Natur. Leben. Kultur.

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1 Natur. Leben. Kultur.

2 Die Stiftung. Ihre Gremien. Ihre Ziele. Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft ist eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Münster. Sie wurde im November 2005 vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband gegründet, um gemeinsam mit Naturschutz und Landwirtschaft neue Wege zur Bewahrung und Entwicklung der Kulturlandschaft in Westfalen-Lippe zu gehen. Dabei arbeitet die Stiftung eng mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zusammen. Die intensive Zusammenarbeit der Stiftung mit der Landwirtschaft, dem Naturschutz und allen beteiligten Behörden ist ein wesentliches Merkmal ihrer Arbeit, das sich auch in der Gremienzusammensetzung widerspiegelt. Entsprechend sind in den Gremien der Stiftung Vertreter der Landwirtschaft, der Naturschutzverbände, der unteren und höheren Landschaftsbehörden, der LANUV, der Fachhochschulen und Universitäten, der Industrie sowie des Städte- und Gemeindebundes repräsentiert. Gründungsvorstand Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch- Lippischen Landwirtschaftsverbandes Ludwig Hanebrink, Direktor der Landwirtschaftskammer NRW Prof. Dr. agr. Hans-Ulrich Hensche, Gründungsdekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft, Fachhochschule Südwestfalen Die vielfältige Kulturlandschaft Westfalens ist durch die jahrhundertelange land- und forstwirtschaftliche Nutzung geprägt worden. Zweck der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft ist es, die nachhaltige Nutzungsfähigkeit, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit dieser Landschaft als Lebensraum für ihre charakteristische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und zu fördern. Entsprechend dieser Zielsetzung versteht sich die Stiftung als Partner für neue Wege im Naturschutz.

3 Die Stiftung. Ihre Aufgaben. Zur Verwirklichung ihrer Ziele leistet die Stiftung folgende Aufgaben: Planung, Finanzierung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenarten, zur Erhaltung und Pflege wertvoller Lebensräume sowie zum Erhalt des bäuerlich geprägten Landschaftsbildes, treuhänderische Verwaltung von Naturschutzflächen, Beratung bei naturschutzfachlichen Fragen, Unterstützung von Forschungsvorhaben und Erstellung von Gutachten, Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Stiftungszweckes. Der Arbeitsschwerpunkt der Stiftung liegt in der nachhaltigen Umsetzung von landschaftspflegerischen Maßnahmen zum Zwecke von Ausgleich und Ersatz bei Eingriffen in Natur und Landschaft. Daneben ist die langfristige Betreuung der Ausgleichsflächen in Kooperation mit Landwirtschaft und Naturschutz von besonderer Bedeutung.

4 Westfalen-Lippe. Unser Land. Unsere Kultur. Münsterland Ostwestfalen- Lippe Die heutige vielgestaltige Landschaft Westfalens ist im Verlauf von Jahrmillionen durch das Zusammenwirken von geologischen Prozessen, dem Klima, Tieren und Pflanzen und letztendlich durch das Wirken des Menschen entstanden. Ohne den Einfluss des Menschen wäre Westfalen in weiten Teilen von Wäldern bedeckt. Erst durch die bäuerliche Nutzung der Landschaft sind neue Lebensräume wie Wiesen, Felder, Wegraine und Hecken entstanden. So haben sich aus der ursprünglichen Naturlandschaft unsere heutigen Kulturlandschaften mit ihren charakteristischen Eigenarten entwickelt. Das Wesen der Kulturlandschaft ist ihr Wandel. Im Laufe der Zeit hat sich die Kulturlandschaft in Abhängigkeit von den gerade vorherrschenden Verhältnissen und Vorstellungen der Menschen weiterentwickelt und gewandelt. Auch die heutige Kulturlandschaft ist weder statisch noch ein Endprodukt. Doch in den letzten Jahrzehnten haben Umfang und Schnelligkeit des Landschaftswandels ein bisher unbekanntes Ausmaß angenommen. Die bäuerlich geprägte Kulturlandschaft mit ihrem Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen erfüllt vielfältige Funktionen für Mensch und Natur. So besitzt sie nicht nur eine große Bedeutung als Lebensraum für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern ist auch Grundlage für die Land- und Forstwirtschaft sowie für den Klima- und Ressourcenschutz. Zudem stellt sie für die Menschen in Westfalen-Lippe einen Ort der Erholung, ihr kulturelles Erbe und nicht zuletzt ihre Heimat dar. Ziel der Stiftung ist es, diese vielgestaltigen Kulturlandschaften in Westfalen-Lippe zu fördern, zu pflegen und dauerhaft zu erhalten. Ruhrgebiet Sauer- und Siegerland Münsterland Lipperland

