Bachelorarbeit. im Studiengang Mehrsprachige Kommunikation

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1 Bachelorarbeit im Studiengang Mehrsprachige Kommunikation Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation Entwicklungshilfe Neuere kritische Stimmen der Nehmerseite Erstgutachter: Zweitgutachter: Prof. Dr. Harald Weyel Dipl.-Dolm.OSTR in Gesine Rummel-Cohrs vorgelegt von: Eva Janßen Matrikel-Nr.: Köln, 14. Juli 2008

2 Entwicklungshilfe Neuere kritische Stimmen der Nehmerseite Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Entwicklungshilfe und ihre Schwächen Entwicklungsrunden - Eine unfaire Sache Auswirkungen der Entwicklungshilfe in Afrika Warum die Erhöhung der Entwicklungshilfe keine Lösung ist...9 Uganda als Beispiel 3.2 Warum Afrikaner Entwicklungshilfe ablehnen Die Zukunft der Entwicklungshilfe Grameen Bank- Ein soziales Unternehmen Fair Trade Fazit...24 Bibliographie URLographie Anhang

3 1.) Einleitung Die vorliegende Bachelorarbeit zum Thema Entwicklungshilfe Neuere kritische Stimmen der Nehmerseite ist in fünf Kapitel unterteilt, die in jeweiligen Unterpunkten drei Themenbereiche behandeln: Entwicklungshilfe und ihre Schwächen, Auswirkungen von Entwicklungshilfe in Afrika und die Zukunft der Entwicklungshilfe. Das wesentliche Thema dieser Arbeit ist die Erleuterung der These Entwicklungshilfe abzuschaffen. Im Zuge dessen werden die Schwächen von Entwicklungspolitik und -maßnahmen dargelegt, um die These zu untermauern. Schließlich werden die Gründe aufgeführt weshalb Entwicklungshilfe in Afrika auf Ablehnung stößt und im letzten Kapitel wird ein Zukunftsausblick gegeben, indem positive Formen von Entwicklungshilfe vorgestellt und erklärt werden. 2.) Entwicklungshilfe und ihre Schwächen Entwicklungshifle existiert bereits seit über 40 Jahen und entstand aufgrund des Wirtschaftszusammenburchs, der sich in Afrika in den Fünfziger- und Sechzigerjahren vollzog, nachdem sich die Kolonialmächte aus den Ländern zurückgezogen hatten. Die Gesamtsumme, die bis heute an afrikansiche Länder gezahlt wurde beläuft sich auf 600 Mrd. US Dollar. Entwicklungshilfe setzt sich aus Darlehen, Subventionen und der ODA (Official Development Assistance) zusammen. In den sechziger Jahren wurden besonders die Industriealisierung und Importsubstitutionen finanziert, 10 Jahre später konzentriete man sich besonders auf Gesundheit, Nahrung, Unterkunft und Bildung und in den Achzigern lagen die Prioritäten auf den Strukturanpassungen, Einsparungen im öffentlichen Sektor und Exportförderung. Die Neunziger waren dann von der Theorie der nachhaltigen Entwicklung geprägt. Seit 2001 werden die MDGs, die Millenniums- Entwicklungsziele verfolgt, nach denen die Armut bis 2015 weltweit halbiert werden soll 1. Entwicklungshilfe bzw. Entwicklungspolitik ist jedoch von je her untrennbar mit Interessenspolitik verbunden. Das Schaubild 1 im Anhang zeigt die verschiedenen Interessensgruppen die in der Entwicklungspolitik vertreten sein wollen. So ist es nicht überraschend, dass Afrika nicht zu 100% von der Entwicklungshilfe profitiert, da die Bestrebungen von Industrie, Banken, Gewinnungs- und Förderungsunternehmen, etc., 1

