Fertig zum Saisonbeginn Schnelle Schadenregulierung auf Sylt

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1 Journal für den Provinzial NordWest Konzern Fertig zum Saisonbeginn Schnelle Schadenregulierung auf Sylt Fit für die Zukunft: Projekt PNWdigital gestartet Lebensversicherungsreformgesetz: Hintergründe und Auswirkungen

2 - kl - Roland Horn Liebe Leserinnen und Leser, ein Haus ist gefunden, der Umzug geplant und die Stadt Münster hat er in ersten Ausflügen mit seiner Frau, seinen drei Söhnen und dem Hund schon ausgiebig erkundet gedanklich ist der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Breuer schon längst in Münster angekommen. Bereits heute sprechen Dr. Breuer, der Vorstand und viele Leitende im Rahmen der Möglichkeiten über Themen, die gemeinsam angegangen werden sollen. Mittlerweile steht das Eintrittsdatum fest. Am 1. Juni 2015 wird Dr. Breuer seine Ämter als Vorstandsvorsitzender der Holding, als Vorstandsvorsitzender der Westfälischen Provinzial und als Vorstandsvorsitzender der Provinzial NordWest Lebensversicherung antreten. Persönlich vorstellen wird sich der neue Vorstandsvorsitzende an allen Standorten, sobald er seinen Schreibtisch bezogen hat. Wir möchten die vor Ihnen liegende Ausgabe nutzen, um Ihnen den neuen Provinzial-Chef und seine ersten Überlegungen in einem Interview vorzustellen. Seit dem 1. April ist Dr. Ulrich Scholten über den wir ebenfalls berichten Nachfolger von Dr. Ulrich Lüxmann-Ellinghaus, der nach 19-jähriger Tätigkeit für die Provinzial Ende März in den Ruhestand gegangen ist als Hauptabteilungsleiter gestartet, wurde Dr. Lüxmann 2003 in den Vorstand der Westfälischen Provinzial und 2005 in den Vorstand der Provinzial NordWest Holding berufen. Neben diesen Vorstandspersonalien gibt es weitere wichtige und interessante Themen, die wir aufgreifen. Der Konzern hat ein umfassendes Digitalisierungsprogramm gestartet. Über Inhalte, Ziele und den aktuellen Stand haben wir mit den drei für das Programm Management verantwortlichen Hauptabteilungsleitern gesprochen. Im Herbst 2014 haben Aktionärs- und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat den öffentlichen Auftrag bekräftigt. Unter der Leitung von Michael Hein, Hauptabteilungsleiter Firmenkunden Institutionen / Agrarwirtschaft bei der Westfälischen Provinzial soll das Projekt klare Handlungsgrundsätze des öffentlichen Auftrags erarbeiten (S ). Die Stärke eines regionalen Versicherers zeigte die Provinzial Nord Brandkasse bei der zügigen Regulierung eines Millionenschadens auf Sylt. In unserer Titelgeschichte schildern wir, wie bei der Regulierung alle an einem Strang gezogen haben die Bezirkskommissare Maret Kruse und Michael Wagner, der Tourismus-Service und die Hauptverwaltung in Kiel (S ). Nach Vorbild des seit Jahren erfolgreich im Norden tätigen Vereins,Provinzialer helfen wurde Ende 2014 der Verein,Provinzialer helfen in Westfalen-Lippe gegründet. Wir haben allen im Westen verteilten nordwestern einen Flyer mit einer Beitrittserklärung beigefügt. Nutzen Sie die Gelegenheit und machen Sie mit. Bereits mit kleinen Summen kann Leid gemindert und viele Projekte unterstützt werden. Sie sehen ein bunter, interessanter Strauß an Themen verpackt in dieser Frühlingsausgabe. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen bei hoffentlich frühlingshaften Temperaturen. Genießen Sie die Tage. 06 Ab 1. Juni steht sein Schreibtisch in Münster: Dr. Wolfgang Breuer ist neuer Chef der Provinzial NordWest. Der nordwester stellt den neuen Vorstandsvorsitzenden vor und hat ihn zu aktuellen Herausforderungen für die Branche und die Provinzial NordWest befragt. UNSER KONZERN 06 Interview mit Dr. Wolfgang Breuer 08 Neuer Finanzvorstand gestartet 10 Vereinbarkeit von Beruf und Pflege 11 Ergebnisse 3. Mitarbeiterbefragung 12 Serviceoffensive Komposit-Ressort Kiel 13 Digitalisierung nutzen 14 PNWdigital gestartet 16 Agrar Unternehmertage in Münster 17 Agrar Schulungsreihe 17 Seniorensicherheitsberatung 20 Projekt öffentlicher Auftrag 22 Hintergründe zum Lebensversicherungsreformgesetz 24 Die Netzwerkerinnen 26 DBV Gewerbeberater 27 Entflechtung der GaVI 28 Sturmbilanz 33 Brandschutzsanierung MENSCHEN UND NACHRICHTEN 09 Neuer Hauptabteilungsleiter IT-Betrieb II 09 BFW-Verbandstag in Hamburg 09 Provinzial beim Städte und Gemeindebund NRW 29 Berufsmesse in Kiel 49 Betriebssportjubiläum 2 nordwester 1.15

3 INHALTSVERZEICHNIS - pat - - hw - - pat - 41 Zu seinen Kunden pflegt Adem Ates oft ein freundschaftliches Verhältnis. Die gemeinsame Sprache verbindet. Seit 2001 lebt er in Deutschland. In Kiel-Dietrichsdorf betreut er gezielt türkisch-stämmige Kunden und nimmt seit März am Förderprogramm Karriereplan teil. 52 Mit viel Kreativität und guten Ideen haben sich Schülerinnen und Schüler aus ganz Westfalen mit dem Thema Schutzengel auseinandergesetzt. Der 1. Provinzial Schutzengel Award war ein Erfolg und wird in diesem Jahr auch auf den Norden ausgedehnt. 62 Volleyball-Nationalspielerin Anja Brandt nahm sich viel Zeit für die,scorpion -Redakteure aus Rostock. Die Schüler der Werkstattschule gehörten beim ersten Schülerzeitungswettbewerb der Provinzial im Norden zu den Hauptgewinnern. VERTRIEB 18 Strandkorbbrand in Wenningstedt 30 A2 Wiedereröffnung nach Überschwemmung 34 Vertriebsauftakt Geschäftsstellen 36 Vertriebsauftakt Sparkassen 38 Vertriebsauftakt im Norden 40 Neue Runde im Karriereplan VERTRIEB AUSSENDIENST 42 Knochenmark gespendet 43 Erste Plätze beim Altersvorsorge Award 44 Neues Vereinsheim für den RC Bergedorf 44 Andersen übergibt Jübeker Agentur 45 Benefizspiel des THW Kiel 45 GA Flöcker beim NDR VERTRIEB SPARKASSEN 46 Lebenprodukte im Fokus 47 Trainingstage in Münster 47 Neue Sparkassenagenturen 48 Zertifikatsübergabe Sparkasse Dortmund AUS- UND WEITERBILDUNG 68 Neues Ausbildungskonzept der HFK 69 Spendenlauf 69 Engel auf Reisen ENGAGEMENT FÜR DIE REGIONEN 50 Tipps und Termine Für Westfalen 52 Neuer Schutzengel Award 54 Ein Buch zur Feuerwehrgeschichte 54 Vorsicht toter Winkel 55 Neuer Geschäftsführer der Kulturstiftung 56 Neue Brandschutz-Ausstellung 57 Ausstellung der NRW-Stiftung Für Schleswig-Holstein 58 Ausstellung Kunstpreis 60 Schleswig-Holstein Musik Festival 61 Parkplatzaktion in Kiel 61 Flüchtlingshilfe Für Mecklenburg-Vorpommern 62 Schülerzeitungswettbewerb im Norden Für Hamburg 64 Historische Sammlung der Hamburger Feuerkasse 66 Postkartenaktion 67 Spende für Paulinchen 67 Benefizturnier KURZ NOTIERT 70 Heimat-Touren 70 Neue Schwerbehinderten Vertretungen 71 Pensionärskaffee 71 Abschied Hansjürgen Keller 71 Impressum 72 Wussten Sie schon Roland Horn Titel In Wenningstedt auf Sylt verbrannten Strandkörbe. Kunden, Bezirkskommissare und Sachverständige haben dafür gesorgt, dass es eine Musterregulierung wird. Mehr dazu auf Seite nordwester 3

