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2 Stolze Erfolge Pioniere des Wirtschaftsstandorts Dornbirn. Vom Szenelokal bis zur Autowerkstatt, vom Zahnarzt bis zum Möbelhändler, von Loft-Wohnungen bis zum Fotostudio, in die verlassenen Fabriken der einstigen Textilstadt Dornbirn sind längst die Dienstleister eingezogen. Als Wirtschaftsstadt mit Lebensqualität wirbt Dornbirn um die Ansiedlung neuer Betriebe. Daneben gibt es aber auch Pionierunternehmen in verschiedenen Branchen der Industrie, wie etwa Zumtobel, Mohrenbräu und David Fussenegger, die sich an diesem Hochlohnstandort seit Generationen behaupten können.

3 Leuchten bringen Licht in Form ZUMTOBEL-GRUPPE Zum Wohl in Dornbirn MOHRENBRÄU Trotz seiner Entwicklung vom regionalen Familienbetrieb zum globalen Konzern schlägt das Herz des Leuchtenherstellers Zumtobel in Dornbirn. Den Grundstein legte der Maschinenbau-Ingenieur Walter Zumtobel 1950 mit der Idee, für die damals neuen Leuchtstoffröhren Vorschaltgeräte zu produzieren. Bald danach entschied er sich, auch die passenden Leuchten dazu selbst herzustellen. Sein Denken war vor allem auf technische Perfektion ausgerichtet. So gelang es ihm, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Heute wird Dornbirns größter Arbeitgeber von externen Managern geführt, und nach dem Gang an die Wiener Börse hält die Familie nur noch eine Minderheit der Aktien, Dornbirn ist Sitz der Firmenzentrale geblieben. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 7500 Mitarbeiter. Nach wie vor ist die Innovationskraft wesentlich für den Erfolg. Mit Leuchten und Lichtkomponenten konnte die Zumtobel-Gruppe zuletzt einen Umsatz von 1,234 Milliarden Euro erzielen. Der Anspruch an die gestalterische Qualität ist heute genauso hoch wie jener an die technische. Ausdruck dafür ist die Zusammenarbeit mit bekannten Designern und Architekten wie Zaha Hadid, James Irvine, Hani Rashid und Ettore Sottsass. Mitten im Produktionswerk in der Schweizerstraße befindet sich das Lichtforum. Das Schaufenster für die Zumtobel-Produkte betritt man über eine skulpturale Treppe. Durch die gezielte Steuerung des Tageslichteinfalls über die Decke entsteht die Illusion eines fließenden Raumes. In verschiedenen Themenkuben werden die vielfältigen Lichtanwendungen vorgestellt. Zukunftschancen ergeben sich für Zumtobel einerseits durch die Debatte um die CO2-Reduktion, die einen effizienteren Einsatz von Energie verlangt, und andererseits durch die zunehmende Bedeutung von Licht beim Planen und Bauen. Vor allem die LED-Technologie verspricht neue Dimensionen, beispielsweise bei der medizinischen Lichttherapie oder bei Bildschirmarbeitsplätzen. Mit LED ist es möglich, durch Farbspiele Stimmungen zu inszenieren und das Wohlbefinden zu steigern. Außerdem wird im Vergleich zu konventionellen Lichtquellen Energie gespart. Wichtige Strategien für das Wachstum von Zumtobel in über fünf Jahrzehnten waren die frühe Exportorientierung und gezielte Firmenübernahmen. Wie stark die internationale Strahlkraft des in der alemannischen Provinz beheimateten Unternehmens ist, beweisen zahlreiche bedeutende Projekte in aller Welt wie das Olympiastadion in Berlin, das Interbank Headquarter in Lima, das BMW Werk in Leipzig, der Hearst Tower in New York und der Flughafen in Peking. Die Geschichte der ältesten Brauerei Vorarlbergs geht bis ins 18. Jahrhundert zurück wird die Mohrenbrauerei erstmals urkundlich erwähnt. Ihr Gründer war nicht etwa ein aus einem fernen Kontinent stammender Handelsreisender, sondern der Bregenzerwälder Josef Mohr, der im Zentrum von Dornbirn eine Gaststätte mit Brauerei eröffnete und als Logo sein Familienwappen verwendete. Seit 1834 ist die Mohrenbrauerei im Eigentum der Familie Huber, die das Unternehmen in sechster Generation betreibt. 300 Eimer Bier wurden einst jährlich produziert, heute sind es Hektoliter. Für diese Entwicklung waren immer wieder technische Errungenschaften notwendig, wie die Kühlmaschine 1887, mit der in Vorarlberg erstmals künstliches Eis erzeugt wurde. Damit wurde das Bier lagerfähig und konnte auf Vorrat produziert werden. Die jüngste Investition knüpft an die Ursprünge der Brauerei an. Als Hommage an das alte Gasthaus Zum Mohren wurde auf dem historischen Gär- und Lagerkeller ein modernes Kommunikations- und Dienstleistungsgebäude errichtet, um die Marktposition der Dornbirner Brauerei gegenüber den mächtigen globalen Wettbewerbern zu stärken. Angeboten werden Führungen durch die Produktion, Verkostungen in einer historischen Brauereistube im Kellergewölbe und besondere Bierprodukte. Im Mohren Lädele findet sich Bieriges wie Marillenmarmelade mit Bockbier, Nudeln mit Braumalz und Schokolade mit Gerste. Derzeit wird der weitaus größte Teil des Bieres für die Region produziert. Erste Exportmärkte sind Italien und neuerdings Schweden. Das größte internationale Aufsehen erregte die Mohrenbrauerei bislang mit einer Internetversion des Vorarlberger Nationalsports: User aus allen Kontinenten sind beim Online-Jassen Gschtocha Bock registriert. Wer weiß, auf welchen Märkten der Mohr aus Dornbirn in Zukunft noch trumpfen kann.

