DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 22. Juli bis 21. August 2010, Walensee-Bühne, Walenstadt

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1 DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 22. Juli bis 21. August 2010, Walensee-Bühne, Walenstadt Mediendokumentation Mit Tatsachenberichten von Verdingkindern und historischen Hintergrundinformationen Ihr Kontakt: TSW Musical AG Regula Schneller Medien/Kommunikation Postfach 8880 Walenstadt Tel. +41 (0)

2 Inhaltsverzeichnis 1 DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER Das Buch und seine Autoren Die Autoren Lisa Tetzner und Kurt Held: Politische Flüchtlinge aus Deutschland befassen sich mit einem Stück verdrängter Schweizer Geschichte Spazzacamini, die Kaminfegerjungen historischer Hintergrund Elisabeth Wenger: Autorin und Verdingkind Verdingkinder in der Schweiz ein Stück vergessene Schweizer Geschichte Verdingkinder ein Stück (verdrängter) Schweizer Geschichte Loretta Seglias: Autorin und Historikerin Arthur Honegger: Zeitzeuge und Autor Walensee-Bühne: Geschichte, Trägerschaft und Produktionsteam Kreativteam Darsteller Musik: Orchester Facts & Figures Die Sponsoren Der Schweizerische Kaminfegermeister-Verband begleitet DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER im Verbandspatronat Heidi Das Musical: eine Erfolgsgeschichte Ferienregion Heidiland: Ferienvergnügen rund um Stadt, Land, Berg und Wasser Literatur Für Medienschaffende... 30

3 1 DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER Nach dem Grosserfolg von «Heidi Das Musical» mit über 180'000 Zuschauern überrascht die Walensee-Bühne mit einem neuen Musical-Erlebnis: DIE SCHWARZEN BRÜDER. Vor der imposanten Naturkulisse der Churfirsten und des Walensees spielt die Geschichte von Giorgio und Alfredo. Die beiden Kaminfegerbuben werden als lebendige «Besen» vom Tessin nach Mailand verdingt. Das bereits uraufgeführte Musical nach einem der meistgelesenen Jugendromane von Lisa Tetzner und Kurt Held (u.a. Autor von «Die Rote Zora») nimmt sich des Schicksals der Verdingkinder und somit auch eines Stücks Schweizer Geschichte an. Ein Musical-Erlebnis mit 26 Profidarstellern, welches komplett neu arrangiert mitten ins Herz spielt und emotional alle Register zieht. Eine Geschichte von Ausbeutung, Liebe und Freundschaft, Glaube und Hoffnung. Ein Fixpunkt in der Kulturagenda 2010 für Musical- und Theaterliebhaber und die ganze Familie. (910 Zeichen) 1.1 Kurzversionen Nach dem Grosserfolg von «Heidi Das Musical» mit über 180'000 Zuschauern kommt im Sommer 2010 DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER in Walenstadt auf die Walensee- Bühne. Vor der imposanten Naturkulisse der Churfirsten und des Walensees spielt die Geschichte von Giorgio und Alfredo. Die beiden Kaminfegerbuben werden als lebendige Besen vom Tessin nach Mailand verdingt. Ein Musical-Erlebnis mit 26 Profidarstellern, welches komplett neu arrangiert mitten ins Herz spielt und emotional alle Register zieht. Eine Geschichte von Ausbeutung, Liebe und Freundschaft, Glaube und Hoffnung. Ein Fixpunkt in der Kulturagenda 2010 für Musical- und Theaterliebhaber und die ganze Familie. (681 Zeichen) Nach dem Grosserfolg von «Heidi Das Musical» mit über 180'000 Zuschauern kommt im Sommer 2010 DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER in Walenstadt auf die Walensee- Bühne. Vor der imposanten Naturkulisse der Churfirsten und des Walensees spielt die Geschichte von Giorgio und Alfredo. Die beiden Kaminfegerbuben werden als lebendige «Besen» vom Tessin nach Mailand verdingt. Ein Musical-Erlebnis, welches mitten ins Herz spielt und emotional alle Register zieht. Eine Geschichte von Ausbeutung, Liebe und Freundschaft, Glaube und Hoffnung für die ganze Familie. (559 Zeichen) 1.2 Die ergreifende Geschichte von Giorgio und Alfredo Der Tessiner Junge Giorgio wird von seinem Vater Roberto an Luini, den Mann mit der Narbe, verkauft. Der harte Winter, die Trockenheit, eine tote Kuh und der gebrochene Fuss der Mutter zwingen die arme Familie zu diesem Schritt. Unterwegs von seinem Dorf im Verzascatal nach Locarno, lernt Giorgio Alfredo kennen. Luini bringt die beiden Jungen nach Mailand, wo sie für ihre Kaminfegermeister in die russigen Kamine steigen müssen. Sie führen ein hartes Leben am untersten Rand der Gesellschaft, werden verspottet und verhöhnt. Die gesundheitlichen Folgen ihrer Arbeit sind markant, und oft leben sie hart am Limit. Kraft gibt ihnen nur der Bund der «Schwarzen Brüder», die tiefe Freundschaft zwischen den Kaminfegerjungen, welche das Schicksal verbindet. Giorgio schliesst ausserdem Freundschaft mit der kränkelnden Tochter seines Meisters. Angeletta ist engelhaft und eine seelische Stütze für den Tessiner Jungen. Bei einem Arbeitsunfall im Kamin wird Giorgio vom Gast des reichen Hauses, dem Luganer Arzt Dr. Casella, gerettet. Dank ihm gelingt es einigen der «Schwarzen Brüder», zurück in die Schweiz zu fliehen. Nur Alfredo müssen die Verbündeten zurücklassen er überlebt die Folgen des Hungers und der russigen Kaminfegerarbeit nicht. (1 242 Zeichen) TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 1

