VWA. Von der Idee zum Konzept

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1 VWA Von der Idee zum Konzept

2 Themenfindung 2

3 Ein größenwahnsinniges Huhn hatte den Entschluss gefasst, eine Abhandlung zu schreiben. Worüber? fragten seine Mithühner. Über alles, antwortete das größenwahnsinnige Huhn. Seine Mithühner zeigten sich skeptisch und gaben ihm zu bedenken, alles sei vielleicht doch ein bisschen zu viel. Das größenwahnsinnige Huhn korrigierte daraufhin sein Vorhaben und sagte, es würde eine Abhandlung über fast alles schreiben. (Luigi Malerba) 3

4 Unterscheidung Thema: inhaltlich interessanter Bereich Fragestellung: Auseinandersetzung mit diesem Thema unter einem bestimmten Gesichtspunkt 4

5 Schwierigkeiten Themen sind zu umfangreich es gibt keine Fragestellung dadurch keine gute/schlüssige Gliederung und keine argumentative Auseinandersetzung, sondern Aufzählung von Wissen 5

6 Thema ausloten 6

7 Sich orientierten Mind-Map Was weiß ich über das Thema? Was will ich wissen? Fragen an das Thema stellen Thema sollte zugänglich/interessant/ sein Thema sollte nicht unbekannt/zu groß/zu persönlich/zu ehrgeizig sein K.D. Bünting/A. Bitterlich/U. Pospiech: Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden. 7

8 Sich informieren Erste Orientierung: Nachschlagewerke Fachwörterbücher Stichwortkatalog der Bibliothek aktuelle Zeitschriftenaufsätze neuere Bücher/Aufsätze Unbefangen lesen Zugänglichkeit der Literatur K.D. Bünting/A. Bitterlich/U. Pospiech: Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden. 8

9 Zu berücksichtigen Planung der Vorgehensweise Planung der Schreibphasen/Zeitplanung Umfang/Verfügbarkeit/Sprache der Literatur Theoretische/Empirische Arbeit Planung der empirischen Studie Materialbeschaffung Rolle des Themas für BetreuerIn Persönlicher Zugang/persönliches Interesse 9

10 Thema präzisieren Was will ich wissen? Fragestellung Wie will ich vorgehen? Methode Woran orientiere ich mich? Theorien, Konzepte Woran/Womit werde ich das tun? Material Erwartungshorizont/Exposé/Konzept verfassen 10 A. Frank, St. Haacke, S. Lahm: Schlüsselkompetenzen: Schreiben im Studium und Beruf

11 Blitzexposé 1. Wie lautet mein Thema? 2. Was will ich wissen (Fragestellung); belegen (Hauptaussage); prüfen (Arbeitshypothese)? 3. Was ist daran wichtig (Erkenntnisinteresse)? 4. Woran (an welchem Material) will ich das herausfinden/belegen/prüfen? An einem/mehreren Text/en? Quellen? Daten? Habe ich mein Material schon? Muss ich es noch erschließen, finden oder erheben? 5. Was sind meine Hilfsmittel? (Methoden, Literatur, Betreuung/Beratung?) 6. Was will ich in meiner Arbeit hauptsächlich tun: argumentieren, beschreiben, analysieren, vergleichen, interpretieren oder anderes? 7. Wann will ich die Arbeit abgeschlossen haben? 8. Was will ich mit der Arbeit erreichen? (beruflich, persönlich) 11 A. Frank, S. Haacke, S. Lahm: Schlüsselkompetenzen. Schreiben in Studium und Beruf

12 Vorklärung Mögliches Thema abstecken bzw. eingrenzen Thematische Schwerpunkte festlegen: - zeitlich, örtlich, soziokulturell, wirtschaftlich usw. - Perspektive überlegen Fragestellung festlegen Erste Literaturrecherche Brainstorming, Clustering und Mind Map 12