4 ebenfalls berücksichtigt werden. Entwicklungshilfe hat viele Länder von der Geberseite abhängig gemacht, wodurch sich ihre effektive Beteiligung an den WTO-Runden (World Trade Organization) verschlechtert hat, wie noch erleutert wird ) Entwicklungsrunden Eine unfaire Sache Seit der Gründung des GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) im Jahr 1948, das 1995 von der WTO abgelöst wurde, wird das Vorhaben verfolgt, für Entwicklungsländer diskriminierende Auflagen im internationalen Handel zu beseitigen sowie Zölle und andersartige Handelshemmnisse zu reduzieren. Doch trotz der Prämisse der Nichtdiskriminierung und der Gegenseitigkeit spielten die Entwicklungsländer in den ersten sieben Entwicklungsrunden keine große Rolle. Im Vordergrund standen die Interessen der entwickelten Länder, die sich auf die eigenen Märkte beschränkten. Da die Entwicklungsländer also nur eine Außenseiterrolle einnahmen, wurde das Welthandelssystem immer mehr auf die Interessenbereiche der Industrieländer, die in die Verhandlungsprozesse involviert waren, abgestimmt. Aus diesem Grund wurden zum Beispiel in der Tokio-Runde der siebziger Jahre in erster Linie die Schutzzölle der Güter reduziert, die für die entwickelten Länder von Bedeutung sind und nicht die, jener Güter, die voranging von Entwicklungsländern exportiert werden. Die Diskriminierung der armen Länder nahm in den Verhandlungen über Agrar- und Textilgüter ihren weiteren Verlauf. Diese zwei Produktionszweige spielen für die Entwicklungsländer eine besonders große Rolle, da sie hier einen komparativen Produktionsvorteil gegenüber den Industrienationen haben. Die Textilbranche fiel beispielsweise unter das MFA (Multifaserabkommen), demzufolge die Entwicklungsländer zur Aushandlung von bilateralen Mengenkontingenten verpflichtet waren, um in Industrieländer exportieren zu dürfen. Textilien aus anderen entwickelten Ländern hingegen wurden keinen Importbeschränkungen unterworfen 3. Der IWF (Internationaler Währungs Fond) schätzt, das dadurch und in Verbindung mit den Spitzenzöllen von über 15%, der Aufbau von ca. 27 Mio. Arbeitsplätzen in den Entwicklungsländern verhindert wurde nahmen die 2 URL 3. 3 Stiglitz, Charlton, 2006,

5 USA, die EU und Japan mit diesen Zöllen 11 Mrd. US Dollar in ihre Import-Kassen ein. Weitere Schätzungen ergeben, dass die Entwicklungsländer, bei völliger Liberalisierung dieser Märkte, pro Jahr ca. 2-3 Mrd. US Dollar aus Exporten einnehmen könnten 4. Diese Benachteiligung der armen Länder änderte auch Artikel 18 der GATT-Regeln nicht, der diesen Ländern eine differenzierte Behandlung zusicherte. Demnach war ihnen erlaubt wirtschaftliche Entwicklungsprogramme und strategien zur Hebung des allgemeinen Lebensstandards zu implementieren und protektionistische und andere Importmaßnahmen durchzuführen. (Stiglitz, Charlton 2006, 57) Dieser Sonderstatus bot ihnen zwar die Möglichkeit der freien Wahl ihrer Entwicklungsstrategien und der Anhebung von Zöllen nach eigenem Ermessen, verstärkte aber gleichzeitig ihre Position im Abseits und minderte ihre Verhandlungsmacht gegenüber den starken Nationen 5. Im Laufe der Jahre gewannen die Entwicklungsländer allerdings an Handelsbedeutung, sodass sie ihre Position in der internationalen Handelspolitik stärken konnten und 1986 erstmals aktiv in die Verhandlungen der Uruguay-Runde miteinbezogen wurden. Die Ergebnisse waren jedoch mehr als unbefriedigend für die armen Länder, da nach wie vor die Interessen der Industrieländer Priorität hatten, wie schon am Beispiel des Multifaserabkommens erklärt wurde. Schätzungen zu Folge, verloren die 48 LLDCs (Least Developped Countries) dadurch sogar jährlich einen Betrag von 600 Millionen US- Dollar. Die durchschnittlichen Zölle auf Importen aus Entwicklungsländer waren viermal so hoch wie auf Importgüter aus entwickelten Ländern und die Versprechungen der Industrieländer, bezüglich finanzieller Hilfe bei den Implementierungskosten, die den Entwicklungsländern durch die Umsetztung von neuen Maßnahmen oder Abkommen entstehen, waren für sie nicht verbindlich. Die Entwicklungsländer mussten sich also auf deren Wohlwollen verlassen 6. Weitere Benachteiligungen der LLDCs im internationalen Handel, die auch von anderen Entwicklungsrunden nicht abgeschafft werden konnten, sind unter anderem nicht-tarifäre Handelsbarrieren in Form von Produktstandards (der sogenannte Grauzonenprotektionismus), Anti-Dumping-Zölle und die sogenannte Zolleskalation. Bei dieser Maßnahme erhöhen sich die Einfuhrzölle mit dem Verarbeitungsgrad des Produkts aus Entwicklungsländern, was die Industrialisierung unnötig hemmt und entwicklungspolitischen Zielen entgegenwirkt. So erzielt 4 Nuscheler, 2006, Stiglitz, Charlton, 2006, Stiglitz, Charlton, 2006,

