Steuersparende Gestaltungsempfehlungen zum neuen Investitionsabzugsbetrag

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1 Vorteile nutzen! Steuersparende Gestaltungsempfehlungen zum neuen Investitionsabzugsbetrag Im Zuge der Unternehmensteuerreform 2008 (Abruf-Nr ) wird die Ansparabschreibung durch den Investitionsabzugsbetrag ersetzt ( 7g Absätze 1 bis 4 Einkommensteuergesetz [EStG]). Wie immer hat auch diese Medaille zwei Seiten. Zum Teil verbessern sich die Bedingungen, zum Teil verschlechtern sie sich. So wurden zum die günstigen Regelungen für Existenzgründer komplett gestrichen. So funktioniert der Investitionsabzugsbetrag Der Investitionsabzugsbetrag beträgt wie bisher 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten. Der Abzug erfolgt nicht mehr innerhalb der Gewinnermittlung, sondern wird außerbilanziell vorgenommen. Damit entfällt die bisher erforderliche buchmäßige Bildung von Rücklagen. Die Bildung der einzelnen Rücklage muss sich nicht mehr aus der Buchführung selbst ergeben. Berücksichtigung außerhalb der Gewinnermittlung Unser Tipp: Es reicht, wenn Sie ein Tableau über Ihre voraussichtlichen Investitionen unter Angabe der Wirtschaftsgüter und der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufstellen. Der sich daraus ergebende Abzugsbetrag wird dann von dem Gewinn laut Steuerbilanz abgezogen. Wenn Sie dann das Wirtschaftsgut anschaffen oder herstellen, müssen Sie den in Anspruch genommenen Investitionsabzugsbetrag außerhalb der Gewinnermittlung gewinnerhöhend hinzurechnen. Gleichzeitig kürzen Sie gewinnmindernd die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts. Dies ist neu gegenüber dem bisherigen Recht. Voraussetzungen für die Inanspruchnahme Den Investitionsabzugsbetrag können Sie in Anspruch nehmen, wenn Ihr Betriebsvermögen Euro nicht übersteigt ( 7g Absatz 1 EStG): Prüfung der Größenmerkmale Bei den Größenmerkmalen wird auf das Jahr der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags abgestellt und nicht wie bisher auf das vorangegangene Wirtschaftsjahr. Damit können Sie erst über die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags entscheiden, wenn Sie die Bilanz für das Abzugsjahr aufgestellt haben. Haben Sie in dem Jahr Investitionen vorgenommen, für die Sie vorher einen Investitionsabzugsbetrag gebildet hatten, mindert sich die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung und somit auch Ihr Betriebsvermögen. Da die parallele Hinzurechnung des Abzugsbetrags aber außerhalb der Bilanz erfolgt, erhöht sich das maßgebende Betriebsvermögen nicht. Betriebsvermögen maximal Euro Hinzurechnung hat keine Auswirkung 1

2 Ein Unternehmer hat 2007 einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von Euro gebildet führt er die Investitionen durch. Sein Betriebsvermögen beträgt 2008 ohne Berücksichtigung der Investitionen Euro. In der Bilanz zum 31. Dezember 2008 sind die Anschaffungskosten für die durchgeführten Investitionen um Euro (= Höhe des Investitionsabzugsbetrags 2007) zu mindern. Dadurch vermindert sich sein Betriebsvermögen auf Euro. Diese Minderung der Anschaffungskosten wird in 2008 durch eine außerbilanzielle Hinzurechnung von Euro ausgeglichen. Diese Hinzurechnung erhöht aber nicht wieder das Betriebsvermögen, so dass der Unternehmer 2008 einen neuen Investitionsabzugsbetrag bilden kann. Begünstigte Wirtschaftsgüter Bisher waren nur neue Wirtschaftsgüter begünstigt. Den Investitionsabzugsbetrag erhalten Sie aber für alle abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Damit hat sich zum die Frage erübrigt, ob ein Pkw mit Tages-oder Kurzzulassung neu und damit begünstigt ist. Auch gebrauchte Wirtschaftsgüter begünstigt Sie müssen jedes einzelne Wirtschaftsgut in dem Tableau, das Sie beim Finanzamt einreichen, gesondert dokumentieren. Dabei dürfen Sie die Wirtschaftsgüter nicht zu Gruppen unter Verwendung von Sammelbezeichnungen, wie zum Büroausstattung, zusammenfassen. Es ist aber nicht mehr erforderlich, dass Sie das jeweilige Wirtschaftsgut individuell genau bezeichnen. Vielmehr reicht es künftig, dass Sie das geplante Investitionsgut seiner Funktion nach benennen. Außerdem müssen Sie die Höhe der voraussichtlichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angeben. Nicht erforderlich ist, dass Sie das Jahr angeben, in dem Sie die Investition voraussichtlich tätigen wollen. Investitionszeitpunkt muss nicht angegeben werden Ein Unternehmer möchte einen Lkw und zwei Pkw anschaffen. Die voraussichtlichen Anschaffungskosten betragen für den Lkw Euro, für den einen Pkw Euro und für den anderen Euro. Das zu erstellende Tableau sieht wie folgt aus: Investitionsgut Voraussichtliche Anschaffungs-/Herstellungskosten Investitionsabzugsbetrag Transportfahrzeug Euro Euro Pkw Euro Euro Pkw Euro Euro Das Wirtschaftsgut müssen Sie mindestens bis zum Ende des folgenden Jahres, das auf die Investition folgt, ausschließlich oder zumindest fast ausschließlich (das heißt zu mindestens 90 Prozent) betrieblich nutzen. Bislang genügten zehn Prozent betriebliche Nutzung. Damit ist die Anschaffung gemischt genutzter Pkw in vielen Fällen nicht mehr begünstigt. 90 Prozent betriebliche Nutzung erforderlich 2