13 Strategien für die Themeneingrenzung Fokussieren, zb auf begrenzten Zeitraum // ausgewählte Region bzw. einen Ort // eine/mehrere Institutionen/Organisationen/(politische) Systeme // eine/mehrere Personen bzw. Personengruppen // einen/mehrere inhaltliche Aspekte Ihres Themas etc. Klären, was in der Arbeit in erster Linie getan wird... beschreiben // erklären // analysieren // kritisieren bzw. kritisch reflektieren // prognostizieren etc. Material auswählen, zb die... Anzahl und Art der Quellen // Daten // Autoren etc. Methode, die im Fachbereich angewandt wird, zb für... bestimmte Lektüre- bzw. Interpretationsweise // bestimmte Form, empirisches Material zu erheben und auszuwerten (Interviews, Fragebögen etc.) // bestimmte Form, Quellen zu untersuchen Von welchem Standpunkt aus und mit welcher Perspektive... zb.: Literatur der eigenen Disziplin/Teildisziplin // an einem bestimmten Theorieansatz oder einem Erklärungskonzept orientieren, das einen überzeugt usw. A. Frank, S. Haacke, S. Lahm: Schlüsselkompetenzen. Schreiben in Studium und Beruf 13

14 Brigitte Pyerin stellt am Beispiel des Themas "Die Rolle des Vaters im Krankheitsgeschehen chronisch kranker Kinder" einen Kriterienkatalog mit Eingrenzungsvarianten auf. Eingrenzungskriterien Ausgewählte(r) Aspekt(e) Zeitliche Eingrenzung örtliche Eingrenzung (Städte, Länder, Einrichtungen...) Schwerpunkte setzen /... unter besonderer Berücksichtigung von... nach Personengruppen Konkrete Eingrenzungsmöglichkeiten nur eine Krankheit beide Elternteile berufstätig Alter des Kindes Untersuchungszeitraum in Berlin in Europa ländlichen Regionen Stark leistungsorientierten Vätern nonverbaler Interaktion weibliche Kinder ausländische Familien 14 Brigitte Pyerin: Kreatives wissenschaftliches Schreiben. Tipps und Tricks gegen Schreibblockaden

15 Eingrenzungskriterien Konkrete Eingrenzungsmöglichkeiten aus der Perspektive von nach Disziplingesichtspunkten und Forschungsmethode Eingrenzung der Quellen nach Theorieansätzen, Autoren Kindern Vätern Medizinische/ sozialpsychologische Studie statistischer Vergleich, qualitative Untersuchung nur deutsche Literatur ab 1990 bestimmte Forschungsrichtung, zb.: Feministische Forschung keine graue Literatur 20 Interviews Psychoanalytische, systemtheoretische Betrachtung; unter bes. Berücksichtigung der Arbeiten von Freud Beziehungen/Vergleiche herstellen im Vergleich zu gesunden Kindern im interkulturellen Vergleich Einzelfall/Beispiel betonen Fallstudie Neues hervorheben Vaterforschung (neue Richtung) neueste Forschungsergebnisse zum Thema (zb.: Klinik in New York) nur Überblick geben Praxisbezug konkretisieren Historischer Überblick Überblick über aktuellen Forschungsstand Eigene Praxiserfahrung in Beratungsstelle Relevanz für die allgemeinmedizinische Praxis 15 Brigitte Pyerin: Kreatives wissenschaftliches Schreiben. Tipps und Tricks gegen Schreibblockaden

16 Strukturieren der eigenen Arbeit Struktur: Ordnen der eigenen Ideen Intuitives Systematisches Methoden zur Strukturierung: Visualisierung des Inhalts/Themen Clustering und Mind Map Brainstorming, Clustering und Mind Map 16

17 Brainstorming: (Alex F. Osborn) Kreative Methode zur Ideenfindung: Vorgegebener Zeitrahmen (ca min) Uneingeschränktes Sammeln von Ideen Keine Bewertung oder Beurteilung von Ideen Brainstorming, Clustering und Mind Map 17