4 1.2.1 Kurzversionen Der Tessiner Junge Giorgio wird von seinem Vater Roberto an Luini, den Mann mit der Narbe, verkauft. Der harte Winter, die Trockenheit, eine tote Kuh und der gebrochene Fuss der Mutter zwingen die arme Familie zu diesem Schritt. Unterwegs von seinem Dorf im Verzascatal nach Locarno, lernt Giorgio Alfredo kennen. Luini bringt die beiden Jungen nach Mailand, wo sie für ihre Kaminfegermeister in die russigen Kamine steigen müssen, ein hartes Leben führen und verhöhnt werden. Kraft gibt ihnen nur der Bund der «Schwarzen Brüder», die tiefe Freundschaft zwischen den Kaminfegerjungen, welche das Schicksal verbindet. Giorgio schliesst ausserdem Freundschaft mit der engelhaften, kränkelnden Angeletta, der Tochter seines Meisters. Dank dem Luganer Arzt Dr. Casella, der Giorgio bei einem Arbeitsunfall rettet, gelingt es einigen der «Schwarzen Brüder», zurück in die Schweiz zu fliehen. Nur Alfredo stirbt vorher an den Folgen seiner strengen Arbeit und der harten Lebensumstände. (980 Zeichen) Der Tessiner Junge Giorgio wird von seinem Vater Roberto an Luini, den Mann mit der Narbe, verkauft. Die schwierigen Lebensumstände zwingen die arme Familie zu diesem Schritt. Unterwegs von seinem Dorf im Verzascatal nach Locarno, lernt Giorgio Alfredo kennen. Luini bringt die beiden Jungen nach Mailand, wo sie für ihre Kaminfegermeister in die russigen Kamine steigen müssen, ein hartes Leben führen und verhöhnt werden. Kraft gibt ihnen nur der Bund der «Schwarzen Brüder», die tiefe Freundschaft zu den Jungen, welche das Schicksal verbindet. Dank dem Luganer Arzt Dr. Casella, der Giorgio bei einem Arbeitsunfall rettet, gelingt es einigen der «Schwarzen Brüder», zurück in die Schweiz zu fliehen. Nur Alfredo stirbt vorher an den Folgen seiner strengen Arbeit und der harten Lebensumstände. (797 Zeichen) 2 Das Buch und seine Autoren Der Roman «Die Schwarzen Brüder» erschien 1941, wurde bisher in neun Sprachen übersetzt, 1985 von der ARD verfilmt und in Japan als mehrteilige Animationsserie adaptiert feierte das grosse Werk der Jugendliteratur Weltpremiere auf der Musicalbühne. Neu inszeniert, mit 26 Profidarstellern und Live-Orchester, spielt die Geschichte im Sommer 2010 auf der Walensee- Bühne in Walenstadt. Das Buch basiert auf historischen Tatsachen und handelt somit von einem Stück vergessener Schweizer Geschichte. Mehr zum Thema der Spazzacamini und der Verdingkinder in der Schweiz in Kapitel Die Autoren Lisa Tetzner und Kurt Held: Politische Flüchtlinge aus Deutschland befassen sich mit einem Stück verdrängter Schweizer Geschichte Lisa Tetzner Lisa Tetzner ( ) wurde in Zittau (Sachsen) geboren. Mit 19 Jahren besuchte sie gegen den Willen ihres Vaters und trotz ihres labilen Gesundheitszustandes die Soziale Frauenschule in Berlin, um Polizeiassistentin zu werden. Sie belegte an der Schauspielschule Max Reinhardts Kurse in Sprecherziehung und Stimmbildung und inskribierte an der Berliner Universität bei Emil Milan, der zu ihrem Mentor wurde und ihre Neigung zum Volksmärchen unterstützte. Den entscheidenden Anstoss für ihren weiteren Lebensweg gab 1917/18 die Begegnung mit dem Verleger Eugen Diederichs. Lisa Tetzner begann, als Märchenerzählerin durch die Dörfer Mittel- und Süddeutschlands (Thüringen, Schwaben und das Rheinland) zu ziehen. Eugen Diederichs brachte auch ihr erstes Buch, «Vom Märchenerzählen im Volk», heraus lernte Lisa Tetzner auf einer ihrer Wanderungen in Thüringen den KPD-Politiker und Arbeiterschriftsteller Kurt Kläber kennen heiratete sie Kläber, der später unter dem Pseudonym Kurt Held unter anderem «Die Rote Zora und ihre Bande» schrieb wurde Lisa TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 2

5 Tetzner als Leiterin der Kinderstunde an den Berliner Rundfunk berufen und war ab 1932 auch für die Kinderprogramme anderer Rundfunkstationen zuständig. Daneben gab sie umfangreiche Märchensammlungen heraus. Ab 1928 begann sie, eigene Kinderbücher zu schreiben emigrierte sie mit ihrem Mann, der wegen seiner politischen Auffassung mit den Nationalsozialisten in Konflikt geriet, in die Schweiz nach Carona in die Nachbarschaft ihres Freundes Hermann Hesse, wo auch Bert Brecht zeitweise bei ihnen weilte, bevor er nach Dänemark ging. Tetzners Bücher wurden in der Folge in Deutschland verboten verlor sie nach einem Angriff in der SS-Zeitung «Das Schwarze Korps» ihren deutschen Verlag wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt; 1948 erhielt sie die Schweizer Staatsbürgerschaft veröffentlichte sie unter ihrem Namen den Jugendroman «Die Schwarzen Brüder». Durch alte Chroniken hatte sie von den Kaminfegerjungen erfahren und das Buch begonnen. Ihr Mann vollendete den Roman, der Weltruhm erlangte und sogar verfilmt wurde Kurt Held Kurt Held ( ) ist das Pseudonym des deutschen (später schweizerischen) Schriftstellers Kurt Kläber. Kläber machte eine Lehre als Schlosser bei Zeiss, wandte sich als junger Mann zunächst der Wandervogelbewegung zu, nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde nach dem Krieg Mitglied des Spartakusbundes und der KPD heiratete er die Schriftstellerin und Märchenerzählerin Lisa Tetzner. Mit ihr zog er an verschiedene Orte in Deutschland. Er arbeitete als Bergmann im Ruhrgebiet, als Autor, Lektor und Redakteur bei Zeitschriften und Verlagen und veröffentlichte als Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller Gedichte und Romane. In Bochum war er Leiter der Bochumer Arbeiterhochschule. Er war Mitherausgeber der «Linkskurve». Nach dem Reichstagsbrand 1933 wurde er als bekannter Kommunist verhaftet, kam aber durch die Hilfe seiner Frau bald wieder frei. Nach seiner Freilassung floh das Ehepaar in die Schweiz, wo Kläber unter der Auflage bleiben durfte, nicht zu veröffentlichen. Wegen des Stalinismus brach er 1938 mit der KPD. Durch die harten Bedingungen des Exils, gesundheitliche Probleme und den Verlust seiner langjährigen weltanschaulichen Basis geriet er in eine psychische Krise. Um sich zu beschäftigen, half er seiner Frau, die weiter Kinderbücher schrieb, bei ihrer Arbeit. Bald begann er, Gefallen an dieser Tätigkeit zu finden, und schrieb mehrere Bücher, von denen insbesondere «Die Rote Zora und ihre Bande» ein grosser Erfolg wurde. Wegen des Schreibverbots bediente er sich des Pseudonyms Kurt Held, unter dem er heute bekannter ist als unter seinem Geburtsnamen. Auch war er aufgrund des Publikationsverbots als politischer Flüchtling gezwungen, manche Bücher wie 1941 den Jugendroman «Die Schwarzen Brüder» unter dem Namen seiner Frau Lisa Tetzner verlegen zu lassen. Durch die schriftstellerischen Erfolge brachten es Tetzner und Kläber zu bescheidenem Wohlstand, erhielten 1948 auch die Schweizer Staatsbürgerschaft und lebten weiter in der Schweiz. Die ersten Gedichte Kläbers gelten als expressionistisch-pazifistisch. Später war seine schriftstellerische Tätigkeit ganz durch seine kommunistische Einstellung geprägt und kann als Arbeiterliteratur bezeichnet werden. Die im Exil unter dem Namen Kurt Held entstandenen Jugendbücher zeichnen sich aus durch eine sozialkritische Haltung, das Bemühen um ein solidarisches Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen untereinander und mit den Erwachsenen sowie durch die Thematisierung des Schicksals sozialer Aussenseiter in einer jugendgemässen Sprache. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 3

