Die Gefahr sicherer Verbindungen

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1 W H I T E P A P E R Die Gefahr sicherer Verbindungen

2 Eine sichere Verbindung soll Daten, die per Internet zwischen zwei Computern übermittelt werden, vor fremdem Zugriff schützen. Eine sichere Verbindung soll vertrauliche Daten vor Außenstehenden verbergen die Identität des Gegenübers feststellen übermittelte Informationen vor Einsicht und Veränderung durch Dritte schützen Verschlüsselung der Datenübertragung. Dieser Ansatz sieht das Verbergen des gesamten Inhalts der Netzverbindung sowie die Überprüfung der Authentizität der an der Netzverbindung beteiligten Computer vor. Allerdings werden die Daten selbst im Gegensatz zur erstgenannten Methode in den meisten Fällen nicht verifiziert. So ist es beispielsweise nicht möglich, die Authentizität des Absenders einer über einen verschlüsselten Kanal übertragenen festzustellen. Verschlüsselungsprotokolle dieser Art sind SSL und TLS. Zugriff auf das Postfach des Microsoft-Exchange-Servers während einer sicheren Verbindung Die gesicherte Übertragung von Daten kann mit unterschiedlichen Mitteln umgesetzt werden. In jedem Fall werden die Daten verschlüsselt, und es werden spezielle Schlüssel zu deren Dechiffrierung eingesetzt. Diese Schlüssel (oder auch Zertifikate) werden gewöhnlich in Datenbanken den so genannten Zertifikatsspeichern verwahrt, auf die ausschließlich autorisierte Anwender Zugriff haben. Konfiguration einer sicheren Verbindung in Outlook Express Verschlüsselung von Informationen. Dieser Ansatz beinhaltet das Verbergen von Daten (etwa s) vor Dritten und die Überprüfung der Authentizität des Absenders. Die Überprüfung der Authentizität der beteiligten zwei Computer ist bei dieser Methode allerdings nicht vorgesehen. Zur Herstellung einer verschlüsselten Nachricht, die von beiden Seiten gelesen werden kann, muss ein entsprechendes Programm wie PGP, GPG oder S/MIME installiert werden. Die Verschlüsselung von Daten ist im -Verkehr am weitesten verbreitet. Die überwiegende Mehrheit der Internet-Anwendungen unterstützt heute die Verschlüsselung der Datenübertragung, unter anderem -Server, Client- Programme, Web-Server und Browser. Dies gilt auch für die meisten Netzanwendungen wie Online-Banking- und Bezahl- Systeme. Die Umsetzung ist hierbei sehr einfach: Innerhalb der hergestellten gesicherten Verbindung kann ein Standardprotokoll zur Datenübertragung eingesetzt werden, so dass die von Programmierern vorzunehmenden Veränderungen innerhalb der fertigen Netzanwendung nur sehr gering sind. Die allgemein bekannten Protokolle funktionieren folgendermaßen: HTTPS (gewöhnliches HTTP das wichtigste Internetprotokoll wird mittels SSL/TLS verschlüsselt) POPS (gewöhnliches POP3 das wichtigste Protokoll für den -Empfang wird mittels SSL/TLS verschlüsselt) Datenverschlüsselung per PGP 2

3 SMTPS (gewöhnliches SMTP das wichtigste Protokoll für den -Versand wird mittels SSL/TLS verschlüsselt) IMAPS (gewöhnliches IMAP4 ein verbreitetes Protokoll für den -Empfang wird mittels SSL/ TLS verschlüsselt) NNTPS (gewöhnliches NNTP ein verbreitetes Protokoll zum Lesen von Nachrichten wird mittels SSL/ TLS verschlüsselt) Einige Webdienste stellen ihren Service ausschließlich über sichere Verbindungen zur Verfügung, wie etwa der -Dienst Googl . Schutz vor Internet-Bedrohungen Per Internet werden nicht ausschließlich nützliche, sondern auch für den Computer gefährliche Informationen übertragen. Zu den aktuellen Bedrohungen zählen Hacker-Attacken, Trojaner, -Würmer und Exploits. System zum Schutz vor Netzattacken (IDS Intrusion Detection System): Sucht (und blockiert) Hacker-Angriffe unabhängig vom benutzten Protokoll. Kann Viren erkennen, diese aber nicht aus den verbreiteten Protokollen löschen. Die einzig mögliche Aktion bei Entdeckung eines Virus in einer E- Mail ist daher der Abbruch der Verbindung zum Internet. Das allerdings ist kein garantierter Schutz vor Viren im Mailverkehr, und als Folge wird beim Versuch, andere s vom Server zu empfangen, die Verbindung durch die infizierte Mail immer wieder abgebrochen. Kann Viren in einer verschlüsselten Verbindung nicht erkennen. Die folgenden Programm-Typen und Software-Hardware-Kombinationen sollen davor schützen: Firewall Überprüft jede Netzverbindung des lokalen Computers auf Übereinstimmung mit den bestehenden Regeln und lässt die Verbindung dementsprechend zu oder blockiert sie. Erkennt Trojaner beim Versuch, gesammelte vertrauliche Daten weiterzuleiten, kann diese aber nicht löschen. Erkennt Viren weder in einer gewöhnlichen noch in einer verschlüsselten Verbindung. Blockierung einer Netzattacke Antiviren-Programm ( - und Web-Anti-Virus): Entdeckt jeden beliebigen, ihm bekannten Virus während der Übertragung oder des Empfangs über ein bekanntes Protokoll und macht diesen unschädlich. Kann keine Viren in einer verschlüsselten Verbindung erkennen. Entdeckung eines Virus in einer Swap-Datei Firewall-Anwendungsregeln 3

