Competence Book Nr. 7. ERP Kompakt. Enterprise Ressource Planning für eine integrierte Ökonomie

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1 Competence Book Nr. 7 ERP Kompakt Enterprise Ressource Planning für eine integrierte Ökonomie

2 ANWENDUNGEN - BUSINESS-SOFTWARE WIRD MOBIL Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil AUTOR Claudia Harth Smartphones und Tablet-PCs gewinnen in Unternehmen immer größere Bedeutung. Daher steigt auch die Nachfrage, wichtige Daten wie Geschäftszahlen oder Kundeninformationen aus dem ERP- und CRM-System mobil abrufen und editieren zu können. Der Einsatz von ERP-Software zur Steuerung der unternehmerischen Prozesse ist bei mittleren und größeren Unternehmen in Deutschland heutzutage Gang und Gäbe. Dabei beträgt der durchschnittliche Lebenszyklus eines solchen Systems etwa Jahre. Ein langer Zeitraum, in dem sich die Anforderungen der Unternehmen an die Lösung stetig weiterentwickeln. Als treibend erweisen sich dabei veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z.b. konjunkturbedingt oder durch gesetzliche Änderungen), verstärkter Wettbewerbsdruck, steigende Kosten sowie höhere Kundenanforderungen, die ein hohes Maß an Produktindividualität und bestmöglichen Kundenservice erfordern. Tagtäglich haben es Unternehmen also mit Herausforderungen zu tun, die Schnelligkeit, Flexibilität und Transparenz in den unternehmerischen Prozessen verlangen. Ein ERP-System muss hierbei zügig und gebündelt die qualitativ hochwertigen Informationen und Daten bereitstellen und unterliegt somit während seines operativen Einsatzes im Unternehmen einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, um den sich verändernden Ansprüchen zu genügen. In funktioneller Hinsicht machten dabei in jüngster Vergangenheit die Einbindung von CRM- oder BI-Funktionen von sich Reden. Technisch betrachtet stehen Trends wie Cloud Computing und vor allem mobile Lösungen im Fokus. Neue Chancen durch größere Mobilität Die Mobilität von Kunden, Lieferanten, aber auch eigenen Mitarbeitern hat dank Smartphones und Tablets - in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Vor dem Abflug noch schnell die letzten Kundenanfragen beantworten, im Zug Auswertungen und Analysen vorbereiten und während des Kundenbesuchs neue Aufträge eingeben oder Einsatzberichte erfassen das mobile Business eröffnet für Unternehmen eine Vielzahl von neuen Einsatzmöglichkeiten. Der direkte Online-Zugriff auf die Daten der betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware ermöglicht ferner einen hohen Grad an Auskunftsbereitschaft, Servicequalität und Arbeitseffizienz. Die damit einhergehende schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeit bedeutet Wettbewerbsvorteile und größere Wertschöpfung. Durch den bereits erwähnten stetig zunehmenden Wettbewerbsund Zeitdruck ist speziell die zeitnahe Kundenansprache und -bindung in kleinen und mittelständischen Unternehmen immens wichtig. Mobile Business-Lösungen greifen hier unterstützend ein. Mit dem Büro in der Westentasche werden die unterwegs erfassten Informationen direkt in das lokale Softwaresystem im Firmenstandort eingespeist und stehen damit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort umgehend zur Verfügung. So werden Anfragen schneller bearbeitet, die Kundenzufriedenheit steigt. Mobiles ERP und CRM als untrennbare Einheit Kommt neben den typischen ERP-Funktionen, beispielhaft der Auftragserfassung oder dem Zugriff auf die Daten in der Finanzbuchhaltung, mit einem integrierten CRM-System ein weiteres Puzzleteil hinzu, wird es eine ganz runde Sache. Denn dann werden zwei verschiedene Sichtweisen auf ein- und dieselben Daten möglich. Im Back-Office unterstützt die ERP-Lösung die operativen Arbeitsprozesse und stellt Daten und Fakten für das CRM-Programm zur Verfügung. Dort wiederum werden die Informationen zu Kunden, Lieferanten, Interessenten und anderen Kontakten übersichtlich aufbereitet, was dann einen ganzheitlichen Blick auf das Kundenbeziehungs- und Servicemanagement ermög- Competence Book - ERP 65