4 KIEK IN Kiek in Zu einem Abschlusstreffen kamen Ende Februar die elf Teilnehmerinnen des ersten konzernweiten Mentoringprogramms zusammen. Sie hatten sich über ein Jahr lang alle vier bis sechs Wochen zu einem persönlichen Gespräch mit ihrem / ihrer jeweiligen Mentor / in getroffen. Sabine Deipenbrock-Roland, Leiterin der Abteilung Strategische Personal- und Organisationsentwicklung: Ein Mentoringprogramm ist eine Maßnahme, mit der wir die im Unternehmen vorhandenen Potenziale aktiv fördern. Die ersten beiden Staffeln sind ganz bewusst als Maßnahme der Frauenförderung in der Provinzial NordWest gedacht. Im intensiven Dialog mit dem / der Mentor / in setzen sich die Mentees konzernintern und hierarchieübergreifend mit den persönlichen Erfahrungen, Möglichkeiten und Entwicklungszielen auseinander. Auf Basis der sehr positiven Resonanz wird für die 2. Jahreshälfte gerade die nächste Runde geplant: Während sich die 1. Staffel an Abteilungsleiterinnen richtete, können sich jetzt Mitarbeiterinnen aus dem Konzern bewerben, erläutert Sabine Deipenbrock-Roland, die auch Ansprechpartnerin ist. Das Foto zeigt die Mentees und MentorInnen beim Start des ersten Programms. < TEXT Joana Krawczak FOTO - kl - Mentoring-Programm: 2. Staffel startet noch 2015 Herzlich Willkommen! 30 Zentimeter groß, blaue Nase, flauschiges Fell, roter Seestern so steht Maskottchen Vinzent schon in einigen Kinderzimmern im Norden und wacht auch über den Schlaf des vier Monate alten Max Philip. Im Herbst griff die Personalabteilung der Provinzial Nord eine Idee der Marketingabteilung auf und verschickt den kleinen Botschafter seither als Begrüßungsgeschenk an die neugeborenen Mitarbeiterkinder. Zusätzlich zur netten Geste soll Vinzent auf den wichtigen Punkt der Kindervorsorge aufmerksam machen. < - tr - FOTO Kai Schmidt-Buchholz Traditioneller Neujahrsempfang der mittelständischen Wirtschaft: Bernd (l.) und Petra Adamaschek vom BVMW, Provinzial-Vorstandsmitglied Stefan Richter und Gastredner Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. Der deutsche Mittelstand ist es, der maßgeblich zur guten Wirtschaftslage in Deutschland beiträgt, betonte Bernd Adamaschek bei der Begrüßung der 250 geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft in den Räumen der Provinzial. Der Geschäftsführer des münsterländischen Regionalverbandes im Berufsverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) scheute sich nicht, auch kritische Töne anzuschlagen. Es müsse im Sinne der Wirtschaft manches politisch anders entschieden werden, so Adamaschek. Schon zum zehnten Mal fand der Empfang des BVMW im Haus der Provinzial statt. < - mlw - FOTO - kl - 4 nordwester 1.15

5 KIEK IN Aus dem Netz gefischt... WEBTIPPS Neue Töne Die Hamburger Feuerkasse hat ihr traditionelles Weihnachtskonzert 2014 um einige Noten bereichert. Erstmals reihten sich eigene Mitarbeiter in den Chor der Hamburger Singakademie ein, der das Konzert seit 13 Jahren musikalisch gestaltet, und sangen am 16. Dezember in der Hauptkirche St. Jacobi mit. Wir haben wieder interessante und unterhaltsame Webseiten für Sie entdeckt. Im Vordergrund steht dieses Mal die Versicherungsbranche. Das VersicherungsJournal ist ein Informationsdienst mit allen wichtigen Branchen-Neuigkeiten. Neben einem Newsletter, der abonniert werden kann, bietet die Seite auch Tipps für Publikationen zum Weiterlesen und Hinweise auf anstehende Veranstaltungen. Zielgruppen sind die Versicherungswirtschaft und alle Personen, die sich mit Versicherungsthemen befassen. Der tägliche Online-Report Versicherungswirtschaft-heute informiert seine Leser mit aktuellen Daten, Fakten und Hintergründen. Er richtet sich an alle, die professionell als Vermittler, Makler, Manager etc. in der Branche tätig sind, an Auszubildende und Studierende der Versicherungswirtschaft sowie an alle, die sich für die Einordnung relevanter Versicherungsthemen in Politik und Wirtschaft interessieren. Die Anregung kam von Jörg Mall, dem Leiter der Singakademie. Mit seiner charmanten und lockeren Art verstand es der Chorleiter, den 13 Teilnehmern auch die hartnäckigsten Sorgen um die eigene Stimme und die richtige Aussprache zu nehmen. Die Chorproben in der Poststelle und einem Besprechungsraum waren immer lustig, angefangen bei den Lockerungs- und Dehnübungen, die man eher bei Sportspaß in der Pilates- Gruppe vermutet hätte. Jörg Mall brachte sein elektronisches Klavier und mehrere Stücke zur Auswahl mit. Die Sänger der Feuerkasse entschieden sich für den Klassiker,Tochter Zion und das altfranzösische Weihnachtslied,Il est né le divin enfant. Gesungen wurde dreistimmig. Eine Tenorstimme fehlte diesmal noch. Im Internet fanden sich für alle vertretenen Stimmen Audiodateien, die das Weiterüben zu Hause unterstützten. Am Konzertabend saßen die Mitglieder des Feuerkassenchores ganz vorne im Kirchengestühl, um sich auf ein Zeichen von Jörg Mall hin unter die Sängerinnen und Sänger der Singakademie zu mischen. Die Resonanz im Publikum wie bei den Beteiligten war durchweg positiv. Die Proben und das Konzert selbst haben sehr viel Spaß gemacht, berichtet Anja Holz, Abteilung Maklerservice. Bestimmt bin ich nächstes Jahr wieder mit von der Partie! < - cp - Bei der Probe: Anja Holz (v.l.n.r), Viola Grieger, Ralf Stahmer, Sigrid Stange, Brigitte Visser, Andreas Stephan, Chorleiter Jörg Mall (kniend), Ina Heitmann, Marita Lehwald, Christoph Prang, Marianne Bartsch, Simone Kohlscheen, Emma Szonn (nicht auf dem Foto: Alexandra Stöfer). FOTO - cp - Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.v. bietet auf eine Fülle von Informationen zur Versicherungsbranche. Neben Hintergrundinformationen zu allen wichtigen Branchenthemen findet man hier auch aktuelle Positionen zu wirtschaftspolitischen Themen und verbraucherorientierte Produktinformationen. In einem eigenen Medienzentrum gibt es neben Pressemitteilungen, interessanten Fakten und Reden auch grafisches Material sowie Audiobeiträge. < - cm - by-studio/wunderbild/vasabii - Fotolia.com 1.15 nordwester 5

6 UNSER KONZERN BIOGRAFIE Neben der Funktion als Vorstandsvorsitzender der Provinzial NordWest Holding übernimmt Breuer auch den Vorstandsvorsitz bei der Westfälischen Provinzial Versicherung und der Provinzial NordWest Lebensversicherung. Der studierte Betriebswirt kann auf eine langjährige Laufbahn in der Assekuranz zurückblicken. Geboren in Köln kam Breuer 1990 zum Gerling-Konzern und war dort in verschiedenen Zentralfunktionen tätig übernahm er die Bereichsleitung Controlling, wurde 2000 Generalbevollmächtigter und zwei Jahre später in den Holdingvorstand des Gerling-Konzerns berufen wurde Wolfgang Breuer darüber hinaus Vorstandsvorsitzender der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG. Von 2007 bis 2010 war er bei HDI-Gerling Vorstandsvorsitzender des Firmen- und Privatkundengeschäftes, Vorstandsvorsitzender der HDI Direktversicherung AG und Holding-Vorstand der HDI-Gerling Sach Serviceholding AG. Wolfgang Breuer wechselte 2011 als Vorstandsmitglied zur Wüstenrot & Württembergischen Gruppe. < 6 nordwester 1.15

