und grünen Salat und Ähnliches fraß. Das war also in Ordnung, mein allerliebster Liebling. Siehst du das ein?

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1 Jetzt, mein allerliebster Liebling, kommt noch eine Geschichte aus den fernen, längst vergangenen Zeiten. Mitten in jenen Zeiten lebte ein stachelig-kratziger Igel an den Ufern des trüben Amazonas und fraß Schnecken im Häuschen und Ähnliches. Und er hatte eine Freundin, eine träg-starre Schildkröte, die auch an den Ufern des trüben Amazonas lebte und grünen Salat und Ähnliches fraß. Das war also in Ordnung, mein allerliebster Liebling. Siehst du das ein? Aber zur gleichen fernen, längst vergangenen Zeit lebte auch ein gefleckter Jaguar an den Ufern des trüben Amazonas, und er fraß alles, was er erwischen konnte. Wenn er keine Rehe oder Affen erwischte, fraß er Frösche und Käfer; und wenn er keine Frösche und Käfer erwischte, ging er zu seiner Mutter Jaguar, und sie erklärte ihm, wie man Igel und Schildkröten frisst. Immer wieder sagte sie ihm, wobei sie anmutig mit dem Schwanz wedelte: Mein Sohn, wenn du einem Igel begegnest, musst du ihn ins Wasser werfen, dann rollt er sich auseinander, und wenn du eine Schildkröte fängst, musst du sie mit der Pfote aus ihrem Panzer heben. Das war also auch in Ordnung so, mein allerliebster Liebling.

2 Eines wunderschönen Abends stieß der gefleckte Jaguar an den Ufern des trüben Amazonas auf den stachelig-kratzigen Igel und die träg-starre Schildkröte, die unter einem Baumstamm saßen, der am Boden lag. Sie konnten nicht weglaufen, und so rollte sich der Stachlig-Kratzige zu einem Ball zusammen, weil er ein Igel war, und die Träg-Starre zog Kopf und Füße unter ihren Panzer, so weit es ging, weil sie eine Schildkröte war; das war also auch in Ordnung, allerliebster Liebling. Siehst du das ein? Jetzt passt mal auf, sagte der gefleckte Jaguar, das ist nämlich sehr wichtig. Meine Mutter hat gesagt, wenn ich einem Igel begegne, soll ich ihn ins Wasser werfen, dann rollt er sich auseinander, und wenn ich eine Schildkröte fange, soll ich sie mit der Pfote aus ihrem Panzer heben. Wer von euch ist nun der Igel, und wer ist die Schildkröte? Denn bei meinen Flecken, ich weiß es nicht.

3 Weißt du noch genau, was deine Mami dir gesagt hat?, fragte der stachlig-kratzige Igel. Bist du dir ganz sicher? Vielleicht hat sie gesagt, wenn du eine Schildkröte auseinanderrollst, musst du sie panzern und aus dem Wasser heben, und wenn du einen Igel packst, sollst du ihn auf den Panzer werfen. Weißt du wirklich genau, was deine Mami dir gesagt hat?, fragte die träg-starre Schildkröte. Bist du dir ganz sicher? Vielleicht hat sie gesagt, wenn du einen Igel wässerst, musst du ihn in die Pfote werfen, und wenn du eine Schildkröte fängst, musst du sie panzern, bis sie sich auseinanderrollt. Ich glaube nicht, dass sie das gesagt hat, sagte der gefleckte Jaguar, aber er war ein bisschen durcheinandergekommen. Bitte, sagt es noch mal deutlicher. Wenn du mit der Pfote Wasser hebst, rollst du es mit einem Igel auseinander, sagte der Igel. Vergiss das nicht, das ist wichtig. Aber, sagte die Schildkröte, wenn du Fleisch auseinanderrollst, wirfst du es mit einer Schildkröte in die Pfote. Warum kapierst du das nicht?

4 Von euren Reden tun mir schon die Flecken weh, sagte der gefleckte Jaguar, und außerdem hab ich euch nicht um euren Rat gebeten. Ich wollte nur wissen, wer der Igel ist und wer die Schildkröte. Das sag ich nicht, sagte der Igel. Aber du kannst mich aus meinem Panzer heben, wenn du willst. Aha!, sagte der gefleckte Jaguar. Jetzt weiß ich, dass du die Schildkröte bist. Du denkst, ich würde es nicht tun. Von wegen! Der gefleckte Jaguar streckte seine Samtpfote genau in dem Moment aus, in dem der Igel sich zusammenrollte, und natürlich war die Samtpfote sofort voller Stacheln. Noch schlimmer der Jaguar schleuderte den Igel weit, weit weg in den Wald und zwischen die Büsche, wo es so dunkel war, dass er ihn nicht wiederfinden konnte. Dann steckte er die Samtpfote in den Mund, und da stachen die Stacheln noch mehr. Sobald er wieder sprechen konnte, sagte er: Jetzt weiß ich, dass es nicht die Schildkröte war. Aber, und er kratzte sich mit der stachellosen Pfote am Kopf, woher soll ich wissen, ob dieses andere Tier die Schildkröte ist?

5 Aber ich bin die Schildkröte, sagte die Schildkröte. Deine Mutter hat ganz recht. Sie hat gesagt, du sollst mich mit der Pfote aus dem Panzer heben. Nur zu. Vor einer Minute hast du das nicht gesagt. Der Jaguar suckelte sich die Stacheln aus der Samtpfote. Du hast gesagt, sie habe was ganz anderes gesagt. Nun, wenn du sagst, ich hätte gesagt, sie habe was ganz anderes gesagt, dann ändert das nichts an der Sache; denn wenn sie gesagt hat, was du gesagt hast, dass ich gesagt hätte, dass sie gesagt habe, dann läuft das aufs Gleiche hinaus, wie wenn ich gesagt hätte, dass sie gesagt habe, was sie gesagt hat. Wenn du aber meinst, sie habe gesagt, du sollst mich mit einem Panzer auseinanderrollen, statt mich mit Wasser in die Pfote zu heben, dann kann ich auch nichts daran ändern, stimmt s? Aber du hast gesagt, du möchtest, dass ich dich mit der Pfote aus deinem Panzer hebe, sagte der gefleckte Jaguar. Wenn du es genau bedenkst, dann fällt dir sicher ein, dass ich das nicht im Geringsten gesagt habe. Ich habe gesagt, deine Mutter habe gesagt, du sollst mich aus dem Panzer heben, sagte die Schildkröte. Und was passiert, wenn ich s mache?, fragte der Jaguar höchst verschnupft und höchst vorsichtig. Ich weiß es nicht, denn ich bin noch nie aus meinem Panzer gehoben worden; aber ich will dir ehrlich sagen, wenn du sehen möchtest, wie ich davonschwimme, dann brauchst du mich nur ins Wasser zu werfen.

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