Erfolgsmodelle für Automotive, Netze und Gesundheit

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1 Kundenzeitschrift der MicroNova AG Juni 2014 Erfolgsmodelle für Automotive, Netze und Gesundheit Koppelbare HIL-Systeme: Skalierbar vom Ein- bis zum Sechzehnzylinder-Motor Network-Auditing: Netzüberprüfung auch ohne Planungstools Besser versorgt: IT-Lösung optimiert Patientenbetreuung

2 InNovation Editorial Das Heft in die Hand nehmen Sehr geehrte Leserinnen und Leser, wer kennt nicht die Redewendung Das Heft in die Hand nehmen. Die meisten von Ihnen verbinden damit wahrscheinlich sinngemäß: anpacken, Dinge vorantreiben. Ich möchte an dieser Stelle jedoch auf die wörtliche Bedeutung eingehen. So praktisch Touchscreens und Smart Devices auch sein mögen, das Lesen auf Papier hat einfach noch immer eine besondere Bedeutung. Aus diesem Grund freue ich mich auch, Ihnen eine weitere gedruckte Ausgabe der InNOVAtion, der Kundenzeitschrift der MicroNova AG, in die Hand geben zu dürfen. Den Beginn macht der Bereich Automation & Simulation mit einem NovaCarts- Beitrag: Mit dem vorgestellten hochskalierbaren Hardware-in-the-Loop-System sind Simulatoren für Verbrennungsmotoren vom Einzylinder bis zum Achtzylinder möglich. Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, zwei Simulatoren zu koppeln und somit Zwölf- und Sechzehnzylindermotoren zu simulieren - auf gleicher Systembasis. So lassen sich die Simulatoren optimal auslasten, was natürlich besonders interessant ist für Anbieter mit einer breiten Motorenpalette. Ein weiterer Beitrag widmet sich der Simulation von Elektroantrieben. Telekommunikation & Netzmanagement stellt, basierend auf dem Planungs- und Configuration Manager CPCM, eine Network- Auditing-Lösung vor, mit deren Hilfe Mobilfunkbetreiber ihre Netze ohne aufwändige Einbindung von Planungs-Tools überprüfen und so einen reibungslosen Betrieb sicherstellen können. Ein Anwenderbericht zeigt die Fähigkeiten der ManageEngine-Lösungen, die MicroNova in Deutschland exklusiv vertreibt; konkret geht es um den Einsatz bei der Otto-Tochter Corso. Den Abschluss für den Bereich Telekommunikation & Netzmanagement bildet ein Rückblick auf die Partnerkonferenz von ManageEngine. Das Heft in die Hand genommen im übertragenen Sinn hat das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen eg mit dem Projekt VitaLev. Das Ergebnis: Optimierung der Betreuung chronisch und multimorbider Kranker durch elektronische Behandlungspfade, gemeinsame (integrierte) Netzmedikamentenpläne und den sicheren Austausch von Patientendaten - alles auf Basis der ehealth-softwareprodukte von MicroNova. Details dazu finden Sie ebenso in dieser Ausgabe der InNOVAtion wie auch Nachberichte vom Kongress für Gesundheitsnetzwerker sowie zum Branchen-Event conhit in Berlin - allesamt Beiträge des Bereichs ehealth & Medical IT. Einmal mehr darf ich mich darüber freuen, dass so viele Mitarbeiter lange und zufrieden bei MicroNova tätig sind: Christian Stangl arbeitet hier nun seit 10 und sein Kollege Bernd Amend bereits seit 20 Jahren! Es ist schön, dass die beiden seit so langer Zeit erfolgreich das Heft für MicroNova in die Hand nehmen. Stichwort Erfolg: Ein Artikel über die durch die MicroNova AG geförderten Athleten des TSV Jetzendorf rundet diese Ausgabe der InNOVAtion ab - wie immer haben die Sportler tolle Erfolge erturnt. Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen! Ihr Josef W. Karl 2

3 Inhaltsverzeichnis InNovation InNOVAtion Juni 2014 HiL-Simulation 4 Attraktive Kombination: Die koppelbaren NovaCarts HiL-Systeme für Motoren mit bis zu sechzehn Zylindern 7 Flexibilität senkt Kosten Gespräch mit Orazio Ragonesi, stellv. Vorstand & Bereichsleiter Automation & Simulation 8 Abtastraten im Nanosekundenbereich: Siemens setzt beim Test elektrischer Antriebe auf MicroNova 4 Netzmanagement 12 Der Schlüssel zum Mobilfunknetz: Neue CPCM-Lösung für das Network-Auditing Enterprise Management 16 Kunden-Support in Bestform beim Otto-Bereich Corso ehealth & Medical IT 18 Besser versorgt: Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen optimiert Betreuung chronisch Kranker Interview mit Dr. Manfred Klemm, Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen MicroNova intern 22 IT-Konzepte für eine bessere Patientenversorgung: Rückblick 9. Kongress für Gesundheitsnetzwerker 23 conhit: Branchenevent für zukunftsfähiges Gesundheitswesen 24 Rückblick: Europäisches ManageEngine Partner-Meeting Jubiläum: Eine Dekade Christian Stangl 25 Bernd Amend und 20 Jahre MicroNova TSV Jetzendorf: Vom Sport und der Physik 27 Foto des Monats / Impressum 3

4 InNovation HiL-Simulation Thomas Sztanek / Fotolia.com Attraktive Kombination: Die koppelbaren NovaCarts HiL-Systeme für Motoren mit bis zu sechzehn Zylindern Obwohl die Luxusmodell- und Nutzfahrzeugsparten den Herstellern auf den ersten Blick durch hohe Preise auch hohe Einnahmen sichern, ist das Entwicklungsbudget meist begrenzt. Daher ist die Anschaffung von separaten Hardware-in-the-Loop-Systemen (HiL) mit zwölf oder sechzehn Zylindern oft nicht wirtschaftlich, da sie die meiste Zeit nicht in Betrieb wären. HiL- Simulatoren mit bis zu acht Zylindern sind hingegen oft rund um die Uhr im Testbetrieb, weil damit beispielsweise vom Dreizylinder mit Range-Extender bis hin zum Achtzylinder-Motor alle Motorsteuergeräte getestet werden können. Um zukünftig auch kostengünstige und effiziente Tests von Zwölf- und Sechzehnzylinder-Motoren zu ermöglichen, hat die carts GmbH einen universellen Motor-HiL-Simulator konzipiert, der im Verbund (durch Kopplung von zwei Systemen) als HiL- Simulator für Motorsteuergeräte mit bis zu sechzehn Zylindern betrieben werden kann. Dieser Motor-HiL-Simulator lässt sich in nur wenigen Minuten zu zwei unabhängigen Motor-HiLs bis hin zu acht Zylindern umkonfigurieren damit stehen zwei separate HiL-Systeme zur Verfügung. Durch den modularen Aufbau der carts-hil-simulatoren beträgt der Mehraufwand für die Zusammenschaltung nur einen geringen Prozentsatz der Gesamtkosten. Da bei Fahrzeugen mit Zwölf- und Sechzehnzylinder-Motoren häufig zwei Motorsteuergeräte zum Einsatz kommen (Master/Slave-Betrieb), wurde bei der Konzeptionierung des HiL- Simulators darauf geachtet, dass je ein Steuergerät über einen Kabelbaum an den jeweiligen Teil-HiL angeschlossen werden kann. Dadurch erweitert sich die Bandbreite der zu testenden Steuergeräte enorm. Durch den Zusammenschluss von zwei standardisierten Motor-HiL-Simulatoren ist sowohl ein Stand-Alone-Betrieb für bis zu acht Zylinder als auch der Einsatz im Verbund mit mehr als acht Zylindern möglich. Die Kopplung von zwei Systemen kann durch einfaches Umstecken der Bus- Leitungen sowie der Bordnetznachbildung erfolgen. Für den gekoppelten Betrieb wird die gesamte Rechen- Performance von einem erweiterten Master-Echtzeitrechner zur Verfügung gestellt. Hierbei werden beide Racks vom Master-Echtzeitrechner angesteuert und verwaltet. Für den Stand- Alone-Betrieb ist für jedes System ein eigener Echtzeitrechner vorhanden. Das Innenleben des Echtzeitrechners (CPC) kann sich sehen lassen: Es stehen acht Kerne zur Verfügung, mit denen sich selbst komplexeste Modelle rechnen lassen. Um auch sehr zeitkritische Anwendungen wie Zylinderinnendruck oder Zylinderabschaltung realisieren zu können, muss das Simulationsmodell rechtzeitig auf die Steuerbefehle des Steuergeräts reagieren. 4

