, dass nur eindeutige Befehle und Befehlszeilen im Speicher gehalten werden und keine doppelten oder mehrfach eingegebenen Befehle und Befehlszeilen zwischengespeichert werden. Mit der Option QUICKEDIT-Modus können Sie das schnelle Kopieren und Einfügen mit der Maus aktivieren, womit Sie jederzeit eine Zeichenfolge im sfenster mit der Maus markieren und mit einem Doppelklick der linken Maustaste an der aktuellen Cursor-Position wieder einfügen können, ohne hierfür erst das Kontextmenü öffnen zu müssen. Mit dem Aktivieren der Option EINFÜGEMODUS können Sie die Einfüge-Funktion einschalten, die das Einfügen neuer Zeichen in eine bereits eingegebene Befehlszeile erlaubt. Wenn diese Funktion nicht aktiviert ist, so werden die Zeichen, die sich rechts neben der aktuellen Cursor-Position befinden, durch die Eingabe neuer Zeichen überschrieben. Abbildung 30: Die Eigenschaften der

13 90 >> Die Umgebungsvariablen von Windows Server 2003 Unter der Voraussetzung, dass Sie beim Öffnen der Eigenschaften STANDARDWERTE und nicht EIGENSCHAFTEN ausgewählt haben, finden Sie im Dialogfenster EIGENSCHAF- TEN VON KONSOLENFENSTER zusätzlich die Option AUTOVERVOLLSTÄNDIGEN vor. Das Aktivieren dieser Option ermöglicht es Ihnen, die Eingabe von Datei- und Ordnernamen zu vereinfachen. Denn Sie brauchen nur noch die ersten Zeichen des Datei- und Ordnernamens einzugeben und können dann mit Hilfe der (ÿ)-taste den vollständigen Namen der Datei oder des Ordners automatisch einfügen. Auf der Registerkarte SCHRIFTART haben Sie die Möglichkeit, die Schriftart und auch die Schriftgröße zu ändern. Die Größe des sfensters dagegen können Sie auf der Registerkarte LAYOUT verändern, und auf der Registerkarte FARBEN können Sie die Hintergrundfarbe und auch die Textfarbe für das sfenster Ihren Wünschen entsprechend anpassen. Tipp Wenn Sie des Öfteren mit der arbeiten, so empfiehlt sich, die Hintergrundfarbe auf Weiß und die Textfarbe auf Schwarz zu setzen, da dies für die Augen weitaus angenehmer ist als umgekehrt. Die Umgebungsvariablen von Windows Server 2003 Windows Server 2003 verwendet so genannte Umgebungsvariablen (engl. = Environment Variables), worin dynamische Daten zur aktuellen Arbeitsumgebung hinterlegt sind. Mit diesen Umgebungsvariablen können Sie von der aus (und natürlich auch unter grafischer Oberfläche oder aus einem Skript heraus) Informationen zu den Laufwerken, zu diversen Standardordnern (z.b. Benutzerprofil, Windows-Ordner, Temp-Ordner...), zur verwendeten Betriebssystemversion, zur Computer- Hardware etc. abfragen und einen Teil der Umgebungsvariablen auch ändern. Der Vorteil dieser Umgebungsvariablen ist, dass Sie die jeweiligen Umgebungsvariablen in einer Befehlszeile oder auch innerhalb eines Skriptes verwenden können, ohne den Inhalt der Variablen»hard-codiert«hinterlegen zu müssen. Wenn Sie z.b. eine Batch-Datei zur Automatisierung diverser Aufgaben erstellen möchten und das Systemlaufwerk und vielleicht auch den Pfad zum Windows-Ordner angeben müssen, so können Sie statt C:\ die Variable %SystemDrive% und statt C:\Windows die Variable %WinDir% verwenden. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass die Batch-Datei auch auf einem Computersystem ausgeführt werden kann, auf dem das Systemlaufwerk beispielsweise D:\ oder E:\ und der Windows-Ordner vielleicht E:\WinNT lautet. Denn der Inhalt der Umgebungsvariablen lässt sich zur Laufzeit einer Batch-Datei, eines Skriptes oder sonstigen Programms problemlos abfragen und für Anweisungen und auch als Parameter verwenden. Bei Verwendung von Umgebungsvariablen gilt es zwischen benutzerspezifischen und systemspezifischen Umgebungsvariablen zu unterscheiden. Die benutzerspezifischen Umgebungsvariablen sind innerhalb der Registrierung im Schlüssel HKEY_CURRENT_ USER\ENVIRONMENT abgelegt und stehen nur dann zur Verfügung, wenn der Benutzer angemeldet ist. Die systemspezifischen Umgebungsvariablen dagegen sind im Schlüssel

