Als Koch schüttle ich mit jeder Zutat ein Menü aus dem Ärmel.

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1 28 Als Koch schüttle ich mit jeder Zutat ein Menü aus dem Ärmel.

2 29 Berufswahl Vom Traumjob zum Berufsalltag Die Berufswahl ist für die meisten Jugendlichen die erste grosse Entscheidung ihres Lebens. Für einige bedeutet sie auch: Abschied nehmen vom Traumberuf. Text Stefan Michel Fotos Christine Bärlocher Sarahs Traumberuf ist Meeresbiologin. Die 14-Jährige mag das Meer, ist fasziniert von Tieren und Pflanzen unter Wasser. «Aber ich werde es nie schaffen, Meeresbiologin zu werden», sagt sie ohne sichtbares Bedauern. Für die Sek-B-Schülerin ist ein Biologiestudium so weit entfernt wie der Ozean von Volketswil (ZH), wo sie zur Schule geht. Stattdessen interessiert sich Sarah für eine kaufmännische Lehre, die Ausbildung zur Dentalassistentin oder zur Technischen Zeichnerin. Noch hat sie keine Bewerbung geschrieben, aber Berufswahl und Lehrstellensuche werden sie in den nächsten Monaten beschäftigen. So geht es einem Grossteil der Schweizer Jugendlichen in der 2. Oberstufenklasse. In etwas mehr als einem Jahr werden sie ihre obligatorische Schulzeit beendet haben, bereits mindestens ein halbes Jahr vorher werden die Lehrverträge unterschrieben oder fällt die Entscheidung für eine weiterführende Schule. Jahr für Jahr beenden rund Jugendliche das 9. Schuljahr und verteilen sich auf die verschiedenen Bildungsangebote. Gemäss dem Lehrstellenbarometer des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) beginnt etwa die Hälfte von ihnen eine Lehre. Ein Viertel wählt eine Übergangslösung (zum Beispiel einen Sprachauftenthalt, ein Sozialjahr). Ein Zehntel wählt das 10. Schuljahr, ein Praktikum oder eine andere Form der Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Ein weiteres Zehntel wechselt in eine weiterbildende Schule wie das Gym nasium. Zwischen fünf und zehn Prozent finden keine Lösung und bleiben vorerst ohne weitere Ausbildung.

3 Berufswahl «Ich will nicht das 10. Schuljahr machen, ich will unbedingt nach der 3. Sek eine Lehre anfangen», sagt Sarah bestimmt. Es wartet viel auf sie: Sie muss sich ihrer Interessen, Stärken und Schwächen bewusst werden, die Berufswelt kennenlernen, Schnupperlehren absolvieren, sich mit ihrer Eignung für verschiedene Berufe auseinandersetzen. Dann gilt es, sich für eine Richtung zu entscheiden und sich zu bewerben. «Nicht alle sind reif dafür» Eine Reihe von Fragen prasselt auf die Jugendlichen ein Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind: Was will ich? Worin bin ich gut? Zu welchen Kompromissen bin ich bereit? Die Berufswahl fällt mit den ersten Schritten des Erwachsenwerdens zusammen. «Sie werden quasi in die Berufswahl hineingeschubst, und nicht alle sind gleich reif dafür», sagt Anita Glenck, Berufs- und Laufbahnberaterin am Institut für Angewandte Psychologie (IAP) in Zürich. Die Uhr tickt. Nach den Sommerferien werden die ersten Lehrverträge abgeschlossen, und wer im März des nächsten Jahres noch keine Lehrstelle hat, wird sich wohl fürs Erste nach einer anderen Lösung umsehen müssen. Glenck betont: «Nicht für alle, aber für einige bedeutet das Stress. Die vielen Fragen, das grosse Angebot, die Auseinandersetzung mit sich selber, das kann verun- Berufsporträt WIR MACHEN KARRIERE AUF DEM BAU INFORMATIONEN FÜR ELTERN, SCHÜLER UND LEHRPERSONEN AUF BAUBERUFE.CH bauberufe.ch

4 sichern. Zusätzlichen Druck können die Eltern mit ihren Erwartungen und Wertvorstellungen ausüben.» Berufsberaterin Monika Bärtsch vom Berufsinformationszentrum (biz) Uster besucht regelmässig Sarahs Schule. Auch sie weiss, wie unterschiedlich die Jugendlichen auf die Berufswahl reagieren: «Für viele ist es sehr spannend, etwas ganz anderes als die Schule. Manche merken auch, dass in der Berufswahl noch andere Fähigkeiten als die schulischen zum Zug kommen, und sie freuen sich darauf, alles auszuprobieren und kennenzulernen.» Einfacher wird es für jene, die ihre Richtung gefunden haben. Sarahs Klassenkamerad Rizvan hält sich nicht mehr mit Traumberufen auf. «FaGe», antwortet er kurz und bündig auf die Frage, was er werden wolle. FaGe bedeutet Fachmann Gesundheit. Rizvan will in einem Spital oder einem Pflegeheim Menschen betreuen. Diplomierte Pflegefachleute werden ihm sagen, was er zu tun hat. «Ich mag den Biologieunterricht, Gesundheit ist mir wichtig. Mich um die Gesundheit von anderen Menschen zu kümmern, macht mir Freude», erklärt er. In seiner Entscheidung ist er damit schon einiges weiter als Sarah, doch auch Rizvan muss erst lernen, wie man sich in einer Bewerbung gut darstellt, er muss in einer Schnupperlehre Engagement zeigen und seine zukünftigen Berufsbildner überzeugen, dass er der Richtige für sie ist..