3 ANWENDUNGEN - BUSINESS-SOFTWARE WIRD MOBIL licht. CRM-Systeme stellen daher eine unverzichtbare Unterstützung bei der Gewinnung, Betreuung und Bindung von Bestands- und Neukunden dar. Damit diese Automatisierung der Geschäftsabläufe innerhalb des Unternehmens reibungslos funktioniert, sollten sowohl die ERP- als auch die CRM-Lösung auf eine gemeinsame Datenbank zugreifen. Das vermeidet zum einen Probleme bei der Datenübertragung über Schnittstellen und stellt zum anderen sicher, dass beide Systeme auf der gleichen Datenbasis arbeiten und damit durchgängig aktuelle Zahlen und Informationen liefern. mesonic WinLine macht mobil Die mesonic WinLine-Programme spiegeln die gesamte Palette betriebswirtschaftlicher Anforderungen wider. Applikationen für die Bereiche ERP, CRM, BI und das mobile Business sind vollständig integriert und greifen auf eine gemeinsame Datenbank zu, was zu einer optimalen Datentransparenz und qualität führt. Die Bearbeitungsmöglichkeit der Daten im System über den mobilen Online-Zugriff bringt zusätzliche Vorteile mit sich. So können Anwender in Echtzeit direkt über das Internet im System arbeiten, um beispielsweise Belege zu erfassen oder Analysen und Auswertungen zu fahren. Der Zeitgewinn ist enorm und somit punkten Unternehmen, die konsequent auf mobile Anwendungen setzen, durch ein positives Image und sichern sich handfeste Wettbewerbsvorteile. Wettbewerbsvorteile entstehen übrigens nicht nur extern bei der Kundengewinnung, sondern ebenso intern bei der Gewinnung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ein modernes Arbeitsumfeld nicht nur schätzen, sondern heutzutage erwarten. Zum Autor Claudia Harth: Diplomökonomin Claudia Harth zeichnet sich seit 15 Jahren beim ERP-/CRM-Softwarehersteller mesonic für die Bereiche Marketing & PR verantwortlich. In dieser Zeit haben viele Themen & Trends die ERP-Branche bestimmt. Das mobile Business ist davon sicher eines der spannendsten. Als PR-Expertin blickt Claudia Harth auf zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zurück. Der Einsatz von ERP-Software zur Steuerung der unternehmerischen Prozesse ist bei mittleren und größeren Unternehmen in Deutschland heutzutage Gang und Gäbe. - Claudia Harth 66 Competence Book - ERP

4 BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Glossar zum Thema ERP Absatzplan A Der Absatzplan stellt das Absatzpotential dar, d.h. er drückt aus, wie viel von dem jeweiligen Erzeugnis bzw. der jeweiligen Produktgruppe verkauft werden kann. Der Absatzplan ist Ausgangspunkt für die Produktionsplanung. Back-Office B Das Back-Office dient der unternehmensinternen Verarbeitung aller Prozesse, wie z.b. die Weiterbearbeitung von Bestellungen oder Reklamationen. Das Back Office dient als Schnittstelle zu Front-Office-Systemen. Computer Aided Design (CAD) Computer Aided Design: Computergestützte Konstruktionslösungen, eine Software, die von Ingenieuren, Konstrukteuren, Technischen Zeichnern oder Architekten eingesetzt wird, um technische Zeichnungen und Konstruktionen zu erzeugen. Mit 