14 >> 91 HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CURRENTCONTROLSET\CONTROL\SESSION MANAGER\ ENVIRONMENT zu finden und stehen für alle Prozesse zur Verfügung. Selbst dann, wenn kein Benutzer angemeldet ist. Die nachfolgende Tabelle soll Ihnen einen Überblick über die per Default verfügbaren Umgebungsvariablen unter Angabe einer kurzen Beschreibung geben und soll Ihnen auch zeigen, welche Umgebungsvariablen benutzer- und systemspezifisch sind. Umgebungsvariable Benutzer System Beschreibung AllUsersProfile Pfad zum All Users-Benutzerprofil (z.b. C:\Dokumente und Einstellungen\All Users) AppData Pfad zum Ablageordner der Anwendungsdaten (z.b. C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\ Anwendungsdaten) CD Pfad des aktuellen Ordners (z.b. C:\) CMDCMDLine Befehlszeile für die Ausführung der aktuellen Cmd.exe-Datei (z.b. C:\Windows\ System32\Cmd.exe) CMDExtVersion Version der Befehlszeilenerweiterung (z.b. 2) Computername Name des Computers (z.b. FRA-MD-SRV- 001) ComSpec Pfad zum Befehlszeileninterpreter (z.b. C:\Windows\System32\Cmd.exe) Date Aktuelles Systemdatum (z.b ) ErrorLevel Rückgabewert der letzten Befehlsausführung (z.b. 0) HomeDrive Laufwerkbuchstabe zum Home-Laufwerk des gerade angemeldeten Benutzers (z.b. C:) HomePath Pfad zum Home-Laufwerk des gerade angemeldeten Benutzers (z.b. C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator) HomeShare Netzwerkpfad zum Home-Laufwerk des gerade angemeldeten Benutzers (z.b. \\FRA-MD-DC-001\Users\AdmTask) LogonServer Name des Computersystems bzw. des Domänen-Controllers, der die Anmeldung der aktuellen Windows-Sitzung verifiziert hat (z.b. \\FRA-MD-DC-001) Number_Of_Processors Anzahl der Prozessoren (z.b. 1) Tabelle 7: Die Standard-Umgebungsvariablen von Windows Server 2003

15 92 >> Die Umgebungsvariablen von Windows Server 2003 Umgebungsvariable Benutzer System Beschreibung OS Name des Betriebssystems (z.b. Windows_NT) Path Suchpfad für ausführbare Dateien (z.b. C:\Windows\System32;C:\Windows;C:\ Windows\System32\Wbem) PathExt Dateinamenerweiterungen der ausführbaren Dateien (z.b..com;.exe;.bat;.cmd;.vbs;.vbe;.js;.jse;.wsf;.wsh) Processor_Architecture Architekturtyp des Prozessors (z.b. x86) Processor_Identifier Kurzbeschreibung des Prozessors (z.b. x86 Family 6 Model 6 Stepping 2, Authentic- AMD) Processor_Level Modellnummer des Prozessors (z.b. 6) Processor_Revision Revisionsnummer des Prozessors (z.b. 0602) Prompt Prompt-Konfigurationseinstellung (z.b. $P$G) Random Zufallszahl zwischen 0 und (z.b ) SystemDrive Laufwerkbuchstabe des Laufwerks, auf dem sich die Betriebssystem-Installation befindet (z.b. C:) SystemRoot Pfad des Betriebssystem-Basisordners (z.b. C:\Windows) Temp Pfad des benutzer- und systemspezifischen Temp-Ordners (z.b. C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\Lokale Einstellungen\Temp und C:\Windows\Temp) TMP Pfad des benutzer- und systemspezifischen Temp-Ordners (z.b. C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\Lokale Einstellungen\Temp und C:\Windows\Temp) Time Aktuelle Systemzeit (z.b. 16:17:49,37) UserDomain Name des Computersystems oder der Domäne, auf dem bzw. in der das Benutzerkonto des gerade angemeldeten Benutzers angelegt wurde (z.b. FRA-MD-SRV-001) UserName Name des gerade angemeldeten Benutzers (z.b. Administrator) Tabelle 7: Die Standard-Umgebungsvariablen von Windows Server 2003 (Forts.)