4 Klein aber Design DAVID FUSSENEGGER TEXTIL Wie ein Unternehmen in einer krisengeschüttelten Branche über Jahrhunderte erfolgreich bestehen kann, zeigt David Fussenegger. Mit trendigen Decken und Wohnaccessoires aus Baumwolle konnte sich die Dornbirner Traditionsfirma als Nischenanbieter für Heimtextilien auf dem Weltmarkt etablieren. Während andere in Billiglohnländer auslagern, rattern hier noch die Webstühle. Das Unternehmen ist in sechster Generation im Familienbesitz und wird heute von Klaus Ladstätter geführt, dem Urururenkel des Firmengründers stieg der Dornbirner Landwirt David Fussenegger als Fergger ins Textilgeschäft ein, indem er mit dem Pferdegespann Garne und Spulen zu den Heimarbeiterinnen transportierte, die auf den Bauernhöfen Weißware für Unterwäsche webten. Drei Jahrzehnte später startete er die mechanische Produktion, am Höhepunkt bedienten 200 Mitarbeiter 100 Webstühle. Die Zeiten der Massenproduktion für die Region sind längst vorbei, heute setzt David Fussenegger auf Kleinserien. 35 Mitarbeiter verarbeiten jährlich 700 Tonnen Garn zu Flanell- und Velourprodukten, die zum Großteil exportiert werden. Wichtige Märkte sind Deutschland, USA, Australien, Ungarn, Slowenien und die Schweiz. Konkurrenzfähig ist David Fussenegger mit dem außergewöhnlichen Design, das die Handschrift der Gattin des Firmenchefs trägt. Sonja Ladstätter, die aus einer kroatischen Künstlerfamilie stammt, verantwortet jährlich zwei saisonale Kollektionen und außerdem eine Basics- und eine Kinderlinie. Mit Design-Computern und einer elektronischen Musterweberei können die Produkte schnell und flexibel den Erfordernissen des Marktes angepasst werden. Der neueste Verkaufshit sind Decken aus einer Viskose-Bambusfaser, die antibakteriell und geruchsneutralisierend wirken soll. Was sich alles in die wunderbaren Stoffe von David Fussenegger hüllen lässt, wird im Flag-Ship Store auf dem Fabriksgelände im Dornbirner Stadtteil Wallenmahd präsentiert: Kissenüberzüge, Kimonos, Kinderschlafsäcke, Taschen für Handy und Laptop und natürlich Decken in allen Größen und Qualitäten.

5 Stolz auf die Stadt Dornbirn hat für mich etwas von einer Metropole. Hier sind die Menschen immer offen für neue Trends und verbinden dies mit der heimischen Tradition und mit einer Prise Humor. Es ist deshalb sehr angenehm, hier zu arbeiten. Die Nähe zur Natur, das reichhaltige kulturelle Angebot, die ausgezeichnete Gastronomie und der Mix zwischen moderner und alter Architektur sind für mich sehr inspirierend. Seite 49 Als Koch und Gastronom bin ich in Dornbirn vor allem darauf stolz, dass die Gastronomie hier im Allgemeinen ein sehr hohes Niveau hat und die einzelnen Betriebe trotz der Konkurrenz sehr gut miteinander auskommen. Als begeisterter Sportler schätze ich die abwechslungsreiche Landschaft in der nahen Umgebung der Stadt, die ich zu jeder Jahreszeit nutze, sei es im Sommer zum Laufen oder im Winter zum Tourengehen. Seite 28

6 Der gute Mix aus Dörflichem und Städtischem macht Dornbirn für uns so lebenswert. Besonders hier im Oberdorf spürt man den Zusammenhalt zwischen den Menschen noch sehr stark. Hier lebt man nicht abgehoben, sondern es gibt ein Miteinander. Das zeigen auch die Bürgermeister, die in den letzten Jahrzehnten immer nahe bei den Menschen waren. An vielen Orten sind auch die landwirtschaftlichen Wurzeln der Stadt noch sichtbar und man sollte viel mehr Wert auf den Erhalt der noch vorhandenen Streuobstwiesen und der alten Häuser legen! Was mir an meiner Heimat-Stadt gefällt, ist das tolle Einkaufsangebot, die gemütliche und qualitativ hochstehende Gastronomie und ganz besonders die noch halbwegs naturbelassene Umgebung der Stadt. Das Dornbirner Ried ist für unseren Lebensraum in Mitteleuropa ein einmaliges Kleinod, das wesentlich mehr Schutz verdienen würde. Hier gibt es noch einige seltene Vogelarten wie z. B. den Großen Brachvogel, der in der Schweiz schon ausgestorben ist. Wenn aber nicht ein Umdenken zur Bewahrung dieses Naturschatzes führt, wird in zwanzig Jahren nichts mehr übrig sein, worauf wir stolz sein könnten. Seite 68

7 Was mich an Dornbirn am meisten beeindruckt, sind die Menschen. Hier findet man einfach einen anderen Menschenschlag als in anderen Städten. Die Dornbirner strahlen Offenheit und eine positive Grundeinstellung zum Leben aus. Diese positive Energie durchfließt die Stadt und jene Plätze, die mich in Dornbirn faszinieren, wie etwa die Cafés und das italienische Flair am Marktplatz. Seite 38 Mir als Musiker gefällt vor allem die Vielfalt an Musik- Events, die hier stattfinden besonders Veranstaltungen wie Hörbar Oberdorf. Worauf man in Dornbirn wirklich stolz sein kann, ist das Jazzseminar, das aufgrund seiner hervorragenden und international anerkannten Lehrer wie Peter Madsen, Herbert Walser oder Rolf Aberer eine ausgezeichnete Ausbildungsstätte im Stilbereich des Jazz ist. Seite 84

8 Wahrzeichen Nicht allein das Rote Haus prägt Dornbirn. Ein Wahrzeichen ist etwas, das wirklich und wahrhaftig ein Zeichen setzt. Das jedem geläufig ist, das jeder mit einem bestimmten Ort in Verbindung bringt. Den Eiffelturm mit Paris, den Big Ben mit London, das Empire State Building mit New York. Na, und was denn mit Dornbirn? Das Rote Haus? Den Karren? Die Rappenlochschlucht? Die Errungenschaften markanter zeitgenössischer Architektur mit dem Restaurantschiff am Martinsparkhotel oder das Panoramahaus neben dem Konsumtempel Messepark? Es ist offensichtlich: Während Weltmetropolen sich mit einem Wahrzeichen begnügen müssen, hat Dornbirn deren mehrere. Das ist doch was, worauf Dornbirn stolz sein kann. Schließlich ist es auch nicht einfach eine Stadt, sondern das aus mehreren dorfartigen Teilen erst vor 107 Jahren zusammengewachsene urbanste Gebilde Vorarlbergs. Da sind mehrere Wahrzeichen doch gerechtfertigt! Also eins nach dem anderen! Das Rote Haus ist das einzige Gasthaus Vorarlbergs mit einer eigenen Autobahn-Kulturtafel. Aber was wäre das Rote Haus ohne seinen Marktplatz? Da weitet sich das ochsenblutverzierte Barockhaus aus dem 17. Jahrhundert zum spannenden Architekturensemble und Platz-Wahrzeichen. Niemandem würde es einfallen, den Marktplatz wegen des Roten Hauses Roten Platz zu nennen. Kein Vergleich auch zur Piazza San Marco mangels Arkaden, oder zur Place de la Concorde - mangels eines Obelisken. Was soll s? Wir stellen uns, in 437 m Seehöhe, auf das Dornbirner Wappen am Platzmittelpunkt, drehen eine langsame Pirouette und sehen Architektur aus vier Jahrhunderten mit all den Stilelementen, die dem Dornbirner vertraut sind und den Besucher ob ihrer Vielfalt staunen lassen: barock, klassizistisch, Heimatstil, Jugendstil, Gestriges und Heutiges. Dorrenbürens Birnbaum Ach ja, das Dornbirner Wappen! Patriotisches Rot-weiß-rot trägt den Birnbaum. Anshalm von Dorrenbüren, der letzte Edle des historischen politischen Gebildes, führte im 14. Jahrhundert den Baum im Wappen, und seither glaubte man allseits, die Birne sei so typisch für Dornbirn, dass sie sich über Stadtammänner und Kaiser bis in die Republik hielt. Und als vor 19 Jahren der motorisierte Verkehr endgültig auf die Stadtstraße verbannt und die Fuß-