6 2.1.3 Literaturhinweis «Die Schwarzen Brüder», Lisa Tetzner, 18. Auflage 2009, Verlag Sauerländer, ISBN , 485 Seiten. «Die Schwarzen Brüder», Hannes Binder / Lisa Tetzner, 5. Auflage 2007, Patmos Verlag GmbH & Co. KG, ISBN , 144 Seiten. 3 Spazzacamini, die Kaminfegerjungen historischer Hintergrund Noch bis ins 20. Jahrhundert lebte die Tessiner Bergbevölkerung in kaum vorstellbarer Armut. Aus Not wurden Kinder als Kaminfegerjungen in norditalienische Städte, aber auch weiter bis nach Holland und sogar in die USA, verdingt und verkauft. Schlepper nahmen die Jungen auf dem Fussweg mit, wo sie unter erbärmlichen Umständen leben mussten. Als «lebendige Besen» stiegen sie in enge, oft noch heisse Kamine, um diese von Hand vom Russ zu befreien. Hunger, Kälte und daraus erfolgende Krankheiten liessen viele fernab der Heimat sterben und nicht zu ihren Familien zurückkehren. Die Autorin und selber Verdingkind Elisabeth Wenger hat sich intensiv mit den Geschichten der noch lebenden Zeitzeugen beschäftigt. Ihr Buch «Als lebender Besen im Kamin» ist eine Dokumentation über das Leben der Tessiner Kaminfegerkinder und ein Schicksalsbericht von Zeitzeugen. 3.1 Elisabeth Wenger: Autorin und Verdingkind 1946 in Hergiswil am See geboren, wird Elisabeth Wenger nach der Geburt von ihrer leiblichen Mutter an Pflegeeltern abgegeben. Das ehemalige Verdingkind ist Autorin und Expertin für das Thema der Verdingung von Tessiner Kaminfegerbuben nach Italien und ins weitere Ausland. Sie lebt heute im Tessin Spazzacamini. Die Schwarzen Brüder. Als Lebende Besen im Kamin «Die Schwarzen Brüder» oder «Als lebender Besen im Kamin» 1, das ist die Geschichte der Tessiner Kaminfegerkinder. Die 6- bis 14-jährigen Buben, aus armen Verhältnissen stammend, mussten über Generationen, seit bis nach dem Zweiten Weltkrieg , in fremde Länder reisen, um dort als lebende Besen die Kamine zu reinigen. Die Armut und Arbeitslosigkeit zwangen die Eltern in ihrer Not, ihre Kinder an einen Padrone 4 zu verdingen. Zur eigenen Sicherheit hielten die Padroni in Verträgen schriftlich fest, was zwischen ihnen und den Eltern 5 vereinbart wurde. Die wenigen Franken, die Eltern für das verdingte Kind erhielten, linderten keine Not. Entscheidend für das Überleben der Familien waren ein paar hungrige Mäuler weniger am Tisch. An die zwanzig Kinder, sogenannte Findlinge, wurden jährlich in Locarno auf der Piazza versteigert. Padroni und ihre Schlepper, auch Gemeinderäte, bereicherten sich und ersteigerten die Kinder, um sie in Mailand, Turin, Novara oder Biella weiterzuverkaufen. Nur die schmächtigsten Buben wurden für diese Arbeit auserwählt, da sie am ehesten in die engen Kamine klettern konnten. In der Fremde erwartete die Kinder nur Hunger und Kälte, Spott und Einsamkeit. Sie schliefen in Hinterhöfen und unter Brücken. Ihre Bettdecke war der Russsack, den sie tagsüber mit Russ füllten. Unter dem Druck der meist brutalen Padroni fristeten die 1 «Als lebender Besen im Kamin», Elisabeth Wenger; ISBN: Erschienen im BoD. 2 Erste gefundene Eintragung in den Staatsarchiven von Augsburg. In Basel finden sich im 13. Jahrhundert ebenfalls erste Dokumente Ende des 2. Weltkrieges 1950 wurde der letzte Bub aus dem Verzascatal nach Mailand verdingt. 4 Heute Kaminfegermeister, einst Patron. 5 Meist waren es die Väter, die diese Verträge aushandelten. Es gab weder Frauen- noch Kinderrechte. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 4

7 Kinder ein trauriges Dasein. Verletzungen durch die kantigen Kamine, Stürze in das Innere des Kamins oder von den vereisten Dächern. Von Hunger und der Kälte und nie heilenden Wunden geschwächt, starben sie oft einsam in Hinterhöfen. Zum Arzt wurden sie höchstens gebracht, wenn die Polizei auf ein krankes Kind aufmerksam wurde. Sexuellen Übergriffen waren sie hilflos ausgeliefert. Eine Schule von innen sahen sie nie, dennoch wiesen sie zu Hause die verlangten Zertifikate 6 vor, und es kümmerte niemanden, dass sie weder schreiben noch lesen konnten. Die Neurekrutierung für besonders fleissige Kinder erfolgte meist bevor das Kind im April nach Hause reisen durfte. Viele Kinder überlebten diese Strapazen nicht. Über die Todesrate gibt es keine Zahlen. Die Padroni waren bestorganisierte Menschenhändler 7. Sie hatten in jedem Land ihre Unterhändler. Auch wenn sie immer wieder verhaftet wurden, war damit das Problem nicht gelöst. Kaum sass einer im Gefängnis, führte sein Bruder, Schwager oder sonstiger Verwandter das Geschäft weiter. Behörden und die Kirche wussten um das Elend der Kinder und unternahmen nichts. Ein Gesetz von verbot die Kinderarbeit. Dieses Gesetz wurde wenige Monate später aufgehoben und stattdessen wurde erlassen, dass fortan die neuen Kamine einen Durchmesser von 43.5 Zentimetern anstelle der bisherigen 30 Zentimeter haben sollen. «Die Schwarzen Brüder» oder «Als lebender Besen im Kamin» geben ein wenig Einblick in ein Stück verdrängte Geschichte, ein jahrhundertelanges Drama, das sich über die ganze Schweiz zog. Kaminfegerkinder, Verdingkinder 9, Schwabengänger 10 und Kinder der Landstrasse 11, sie alle waren die Opfer eines kaltherzigen Sozialsystems Lisa Wenger ein «Pflegekind» auf Heimatsuche Als Pflegekind wurde ich an Bauern verdingt. Ich hatte für meinen Unterhalt selbst aufzukommen, so verlangte es nicht nur das Gesetz, sondern auch die Pflegefamilie. Wer kann den Schmerz nachvollziehen, wenn ein Kind vom Nachbarn über Jahre hinweg sexuell missbraucht wird? Es war ja nur ein Dahergelaufenes, ein Niemand. Missbrauch, Schläge, Hunger und harte Arbeit, das war der Alltag. Die harte Arbeit tat nicht weh, es war menschliche Kälte, Lieblosigkeit, die den Pflegekindern seitens der Behörden, der Lehrer und Pfarrer, der Pflegeeltern, der Frauen und Mütter aus dem Dorf fast wie eine geschlossene Mauer entgegengebracht wurde. Ein Pflegeoder Verdingkind war das letzte Glied in der sozialen Stufe und wurde entsprechend wie Dreck behandelt. Ich habe nicht wie so viele den Freitod gewählt, obwohl ich oft nahe daran war. Ich habe mich durch Widrigkeiten gekämpft und mich immer wieder gegen die Faust im Nacken zur Wehr gesetzt. «Du bist nichts und aus dir wird nichts» (steter Tropfen höhlt den Stein) hatte auch mein Selbstwertgefühl auf den Nullpunkt gebracht. Der Aufbau von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl war ein langer Prozess. Der Weg zur Selbstfindung, hin zur Selbstbestimmung, erforderte viel Mut und Kraft. Denn an jeder Ecke lauerte immer wieder ein Stück Vergangenheit, das es zu bewältigen gab. Das Pflege-, Verdingkinder- und das Kaminfegerkinderwesen ist ein Stück Schweizer Geschichte, das Hunderttausende betraf. Holen wir dieses im Dunkeln gelassene Stück 6 Ab 1834 galt im Tessin die Schulpflicht. Für Kinder, die im Ausland die Schule besuchten, wurde ein Zertifikat verlangt. 7 Polizeiakte vom 3. September 1864 aus Turin an den Stadtrat von Lugano. 8 Am wurde beschlossen, dass Burschen unter 14 Jahren nicht mehr als Kaminfeger arbeiten durften. Das Gesetz wurde 1874 unter dem Druck der Padroni und der Eltern wieder aufgehoben. 9 Lisa, ein Pflege kind auf Heimatsuche, Buch von Elisabeth Wenger, die als Pflegekind weiterverdingt wurde und ein trauriges Dasein fristete. ISBN: , erschienen bei BoD. 10 Die Historikerin Loretta Seglias recherchierte und verfasste das Buch «Die Schwabengänger aus Graubünden». ISBN , erschienen im Limmat Verlag. 11 Dr. Thomas Huonker schrieb mehrere Bücher über Jenische, die Rolle der Behörden und über die Kinder der Landstrasse. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 5