5 Berufswahl 32 Bank oder Baustelle? Allein gelassen werden die Schüler in dieser wichtigen Lebensphase nicht, ganz im Gegenteil. Das Angebot an Unterstützung ist gross. Im Berufswahlunterricht werden sie Schritt für Schritt an ihre persönliche Ausbildungssuche herangeführt. Die Berufsberatung steht ihnen kostenlos zur Verfügung. Auch die Eltern werden zu Gesprächen in die Schule und ins biz eingeladen. Besonders wichtig ist dies da, wo die Wertvorstellungen der Eltern den Neigungen ihres Kindes entgegenstehen. Das kann der Fall sein, wenn die Eltern eine handwerkliche Lehre für keine gute Ausbildung halten. Dabei verkennen sie aber, wie viele Weiterbildungsmöglichkeiten am Ende einer Lehre offenstehen. Ein Bürojob sei ein guter Job, ein Job hingegen, bei dem man sich die Hände schmutzig mache, sei weniger erstrebenswert diese Ansicht ist auch unter den Jugendlichen weit verbreitet. Zudem ist das, was die Kollegen von einem Beruf oder einer Ausbildung LINKS ZUR BERUFSWAHL ein umfassendes Portal, vom Erkunden der Interessen über die Schnupperlehrebewerbung und Brückenagebote bis zu Tipps für Eltern Website für Lehrer Ratgeber und Informationen für Schüler, Eltern und Lehrpersonen oder die Testergebnisse müssen oft Lehrstellen-Bewerbungsschreiben beigelegt werden. LINKS ZU LEHRSTELLEN www. berufsberatung.ch/lena offene Lehrstellen nach Kantonen Portal für offene Lehrstellen und -gesuche halten, für viele Teenager geradeso wichtig wie die Meinung ihrer Eltern. Die kaufmännische Lehre ist die beliebteste Berufsausbildung. Es ist im Dienstleistungsland Schweiz aber auch die am häufigsten angebotene Lehre. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen mit Detailhandel, Gesundheitsund Betreuungswesen drei weitere Dienstleistungsberufe. Nach wie vor absolviert aber ein Drittel aller Schweizer Lernenden eine handwerkliche Grundausbildung. Branchenverbände und Hochschulen werden nicht müde zu betonen, dass sie der Grundstein für ein Ingenieurstudium sein kann. Und manche arbeiten sich von der Werkstatt ins Management hoch. Zurück zu Sarah, Rizvan und den anderen jungen Menschen, die ihren künftigen Beruf suchen. Noch stehen für sie ihre Interessen im Vordergrund, und das ist laut den befragten Berufsberaterinnen gut so. «Ihre Suche einengen können sie später immer noch», erklärt Anita Glenck. Monika Bärtsch erlebt bisweilen freiwillige Selbstbeschränkung: «Gerade schulisch schwächere Jugendliche möchten wissen, was beispielsweise mit der Sek C möglich ist, bevor sie sich darüber Gedanken machen, was sie gern tun.» Das Ende der Träume Viele Jugendliche müssen sich von ihrer Idealvorstellung lösen. Sei es, weil es für die KV-Lehrstelle nicht reicht, oder sei es, weil sie die Detailhandelslehre beim Grossverteiler machen müssen statt im Snowboard- Shop. Dies zu akzeptieren, fällt den Jugendlichen unterschiedlich schwer. Einige sehen erst nach Dutzenden Absagen ein, dass sie nach etwas anderem suchen müssen. Bei anderen reicht ein klares Wort des Lehrmeisters in der Schnupperlehre. Dann ist die Berufsberatung besonders gefordert. Glenck beschreibt das so: «Wenn ein schwacher Schüler unbedingt eine KV-Lehre machen will, versuche ich herauszufinden, was er mit dem KV verknüpft und ob es nicht einen

6 anderen passenden Beruf gäbe, den diese Person noch gar nicht kennt.» Bärtsch setzt in solchen Situationen darauf, den Traum nicht aufzugeben, sondern vorerst zurückzustellen: «Oft hilft es zu zeigen, wie der Traumberuf über einen Umweg erreicht werden kann.» Eine schwierige Phase bei der Lehrstellensuche ist der Umgang mit Absagen. Sie steht Sarah und Rizvan noch bevor. Dann sind die Eltern besonders wichtig. Sie müssen aufmuntern, motivieren und bei der Suche nach Alternativen helfen. «Ich werde schon etwas finden, das mir gefällt», gibt sich Rizvan zuversichtlich. Sarah ist offen für unterschiedliche Tätigkeiten, wenngleich das KV ihr klarer Favorit ist. Beide betonen, ihre grösste Sorge sei, nach der 3. Sek ohne Lehrvertrag dazustehen. Es wird auch von ihrer Flexibilität abhängen, ob sie ihr Ziel erreichen. «Jugendliche, die wissen, dass mit der ersten Berufswahl noch keine Entscheidung für immer gefällt wird, haben es leichter», weiss Berufsberaterin Bärtsch. Wer sich bis zu seinem Traumjob weiterbilden will, braucht einen langen Atem. Einen Vorteil hat, wer schon in der ersten Berufsausbildung positive Erfahrungen sammelt. Siehe auch Interview auf Seite 34. Trost für entzündete und gerötete Augen Weleda Euphrasia Augentropfen Dies sind Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Weleda AG, 4144 Arlesheim, Schweiz

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