9 gängerzone eröffnet wurde, fand auch das Stadtwappen dort seinen Platz. Weitsichtig planten die Stadtväter damals einen gepflasterten, baumlosen Platz, zuerst von vielen als kühl und unpersönlich geschmäht, heute aber längst als praktisch-multifunktional geschätzt. Multikulti-Platz Denn hier kann einfach alles stattfinden. Märkte: zweimal pro Woche der größte Bauernmarkt Vorarlbergs, Erntedank-, Frauen-, Bastel- und Fetzenmarkt und natürlich als gesellschaftlicher Höhepunkt der Martinimarkt Anfang November. Da kommen jeder Dornbirner und jede Dornbirnerin und jede Menge Gäste von auswärts. Und der Herr Bürgermeister verkündet in schwarzem Rock und melonenbehutet, mit der Gans im Arm und einem Schmunzeln im Gesicht, wie weiland der Stadtammann von der Treppe des Roten Hauses Stadt-Wichtiges, zum Beispiel, dass der Martinimarkt eröffnet und der Musik für ihre Weisen zu danken sei. Am Marktplatz werden Silvester, Kleinkunst und anderes gefeiert, es wird geboxt, geturnt, gerockt, gejazzt, gesurft und anderweitig musiziert traf sich die Turnwelt bei der Weltgymnaestrada abends zum Umtrunk und zur Labung nach anstrengendem Bewegungs-Tag. Am Marktplatz trifft sich s aber auch ganz einfach: In mittlerweile gut zwei Hand voll gastlichen Gewölben, in Kaffeehäusern und Bäckereien, Restaurants und Bars, bei Italienern und Vorarlbergern. Drinnen und draußen. Der Marktplatz ist Dornbirns Lifestyle-Center. Behäbig wacht die Stadtpfarrkirche mit Campanile, Fries, Portikus und riesiger Halle über dem Treiben, nicht nur sonntags. Schauen Sie doch mal rein und wundern Sie sich über Dekorationen im Nazarenerstil und die größte Orgel Vorarlbergs. Rappenloch Mit dem roten Stadtbus Nr. 5 geht s ins Gütle. Zur Rappenlochschlucht, einer der imposantesten Schluchten der Alpen. Mit vorgelagertem, 41 m hohem und 108 Jahre altem Mammutbaum, Traditionsgasthaus Gütle und jungen Museen in alten Spinnerei-Gemäuern, der größten Rolls-Royce-Sammlung der Welt und einem ganzjährig geöffneten Krippenmuseum. Rappenlochschlucht da steigen die Felsen senkrecht auf beiden Seiten auf, da rauscht das Wasser der Dornbirner Ache, versorgte die einstige Spinnerei mit Energie und liefert diese heute noch im zweitältesten Vorarlberger Kraftwerk Ebensand. Gelernte Dornbirner und fitte Gäste freilich geben sich nicht mit der Rappenlochschlucht zufrieden, sie zieht es weiter in die etwas weniger spektakuläre, dafür aber anspruchsvoller zu bewandernde Alplochschlucht, nach Ebnit und über Staufenfuß und Karren zurück nach Dornbirn. Im Rappenloch hauste übrigens einst ein wilder Drache, der anlässlich der Weltgymnaestrada zum freundlichen, blauen Maskottchen aus Plüsch mutierte und in einem Kinderbuch so einiges zu erzählen hat. Karren Der Karren ist mehr als ein Berg. Er ist Fitnessgerät, Aussichtsterrasse, Gourmettempel, Vorzeigeobjekt moderner Architektur und Seilbahnberg, damit jeder auch auf bequeme Weise die wahren Zeichen der Vorarlberger Landschaft aufnehmen kann. Denn da liegt sie die Landschaft: Mit dem Rheintal, grün und städtisch, dörflich, fluss-, eisenbahn- und straßendurchfurcht. Ein Mosaik aus winzigen eckigen Dächern formt die Dornbirner Vogelschau. Gegenüber die Schweizer Hügel und Berge mit freier Sicht in die Kantone St. Gallen, Appenzell, Glarus, Graubünden. Rechts der drittgrößte Binnensee Mitteleuropas in seiner ganzen Länge: der Bodensee, Lake Constance, Lacus Brigantinus, wie immer er genannt sein will, mit seinen drei Anrainerländern. Noch weiter rechts, nordnordwestlich: Deutschland. Ganz links Liechtenstein, fürstlich am Fuß der Drei Schwestern. Bei diesem grandiosen Panorama muss der Karren Wahrzeichen sein. Neue Wahrzeichen-Generation Panorama vor wenigen Jahren erst ist es zum Zeichen gewachsen, das Panoramahaus. Selbstbewusst in der Ebene steht es, verbindet die Stadt mit dem Messegelände und Messepark, ist optischer Orientierungspunkt für Dornbirn-Neulinge (weil sich die Einheimischen trotz anfänglicher partieller Proteste längst dran gewöhnt haben) und beherbergt das Hotel 4 Points Sheraton, ein Dach-Aussichtsrestaurant und den Fitnesstempel Home of Balance. Neun Etagen hoch, oval, glänzend, ein Lichtgeglitzer nachts, ein graublauer Spiegel tags. Und dennoch, vom Karren aus gesehen, ein ovales Legosteinchen an der Grenze zwischen Stadtgrau und Riedgrün. Dornbirn nähert sich der Einwohner- Grenze. Ob mit der Bevölkerung auch die Zahl der Wahrzeichen wächst? Wer weiß, vielleicht fahren wir mit dem roten Stadtbus in ein paar Jahren zu weiteren Wahrzeichen: zum Haus der Messe, zum Campus, zum Heimwerker-Riesenmarkt? Da wird s noch einiges geben, worauf Dornbirn stolz sein kann.