7 UNSER KONZERN Dr. Wolfgang Breuer Heute die Weichen für morgen stellen Dr. Wolfgang Breuer ist neuer Chef der Provinzial NordWest Versicherungsgruppe. Der 53-Jährige ist seit 25 Jahren in der Assekuranz tätig, zuletzt als Vorstandsmitglied bei der Württembergischen Versicherung AG und der Württembergischen Lebensversicherung AG. 1_Ihr Schreibtisch steht ab dem 1. Juni in Münster. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für Ihren Wechsel zur Provinzial Nord- West? Ich habe international gearbeitet, war dann für Deutschland zuständig und werde jetzt für den Marktführer in seinen Regionen zuständig sein. Man spürt, hier steht der Kunde nicht nur in Strategiepapieren im Mittelpunkt, sondern immer.,immer da, immer nah, finde ich klasse. Da wollte ich hin. Der Provinzial NordWest Konzern ist völlig unbestritten eines der professionellsten Versicherungsunternehmen mit hervorragendem Fachwissen und Durchsetzungsvermögen über Jahrhunderte, tollen Mitarbeitern, Vertrieben und Partnern. 2_Sie haben sich in den vergangenen Monaten bereits intensiv mit dem Unternehmen auseinandergesetzt. Was haben Sie sich für Ihre ersten 100 Tage vorgenommen? Ich möchte von Anfang an dazu beitragen, der Provinzial Gesicht und Stimme zu geben, für eine starke und selbstwusste Provinzial, bei der die Mitarbeiter Freude haben zu arbeiten, die Vertriebe sich behaupten und die Kunden zufrieden sind Provinzial halt. In den vergangenen Monaten hatte ich bereits Gelegenheit, meine Vorstandskollegen und etliche Führungskräfte kennenzulernen. Diese Gespräche werde ich natürlich fortsetzen und standortübergreifend intensivieren. Besonders freue ich mich auch auf die Kontakte mit den Vertriebspartnern. Die Provinzial NordWest hat einen erstklassigen Ausschließlichkeitsvertrieb und mit den Sparkassen einen starken Vertriebspartner mit enormem Potential. Die Fortsetzung des erfolgreichen Unternehmenskurses ist kein Selbstläufer. Allerdings, eins ist klar: Wir müssen die stabile Gesamtsituation des Konzerns nutzen und Maßnahmen ergreifen, um zukunftssicher aufgestellt zu sein. 3_Welche wesentlichen Herausforderungen sehen Sie für die deutsche Assekuranz? Es wird für unsere Branche hart, ohne jede Frage. Sie ist in einer Umbruchphase, wie wir sie seit Jahrzehnten oder vielleicht sogar noch nie hatten. Auf der einen Seite steigen die regulatorischen Anforderungen, die politisch gewollte Niedrigzinsphase frisst sich brutal in die Kapitalerträge rein und die Gewinnmargen sinken. Die Vorsorgewelt und -produkte müssen sich neu erfinden. Auf der anderen Seite steht die demografische Entwicklung und ein geändertes Kundenverhalten durch die Digitalisierung. Das sind Herausforderungen, denen die Branche mit nachhaltigen Konzepten begegnen muss. 4_Was bedeutet das für den Provinzial NordWest Konzern? Jeder, auch die Provinzial NordWest, muss Antworten auf diese existenziellen Themen bereithalten. Bei einigen Themen sind wir schon sehr weit, bei anderen werden wir künftig mehr Gas geben. Neben den Branchenthemen stellt bei uns der öffentliche Auftrag eine besondere Herausforderung, aber auch Verpflichtung dar, die aber auch viele Chancen beinhaltet. Die herausragende Verankerung der Unternehmen in den jeweiligen Regionen ist ein großes Asset, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen. Wir werden unseren Kunden verdeutlichen, was die Ausrichtung als öffentlicher Versicherer beinhaltet. Das Kundenverhalten und die Ansprüche, nicht nur der Jüngeren, ändern sich. Wir müssen,digital und,regional für den Kunden zusammenbringen. Darauf wird sich das Unternehmen in allen Bereichen ausrichten. Service hat seinen Preis. Er sollte deshalb für die Kunden deutlich erlebbar sein. Dass die Provinzial NordWest ihren Kunden einen erstklassigen Service im Schadenfall bietet, hat auch die Regulierung der über Unwetterschäden aus dem vergangenen Geschäftsjahr gezeigt. In der Lebensversicherung wurden 2014 mit hervorragenden Produkten, aber auch einer exzellenten Beratung große Erfolge erzielt. Wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen, wird die Provinzial NordWest auch in Zukunft wachsen und ihre Marktstellung erhalten und ausbauen. Wir haben die Pflicht, auch kommenden Generationen eine leistungsstarke Provinzial zu übergeben. 5_Was steht privat auf Ihrer Agenda, wenn das Thema Versicherung einmal Pause hat? Da ich beruflich oft unterwegs bin, verbringe ich meine freie Zeit am allerliebsten mit der Familie, auch wenn meine drei Jungs mittlerweile auf dem Sprung ins eigene Leben sind. Besonders gut entspannen kann ich auch bei langen Spaziergängen mit unserer Boxerhündin. Ich gebe aber gerne zu, dass ich auch Laster habe: Ich fahre gerne Motorrad und bin Mitglied beim 1. FC Köln. Da oute ich mich lieber direkt mal. Aber jetzt freuen wir uns alle auf Münster. < Das Gespräch führte Jörg Brokkötter 1.15 nordwester 7

8 UNSER KONZERN DR. ULRICH SCHOLTEN Neuer Finanzvorstand bei der Provinzial NordWest Dr. Ulrich Scholten ist seit dem 1. April neuer Finanzvorstand. Er hat die Nachfolge von Dr. Ulrich Lüxmann-Ellinghaus angetreten, der sich nach 12 Jahren Vorstandstätigkeit Ende März in den Ruhestand verabschiedet hat. Dr. Scholten war zuvor als Vorstandsmitglied bei der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG und als Vorstandsvorsitzender bei der HDI-Gerling Rechtsschutzversicherung AG tätig. Bei der ROLAND Rechtsschutz verantwortete der promovierte Volkswirt u. a. das Ressort Finanz- und Rechnungswesen, das Kapitalanlagecontrolling, die Unternehmensentwicklung sowie die Bereiche Controlling und Risikomanagement. Das Unternehmen zählt zu den Top 3 der deutschen Rechtsschutzversicherer. Als Nachfolger von Dr. Lüxmann-Ellinghaus gehört Ulrich Scholten sowohl dem Holdingvorstand als auch den Vorständen der Westfälischen Provinzial, der Provinzial Nord Brandkasse, der Provinzial NordWest Lebensversicherung sowie dem Aufsichtsrat der Hamburger Feuerkasse an. Ich bin sehr gerne dem Ruf nach Münster gefolgt. Mit Assets von mehr als 20 Milliarden Euro und einem Beitragsvolumen von fast vier Milliarden Euro gehört die Provinzial NordWest trotz ihrer regionalen Begrenzung zu den bedeutenden Unternehmen im deutschen Versicherungsmarkt, erläutert Ulrich Scholten. BIOGRAFIE Dr. Ulrich Scholten, der 1967 in Bochum geboren wurde, startete nach dem Volkswirtschaftsstudium 1992 als wissenschaftlicher Assistent beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bis 1998 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig- Maximilian-Universität München und arbeitete danach ein Jahr an der Princeton University in den USA wurde er Referent des Vorstands der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG, 2002 Abteilungsleiter und Prokurist und 2006 Bereichsleiter bei ROLAND Rechtsschutz und Geschäftsführer der Assistance-Tochter. Seit 2009 war er Mitglied des Vorstands der ROLAND Rechtsschutz übernahm er zusätzlich den Vorstandsvorsitz bei der HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung AG. < In den ersten Wochen nach meinem Amtsantritt habe ich bereits viele Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meines Ressorts führen können und freue mich darauf, diese fortzusetzen, kündigt der 48-Jährige an. Seinen Wohnort hat der Vater von drei Kindern bereits nach Münster verlegt. Scholten, der während seiner Zeit bei der ROLAND Versicherung in der Innenstadt von Köln wohnte, hat eine Wohnung mitten in Münster im Kreuzviertel bezogen. Von dort sind es nur ein paar Schritte bis zum Prinzipalmarkt und zum Dom. Wir sind an den Wochenenden gerne in der Stadt unterwegs und genießen die kulturelle Vielfalt von Münster. < TEXT Annette Bäcker FOTO Thomas Klerx 8 nordwester 1.15