3D-CAD-Programmen lassen sich Modelle erzeugen, die einen räumlichen, dreidimensionalen Eindruck des Objektes vermitteln. Hier unterscheidet man zwischen Drahtmodell-Systemen, flächenorientierten und volumenorientierten Systemen. Add-on Nach dem Client/Server-Prinzip an ein vorhandenes PPS-System angebundenes Programm, das zur Optimierung schwacher bzw. fehlender PPS-Funktionen eingesetzt wird. API Application Programming Interface: Schnittstelle, über die Software des Anwenders und von Drittanbietern an kommerziellen Programme angekoppelt werden kann. Arbeitsplan Informationsträger der Arbeitsplanung. Mit dieser Hilfe schreibt der Arbeitsplaner dem Betrieb vor, wie im Einzelnen die Fertigung der Erzeugnisse, Teilerzeugnisse und Einzelteile vorzunehmen ist. Beschreibung der Ablaufabschnittsfolge und der Arbeitssysteme, die für eine schrittweise Aufgabendurchführung erforderlich sind. BDE Betriebsdatenerfassung: System, das Personal-, Zeiterfassungs- und Maschinendaten registriert und verwaltet. Bruttobedarfsrechner Die Bruttobedarfsrechnung ist die Umsetzung des Fertigungsprogramms in Bestellund Fertigungsaufträgen für Rohmaterial, Teile und Baugruppen ohne Berücksichtigung der Bestände. C++ C Objektorientierte Weiterentwicklung der Programmiersprache C Client Ein Computer (Arbeitsplatz), der auf Netzwerk-Ressourcen, die auf einem Server gespeichert sind, zurückgreift. Client-Server-Modell Die Grundidee des Client-Server-Ansatzes, der Mitte der 70er Jahre im PARC-Labor von Xerox entwickelt wurde, besteht darin, Computerleistungen unter verschiedenen Benutzern aufzuteilen, wobei man einen Schritt weiter als beim Time-Sharing geht. Ausgehend von einem Arbeitsplatzrechner kann der Benutzer auf spezialisierte, über ein Netzwerk verteilte Dienste zugreifen. Hierbei ermittelt der Client Anforderungen an den Server. Computer numerical control (CNC) CNC (computerized numerical control): Numerische Maschinensteuerung auf Basis eines Computers, (früher) im Gegensatz zu NCMaschinen, die auf Basis von Lochstreifen arbeiteten. 126 Competence Book - ERP

5 BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR CPS-Plattform Plattformkonstrukt, das Hardware-, Software und Kommunikationssysteme mit grundlegenden standardisierten CPS-Vermittlungs-, Interoperabilitäts- und Quality-of- Service-Diensten (QoS-Diensten) für Implementierung und Management von Cyber-Physical Systems und ihren Anwendungen sowie deren Einbindung in Wertschöpfungsnetzwerke umfasst. CPS-Plattformdienste mit ihrer Grundfunktionalität für Realisierung, verlässlichen Betrieb und Evolution von Cyber-Physical Systems sind integraler Bestandteil domänenspezifischer CPS-Anwendungsplattformen. Sie sichern die domänen- und unternehmensübergreifende Gesamtfunktionalität und -qualität auf technischer Systemebene, beispielsweise durch QoS-fähige Kommunikation, Dienste für IT-Sicherheit oder für Selbstdiagnose, Selbstheilung und Rekonfiguration. Capable-to-Promise (CTP) Capable-to-Promise: Lieferterminermittlung Customizing Anpassung einer Standard-ERP-Lösung an die Bedürfnisse des Kunden. Datenschutz D Der Schutz des Einzelnen vor Beeinträchtigung seines Persönlichkeitsrechts in Bezug auf Personenbezogene Daten. Datenbankserver Computersystem, das in einem nach dem Client-Server-Modell organisierten Netzwerk die Rolle des Servers übernimmt. Da die Verknüpfung von Computern und lokalen Netzwerken zu größeren Verbänden immer mehr an Bedeutung gewinnt, arbeitet jede neuzeitliche Multiuser-Datenbank mit einem Datenbankserver. Eines der wichtigsten Probleme