10 SETZEN SIE ALLES AUF EINE KARTE: MIT DER 18-EURO-AUSFLUGSCARD DORNBIRN Dornbirns Ausflugsziele sind nicht nur erstrebenswert, sondern auch preiswert erreichbar. Dank der Kombi-Ausflugscard Dornbirn. Damit können Sie in 4 Tagen zum einmaligen Eintritt Museumsbesuche und Karrenseilbahnfahrt sowie ermäßigte Tarife im Waldbad Enz und im Spielboden einzeln oder kombiniert genießen, inklusive Stadtbus natürlich. Mit der Karrenseilbahn dem Alltag entfliehen! Herrliche Wanderrouten, traumhafter Blick über das Rheintal auch zum Abendtarif, wenn tief unten das Lichtermeer glitzert. Sie starten zum Beispiel morgens im Stadtmuseum oder genießen den Nachmittag in der phantastischen inatura und im kunstraum... oder Sie nehmen den Stadtbus zur Karrenseilbahn, erleben eine herrliche Aussicht vom Panoramarestaurant und wandern zum Staufensee und durch die imposante Rappenlochschlucht... Oder ganz gemütlich per Seilbahn wieder ins Tal und per Bus ins Gütle zum einzigartigen Rolls-Royce-Museum und ins Krippenmuseum... Ob Sie das mit einem erfrischenden Besuch im Waldbad Enz kombinieren, mit einer Besichtigung im Druckwerk und einem Kulturschub im Spielboden vollenden, ist natürlich ganz Ihnen überlassen. Sie machen Ihr Programm, wir bieten live die spannenden Ausflugsziele in 4 Tagen, für nur 18 Euro! Die Ausflugscard ist in den Dornbirner Hotels, den genannten Partnerbetrieben und bei Dornbirn Tourismus erhältlich. Der Karren ist der beliebteste Treffpunkt der Region. Zum einen haben hier die schönsten Wanderwege ihren Ausgangspunkt, zum anderen lebt es sich im Panoramarestaurant auf 976 Meter besonders leicht. Ob Sie nun elegant essen gehen oder vor dem Zu-Bett-Gehen einfach über das Rheintal schauen möchten: In fünf Minuten transportiert Sie die Seilbahn hoch über die Dächer der Stadt, und beschert Ihnen einen wunderbaren Ausblick: das gesamte Dreiländereck bei Tag, das Lichtermeer bei Nacht. Dornbirner Seilbahn Gesellschaft m.b.h. Gütlestraße 6, A 6850 Dornbirn, Tel.: , Fax: ,

11 INATURA IN BEWEGUNG Die inatura ist der größte und modernste Naturerlebnispark im Bodenseeraum. Mitten im m 2 großen Stadtgarten gelegen, bietet ein Besuch der 3000 m 2 großen Schauräume immer neue, spannende Erlebnisse zu wechselnden Themenschwerpunkten. The Best Car in the World ORIGINALABBILDUNG: TOP GEAR RUN VON LONDON NACH EDINBURGH 1911 Im Jahr 1911 entschloss sich Rolls-Royce, die außergewöhnliche Qualität seiner Automobile unter Beweis zu stellen. Als Plattform für diese Herausforderung wählte man den Top Gear Run von London nach Edinburgh und zurück, der nach den Regeln des R.A.C., des Königlichen Automobilclubs, gefahren wurde. Mit dem von Rolls-Royce ausgewählten Silver Ghost, Chassis Nr. 1701, und Testfahrer Ernest Hives am Steuer gelang es bravourös, Klasse zu beweisen. Auf der Fahrt von London nach Edinburgh und zurück durfte ausschließlich der höchste Gang des elegant und neu designten Fahrzeuges eingelegt sein. Anschließend wurde die Standfestigkeit bei einer Fahrt mit 78,26 m.p.h., umgerechnet 125 Kilometer pro Stunde, auf der Brookland Rennstrecke bewiesen. Technische Überlegenheit und Eleganz führten dazu, dass die Marke Rolls-Royce mit aller Deutlichkeit sich als The Best Car in the World bewiesen hat. ÖFFNUNGSZEITEN Ganzjährig durchgehend geöffnet bis von 10 bis 18 Uhr bis von 10 bis 17 Uhr und geschlossen Montag Ruhetag, feiertags geöffnet Gütle elf a A 6850 Dornbirn I Tel: I Themenschwerpunkt Bewegung Der Schwerpunkt zum Thema Bewegung, mit ganz neuen Einblicken in die Wunderwelt der Natur: Erfinderische Arten, sich ohne Beine fortzubewegen, oder mit 2 bis 200 Beinen zurechtzukommen, bis hin zu artistischen Meisterleistungen, wie etwa Salto schlagenden Ameisen oder Geckos, die an der Decke laufen. Herausragende Bewegungsarten findet man auch bei afrikanischen Nektarvögeln, die wie die Kolibris den Schwirrflug beherrschen oder bei den Eichhörnchen, die in der Evolution das Fliegen erfunden haben. Es gibt sogar perfekte Tänzer im Tierreich, wie etwa den um die Gunst der Damenwelt balzenden Birkhahn, die Haubentaucher, die Kraniche, den Tanz der Bienen oder den Tanz der Atlasschmetterlinge, der größten Schmetterlinge der Welt. Nicht nur die Tiere bewegen sich dabei, sondern auch alle Besucher sind eingeladen, sich auf einem Laufband, auf der größten Balancierstange der Welt oder einer großen Hüpfburg für Kinder an der Bewegung zu beteiligen. Die inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn Die inatura ist weit mehr als nur ein modernes Erlebnismuseum. Sie ist auch ein zoologischer Garten. 54 lebende Tierarten (Frettchen, Schlangen, Spinnen, Schmetterlinge, Hornissen, handzahme Koikarpfen und viele mehr) und 38 lebende Pflanzenarten (darunter heimische Orchideen!) haben in großzügigen Terrarien und Aquarien einen neuen Lebensraum gefunden. Sie sind die Stars der stündlichen Live-Vorführungen, die von kompetenten Fachleuten für alle Besucher angeboten werden. Dann können die Karpfen gefüttert und gestreichelt werden oder man begleitet die Frettchen auf ihrem Spaziergang durch den Stadtgarten. Nach einem Rundgang durch den Park und der Besichtigung der begehbaren Vogelvoliere können die Besucher in 10 Kinos (vier davon 3D, ein 360 Grad Kino) die Naturschönheiten Vorarlbergs entdecken. Das internationale Team der Ausstellungsdesigner hat es geschafft, den Besuch in der inatura zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen. Für ein begehbares Bühnenbild der vier Lebensräume Gebirge, Wald, Wasser und Stadt wurden 50 Tonnen Stahl, Glas und Lehm verbaut. In den Lebensräumen können 100 Großpräparate - vom Wisent über den weißen Hai bis zum Nashorn - gestreichelt werden. Auch bei der Informationsvermittlung beschreitet die inatura völlig neue Wege Ein abgestuftes Konzept sorgt dafür, dass jeder die Informationen vorfindet, die er zum Verständnis der Ausstellung benötigt. Von der Gobo-Projektion über die 40 Informationssäulen mit Texten zur freien Entnahme bis hin zu den Besuchercomputern mit der wissenschaftlichen Datenbank der inatura ist dieses Angebot in Europa einzigartig. 50 interaktive Spiele (Kletterwand, Dachsbau, Strömungskanal, Videomikroskop und viele mehr) sorgen dafür, dass sich auch die jüngsten Besucher nicht langweilen. Ein gläsernes Büro in der Eingangshalle sorgt dafür, dass man auch hinter die Kulissen des Betriebes schauen kann. Für die inatura sind jedes Jahr viele Forscher mit Kartierungsarbeiten im Gelände beschäftigt, ihre Ergebnisse werden sozusagen druckfrisch den Besuchern präsentiert. Auch die Tier- und Naturschutzberatung ist eine wichtige und spannende Aufgabe. Im Frühling werden Jungvögel aufgezogen, im Sommer Hornissennester vor der Vernichtung bewahrt. Und im Herbst beginnt dann die Igelsaison, wo Jungtiere gefüttert, gepflegt und auf den Winterschlaf vorbereitet werden müssen. Historisches Die Gründung der Vorarlberger Naturschau geht auf die Initiative des Fabrikanten und Sammlers Siegfried Fussenegger ( ) zurück. Bereits 1927 stellte er im alten Rathaus in Dornbirn seine geologische und einen Teil seiner botanischen Sammlung aus zog die Schau der Naturgeschichte Vorarlbergs in die Stierhalle am Viehmarktplatz um. Erst zwanzig Jahre später wurde die Vorarlberger Naturschau in der Marktstraße eröffnet. Was damals als modern und richtungsweisend galt, entsprach schließlich nicht mehr den Erwartungen der Besucher wurde die neue inatura im seit 1984 stillgelegten Rüsch-Werke-Areal eröffnet.