9 MENSCHEN UND NACHRICHTEN Neuer Hauptabteilungsleiter IT-Betrieb II Mit der Rückführung der GaVI in den Provinzial NordWest Konzern nahm auch Stephan Müller-Ahlheim zum 1. Januar 2015 seine Arbeit als Hauptabteilungsleiter der Abteilung,IT-Betrieb II bei der Provinzial auf. Müller-Ahlheim ist gebürtiger Hesse und in Düsseldorf aufgewachsen. Er ist gelernter Kommunikationsprogrammierer, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der 56-Jährige war bereits seit 2003 für die GaVI tätig. Dort leitete er zunächst die Abteilung,Basistechnik II, bis er dann 2007 die Leitung der,hauptabteilung Basistechnik / Datenbanken (ES) übernahm. Seit 2014 sorgte er als Leiter der Hauptabteilung,Teilbetrieb PNW für einen reibungslosen Übergang der GaVI zurück zur Provinzial. < - fh - FOTO - kl - Tipps aus erster Hand Begleitmesse des Städte- und Gemeindebundes NRW Gemeinsamer Stand der PNB und HFK: Sven Gündel (v.l.) und Kai-Uwe Riemer. BFW-Verbandstag (Nord) im Volksparkstadion Am 12. Februar fand der BFW-Verbandstag (Nord) im Stadion des Hamburger SV statt. Der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.v. lädt jedes Jahr Unternehmen rund um die Wohnungswirtschaft zu einem Austausch ein. Zentrale Themen waren die Stadtentwicklung und die Olympiabewerbung Hamburgs. Die Provinzial Nord Brandkasse (PNB) und die Hamburger Feuerkasse (HFK) waren als Mitgliedsunternehmen und als Aussteller vertreten. Den gemeinsamen Stand betreuten Sven Gündel für die PNB sowie Kai-Uwe Riemer für die HFK. Die Veranstaltung bot eine gute Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit Branchenvertretern und zur Kontaktpflege mit unseren Maklern, berichtet Kai-Uwe Riemer, Abteilungsleiter Großkunden bei der HFK. In Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen ging es unter anderem um Perspektiven für die Stadtentwicklung und Hamburgs Olympia-Konzept. Prominente Redner waren Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, und Michael Stich, Tennisdoppel-Olympiasieger in Barcelona Stephan Lintzen, Vorstand der HFK, bekräftigte mit seiner Teilnahme die Verbundenheit der Provinzial und der Hamburger Feuerkasse mit dem BFW. Seit 2014 ist Dr. Verena Herfort, Geschäftsführerin des Landesverbands Nord des BFW, Mitglied im Beirat der HFK. < - cpr - FOTO BFW-Nord Mit vielfältigen Themen rund um die Schadenverhütung präsentierte sich die Westfälische Provinzial gemeinsam mit der Provinzial Rheinland auf der Begleitmesse der Mitgliederversammlung des Städte- und Gemeindebundes. Rund Ratsmitglieder und kommunale Wahlbeamte folgten der Einladung des Präsidiums nach Düsseldorf. Viele Delegierte nutzten dabei die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Einbruchdiebstahl- und Brandschutz zu informieren. Reißenden Absatz fand dabei der,kinderfinder, ein Aufkleber für die Kinderzimmertür, der im Brandfall der Feuerwehr signalisiert, dass sich hinter dieser Tür eventuell noch ein Kind aufhält. Die Veranstaltung war ein toller Erfolg auch für die Kontaktpflege mit unseren Kunden, resümierte Stefan Kubel, Abteilungsleiter Kommunen der Westfälischen Provinzial. Die,Schutzengel der Provinzial sorgten für reges Interesse bei den Mitgliedern. Claudia Irnich (v.l.n.r.), Provinzial Rheinland, Annette Bockhorst, Westfälische Provinzial, Ulrich Simon, Westfälische Provinzial und Thomas Bommes, Provinzial Rheinland. < - to - FOTO Mischa Lorenz 1.15 nordwester 9

10 UNSER KONZERN Yuri - istockphoto.com VORTRAGSREIHE ZUR PFLEGE STÖSST AUF GROSSE RESONANZ Wie sich Beruf und Pflege vereinbaren lassen Derzeit sind in Deutschland rund 2,63 Millionen Menschen pflegebedürftig, ein großer Teil von ihnen wird zu Hause von Angehörigen gepflegt. Für die Familien bedeutet das oft eine große Herausforderung. Wenn zu Kindererziehung und Beruf die Pflege eines Familienmitgliedes kommt, dann brauchen pflegende Angehörige dringend Unterstützung. Gerlinde Ehlers-Streit von der ElternService AWO GmbH gab wertvolle Tipps zum Thema,Pflege zu Hause. FOTO - kl - In vielen deutschen Unternehmen stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie inzwischen einen festen Bestandteil der Personalpolitik dar. Im Fokus dabei steht oftmals aber nur die Gruppe der Beschäftigten mit Kindern. Nicht so bei der Provinzial NordWest. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt rapide an und damit auch die Anzahl unserer Mitarbeiter, die neben ihrem Beruf einen Angehörigen pflegen oder betreuen. Wir tragen als Unternehmen Verantwortung für alle Beschäftigten mit Familienaufgaben unabhängig davon, ob es sich um Kinder- oder Pflegebetreuungsaufaben handelt, sagt Harald Schütz, Hauptabteilungsleiter Personal. Vortragsreihe zum Thema Pflege Da die meisten Menschen nahezu unvorbereitet mit der plötzlich notwendigen Pflege ihres Familienmitglieds konfrontiert werden, sind die ersten Wochen und Monate in der Regel am forderndsten. Schnell müssen wichtige Entschei- 10 nordwester 1.15

