So spart die Mittelschicht. Wohlstand sichern: Wie Lebensstile das Anlageverhalten beeinflussen

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1 So spart die lschicht Wohlstand sichern: Wie Lebensstile das Anlageverhalten beeinflussen Hans Joachim Reinke Frankfurt am Main Stand: Dezember 2014

2 Sparen in der Kritik zu Recht? Quelle: BILD vom 22.November 2014, Die Welt vom 14. November 2014, Die Wirtschaftswoche vom 16. November 2014, Die Zeit vom 13. November 2014, Focus Money vom 22. November 2014

3 Können wir das Sparen aufgeben? Bedürfnisse haben die Menschen nach wie vor Wohlstand = Erfüllung von Wünschen (heute, morgen oder übermorgen) Quelle: Handelsblatt Research Institut. Die Prozentangaben in der Spalte Total zeigen an, zu wie viel Prozent die fünf betrachteten Milieus für ein bestimmtes Motiv sparen. Dieser Prozentwert stellt für die folgenden fünf Milieuspalten den Durchschnittswert 100 dar. Die hellen und dunklen Einfärbungen beschreiben die Abweichungen davon beim jeweiligen Sparmotiv.

4 Sparen im Wandel Traditionelle Bürgerliche Sozialökologische Adaptiv-pragm. Hedonistische Traditionell Neuorientierung Sparen gestern Sparen als Tugend Längerfristige Sparmotive Über die GRV gut versorgt Sparen heute Rationales Verhältnis zum Sparen Kurzfristige Sparmotive dominieren Professionelle Unterstützung erwünscht Vorsorgesparen noch nicht stark ausgeprägt

5 Sparverhalten hat sich noch nicht verändert Der Anteil zinslastiger Anlagen am Geldvermögen bleibt auf hohem Niveau, während die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stetig sinkt Rendite 10-jähriger Bundesanleihen Anteil zinslastiger Anlagen* am Geldvermögen 8% 84% 80% 75% 72% 76% 75% 81% 81% 81% 6% 4% 2% 0% ** * Zinslastige Anlagen (Bargeld und Einlagen, Versicherungen, Pensionsrückstellungen) ** 1. Quartal 2014 Quelle: Deutsche Bundesbank, Stand: 25. Juli 2014; Datastream, Union Investment, eigene Berechnungen; Stand: 20.Oktober 2014

6 Zinseszins funktioniert nicht mehr Durchschnittliche Rendite 10-jähriger Bundesanleihen Realrendite Inflation 3,1% 4,7% 4,2% 4,3% 2,4% 4,9% 2,9% 2,3% 2,6% 0,4% 1,6% 1,7% 0,0% 0,8% 60er 70er 80er 90er aktuell Quelle: Datastream, Union Investment, eigene Berechnungen; Stand: 21. November 2014

7 Der Anleger zwischen Verunsicherung und Ratlosigkeit Zinsorientiert und kurzfristig Giro-, Gehaltskonto Sparbuch, Sparkonto, Postsparbuch Sparplan, Sparvertrag Tagesgeldkonto Termin-, Festgeldkonto Sparbriefe, Sparkassenbriefe Aktien sonstige Anlage bei einem Geldinstitut Aktienfonds Rentenfonds Goldbarren, andere Edelmetalle Festverzinsliche Wertpapiere Gemischte Fonds sonstige Investmentfonds Belegschaftsaktien Zertifikate Geldmarktfonds Immobilienfonds Geschlossene Fonds Kunst, Antiquitäten 8% 6% 5% 3% 3% 3% 3% 2% 2% 2% 1% 1% 1% 1% 1% 1% 21% 20% 65% 96% Keine davon 2% Quelle: Handelsblatt Research Institut, Sinus; Stand: November 2014

8 Auswirkungen sind fatal Erspartes zu verdoppeln dauert sechsmal so lang 200% 90er 100% 12 Jahre 200% Heute 100% 72 Jahre Quelle: Union Investment, eigene Berechnungen; Stand: Oktober 2014 nach 72er Regel mit Zinssatz 6% für die 90er Jahre und 1% für 2014.

9 Viele haben das Problem noch nicht erkannt 68 % 32 % der Deutschen sehen auch bei niedrigen Zinsen keinen Grund, ihre Geldanlage zu überprüfen. überprüfen im Niedrigzinsumfeld ihre Anlageformen und sind bereit, einen Teil ihrer Ersparnisse chancenreicher zu investieren. 32% der Deutschen nehmen das Niedrigzinsumfeld zum Anlass, ihre Anlageformen zu überprüfen. 68% der Deutschen sehen auch bei niedrigen Zinsen keinen Grund, ihre Geldanlage zu überprüfen. Quelle: Anlegerbarometer von Union Investment mit forsa, Stand: Oktober 2014

10 Das erfordert eine Evolution des Sparens

11 Sparkultur verändert sich langfristig Junge Milieus gewinnen an Bedeutung (Milieutrends bis 2025) Traditionelle Bürgerliche Sozialökologische Adaptiv-pragm. Hedonistische 15% 14% 16% 14% k. A. 7% k. A. 9% 11% 15% 13% 12% 7% 11% 17% Quelle: Handelsblatt Research Institut; Stand: November 2014

12 Unterschiedliche Bedürfnisse erfordern individuelle Beratung mit differenzierten Lösungen Traditionelle Bürgerliche Sozialökologische Adaptiv-pragm. Hedonistische Versorgt aus dem ges. Rentensystem Fühlt sich abgesichert Affinität zum Sparen Hohe Sparaffinität Vorsichtige Anleger Breites Anlagespektrum Schwer fürs Sparen zu motivieren Geringes Interesse an Geldanlage und Information Skepsis gegenüber Versicherungen Leistungsorientiert Familienorientiert Streben nach Gruppenzugehörigkeit Aufbauorientiert Wenig konformistisch Sicherheits-orientiert und risikofreudig Aktiensparer von morgen? Sparen für Kinder und Enkel Absicherung Ehepartner Altersvorsorge/ Renovieren Eigenheim/ Bildung Bildung Quelle: Union Investment, Handelsblatt Research Institute, Sinus-Institut; Stand: Dezember 2014

13 Den Wandel fördern Sparer müssen eingetretene Pfade verlassen und sich ertragsstärkeren Lösungen öffnen. Die Politik muss ertragsorientiertes Sparen für kurz-, mittel- und insbesondere langfristige Sparziele fördern und unterstützen. Finanzdienstleistungsbranche muss passgenaue Lösungen und eine bedarfsgerechte Beratung bieten.

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