8 Schweizer Geschichte aus der Vergessenheit ans Licht. Jedes Land hat seine Vergangenheit. Wenn wir unangenehme Wahrheiten nur verdrängen, können wir nicht daran wachsen. Unsere Heimat sollte uns so viel wert sein, auch vor den dunklen Kapiteln die Augen nicht zu verschliessen. Es geht um ein Stück Heimatgeschichte, das, aus welchen Gründen auch immer, viel zu lange verdrängt wurde. Verfasst von Elisabeth Wenger, April Literaturhinweise «Als lebender Besen im Kamin Einer vergessenen Vergangenheit auf der Spur», Elisabeth Wenger, 2010, Verlag Books on Demand GmbH, ISBN , 248 Seiten. «Lisa, ein «Pflege»kind auf Heimatsuche Eine wahre Geschichte», Elisabeth Wenger, 2010, Verlag Books on Demand GmbH, ISBN , 412 Seiten. 4 Verdingkinder in der Schweiz ein Stück vergessene Schweizer Geschichte 4.1 Verdingkinder ein Stück (verdrängter) Schweizer Geschichte Noch bis nach dem 2. Weltkrieg wurden in der Schweiz Kinder aus armen Familien als Verdingkinder bei Pflegefamilien platziert. Dabei wurden sie in erster Linie als billige Arbeitskräfte, vornehmlich in der Landwirtschaft, eingesetzt. So waren sie zu Hause zumindest ab der Kost. Teilweise erhielten die Eltern, die oft in Not handelten, ein kleines «Lohngeld» für die Arbeit ihrer Kinder. Die harten Umstände, in welchen manche der Verdingkinder lebten, die körperlichen und psychischen Misshandlungen, die ihnen bei den «Gasteltern» widerfuhren, sind ein Stück verdrängter Schweizer Geschichte. Speziell im Tessin wurden noch bis in die 1950er-Jahre Tessiner Jungen als Kaminfeger nach Oberitalien verkauft. Behandelt und gehalten wie Sklaven, überlebten viele die gefährliche Arbeit nicht. Erinnern wir uns gemeinsam an die Verdingkinder, um sie zumindest vor einem zu bewahren dem Vergessen. 4.2 Loretta Seglias: Autorin und Historikerin Loretta Seglias ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Historischen Seminars der Universität Basel. Sie ist Expertin für das Verdingkinderwesen in der Schweiz Verdingkinder in der Schweiz Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurden in der Schweiz jährlich Zehntausende fremdplatzierte, schulpflichtige Kinder in erster Linie als willkommene, billige Arbeitskräfte betrachtet und vornehmlich in der Landwirtschaft eingesetzt. Diese Kinder wurdenregional unterschiedlich- mitunter als Verdingkinder oder Kostkinder, von offizieller Seite auch als Pflegekinder bezeichnet. Sie waren überwiegend elternlos, unehelich geboren oder kamen aus armen oder zerrütteten Familien. Die meisten von ihnen stammten aus dem Kanton Bern, wenngleich alle Kantone der Schweiz diese Form der Fremdplatzierung kannten. Daneben bestanden regionale Ausprägungen, wie etwa die Schwabengänger in der Ostschweiz oder die Spazzacamini im Tessin und Teilen Graubündens sowie spezielle «Zielgruppen», wie beispielsweise bei den Kindern der Landstrasse. Das Verdingkinderwesen in der Schweiz ist eng mit dem Begriff der Armut verknüpft. Sie zwang viele Eltern, ihre Kinder frühzeitig in den Arbeitsprozess einzugliedern. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 6

9 In der Fremdplatzierung von Kindern und Erwachsenen, welche durch die öffentliche Hand unterstützt werden mussten, sahen die Gemeinden eine kostengünstige Lösung der Armenunterstützung. Gleichzeitig hatte diese Praxis auch einen sozialdisziplinierenden Charakter, weshalb viele Eltern, dieser Massnahme vorgreifend, ihre Kinder selbst platzierten. Viele Kinder kamen an zufriedenstellende Plätze, doch die oftmals mangelhafte Kontrolle und Aufsicht bis 1978 fehlte eine gesamtschweizerische gesetzliche Regelung des Pflegekinderwesens begünstigte körperlichen und seelischen Missbrauch, zu starke Arbeitsbelastung und mangelhafte Schulbildung. Verdingkinder gehörten vielfach zum Gesinde, der Familienanschluss wurde ihnen oftmals verwehrt. Die Folge waren Isolation und fehlende Zuneigung. Die dabei gemachten Erfahrungen waren für viele Betroffene einschneidend und für das ganze Leben prägend. Immer wieder meldeten sich einzelne Kritiker zu Wort, doch erst im Laufe des 20. Jahrhunderts begann man sich zunehmend um das leibliche und geistige Wohl des Kindes zu kümmern. Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft, ein starkes Wirtschaftswachstum, neue Formen der sozialen Sicherung sowie die Professionalisierung in der sozialen Arbeit verschwand diese Form der Fremdplatzierung zunehmend. Verfasst durch Loretta Seglias, April Kontakt Loretta Seglias Lic.phil. Loretta Seglias Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Historischen Seminars der Universität Basel und freischaffende Historikerin Telefon: Literaturhinweise Link «Versorgt und vergessen. Ehemalige Verdingkinder erzählen», herausgegeben von Marco Leuenberger und Loretta Seglias, Zürich 2008, Rotpunktverlag. ISBN , 320 Seiten. «Enfance sacrifiée. Témoignages d enfants placés entre 1930 et 1970», herausgegeben von Geneviève Heller, Pierre Avvanzino, Cécile Lacharme, Lausanne 2005, Editions EESP. ISBN , 144 Seiten Arthur Honegger: Zeitzeuge und Autor 1924 in St. Gallen geboren, lebt Arthur Honegger nach der Geburt zuerst zwei Jahre im Waisenhaus und wird dann an Pflegeeltern abgegeben. Das ehemalige Verdingkind ist Autor und Experte für das Thema der Verdingkinder in der Schweiz. Er lebt heute im Toggenburg Kurzbiografie Mein Leben begann am 27. September 1924 in St. Gallen. Die Vormundschaftsbehörde nahm mich meiner Mutter weg und brachte mich ins Waisenhaus Tempelacker wurde ich zu Pflegeeltern nach Tann-Dürnten ZH geschoben, besuchte da die Primarschule unter schwierigen TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 7