11 UNSER KONZERN beermedia - Fotolia.com» Wir wollen mit guten betrieblichen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass unsere Beschäftigten ihr berufliches Engagement trotz Pflegeaufgaben nicht einschränken oder aufgeben müssen. «[Harald Schütz Hauptabteilungsleiter Personal] Die dritte Mitarbeiterbefragung... mit erfreulichen Ergebnissen auf Konzernebene dungen getroffen werden, zahlreiche Fragen stürmen auf einen ein. Der Provinzial NordWest Konzern hat deshalb an allen drei Standorten Vortragsreihen zum Thema Pflege angeboten, die es den Beschäftigten ermöglichen, sich schon vor dem Auftreten einer akuten Pflegesituation mit den wichtigsten Fragen auseinanderzusetzen und Vorsorge zu treffen. Die große Resonanz auf dieses Angebot bestätigt, wie wichtig das Thema für die Beschäftigten ist. Der Startvortrag zum Thema,Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung war bereits nach wenigen Stunden ausgebucht und wurde mit großer Teilnehmerzahl inzwischen wiederholt. In den weiteren Vorträgen ging es um Pflegeeinstufung, Leistungsansprüche und die seit Januar 2015 neu geregelten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Der letzte Vortrag beschäftigt sich mit der Frage: Was bedeutet es für mein eigenes Leben, die Familie und den Beruf, wenn ich Pflegeverantwortung übernehme? Denn diese Entscheidung will gut überlegt sein. Nicht selten überfordern sich pflegende Angehörige, weil sie in der akuten Entscheidungssituation den Familienangehörigen nicht enttäuschen wollen, aber nicht genau wissen, was tatsächlich an Belastung auf sie zu kommt. Weitere Unterstützungsangebote Neben den Vorträgen finden die Mitarbeiter umfangreiche Informationsangebote in der inbox, dem Intranet der Provinzial. Hier sind Broschüren, Formulare, Kontaktadressen von Beratungsstellen sowie interne Ansprechpartner veröffentlicht. Flexible Arbeitszeiten und variable Teilzeitmodelle bieten zudem die notwendigen Rahmenbedingungen, um Beruf und Pflege gut miteinander vereinbaren zu können. Schon vor dem heute bestehenden Rechtsanspruch auf Pflegezeit und Familienpflegezeit hat das Unternehmen betriebliche Möglichkeiten geboten, in akuten Situationen frei nehmen oder auch kurzfristig die Arbeitszeit reduzieren zu können. Wir möchten mit unseren Unterstützungsmaßnahmen dazu beitragen, dass unsere Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation gesund und leistungsfähig bleiben, sagt Harald Schütz. < Mehr zum Thema TEXT Gaby Settele Die dritte Mitarbeiterbefragung (MAB) im PNW Konzern ist abgeschlossen und von der Cubia AG anonym ausgewertet worden. 79,8 Prozent der rund Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich beteiligt. Die Auswertung der Fragebögen offenbart viel Positives, es wird aber auch Kritik geäußert und Handlungsbedarf aufgezeigt. Insgesamt liegt die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit 2,52 (1 = voll und ganz zufrieden, 7 = überhaupt nicht zufrieden) leicht über dem Wert von 2012 (2,56). Die hohe Rücklaufquote und die Umfrageergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Mitarbeitenden im Provinzial Konzern ein großes Mitgestaltungsinteresse haben, freut sich MAB-Projektleiterin Sabine Deipenbrock-Roland. Besonders zufrieden sind die PNW Mitarbeiter mit ihren Aufgaben und Arbeitsinhalten, ihrer direkten Führungskraft und den Arbeitsbedingungen. Diese Bereiche erzielten konzernweit die höchsten Zustimmungswerte. Genügend Handlungsspielraum zu haben, Entscheidungen selbständig treffen zu können und die persönlichen Stärken gewinnbringend für das jeweilige Arbeitsgebiet zu nutzen, werden von einem Großteil der Kollegen positiv hervorgehoben. Auch die Verbundenheit mit dem Unternehmen ist nach wie vor sehr hoch. Drei Viertel der Befragten sind stolz, bei der Provinzial bzw. Hamburger Feuerkasse zu arbeiten und würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen.» Wir wollen den Gestaltungswillen und das Engagement unserer Mitarbeiter stärker nutzen. «[Sabine Deipenbrock-Roland MAB-Projektleiterin] Gleichzeitig ergibt die Befragung allerdings auch, dass sich viele Mitarbeiter über den gesamten Konzern hinweg mehr Einbindung in strategische Themen und eine offenere Kommunikation wünschen. Obwohl die Ergebnisse insgesamt sehr positiv sind, dürfen wir nicht vergessen: Bei großen Erhebungseinheiten ist das Meinungsspektrum der darunterliegenden Befragungseinheiten oft sehr differenziert, so Deipenbrock-Roland. Hier setzt der nun beginnende Folgeprozess an. Jede Führungskraft ist aufgefordert, die Ergebnisse in den kommenden Wochen im Dialog mit ihren Mitarbeitern aufzuarbeiten und bei den erkannten Schwachstellen nachvollziehbare Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Die MAB hat wichtige Hinweise gegeben. Der Erfolg liegt jedoch in der Bereitschaft aller, diese Impulse gewinnbringend umzusetzen. Die nächste Befragung voraussichtlich in zwei Jahren wird zeigen, inwieweit dies geklappt hat. < TEXT Gaby Settele FOTO Provinzial 1.15 nordwester 11

12 UNSER KONZERN SERVICE UND QUALITÄT Mit Gastgeberqualitäten Kunden begeistern Wie begeistere ich eigentlich Kunden? Was heißt Begeisterung? Nach dem,kundenforum mit Heinz Müller (nordwester ) füllen Führungskräfte und Mitarbeiter des Kieler Kompositressorts die Schlagworte,Service und Qualität mit Leben. Feedback der Vertriebspartner (li.): In der Diskussion mit Katja Seifert (re.) und André Marotz (v.l.) bescheinigten Sönke Brüdersdorf, BK-Verband, und Guido Baumert, Förde Sparkasse, dem Ressort 7 eine stetige Verbesserung im Kundenservice. Wir wollen unseren Kunden bei jedem Kontakt mit der Provinzial ein gutes Gefühl geben. Dafür müssen alle Mitarbeiter den Servicegedanken verinnerlichen, machte Ressortvorstand Matthew Wilby (re.) beim Ressortauftakt und in den einzelnen Hauptabteilungsrunden deutlich. Wohl jeder von uns möchte für seine Freunde ein guter Gastgeber sein, der freundlich und zuvorkommend ist, sich in die aktuelle Situation seiner Gäste versetzt und sich um ihr Wohl kümmert. Genau so sollten wir auch mit unseren Kunden umgehen, zeichnete Frank Arenz von der Beratungsfirma TMI beim Führungskräfteauftakt des Ressorts ein passendes Bild. Emotionale Ansprache Doch wie lässt sich dieses Bild auf den Kundenkontakt übertragen? Was machen wir bereits? Wo können wir noch besser werden? Fragen, auf die die Führungskräfte nun gemeinsam mit ihren Mitarbeitern Antworten und Ansätze zur Umsetzung erarbeiten. Oft sind es scheinbar kleine Dinge wie eine Formulierung, die den Unterschied machen. Statt dem Kunden nur die Schadennummer und die Bitte um Rückruf auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen, können wir ihn auch um seine Hilfe bitten, da wir seinen Schaden schnell regulieren möchten, nennt Ulrike Krauthammer, Hauptabteilungsleiterin Leben Landesdirektion Kiel, ein Beispiel. Für Begeisterung sorgt neben einer emotionalen, einfühlsamen Ansprache auch das gewisse Quäntchen mehr. Meldet sich ein Kunde mit einem Anliegen, wird er positiv überrascht sein, wenn unser Mitarbeiter ihn auch auf eventuell weitere, noch offene, Punkte anspricht und diese unabhängig von den internen Zuständigkeiten für ihn vorantreibt oder sogar löst, erklärt Jens Carnehl, Hauptabteilungsleiter Vertragsservice Firmenkunden. Bei jedem Kontakt ein gutes Gefühl Es geht um nicht weniger als einen Kulturwandel in vielen kleinen Schritten. Was mit dem Textprofi für Briefe bereits umgesetzt wurde, soll auch im persönlichen Gespräch spürbar sein. Wichtig ist, dass wir unseren Kunden bei jedem Kontakt mit der Provinzial dieses gute Gefühl geben und zwar nicht nur in den nächsten Wochen, sondern dauerhaft, betont Ressortvorstand Matthew Wilby. Ich möchte, dass alle Mitarbeiter diesen Servicegedanken verinnerlichen, nicht weil die Führungskräfte es verlangen, sondern weil sie selbst positive Rückmeldungen durch die Kunden erhalten werden und in letzter Konsequenz im Wettbewerb der Versicherer auch ihren eigenen Arbeitsplatz sichern. Der Weg dorthin hat viel mit ehrlicher Selbstreflektion zu tun, ebenso wie mit Feedback von außen. Um allen Mitarbeitern eine geeignete Hilfestellung zu bieten, werden derzeit verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel Hospitationen im Außendienst, geplant und abgestimmt. Kontinuierlich besser sein Direktes Feedback der Vertriebspartner kam beim Ressortauftakt von Guido Baumert, Förde Sparkasse, und Sönke Brüdersdorf, Vorsitzender des Außendienst-Verbands. Während der Podiumsdiskussion beim Ressortauftakt bestätigten sie die Ergebnisse der aktuellen Vertriebspartnerbefragung: Innerhalb des vergangenen Jahres hat sich der Service bereits deutlich verbessert. Diesen Weg müssen wir weitergehen. < TEXT Beatrix Richter FOTOS Jens Carnehl 12 nordwester 1.15