5 HiL-Simulation InNovation Netzteil Subsystem 1 Koppelfeld Subsystem 2 Subsystem Einspritzventile Subsystem Systemversorgung CPC-Adapterbox CPC Ein- bis Achtzylinder 2x Ein- bis Achtzylinder oder 1x Acht- bis Sechzehnzylinder Abbildung 1: Die Kombinationsmöglichkeiten im Überblick: Mit einem HiL-System können Ein- bis Achtzylinder-Motoren simuliert werden. Durch die Kopplung von zwei HiL-Systemen lässt sich jeder Motor vom Einzylinder bis zum Sechzehnzylinder abbilden. Ein Beispiel: Für einen Zwölfzylinder-Motor simuliert jedes der beiden HiL-Systeme je sechs Zylinder. Hier sind Modellzeiten von wenigen zehn Mikrosekunden (µs) erforderlich. NovaCarts erlaubt es, einzelne CPU- Kerne exklusiv für zeitkritische Modelle zu reservieren. Durch die Isolierung einzelner CPU-Kerne im CPC ist es gelungen, deterministische Reaktionszeiten herunter bis zu wenigen Mikrosekunden zu erreichen, abhängig von der Anzahl der zu bedienenden I/Os. Die Fakten zur PC-Technologie im Überblick: Hochleistungsfähige Intel-basierte Rechenplattform MultiCore-Support (Acht CPU-Kerne im vorliegenden Aufbau; höhere und geringere Anzahl von Kernen möglich) 100-prozentige Anschlusskompatibilität an seriellem Bus Anschluss seriell I/O über PCI-Bus Realtime Linux als Betriebssystem Neue Fahrzeugbusknoten Erstmals wurde im NovaCarts-Motor- HiL für sechzehn Zylinder auch der neue Fahrzeugbusknoten (FBK) für den FlexRay-Bus eingesetzt. Dieser baut auf den Standardprodukten der Firma Vector auf. Die Ankopplung an den Echtzeitrechner erfolgt über ein schnelles echtzeitfähiges Netzwerkprotokoll. Neben einer einfachen Möglichkeit von Restbussimulationen stehen Standardwerkzeuge zum 5

6 InNovation HiL-Simulation Aufzeichnen von Busnachrichten wie CANoe zur Verfügung. Für Anwender ergibt sich so eine einfache und hochperformante Möglichkeit zur Erzeugung von Restbussimulationen. Zum anderen ist durch die hohe Verbreitung der Vector-Produkte bereits sehr viel Know-how vorhanden. Dadurch reduziert sich der Schulungsaufwand beträchtlich. Pro System stehen sowohl vier CAN- und vier LIN- Busse als auch zwei FlexRay -Kanäle zur Verfügung. Als Beschreibungsformat für die unterstützten Fahrzeugbusse werden LDF für LIN, DBC für CAN und FIBEX für FlexRay unterstützt. Um die strengen EU-Abgasvorschriften zu erfüllen, werden in zukünftigen Verbrennungsmotoren mehrere Einspritzverfahren pro Zylinder verwendet. Die neuen Motorsteuergeräte steuern je nach Lastzustand zwei unterschiedliche Einspritzventile an Saugrohr oder Direkteinspritzung. Für den Betrieb eines Sechzehnzylinder- Motorsteuergeräts mit sogenannter Twin Injection müssen daher jetzt zweiunddreißig Einspritzsignale und sechzehn Zündsignale winkelsynchron erfasst werden. Dank des modularen Aufbaus der NovaCarts-Simulatoren nicht nur im Zusammenschalten zu großen HiL- Systemen, sondern auch bei den Lastnachbildungen lassen sich diverse Ventiltypen durch den Anschluss externer Lastboxen implementieren. Für folgende Ventiltypen stehen unter anderem Lastboxen zur Verfügung: Common-Rail-Piezoinjektoren Common-Rail-Magnetinjektoren Gasinjektoren Die Auswahl, welche Last genutzt wird, erfolgt über Kodierungen im Kabelbaum. Diese Vorgehensweise gewährleistet einen anwenderfreundlichen und einfachen Wechsel der unterschiedlichen Einspritzventiltypen. Standardisiertes Anschlusskonzept Um den Sechzehnzylinder-Motor-HiL betreiben zu können, wurde auf das von carts standardisierte Anschlusskonzept zurückgegriffen. Die verschiedenen Motorsteuergerätetypen werden mit einem an das Steuergerät angepassten Kabelbaum an den HiL- Simulator angeschlossen. Alle IOs und Busse werden über den Trennadapter geführt. Dieser bietet dem Nutzer eine hoch variable Schnittstelle an. Dort können externe Messgeräte, beispielsweise ein Echtteil anstelle einer Simulation oder zusätzliche Lasten angeschlossen werden. Zusätzlich bietet das Sub-System für höhere Ströme acht Schnittstellen, die den Anschluss diverser Echtteile ermöglichen (AGR, Drosselklappe usw.). Über diese können deren Stellgrößen erfasst und zum Beispiel mit einem Spannungs-Offset versehen an das Steuergerät zurückgemeldet werden. Fazit Die erprobte, modulare Bauweise der NovaCarts Motor-Hil-Systeme wurde nun erfolgreich an einem Sechzehnzylinder-HiL-Simulator eingesetzt. Dabei kamen die FlexRay-Tools der Firma Vector Informatik zum Einsatz. Das Motor-HiL-System wird bereits erfolgreich bei einem großen deutschen Automobilhersteller eingesetzt. Durch die im Vergleich zum bisherigen System durchgeführten Erweiterungen um zusätzliche Lasten und Signale ist ein Motorsimulator entstanden, der für nahezu jedes Motorsteuergerät einsetzbar ist. Damit lassen sich auf absehbare Zeit und somit zukunftssicher alle Motorsteuergeräte, auch die mit neuester und umfangreichster Technologie, mit NovaCarts-HiL- Prüfständen betreiben. Durch das Zusammenschalten von zwei Achtzylinder-HiLs zu einem Sechzehnzylinder- HiL beziehungsweise dem Trennen eines Sechzehnzylinder-HiLs in zwei Achtzylinder-HiLs wird ein hoher Nutzungsgrad des Systems und damit eine optimale Nutzung der Investition erreicht. Andre Bergmann Vertrieb carts GmbH 6

