Lexikon Gesundheitsmanagement

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1 NWB Studium Betriebswirtschaft Lexikon Gesundheitsmanagement Bearbeitet von Prof. Dr. Heiko Burchert 1. Auflage Buch. XVII, 290 S. ISBN Gewicht: 520 g Weitere Fachgebiete > Medizin > Human-Medizin, Gesundheitswesen > Public Health, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik Zu Inhaltsverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte.

2 Q QALY Q QALY Qualitåtskorrigierte Lebensjahre (Quality adjusted Life Years) sind eine wichtige Kennzahl bei der " gesundheitsçkonomischen Evaluation zur kombinierten Bewertung menschlichen Lebens in quantitativer (Lebenserwartung) und qualitativer (" Lebensqualitåt) Hinsicht. Leitgedanke ist hierbei, dass gesund verbrachte Lebensjahre får einen " Patienten nicht den gleichen Wert haben, wie Lebenszeit mit schlechter " Gesundheit. Ein QALY von 1 bedeutet ein Jahr in voller Gesundheit, wåhrend ein QALY von 0 mit dem " Tod korrespondiert. Die Bewertung der Lebensqualitåt erfolgt hier auf der Grundlage individueller Pråferenzen und basiert konzeptionell auf der Erwartungsnutzentheorie. QALY bilden ein eindimensionales Outcome-Maß får den Nutzwert eines Lebensjahres. Die Methode ist krankheitsåbergreifend und damit bei jeder gesundheitsrelevanten Intervention einsetzbar. Wenn es durch eine Behandlung mçglich ist, die Lebenszeit eines Patienten zu verlångern oder die Lebensqualitåt zu verbessern, so låsst sich die in gewonnenen QALYs ausdråcken. Der Effekt der Behandlung als Differenz zwischen Anfangszustand und Wert danach wird in " Kosten- Nutzwert-Analysen den " Kosten gegenåbergestellt. QALY fundierte Ergebnisse von Kosten- Nutzwert-Analysen lassen sich in einer Liste zusammenfassen, die danach geordnet ist, wie relativ preiswert die Generierung eines QALYs ist. Zur Quantifizierung der Lebensqualitåt werden verschiedene Instrumente eingesetzt. Dazu gehçren neben der Standard-Gamble-Methode und der Time-Trade-Off-Methode auch Indexinstrumente wie z. B. der " EuroQol. Die theoretische Basis des QALY-Konzepts ist nicht unumstritten. Zahlreiche empirische Studien haben gezeigt, dass etwa die Annahme eines konstanten Zusammenhangs zwischen den Restlebensjahren und der Verbesserung der Lebensqualitåt nicht haltbar ist. Als Alternativen zum QALY-Konzept wurden die Ansåtze Years of Healthy Life (YHL) und Health-adjusted Life Years (HALY) entwickelt. Konzeptionell unterscheiden sie sich nur gering vom QALY-Ansatz, werden jedoch eher selten eingesetzt. Das Konzept der Disability-adjusted Life Years (DALY) bezieht sich auf spezifische Erkrankungen und nicht wie die QUALYs auf Gesundheits- oder Lebensqualitåtszustånde. Das Konzept der Healthy-years Equivalents (HYEs) gilt als theoretisch Åberlegen. Breyer, F./Zweifel, P./Kifmann, M.: GesundheitsÇkonomik. 5. Auflage. Berlin, Heidelberg SchÇffski, O./Greiner, W.: Das QALY-Konzept als prominentester Vertreter der Kosten-Nutzwert- Analyse, in: SchÇffski, O./Graf v. d. Schulenburg, J. M. (Hrsg.): GesundheitsÇkonomische Evaluationen. 3. Auflage. Berlin, Heidelberg S PAUL MARSCHALL Qualifikationsbezogenes Zusatzvolumen " VergÅtung vertragsårztlicher Leistungen 220