13 UNSER KONZERN TREND DIGITALISIERUNG Wer aktiv mit dem Trend geht, gehört zu den Gewinnern Sven Gábor Jánszky ist Trendforscher und Publizist. Auf den Neujahrsempfängen für Führungskräfte in Münster und Kiel referierte er über Digitalisierung. Es wird keine vollständige Veränderung von heute auf morgen geben. Das ist Unsinn, schickte Jánszky voraus. Dies ist auch kein Aufruf zur Revolution. Und doch kam er in seinen Vorträgen, wie auch in seiner Trendstudie,Versicherungen 2020: Kunde, Werte, Produktchancen, zu dem Ergebnis, dass die Versicherungsbranche ihr bestehendes Geschäftsmodell modifizieren und auf die Anforderungen der heutigen Zeit und der Zukunft ausrichten müsse. Anderenfalls werde man zwar noch weiterhin gute Geschäfte machen, müsse aber mit tendenziell sinkenden Umsätzen rechnen. Mehr Vertrauen in digitale Ratgeber Jánszkys Empfehlung um gegenzusteuern: Bei der Digitalisierung aktiv mit dem Trend gehen, um zu den Gewinnern zu gehören. Bestimmte Entwicklungen, die sich bereits heute in Umrissen zeigen, werden seiner Ansicht nach bereits 2020 absolut prägend sein. Dann haben sich die Kunden daran gewöhnt, dass sie für alle Lebenslagen einen elektronischen Assistenten auf ihrem Smartphone haben, der passende Ratschläge, Bewertungen und Hinweise in Alltagssituationen einspielt. Es werde durch den technologischen Wandel eine Verschiebung des Kundenvertrauens in digitale Assistenzsysteme geben. Geschäftsstrategien anpassen Auf Versicherer gemünzt, kommt Jánszky in seiner Trendstudie zu folgendem Schluss: Es gelte die Geschäftsstrategien an das Kundenverhalten anzupassen, Wege zu finden, die zunehmende Digitalisierung zu nutzen, und in überschaubaren Pilotprojekten neuen Zukunftsansätze zu entwickeln. Gerade die anspruchsvolle Beratung könne davon profitieren. < TEXT Heiko Wischer FOTO Pat Scheidemann Auf den Jahresauftakten, hier in Kiel, zeigte Trendforscher Sven Gábor Jánszky seine Visionen einer digitalisierten Zukunft auf. Über Sven Gábor Jánszky Als Leiter des,2b AHEAD ThinkTank versammelt Jánszky jährlich 250 Unternehmens- und Innovationschefs der deutschen Wirtschaft zu einem Zukunftsworkshop und entwirft mit ihnen Businessszenarien. Seine Trendanalysen zu Lebens-, Arbeitsund Konsumwelten und seine Strategieempfehlungen werden in vielen Branchen diskutiert. Der 42-Jährige lehrt im Masterstudiengang,Leadership Studies an der Karlshochschule International University in Karlsruhe. Wissen wird schneller abrufbar Jánszky beschrieb, wie weit die Entwicklung künstlicher Intelligenz bereits gediehen ist. Als Beispiel nannte er den von IBM entwickelten Super-Computer Watson, der den Sinn einer in natürlicher Sprache gestellten Frage erfassen und in einer großen Datenbank innerhalb kurzer Zeit die relevanten Passagen und Fakten auffinden und wiedergeben kann. Der Trendforscher skizzierte eindrucksvoll die bereits entfaltete technologische Dynamik, die dazu führen wird, das Wissen immer schneller abrufbar sein wird nordwester 13

14 UNSER KONZERN tai111 - Fotolia.com gestartet die themenfelder Onlineportal Digitale Kommunikation Data & Analytics Abschlussmodule Prozessautomatisierung IT-Infrastruktur Change & Fachthemen Peter Börsch Jörg Wiese Peter Börsch Thomas Schacht Heiko Möller Matthias Naumann Andreas Vietor Alfred Werra Jutta Geveler-Barroca Thomas Schacht Thomas Büttner Alfred Werra Peter Börsch Silke Liedtke Direktion integrierte partner vertriebspartner Durchgängige Prozesse Integrierte Kanäle Nahtlose Übergabe von Informationen und Kundendaten über alle Touchpoints Durchgängige Prozesse Integrierte Kanäle Kunden Dienstleister Kompetent, digital vernetzt, online und offline agierend 14 nordwester 1.15

15 UNSER KONZERN Die Provinzial NordWest hat ein umfassendes, konzernweites Digitalisierungsprogramm gestartet. Annette Bäcker sprach mit den drei für das Programm Management verantwortlichen Hauptabteilungsleitern. PETER BÖRSCH SILKE LIEDTKE THOMAS SCHACHT 1_Wo liegt der Schwerpunkt von PNWdigital? Silke Liedtke: Der Fokus liegt auf der Herstellung der sogenannten Omnikanalfähigkeit in unserem bestehenden Geschäftsmodell. Wir ergänzen also unsere bewährte regionale Nähe um den Faktor digitale Nähe. Unsere Kunden können künftig wesentlich stärker als bisher zwischen den Kanälen wählen, die sie für eine Kommunikation mit uns und unseren Vertriebspartnern nutzen möchten (siehe Grafik). 2_Warum ist eine Omnikanalstrategie entscheidend für die zukünftige Positionierung der Provinzial NordWest? Peter Börsch: Branchenübergreifend hat sich das Kundenverhalten in den letzten Jahren deutlich geändert. Auch ein Großteil der Provinzial-Kunden ist bereits,hybrid unterwegs und nutzt verschiedene Kommunikationskanäle. Eine Omnikanalstrategie berücksichtigt dieses geänderte Kundenverhalten und verzahnt unsere analogen und digitalen Angebote. Sie ermöglicht uns darüber hinaus neue Möglichkeiten der Kundenansprache. Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ist dies unerlässlich. 3_Welche Themenfelder beinhaltet das Programm PNWditigal? Silke Liedtke: In einer breit angelegten Vorstudie haben wir sieben Themenfelder identifiziert: Onlineportal, Abschlussmodule, Digitale Kommunikation, Data & Analytics, Prozessautomatisierung, IT-Infrastruktur sowie den Bereich Change & Fachthemen (siehe Grafik). Diese übergreifenden Themenfelder enthalten jeweils eine Vielzahl konkreter Einzelthemen. Themen Informations- bzw. IT-Sicherheit und die rund um die Uhr -Verfügbarkeit sind in diesem Umfeld sicher besondere Herausforderungen. 5_Das Thema Digitalisierung betrifft fast alle Unternehmensbereiche. Wie ist eine Einbindung der operativen Ebenen gewährleistet? Silke Liedtke: Das Programm ist ganzheitlich und auf eine zügige Umsetzung ausgerichtet. Dabei setzen wir in den Projekten und Linienmaßnahmen auf die im Konzern üblichen Standards wie zum Beispiel die Beteiligung in Lenkungsausschüssen und fachlichen Abstimmkreisen. Darüber hinaus werden wir ein übergreifendes Changemanagement aufbauen und immer wieder auf breiter Ebene informieren. 6_Sie haben erste konkrete Umsetzungen von Programmbausteinen für 2015 genannt. Wie sieht die Planung aus? Peter Börsch: Wir haben eine detaillierte Meilensteinplanung erstellt. Im gesamten Jahr 2015 werden wir fortlaufend Programminhalte realisieren. Hierzu zählt als ein ganz zentraler Punkt der Aufbau eines Kundenportals, welches als virtuelle Geschäftsstelle in 2016 zur Verfügung stehen soll. Thomas Schacht: Im Rahmen der Prozessautomatisierung werden wir als Highlight 2015 die online-schadenmeldung umsetzen und ein erstes modernes, online-gerechtes Abschussmodul realisieren beide Themen sollen zum Jahresauftakt 2016 produktiv eingesetzt werden. Silke Liedtke: In diesem Jahr werden wir uns umfangreich mit den Themen interner Chat und Kunden-Livechat auseinandersetzen. 4_Was bedeutet das Programm im Hinblick auf unsere IT-Prozesse? Thomas Schacht: Der wichtigste Aspekt ist, dass wir den Kunden zukünftig viel stärker in unsere technischen Prozesse einbinden wollen, was zum einen die Servicequalität erhöht und zum anderen auch die Prozesseffizienz steigert. Hierzu haben wir in den letzten 1 2 Jahren eine technische Infrastruktur aufgebaut und erprobt, um Prozesse anwendungsübergreifend zu automatisieren. Wir versprechen uns dadurch auch aus der fachlichen Sicht eine stärkere Prozessorientierung und Vereinheitlichung. Darüber hinaus bringt die Öffnung unserer Anwendungslandschaft hin zum Kunden auch weitere Anforderungen mit sich. Die 7_Wie werden wichtige interne und externe Zielgruppen über das Programm informiert? Silke Liedtke: Wir haben ein Konzept aufgesetzt, das eine kontinuierliche Information der jeweiligen Interessengruppen gewährleistet. So werden beispielsweise die Verbände der Geschäftsstellenleiter und Bezirkskommissare sowie die Sparkassen- Gremien regelmäßig zu den Programmfortschritten informiert. Das Programm PNWdigital ist zudem auf eine Einbindung in die Multikanal-Strategie der Sparkassen ausgerichtet. Auch in den kommenden nordwester-ausgaben und in der inbox / infothek wird über die weitere Umsetzung des Digitalisierungsprogramms berichtet. < 1.15 nordwester 15