10 Umständen: Eine schwere Wirtschaftskrise, verbunden mit grosser Armut, prägte eine Gesellschaft, die auf allen Ebenen autoritär beherrscht wurde. In der Pflegefamilie waren abwechslungsweise noch andere Pflegekinder, ein Junge war sogar aus Berlin: Das Pflegegeld war ein willkommener finanzieller Zustupf brachte mich mein Vormund, der sonst nur mein Zeugnis unterschrieb, nach Zürich in die psychiatrische Beobachtungsstation Stefansburg, wo ich drei Monate blieb und von da ins Pestalozziheim Schlieren verbracht wurde. Nach der Sekundarschule statt einer Lehre anderthalb Jahre bei einem Bauern verdingt, 1941 in die Arbeitserziehungsanstalt Uitikon eingewiesen. Danach arbeitete ich unter massivem Druck von der Anstalt her bei Bauern, in Zürich als Ausläufer, Kellner, im Zürcher Oberland auf dem Bau als Mineur, Reitbursche heiratete ich Heidi Vogelbach, verarmte mit meiner Familie. Im Gutsbetrieb Schloss Wildegg erlitt ich eine Magenblutung und lag acht Wochen im Kantonsspital Aarau. Lohn wurde nicht mehr bezahlt bei Sulzer in Winterthur Werkstattschreiber, 1960 wurde ich Sekretär der SP Thurgau, 1962 Studienreise nach Israel, danach Redaktor bei «Blick», für den ich sieben Jahre u.a. im Bundeshaus Bern, in Berlin West und Ost, Frankfurt, Wien, Tel Aviv, Jerusalem, Washington etc. arbeitete; danach 10 Jahre Chefredaktor «Diners Club Magazine», kehrte 1979 zu Ringier zurück, arbeitete 13 Jahre als Kolumnist für «Blick» und für alle Ringier-Blätter als freier Journalist erschien mein erstes Buch «Die Fertigmacher». Inzwischen sind es 24 Bücher geworden entstand der biografische Film «Turi» der Filmemacherin Lotty Wohlwend. Ich lebe mit meiner Frau in unserem Haus in Krummenau im Toggenburg, seit 33 Jahren Ein Ausschnitt aus meinem Leben als Verdingkind Die dritte Klasse der Sekundarschule war für mich ein prägendes Erlebnis: Ich hatte gute Noten, einen Lehrer, der mir auf allen Feldern des Lernens behilflich war, die Aussichten waren sehr gut sowohl für die Kantonsschule als auch für eine Lehre, beispielsweise als Schriftsetzer. Beides hätte sogar geklappt. Doch es kam anders: Mein Vormund war weder für das eine noch das andere zu haben. Er liess mir mitteilen, dass ich von jetzt an mein Leben «selber verdienen» müsse. Es war ein vernichtender Entscheid für mich. Ich war 1940 noch drei Wochen nach Schluss der Schule im Pestalozziheim in Schlieren, danach Lehrer und Knecht im Militärdienst nach der 2. Generalmobilmachung. Anfang Juni sagte der Heimleiter Gusti Fausch, dass ich aus dem Heim entlassen werde. Ich packte den Segeltuchkoffer und machte mich reisefertig. Gusti nahm mir alle Bücher weg und dann brachte er mich zu einem Bauern ganz in der Nähe. Auf dem Weg dahin erzählte er mir, dass mein Vormund es so befohlen habe, ich müsste von jetzt an mein Leben selber verdienen. Er lieferte mich bei dem Bauern wie ein Kalb ab. Der Bauer brachte mir die Regeln gleich am ersten Tag bei: Er hatte unter der Treppe in den oberen Stock ein Brett montiert und eine Kiste davorgestellt: Das war mein Platz zum Essen. Er machte mir klar, dass ich hier nur geduldet sei. Lohn gebe es keinen, Geld verderbe den Charakter. Jeden Morgen stand ich um halb fünf auf, mistete den Pferdestall aus, putzte das Pferd, mistete den Kuhstall aus und half beim Melken. Tagsüber arbeitete ich auf dem Feld, ackerte mit Pferd und Stier, ich war immer auf den Beinen. Auch wenn die anderen Mittagsrast hielten, hatte er eine Arbeit für mich, und abends ebenso. Niemand sprach mit mir, weder die Bäuerin noch die Kinder noch die Nachbarn. Wenn ich auftauchte, wandten sie sich ab. Als ein schweres Hagelwetter hereinbrach und einen Teil des schönen Obstgartens zerstörte, schlug er mich halb tot. Er prügelte auf mich ein, weil ich versucht hatte, ihn zu trösten. Ich lag auf dem Scheunenplatz, blutete am Rücken und am Kopf, verlor zeitweilig das Bewusstsein. Danach sperrte er mich vier Tage in den Saustall. Ich sah ihn nur, wenn er die Schweine fütterte. Als ich sagte, ich hätte Hunger, sagte er: «Im Sautrog hat s genug zu fressen.» Im Herbst stürzte eine Kuh ins Güllenloch. Wer war schuld? Ich natürlich. Nachdem wir die Kuh mühsam geborgen hatten, schlug er mich zum zweiten Mal mit einer Weidenrute halb tot. Ich lag eine Woche ohne Essen im Bett, erholte mich kaum mehr. Ich dachte, ob es nicht besser wäre, meinem Leben ein Ende zu setzen. Ich versuchte, mich von TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 8

11 der Heubühne ins Tenn zu stürzen. Es ging nicht, es ging einfach nicht. Der Alte hielt mich wie ein Sklave. Ich sah nie einen roten Fünfer für meine Arbeit. Er schlug immer eifriger auf mir herum, er tötete vor meinen Augen den kleinen Hund des Nachbarn, er erwürgte ihn mit blossen Händen und sagte zu mir: «Pass auf, dass dir das nicht passiert!» Fast anderthalb Jahre war ich bei ihm. Kein Mensch kümmerte sich um mich. Weder Gusti, der angeblich mein «Beistand» war, noch mein Vormund. Ich vegetierte dahin, immer in der Angst, eines Tages doch noch totgeschlagen zu werden. Mein Meister war zu dieser Zeit Gemeinderat, Präsident der Armenpflege, Präsident der Landw. Genossenschaft. Er hielt am 1. August die Festrede. Ja, er war ein angesehener Mann in der Gemeinde. Und dann, endlich, tauchte mein Vormund auf. Er redete mit dem Alten, er ging wieder, ohne ein Wort mit mir zu reden. Drei Wochen später holte er mich ab und verbrachte mich in die Arbeitserziehungsanstalt Uitikon a.a. Ohne ein Wort mit mir zu reden. Keine Fragen, nichts. Als er ging, sagte er: «Deine Mutter war eine Hure, dein Vater ein Zuchthäusler. Und jetzt bist du da, wo du hingehörst!» Ja, ehe ich s vergesse: Ich habe für die anderthalb Jahre bei dem Bauern nicht ein einziges Mal einen Rappen Lohn bekommen. Sie haben mir mehr als 30 Jahre meines Lebens gestohlen. Fast 20 Jahre brauchte ich, um aufzuholen. Das Schreckliche: Zehntausenden Buben und Mädchen ist es genauso ergangen wie mir, und viele, viel zu viele sind daran zugrunde gegangen. Verdingkinder, bis in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Verfasst durch Arthur Honegger, April Literaturhinweise Film «Die Fertigmacher», erweiterte Neuausgabe von Arthur Honegger, Frauenfeld 2005, Verlag Huber. ISBN , 340 Seiten. «Turi Ein Film über Arthur Honegger», erschienen als DVD beim Weltbild Verlag. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 9