4 Wie bereits erläutert, können über Internetverbindungen sowohl nützliche als auch schädliche Daten übertragen werden. Standard-Software ist in der Lage, Computer vor Bedrohungen in gewöhnlichen Netzverbindungen zu schützen. Gegen Bedrohungen in gesicherten Verbindungen können herkömmliche Schutzprogramme allerdings nichts ausrichten, da gerade auf Grund des gesicherten Status eine Überprüfung des Inhalts nicht möglich ist. Über gesicherte Kanäle übertragener Schadcode kann so unter Umständen größeren Schaden anrichten als über gewöhnliche Verbindungen übertragene Malware. Da die Verschlüsselung von Netzkanälen in der Umsetzung sehr einfach ist und es (in den meisten Fällen) keine Authentifizierung des Dateiautors gibt, entsteht eine durchaus paradoxe Situation: Eine sichere Verbindung schafft die Illusion von Sicherheit, obwohl es keinerlei Garantie dafür gibt, dass über diese Verbindung keine Schadprogramme übertragen werden. Die Gefahr, die sichere Verbindungen in sich bergen, gewinnt gerade heute da diese immer größere Verbreitung erfahren zunehmend an Aktualität. Nachdem die Unterstützung von SSL/TLS in allen populären Internet-Anwendungen realisiert wurde, bietet die Mehrheit der Server im Internet ihre Dienste über gesicherte Verbindungen an. Neben Sites von Banken bieten auch immer mehr -Dienste und Online-Kontaktbörsen den Zugang zu ihren Sites ausschließlich über sichere Verbindungen an. Dabei sind die Administratoren dieser Server oftmals so unzureichend qualifiziert, dass selbst die Einrichtung des Servers zur Herstellung einer sicheren Verbindung nicht immer gelingt. Die Situation verschärft sich zudem dadurch, dass Remote-Attacken auf die Computer von Endanwendern organisiert werden, beispielsweise durch das einfache Platzieren einer infizierten Datei auf einem Server, der nur über eine gesicherte Verbindung erreichbar ist. Hierzu nun einige Beispiele. Googl und Viren Der -Dienst Googl ermöglicht nur den Zugang über eine sichere Verbindung. Es ist bekannt, dass auf dem -Server von Googl ein Antiviren-Programm installiert ist. Stellen wir uns nun einmal rein hypothetisch die folgende Situation vor: Ein Virenautor schickt seinen Virus an den Briefkasten eines Googl -Benutzers. Das Antiviren-Programm von Googl erkennt den Virus nicht, da die Antivirus-Datenbank nicht rechtzeitig aktualisiert wurde. Nach einer gewissen Zeit lädt der Benutzer die infizierte auf seinen Computer, da das Antivirus- Programm von Googl zur Optimierung seiner Arbeit die nur beim Empfang im Briefkasten, nicht aber bei der Weiterleitung an den Anwender überprüft. Auf dem lokalen Computer wird der Virus selbst bei aktivem lokalen -Antivirus und bereits bekannter Signatur nicht entdeckt, da entsprechend der Vorgaben von Googl die Verbindung verschlüsselt war und das lokale Antivirus-Programm die Mail nicht überprüfen konnte. Der Datei-Antivirus erkennt den Virus in der - Datenbank und fordert den User auf, sie zu löschen, da in manchen Fällen die Desinfizierung von - Datenbanken nicht möglich ist. Ergebnis: Der Benutzer verliert seine gesamten s. Viren auf Webservern Ein weiteres, nicht weniger aufschlussreiches Beispiel ist die Platzierung einer infizierten Datei auf einem Webserver. Wird der Virus auf einem gewöhnlichen HTTP-Server platziert, so droht einem durch einen Web-Antivirus geschützten Computer keine Gefahr. Die Situation wird allerdings ungleich undurchsichtiger, wenn der Virus auf einem Server abgelegt wird, der seine Dienste nur über das gesicherte HTTPS-Protokoll anbietet: Ein Virenschreiber, der eine Lücke im Zugang zu den auf dem Server gespeicherten Dateien nutzt (wie es bei dem Aufsehen erregenden Fall von infizierten Servern des russischen Providers Value host geschehen ist), ersetzt einen Teil dieser Dateien durch seinen Virus. Der User besucht mit Hilfe eines gewöhnlichen Browsers über das HTTPS-Protokoll die ihm bekannte Site. Der Web-Antivirus kann die Daten innerhalb der verschlüsselten Verbindung nicht einsehen und das Herunterladen der infizierten Dateien somit nicht verhindern. Anstelle einer normalen Web-Site wird ein Virus heruntergeladen, der eine Schwachstelle im Browser ausnutzt. Auch der Datei-Antivirus ist nicht in der Lage, seine Ausführung zu verhindern, da die infizierte Datei von ihm erst nach dem Kopieren auf die Festplatte erkannt werden kann, in diesem Fall also erst nach Ausführung des Schadcodes. Ergebnis: Der Computer ist infiziert. 4