16 UNSER KONZERN AGRAR UNTERNEHMERTAGE IN MÜNSTER Eine Ohrmarke mit Gewinn Für rund Besucher der AGRAR Unternehmertage in Münster hieß es wieder: Information, Diskussion und Inspiration dieses Mal vor allem zum Thema Tierhaltung und Tierwohl. Die Westfälische Provinzial war mit einem Informationsstand auf der größten AGRAR Messe in Deutschland vertreten. Dabei bot die Messe zahlreiche Gelegenheiten, sich speziell zur Haltung von Tieren und ihrem Wohlergehen zu informieren. Ein Thema, das gut ankam, denn rund 76 Prozent der Landwirte sind primär in der Tierhaltung tätig. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe unterstrich die herausragende Bedeutung der Landwirtschaft für die Region. Die Abteilung Firmenkunden Agrarwirtschaft hatte im Vorfeld bereits Eintrittskarten für die Messe und Getränkegutscheine zur Einlösung am Provinzial-Messestand an die Geschäftsstellenleiter verschickt. Wir bieten den Geschäftsstellen die Möglichkeit, die Messe aktiv zur Kontaktpflege mit ihren landwirtschaftlichen Kunden zu nutzen, erläutert Dr. Ursula Kellner. Während der Messe betreuten Provinzialer aus den landwirtschaftlichen Fachabteilungen und der Abteilung Schadenverhütung den Provinzial- Stand und berieten die Besucher engagiert rund um das Thema Versicherungen. Als Gast am Provinzial-Stand informierte Heinz Haarlammert, Polizeihauptkommissar a. D., über Verkehrssicherheit in der Landwirtschaft. Für die Provinzial waren bei den AGRAR Unternehmertagen aus dem Bereich Landwirtschaft Rene Werner (v.l.), Frank Berkemeier und Dr. Ursula Kellner mit dabei. Die AGRAR Unternehmertage bilden über insgesamt vier Messetage einen zentralen Treffpunkt für Hersteller, Händler, Dienstleister und Fachexperten. Die renommierte Landwirtschaftsmesse bietet alle zwei Jahre Platz für mehr als 300 Aussteller. Ein zentrales Ziel aller Besucher und Aussteller ist auch die Pflege der regionalen Geschäftskontakte. Diese Möglichkeit nahmen auch die Provinzial und ihre Kunden wahr. Die Provinzial-Kaffeebar war, wie in den vergangenen Jahren, ein Highlight für die Besucher und lud zu einem Austausch mit den Provinzial-Spezialisten ein. Durch das neue Provinzial Gewinnspiel wurde der Stand für Groß und Klein eine spannende Anlaufstelle. Auf der Messe wurden dazu nachgemachte Ohrmarken verteilt, auf denen ein Barcode gedruckt war.,passte die Ohrmarke zur Kuh auf dem Provinzialstand, lockten attraktive Gewinne, zugeschnitten auf das landwirtschaftliche Publikum. Beim,Foto-Fun stand auch der Green-Screen bereit, vor dem sich besonders die Kinder gerne fotografieren lassen und einen individuellen Hintergrund für ihr Foto auswählen konnten. < TEXT Melanie Bense FOTOS Thomas Klerx (o.), Dr. Ursula Kellner (u.) Bei dem Provinzial-Stand in der Halle Münsterland gab es für Groß und Klein viel zu entdecken. Ein Expertenteam der Provinzial stand den zahlreichen Besuchern der größten deutschen Agrar Messe während der vier Messetage Rede und Antwort. 16 nordwester 1.15

17 UNSER KONZERN FUTTERKAMP, DEULA, INSTITUT FÜR SCHADENFORSCHUNG Agrarschulungen mit viel Praxis Seit 2013 bietet AgrarPlus maßgeschneiderte Versicherungslösungen im landwirtschaftlichen Geschäft. Die neue praxisnahe Schulungsreihe macht die Agenturleiter im Norden fit für die Beratung mit Hektarflächen und Tierplatzzahlen. Schulungsort Futterkamp: Im vergangenen Jahr absolvierten 18 Agenturleiter und -mitarbeiter aus Schleswig- Holstein erfolgreich den neu angebotenen Kurs und gaben durchweg positives Feedback. Auch in diesem Jahr stehen wieder zwanzig Plätze in der Schulungsreihe zur Verfügung. Eine individuelle Vertragsgestaltung bedingt umfassende Kenntnisse im landwirtschaftlichen Bereich, erklärt Jürgen Albert Wiese, Direktionsbevollmächtigter für die Landwirtschaft im Norden. Dafür erhalten die Agenturleiter intensive Unterstützung. Das fundierte Schulungskonzept,Unsere landwirtschaftliche Schulungsreihe, ausgearbeitet mit Hilfe von Dennes Stapelfeldt aus der Abteilung Aus- und Weiterbildung Vertrieb, vermittelt in drei aufeinander aufbauenden Seminaren viele Fachinformationen, kombiniert mit Produktwissen zu AgrarPlus. Vorbild ist der Kurs,Landwirtschaftlicher Fachberater, der in Münster seit einigen Jahren sehr erfolgreich angeboten wird. Geschult wird an bewährten schleswig-holsteinischen Bildungseinrichtungen wie der Lehr- und Versuchsanstalt Futterkamp, der agrartechnischen Bildungseinrichtung Deula in Rendsburg und dem Institut für Schadenforschung in Kiel. Die Inhalte der Schulungsreihe sind anspruchsvoll und fünf Schulungstage waren für mich auch ein erheblicher Zeitfaktor, berichtet Herwig Schlör, Bezirkskommissar aus Meldorf. Aber es lohnt sich. Ich bin jetzt um viele Erfahrungen in der Beratung und Vertragsgestaltung reicher. Um ein möglichst breites Spektrum abzudecken, werden die einzelnen Seminare von verschiedenen Referenten wie zum Beispiel Vertriebsleiter Björn Witthöft und Yvonne Hachmeister, Underwriterin im landwirtschaftlichen Geschäft, ergänzt. < - san - FOTO - hfr - Mehr Misstrauen gegen fiese Maschen Trickbetrüger werden immer dreister. Besonders ältere Menschen fallen auf die skrupellosen Schwindler rein. In Mecklenburg-Vorpommern (MV) klären pensionierte Polizisten über kriminelle Kniffe auf. Mit Maschen wie dem sogenannten Enkeltrick erleichtern die Gauner die Brieftaschen ihrer Opfer, indem sie sich am Telefon als Verwandte ausgeben. Mit zunehmendem Alter steigt bei vielen die Unsicherheit. Ein großer Teil der Senioren ist in Sachen Kriminalität nicht auf dem neuesten Stand, erklärt Sven Jantzen, Direktionsbevollmächtigter Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied im Landesrat für Kriminalitätsvor- Während der Auftaktveranstaltung der Seniorensicherheitsberater in Neubrandenburg klärte Dietmar Panster über die Maschen von Trickbetrügern auf. beugung. Der Enkeltrick oder die Haustürmaschen der Betrüger sagen den meisten nichts. Um der älteren Generation im Land mehr Sicherheit im Umgang mit solchen Situationen zu geben, riefen der Landesseniorenbeirat und die Landespolizei MV das Projekt,Seniorensicherheitsberater in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben. Auf ehrenamtlicher Basis klären pensionierte Polizeibeamte über die Tricks der Betrüger auf. Die Provinzial Nord Brandkasse unterstützt die wichtige Präventionsarbeit der Landespolizei und des Landeskriminalamtes MV als Hauptsponsor. Im Januar 2015 fand die Auftaktveranstaltung für die Seniorensicherheitsberater in Neubrandenburg statt, im Februar fiel der Startschuss in Rostock, im März in Nordwest-Mecklenburg. Auch in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Güstrow soll das Projekt bald anlaufen. < TEXT - jz - FOTO Torsten Dowe 1.15 nordwester 17