12 5 Walensee-Bühne: Geschichte, Trägerschaft und Produktionsteam 5.1 Hintergrund/Geschichte 2004 Im Frühjahr 2004 äusserte der damalige Tourismusdirektor der Ferienregion Heidiland, Marco Wyss, in einem Interview in der «SonntagsZeitung» seine Vision, in der Ferienregion Heidiland ein Musical zur Heidi-Geschichte zu realisieren. Gelesen wurde dies vom amerikanischen Musicalproduzenten John Havu, der Wyss bald darauf traf. Was folgte, war die Realisierung einer Vision im Schnellzugstempo Wyss veranlasste eine Machbarkeitsstudie, einen ausführlichen Businessplan, beauftragte eine Agentur mit der Sponsorensuche, holte Bewilligungen von Gemeinde und Armee ein und gründete die TSW Event AG als Trägerschaft. 23. Juli 2005: Standing Ovations vor ausverkaufter Tribüne. Die Doppelgeschichte von Johanna Spyri und Heidi und die Kombination von Geschichte und Region überzeugten. Am 1. Dezember 2005 erhielten Marco Wyss und sein Team in Vaduz den «Beweger-Preis» für «Heidi Das Musical». Ende Dezember fiel der Entscheid zur Wiederaufnahme im Sommer Die Wirtschaft und die gesamte Region profitierten von «Heidi Das Musical», was eine Wertschöpfungsstudie im Auftrag des Tourismusverbandes Sarganserland-Walensee zeigte: Zahlen pro Spieljahr: Bruttowertschöpfung regional: Bruttowertschöpfung CH: Summe aller Umsätze: CHF 3 Mio. CHF 7 Mio. CHF 16 Mio. Zusätzliche Übernachtungen: Beschäftigungsvolumen regional: Beschäftigungsvolumen CH: Stellenprozente Stellenprozente 2006 Am 1. März 2006 startete erfolgreich der Vorverkauf für die Wiederaufnahme von «Heidi Das Musical». Am 27. Juli 2006 war Premiere; es folgten weitere 27 Aufführungen. Ende August hatten in den beiden Spielsaisons 2005 und 2006 rund Menschen das Erfolgsmusical in Walenstadt besucht Mit dem Entscheid, jährlich eine qualitativ hochstehende Grossproduktion zum Thema Heidi zu realisieren, stellte die veranstaltende TSW Event AG die Weichen für die Zukunft. Anknüpfend an das erste Heidi-Musical, wurde die spannende Geschichte von Johanna Spyri und ihrer Romanfigur weitererzählt. Welturaufführung des neuen Musicals «Heidi Das Musical, Teil 2» war am 26. Juli 2007 in Walenstadt. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 10

13 2008 Am 23. Juli 2008 fand die Premiere der Wiederaufnahme von «Heidi Das Musical, Teil 2» statt. In vier Spielsaisons hatten rund Besucherinnen und Besucher die Aufführungen gesehen. Nach insgesamt vier erfolgreichen Musicaljahren mit «Heidi Das Musical» hat der Verwaltungsrat der veranstaltenden TSW Musical AG entschieden, künftig in einen 2-Jahres- Aufführungrhythmus zu wechseln. Ergänzend wurde beschlossen, sich betreffend den künftigen Aufführungen thematisch zu öffnen und nebst «Heidi» auch weitere Schweizer Themen zu inszenieren Bereits im Dezember 2009 gab Marco Wyss im Sinne der erweiterten Ausrichtung die Musicalproduktion für den Musicalsommer 2010 bekannt: DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER von Mirco Vogelsang und Georgij Modestov wird in einer Neuinszenierung auf der Seebühne aufgeführt. Regie führt der Deutsche Holger Hauer, die musikalische Leitung übernimmt der Luzerner Andreas Felber, die Ausstattung verantwortet der Allgäuer Christoph Weyers und Choreografin ist Andrea Kingston aus Australien Im Januar nimmt das Produktionsbüro seine Arbeit auf, die Castings finden statt und der Kaminfegerverband bekennt sich im Verbandspatronat zur Unterstützung des Musicals. Der Vorverkauf startet am 1. März 2010 und Ende April werden die Schauspieler bekannt gegeben. Im Juni startet der Bau der Bühne und beginnen die Proben. Nach der Fotoprobe kurz vor der Premiere ist man bereit: Premiere ist am 22. Juli 2010 und es werden 24 weitere Aufführungen bis zum 21. August 2010 gespielt. 5.2 Verwaltungsrat Marco Wyss, Verwaltungsratspräsident, Projektinitiant und Projektleitung 2010 Heinz Knellwolf, selbständiger Unternehmensberater Balz Manhart, Gemeindepräsident Gemeinde Quarten 5.3 Patronatskomitee Um das Musical breit abzustützen, wurde ein Patronatskomitee mit Vertretern aus Politik, Tourismus und Wirtschaft gebildet. Mitglieder des Patronatskomitees sind: Vreni Spoerry, alt Ständerätin Emil und Niccel Steinberger, Kabarettist, Autorin Edi Engelberger, Nationalrat, Präsident Schweizerischer Gewerbeverband Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus Hans Werner Widrig, alt Nationalrat TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 11

14 5.4 Produktionsteam Marco Wyss, VR-Präsident, V Projektinitiant und Projektleitung 2010 Marco Wyss ist Projektinitiant der Walensee-Bühne. Im Jahr 2004 legte er mit seinen Mitbegründern und seinem Team den Grundstein zum Musicalstandort Walenstadt. Seither ist der Betriebsökonom und ehemalige Tourismusdirektor der Ferienregion Heidiland Verwaltungsrat der TSW Musical AG hat er das Verwaltungsratspräsidium übernommen. Seit 2009 ist Marco Wyss zusätzlich für die operative Gesamtleitung verantwortlich. Christian Gloor, Assistenz Projektleitung Christian Gloor besuchte nach einer Banklehre die Höhere Fachschule für Tourismus in Samedan. Er arbeitete nach seinem Abschluss bei Scuol Tourismus für den Bereich Medien/Kommunikation und wechselte danach als Geschäftsführer zu Tourismus Amden-Weesen. Im Rahmen der Reorganisation der Ferienregion Heidiland wurde er ins Produktmanagement berufen. Bei der TSW Musical AG ist er als Assistenz der Projektleitung für die gesamte Administration der Geschäftsstelle und weitere organisatorische Belange im Zusammenhang mit dem Gelände, dem Kreativteam und den Darstellern zuständig. Carmen Good, Leitung Verkauf Carmen Good absolvierte die Internationale Schule für Touristik in Zürich und war im Rahmen der Ausbildung als Praktikantin bei der Ferienregion Heidiland tätig. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie im Bereich Tourismusmarketing und war im zweiten Spieljahr 2006 von «Heidi Das Musical» als Produktionsassistentin tätig. Danach wechselte sie als Projektleiterin zu rbc Solutions AG und betreute verschiedene Kunden im Kampagnenmanagement. Bei der TSW Musical AG ist sie für den ganzen Bereich Verkauf und Ticketing zuständig und betreut damit auch das Gruppengeschäft. Regula Schneller, Medien/Kommunikation Regula Schneller schloss nach einem Intermezzo an der Universität Zürich die Höhere Fachschule für Tourismus in Samedan ab. Im Rahmen der Ausbildung absolvierte sie ein Praktikum bei der Ferienregion Heidiland, wo sie als Stellvertretung für die Stelle PR/Marketing befristet tätig war. Nach einem Jahr als Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit bei der Gesellschaft für Muskelkranke kehrte sie zurück zur Ferienregion Heidiland und übernahm die Stelle PR/Marketing, welche im Rahmen der Reorganisation zu TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 12