12 Naturpark Eine Wanderung durch den Naturpark Dornbirn von den Spuren der Eiszeit in die Kulturlandschaften des 21. Jahrhunderts. Eis und Wasser haben die Landschaft von Dornbirn geformt. Eis hat das Rheintal eingetieft, Eis hat Seen aufgestaut. Wasser schnitt sich durchs Gebirge, Wasser brachte Schutt und füllte die Seen, füllte auch das Rheintal mit Sand und Schlamm. Wo Wasser und Eis angreifen konnten, wurde vom Untergrund bestimmt. Im ständigen Wechselspiel der Elemente sind in Dornbirn Landschaften entstanden, die es jede für sich wert sind, erforscht und erlebt zu werden. Mit den beiden Natura Gebieten Fohramoos auf dem Bödele und Gleggen-Köbern / Birken-Schwarzes Zeug, den Mäandern der Dornbirner Ach, besitzt Dornbirn Anteil an zwei Naturrefugien von europaweiter Bedeutung. Sie wurden schon früh zu Naturschutzgebieten erklärt. Rappenloch und Alploch stehen als Naturdenkmale unter Schutz, und auch die Gesteinsfalten an der Ebniter Ach sind als Einzelschöpfungen der Natur in das Naturdenkmalbuch eingetragen. Fohramoos - das Hochmoor der Schmetterlinge Beginnen wir unsere Wanderung durch den Naturpark Dornbirn an der Stadtgrenze. Mit Schwarzenberg teilt sich Dornbirn das Hochmoor Fohramoos. Hier, nahe dem Bödele, suchte der Rheingletscher zu Beginn der letzten Eiszeit seinen Weg in den Bregenzerwald. Von den lokalen Eismassen wurde er abgedrängt. An dieser Stelle, oberhalb von Dornbirn, haben sich die beiden Gletscher getroffen, und zum Höhepunkt der Eiszeit, vor Jahren, waren Bödele und Fohramoos unter dem Eispanzer verborgen. Nur drei Jahrtausende später begann das Eis zu schmelzen. Die Gletscher zogen sich langsam zurück. Zwischen Rhein- und Bregenzerwaldgletscher öffnete sich eine Lücke, das spätere Fohramoos. Wasser wurde am Eis gestaut. Durch den verdichteten Untergrund konnte es nicht versickern. Dann verlandete der Eisrandsee und wurde von Pflanzen erobert. Lebende Hochmoore, Moorwälder, Übergangs- und Schwingrasenmoore und Pfeifengraswiesen kartiert heute der Biologe ein Ensemble von europaweiter Bedeutung. Schmetterlinge gehören zu seinen auffälligsten Bewohnern. Der Schmetterlingsexperte Peter Huemer hat sie erforscht. Mit geheimnisvoll anmutenden Leuchttürmen hat er die Nachtfalter angelockt nicht weniger als 474 Arten! Neun Arten konnte er hier erstmals für Vorarlberg nachweisen, darunter ausgesprochene Hochmoorspezialisten wie Moorzünsler und Grasminierfalter. Doch andere, noch vor 40 Jahren im Fohramoos beobachtete Falter fehlen: Langsame Änderungen im Moor zeichnen sich ab.