18 Brainstorming: Grundsätzliche Regeln: Aufgreifen und Verknüpfen bereits geäußerter Ideen Kommentare, Korrekturen, Kritik sind verboten Viele Ideen in kürzester Zeit (Potential) Freies Assoziieren und Phantasieren (Kreativität) Brainstorming, Clustering und Mind Map 18

19 Clustering (Gabriele L. Rico) Spezialmethode des Brainstormings Assoziationsketten um ein Zentralwort Methode: Begriffliches u. bildliches Denken Kombination und kreative Interaktion Brainstorming, Clustering und Mind Map 19

20 Clustering Grundsätzliche Regeln Cluster beginnt einem Schlüsselwort (Phrase) Notieren von Assoziationen zum Schlüsselwort Verbindung des Schlüsselworts mit Assoziationen Bilden neuer Assoziationskette Keine Zensur bei den Assoziationen Brainstorming, Clustering und Mind Map 20

21 Clustering Beispiel: Brainstorming, Clustering und Mind Map 21

22 Mind Map (Tony Buzan) Graphische Darstellung eines Themas Strukturierte Visualisierung Interne Logik und inhaltliche Vernetzung Methode: Vorstrukturierung des Textes/Kapitel Vorläufiges Gerüst der Arbeit (Grobgliederung) Brainstorming, Clustering und Mind Map 22

23 Mind Map Gruppierung um einen Schlüsselbegriff Zusammenhängen und Querverbindungen Farben und Hervorhebungen Strategie: - Texte strukturieren - Herausfiltern von Information (Paraphrasieren) Brainstorming, Clustering und Mind Map 23

24 Mind Map Brainstorming, Clustering und Mind Map 24

25 Gliederungsprinzipien 1.) Chronologisch 2.) Thematisch 3.) Argumentativ 25

26 Chronologische Gliederung Anzuwenden bei: zeitlichen Verläufen Historischen Etappen Darstellung einer fortlaufenden Entwicklung 26

27 Chronologische Gliederung 1. Einleitung 2. Das antike Drama 2.1 Die antike Tragödie 2.2 Die antike Komödie 3. Das geistliche Drama des Mittelalters 4. Die Wiederbelebung des antiken Dramas in der Renaissance 5. Die Vielfalt des barocken Dramas 5.1 Das protestantische Drama 5.2 Drama des Wandertheaters 5.3 Die Commedia dell Arte 7. Drama im Sturm und Drang 8. Zusammenfassung und Ausblick 27

28 Thematische Gliederung -Vom Allgemeinen zum Besonderen (deduktiv) oder -Vom Besonderen zum Allgemeinen (induktiv) 28

29 Thematisch/deduktiv 1. Einleitung 2. Schreiben 3. Wissenschaftliches Schreiben 4. Gliederungsmöglichkeiten 4.1 Chronologische Gliederung 4.2 Systematische Gliederung 4.3 Induktive Gliederung 4.4 Deduktive Gliederung 5. Schluss 29

30 Thematisch/induktiv 1. Einleitung 2. Depression im Alter 2.1 Fallbeispiel a 2.2 Fallbeispiel b 3. Ursachen von Altersdepression 4. Entstehungsbedingungen Depression 5. Schluss 30

31 Relationsgliederung Anwendung: Zwei Analyseobjekte werden miteinander verglichen Texte/Quellen werden miteinander in Verbindung gesetzt Voraussetzung: Vergleichbarkeit Starkes Ähneln der Vergleichsobjekte Auffallende Unterscheidung der Vergleichsobjekte 31

32 Relationsgliederung 1. Einleitung 2. Traumabegriff nach Freuds 2.1 Frühkindliche Erfahrung/Hysterie 2.2 Äußere Ereignisse 3. Der aktuelle Traumabegriff 3.1 Schocktrauma 3.2 Kumulatives Trauma 3.3 Sequentielle Traumatisierung 4. Vergleich der Analyseergebnisse 5. Schlussfolgerung 32

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