besteht in diesem Zusammenhang darin, mehrere Datenbank-Server im Netz agieren zu lassen, ohne dass sich diese in die Quere kommen. Digitales Vertragsmanagement Digitales Vertragsmanagement umfasst das Management von Verrägen aller Art: Vertragserstellung/Genehmigung, Vertragsverwaltung, Fristenkontrolle sowie Liquiditätsplanung. Disposition Disposition ist eine Tätigkeit um Art, Menge und Zeitpunkt eines bestimmten Bedarfs festzustellen und in Bestell- beziehungsweise Liefermengen in Bestell- oder Liefertermine umzuplanen. DMS Dokumenten-Management-Systeme dienen der datenbankgestützten Verwaltung elektronischer Dokumente. Durchlaufzeit Durchlauf von Arbeitsgegenständen durch die einzelnen Arbeitsplätze. Die Durchlaufzeit ergibt sich aus der Differenz von Fertigungstermin und Anlieferungstermin. Zeitspanne, die ein bestimmtes Arbeitsobjekt, beginnend mit dem Zeitpunkt der Bereitstellung für den ersten Arbeitsgang und endend mit dem Zeitpunkt des Vollzuges des letzten Arbeitsganges, benötigt, um den vorgeschriebenen Weg über die einzelnen Bearbeitungsstellen zurückzulegen. EAI E Enterprise Application Integration: Middleware-Lösung, die die Integration von Anwendungen vereinfacht. ECM Enterprise-Content-Management-Systeme umfassen die Technologien zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Content und Dokumenten zur Unterstützung organisatorischer Prozesse im Unternehmen. EDI Electronic Data Interchange: Automatisierter Austausch genormter Daten zwischen Geschäftspartnern; Bestandteil des E-Commerce. Edifact Electronic Data Interchange For Administration Commerce and Transport: Weltweit gültiger EDI-Standard (ISO 9735) mit Nachrichtentypen für ein branchenübergreifendes Spektrum von Geschäftsvorfällen, etwa zum Austausch von Bestellungen. Nachteil von Edifact: Edifact-Lösungen sind relativ teuer und komplex. Edifact erhält zunehmend Wettbewerb durch XML-basierende Lösungen zum Datenaustausch. EDM Engineering Data Management: EDM-Systeme unterstützen die Datenintegration von vorhandenen Bereichslösungen wie CAD, CAM oder PPS im Unternehmen. Competence Book - ERP 127

6 BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Elektronische Archivierung Elektronische Archivierung steht für die unveränderbare, langzeitige Aufbewahrung elektronischer Information. Enterprise Resource Planning (ERP) Enterprise Resource Planning: Hier werden unternehmensübergreifende Software-Lösungen zusammengefasst, die zum Optimieren von Geschäftsprozessen eingesetzt werden. Darunter versteht man eine vollständig integrierte Software-Lösung für Fertigung, Finanzen, Logistik, Personal, Vertrieb u.a. Feinplanung F Prozess zur detaillierten Planung aller Arbeitsschritte für die Auftragsabwicklung in der Fertigung. Fifo First In, First Out: Einlagerungsstrategie, bei der die zuerst eingelagerten Produkte das Lager auch zuerst wieder verlassen. Fortschrittszahlen-Konzept Dabei werden Bedarf und Verbrauch als Summenkurve über dem Planungshorizont dargestellt. Diese Darstellung ist für Soll- und Ist-Werte geeignet, so dass Rückstand, Vorlauf und die Ein-/Auslaufproblematik einfach und ohne zusätzliche Verfahrensschritte abgewickelt werden können. Das Fortschrittszahlen-Konzept wird meist im JIT-Umfeld genutzt, wenn Zulieferer und Hersteller im ständigen Dialog Soll und Ist der bestellten Produkte vergleichen. Gantt-Diagramm G Graphische Darstellungen, die durch den Vergleich von Ist und Soll den Arbeitsfortschritt feststellen sollen. Sie werden insbesondere in der Ablaufplanung als Ablaufdiagramme