3 Höchstbetrag Der Höchstbetrag für die insgesamt vorzunehmenden Investitionsabzugsbeträge wurde von bisher Euro auf Euro aufgestockt. Höchstbetrag Euro Der Höchstbetrag bezieht sich auf alle Abzugsbeträge, die Sie im Wirtschaftsjahr des Abzugs und den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren vorgenommen haben. Investitionsabzugsbeträge, die Sie nach erfolgter Investition wieder außerhalb der Bilanz hinzurechnen, sind nicht zu berücksichtigen. Dies gilt auch für Abzugsbeträge, die Sie wegen fehlender Investition oder wegen des Verstoßes gegen die Verbleibens- und Nutzungsvoraussetzungen rückgängig machen müssen. Wichtig: Ansparabschreibungen, die Sie nach altem Recht gebildet und noch nicht gewinnerhöhend aufgelöst haben, sind zu berücksichtigen. Investitionszeitraum Sie müssen das Wirtschaftsgut innerhalb von drei Jahren (Investitionszeitraum) anschaffen. Bislang betrug der Investitionszeitraum zwei Jahre. Investieren Sie nicht innerhalb der drei Jahre, müssen Sie den Investitionsabzugsbetrag wieder rückgängig machen. Drei Jahre Zeit für die Investition Wirkungsweise des Investitionsabzugsbetrags Führen Sie die Investition fristgerecht durch, passiert Folgendes: Von den tatsächlichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten können Sie 40 Prozent steuermindernd abziehen, aber maximal den Betrag, den Sie als Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht haben. Beachten Sie: Die geminderten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sind auch für die Einordnung als geringwertiges Wirtschaftsgut maßgebend. Werden zum die Anschaffungskosten von 200 Euro um 40 Prozent gemindert und sinken dadurch auf unter 150 Euro, müssen Sie das Wirtschaftsgut nicht in den Sammelposten (Wirtschaftsgüter bis Euro) einstellen, sondern sofort abschreiben. Auswirkungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter Außerhalb der Bilanz werden 40 Prozent der tatsächlichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gewinnerhöhend hinzugerechnet, aber maximal der Betrag, den Sie als Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht haben. Vergleich prognostizierte Kosten zu tatsächlichen Kosten Je nachdem, ob die prognostizierten Kosten von den tatsächlichen Kosten abweichen, ergeben sich folgende Auswirkungen: Prognostizierte = Tatsächliche: Im Wirtschaftsjahr der Investition ergeben sich keine Gewinnauswirkungen, weil die gewinnmindernde Kürzung der Anschaffungskosten der Hinzurechnung entspricht. Keine Gewinnauswirkung 3