16 >> 93 Umgebungsvariable Benutzer System Beschreibung UserProfile Pfad zum Benutzerprofil des gerade angemeldeten Benutzers (z.b. C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator) WinDir Pfad des Betriebssystem-Basisordners (z.b. C:\Windows) Tabelle 7: Die Standard-Umgebungsvariablen von Windows Server 2003 (Forts.) Umgebungsvariablen abfragen und bearbeiten Die benutzer- und systemspezifischen Umgebungsvariablen lassen sich jederzeit von der aus abfragen und (zumindest größtenteils) auch ändern. Hierfür stellt Windows Server 2003 den Set- und Setx-Befehl zur Verfügung. Um beispielsweise eine Aufstellung aller Umgebungsvariablen (mit Ausnahme der versteckten Umgebungsvariablen CD, Date, Time, Random, ErrorLevel, CMDExtVersion und CMD- CMDLine) unter Angabe ihrer jeweiligen Werte zu erzeugen, geben Sie in der Set (ohne Angabe weiterer Parameter) ein. Abbildung 31: Das Ergebnis nach Eingabe des»set«-befehls Möchten Sie dagegen nur den Wert einer bestimmten Umgebungsvariablen abfragen, so wenden Sie ebenfalls den Set-Befehl an und übergeben den Namen der Umgebungsvariablen als Parameter (z.b. Set WinDir). Alternativ dazu können Sie auch den Echo-Befehl verwenden, der ebenfalls den Wert einer Umgebungsvariablen ermittelt und am Bildschirm ausgibt. Allerdings müssen Sie bei Verwendung des Echo-Befehls die Umgebungsvariable in das %-Zeichen einschließen, da der Echo-Befehl ansonsten nur die Eingabe, die dem Echo-Befehl folgt, ausgibt. Mit dem Befehl Echo %WinDir% erhalten Sie also das gleiche Ergebnis wie mit Set WinDir.

17 94 >> Die Umgebungsvariablen von Windows Server 2003 Wenn Sie einer Umgebungsvariablen einen neuen Wert zuweisen möchten, so wenden Sie im einfachsten Fall wieder den Set-Befehl an und übergeben mit Umgebungsvariable=Wert den Namen der Variablen und auch den neuen Inhalt, wobei Sie hier Umgebungsvariable durch den Variablennamen und Wert durch den neuen Inhalt ersetzen. Wenn Sie beispielsweise den Pfad für die benutzerspezifische Umgebungsvariable Temp ändern und künftig C:\Temp statt C:\%UserProfile%\Lokale Einstellungen\Temp verwenden möchten, so können Sie hierfür die nachfolgende Set- Befehlszeile off Set Temp=C:\Temp Listing 20: 1_03_004a.bat Hierbei sei angemerkt, dass beim Einsatz des Set-Befehls die benutzerspezifischen Umgebungsvariablen Vorrang vor den systemspezifischen Umgebungsvariablen haben. Wenn Sie mit dem Set-Befehl beispielsweise die Umgebungsvariablen Temp und Tmp ändern möchten, so werden hierbei die benutzerspezifischen Umgebungsvariablen geändert. Das Ändern der systemspezifischen Umgebungsvariablen Temp und Tmp ist daher also nicht möglich. Um systemspezifische Umgebungsvariablen zu ändern, können Sie den Setx-Befehl einsetzen, der standardmäßig im Befehlsumfang von Windows Server 2003 enthalten ist. Der Setx-Befehl hat gegenüber dem Set-Befehl den Vorteil, dass Sie selbst bestimmen können, ob benutzer- oder systemspezifische Umgebungsvariablen geändert werden sollen. Wenn Sie beispielsweise die systemspezifischen Umgebungsvariablen Temp und Tmp ändern möchten und künftig nicht mehr den Pfad C:\Windows\Temp, sondern C:\Temp nutzen wollen, so wenden Sie den Setx-Befehl an, übergeben den Namen der Variablen sowie den neuen Wert und fügen zusätzlich den Parameter /M an, mit dessen Hilfe Sie festlegen können, dass nicht die benutzerspezifischen, sondern die systemspezifischen Umgebungsvariablen geändert werden off Setx Temp C:\Temp /M Setx Tmp C:\Temp /M Listing 21: 1_03_004b.bat Den Set- und Setx-Befehl können Sie auch dazu benutzen, um neue Umgebungsvariablen anzulegen und vorhandene Umgebungsvariablen zu löschen. Wenn Sie beispielsweise eine neue Umgebungsvariable mit der Bezeichnung MyData erstellen möchten, die in den Ordner C:\Daten\MyData verweist, so wenden Sie sofern es sich um eine benutzerspezifische Umgebungsvariable handelt den Set-Befehl an und übergeben den Namen der Umgebungsvariablen wie auch den dazugehörigen Wert.