3 Qualitåt Q Qualitåt Der Begriff Qualitåt ist schillernd und wird in vielen Kontexten verwendet. Es gibt mehrere Definitionen von Qualitåt. So findet sich im Lexikon Etymologie der deutschen Sprache die folgende Beschreibung von Qualitåt: Beschaffenheit; GÅte, Wert; Klangfarbe (eines Vokals). Der Begriff wurde im 16. Jh. aus Lateinischen qualitas Beschaffenheit, Verhåltnis, Eigenschaft entlehnt, das vom lateinischen Qualis wie beschaffen abgeleitet ist. Der Gebrauch von Qualitåt ist zum Teil vom franzçsischen Qualit beeinflusst worden. Dazu existiert das Adjektiv qualitativ der Beschaffenheit, dem Wert nach (Duden 1989). Folglich wird Qualitåt traditionell als die Eigenschaften von SachgÅtern oder Dienstleistungen beschreibend verstanden. Die DIN vom Mai 1987 råckte die Erfordernisse der Kunden in den Vordergrund. Hier wird Qualitåt beschrieben als die Beschaffenheit einer Einheit bezåglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfållen. Nicht såmtliche Eigenschaften von SachgÅtern oder Dienstleistungen sind får die Qualitåtsbeurteilung bedeutsam, sondern nur die får die beabsichtigte Verwendung relevanten Eigenschaften. Dagegen erstreckt sich der Qualitåtsbegriff im Rahmen von Total-Quality-Konzepten, wie dem " Total-Quality-Management als umfassende Variante des " Qualitåtsmanagements, auf das gesamte Unternehmen. Die DIN EN ISO 9000:2005 definiert Qualitåt knapp als Grad, in dem ein Satz inhårenter Merkmale Anforderungen erfållt ; wobei ein inhårentes Merkmal definiert ist als Qualitåtsmerkmal, ein Merkmal als eine kennzeichnende Eigenschaft. Hiervon abgeleitet versuchen Kamiske/Brauer (2006) Qualitåt verståndlicher zu formulieren als: Grad, in dem Qualitåtsmerkmale eines Produktes (Anmerkung des Autors: genauer Sachgut) oder einer Dienstleistung Anforderungen erfållen. Folglich treten neben den Kundenanforderungen auch die Anforderungen von Mitarbeitern, Kapitalgebern und der Úffentlichkeit (rechtliche Anforderungen), an deren ErfÅllung sich die umfassende Qualitåt eines Unternehmens ( Total Quality ) orientiert. Die Qualitåt gibt damit an, inwieweit ein Sachgut oder eine Dienstleistung den bestehenden Anforderungen entspricht und fokussiert nicht ausschließlich auf den Endnutzer. Bezogen auf die Qualitåt der " Gesundheitsversorgung finden sich in der Literatur ebenfalls zahlreiche Definitionen. Deren jeweilige Akzentuierung spiegelt, vor dem Hintergrund wachsenden Medizinfortschrittes und Çkonomischer Zwånge, das BemÅhen um eine konsensfåhige Definition von Qualitåt wider. AufgefÅhrt werden soll hier eine Definition von Donabedian, der bereits vor rund 50 Jahren Qualitåt als Grad ( extent ) der Konformitåt definiert, die zwischen der Dienstleistung ( actual care ) und den Anforderungen ( preset criteria for good care ) besteht. Seine Definition von Qualitåt der Gesundheitsversorgung lautet: Quality of care is the extent to which actual care is in conformity with preset criteria for good care. Damit entspricht diese Definition hinsichtlich ihrer Aktualitåt der " DIN EN ISO 9000:2005. DIN Deutsches Institut får Normung e.v.: DIN EN ISO 9000: Qualitåtsmanagementsysteme Grundlagen und Begriffe. Berlin Donabedian, A.: Explorations in Quality Assessment and Monitoring. Vol , Ann Arbor 1980, 1982, GMS (Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) (Hrsg.): Begriffe und Konzepte des Qualitåtsmanagements. 3. Auflage 2007, unter: Kamiske, G. F./Brauer, 221

