Wir werden weniger, wir werden bunter und wir werden älter. in den kommenden Jahren wird es einen wachsenden Bedarf an Fachkräften geben.

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1 Beide 1

2 Susanne Baltes Wir werden weniger, wir werden bunter und wir werden älter. So beschreibt Franz Müntefering sehr treffend die Entwicklung unserer Gesellschaft. Auf dem Arbeitsmarkt spüren wir es bereits deutlich in den kommenden Jahren wird es einen wachsenden Bedarf an Fachkräften geben. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Qualifikationen steigen. Von den Partnern des Ovalen Tischs: Fachministerien Bundesagentur für Arbeit, IHK`n, HWK`nund LWK n Arbeitgeberverbände Gewerkschaften wurde eine 216 Handlungsfelder umfassende Landesstrategie zur Fachkräftesicherung in Rheinland-Pfalz und daraus abgestimmte Vorhaben bis 2017 erarbeitet. Für den Bereich der beruflichen Bildung haben wir uns 3 Zieldefinitionen exemplarisch herausgesucht: Zu 1: Duale Ausbildung attraktiver machen Zu 2: Weiterbildungsbeteiligung erhöhen Zu 3: Weiterbildungsberatung und Förderung optimieren 2

3 Erzählen Sie uns von Ihrem persönlichen Bildungsweg. Stehen Sie im Kontakt zu Ihren Schulabgängern?- was ist aus Ihnen geworden? Sind vielleicht Kollegenhier, die vor dem Lehramtsstudium eine Ausbildung gemacht haben? 3

4 Jürgen Klas 4

5 Jürgen Klas Handwerksunternehmen in 3 Generation Gegründet von seinem Großvater Franz Hendgen 1937 d.h. 2 Jahre vor Kriegsbeginn 5

6 Jürgen Klas 19 Azubis ausgebildet 13 GP bestanden 03 aktuell in Ausbildung 6

7 Susanne Baltes 7

8 Susanne Baltes Wer an sich glaubt, leistet mehr! Menschen, die sicher sind, ihre Aufgaben gut bewältigen zu können, engagieren sich mehr für ihren Beruf und leisten freiwillig mehr als andere. (Das zeigt eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Der stärkste Motivationsfaktor ist der Glaube, bestimmte Arbeitsaufgaben bewältigen zu können. Mit dem Glauben an die eigene Wirksamkeit übernahm Thorsten Pick Eigenverantwortung (und das Unternehmen) und hat sich damit herausragend freiwillig engagiert. 8

9 Susanne Baltes 9

10 Jürgen Klas 10

11 Jürgen Klas Wer seine Ausbildung mit einer Gesamtnote von 2,5 oder besser abgeschlossen und danach mindestens 2 Jahre berufliche Erfahrung gesammelt hat, kann - ohne Fachhochschulreife oder Hochschulreife jedes Studium an Fachhochschulen oder fachlich mit der Ausbildung verwandte Studiengänge an Universitäten aufnehmen. Im Rahmen eines Modellversuches wird in einigen Studiengängen auf die zweijährige berufliche Erfahrung als Eingangsvoraussetzung verzichtet. Ausbildungsabschluss + berufliche Weiterbildung (z.b. Meisterkurs) = Bildungsabschluss auf dem Niveau des akademischen Bachelors (nach internationalen Maßstäben: Europäischer Qualifikationsrahmen) Vertikale Durchlässigkeit 11

12 Beide Anm.: Die Aufteilung bei den Studiengängen mit der Hochschule Koblenz ist etwas anders. Hier gehen die Studierenden schon nach dem ersten Lehrjahr, vor Start an der Hochschule, in die Zwischenprüfung, bzw. Abschlussprüfung Teil I. Das Studium Business Administration geht beispielsweise nur 3,5 Jahre. Die Abschlussprüfung an der Hochschule ist die Bachelor-Thesis und (häufig) die dazugehörige mündliche Prüfung/Verteidigung der Arbeit. Eine gesonderte Abschlussprüfung gibt es eigentlich nicht. 12