6 beispielsweise die USA mit den Zolleinnahmen aus Frankreich und Bangladesch die gleiche Summe, wobei die Importe aus Frankreich zwölfmal höher sind als die aus Bangladesch 7. Ein weiteres Problem stellen die Agrarsubventionen dar, die zwar in der Uruguay-Runde und in der Runde von Cancún formal eingedämmt werden konnten, aber aus eigenen Wirtschaftsinteressen der entwickelten Länder teilweise trotzdem nicht reduziert wurden. Der Agrarprotektionismus existiert in Form von Importbeschränkungen und Exportsubventionen und hat den Entwicklungsländern nicht nur untereinander Absatzmärkte genommen, sondern in einigen Ländern ganze Produktionszweige vernichtet und den Menschen dadurch ihre Existenzgrundlage entzogen. Mit den 30-50% billigeren Agrarprodukten können die Preise der Produkte in den LLDCs nicht mithalten. Für Exportsubventionen von Agrarprodukten gibt es allerdings keine logische Erklärung, es ist vielmehr die schärfste Form politischer Schizophrenie, die sich die reiche Welt leistet (SZ zitiert nach Nuscheler 2006, 328), wenn man bedenkt, dass diese Maßnahmen die Industrieländer nach Aussage der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development) jährlich 320 Mrd. US Dollar kosten, was das Sechsfache der gesamten internationalen Entwicklungshilfe ist. Würden die Agrarsubventionen hingegen vollkommen abgebaut, lägen die Gewinne der gesamten Dritten Welt, nach Schätzungen der Weltbank, bei 60 Mrd. US Dollar, was dem Gesamtbetrag der internationalen Entwicklungshilfe entspricht und somit würde 144 Mio. Menschen aus der Armut verholfen. Den Politikern und Wirtschaftsexperten sind diese Zahlen bekannt, doch um den Wohlstand in ihren eigenen Volkswirtschaften zu steigern, arbeiten sie wissentlich gegen die Entwicklung der armen Länder 8. Die globale Protestbewegung aufgrund der Seattle-Runde von 1999 hat gezeigt, dass die Themen Armut und Entwicklungspolitik im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit angelangt sind. Durch den Druck der Massen bzw. der Verbraucher liessen sich Regierungsentscheidungen im Wirtschaftssektor beeinflussen und für Entwicklungsländer positiv verändern 9. Damit die Entwicklungsländer zukünftig von den Handelsbeziehungen besser profitieren können, ist es notwendig, eine faire Entwicklungsrunde ins Leben zu rufen. Doch die Frage wie eine faire Entwicklungsrunde auszusehen hat ist nicht leicht zu beantworten. Erste Voraussetzung ist der soziale Gedanke, nachdem nicht mehr nur die eigenen 7 Nuscheler, 2006, Nuscheler, 2006, Stiglitz, Charlton,2006, 68; Nuscheler, 2006,