7 HiL-Simulation InNovation Flexibilität senkt Kosten Gespräch mit Orazio Ragonesi, stellv. Vorstand & Bereichsleiter Automation & Simulation Die Redaktion der InNOVAtion hat mit Orazio Ragonesi, stellvertretender Vorstand und Leiter Automation & Simulation bei der MicroNova AG sowie Geschäftsführer der carts GmbH, über die neuen NovaCarts-Systeme gesprochen. InNOVAtion: Herr Ragonesi, was ist das Besondere an den neuen NovaCarts-HiL-Simulatoren? Ragonesi: Der zentrale Vorteil ist die große Bandbreite beim Einsatz. Hersteller können mit einem System eine vollständige Motorenpalette bedienen, vom Einzylinder- bis zum Sechzehnzylinder-Motor. Hierzu können zwei Simulatoren gekoppelt werden, was sehr einfach und schnell vonstattengeht. Die carts GmbH besitzt ja viel Erfahrung beim Bau modular konzipierter Simulatoren, diese Erfahrung macht sich hier einmal mehr positiv bemerkbar. InNOVAtion: Welche Vorteile bringt es, die Systeme zu koppeln? Ragonesi: An erster Stelle stehen hier die wesentlich niedrigeren Kosten! Es gibt nur ein überschaubares Angebot an Fahrzeugen mit zehn, zwölf oder sechzehn Zylindern. Die Anschaffung und der Betrieb eigener HiL-Systeme ist daher nicht wirtschaftlich. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Anwendungsfälle mit drei bis acht Zylindern. Die Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum zwei derartige Systeme als Einheit zu nutzen, fördert den flexiblen Einsatz. Und Flexibilität senkt Kosten. InNOVAtion: Wie groß ist der Zeitaufwand für die Kopplung konkret? Ragonesi: Das hängt zwar ein bisschen vom Einzelfall ab, in der Regel sprechen wir hier aber von wenigen Minuten. Technische Basis für diese kurze Zeit ist der bereits erwähnte modulare Ansatz der NovaCarts-Systeme. InNOVAtion: Wie ist der momentane Status hinsichtlich des Einsatzes? Ragonesi: Die Systeme bewähren sich bereits seit einigen Monaten bei einem großen deutschen OEM. Hier haben wir eine Win-win-Situation für die Betriebswirtschaft und die Technik geschaffen. Neben der Kostensenkung können die Testingingenieure auf die bekannten schnellen Workflows der NovaCarts-Systeme zurückgreifen, sowohl im Einzel- als auch im Kombinationsbetrieb. Gleichzeitig wird knapper Laborplatz eingespart, was in der heutigen Zeit bei den OEMs nicht zu vernachlässigen ist. 7

8 InNovation HiL-Simulation industrieblick / Fotolia.com Abtastraten im Nanosekundenbereich: Siemens setzt beim Test elektrischer Antriebe auf MicroNova Softwarelösungen für die Regelung elektrischer Antriebe müssen komplexe technische und gesetzliche Anforderungen erfüllen. Daher testen Entwicklungsingenieure sie vor ihrem Einsatz im Fahrzeug in einer simulierten Testumgebung. Solche Tests erfolgen im geschlossenen Regelkreis auf der Ziel-Hardware in Echtzeit. Die Business Unit Inside e-car der Siemens AG hat sich dazu für ein Hardware-in-the-Loop-(HiL)-System von MicroNova entschieden. Das Ergebnis: der weltweit erste Elektromotor-Simulator auf Basis der VeriStand- Plattform in einem Serienprojekt. In elektrischen Antrieben müssen Signale in kürzeren Intervallen zwischen Antriebs- und elektronischen Komponenten ausgetauscht werden als in klassischen Motoren. Aufgrund dieser Dynamik benötigt eine elektronische Regelung entsprechend hohe Abtastraten. Zum Test dieser Regelung ist daher ein Echtzeitsimulationssystem erforderlich, das sowohl komplexe Modellteile des Antriebsstrangs im Nanosekundenbereich berechnen als auch von der Regelung benötigte Ausgangssignale des Antriebes im Megahertzbereich in hoher Qualität bereitstellen kann. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelten die Business-Unit Inside e-car der Siemens AG und MicroNova eine Lösung auf Basis von National Instruments-Hardware und VeriStand. Die Echtzeitfähigkeit des Systems stellte die Siemens AG durch eine geschickte Auslagerung der schnellen Modellkomponenten auf einen Field Programmable Gate Array (FPGA) und der langsameren Komponenten auf die CPU des Echtzeitsystems sicher. Der synchrone Datenaustausch zwischen dem FPGA und der CPU war dabei die größte Herausforderung der MicroNova AG und von National Instruments. Um eine hohe, HV-Battery Inverter E-Motor M M, n M M L, n L U zk U abc G Abbildung 1: Schematische Darstellung eines elektrifizierten Antriebsstrangs 8

9 HiL-Simulation InNovation automatisierte Testabdeckung zu erreichen und die Effizienz im Test zu steigern, setzt Siemens auf ein Testwerkzeug, das durch (Fern-)Zugriff auf interne Parameter und Messgrößen des Echtzeitsystems den Antrieb stimuliert und sein Verhalten auf Korrektheit überprüft. Aufbau und Funktionsprinzip eines elektrifizierten Antriebsstranges In Elektrofahrzeugen fungiert in der Regel eine mit Dreiphasenwechselstrom betriebene Drehfeldmaschine als Antrieb. Dieser E-Motor ist über eine Kupplung und ein Getriebe mit der Abtriebswelle verbunden (Abbildung 1) und wird durch einen Umrichter angesteuert, den eine Hochvolt- Batterie speist. Der Umrichter besteht seinerseits aus einem Leistungsteil und einer Kontrolleinheit. Das Leistungsteil enthält den Spannungszwischenkreis und die drei IGBT-Halbbrücken (IGBT = Insulated-Gate Bipolar Transistor) zur Steuerung der Drehfeldmaschine. Die eigentliche Regelungsaufgabe des E-Antriebs übernimmt die Kontrolleinheit, die Systemgrößen wie den Drehwinkel und die Phasenströme des Motors erfasst. Aus ihnen werden die nötigen Ansteuersignale der Halbbrücken ermittelt, die über eine Schnittstelle zum Leistungsteil übertragen werden. Um diese Regelung verifizieren zu können, ist ein Betrieb der Kontrolleinheit im geschlossenen Regelkreis durch die Verwendung eines Hardware-in-the-Loop-Systems notwendig. Dieses HiL-System ist in Abbildung 2 als Blockschaltbild vereinfacht dargestellt. Parametrierbare Simulation in Echtzeit Wie dem Blockschaltbild zu entnehmen ist, werden das Leistungsteil, die Drehfeldmaschine und die Anbindung des Motors an die Abtriebswelle über Getriebe und Kupplung in Echtzeit simuliert. Zudem stellt das System die von der Kontrolleinheit benötigten Schnittstellensignale in voller Funktionalität bereit. Das gilt sowohl für die physikalische Schnittstelle zum Leistungsteil und Motor als auch für die CAN-Schnittstelle. Dadurch ist eine vollständige und umfassende Validierung der Control Unit möglich. Abbildung 3 zeigt die resultierende Systemarchitektur des Echtzeitsystems. Softwareseitig wird die Simulation auf zwei Rechenkerne des Echtzeitrechners aufgeteilt. Die Schnittstellensignale werden dabei von den Elektromobilität nimmt Fahrt auf Fast Elektro- und Hybridautos waren laut Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2014 auf deutschen Straßen unterwegs. Bis 2020 sollen es so das Ziel der Bundesregierung bereits eine Million batteriebetriebener Fahrzeuge sein. Dies würde eine Verzehnfachung in nur sechs Jahren bedeuten. Ob dieses Ziel zu schaffen ist, darüber sind sich Experten und Unternehmen uneins. Sicher ist: Es wird knapp. Eine im März 2014 veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Kienbaum korrigiert die Erwartungen für die nächsten Jahre nach unten, überrascht aber mit einer optimistischen Langzeit-Prognose: Bis 2020 wird die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Elektroautos voraussichtlich auf steigen, so die Modellstudie. Fünf Jahre später soll es dann bereits rund 2,9 Millionen Fahrzeuge geben, die entweder nur mit Strom fahren oder zusätzlich zu einem Benzinmotor eine am Netz aufladbare Batterie haben. Realtime Simulation CAN CAN - Kommunikation Control Unit Gate Ctrl Power Unit Clutch / Gearbox U abc M M, n M M A, n A E-Motor M L, n L Load Machine Temp Iabc Uabc, Uzk phi Temp Abbildung 2: Blockschaltbild des Hardware-in-the-Loop-Systems 9