15 Medien/Kommunikation umstrukturiert wurde. Bei der TSW Musical AG ist sie für die Basiskommunikation zuständig und betreut Medienschaffende. Hanna Hug, Rechnungswesen Hanna Hug ist Buchhalterin mit eidg. Fachausweis. Von Anfang 2009 bis Anfang 2010 war sie für die gesamte Administration der TSW Musical AG zuständig. Seit dem Aufbau des Produktionsbüros ist sie für das Rechnungswesen zuständig und unterstützt das Team bei administrativen Aufgaben. Daneben hat sie ein Mandat als Verwaltungsrätin und ist Kassierin einer Korporation in der Region. Martin Hübscher, Technischer Leiter/Infrastruktur Martin Hübscher hat nach einer Tiefbauzeichnerlehre die Weiterbildung zum Bauingenieur HTL am Technikum Winterthur absolviert. Am ifb St. Gallen schloss er die Management-Ausbildung ab. Nachdem er einige Jahre als Bauführer im Strassenbau tätig war, wechselte er 1982 zur Nüssli (Schweiz) AG, wo er zunächst als Spartenleiter Tribünen, später im Aufbau und der Leitung Sparte Messebau und zuletzt als Leiter Produktion, Konstruktion und Entwicklung tätig war. Auch während seiner über 20-jährigen Geschäftsleitungstätigkeit übernahm Martin Hübscher immer wieder die Leitung für Projekte im In- und Ausland. Dazu gehörten u.a. Aufbauten für die Seebühne der Bregenzer Festspiele, verschiedene Pavillons für die Expos in Hannover (2000), in der Schweiz (2002) und Japan (2005), Messebauten auf internationalen Automobilausstellungen, temporäre Infrastrukturbauten für Firmenpräsentationen, Museen, Musik- und Theaterveranstaltungen. Bei der TSW Musical AG ist er als technischer Leiter für alle Belange im Bereich der Infrastruktur auf dem Gelände zuständig. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 13

16 6 Kreativteam 6.1 Regie 6.2 Ausstattung/Kostüme Holger Hauer Holger Hauer, geboren in Münster (Westfalen), ist seit über zwanzig Jahren als Schauspieler, Musicaldarsteller, Regisseur, Autor und Übersetzer an vielen deutschen Bühnen und beim Fernsehen erfolgreich tätig. Die ersten Jahre als reiner Musicaldarsteller unterwegs, war er in vielen grossen Rollen, wie z. B. Riff in «West Side Story», Conferencier in «Cabaret», Frank N Furter in «The Rocky Horror Show» oder Stelzfuß in «The Black Rider» an verschiedenen Stadt-, Staats- und Nationaltheatern zu sehen. Ausserdem überzeugte er im seriösen Sprechtheater mit Rollen wie Banco in «Macbeth» oder Innocence in «Yvonne, die Burgunderprinzessin». Auch in Fernsehserien wie «Ein Fall für zwei» oder auch im «Tatort» ist er immer wieder auf dem Bildschirm präsent. Mehrere Monate spielte er jeweils bei «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten», «Hinter Gittern» und «Sternenfänger». Die ZDF Serie «KDD Kriminaldauerdienst», in der Holger Hauer eine durchgehende Nebenrolle spielt, wurde 2007 mit dem deutschen Fernsehpreis und 2008 mit dem Grimmepreis ausgezeichnet. Seine Regiekarriere begann er am Staatstheater Saarbrücken, an dem er zwei Musicals, die er von Amerika nach Deutschland holte, übersetzte, und als deutsche Erstaufführung auf die Bühne brachte zeigte er sich für «Evita» an den renommierten Freilichtspielen Tecklenburg verantwortlich. Als Regisseur, insbesondere für die Sparte Musical, erntet Holger Hauer seitdem grosse Anerkennung, da er, selbst Darsteller, seine ganze Erfahrung, gepaart mit grossem Ideenreichtum und ebensolcher Professionalität, lustvoll in die Arbeit einbringt. Christoph Weyers: Ausstattung Der ausgebildete Theatermaler studierte Bühnen- und Kostümbild und arbeitete zuerst in verschiedenen Theater-, Filmund Fernsehproduktionen. Zu seinen Arbeiten im Oper- und Schauspielbereich machte er sich verstärkt einen Namen mit Musicalproduktionen wie als Associate Set Designer bei «Tanz der Vampire». Danach folgten «Cats», «Les Misérables» und «Mozart». Weyers entwickelte unter anderem das Bühnen- und Kostümbild für das Familienmusical «Emil und die Detektive» (Berlin & Hamburg), das Kostümdesign der Revue «Der Zauberer von Camelot» und das Bühnenbild für die Gala «Best of Musicals» und die Operette «Wie einst im Mai». Es folgten Musicalproduktionen wie «Paradise of Pain», «Woman of the Year», «Robin Hood» und «Jekyll & Hyde». 2008/09 war er verantwortlich für die Designs von «Evita», «Les Misérables» und TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 14

17 für die Gesamtausstattung der uraufgeführten Rockoper «ChristO» im Staatstheater am Gärtnerplatz in München, «Ich will Spass», «Der Mann, der Sherlock Holmes war», «Poe» und die Europa-Uraufführung des Gerswhin-Musicals «Pardon my English». Für die Stage Entertainment entwickelte Weyers das Set Design für «Buddy Die Buddy Holly Story», welche zurzeit in Essen im Colosseum-Theater gespielt wird. Seine letzten Arbeiten führten ihn 2010 nach Brünn (Brno für das Schauspiel «Die Vögel» von Aristhophanes und nach Bozen zu den Vereinigten Bühnen, wo er das Bühnenbild für «La Cage aux Folles» übernahm. Christoph Weyers wurde 2009 mit dem tschechischen Publikumspreis für das beste Bühnenbild ausgezeichnet. Armin Werner: Kostüme Armin Werner, in Süddeutschland geboren, lebt seit 20 Jahren in Berlin und absolvierte dort sein Diplomstudium an der Hochschule der Künste. Seit er sich 1993 als freischaffender Kostümdesigner selbständig machte, arbeitete er bei unzähligen nationalen und internationalen Foto-, Event-, Theater-, Film- und Fernsehproduktionen mit. Werner gestaltete zahlreiche Kostümbilder für Fernsehshows wie «Geh aufs Ganze» (kabel eins), internationale Filmproduktionen in Babelsberg wie z.b. «Half Past Dead» mit Stephan Segal oder «Aeon Flux» mit Charlize Theron. Als Costume Supervisor war er für Musicals wie «Cats» in Berlin, Düsseldorf und Madrid oder für Shows wie «Belle et Fou» in Berlin tätig. Seine Liste von Kostümentwürfen reicht von «Bezahlt wird nicht» (Dario Fo), «Die Rocky Horror Show» und «Die kleine Zauberflöte», «Les Misérables» und «Hexenzauber» bis hin zu Musicals wie «Emil und die Detektive», die «Welcome to Berlin»-Night zur Eröffnung der Leichtathletik- WM 2009 am Brandenburger Tor und zuletzt die Welturaufführung des Musicals «Edgar Allan Poe» von Eric Woolfson in Halle. 6.3 Choreografie Andrea Kingston Geboren 1982 in Australien. Nach ihrer Ballettausbildung bei Michael Birkmeyer an der Wiener Staatsoper tanzte sie 2001 und 2003 im Ballett Schindowski am Musiktheater im Revier unter der Leitung von Bernd Schindowski. Am Nationaltheater Mannheim und am Landestheater Linz spielte sie 2003/04 in «Crazy for You» die Rolle der Patsy und war ausserdem als Dance Captain tätig. Am Theater Osnabrück übernahm sie für die Wiederaufnahme dieses Stückes auch die choreografische Leitung und 2007 war sie Choreografie-Assistentin und Ensemblemitglied in «Marilyn, Das Musical» am Staatstheater am Gärtnerplatz, München, und am Schauspielhaus Hamburg. Des Weiteren war sie Tänzerin in «Faust» am Teatro Verdi, Triest, und an der Opéra de Lille. 2007/08 stand sie im Ensemble von «Im Weissen Rössl» TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 15