7 Interessen im Vordergrund stehen, sondern die des Kollektivs 10. Zur Entwicklung einer Agenda sollte sich die WTO im Vorfeld folgende Fragen stellen: Über welche Themenbereiche sollte sich eine WTO-Agenda erstrecken? Was zeichnet ein faires Abkommen aus? Was sind die Merkmale eines fairen Verhandlungsprozesses? (Stiglitz, Charlton 2006, 81) In den später stattfindenden Handelsgesprächen sollten vier Grundlagen gelten: 1. Die Auswirkungen eines jeden Entwicklungsprojekts müssen geprüft werden und sind diese negativ, muss es von der Agenda gestrichen werden. 2. Die Inhalte der Abkommen sollen fair sein. 3. Alle Abkommen müssen fair zustande kommen. 4. Die Agenda muss sich auf handelsbezogene und entwicklungsfreundliche Themen beschränken. (Quelle: Stiglitz, Charlton 2006, 82) In den Verhandlungen hat eine gerechte Entwicklungsrunde dann die schwere Aufgabe, durch die Abkommen, für beide Parteien den größtmöglichen Nutzen und die geringst möglichen Kosten zu erzielen, unter der Berücksichtigung der beiden äußerst unterschiedlichen Ausgangspositionen. Denn die Industriestaaten sitzen am Ende immer am längeren Hebel, indem sie beispielsweise ihre Hilfeleistungen von der Erfüllung ihrer Forderungen abhängig machen. (Stiglitz, Charlton 2006, 89) Doch unter den einzelnen Entwicklungsländern und den verschiedenen Bevölkerungsschichten innerhalb eines Landes können sich Abkommen unterschiedlich auswirken, was bei den Verhandlungen berücksichtigt werden muss 11. Die Liberalisierung des Handels bringt zum Beispiel nicht in jedem Land die gleichen Vor- und Nachteile hervor. Es gilt also [...] zwischen Maßnahmen, die einem Land in fast jedem Fall Vorteile bringen, Maßnahmen, die ihm nur unter Umständen nützen, und Maßnahmen, die im Wesentlichen umverteilender Natur sind, indem Gewinne auf der einen Seite durch Verluste auf der anderen aufgehoben werden (Stiglitz, Charlton 2006, 86) zu unterscheiden. Damit die Entwicklungsländer trotz ihrer Situation besser von der Handelsliberalisierung profitieren können, benötigen sie für die entstehenden Anpassungskosten finanzielle Unterstützung und man muss ihnen längere Anpassungszeiträume gewähren, d.h. die Liberalisierung muss Stück für Stück 10 Stiglitz, Charlton, 2006, Stiglitz, Charlton, 2006, 83/ 121 5

8 durchgeführt werden. Zu diesem Zweck sollten sich alle WTO-Mitglieder dazu verpflichten, ihre Märkte für alle Entwicklungsländer und deren Güter zu öffnen, die ärmer und kleiner sind als sie selbst. Das würde bedeuten, dass jedes Entwicklungsland freien Zugang zu allen Märkten mit (a) einem größeren BIP und (b) einem größeren BIP pro Kopf erhalten würde. (Stiglitz, Charlton 2006, 122) Ferner sollte die Abschaffung jeglicher Agrarsubventionen der Industrieländer erfolgen. Vorrangiges Ziel solcher Liberalisierungsabkommen sollte also nicht länger die Wechselseitigkeit der Handelsbeziehungen sein, wie es in früheren Entwicklungsrunden der Fall war 12. Ein letzter Punkt, der keinesfalls in einer fairen Entwicklungsrunde fehlen darf, ist mehr Transparenz in den Verhandlungen und in den Streitschlichtungsverfahren. Transparenz verhindert Machtmissbrauch und Vorgehensweisen wie die Green Room Discussions, informelle Runden, in denen meist nur die G7 Staaten vertreten sind und wichtige Entscheidungen vorbereiten 13. Ein Vorschlag für eine Agenda einer echten Entwicklungsrunde nach Stiglitz und Charlton befindet sich in tabellarischer Form im Anhang. 12 Stiglitz, Charlton, 2006, 86/ Stiglitz, Charlton, 2006, 96; Nuscheler, 2006, 332 6