10 InNovation HiL-Simulation entsprechenden Eingangskarten gelesen beziehungsweise auf die Ausgangskarten geschrieben. Das Systemmodell liegt hierbei nicht als Komplettmodell vor, sondern ist in Einzelmodule aufgegliedert. Die einzelnen Module basieren auf den im Gesamtsystem vorhandenen Teilfunktionen und sind über den sogenannten Configuration Manager miteinander verknüpft. Durch die konsequente Aufteilung in verschiedene Simulationsmodule lassen sich diese unabhängig voneinander pflegen und weiterentwickeln. Zudem sind mehrere Konfigurationen aus verschiedenen Modulen möglich, um unterschiedliche Systeme zu simulieren. Getrennte Simulation von Leistungsteil und Drehfeldmaschine Die Kernkomponente des HiL-Systems bildet die Simulation des Leistungsteils und der Drehfeldmaschine. Aufgrund der sehr hohen Anforderungen an Genauigkeit und Schnelligkeit wurde hier von der Siemens AG eine Aufteilung in zwei Modellteile vorgenommen: Neben einer präzisen Modellkomponente in Form eines Matlab-Simulink-Modells, das auf dem Echtzeitsystem gerechnet wird, lässt sich eine weniger genaue, aber dafür schnellere Simulation auf einem Field Programmable Gate Array (FPGA) vornehmen. Den Datenaustausch zwischen den getrennten Modellteilen bewerkstelligten MicroNova und National Instruments durch deren Einbindung in ein LabView Custom Device. Dieses ruft das Matlab-Simulink-Modell alle 50 Microsekunden auf (siehe Abbildung 4). Zum Trigger-Zeitpunkt werden dabei die Ausgangswerte vom FPGA gelesen und als Eingänge des Matlab-Simulink- Modells übernommen. Zeitgleich erfolgt im FPGA-Modell eine Übernahme der im vergangenen Zyklus gerechneten Ausgangswerte des langsamen Modells. Um einen deterministischen, synchronen Datenaustausch alle 50 Mikrosekunden sicherzustellen, übernimmt das FPGA aufgrund seiner festen Taktfrequenz von zehn MHz die Berechnung des Trigger-Signals, das alle 50 µs eine ECU - Test NI - Veristand FPGA DIN Core 1 MATLAB / Simulink / LabView / LabView FPGA FPGA DOUT FPGA AIN LabView Custom Device LabView FPGA Fast Motor Model FPGA AOUT DIN MATLAB/Simulink Precise Motor Model DOUT AIN Core 2 MATLAB / Simulink AOUT FIU CAN1 IN CLAMP Ctrl FIU Ctrl DIG I/O Ctrl VEHICLE Model CAN1 OUT CAN2 IN CLAMP Ctrl FIU Ctrl DIG I/O Ctrl VEHICLE Model CAN2 OUT RELAIS CTRL CAN CONTROL UNIT Abbildung 3: Systemarchitektur des Echtzeitsystems 10

11 HiL-Simulation InNovation steigende Flanke aufweist. Diese Flanke steuert sowohl die Übernahme der Eingangswerte im FPGA als auch die Ausführung des Matlab-Simulink- Modells. Um eine auftretende Latenz zwischen dem Auslösen und der tatsächlichen Ausführung des langsamen Modells zu kompensieren, werden die Ausgangssignale des FPGA-Modells zum Trigger-Zeitpunkt eingefroren. Fazit Durch die Aufteilung der Simulation in zwei Modellteile und der Bewerkstelligung des synchronen Datenaustausches zwischen diesen ist es Siemens und MicroNova erstmals gelungen, eine vollständige und hochauflösende E-Motor-Simulation auf Basis der Plattform VeriStand zu entwickeln. Dieser HiL-Simulator ermöglicht es, elektrische Antriebe durch verschiedene Parameter und Messgrößen in Echtzeit zu stimulieren und ihr Verhalten zu überprüfen. Dadurch können die Ergebnisse der Software-Entwicklung in einem Serienprojekt abgesichert werden. Autoren: Peter Ginal, Software Entwickler; Verena Jung, Gruppenleitung Integration und Verifikation und SW Test Manager; Dr. Heiko Zatocil, Leiter der Funktionsentwicklung, alle Business Unit inside e-car, Siemens AG Dipl.-Ing. Mathias Weber HiL-Simulation micronova.de FPGA 7833R / Timing Source 1 LabView FPGA Fast Motor Model Ts100 ns FPGA Read Buffer FPGA Write Buffer 1 0 T_0 T_0 Trigger T_0 50 us 50 us Core 1 / White Loop / Custom Device Fast Loop Timing Source 2 Data MATLAB/ Simulink IN MATLAB/Simulink Precise Motor Model Ts50 us Data MATLAB/ Simulink IN FPGA Read Buffer FPGA Write Buffer Trigger T_1 Trigger T_2 T_1 T_2 T_3 T_1 T_2 VeriStand Read Buffer VeriStand Write Buffer Trigger T_ ms 1 ms VeriStand Primary Control Loop Abbildung 4: Blockschaltbild der Simulation von Leistungsteil und Drehfeldmaschine 11

