Aktueller Arbeitsmarkt für Akademiker Arbeitslosigkeit steigt, Nachfrage geht zurück dennoch gedämpfter Optimismus

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1 Aktueller Arbeitsmarkt für Akademiker Arbeitslosigkeit steigt, Nachfrage geht zurück dennoch gedämpfter Optimismus Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank wird sich die Konjunktur nach dem äußerst schwachen Beginn im Jahr 2013 im zweiten Quartal besser entwickeln. Allerdings wird lt. Institut der deutschen Wirtschaft für das gesamte Jahr 2013 ein Anstieg des Wirtschaftswachstums um lediglich 0,75% erwartet. Das Miniwachstum hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Im Schnitt wurde nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ein um 4,2 % geringerer Stellenzugang in den ersten vier Monaten 2013 für akademische Berufe registriert als im entsprechenden Vorjahresraum; gleichzeitig erhöhte sich die Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis um knapp 11 %. Im Vergleich dazu erhöhte sich die Gesamtarbeitslosigkeit nur geringfügig um knapp 2%. Allerdings ging das gesamte Aufkommen der in den ersten vier Monaten bei der BA eingegangenen Stellen im Vorjahresvergleich um 13% zurück. Der Rückgang des Stellenangebots war in der Analyse des Adecco-Stellenindex auf der Basis von rund 40 regelmäßig ausgewerteten Printmedien in Deutsch-

2 land besonders ausgeprägt. Die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften ging im ersten Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahr demnach um mehr als ein Viertel zurück, bei akademischen Berufen sogar um 29%. Eine jüngst veröffentlichte Engpassanalyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat ergeben dass der Fachkräftemangel in Deutschland in erster Linie Arbeitskräfte betrifft, die über Qualifikationen unterhalb eines Hochschulabschlusses verfügen. Unter den zehn Berufsgattungen mit den größten Engpassproblemen befand sich lediglich eine Gruppe, die einen akademischen Abschluss erforderte, nämlich Ingenieure für Luft- und Raumfahrttechnik. Die übrigen Engpässe bezogen sich auf Facch Berlin hkräfte vor allem im Gesundheitswesen und im technischen Bereich. Dennoch sind und bleiben AkademikerInnen mit technischem und medizinischem Hintergrund auch in Zukunft knapp, wenn auch möglicherweise etwas unterhalb des in der Öffentlichkeit bisher kommuniziertem Maßes. Die nach wie vor unter der Drei-Prozent-Marke liegende Arbeitslosenquote bei akademischen Berufen in Deutschland zeigt sehr deutlich, dass ganz allgemein ein Hochschulabschluss bezogen auf die Qualifikationsniveaus die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist. Ergebnisse im Einzelnen Arbeitslosigkeit Die Zunahme der Arbeitslosigkeit insgesamt ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich verlaufen. In den ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin sind die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken in Ostdeutschland im Durchschnitt um 2,9%, während in den westlichen Bundesländern zum Teil deutliche Steigerungsraten zu verzeichnen sind, zwischen 1% in Schleswig- Holstein bis hin zu 13% im Saarland. Durchschnittlich stieg die Arbeitslosigkeit im Westen um 4,1% (Deutschland insgesamt: 1,9%). Die Arbeitslosigkeit von Akademikern (Bundesdurchschnitt: +10,0%) ist in Ostdeutschland um 4,9%, im Westen dagegen um über 12% angestiegen. Als einziges Bundesland meldete lediglich Hamburg (- 10,2%) einen deutlichen Rückgang der Akademikerarbeitslosigkeit. Auffällige Spitzenreiter bilden mit Steigerungsraten zwischen 16 und 18% die wirtschaftsstarken Länder Bayern, Baden- Württemberg und Hessen.

3 Dabei waren Frauen mit akademischer Ausbildung etwas geringer von den Steigerungsraten betroffen (Deutschland +8,2%, West +10,2%, Ost +4,2%) als Männer (bei ihnen betrugen die entsprechenden Werte: Deutschland +11,2%, West +13,5%, Ost +5,4%). Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach akademischen Zielberufen, gibt es hinsichtlich der Tendenzen in der Veränderung der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zwischen Männern und Frauen nur marginale Unterschiede. Auffällig ist, dass neben Naturwissenschaftlern und Psychologen auch Informatiker, klassische Ingenieurberufe und Ärzte zweistellige Steigerungsraten bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen hatten. Stellenangebote Korrespondierend zu den gestiegenen Arbeitslosenzahlen ist die Gesamtnachfrage nach Arbeitskräften, wie sie sich in den der BA gemeldeten Stellenangebote niederschlägt, insgesamt kräftig gesunken (Deutschland -13%, West 13,5%, Ost 9,3%). Der Rückgang der Stellenangebote für akademische Qualifikationen ist dagegen insgesamt sehr viel moderater ausgefallen. Hier war in ganz Deutschland ein Rückgang von nur 4,2% zu verzeichnen. In den westlichen Bundeländern lag der Rückgang mit fast -6% noch deutlich darüber, wäh-