5 Lösungen Um die Überprüfung von Daten zu gewährleisten, die über sichere Verbindungen übertragen werden, stellen die meisten Antivirus-Hersteller Plug-ins für die Web- Anwendungen zur Verfügung. Dieser Ansatz hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Vorteile: Der Datenstrom zwischen dem Kunden und dem Server wird nicht verändert. Der Datenstrom ist für Dritte unsichtbar. Nachteile: Bei vielen Anwendungen ist der Einsatz von Plugins nicht möglich, wie etwa bei dem am weitesten verbreiteten -Programm Outlook Express. Die Möglichkeiten, Plug-ins zu nutzen, sind eingeschränkt. Auch hier dient wieder Outlook Express als Beispiel. Antivirus-Plug-in für Microsoft Office Outlook Eine Alternative zu Plug-ins ist eine Kontrolle im Traffic, die auf der Man-In-The-Middle-Methode basiert. Bei dieser Lösung entfallen die negativen Seiten der Plugin-Architektur. Doch obwohl auch sie durchaus Nachteile mit sich bringt, sind die Antivirus-Hersteller gezwungen, diesen Weg zu gehen, um die Anwender zu schützen. Die beschriebene Methode ist ein Angriff auf das Wesen von SSL/TLS, denn sie fängt die sichere Verbindung ab, wechselt das Originalzertifikat und stellt zwei gesicherte Verbindungen her und zwar zwischen der Anwendung und dem Proxy-Antivirus sowie zwischen dem Proxy-Antivirus und dem anderen Computer. Gewöhnliche sichere Verbindung Überprüfbare sichere Verbindung Vorteile: Die Überprüfung der Verbindung wird für jede Client-Anwendung durchgeführt. Die Überprüfung der Verbindung auf Viren wird für jedes bekannte Protokoll durchgeführt. Neben der Antivirus-Überprüfung des Proxy können die Daten unter anderem auch auf Phishing, Spam und mehr überprüft werden. Ohne einen Angriff auf den Man In The Middle ist Dritten die Einsicht in den Datenstrom unmöglich. Nachteile: Der Datenstrom zwischen dem Kunden und dem Server wird verändert, was verschiedene Konsequenzen haben kann: Die Webanwendung kann die Authentizität des Servers nicht feststellen. Der Server kann die Authentizität des Kunden nicht feststellen. Führt der Proxy keine eigene Überprüfung der Authentizität durch, ist eine echte Man-In-The- Middle-Attacke möglich, in diesem Fall zwischen Proxy und Server. Eine derartige Attacke könnte von einem Virenschreiber genutzt werden, um Daten einzusehen und zu vertauschen. In der Praxis birgt eine kompetent organisierte Überprüfung im Traffic keine reale Gefahr für den Anwender, da sie direkt auf dem lokalen Computer auch im Dialog mit dem Anwender durchgeführt wird. Alle vom entfernten Computer empfangenen Zertifikate können vom Antiviren-Programm im Zertifikatsspeicher genauso überprüft werden wie von einer Web-Anwendung. Die Nachteile diese Technik werden durch den vollwertigen Schutz des Computers vor Bedrohungen in allen Arten von Netzverbindungen um ein Vielfaches wettgemacht. 5