verwendet. Geschäftsprozess-Optimierung Aktivitäten zur Verbesserung der Wertschöpfung eines Geschäfts-Prozesses, auch als Business Reengineering bezeichnet. icenter I Komplexe, automatisierte Eingangsrechnungsverarbeitung mit Scannen der Belege, Extrahieren des Inhalts, Validieren mit Bestell-/Wareneingangsdaten, Übergabe in den Freigabe-Workflow sowie Buchung und anschließender revisionssicherer Archivierung. Implementierung Die Umsetzung einer Planung in die Wirklichkeit (englisch implementation: Ausführung, Durchführung, Erfüllung); in der Regel die Übernahme eines Programms in ein Computersystem. Zur Implementierung gehören Testläufe, Anfangsüberwachung und Benutzerschulung. Die Implementierung ist Bestandteil des gesamten Softwareentwicklungsprozesses. Integration Herstellung eines Ganzen, einer Einheit aus Differenziertem. Von Integration spricht man in Hinblick auf Computersysteme z.b. dann, wenn es möglich ist über alle eingesetzten Anwendungsprogramme auf dieselben Daten (Datenbank) zuzugreifen. Interface Schnittstelle: physische Eigenschaften der Verbindungsleitungen zwischen zwei Einrichtungen oder zwei Systemen. MMI bezeichnet mit Mensch-Maschine-Interface z.b. die Bedienoberfläche als Schnittstelle zwischen Computer und Mensch. Internet Das Internet ist das weltweit größte Computernetzwerk, das aus vielen miteinander verbundenen Netzwerken und einzelnen Ressourcen besteht. Zu den wichtigsten Diensten des Internets gehören die elektronische Post ( ), Informationen (WWW), Dateitransfer (FTP) und Diskussionsforen (Usenet/Newsgroups). Intranet Netzwerk für die Informationsverarbeitung innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation. 128 Competence Book - ERP

7 BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Java J Java ist eine von Sun entwickelte objektorientierte und damit plattformunabhängige Programmiersprache, da Java-Programme nicht auf Maschinencode, sondern auf einem speziellen Bytecode basieren. Aus den Quelltexten wird durch einen Compiler ein Zwischencode übersetzt, der von einem geeigneten Interpreter auf beliebigen Rechnern abgearbeitet werden kann, dadurch können Java-Programme auf allen Rechnerplattformen laufen, für die ein passendes Interpreterprogramm existiert. K Konfigurationssystem Expertensystem, welches das Wissen der Konstrukteure enthält. Der Verkäufer kann damit im Verkaufsgespräch eine passende Produktkonfiguration für den Kunden auswählen und sofort ein Angebot abgeben. MES M Manufacturing Execution System: Fertigungs- und Prozessleitsystem, Bindeglied zwischen SPS oder IPC auf der Fertigungsund Prozess-Seite sowie ERP-Systemen in der Administration. MES-Lösungen decken die leittechnischen Anforderungen von der Steuerungsebene bis hin zur Produktionsleitebene ab. MES-Lösungen umfassen u.a. Scada-Funktionalitäten sowie MDE- und BDE-Funktionalitäten, um Prozess-, Maschinen- und Betriebsdaten sowohl online als auch offline erfassen, archivieren und auswerten zu können. NC/CNC N Numerical Control/Computerized Numerical Control: Werkzeugmaschinensteuerung, im Unterschied zur SPS für zeitkritische Abläufe geeignet. O Open Database Connectivity (ODBC) Open Database Connectivity. Von Microsoft entwickelte Schnittstelle, mit der Programme und andere Datenbanken auf SQL-Datenbanken zugreifen können. Odette Organisation for Data Exchange by Teletransmission in Europe - Protokoll zur Datenübertragung im EDI-Bereich, das vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie eingesetzt wird. P Product Data Management (PDM) Product Data Management: System