4 Prognostizierte < Tatsächliche: Von den Anschaffungskosten kann im Wirtschaftsjahr der Investition maximal der (zu niedrige) geltend gemachte Investitionsabzugsbetrag steuermindernd berücksichtigt werden. Die höheren Anschaffungskosten wirken sich dann über die höhere Abschreibung in den folgenden Jahren aus. Prognostizierte > Tatsächliche: Von den Anschaffungskosten können maximal 40 Prozent im Wirtschaftsjahr der Investition steuermindernd berücksichtigt werden. Außerhalb der Gewinnermittlung werden ebenfalls maximal 40 Prozent der Anschaffungskosten gewinnerhöhend hinzugerechnet. Der zu hoch gebildete Investitionsabzugsbetrag muss anteilig rückgängig gemacht werden (siehe unten). Ein Unternehmer hat bei der Gewinnermittlung für das Jahr 2007 einen Investitionsabzugsbetrag für eine noch anzuschaffende Maschine (Nutzungsdauer fünf Jahre) in Höhe von 40 Prozent von Euro = Euro außerhalb der Bilanz gewinnmindernd in Anspruch genommen. In 2008 wird die Maschine angeschafft, und zwar zu Anschaffungskosten von a) Euro, b) Euro und c) Euro. Anschaffungskosten Euro Euro Euro./. Gewinnminderung Euro Euro Euro Verbleibende Bemessungsgrundlage für Abschreibung Euro Euro Euro Lineare Abschreibung Euro Euro Euro Hinzurechnung außerhalb der Gewinnermittlung Euro * Euro Euro * Der zu hoch geltend gemachte Investitionsabzugsbetrag muss im Jahr 2007 in Höhe von Euro rückgängig gemacht werden (siehe unten). Korrektur des Investitionsabzugsbetrags Investieren Sie nicht fristgerecht, zu gering oder verstoßen Sie gegen die Verbleibens- und Nutzungsvoraussetzungen, wird der Investitionsabzugsbetrag (anteilig) rückgängig gemacht ( 7g Absätze 3 und 4 EStG). Anteilige Auflösung des Investitionsabzugsbetrags Investitionsabzugsbetrag wird rückgängig gemacht Dabei wird sowohl die Veranlagung des Wirtschaftsjahrs, in dem Sie den Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht haben, korrigiert, als auch alle Veranlagungen, die von der Rückgängigmachung betroffen sind. Beachten Sie: Das zur Progressionsminderung beliebte Verschieben von Gewinnen mittels Ansparabschreibung auf verschiedene Geschäftsjahre ist somit künftig nicht mehr möglich. 4

5 Ein Unternehmer hat 2007 für einen PC einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 400 Euro (= 40 % von Euro) in Anspruch genommen. Der PC wird in 2008 angeschafft, jedoch zum 1. März 2009 für private Zwecke entnommen. Weil der PC im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr nicht im Betriebsvermögen verbleibt, ist der Investitionsabzugsbetrag des Jahres 2007 rückgängig zu machen. Damit fällt auch in 2008 die Kürzung der Anschaffungskosten in Höhe von 400 Euro weg. Hieraus ergibt sich eine Gewinnerhöhung um 400 Euro. Im Gegenzug ist die außerhalb der Gewinnermittlung erfolgte Hinzurechnung in Höhe von 400 Euro rückgängig zu machen. Schließlich ist noch die AfA für 2008 zu korrigieren. Neue Bemessungsgrundlage sind Euro (vorher 600 Euro). Nachzahlungszinsen bei nicht erfolgter Investition Den bisherigen Gewinnzuschlag gibt es nicht mehr. Investieren Sie nicht innerhalb der drei Jahre, verlangt das Finanzamt auf die aus der Gewinnerhöhung folgende Steuernachzahlung Nachzahlungszinsen gemäß 233a Abgabenordnung. Diese betragen 0,5 Prozent je Monat. Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem der Investitionsabzugsbetrag rückgängig gemacht wird. 0,5 Prozent pro Monat Der Unternehmer aus dem obigen schafft den PC doch nicht an. Im Steuerbescheid 2007 wird der Investitionsabzugsbetrag deshalb nicht berücksichtigt, sodass es zu einer höheren Steuerbelastung kommt. Ergeht der geänderte Steuerbescheid nach dem 31. März 2009, muss er für alle vollen Monate danach 0,5 Prozent Nachzahlungszinsen zahlen. Fraglich ist, ob Sie, wenn Sie erkennen, dass Sie die Investition nicht fristgerecht durchführen werden, dies bereits vor Ablauf der drei Jahre dem Finanzamt mitteilen können, um eine vorzeitige Änderung des Steuerbescheids zu erreichen und somit eventuell Nachzahlungszinsen zu vermeiden. Im Ergebnis würde der Nachzahlungsbetrag zinslos gestundet. Kann der Steuerbescheid vorzeitig geändert werden? Beachten Sie: Keine Nachzahlungszinsen fallen an, wenn Sie nur gegen die Nutzungs- und Verbleibevorschriften verstoßen. Das heißt, wenn Sie zum das angeschaffte Wirtschaftsgut nicht zu mindestens 90 Prozent betrieblich nutzen oder vor Ablauf der Verbleibefrist entnehmen. Zeitlicher Anwendungsbereich Der neue Investitionsabzugsbetrag gilt für alle Wirtschaftsjahre, die nach der Verkündung des Gesetzes enden. Das bedeutet für Unternehmer, deren Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, dass sie bereits zum 31. Dezember 2007 nicht mehr die Ansparrücklage nach altem Recht bilden können, sondern nur den neuen Investitionsabzugsbetrag. Neuer Investitionsabzugsbetrag gilt bereits für

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