13 Rappenloch und Alploch: Wasserkraft für die Industrie Der sumpfige Boden des Fohramoos stand nie in Gefahr, vom Menschen genutzt zu werden. Ganz anders die Schluchten der Ebniter Ach. Im Gütle beginnt der Weg in das Rappenloch. Von einer genieteten Rohrleitung wird er zunächst begleitet. Denn nicht die Schönheit der Schlucht, nein, wirtschaftliche Interessen bewogen zum Bau des Weges. Die Kraft des Wassers sollte genutzt werden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Talkessel zwischen den Schluchten zum See gestaut. Mit Wasserdruck wurden im Gütle Textilmaschinen betrieben. Die Stromerzeugung kam später. Stolz zeigten die Fabrikanten ihr Werk: Ein vierzig Meter hoher Springbrunnen gab öffentlich Zeugnis von der Zähmung der Natur. Am anderen Ende des Staufensees, am Eingang zum Alploch, summen die Turbinen des ältesten Kraftwerks des Landes. Der Widerstreit von Wasser und Fels machte die frühe Industrialisierung Dornbirns erst möglich. Versteinerte Muscheln beweisen: Einst war der harte Kalkstein der schlammige Grund eines flachen Meeres. Im Alploch, dort wo der Steg an der Felswand klebt, kann das geübte Auge die Fossilien entdecken. Später ist der Untergrund abgesunken, und weiche Mergel überdeckten den Kalk. Zementiert, verfaltet und gehoben wurden sie später. Erst in jüngster Vergangenheit schnitt das Wasser sich ein. Der Kalk leistete Widerstand - er bildet die engen Schluchten. Der Mergel wurde ausgeräumt, und der Talkessel des Staufensees entstand. Auch die Gesteinsfalten kann man entdecken: Im Rappenloch am gegenüber liegenden Ufer, kurz bevor die Schlucht richtig eng wird, steigt die Faltenachse steil an. Eindrücklicher sind die Falten der Schaufelschlucht. Spitz und eng sind sie im Bachbett, sanft gewellt steigen die Schichten den Berghang hinauf. Dornbirner Ach: die gezähmte Natur Rauschend und ungestüm ist das Wasser in den Schluchten, im Stadtgebiet von Dornbirn wurde es gezähmt, wurde die Ach zum Kanal. Öde und leblos erscheint uns das Flussbett, und doch wird es von zahlreichen Tieren bewohnt. Bach- und Gebirgsstelzen brüten in seiner Nähe. Im Garten der inatura finden sie Nistmaterial und Nahrung. Auch Stieglitz, Grünling und Kohlmeise sind hier gern gesehene Gäste. Natur aus zweiter Hand der scheinbar so ungepflegte Museumsgarten wird nicht nur von Vögeln bevölkert: Ihrer tiefschwarzen Behaarung verdanken die Trauerbienen ihren Namen. Als Kuckucksbienen dringen sie in die Niströhren von Pelzbienen, um dort ihre Eier abzulegen. Die Brutpflege besorgt dann die Pelzbiene. Nistplätze werden in trockenem, offenem Sandboden, am liebsten aber in Abbruchwänden angelegt. Im Garten der inatura konnte der Wildbienenexperte Timo Kopf die Gemeine Trauerbiene Melecta albifrons (die weißstirnige ) entdecken einer der ersten Nachweise in Vorarlberg! Folgen wir dem Flussbett der Dornbirner Ach, so tritt die Verbauung wieder zurück. Von einem Auwald wird die Ach begleitet, bevor sie am Ende ihres Schwemmfächers die offene Riedlandschaft erreicht. Hier ändert der Fluss seinen Charakter. Der bisher geradlinige Lauf wird von Mäanderschlingen abgelöst. Als einziger Fluss des Landes hat sich die Dornbirner Ach diese Eigenheit bewahrt. Natürlich schützen auch hier Dämme vor Überschwemmungen. Und doch ist eine natürliche Dynamik möglich, wechseln steile Prallhänge mit den Schotterfluren der Gleithänge. Die steilen Abbrüche sind durchlöchert, in den kleinen Röhren leben Wildbienen und Wespen, in tieferen Nisthöhlen baut der Eisvogel sein Nest.

14 Dornbirner Ried: Refugium für die Natur Die angrenzenden Riedflächen hingegen bevorzugen Bodenbrüter. In offenen und gut überschaubaren Streuwiesen baut der Große Brachvogel sein Nest. Solche Gebiete sind im Rheintal selten geworden. Die Riedflächen von Dornbirn gehören zu seinen letzten Rückzugsrevieren. Doch der Bruterfolg ist gering und reicht für die Erhaltung des Bestandes kaum aus. Sehr unterschiedlich sind die Lebensräume von Dornbirn. Jeder hat seinen eigenen Reiz, seine eigenen Bewohner. Freuen wir uns über die Vielfalt, und sorgen wir dafür, dass auch unser Kinder stolz sein dürfen auf den Naturpark Dornbirn!

15 Taxi Sightseeing-Tour für Filmfreaks Kultregisseur Jim Jarmusch erzählt in seinem Episodenfilm Night on Earth fünf Geschichten an fünf Orten der Welt. Alle in derselben Nacht, alle zur selben Zeit und alle drehen sich um Taxifahrer und ihre kuriosen Erlebnisse. Winona Rider fährt Gena Rowlands durch Los Angeles, Armin-Müller-Stahl chauffiert Rosie Perez in New York, Beatrice Dalle ist ein blinder Fahrgast in Paris, Star-Komiker Roberto Benigni düst mit Sonnenbrille und einem diskret verstorbenen Priester auf dem Rücksitz durchs nächtliche Rom, und in Helsinki diskutieren vier betrunkene Finnen im Taxi ihre persönlichen Tragödien. Keiner kennt eine Stadt besser als die, die rund um die Uhr mit Gästen aller Couleur auf den Straßen unterwegs sind die Taxler sind immer live vor Ort. Die Taxi- Driver wissen Bescheid, wer wann, mit wem und wohin unterwegs ist, sie kennen die Vorlieben ihrer Stammgäste, sie erleben täglich ein buntes Kaleidoskop an menschlichen Verhaltensweisen. Noch spannender wird es nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Nachtschwärmer, Szene-Adabeis und andere kuriose Gestalten unterwegs sind. Armin Malojer bat einige Dornbirner Cab Driver, ihm die besten Plätze ihrer Stadt zu zeigen. Die Orte, an die sie Jim Jarmusch führen würden, wenn es darum ginge, eine Film-Location in Dornbirn zu finden. Großstadtflair für Tagträumer Ich steige bei Tamara ein. Sie fährt eines von neun Leitner-Taxis, wie sie mir gleich erklärt. Die junge Dornbirnerin ist noch nicht lange als Mrs.Cab-Driver unterwegs, dafür hat sie gleich mit dem Nachtdienst begonnen. So ist es auch ein ziemlicher Zufall, dass ich sie bei einer Aushilfsschicht am Tag erwische. Ich habe erst vor einem halben Jahr mit dem Job angefangen, erzählt sie lächelnd, und seitdem bin ich fünf Tage die Woche nach Sonnenuntergang auf Achse. Ob sie da keine Angst hat? Nein, ich finde es in der Nacht ganz nett. Das Schlimmste war bisher, dass mir mal einer ins Lenkrad gegriffen hat und danach abgehauen ist, bekennt Tamara, und das passierte noch dazu gleich an meinem ersten Arbeitstag. Aber seitdem war nie mehr was manchmal ist es fast ein wenig langweilig. Mir passt der Job gut, ich bin gerne unterwegs und habe viel mit Leuten zu tun. Ihr spezielles Ziel für mich als Filmfreak ist noch nicht viel älter als ihre Taxi-Karriere: Das Dachterrassencafe des mondänen Panoramahauses an der Messekreuzung. Und sie hat recht: Die Kamera in meinem Kopf zoomt von der Großaufnahme der freundlichen Kellnerin, die mir einen Capuccino bringt, in die Totale. Die Aussicht auf die Berggipfel ringsum sowie den Bodensee dazwischen ist grandios. Dieser Schauplatz wäre vielleicht geeignet für die Schlüsselszene von Schlaflos in Seattle in den Alpen. Doch der Kameraschwenk gerät zu einem hypnotisierenden Sog à la Hitchcock und ich muss aufpassen, dass ich nicht wie James Stewart in Vertigo an Höhenangst zu leiden beginne.