18 an der Staatsoper Hannover auf der Bühne und übernahm am Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen, in «Strike Up the Band» die Assistenz. Zuletzt wirkte sie 2008/09 in «Der Mann, der Sherlock Holmes war» an der Staatsoperette Dresden als Choreografie- Assistentin an der Seite von Melissa King mit, mit der sie bereits bei den vorherigen Produktionen zusammengearbeitet hatte. Bei den Bad Hersfelder Festspielen 2009 spielte sie die Rolle der Estella in der «West Side Story» und choreografierte Gershwins «Pardon my English» für die Staatsoperette Dresden. Aktuell ist sie als Regieassistentin bei Gayle Tufts Produktion «Everybody's Show Girl» tätig. 6.4 Musikalische Leitung Andreas Felber Geboren und aufgewachsen in Luzern, war er langjähriges Mitglied der Luzerner Singknaben und erhielt dort ersten Gesangsunterricht. Er studierte Dirigieren und Gesang an der Musikhochschule Luzern und schloss beide Ausbildungen mit Auszeichnung ab. Andreas Felber bildete sich bei verschiedenen Dirigenten in Meisterkursen und Workshops weiter, unter anderem bei Ton Koopman und Johannes Prinz. Ausserdem hat er an Meisterkursen für Gesang bei Margreet Honig, Mariëtte Nollen und Jakob Stämpfli teilgenommen. Er war als Gast am Luzerner Theater als Sänger und Dirigent beschäftigt. Andreas Felber ist Dirigent des Chores «molto cantabile» und des Kammerchores Luzern, mit denen er nationale und internationale Erfolge feiern konnte war er als Assistent des musikalischen Leiters für «Heidi - Das Musical, Teil 2» im Einsatz. Er betreibt eine rege Konzerttätigkeit sowohl als Sänger als auch als Dirigent. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 16

19 6.5 Autor und Komponist Mirco Vogelsang: Autor und Textbuch Studierte an den Universitäten Hannover und Hagen Literaturwissenschaften, Geschichte und Philosophie. Seit 1993 inszeniert er in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Italien und schreibt eigene Drehbücher, Bühnenstücke sowie Übersetzungen. Er war unter anderem am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, am Stadttheater St. Gallen, am Hessischen Staatstheater Darmstadt, an der Elisabethbühne in Salzburg und den Vereinigten Bühnen Bozen engagiert und inszenierte u.a. mit Stephen Sondheims Musical «Heirat mich ein bisschen» und Peter Turrinis «Alpenglühen» zwei erfolgreiche Schweizer Erstaufführungen. Für das Kulturprogramm von SF DRS und ORF entstanden filmische Projekte, u.a. der Konzertfilm «All that Strauss» des Vienna Art Orchestra sowie deutsche Bearbeitungen internationaler Musikfilme wie Yo Yo Mas «Inspired by Bach». Seine ersten Stückbearbeitungen im Kinderund Jugendtheaterbereich («Ronja Räubertochter», «Der kleine Muck», «Peter Pan») wurden unter seiner Regie an der Maerli- Biini Stans uraufgeführt. Am 59. Internationalen Filmfestival Locarno erhielt er den Förderpreis des Schweizer Autorenverbandes (SSA) für sein Kinofilmprojekt «Das Vermächtnis der Lazariter», in dem vier Schulkinder die Mythen- und Sagenwelt des Kantons Uri entdecken inszenierte er in Schaffhausen die Weltpremiere von «Die Schwarzen Brüder». Sein Film «Herbsterwachen», für den er auch das Drehbuch schrieb, feierte in Zürich im Mai 2007 Premiere und wurde auf verschiedenen Filmfestivals im In- und Ausland als bester Kurzfilm nominiert. Für die Vereinigten Bühnen Bozen (Italien) entwickelte und inszenierte er seine Stückfassung von Antoine de Saint-Exupérys «Der kleine Prinz», deren Uraufführung im Dezember 2009 erfolgte. Georgij Modestov: Komposition Hat in St. Petersburg die Capella und das Konservatorium absolviert und war anschliessend während zehn Jahren musikalischer Leiter an einer experimentellen musischen Schule in Minsk, wo er erste Musicals schrieb und sie für das weissrussische Fernsehen inszenierte. Seit 1999 lebt er in Luzern und komponiert Musik für szenische Kontexte: Film («Herbsterwachen»), Theater, Musical. «Die Schwarzen Brüder» war nach «Nebel des Dürsten», «S Gheimnis vo de Cheschte» und «Rat n Roll» sein viertes Musical in deutscher Sprache. Daneben ist ein Zyklus geistlicher Werke entstanden. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 17

20 7 Darsteller 7.1 Hauptrollen Bernhard Viktorin als Giorgio Bernhard Viktorin wurde 1983 in Wien geboren und schloss 2007 sein Musicalstudium am Konservatorium Wien in der Abteilung musikalisches Unterhaltungstheater ab. Im Frühjahr 2005 gewann er den Fidelio-Preis der Hugo-Breitner-Gesellschaft zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler, und im Sommer führte ihn eine Rolle bei «Heidi Das Musical» erstmals in die Schweiz. Nach diversen Engagements (Musicals und Operetten) auf verschiedenen Bühnen in Österreich kehrte er 2006 und 2007 erneut nach Walenstadt zu «Heidi Das Musical» und «Heidi - Das Musical Teil 2» zurück. Danach spielte er die Rolle des «Judas» in «Jesus Christ Superstar», A-Rab in «West Side Story» (Thuner Seespiele), die Titelfigur Robin in «Robin Hood» (Österreich-Tournee) und Charlie in «Sugar Manche mögen s heiss» in den Wiener Kammerspielen. Diverse Engagements als Sänger führten ihn bis nach Kanada war er einer der 10 Finalisten in der ORF Casting-Show «Musical Die Show». Seinen Bekanntheitsgrad konnte er durch die täglich im ORF gesendete Show «Freddys Freunde» noch erhöhen. Seit April feiert er große Erfolge als Wiesel im neuen Musical «Go West» im Wiener Metropol Theater. Diesen Sommer kehrt er als Giorgio auf die Walensee-Bühne zurück. Janko Danailow als Alfredo Janko Danailow wurde 1981 in Halle/Saale geboren. Aufgrund seiner musikalischen Familie begann er schon mit vier Jahren Klavierunterricht zu nehmen. Nach einer zweijährigen Gesangsausbildung am Konservatorium «Georg Friedrich Händel» in Halle/Saale zog es ihn 2000 zum Studieren an die Universität der Künste nach Berlin, wo er 2004 mit Diplom im Studiengang Musical/Show seinen Abschluss machte. Seitdem war er in zahlreichen Hauptrollen an Theatern wie dem Friedrichstadtpalast Berlin, dem Stadttheater Koblenz, dem Gripstheater Berlin, den Gebrüder-Grimm-Märchenfestspielen Hanau, dem St.-Pauli-Theater Hamburg, der Neuköllner Oper Berlin, dem Rathaustheater Essen und dem Wintergarten Varieté Berlin zu sehen. Zudem war er schon auf verschiedenen Tourneen unterwegs. Im Fernsehen gab er sein Debüt in der Pro Sieben-Produktion «Eine unter Tausend» gewann Danailow den Preis der «Franz Grothe Stiftung» beim Bundesgesangswettbewerb in der Kategorie Musical/Chanson/Song produzierte er seine eigene Show «Augenblicke The Passion of Varieté and Entertainment» (www.augenblicke-entertainment.de). Zuletzt sah man ihn als Kay in «Die Schneekönigin» am Friedrichstadtpalast in Berlin. Ab dem 10. April übernimmt er die Rolle des A-Rab in «West Side Story» am Opernhaus Magdeburg. Für DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER kommt er erstmals in die Schweiz. TSW Muiscal, Postfach 126, 8880 Walenstadt DAS MUSICAL DIE SCHWARZEN BRÜDER 18

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