zur Produktdatenverwaltung. Durch den Einsatz der PDM-Technologie soll erreicht werden, dass alle Beteiligten (etwa Zulieferer und Hersteller) eines kompletten Systems mit den jeweils aktuellen Versionen und Varianten arbeitet. Produktkonfigurator Produktkonfiguratoren unterstützen das Variantenmanagement, in dem sie die Gestaltung kundenindividueller Produktvarianten unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten erlauben. PPS Produktionsplanung und Steuerung: Organisatorischer Teil von ERP, steht heute auch allgemein für betriebswirtschaftliche Standardsoftware. Scada Supervisory Control and Data Acquisition: Systeme, die in der Industrie eingesetzt werden, um den Fertigungsablauf zu überwachen. Sie sind in hohem Maße konfigurierbar und normalerweise per SPS mit der Fertigung verknüpft. Schnittstelle S Unter dem Begriff Schnittstelle, auch Interface genannt, werden alle Verbindungen (Übergangsstellen) zusammengefasst, über die eine DVKomponente mit einer anderen in Kontakt treten kann. Zu diesen Komponenten zählen Hardware und Software und auch der Mensch, der in das Datenverarbeitungsgeschehen einbezogen ist. Je nach der Art, wie die Informationen an der Schnittstelle übergeben werden, spricht man von seriellen und parallelen Schnittstellen. Competence Book - ERP 129

8 BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Supply-Chain-Management (SCM) Supply-Chain-Management: Abstimmung aller logischen Vorgänge und Funktionen innerhalb der Versorgungskette vom Lieferanten bis zum Verbraucher mit der Zielsetzung, den Kundenservice zu optimieren und gleichzeitig die Kosten zu minimieren. SCM-Systeme verzahnen die gesamte unternehmensinterne und -externe Wertschöpfungskette vom Rohmateriallieferanten bis hin zum Endkunden, indem alle relevanten Daten zwischen den Gliedern der Kette ausgetauscht werden. Stammdaten Datenbestand, auf dem Geschäftsprozesse aufbauen und der über einen längeren Zeitraum gültig ist, z.b. Stücklisten. Stückliste Die Stückliste enthält die Mengen aller Gruppen, Teile und Rohstoffe, die für die Fertigung einer Einheit des Erzeugnisses oder einer Gruppe erforderlich sind. Außerdem kann sie weitere Stammdaten sowie Strukturdaten der Erzeugnisse, Gruppen und Teile enthalten. Sie dient in erster Linie als Grundlage für die Arbeitsplanerstellung und die Teile- und Rohstoffermittlung. V Virtual Private Network Virtual Private Network: Internet-basierende Plattform für eine geschlossene Benutzergruppe. Workflow W Computergestützte Automatisierung von Geschäftsprozessen, Vorgängen oder Weiterleitung von elektronischen Dokumenten (daher auch oft als Vorgangsbearbeitung bezeichnet), XML x Extensible Markup Language: Eine sehr einfach aufgebaute Sprache für das WWW, abgeleitet von der SGML-Sprache. XML soll künftig den schnellen und sicheren Austausch von Informationen mit sehr komplexen Strukturen zwischen völlig unterschiedlichen Systemen, wie etwa ERPApplikationen, im E-Business-Bereich ermöglichen., Zulieferkette Z Abfolge von Lieferungen externer Geschäftspartner über den gesamten Prozess bis zur Auslieferung eines Produktes an den Endverbraucher. T Mit freundlicher Unterstützung der PSIPENTA Software Systems GmbH Time to Market Der Begriff bezeichnet den Zeitraum von der Entwicklung eines Produktes bis hin zu seiner Marktreife. Die Dauer dieses Zeitraumes wird bei immer kürzer werdenden Markt-, Produkt-, und Technologiezyklen für den Erfolg des Unternehmens immer entscheidender. 130 Competence Book - ERP

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