5 Westfalen-Lippe. Unsere Tiere. Unsere Pflanzen. Steinkauz, Blutströpfchen, Konrade und Kornblume, Feldhase und Rebhuhn sind typische Bewohner unserer Kulturlandschaft. Die über Jahrtausende gewachsene Kulturlandschaft bietet vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Viele besonders schutzwürdige Arten und Lebensgemeinschaften der Agrarlandschaft besiedelten einst die Steppen und Savannen und wurden erst durch die bäuerliche Tätigkeit in unserer Kulturlandschaft heimisch. Sie haben sich im Laufe der Zeit eng an die spezifischen Formen der landwirtschaftlichen Nutzung angepasst und sind auf die Fortführung dieser Nutzung angewiesen. Typische Bewohner der Feldflur sind das Rebhuhn und der Feldhase. Sie benötigen eine vielfältige Landschaft, in der sie einerseits die offene Feldflur, aber auch Feldraine und Hecken als Rückzugsmöglichkeit finden. Charakteristische, aber selten gewordene Ackerwildkräuter wie Kornblume und Kornrade tragen nicht nur zur Artenvielfalt in der Feldflur bei, sondern bereichern mit ihrer farbenfrohen Pracht das Bild unserer Kulturlandschaft. In den blütenreichen Saumbiotopen an Wegen und Äckern finden Heuschrecken, Käfer und Schmetterlinge wie das Blutströpfchen ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Offene, grünlandreiche Landschaften mit alten höhlenreichen Obstbäumen und Kopfweiden werden vom Steinkauz bewohnt. Die meisten Tiere und Pflanzen der Feldflur sind auf eine strukturreiche, vielfältige Kulturlandschaft angewiesen. Doch die Rahmenbedingungen der heutigen Landwirtschaft lassen den Landwirten häufig kaum Raum, die vielfältigen landwirtschaftlichen Nutzungsformen und Strukturen aufrecht zu erhalten. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, werden auf großen Ackerschlägen nur noch einige wenige Arten von Feldfrüchten angebaut. Zur Steigerung des Ertrages werden Düngeund Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Im Gegensatz dazu wird oftmals vor allem im Mittelgebirge auf wenig ertragreichen Standorten die landwirtschaftliche Nutzung völlig eingestellt. Dies hat zur Folge, dass in den letzten Jahrzehnten viele Lebensräume verloren gingen und sich die Lebensbedingungen für die meisten Tiere und Pflanzen der Agrarlandschaft verschlechtert haben. Voraussetzung für den Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume und Arten der Agrarlandschaft ist ein partnerschaftliches Handeln von Naturschutz und Landwirtschaft.

6 Naturschutz. Nutzung. Die Lebensräume vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in unserer Kulturlandschaft sind durch die landwirtschaftliche Nutzung entstanden. Für ihren Erhalt ist eine regelmäßige Bewirtschaftung oder Pflege unabdingbar: Naturschutz durch Nutzung. Dies besagt bereits das Wort Kultur, das aus dem lateinischen cultura stammt und sowohl mit Landbau als auch Pflege übersetzt werden kann. Heute ist Kulturlandschaftspflege jedoch nicht mehr selbstverständliches Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Nutzung. Erhaltung und Pflege von Natur und Landschaft erfordern von der Landwirtschaft zunehmend Sonderleistungen, die honoriert werden müssen. Naturschutz in der Agrarlandschaft kann langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn der Schutz der Arten und Lebensgemeinschaften mit einer wirtschaftlich erfolgreichen landwirtschaftlichen Produktion verbunden wird. Die Bewirtschaftung ist ein entscheidender Garant für die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft. Weite Bereiche der westfälischen Landschaft werden landwirtschaftlich genutzt. Der Ansatz Naturschutz durch Nutzung umfasst deshalb die gesamte Agrarlandschaft und ist nicht auf einige wenige Schutzgebiete reduziert.