4 Q Qualitåtsbeauftragter J.-P.: Qualitåtsmanagement von A bis Z: Erlåuterungen moderner Begriffe des Qualitåtsmanagements. 5. Auflage. MÅnchen Qualitåtsbeauftragter Zu dem Aufgabengebiet eines Qualitåts(management)beauftragten kann die EinfÅhrung, Umsetzung und Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen " Qualitåtsmanagements gehçren. In diesem Zusammenhang sind sie als Beauftragte der Leitung der Organisation får die Sicherstellung und ÛberprÅfung der im Unternehmen angewandten Verfahren zur Qualitåtssicherung zuståndig. Als Beispiele kçnnen in diesem Zusammenhang folgende Teilaufgaben genannt werden: - regelmåßige Analyse des Qualitåtsniveaus der Leistungen der Organisation, - Planung, Initiierung, Koordination und Evaluation von Maßnahmen zur Qualitåtsentwicklung (z. B. interne Audits), - Planung, Initiierung, Koordination und Evaluation von internen Qualitåtsmanagement-Projekten (z. B. Qualitåtszirkel), - Entwicklung und ÛberprÅfung von Instrumenten im Rahmen des Qualitåtsmanagements, - interne und externe Kommunikation får den Bereich Qualitåtsmanagement, - beratende und unterståtzende Funktion in qualitåtsrelevanten Fragen in der Organisation, - Teilnahme an externen ÛberprÅfungen und Audits (z. B. Heimaufsicht " MDK), - Sammlung, Erfassung und systematische Auswertung von Informationen im Rahmen des Qualitåtscontrollings sowie - regelmåßige Berichterstattung an die Leitung der Organisation zum Entwicklungsstand des Qualitåtsmanagements. BÇlicke, C.: Standards in der Pflege: entwickeln einfåhren ÅberprÅfen. MÅnchen FrÇse, S.: Was Qualitåtsbeauftragte in der Pflege wissen måssen. Hannover Qualitåtshandbuch Das Qualitåtshandbuch ist ein Dokument, in dem das Qualitåtsmanagementsystem einer Organisation dargestellt wird. In der " DIN EN ISO 9000:2005, Nr wird das Qualitåtsmanagement-Handbuch als Dokument (3.7.2), in dem das Qualitåtsmanagementsystem (3.2.3) einer Organisation (3.3.1) festgelegt ist, beschrieben. FÅr jedes " Qualitåtsmanagement bedarf es einer exakten Dokumentation, welche alle Elemente des Verfahrens sowie die Anforderungen 222

5 Qualitåtsmanagement Q und Bestimmungen beinhaltet. Die Regelungen sollten in einem Qualitåtshandbuch allen Beteiligten zugånglich sein. Der Inhalt des Qualitåtshandbuches sollte nach Jaster (1997) Aufschluss geben Åber: - die Qualitåtspolitik der betreffenden Organisation, - die Darlegung der Qualitåtsziele, - eine Beschreibung des Qualitåtsmanagementsystems, - die Verfahrensweisen får das Qualitåtsmanagement, - die Qualitåtskriterien, - einen Plan zur Qualitåtssicherung mit einem zeitlichen Ablauf des Verfahrens. QualitåtshandbÅcher måssen hinsichtlich Detaillierung und Format an die GrÇße und Komplexitåt einer einzelnen Organisation angepasst sein. MusterhandbÅcher kçnnen dazu beitragen, die Erarbeitung eines organisationsspezifischen Handbuches zu erleichtern. Einen Leitfaden får die Erstellung eines QM-Handbuches stellt die DIN EN ISO 10013:1996 bereit. DIN Deutsches Institut får Normung e.v.: DIN EN ISO 9000: Qualitåtsmanagementsysteme Grundlagen und Begriffe. Berlin Jaster, H. J.: Qualitåtssicherung im Gesundheitswesen. Stuttgart Wagemannn, B.: QualitåtshandbÅcher nach DIN ISO 9001 får ambulante Pflegedienste. Hannover LINK-TIPP: Qualitåtsmanagement Qualitåtsmanagement wird in der " DIN EN ISO 9000:2005, Nr beschrieben als Aufeinander abgestimmte Tåtigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bezåglich Qualitåt. Unter dem Begriff Qualitåtsmanagement werden folglich alle Maßnahmen innerhalb eines Betriebes zusammengefasst, die darauf abzielen, die " Qualitåt der produzierten SachgÅter oder Dienstleistung zu steuern. Wie die Definition deutlich macht, ist Qualitåtsmanagement der Oberbegriff får alle qualitåtsbezogenen Tåtigkeiten. Das Qualitåtsmanagement selbst umfasst eine Kaskade unterschiedlicher Funktionen (Sens 2001): Es beinhaltet zunåchst einmal das Festlegen der Qualitåtspolitik (z. B. als Vision oder Leitbild) und der Qualitåtsziele (als quantifizierte, konkrete bezåglich der Qualitåt angestrebte Ergebnisse), die im Rahmen einer Qualitåtsplanung aufgestellt werden. Der Grad der Zielerreichung wird mittels der Qualitåtslenkung beobachtet und gesteuert. Dabei handelt es sich im betriebswirtschaftlichen Sinn um ein Control- 223