9 3.) Auswirkungen von Entwicklungshilfe in Afrika In früheren Kapiteln wurde bereits erläutert, dass Entwicklungspolitik immer auch Interessenspolitik ist. Die Auswirkungen dieser Politik sollen hier dargelegt werden. Die bisherigen Ergebnisse der geleisteten Entwicklungshilfe sind in den meisten Ländern nicht sehr überzeugend. Viele Länder auf der Nehmerseite sind durch Entwicklungshilfe noch ärmer geworden und haben den Teufelskreis der Armut (s. Schaubild 2 im Anhang) noch nicht durchbrochen. Der Anteil am Welthandel beträgt nur knapp über 1%, was der Hälfte des Anteils von 1960 entspricht, deshalb bleibt es fraglich ob die Erhöhung der ODA (Official Development Assistance) die gewünschten Resultate erzielt. Berechnungen zeigen, dass sich Afrika bis 1962 selbst mit Nahrungsmitteln versorgen konnte und das BIP zwischen 1980 und 1986 im Durchschnitt um 3,4% gesunken ist. In Ländern der Subsahara, macht Entwicklungshilfe heute mehr als 10% des BIP aus, doch gerade sie zählen zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Dort leben nach Schätzungen der Weltbank ca. 70% der Menschen von 1 Dollar pro Tag. Jeffery Sachs, amerikanischer Ökonom, und die Regierungschefs der G8 Staaten, forderten deshalb im Jahr 2005 den so genannten big push, die Verdopplung der Entwicklungshilfe, die im Falle von Subsahara-Afrika eine Aufstockung von 25 Mrd. auf 50 Mrd. US Dollar im Jahr bedeutete 14. Aktuellen Schätzungen zufolge werden allerdings 40% der Entwicklungshilfe in Afrika für Waffen und Militär ausgegeben. Auch die Weltbank stellte fest, dass nur 13% der Gelder für ein Bildungsprogramm in Uganda auch tatsächlich in Schulen investiert wurden, der Rest verschwand in anderen Kanälen. Die Erhöhung der Entwicklungshilfe bietet der Korruption also einen nur noch weiteren Aktionsrahmen. Schätzungen haben ergeben, dass sie die afrikanischen Länder pro Jahr 148 Mrd. Dollar kostet 15. Korruption treibt schmutzige Geschäfte voran, wie zum Beispiel das große Aids- Geschäft. Nichts lässt so viel Geld in die Staatskassen der Entwicklungsländer strömen wie schockierende Aids-Zahlen. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul meint jedoch, dass die Gelder keinesfalls unkontrolliert fließen würden, da sie an Transparenzkriterien gebunden seien, wie den BTI oder den CPI. Der BTI (Bertelsmann Transformations-Index) untersucht jedes Jahr den Zustand der Rechtsstaatlichkeit in den 125 Entwicklungsländern, während der CPI (Corruption Perception Index) den Korruptionsgrad feststellt. Die CPI Statistiken werden jährlich von der nicht staatlichen 14 URL 1; URL 4; URL 5; URL URL 1; URL 7; URL 8. 7

10 Organisation Transparency International durchgeführt 16. Zur Veranschaulichung befinden sich Auswertungen von BTI und CPI aus dem Jahr 2007 in Grafik 1 und 2 im Anhang. Nach James Shikwati, Ökonom aus Kenia, sind jedoch die Steuergelder der Afrikaner, über die sich die Regierungen finanzieren sollten, das einzig wirksame Mittel gegen Korruption, denn kein Bürger würde mit seinem erwirtschafteten Geld korrupte Politiker unterstützen. Da es sich bis jetzt jedoch um fremdes Geld handelt, fühlt sich niemand verantwortlich gegen die Umstände vorzugehen 17. Mit anderen Worten die afrikanischen Regierungen profitieren am stärksten von den Hilfsgeldern, die wichtige Reformen und good governance verhindern. Folglich müsste in den meisten Ländern der Subsahara eine Steuer- und Haushaltsreform stattfinden. Denn solange nicht erkannt wird, dass der überwiegende Teil der afrikanischen Probleme innerstaatlicher und nicht außerstaatlicher Natur ist, wird die westliche ODA Afrika nicht aus der Armut verhelfen können, sei sie auch noch so hoch 18. Die Entwicklungshilfe erfüllt praktisch die öffentlichen Aufgaben der Regierungen und gibt dadurch falsche Impulse, weil so das Verhalten der afrikanischen Regierungschefs unterstützt wird, sich nicht mit den eigenen Staatsangelegenheiten auseinanderzusetzen und gute Regierungsführung an den Tag zu legen. Es fehlt schlicht die Notwendigkeit. Dabei wären die beiden Aspekte Voraussetzungen, um wirtschaftliches Wachstum zu gewährleisten und die Privatwirtschaft durch Direktinvestitionen anzukurbeln, um die Lebensumstände der Menschen zu verbessern 19. Es lässt sich also aus Sicht von James Shikwati der Schluss ziehen, dass Entwicklungshilfe oft kontraproduktiv ist, weil sie Abhängigkeit manifestiert und Eigeninitiative und Unternehmertum nicht genügend fördert. Denn Entwicklung ist ein Prozess, der sich aus dem Handeln einzelner Personen ergibt, dessen Ergebnis, und nicht die Ursache, Geld ist. Aus diesem Grund weckt auch der Schuldenerlass, der im Zuge der Millenniums Entwicklungsziele vereinbart wurde, falsche Verhaltensweisen. Solche Maßnahmen geben keine Anreize den Status quo zu verändern, sondern fördern mehr oder weniger dessen Beibehaltung 20. Die afrikanischen Wirtschaftsexperten James Shikwati und Andrew Mwenda sehen in der Entwicklungshilfe nicht die Lösung, sondern eines der fundamentalen Probleme im Kampf gegen Armut und dem Streben nach wirtschaftlicher Entwicklung. Deshalb fordern sie die sofortige Einstellung der gesamten Entwicklungshilfe, die jedoch nicht mit humanitärer Hilfe in Katastrophenfällen zu 16 URL 9; URL 10; URL URL URL 10; URL URL 12; URL URL 1; URL 14; URL 15; URL 16. 8