16 Chromjuwelen für Große Jungs Mein Taxi-Guide heißt dieses Mal Gerri. Er kutschiert seit 2005 Fahrgäste durch Dornbirn und hat schon eine eigene Firma. Zusammen mit seiner Frau Carmen hat er zwei PKW und zwei Kleinbusse im Einsatz: Von der einfachen Taxifahrt über Krankentransporte bis zu Flughafentransfers, wir haben alles im Programm, erklärt Gerri seine Leidenschaft, wir haben auch das erste Rollstuhltaxi in der Stadt angeboten. Sein klassischer Männertipp in der Stadt ist das Rolls Royce-Museum im Gütle. Die längere Fahrt entlang der von bewaldeten Berghängen flankierten Dornbirner Ach, vorbei an der Talstation der Karrenseilbahn, lässt mich gleich an eine wilde Auto-Verfolgungsjagd denken in dieser Landschaft könnten beeindruckende Bilder entstehen, besonders wenn man die edlen Karossen des Museums dafür verwenden dürfte. Und wenn wir mehr Zeit hätten, erklärt mir mein Experte, wären natürlich die Rappenlochschlucht weiter Tal einwärts oder das kleine Bergdorf Ebnit noch zwei Dornbirner Kleinode, die als filmische Kulisse atemberaubende Perspektiven eröffnen würden zum Beispiel für die beiden Ausreißerinnen Thelma und Louise. Bei der Rückfahrt erzählt Gerri, der ebenfalls meist in der Nacht unterwegs ist, noch ein paar Anekdoten von nicht einmal mehr gehtüchtigen Gästen, die einem Taxler das Leben gelegentlich schwer machen. Gerri ist dennoch mit Leib und Seele Taxifahrer: Vor allem der Nachtbetrieb bringt viel Abwechslung. Ein guter Taxler braucht neben seinen Fahrkünsten auch einen gesunden Humor und eine Prise Menschlichkeit. Mir macht es einfach Spaß, in Dornbirn unterwegs zu sein Technik und Natur unter einem Dach Doris, meine Chauffeuse, stammt aus einer Taxi-Dynastie : Die Firma Johann Greber Reisen ist der älteste Betrieb dieser Branche in Vorarlberg, wie sie mir erzählt, ein Familienunternehmen mit viel Tradition. Ihr Urgroßvater Jakob hat schon 1924 mit der offiziellen Eintragung ins Register den Grundstein für das Bus- und Taxiunternehmen gelegt haben Doris und Adolf Greber die Führung übernommen, derzeit haben sie fünf Taxis und drei Reisebusse in Betrieb. Doris fährt mich zu einer besonderen Attraktion mitten in der Stadt: Die inatura. Auf einem ehemaligen Werksgelände hat man einen großen Stadtgarten samt darin liegendem Naturkundemuseum errichtet, eventuell eine ideale Kulisse für ein europäisches Remake des Streifens Leoparden küsst man nicht. Auch Doris hat, und das nicht nur wegen ihrer Familientradition, das Taxifahren im Blut. Sie erzählt von dem Stammkunden, der einmal sein Handy samt Kreditkarte im Taxi liegen ließ. Als sie ihn am nächsten Tag zu Hause anrief, meinte der gute Mann nur, er habe wirklich keine Zeit, beides abzuholen. Man möge ihm doch bitte alles vorbeibringen und bei der Gelegenheit bekam Doris auch gleich noch den Pin-Code der Karte mit der Bitte, doch 300 Euro von der Bank mitzubringen. Ein Zeichen für das Vertrauen, das die Dornbirner ihren langjährigen Chauffeuren entgegenbringen Auszeit für Romantische Vezir lässt mich im Taxi Laura Platz nehmen. Der Bosnier wohnt zwar in Götzis, ist aber seit über zehn Jahren hauptberuflich in Dornbirn unterwegs und kennt sich entsprechend gut aus. So hat auch er ein wunderschönes Plätzchen für mich parat: den Zanzenberg. Nach kurzer Fahrt ins Oberdorf führt ein schmales Gässchen, das recht versteckt hinter einem großen Haus abzweigt, steil in die Höhe. Es endet auf einem kleinen Plateau mit herrlichem Blick über Dornbirn. Die ideale Location für die Verfilmung einer Liebesszene: Die erste, zaghafte Annäherung, im Hintergrund die großen Kastanienbäume, ein leidenschaftlicher Kuss auf der Bank und der Kameraschwenk in die Weite des Tals und in die Dornbirner Bergwelt kitschiger geht es nicht! Ich erfahre von Vezir beim kurzen Rundgang, dass der Name Laura von seiner 6-jährigen Enkelin kommt. Ich habe mich vor drei Jahren selbstständig gemacht, will aber mit 60 in Pension. Und wegen der restlichen drei Jährchen, die ich noch unterwegs bin, wollte ich meinen Namen nicht mehr verwenden, erklärt der altgediente Chauffeur, danach wird meine Tochter das Geschäft mit den beiden Autos weiterführen. Den Namen Laura werden wir aber behalten.