6 Q Quartalsabrechnung ling, bei dem Abweichungen in Bezug auf die Zielerreichung ermittelt und ggf. rechtzeitig gegengesteuert wird. Die Summe der qualitåtsorientierten Tåtigkeiten, einschließlich der Ergebnisse, kann im Rahmen der Qualitåtssicherung nach innen und außen dargelegt werden, um Vertrauen in die Leistungsfåhigkeit einer Institution zu schaffen, die durch Qualitåtsverbesserung beståndig erhçht wird. Um diese Aktivitåten im Unternehmen umzusetzen, wird im Allgemeinen ein Qualitåtsmanagementsystem zum Leiten und Lenken einer Organisation bezåglich der Qualitåt mit entsprechenden Strukturen und Ressourcen etabliert (z. B. nach DIN EN ISO 9000 f.). Der Nachweis, dass ein Qualitåtsmanagementsystem eingefåhrt ist und bestimmten Anforderungen entspricht, kann im Rahmen einer " Zertifizierung erbracht werden (GMS 2007). In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass Qualitåtsmanagement imverantwortungsbereich aller AusfÅhrungsebenen liegt, jedoch der obersten Leitung eine besondere Verantwortung zukommt. Qualitåtsmanagement umfasst alle Aspekte im Rahmen der UnternehmensfÅhrung, die mit der von der obersten Leitungsebene formulierten, grundlegenden Einstellung sowie den Absichten, Zielsetzungen und Maßnahmen in Bezug auf die Erreichung und Verbesserung von Qualitåt im Zusammenhang stehen. Dabei sind vielfåltige EinflussmÇglichkeiten zu beråcksichtigen, insbesondere Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der Gesetzgebung, der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und der Umwelt. Hinzu kommen die WÅnsche und Anforderungen der Kunden (FÅermann/Dammasch 2002). Die Unternehmensleitung trågt eine nicht delegierbare Verantwortung får das Qualitåtsmanagement und muss daråber hinaus auch aktiv får die konsequente Umsetzung auf allen Hierarchieebenen sorgen (Kamiske/Brauer 2006). DIN Deutsches Institut får Normung e.v.: DIN EN ISO 9000: Qualitåtsmanagementsysteme Grundlagen und Begriffe. Berlin FÅermann, T./Dammasch, C.: Prozessmanagement. Anleitung zur Steigerung der WertschÇpfung. 2. Auflage. MÅnchen GMS (Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) (Hrsg.): Begriffe und Konzepte des Qualitåtsmanagements, 3. Auflage 2007, unter: Kamiske, G. F./Brauer, J.-P.: Qualitåtsmanagement von A bis Z: Erlåuterungen moderner Begriffe des Qualitåtsmanagements. 5. Auflage. MÅnchen Quartalsabrechnung " VergÅtung vertragsårztlicher Leistungen 224

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