11 verwechseln ist. Die unterschiedlichen Umstände in den verschiedenen Ländern müssen allerdings berücksichtigt werden, d.h. ihnen muss ein Anpassungszeitraum gewährt werden, der je nach Land zum Beispiel zwischen 3 und 10 Jahren betragen kann. In dieser Zeit sollte die Entwicklungshilfe dann stetig abgebaut werden, bis sich die nötige Wirtschaftstätigkeit, eine angepasste Fiskalpolitik, Wachstum und eine unabhängige Privatwirtschaft gebildet haben 21. Dass Afrika auch ohne Entwicklungshilfe Entwicklung hervorbringen kann, zeigt sich an einem Beispiel aus den 80er Jahren, als die Weltbank ein Programm zum Aufbau von Telefonleitungen ins Leben rief, dieses aber von den betroffenen afrikanischen Regierungen nicht umgesetzt wurde, ergriff die Bevölkerung die Initiative und es gelang, einen Markt für Mobiltelefone zu schaffen. Das solche Initiativen und die aktive Beteiligung der Bevölkerung an Hilfsprogrammen wichtig sind, wird durch ein anderes Beispiel deutlich. Norwegen investierte 23 Mio. US Dollar in den Bau einer Fischfabrik in Nordkenia und musste im Nachhinein feststellen, dass in dieser Region gar kein Fisch gegessen wird. Diese Fehlinvestition hätte durch Berücksichtigung der kulturellen Hintergründe und der aktiven Beteiligung des Volkes vermieden werden können ) Warum die Erhöhung der Entwicklungshilfe keine Lösung ist - Uganda als Beispiel Die pauschale Erhöhung der Entwicklungshilfe lässt landesunterschiedliche Umstände außer Acht und geht davon aus, dass afrikanische Regierungen nicht in der Lage sind, die jeweiligen Staatskosten zu tilgen. Ugandas Staatskassen werden zu 50% durch Entwicklungshilfe gefüllt, um die staatlichen Ausgaben decken zu können. Im Jahr 2005 setzten sich die Staatsausgaben unter anderem zu 1% aus Ausgaben für den bürokratischen Regierungsapparat und zu weiteren 11% aus Ausgaben für das Militär zusammen. Die verbleibenden Kosten, die nicht mit der Entwicklungshilfe abgedeckt werden, sollten sich schließlich durch Steuergelder finanzieren. Doch Steuereinnahmen machen in Uganda nur ca. 12% des BIPs aus, wobei die Menschen mit den höchsten Einkommen von Steuerzahlungen befreit sind und so wird das Volk, welches ordnungsgemäß seinen Anteil am BIP leistet, mit immens hohen Steuersätzen von bis zu 21 URL 1; URL URL 17; URL 18; Nuscheler, 2006,

12 30% bestraft bzw. zur Nicht-Zahlung von Steuern verleitet 23. Wie im vorherigen Kapitel bereits erwähnt, sollte Entwicklungshilfe Anreize schaffen Reformen durchzuführen, die Staatsausgaben zu senken und die Steuereinnahmen zu erhöhen. Die Erhöhung der Entwicklungshilfe sorgt allerdings nur für mehr Abhängigkeit und nicht für mehr Verantwortlichkeit dem eigenen Staat gegenüber und verlangsamt die Reformprozesse nur. Der Schuldenerlass, praktisch eine indirekte Erhöhung der Entwicklungshilfe, kann auch keine Lösung sein. In nachfolgender Tabelle ist zu erkennen, dass das HIPC- Programm (Higly Indebted Poor Countries Initiative) in Uganda zu noch größerer Verschuldung führte. In der Zeit vor der Einführung von HIPC betrug Entwicklungshilfe in Uganda im Durchschnitt 593 Mio. US Dollar pro Jahr. 6 Jahre später betrug sie allerdings schon 783 Mio. US Dollar, d.h. die Entwicklungshilfe ist in diesem Zeitraum praktisch um 32% gestiegen. (Quelle: Mwenda 2008, URL 19) Die Ausgaben für Militär hatten sich zwischen 2000 und 2005 von 110 Mio. auf 200 Mio. US Dollar verdoppelt. Als dann 2005 bekannt wurde, dass 80% von Ugandas gesamten Schulden, d.h. 4,9 Mrd. US Dollar erlassen werden sollen, reagierte das Land mit einer Ausweitung des bürokratischen Apparates von 56 auf 80 Regierungsbezirke, was die Ausgaben des öffentlichen Sektors auf 120 Mio. US Dollar ansteigen ließ 24. Diese Maßnahmen sind der armen Bevölkerung also in keiner Weise zugute gekommen. Im Gegenteil, die Armutsrate, die zwischen 1992 und 1998 reduziert worden konnte, stieg 23 URL URL 20; URL