12 InNovation Network Services carlos castilla / Fotolia.com Der Schlüssel zum Mobilfunknetz: Neue CPCM-Lösung für das Network-Auditing Ein funktionierendes und qualitativ hochwertiges Funknetz ist für Mobilfunknetzbetreiber das A und O. Entscheidend ist dabei die Netzparametrisierung, das heißt die Konfiguration des Netzequipments. Für eine optimale Datenübertragung, Sprachqualität und Netzstabilität müssen tausende Parameter pro Netzstation beziehungsweise mehrere Millionen im Gesamtnetz konsistent sein. Als sei die schiere Anzahl nicht genug, erschweren die unterschiedlichen Parametermodelle des eingesetzten Netzequipments verschiedener Hersteller und Technologien (GSM, UMTS und LTE) diese Aufgabe zusätzlich. Um Mobilfunknetzbetreiber hierbei zu unterstützen, hat MicroNova eine spezielle Lösung für das Network-Auditing entwickelt. Diese basiert auf dem Common Planning & Configuration Manager (CPCM) und ermöglicht eine komplette Überprüfung des Netzes ohne die Einbindung von Planungstools. Für viele Betreiber eines Mobilfunknetzes (Mobile Service Provider, kurz MSP) ist eine permanente Sicht auf die Parametrisierung ihres Netzes keine Selbstverständlichkeit, obwohl dies die Grundvoraussetzung für eine hohe und vor allem konstante Netzqualität ist. Werden bei der Konfiguration beispielsweise inkonsistente oder fehlerhafte Parameter verwendet, führt dies zu Qualitätseinbußen, die auch für den Mobilfunkkunden spürbar sind. Ein Anstieg der Verbindungsabbrüche die sogenannte Drop Call Rate kann ebenso die Folge sein wie Probleme beim Verbindungsaufbau oder der Sprachqualität. Für die Betreiber bedeutet das: Wer seine Parameter im Griff hat und diese zeitnah sowie konsistent ins Netz bringt, hat bei der Qualität seines Mobilfunknetzes die Nase vorn. So bauen beispielsweise oftmals Fremdfirmen oder die Gerätehersteller neue Stationen auf und parametrisieren beziehungsweise konfigurieren diese nach den Richtlinien und Vorgaben des Operators. Angesichts der Vielzahl der zu berücksichtigten Parameter ist das allerdings keine leichte Aufgabe; der stetige Ausbau und die Optimierung des Netzes erschweren sie zusätzlich. Eine fehlende Netzsicht also eine vollständige Visualisierung mit allen Parametern ist eine weitere Herausforderung für die Netzplaner, da ihnen so eine zuverlässige Datenbasis für den weiteren Ausbau des Netzes und dessen Optimierung fehlt. Hier kann eine Lösung zum Network-Auditing Abhilfe schaffen, die das aktuelle Wirknetz hersteller-, regions- und technologieübergreifend auslesen, verwalten und nach betreiberspezifischen Vorgaben prüfen beziehungsweise abgleichen kann. System zum Network-Auditing MicroNova bietet mit CPCM bereits eine ausgereifte Softwarelösung zur Unterstützung des Planungs- und 12

13 Network Services InNovation Betriebsprozesses eines Mobilfunknetzbetreibers, auch Datafill-Prozess genannt. Eine tiefe, vollständige Integration stellt jedoch auch erhebliche Anforderungen an diesen Prozess und die Systemlandschaft. Die Grundvoraussetzung für die Integration von CPCM beim Operator lässt sich nur durch eine Abstimmung des Datafill- Prozesses und der beteiligten Tool- Landschaft erreichen. Da die notwendigen Rahmenbedingungen nicht bei jedem Operator in der gleichen Weise vorhanden sind, hat MicroNova jetzt eine spezielle Lösung für das Network-Auditing entwickelt. Diese setzt auf das bisherige CPCM- System auf, kommt jedoch ohne eine vollständige Integration aus. Die Network-Auditing-Lösung wird über die verfügbaren Standardschnittstellen an die jeweiligen herstellerspezifischen Elementmanager des Live- Netzes angedockt. Der Einsatz dieses Systems kann unabhängig von beziehungsweise parallel zu den bisherigen Tools und Prozessen erfolgen. Eine schrittweise Integration der Planungsund Optimierungs- beziehungsweise Self-Organized-Network(SON)-Applikationen hin zu einem vollständigem CPCM wird dadurch nicht eingeschränkt. Radio-Access-Network(RAN)- Auditing mit CPCM Wie der Common Planning & Configuration Manager besteht auch die neue Network-Auditing-Lösung aus einem Planungsanteil (Common Plan Manager, kurz CPM) und einem Konfigurationsanteil (Common Configuration Manager, kurz CCM). Der wesentliche Vorteil gegenüber der klassischen Lösung ist, dass eine Adaption an das Funknetz des Mobilfunkbetreibers ohne eine vollständige Integration der gesamten Systemlandschaft des Betreibers stattfinden kann. Somit kann ein Closed Loop ein abgeschlossener Datenzyklus zwischen Netzbetriebs- und Funknetzplanungsseite zwischen dem operativen Anteil mit CCM und dem Planungsanteil mit CPM nur auf Basis von Wirkdaten realisiert werden. Die Integration der herstellerspezifischen Elementmanager wird innerhalb von CCM durchgeführt und bedient die Standard-Interfaces der entsprechenden Systeme. Der Import wird CPCM - Network Auditing Web Service Web Service Radio Parameter Planer Operator Copy Live Data (1:1) Consistency Checks Vendor / Operatorspecific Defaults (Templates) Merge Plan Data Archive local active Vendor 2G/3G/4G Plan Data Archive global Complete Planning Data Set Import Vendor 2G/3G/4G Plan Data UseCase-Filter Smart Delta UseCase driven Vendor 2G/3G/4G Live Data Net Data: xml CSV DB Import OMS Adaption Vendor A Vendor B Vendor C 2G 3G 2G 3G 4G 2G 3G 4G CPM optional Merge / Apply SCR Editor & Monitor Import Excel CCM (selective) Provisioning xml MML Femto... Optimizer CPCM Web-Service Import Optimizer / SON Application Export Abbildung 1: RAN-Auditing mit der Network-Auditing-Lösung 13

14 InNovation Network Services entweder durch einen Scheduler oder manuell durch den regionalen Netzbetrieb angestoßen. Nach dem Import findet sich im CCM ein vollständiger Abzug der Netzparameter. Dieser liegt nach einer anschließenden Eins-zu- Eins-Überführung in das lokale Plandatenarchiv des Radioparameterplaners als Arbeitskopie vor. Eine regionale beispielsweise nach Hersteller und Technologie getrennte Anordnung der Daten verbessert die Übersichtlichkeit innerhalb von CPM. Zudem ermöglicht sie die Vergabe unterschiedlicher Berechtigungen für verschiedene Benutzergruppen und Regionen. Inhaltliche Konsistenz prüfen und Konsistenzregeln komfortabel verwalten Der erste Schritt des Network-Auditing findet innerhalb von CPM statt. Dazu überprüft das System die importierten Live-Daten auf ihre inhaltliche Konsistenz. Für diesen Zweck stellt die Network-Auditing-Lösung eine regelbasierte Engine bereit, die die Konsistenzchecks auf die Daten anwendet, Konsistenzverletzungen entsprechend ihres Schweregrads (Blocking / Warning) protokolliert und dem Anwender über Reportmechanismen zur Verfügung stellt. Über ein komfortables grafisches Interface lassen sich Konsistenzregeln bequem verwalten. Neben der Grundfunktionalität, zu der das Anlegen, Löschen und Bearbeiten von Konsistenzchecks/-regeln zählen, kann der Anwender neue Regeln basierend auf der Kopie einer bestehenden Regel generieren oder Regeln mit anderen Anwendern austauschen. Die Network-Auditing-Lösung enthält bereits einen Satz von Default-Konsistenzregeln, die sich durch die Anwender beliebig erweitern lassen. Gängige Konsistenzregeln sind unter anderem das Überprüfen von Handover-Beziehungen (Anzahl der Verbindungsübergaben pro Zelle, Zielfrequenz etc.), Frequenzplänen, Zellparametern, Abhängigkeiten zwischen den Parametern, betreiberspezifischen Abhängigkeiten oder der Einhaltung von Betreibervorgaben. Inkonsistente Daten können mit dem Parametereditor direkt durch den Parameterplaner korrigiert werden. Wie CPCM unterstützt auch die neu entwickelte Software die Multi-Vendorund Multitechnologie-Funktionalität vollständig. Dadurch können Konsistenzchecks und Abgleiche auch hersteller- und technologieübergreifend durchgeführt werden. Dies kommt vor allem in den Gebieten zwischen den Managementregionen der verschiedenen Hersteller zum Tragen, wo die Bordmittel der herstellerspezifischen Systeme versagen. Verwalten und Anwenden netzwerkweiter Default-Templates Eine weitere wichtige Funktion der Network-Auditing-Lösung ist das Verwalten und Anwenden von Wilm Ihlenfeld, zothen / Fotolia.com SON KPI Consistency Rules Radio Engineering Rules Default Values Operator Templates Parameter Optimisation Parameter Database GSM UMTS LTE Small Cells Multi-Vendor Multi-Region Multi-Version Multi-HO Types Abbildung 2: Closed-Loop-Abgleich mit Default-Werten 14