7 Ausgleich für Natur und Landschaft. Kooperation. Perspektiven. Jeden Tag wird in Westfalen-Lippe ein neues Stück Kulturlandschaft vor allem durch Siedlungs- und Straßenbau derart in Anspruch genommen, dass Lebensräume von Pflanzen und Tieren verändert, zum Teil sogar zerstört werden. Folgen dieses Flächenverbrauchs sind nicht nur der Verlust von Lebensräumen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch der Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Fläche. Um den Schaden dieser Eingriffe zu minimieren, sieht das Landschaftsgesetz NRW Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Natur und Landschaft vor. Für diese werden häufig weitere landwirtschaftliche Produktionsflächen aus der Nutzung genommen. Bei größeren Projekten ist dadurch der Konflikt mit der Landwirtschaft scheinbar unvermeidlich. Als Beitrag zu einer besseren Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft und damit auch zur einer effektiveren Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geht die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft neue Wege. Sie bringt sich aktiv bei Planung, Flächensuche, Maßnahmenumsetzung sowie bei der dauerhaften Pflege bzw. Sicherung der Kompensationsmaßnahmen ein. Dabei verfolgt die Stiftung den Ansatz Naturschutz durch Nutzung. Als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft werden mit den Landwirten vorrangig solche Maßnahmen umgesetzt, die gut in die Produktion bzw. in die betrieblichen Abläufe der Landwirte integriert werden können. Solche produktionsintegrierten Maßnahmen gewährleisten auf der einen Seite eine hohe naturschutzfachliche Qualität und minimieren auf der anderen Seite die Beeinträchtigung der Landwirtschaft, da die Flächen weiterhin im Sinne einer schonenden Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzt werden können. Langfristig kann durch die Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gemeinsam mit der Landwirtschaft auch in Zeiten knapper Finanzmittel die dauerhafte Pflege und damit auch der Erhalt ökologisch wertvoller Lebensräume in der Agrarlandschaft sicher gestellt werden.

8 Die Stiftung. Unterstützen. Mitwirken. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und damit auch den Erhalt und die Entwicklung der Kulturlandschaft in Westfalen-Lippe zu unterstützen. So können Sie durch eine Zustiftung zum Stiftungskapital oder eine Spende einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Stiftungsziele leisten. Jeder noch so kleine Betrag kann helfen, die Ziele der Stiftung voranzubringen. Zuwendungen sind im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen steuerlich absetzbar. Auch als Kommune, Wirtschaftsunternehmen oder sonstige Vorhabensträger können Sie unsere Arbeit unterstützen, indem Sie mit uns gemeinsam neue Wege zur Umsetzung Ihrer Ausgleichsverpflichtung gehen. Haben Sie Fragen zur Arbeit der Stiftung oder zu Zustiftungen und Spenden? Rufen Sie uns an. Wir informieren Sie gerne über die verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Unterstützung sowie deren steuerrechtliche Aspekte.

9 K0ntakt. Geschäftsstelle: Schorlemerstraße Münster Fon / Fax / Konzeption und Design: Buttgereit und Heidenreich GmbH Haltern am See, Bildnachweis: Luftbild: Hans Blossey, Luftbildfotografie, Hamm Münsterland: Reinhard Pellinghaus, Warendorf Lipperland: Martina Berg, Tier- und Pflanzenfotos: Bernd Stemmer, Soest Mutterkuhhaltung: Bettina Gräf, Lichtenfels Wiese: Biologische Station Kreis Recklinghausen e. V.

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