17 Zarte Pflanze Kunstraum Dornbirn In einer großen alten Montagehalle einer schon lange nicht mehr existierenden Metallgießerei in der Nachbarschaft der inatura zeigt der Kunstraum Dornbirn zeitgenössische Kunst, wobei insbesondere Installationen und Videoarbeiten angeboten werden. Gerade dafür eignet sich die im Wesentlichen im Urzustand belassene Halle besonders gut. Der außergewöhnliche Ausstellungsraum hat zur Folge, dass bisher praktisch alle Künstler für die Halle ein ganz spezielles und erst im Zuge des Ausstellungsaufbaus konkretisiertes Projekt ausgearbeitet haben, also ein Unikat für die Kunstraum-Halle, welches jeweils nur für die Dauer der Ausstellung Bestand hatte. Diese Flüchtigkeit gibt den Werken einen ganz besonderen Anreiz. Danach zeugt nur noch der zu jeder Ausstellung erscheinende Katalog von den vergangenen, kühnen Einmaligkeiten. Bei der Auswahl der Künstler die nur Aufwandersatz, aber kein Entgelt erhalten wird vom Kunstraum-Team Wert darauf gelegt, Kontakt zu jüngeren, international tätigen Künstlern zu erlangen, die nach den Möglichkeiten der Voraussicht am Beginn einer Karriere stehen. So verweist der Kunstraum mit Stolz darauf, dass etliche gezeigte Künstler schon bald danach bei internationalen Ausstellungen (z.b. Dokumenta in Kassel) erfolgreich waren. Daneben werden aber auch Kunstschaffende eingeladen, aktiv zu werden, die den Durchbruch schon hinter sich haben; gerade im Jahre 2008 wird mit Mark Dion, Simon Starling und dem bekannten Schweizer Künstler Roman Signer Feinstes geboten. Dass die Ausstellungseröffnungen, die im Sommer bei Schönwetter in der traumhaften Kulisse des Stadtgartens stattfinden, mehr Fest als Feierlichkeit sind, hat sich auch schon herum gesprochen; gerade Solches macht dann wieder das eingangs erwähnte Klima aus, in dem Dornbirns Kunst gedeiht. Mit der Kunst ist es wie mit der Natur. Unkraut gedeiht überall; das Schöne und Gute braucht ein spezielles Umfeld, nämlich den richtigen Boden und ein günstiges Klima. Diese Voraussetzungen kann man mit viel Aufwand künstlich schaffen oder aber sie sind einfach da. Dornbirn scheint ein von Haus aus gutes Klima für die Entwicklung kultureller, künstlerischer Initiativen zu sein; was hier so einfach entsteht, muss anderswo mit viel größerem Subventionsaufwand hochgezogen werden. Der günstige Boden um bei unserem Beispiel zu bleiben sind die vielfältigen historischen Werkstätten, die sich als Stätten der Auf- oder Vorführung wunderbar eignen und die für diese besonderen Eigenschaften bei den Kunstschaffenden weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus bekannt sind, sodass diese gerne hierher kommen, um hier Kunst zu machen oder zu zeigen. Das spezielle Klima wiederum, welches das Entstehen von Kunst und Kultur in Dornbirn fördert, wird vor allem durch die beteiligten Personen bestimmt. Das sind Veranstalter und Künstler einerseits, die gerade bei der vorhandenen Infrastruktur gerne aktiv werden; die zweite Komponente ist das Dornbirner Publikum, welches in der Regel dem Präsentierten aufgeschlossen gegenübersteht, vom Angebot auch gerne Gebrauch macht und welches weiß, dass Kunstgenuss nicht abgehobene Förmlichkeit, sondern ars vivendi ist. Dies wissen auch die in Dornbirn aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke besonders aktiven Förderer, Gönner und Sponsoren und natürlich die Stadt Dornbirn selbst; alle diese Umweltbedingungen tragen dazu bei, dass das scheue Pflänzlein Kunst in Dornbirn eben gerade besonders gut die ihm eigene Kraft, zu wachsen, entfalten kann. Im Bereiche der zeitgenössischen, modernen Kunst sind in Dornbirn vor allem drei ganz spezielle Situationen auszumachen, auf welche manch andere, größere Kommune wohl neidvoll blickt:

18 art bodensee Die jüngste kulturelle Errungenschaft Dornbirns ist die Kunstmesse art bodensee, die von der Stadt Dornbirn und der Dornbirner Messegesellschaft initiiert, im Jahre 2001 erstmals ihre Pforten öffnete. Nach dem Modell der weltbekannten art basel bietet sie eine Übersicht über das Kunst-Angebot Mitteleuropas mit Schwerpunkt auf den Anrainerstaaten des Bodensees. Rund 50 ausgewählte Galeristen aus diesem Gebiet präsentierten zuletzt über 300 Kunstschaffende aus dem weiteren Bereich der bildenden Kunst, wobei das Angebot alte und neue Werke von großen und kleinen Sternen am Kunsthimmel umfasst, also denkbar breit gestreut ist. Die stetig zunehmenden Besucherzahlen zuletzt rund in vier Tagen bestätigen den Sinn der Sache. Dabei geht es aus der Sicht der Veranstalter nicht nur um die kommerziellen Aspekte; die Messe kann auch als Leistungsschau gesehen werden und ist somit ähnlich wie der Besuch eines guten Museums eine kulturelle Bereicherung für jeden Besucher. Die angebotenen Führungen verbessern den Zugang zur Kunst und dienen so der Vermittlung. Wie dies für eine Dornbirner Messe selbstverständlich ist, bietet auch die art bodensee ein gastronomisches Begleitprogramm. Da sie jeweils im Hochsommer stattfindet, ist das Konsumieren von Erfrischungen besonders wichtig. Durst ist bekanntlich einer der größten Feinde der Kunst, Abstinenz ihr Widerpart. Spielboden Dornbirn Während sich Kunstraum Dornbirn und art bodensee ausschließlich der bildenden Kunst wenn auch im weiteren Sinne widmen, ist der Spielboden auf allen anderen Gebieten zeitgenössischen Kunstschaffens aktiv. Auch der Spielboden ist in industriehistorisch bedeutsamen Gemäuern einer früheren, großen Textilfirma untergebracht, die allerdings anders als bei der Kunstraum-Halle in technischer Hinsicht auf den neuesten Stand gebracht wurden, um den Erfordernissen qualitativ hoch stehender Produktionen ebenso genüge zu tun, wie dem Bedürfnis des Zuschauers, der in angenehmer, entspannter Situation das Angebot genießen will. Dabei bewegen sich die Aktivitäten des Spielboden Dornbirn vor allem in den Bereichen Musik, Film, Tanz/Performance, Theater und Literatur. Es werden international anerkannte Stars ebenso präsentiert wie in Nischen tätige Kunstschaffende; alle lieben sie den Spielboden Dornbirn mit seinem arenaartigen Veranstaltungssaal und seiner Kantine, wo vor und nach den Veranstaltungen ein durchgängig motiviertes Publikum isst und/ oder trinkt. Besonders stolz ist man im Spielboden darauf, dass man in den Bereichen Jazz und Tanz ein hotspot mit Weltgeltung ist. Keine Größe des internationalen Jazz, die nicht schon am Spielboden aufgetreten wäre! Der Spielboden Dornbirn ist nun schon über 25 Jahre als Kulturveranstalter aktiv und hat in dieser Zeit immer wieder Kontroversielles oder Provokantes ins Programm genommen; dass die Stadt Dornbirn nach wie vor und sehr wahrscheinlich auch weiterhin durch ihre Subventionen die Tätigkeit des Spielboden Dornbirn ermöglicht, zeigt, wie wesentlich der Blick für das Wesentliche ist; damit sind wir wieder beim Boden und beim Klima.

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