15 Network Services InNovation netzwerkweiten, operatorspezifischen Default-Werten (Default-Templates) auf dem durch die Live-Daten erstellten Datensatz (siehe Abbildung 2). Der Anwender kann komfortabel Konfigurations-Templates nach bestimmten Gesichtspunkten generieren und auf den im Planarchiv aktiven Datensatz anwenden; mögliche Konfigurationen sind beispielsweise Indoor / Outdoor, Stadion oder Public- Viewing-Area. Die Datensätze werden mit der gesamten Netzkonfiguration in einem Archiv gespeichert und stehen somit für den Vergleich zwischen verschiedenen Versionsständen zur Verfügung. Nach der Bearbeitung und erfolgreichen Konsistenzprüfung wird der Parameterdatensatz schließlich an den Betrieb beziehungsweise das CCM übergeben. Innerhalb dieses Systems findet schließlich die eigentliche Network-Auditierung statt. Das bedeutet: Der mit operatorspezifischen Default- Werten angereicherte Datensatz wird gegen das Live-Netz geprüft, Stichwort Smart-Delta. Parameterunterschiede oder Fehler in den Nachbarschaften beziehungsweise den Handovers werden dem Operator in Form eines hierarchischen Delta-Baums angezeigt. Dieser kann die Ergebnismenge unter Einbeziehung von Filterregeln entsprechend einschränken. Mögliche Regeln sind Objektfilter, Parameterfilter, Service-Affecting etc. Das von der Network-Auditing-Lösung berechnete Smart-Delta, das auch als Audit-Report bezeichnet wird, zeigt dem Netzbetrieb die gefundenen Abweichungen beziehungsweise Korrekturmaßnahmen. Durch einen selektiven Export und die Provisioning- Funktionalität der Network-Auditing- Lösung schließt sich der Kreis zum Live-Netz. Optional kann die Software um ein Plug-in-Modul für die Netzoptimierung erweitert werden. Dieses Modul bietet sowohl ein grafisches Interface zur Optimierung von Nachbarschaften und Parametermodifikationen als auch eine anpassbare Anbindung an Optimierungs- beziehungsweise SON-Tools. Anwendungsgebiete und Fazit Die Network-Auditing-Lösung von MicroNova ermöglicht eine komplette Überprüfung des Netzes ohne die Einbindung von Planungs-Tools. Anwendungsgebiete sind beispielsweise: Network-Auditing; Überprüfung der aktuellen Netzkonfiguration auf Basis von Konsistenzregeln oder gegen operatorspezifische Default- Werte Closed-Loop-Abgleich mit Default- Werten (Templates) für bestimmte Stationen, beispielsweise Autobahn, Indoor, Outdoor, Stadien oder Tunnel Hersteller- und technologieübergreifende Sicht auf das Netz Überführung der aktuellen Netzkonfiguration in die Netzplanung Network-Configuration-History Vollständige Datenbasis für andere Tools wie Optimierung, SON, Inventory etc. Test neuer Vendor-Firmware Network-Reporting Network-Reconciliation Durch den Einsatz der Lösung mit der bereits integrierten Funktionalität für Konsistenzprüfungen, des regelbasierten Parameterabgleichs und der Handover-Abwicklung werden bereits Schwerpunkte ausgereifter SON-Tools wie die Automatic-Neighbour-Relation (ANR)- oder Parameter-Optimierung adressiert. Wird die Network-Auditing-Lösung um die Möglichkeit der Mobilnetz-Planung erweitert, ist das Ergebnis die vollständige Funktionalität des CPCM- Tools. Diese Erweiterung ist für den Anwender ohne Funktionseinschränkung möglich und bietet somit eine stufenweise Eingliederung von CPCM in die Tool-Landschaft des MSP. Für Interessierte: Mobilfunkparameter und -messwerte auf dem eigenen Handy Die meisten Mobiltelefone und Smartphones haben einen sogenannten Field-Monitor- beziehungsweise Field- Test-Mode als versteckte Funktionalität implementiert. Dieser lässt sich meist durch Anwählen einer bestimmten Ziffernkombination aktivieren. Anschließend werden einige der im 3GPP-Standard definierten Mobilfunk- Parameter und Messwerte auch für den interessierten Handynutzer sichtbar gemacht. Welche Zahlenkombination dazu für das eigene Handy- oder Smartphone- Modell eingegeben werden muss, kann über eine Internet-Suche erfragt werden (Suche nach: Field Test Mode oder Field Test Display ). Einige Beispiele: iphone: Geben Sie die Kombination *3001#12345#* über den Ziffernblock ein und drücken Sie die Anruftaste Android: Sie finden die Informationen einfach im Menü unter Settings / About Phone Dipl.-Inf. (Univ.) Ingo Bauer Leiter Fachabteilung Network Services netzmanagement/ loesungen/cpcm 15

16 InNovation Enterprise Management Joshhh / Fotolia.com Kunden-Support in Bestform beim Otto-Bereich Corso Powering IT ahead Die Otto Group ist eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit rund Mitarbeitern und 123 Unternehmen in mehr als 20 Ländern Europas, Nord- und Südamerikas sowie Asiens. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurde ein Umsatz von 11,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Otto GmbH & Co. KG vertreibt über den Corso Restposten-Großhandel unter anderem auf ihre Überhänge und Restposten, vor allem Textilien, Schuhe sowie Heimtextilien an B2B-Kunden. Der Online-Shop des Corso Restposten-Großhandels ist eine B2B-Plattform für gewerbliche Handelskunden. Eine eigene Support- Abteilung leistet professionelle Unterstützung. Die Bandbreite der Anfragen ist groß und reicht von Standardanfragen zur Registrierung, zum Portal, zum Versand oder zu Reklamationen über die Bearbeitung technischer Aufgaben etwa in Bezug auf die Website bis hin zu Fragen zur Rechnungslegung. Alle diese Support-Anfragen bearbeitet das Support-Team von Corso in house. Standardanfragen übernimmt der First Level, komplexere Anfragen ein Second Level Support und Themen der Fachabteilungen der Third Level. Bis 2012 fand der Kunden-Schriftverkehr des Service-Teams über das -Programm Outlook statt. Schwierig war insbesondere der Zugriff auf historische Daten; Kundenaussagen zu Bestellvorgängen ließen sich über die vorhandene Systeme so teilweise nicht nachvollziehen. Corso erkannte, dass ein System mit mehr Fähigkeiten sich direkt positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken würde. Deshalb beschloss der Fachbereich, ein professionelles Tool für den Helpdesk, Support und Service einzuführen, einschließlich Self-Service- Komponenten. Die Lösung ManageEngine SupportCenter Plus Ein erstes Markt-Screening im Jahr 2012 brachte zehn potenzielle Kandidaten für eine professionelle Supportund Service-Lösung hervor. Drei davon kamen in die engere Wahl, einer davon SupportCenter Plus von Manage- Engine. Ein Mitarbeiter des DACH-Vertriebspartners MicroNova führte den Verantwortlichen von Otto das Tool in einer Online-Demo vor. Schon während dieser ersten Präsentation überprüfte das Otto-Team durch individuelle Fragen genau, ob das Produkt für die Anforderungen des Unternehmens und seiner Kunden geeignet ist. Die ManageEngine-Lösung hielt der Prüfung stand: Wir waren schnell davon überzeugt, dass SupportCenter Plus das ist, was wir für Service, Support und Helpdesk brauchen. Das Tool lässt sich schnell ausrollen und in die vorhandene Umgebung integrieren. 16