18 VERTRIEB WENNINGSTEDT: AUFRÄUMEN NACH DEM BRAND Es ist großartig, wie sehr sich alle einsetzen Die Strandkorbhalle ist nicht mehr zu retten. FOTO Volker Frenzel Strandkörbe verbrennen am 10. Oktober in Wenningstedt auf Sylt. Gemeinde und Bezirkskommissare sind mit der Schadenregulierung höchst zufrieden. Jeder packt an. Ein Musterfall. Ralf Eichhorn (li.) und Andreas Wahnes versehen die neuen Strandkörbe mit Nummern. Es ist Mitternacht, als in der Wetterstation von List die Temperatur plötzlich um 1,5 Grad Celsius steigt. 15 Kilometer entfernt in Wenningstedt brennt die Strandkorbhalle des gemeindeeigenen Tourismus-Service. Mit seinen Kameraden als erster vor Ort ist Henning Sieverts, freiwilliger Feuerwehrmann und Tourismusdirektor. Als mein Pieper ging, las ich, dass das Rezeptionsgebäude vom Campingplatz brennt. Dann war es die eigene Halle. Das war schon heftig, erinnert sich Sieverts. 120 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. Der rechte Teil der Halle ist nicht mehr zu retten Strandkörbe, ein Radlader, ein Palettensystem aus Stahl halten der Gluthitze nicht stand. Der linke, durch eine Brandmauer getrennte Teil kann gerettet werden. Hier hat die Gemeinde ihre Werkstätten und ihr Magazin. Alles ist schwarz vor Ruß. Michael Wagner, Bezirkskommissar in Wenningstedt, ist auf dem Weg zum Bahnhof als er am nächsten Morgen vom Brand hört. Er dreht um, fährt zur Halle, trifft auf Sieverts. Beruhigt ihn: Alles ist gut versichert. Das bekommen wir hin. Das hat wirklich gut getan, betont Sieverts. Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf. Es gibt keine Halle mehr, keine Werkstatt. Was soll werden? Ist alles richtig versichert? Und dann steht jemand neben dir und sagt, das wird. Verlass dich drauf. 25 Mitarbeiter packen mit an Fünf Tage nach dem Brand, der verrauchte Rest der Halle ist noch von der Polizei gesperrt, sind die Schadensachverständigen Oliver Steinle und Volker Schnack vor Ort. Gebäude, Halle, Betriebsunterberechung alles ist bei der Provinzial versichert. Steinle und Schnack kümmern sich um eine schnelle Abwicklung des Schadens, treiben die Sanierung voran. Die 25 Mitarbeiter der Strandkorbhalle packen an, wo sie können. Wir wollten sie nicht nach Hause schicken, auch wenn dies versichert gewesen wäre, sagt Ralf Jörgensen, technischer Leiter der Gemeinde. Wir alle wollten mithelfen. Und so fertigen die Männer Inventarlisten an und helfen unter Anleitung sogar bei der aufwendigen Brandsanierung. Ralf Wenzlaff bringt die Strandkörbe ans Meer. Ein letzter Check von Robert Benoit. Reinigt die geretteten Strandkörbe: Waldemar Benz. Es ist März neue Strandkörbe hat die Gemeinde bestellt. Nach und nach treffen sie über den Inseldamm ein, werden mit Nummern versehen, mit dem neuen Radlader an den Strand gebracht. Die Halle wird ausgeschrieben, der Bauantrag gestellt. Im September, wenn die Strandkörbe wieder eingelagert werden, soll alles fertig sein. Gesamtschadensumme rund 2,9 Mio. Euro. Lob von beiden Seiten Der Brand hat Gemeinde und Provinzial zusammengeschweißt. Es hat sich gezeigt, wie gut es ist, alle Versicherungen aus einer Hand zu haben, betont Sieverts. Da gibt es keine Reibungsverluste, alles geht schnell voran. Wir sind froh, einen Partner vor Ort zu haben. Beim Brand haben uns die gleichen Menschen zur Seite gestanden, mit denen wir auch den Vertrag geschlossen haben. Das gibt Ruhe und schafft Vertrauen. Auch Wagner und seine Kollegin Maret Kruse sind voll des Lobs: Es ist großartig, wie sehr sich alle einsetzen, wie viel sie selbst in die Hand nehmen und wie sehr sie versuchen, die Kosten gering zu halten. Für uns ist das eine Musterschadenregulierung. < TEXT Bärbel Reichelt FOTOS Roland Horn 18 nordwester 1.15

19 UNSER KONZERN Der Brand hat sie zusammengeschweißt: Henning Sieverts (v.l.) Michael Wagner, Maret Kruse und Ralf Jörgensen. WENNINGSTEDT-BRADERUP : Die Gemeinde ist seit 1859 Seebad, seit 1960 Nordseeheilbad. : Der Ortsteil Wenningstedt liegt an der Sylter Westküste, der Ortsteil Braderup östlich am Wattenmeer. : Jährlich übernachten knapp Feriengäste im Familienbad. : Sie genießen die Vielseitigkeit der Insel mit dem Strandleben im Westen, der Ruhe der Wattseite im Osten und einem reichhaltigen Angebot für alle Altersgruppen.» Es hat sich gezeigt, wie gut es ist, alle Versicherungen aus einer Hand zu haben. «[Henning Sieverts, Tourismusdirektor Wenningstedt] 1.15 nordwester 19

20 UNSER KONZERN DER SICHERHEIT VERPFLICHTET Projekt öffentlicher Auftrag Seit ihrer Gründung als Pflichtversicherung gegen die,feuersgefahr sind die frühere Feuersozietät (Westfalen) sowie die Brandversicherungsanstalt (Schleswig-Holstein), die heute den Provinzial NordWest Konzern bilden, ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Als integraler Bestandteil des öffentlichen Finanzdienstleistungsverbundes hat die Provinzial auch heute weiterhin einen öffentlichen Auftrag. Im Herbst 2014 haben Aktionärsund Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Provinzial gemeinsam bekräftigt, dass der Vorstand auf diesen öffentlichen Auftrag verpflichtet ist und dafür zu sorgen hat, dass dieser nachhaltig umgesetzt wird. durch ein umfassendes und flächendeckendes Versicherungsangebot zu sichern, hat sich bis heute nichts geändert. Um dem Beschluss des Aufsichtsrates nachzukommen, hat der Gesamtvorstand der Provinzial NordWest ein konzernübergreifendes Projekt unter der Leitung von Michael Hein, Hauptabteilungsleiter Firmenkunden Institutionen / Agrarwirtschaft, in Auftrag gegeben. Dieses Projekt soll aufgeteilt in vier Teilprojekte klare Handlungsgrundsätze im Hinblick auf Grundlagen, Rahmenbedingungen und Grenzen des öffentlichen Auftrags erarbeiten. Wenn man sich mit dem öffentlichen Auftrag der Provinzial beschäftigt, lohnt ein Blick in die Vergangenheit, so Hein. Denn auch wenn die öffentlichen Versicherer des PNW-Konzerns bereits im 19. Jahrhundert ihre Monopolstellung verloren haben, wurde von staatlicher Seite immer die Erwartung formuliert, dass der Markt nicht ausschließlich den privaten Anbietern überlassen werden darf. Nur so kann sichergestellt werden, dass jede Bevölkerungsgruppe Zugang zu den entsprechenden Versicherungsprodukten hat. An dieser Idee, Wohlstand und Fortschritt Galt diese Maßgabe zunächst nur für die Feuerversicherung, wurden mit der aufkommenden Industrialisierung Unfall-, Haftpflicht- und Kraftfahrzeugversicherungen notwendig, um die zunehmenden Risiken von Bürgern und Unternehmen abzudecken. Daneben gewann ein weiterer Bereich zunehmend an Bedeutung: der Aufbau einer privaten Altersversorgung. Dies führte zur Gründung der Lebensversicherungsanstalten Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie ging mit dem Wunsch des Gesetzgebers einher, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sollten, über die staatlichen Leistungen hinaus für ihr Alter privat vorzusorgen. Eine existenzielle Dienstleistung, die für die soziale Sicherheit und die Entwicklungsfähigkeit eines Staates von zentraler Bedeutung ist. Damals wie heute. 20 nordwester 1.15

Pressemitteilung. Gesprächspartner Jürgen Schmid Dr. Michael Auge Telefon (07 11) 1 27-79 01 (0 69) 21 75-1 95. Telefax (07 11) 1 27-79 43

Pressemitteilung. Gesprächspartner Jürgen Schmid Dr. Michael Auge Telefon (07 11) 1 27-79 01 (0 69) 21 75-1 95. Telefax (07 11) 1 27-79 43 Gesprächspartner Jürgen Schmid Dr. Michael Auge Telefon (07 11) 1 27-79 01 (0 69) 21 75-1 00 Telefax (07 11) 1 27-79 43 (0 69) 21 75-1 95 E-Mail juergen.schmid@sv-bw.de mauge@sgvht.de Datum 25. Mai 2004

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