18 >> off Set MyData=C:\Daten\MyData Listing 22: 1_03_004c.bat Um eine systemspezifische Umgebungsvariable mit der Bezeichnung MyData zu erzeugen, die in den zuvor genannten Ordner verweist, wenden Sie stattdessen den Setx-Befehl an, übergeben den Namen der Variablen, deren Wert und zusätzlich auch den Parameter /M, da sich der Setx-Befehl per Default auf benutzerspezifische und nicht auf systemspezifische Umgebungsvariablen off Setx MyData C:\Daten\MyData /M Listing 23: 1_03_004d.bat Wenn Sie eine Umgebungsvariable löschen möchten, so können Sie hierfür ebenfalls den Set- und Setx-Befehl einsetzen. Um beispielsweise den Inhalt der systemspezifischen Umgebungsvariablen MyData zu entfernen, geben Sie in der den Befehl Set MyData oder Setx MyData "" /M ein. Die Variable wird daraufhin wieder entfernt. Achtung Beim Löschen von benutzer- und systemspezifischen Umgebungsvariablen sollten Sie größte Vorsicht walten lassen. Denn viele der Standardumgebungsvariablen werden vom Betriebssystem und auch von vielen Applikationen genutzt. Wenn Sie Umgebungsvariablen wahllos löschen, so kann dies zu Instabilitäten des Betriebssystems und einiger Applikationen führen. Löschen Sie Umgebungsvariablen also nur dann, wenn Sie sicherstellen können, dass die Variablen nicht vom System oder von irgendeiner Applikation benötigt werden. Die WMI-Konsole Die WMI-Konsole (WMIC = Windows Management Instrumentation Console) von Windows Server 2003 stellt ein wichtiges Werkzeug für die alltägliche Systemadministration und auch für die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben dar. Denn mit WMIC haben Sie von der aus Zugriff auf die Verwaltungsschnittstelle des Betriebssystems und können damit unendlich viele Informationen abfragen und auch etliche Änderungen vornehmen, ohne dass hierfür eine aufwändige Programmierung oder der Einsatz von Systemmanagement-Tools wie z.b. SMS erforderlich wäre. Mit WMIC können Sie sowohl im interaktiven Modus arbeiten wie auch im nicht interaktiven Modus. Ersteres bedeutet, dass Sie durch Eingabe von WMIC in die WMIC-eigene