17 Enterprise Management InNovation Darüber hinaus ist es äußerst anwenderfreundlich. Auch neue Mitarbeiter lassen sich schnell in die Handhabung einweisen. Und es bietet die ersehnte Historien-Funktion, erläutert Oliver Matthiesen, bei Corso verantwortlich für den Bereich B2B Outlets & Customer Service. Auswahlprozess, Installation und Inbetriebnahme verliefen flink. Zwei Workshops von MicroNova im Februar 2013 unterstützten beim Kick-off und der Klärung offener Fragen. Definierte Eskalationsstufen und schnelle Bearbeitung Die zehn Support-Mitarbeiter nutzen SupportCenter Plus seitdem erfolgreich, um Corso B2B-Kunden beispielsweise bei Registrierung, Erstbestellung, Reklamation und Sendungsauskunft zu unterstützen. Dabei können Anfragen direkt über den Online-Shop erstellt werden, die in der Folge automatisch ein Ticket auslösen. Des Weiteren bietet das Unternehmen eine Telefonhotline an. Häufige Fragen und Antworten hinterlegt das Team direkt im Online-Shop als FAQ. Die Support-Mitarbeiter betreuen auf diese Weise etwa aktive Kunden aus aller Welt. Als größten Pluspunkt empfindet das Corso-Team die Zeitersparnis durch das neue Tool. Insgesamt 130 Vorlagen unterteilt nach Sprache und Kategorien erlauben es dem Support-Team, Fragen schnellstmöglich zu beantworten. Die TOP 20 der Antworten sind gesondert gekennzeichnet, damit die Mitarbeiter sie noch schneller finden. Das Ziel: Alle Anfragen sollen innerhalb von nur sechs Stunden mit einer ersten Lösung bedient werden und dabei ist nicht die automatische Systemantwort gemeint. Für die finale Bearbeitung eines Tickets sieht Corso maximal drei Werktage vor. Dauert es länger, sendet das Tool eine Eskalationsmeldung an den Supervisor, der so Maßnahmen ergreifen kann. Daneben gefallen die zahlreichen flexiblen Reports. Derzeit besteht ein Set von etwa 20 Berichten. Die Reports dienen auch dazu, um den Fachbereichen belegbares Feedback zu geben und so Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Reports haben so ihren Teil dazu beigetragen, dass wir die Performance unseres Online-Shops verbessern konnten, bestätigt Matthiesen. Kundennutzen: Robustes, zuverlässiges System Kann große Mengen an Tickets handhaben Standards machen Corso- Mitarbeiter schnell Nachvollziehbare Historie von Anfragen Fazit Seit dem Systemwechsel fällt den Mitarbeitern ihre Tätigkeit nicht nur leichter, sie können auch professioneller mit Anfragen umgehen, da ihnen mehr und einfach nutzbare Informationen zur Verfügung stehen. Davon profitiert die Zufriedenheit der Kunden und Mitarbeiter und damit auch das gesamte Geschäftsmodell IT-Business-Alignment at its best mit ManageEngine! Michaela Hall Sales and Marketing Enterprise Management micronova.de Der Corso Restposten-Großhandel vertreibt unter anderem auf Überhänge und Restposten. 17

18 InNovation ehealth & Medical IT Joshhh everythingpossible, / Fotolia.com von Lieres / Fotolia.com Besser versorgt: Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen optimiert Betreuung chronisch Kranker Über 100 niedergelassene Ärzte und Arztpraxen aller Fachbereiche sowie fünf ambulante Pflegedienste in der Region Leverkusen haben sich in der Ärztegenossenschaft Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen eg zusammengeschlossen. Mit dem kürzlich gestarteten Projekt VitaLev will die Ärztegenossenschaft vor allem Patienten mit chronischen oder mehreren Erkrankungen besser versorgen. Die technischen Voraussetzungen hierfür schafft eine MicroNova-Lösung, die im März 2014 in ersten Pilotpraxen installiert wurde. Sie ermöglicht es den Ärzten, wichtige Befunde, Therapie- und Behandlungsvorschläge auszutauschen. Zudem unterstützt die Software auch bei der Abbildung von Selektivverträgen, die zwischen einer Krankenkasse und einzelnen Leistungserbringern abgeschlossen werden können. Die Ausgangslage viele verschiedene Systeme, kein strukturierter Informationsaustausch Chronisch kranke oder an mehreren Krankheiten leidende Patienten werden im Laufe der Zeit von einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure behandelt oder therapiert vom Hausarzt über diverse Fachärzte und Spezialisten bis hin zu stationären Einrichtungen und anderen ambulanten Leistungserbringern. Um die verschiedenen Aktivitäten optimal aufeinander abzustimmen, ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig. Nur so kann eine Über- oder Unterversorgung vermieden werden. Auch mögliche Neben- oder Wechselwirkungen zwischen den eingenommenen Medikamenten lassen sich nur dann frühzeitig erkennen, wenn jeder Arzt über alle verschriebenen Arzneimittel Bescheid weiß. Was in der Theorie einfach klingt, ließ sich in der Praxis technologisch bislang nur schwer realisieren. Hinzu kommt, dass durch die steigenden Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems zunehmend Wirtschaftlichkeit, Angemessenheit, Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit den Handlungsspielraum der Ärzte bestimmen. Statt den Patienten optimal versorgen zu können, reduzieren immer umfassendere administrative und bürokratische Anforderungen an den Arzt die verfügbare Behandlungszeit sowie die Behandlungsmittel, sagt Dr. Manfred Klemm, Vorstandsvorsitzender Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen eg. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sich die Mehrheit der niedergelassenen Ärzte der Region Leverkusen in unserem Netzwerk zusammengeschlossen. Unser Ziel ist es basierend auf eigenen Studien alternative Behandlungspfade für eine bessere Versorgung unserer Patienten zu entwickeln. Dazu haben die Ärzte des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen ein praxistaugliches Versorgungskonzept mit standardisierten Anamneseroutinen, Risikoprofilen und Behandlungspfaden entwickelt, das ein koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen ermöglicht. 18