13 Beide Neu: TrialesStudium Handwerksmanagement (B.A.) verbindet die Vorteile der dualen Berufsausbildung und anschließenden Meisterqualifikation mit einem wissenschaftlichen Studium. Die (Fach-) Abiturienten werden hier gezielt auf Führungsaufgaben im Handwerk vorbereitet. In circa 4 ½ Jahren wird so, neben der fachlichen Ausbildung zum Gesellen in Ihrem Gewerk und der Weiterqualifizierung zum Handwerksmeister, der akademische Grad Bachelor ofarts (B.A.) Handwerksmanagement erreicht. 13

14 Beide Neu: TrialesStudium Handwerksmanagement (B.A.) verbindet die Vorteile der dualen Berufsausbildung und anschließenden Meisterqualifikation mit einem wissenschaftlichen Studium. Die (Fach-) Abiturienten werden hier gezielt auf Führungsaufgaben im Handwerk vorbereitet. In circa 4 ½ Jahren wird so, neben der fachlichen Ausbildung zum Gesellen in Ihrem Gewerk und der Weiterqualifizierung zum Handwerksmeister, der akademische Grad Bachelor ofarts (B.A.) Handwerksmanagement erreicht. 14

15 Recherche Plattformen Als überregionale Such-Plattform für duale Studiengänge könnte man außerdem auch auf vom Bundesinstitut für Berufsbildung verweisen. Hier kann man auch sehr schön nach verschiedenen dualen Studiengängen suchen und bekommt viele allgemeine Infos. 15

16 nur Bruttobeträge; Steuern, Sozialabgaben und Gehaltssteigerungen im Zeitverlauf bleiben außen vor Müssen zudem noch BAföG oder ein Studienkredit abbezahlt werden, dauert es noch länger, bis dieser den Nicht-Akademiker im Verdienst erreicht hat. Berücksichtigt man weiterhin, dass das Einstiegsgehalt in manchen Akademikerberufen noch niedriger ist, wird das Aufholen für den Akademiker noch schwieriger wenn es denn überhaupt gelingt! 16

17 Diese Zahlen basieren auf Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB) Die duale Ausbildung mit anschließender Aufstiegsfortbildung schützt also besser vor Arbeitslosigkeit als ein Studium. Außerdem kann man nicht alle Akademiker über einen Kamm scheren. Die Quote bei Akademikern im Bereich der Sozialarbeit liegt bei 4,9 %. Bei den Sprach-, Literatur-und Geisteswissenschaftlern liegt die Quote bei 9,3 %. Bei den Gesellschaftswissenschaftlern und Psychologen sind 7,3 % ohne Job. Aber: Nur 1,3 % der Humanmedizin er findet keine Beschäftigung, was die Quote insgesamt wieder senkt. 17

18 Quelle: Promotionsarbeit zum Thema Grenzen der Bildungsexpansion Autor: Ralf Rukwid, Uni Oldenburg Fachkräfte werden nicht nur unter den Akademikern gesucht: DIHK-Arbeitsmarktreport : 42 % der Betriebe mit Stellenbesetzungsproblemen suchen Absolventen mit dualer Berufsausbildung 45 % suchen (erfolglos) Fach-oder Hochschulabsolventen Mitarbeiter mit Weiterbildungsabschlüssen fehlen in 38 Prozent dieser Unternehmen, während nur 15 Prozent Beschäftigte ohne Berufsausbildung vermissen. BIBB: Modellrechnungen zeigen, dass Engpässe insbesondere für die mittlere Qualifikationsebene -also für die Ebene der Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung bestehen. Eine hohe Akademikerquote ist kein Garant für niedrige Jugendarbeitslosigkeit (siehe Südeuropa) Die OECD hat in ihrem jüngsten Bildungsbericht anerkannt, dass Jugendliche in Deutschland seltener arbeitslos sind als in anderen Ländern und dass dies auch auf das duale Ausbildungssystem in Deutschland zurückzuführen ist. 18

19 Mit einem Hochschulabschluss in der Tasche verdient man keineswegs generell mehr als ein Nicht-Akademiker. Und die Chance, nach einem Studium eine adäquate Beschäftigung in einer unbefristeten Anstellung zu finden, ist geringer als mit einem Meister-oder Technikerabschluss. 19

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