6 Kaspersky Internet Security Kaspersky Internet Security bietet unter anderem die Überprüfung sicherer Verbindungen auf beide dargestellten Arten: Plug-ins für folgende Web-Anwendungen: Microsoft Outlook The Bat IE ScriptChecker Überprüfung gesicherter Verbindungen im Traffic nach der Man-In-The-Middle-Methode: Kaspersky Internet Security erstattet Bericht über alle vollzogenen Aktionen: Warnung des Anwenders vor der Ersetzung des Serverzertifikats durch das eigene Zertifikat. Überprüfung des vom Server erhaltenen Zertifikats im Zertifikatsspeicher von Windows wie auch von der Web-Anwendung durchgeführt. Auslassung des letzten Schritts der Man-In- The-Middle-Methode, nämlich der Registrierung des ausgetauschten Zertifikats im Speicher für vertrauenswürdige Zertifikate. Dies obliegt dem Anwender. Kaspersky Internet Security bietet die Möglichkeit, die Überprüfung der Verbindungen für die Anwendung, den Server und den Port gesondert zu deaktivieren. Damit werden alle denkbaren Fragen zur korrekten Funktion der Überprüfung der Authentizität des Kunden beantwortet. Kaspersky Internet Security führt alle möglichen Überprüfungen in gesicherten Verbindungen durch: Der Web-Antivirus erkennt Viren im Browser- Traffic. Der -Antivirus entdeckt Viren im Traffic des -Programms. Das Anti-Phishing-Modul erkennt gefälschte Sites und Links, die auf solche verweisen. Das Anti-Banner-Modul schützt den Anwender vor aufdringlicher Werbung. Die Komponente Anti-Spam schützt den Anwender vor unerwünschten s. Kaspersky Internet Security erkennt den Test-Virus eicar.com in einer gesicherten Browser-Verbindung Fazit Sichere Verbindungen dienen dem Schutz der übertragenen Daten. Allerdings gibt es heutzutage Bedrohungen, die ebenso gefährlich sind wie Raub oder Veränderung von Informationen und vor denen sichere Verbindungen keinen Schutz bieten. Außerdem führt der Begriff sichere Verbindung den Anwender in die Irre und weckt bei ihm die falsche Vorstellung von garantierter Sicherheit. Die Situation wird zudem so kompliziert, dass Standard-Sicherheitssoftware innerhalb sicherer Verbindungen ihre Funktionen nicht ausführen kann. Für einen vollwertigen Schutz von Computern vor allen Web-Bedrohungen ist der Einsatz spezieller Methoden zur Überprüfung gesicherter Verbindungen unerlässlich. Die einfachste und offensichtlichste Lösung besteht in diesem Fall in der Verwendung von Plug-ins für Web-Anwendungen, doch leider unterstützen viele Anwendungen deren Integration nicht oder schränken ihre Funktionalität wesentlich ein. Eine zusätzliche Lösung, die von Antiviren-Herstellern angeboten wird, ist die Überprüfung des Traffics. ist in keinem Fall zu unterschätzen. Bei der Auswahl von Schutz-Software für den eigenen Computer sollte man sich unbedingt davon überzeugen, dass das gewählte Antiviren- Programm vollwertigen Schutz vor allen Web-Bedrohungen bietet. Vitaly Denisov Technologische Forschungen, Kaspersky Lab 6

7 Kaspersky Lab Kaspersky Lab reagiert im weltweiten Vergleich von Antivirus-Herstellern meist am schnellsten auf IT- Sicherheitsbedrohungen wie Viren, Spyware, Crimeware, Hacker, Phishing-Attacken und Spam. Die Produkte des global agierenden Unternehmens mit Hauptsitz in Moskau haben sich sowohl bei Endkunden als auch bei KMUs, Großunternehmen und im mobilen Umfeld durch ihre erstklassigen Erkennungsraten und minimalen Reaktionszeiten einen Namen gemacht. Neben den Stand-Alone-Lösungen des Security- Experten ist Kaspersky-Technologie Bestandteil vieler Produkte und Dienstleistungen führender IT- Sicherheitsunternehmen. Kontakt Kaspersky Labs GmbH Steinheilstr Ingolstadt Telefon: +49 (0) Telefax: +49 (0)

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