4 rend im Osten ein Zuwachs um nahezu 5% zu verzeichnen war. Besonders stark fiel die Nachfragesteigerung in Berlin und in Sachsen mit jeweils über 10% aus. Hessen (-14,6%), Rheinland-Pfalz (-10,6%) u. Baden-Württemberg (-9,1%) waren die negativen Spitzenreiter. Nach akademischen Berufen gegliedert fällt die Abnahme der Stellenangebote bei Maschinenbauingenieuren und Physikern mit jeweils um 20% besonders stark aus, aber auch Informatiker und Elektroingenieure gehören mit einer etwa zehnprozentigen Verringerung der in den erste vier Monaten des Jahres 2013 gemeldeten Vakanzen zu den Berufsgruppen mit besonders deutlichen Rückgängen. Eine gegenüber dem Vorjahr gestiegene Nachfrage verzeichnen dagegen Sozialpädagogen, Lehrer, Juristen und Geisteswissenschaftler mit Zuwachsraten zwischen 5 und 8%. Auch der Adecco-Stellenindex bestätigt für das erste Quartal 2013 im Wesentlichen die Trends aus der BA-Statistk. Auch hier verzeichneten Geistes- und Sozialwissenschaftler Nachfragezuwächse, während die Angebote für die klassischen Ingenieurberufe gegenüber dem ersten Quartal 2012 zum Teil um mehr als die Hälfte zurückgingen. Die im ersten Quartal 2013 in den Printmedien am meisten nachgefragten Akademikergruppen mit der jeweiligen Veränderung gegenüber 2012 sind in der folgenden Tabelle dargestellt: 2013 Veränd. In % Betriebswirte ,0 Sozialpaedagogen ,1 Ingenieure Bauwesen ,0 IT-Spezialisten ,2 Ingenieure Maschinenbau ,8 Ingenieure Elektro ,9 Lehrer ,8 Informatiker ,7 Mediziner ,0 Architekten ,0 sonstige Akademiker ,7 Juristen ,4

5 Für welche Branchen und Funktionen wurde nachgefragt? Nach Wirtschaftssektoren gegliedert weist der Öffentlichen Dienst (-13,4%) die geringste Abnahme der Stellenangebote und die Fertigungsindustrien (-49,3%) den größten Rückgang auf. Bei der Betrachtung der einzelnen Industriebranchen hinsichtlich der Nachfrage nach Fach- und Führungskräften gibt es lediglich im Bereich der Herstellung von Gesundheitsartikeln einen Zuwachs um 9%. In allen anderen Industriebranchen sind zum Teil erhebliche Einbrüche zu verzeichnen. Besonders auffällig mit rund zwei Drittel weniger Annoncen für Fach- und Führungskräfte sind die Branchen Feinmechanik/Optik und die Eisen-, Stahl- und Metallerzeugung. Auch in den Dienstleistungsbranchen ist kein Bereich verschont geblieben. Personalberatungsunternehmen (-78%), Callcenter (-66,7%)und die Reisebranche (-52,6%) mussten in besonderem Maße Federn lassen. Handel und Telekommunikation kamen hier mit jeweils rund 16% noch am glimpflichsten weg.

6 Der Öffentliche Sektor ist mit einem durchschnittlichen Rückgang um 13,4% noch am wenigsten von dem Einbruch im Stellenanzeigengeschäft in den Printmedien betroffen. Sicherheitskräfte und das Schulwesen konnten hier deutliche Nachfragezuwächse verzeichnen. Nach den für Fach- und Führungskräfte laut Adecco-Stellenindex angebotenen Einsatzfeldern und Funktionen gab es allein im Bereich der Aus- und Weiterbildung einen kleinen Zuwachs um 5,4%. Die heftigsten Einbußen gab es für Funktionen in der Werbung (-47,1%), im Bankwesen (-58,9%) und in der Unternehmensplanung (-62,4%).

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