19 ehealth & Medical IT InNovation Die Lösung nahtlose Einbindung vorhandener Systeme Um den Mitgliedern der Ärztegenossenschaft einen einfachen und strukturierten Austausch von Gesundheitsdaten, Hinweise auf mögliche Risiken und weitergehende Therapie- und Behandlungsvorschläge zu ermöglichen, entwickelte MicroNova gemeinsam mit dem Ärztenetz eine individuell für das sehr umfassende VitaLev-Konzept angepasste Software-Lösung. Diese basiert auf der Vernetzungslösung ViViAN sowie auf der Vertragssoftware VisioContract. Das Besondere dabei: Ein Systemwechsel wird für die teilnehmenden Ärzte nicht notwendig, sie können ihre vorhandenen Arztinformationssysteme wie gewohnt weiter nutzen. Die MicroNova-Lösung lässt sich dank einer patentierten Schnittstelle problemlos mit den gängigen Systemen verwenden. Der Zusatzaufwand besteht lediglich darin, die Software einmalig zu installieren, was pro Arbeitsplatz etwa zehn Minuten und am Server etwa eine Stunde dauert. Bei der Auswahl einer geeigneten IT- Lösung war es uns besonders wichtig, den administrativen Aufwand für die Ärzte und anderen Fachkräfte gering zu halten, erläutert Dr. Manfred Klemm die Entscheidung seines Gesundheitsnetzes. Zudem wollten wir vermeiden, dass die Daten im Arztinformationssystem und in einer weiteren separaten Software erfasst werden müssen, die dann die Vernetzung ermöglicht. MicroNova konnte uns als einziger Hersteller dafür die richtige Lösung bieten: Durch die extrem hohe Flexibilität und einer unglaublichen Nutzerorientierung der IT-Umgebung lässt sich eine sehr hohe Integration in den täglichen Arbeitsablauf erzielen. Die Übertragung der medizinischen Daten ist dabei strikt an eine Zustimmung der Patienten gebunden: Nur wenn der Patient die Projektteilnahme schriftlich bestätigt hat, können andere Praxen auf die Informationen zugreifen. Übertragen werden die Daten direkt über eine sichere Verbindung ohne eine Cloud oder zentrale Datenbank. So entsteht in jeder Praxis eine synchronisierte, dezentral vorgehaltene Patientenakte. Geeignete Patienten werden automatisch vorgeschlagen Doch bevor die Patienten von dem innovativen Projekt profitieren können, gilt es zunächst geeignete Teilnehmer für VitaLev zu identifizieren. Denn die Teilnahme an Programmen wie VitaLev ist nur möglich, wenn die Krankenkasse des Patienten eine entsprechende Vereinbarung mit dem Arzt oder Ärztenetz geschlossen hat. Mit wenigen Klicks können Ärzte den sogenannten Arriba-Score berechnen, der Aufschluss über das Schaganfall- oder Herzinfarktrisiko eines Patienten gibt. 19

20 InNovation ehealth & Medical IT Nur so ist gewährleistet, dass die Leistungen und Therapien letztendlich auch bezahlt werden. Für VitaLev hat das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen bereits die Barmer GEK und pronova BKK von seinen alternativen Behandlungspfaden überzeugt. Mit beiden Krankenkassen bestehen sogenannte Selektivverträge zur Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen. Diese legen unter anderem fest, welche Kriterien beispielsweise bestimmte Erkrankungen oder Anzahl der eingenommenen Medikamente die Teilnehmer erfüllen müssen. Da die Voraussetzungen von Krankenkasse zu Krankenkasse variieren, müssten die Ärzte eine Vielzahl an Informationen im Kopf haben, um entscheiden zu können, welcher Patient sich für eine Projektteilnahme qualifiziert. Hier schafft die MicroNova-Lösung Abhilfe: Die entscheidenden Vertragskriterien sind zentral in der Software hinterlegt. Öffnet ein Arzt den Datensatz eines Patienten, der die Kriterien eines Selektivvertrags erfüllt, erscheint automatisch ein entsprechender Hinweis. Dadurch können die Ärzte in der Region Leverkusen beispielsweise potentielle Teilnehmer für VitaLev einfach identifizieren und ansprechen. Gleichzeitig ermöglicht die Software den Ärzten auch eine schnelle Auswertung, welche und wie viele Patienten an dem Projekt teilnehmen. Qualitätsverbesserung durch integrierte Behandlungspfade Sobald sich ein Patient für VitaLev eingeschrieben hat, kann der Arzt die elektronischen Behandlungspfade für eine umfassende Anamnese, Diagnose sowie für die Festlegung der weiteren Behandlung nutzen. Mit Hilfe dieser Planungshilfen lässt sich auf einen Blick feststellen, welche Informationen für eine optimale Behandlung benötigt werden von Labor- oder EKG-Werten über Körpergröße, Blutdruck bis hin zur Familienvorgeschichte. Dieses systematische Vorgehen hilft, eine hohe Behandlungsqualität und Therapiesicherheit zu gewährleisten. Alle Arzneimittel im Blick: der Netzmedikamentenplan Neben elektronischen Behandlungspfaden enthält die Akte jedes Patienten zudem einen gemeinsamen Netzmedikamentenplan. Letzterer zeigt auf einen Blick, welcher Arzt welchem Patienten was wann und in welcher Dosierung verordnet hat. Andere Ärzte können so mögliche Interaktionen und Kontraindikationen besser erkennen und vermeiden. Fazit Dank der MicroNova-Lösung kann das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen zukünftig relevante medizinische Daten und Informationen einfach und strukturiert austauschen. Auch potentielle Wechselwirkungen von Medikamenten lassen sich mit Hilfe des integrierten Netzmedikamentenplans erkennen und vermeiden. Die vorher festgelegten Behandlungspfade helfen zudem, den Therapieverlauf zeitnah zu analysieren, bei Bedarf schneller anzupassen und adäquat umzusetzen. Dies verbessert nicht nur die Behandlungsqualität, sondern spart auch Kosten etwa durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen oder unnötigen Krankenhausaufenthalten. Darüber hinaus unterstützt die Software die teilnehmenden Ärzte bei der Auswahl geeigneter Patienten und schafft so durch eine innovative technische Basis ideale Voraussetzungen für den Erfolg des Projekts. Mittelfristig will das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen zudem die Zusammenarbeit mit den stationären Einrichtungen der Region ausbauen, um auch diese aktiv einbinden zu können für eine bessere Versorgung der Patienten. Selektivverträge Selektivverträge können zwischen einzelnen Leistungserbringern (etwa einem Arzt), einer Gemeinschaft von Leistungserbringern (zum Beispiel ein Arztnetz) oder einem Berufsverband mit einzelnen Krankenkassen abgeschlossen werden. Sie bieten den Vertragspartnern die Möglichkeit, flexibel auf Erfordernisse einzugehen etwa bei der Behandlung bestimmter Krankheiten und individuelle Vertragskonditionen auszuhandeln. Bekannte Beispiele für Selektivverträge sind unter anderem die Integrierte Versorgung und die Hausarztzentrierte Versorgung. Bis 2011 wurden bereits Integrierte Versorgungsverträge in Deutschland geschlossen. Bis 2013 wurden laut dem Deutschem Hausärzteverband 545 Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung zwischen Krankenkassen und Ärztegruppen geschlossen. Daniel Jozic Vertrieb ehealth & Medical IT ehealth-medical-it 20

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