19 96 >> Die WMI-Konsole gelangen, worüber Sie dann die WMIC-spezifischen Unterbefehle eingeben können. Der nicht interaktive Modus dagegen erlaubt die Nutzung der WMICspezifischen Unterbefehle von der aus, womit Sie die WMI- Möglichkeiten z.b. auch aus einer Batch-Datei heraus nutzen können. Denn im nicht interaktiven Modus können Sie die Unterbefehle von WMIC direkt an den eigentlichen WMIC-Befehl anhängen. Damit lassen sich auch außerhalb der WMIC-eigenen Informationen abfragen und Einstellungen ändern. Einfache WMI-Abfragen durchführen WMIC enthält bereits von Haus aus eine ganze Reihe vorgefertigter WMI-Abfragen, womit Sie viele Informationen zum Betriebssystem, zur verwendeten Hardware wie auch zu den installierten Applikationen abfragen können. Diese WMI-Abfragen werden in Form von Alias bereitgestellt, die Sie nur aufrufen müssen, um die gewünschten Informationen zu erhalten. Hinter jedem der enthaltenen Alias verbirgt sich eine WQL-Abfrage (WMI Query Language) einer bestimmten WMI-Klasse. So können Sie beispielsweise durch die simple Eingabe von Service die WQL-Abfrage Select * From Win32_Services durchführen und erhalten daraufhin alle Eigenschaften der vorhandenen Systemdienste von Windows Server 2003 zurück. Das Komfortable dabei ist, dass Sie sich nicht um das Herstellen einer Verbindung zum WMI-Namespace root\cimv2 und zur WMI- Klasse WIN32_Service sowie um die anschließende Select-Anweisung kümmern müssen, da dies bereits alles im Alias hinterlegt ist. Um einmal alle Eigenschaften der Systemdienste von Windows Server 2003 am Bildschirm ausgeben zu lassen, wechseln Sie also zunächst in die, rufen mit WMIC die WMIC-eigene auf und geben dann den Alias Service ein (interaktiver Modus). Sie erhalten daraufhin eine mehrspaltige Ausgabe mit den Eigenschaften der Systemdienste (siehe Win32_Service in Teil III dieses Buches), die weitaus mehr Informationen zu den Diensten enthält, als Sie in der Dienst-Übersicht unter grafischer Oberfläche je angezeigt bekommen werden. Alternativ dazu können Sie auch außerhalb der WMIC-eigenen den Befehl WMIC Service verwenden, um die Eigenschaften abzufragen. Allerdings ist die Ausgabe im nicht interaktiven Modus aufgrund der vielen Spalten oftmals etwas verschoben und damit recht unübersichtlich. Mit Hilfe der Ausgabeumleitung (> Datei.txt oder /Output:Datei.txt) können Sie das Ergebnis aber auch in eine Datei ausgeben, womit die Spalten dann wieder richtig und damit auch übersichtlicher angezeigt werden. Neben dem Alias Service, der mit der WMI-Klasse Win32_Service verknüpft ist, gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Aliase, die Sie zum Auslesen von Informationen verwenden können. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Übersicht aller Alias, die standardmäßig zur Verfügung stehen und die Sie im interaktiven Modus durch Eingabe des Aliasnamens und im nicht interaktiven Modus durch Eingabe von WMIC Aliasname zum Abfragen der Systeminformationen verwenden können.

20 >> 97 Abbildung 32: Eine einfache WMI-Abfrage durch Eingabe des Aliasnamens durchführen Alias Alias BaseBoard BIOS BootConfig CDRom Computersystem CPU CSProduct DataFile DCOMApp Desktop DesktopMonitor DeviceMemoryAddress DiskDrive DiskQuota DMAChannel Environment FSDir Beschreibung Alias-Verwaltung Hauptplatinen-Verwaltung BIOS-Verwaltung Startkonfigurationsverwaltung (Boot.ini) CD-Verwaltung Computersystem-Verwaltung CPU-Verwaltung SMBIOS-Verwaltung Datei-Verwaltung DCOM-Anwendungsverwaltung Desktop-Verwaltung Desktop-Bildschirmverwaltung Gerätespeicheradress-Verwaltung Physikalische Laufwerksverwaltung Kontingentverwaltung DMA-Kanalverwaltung Systemumgebungsverwaltung Ordner-Verwaltung Tabelle 8: Die Standard-Alias von WMIC

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