13 trotz Schuldenerlass und erhöhter Entwicklungshilfe Ende der 90er Jahre wieder an. In Ost-Afrika sogar um ca. 20%, wie in der folgenden Grafik erkennbar ist 25. (Quelle: Mwenda 2008, URL 19) 3.2) Warum Afrikaner Entwicklungshilfe ablehnen Ursachensuche Die Gründe warum Afrikaner Entwicklungshilfe ablehnen, liegen in der Geschichte weit zurück und sind hauptsächlich psychologischer Natur bzw. kulturellen Ursprungs. Nach Sklaverei und Kolonialisierung hat sich in Afrika ein Gefühl der Minderwertigkeit gegenüber dem Westen entwickelt, das erhebliche Ausmaße angenommen hat. Die Afrikaner sehen sich selbst als Opfer und sind davon überzeugt nicht zur aktuellen Weltgeschichte zu gehören, weshalb man sich nicht für das eigene Schicksal verantwortlich fühlt und somit wird Entwicklung als die Sache der Weißen empfunden 26. Es ist zu bedenken, dass allein der Begriff Entwicklung oder Entwicklungsland bei den Afrikanern tiefe Demütigung hervorruft, da dies theoretisch eine Unterentwicklung voraussetzt 27. Nun haben aber historische Zeugnisse bewiesen, 25 URL Kabou, 1991, 23/ Kabou, 1991,

14 dass dem nicht so war, denn einige 100 Jahre, bevor die Europäer einen Fuß auf afrikanischen Boden setzten, gab es auf dem schwarzen Kontinent bereits erstaunliche Entwicklungen im Bereich Wissenschaft und Technik. 28 Und dennoch begreifen sich die Afrikaner heute, dem Westen als kulturell und technisch unterlegen 29. Dies bewirkt schließlich eine generelle Ablehnung gegenüber jeglichen fortschrittlichen Errungenschaften, die aus dem Westen stammen. Aus diesem Grund wird die Besinnung auf alte Traditionen, die gleichzeitig nicht selten fortschrittshemmend sind, propagiert, um kulturelle Eigenart zu demonstrieren, was Afrikas erklärtes Ziel ist. Darin wird es sogar teilweise noch vom Westen unterstützt. In den siebziger Jahren fand die Entwicklungstheorie der Rückkehr zur Natur, der afrikanischen Intellektuellen, die Afrika immer wieder zur Ablehnung der Industrialisierung und der Konsumgesellschaft aufriefen, sowohl bei der afrikanischen Elite, als auch im Westen Anklang. Denn der Westen fürchtete Afrika als Konsumgesellschaft, da dies die spärlichen Ressourcen des Planeten in Gefahr brächte 30. So ließ sich Afrika von dem Gedanken des Anti- Maschinenkults leiten, die einzige Zivilisation des 20. Jahrhunderts zu sein, die auf den Einsatz von Maschinen verzichtet und hat deshalb seit der Unabhängigkeit keinerlei Versuche unternommen weder auf regionaler noch auf lokaler Ebene Industrien aufzubauen, was die Abhängigkeit vom Ausland verringern könnte 31. Die Philosophie des Anti-Maschinenkults kaschiert jedoch nur das eigentliche Problem, denn in Afrika werden jegliche Anstrengungen, die für die Entwicklung unternommen werden, [...] als Eingeständnis der Ohnmacht, der Schwäche, der kulturellen und rassischen Unterlegenheit empfunden. (Kabou 1991, 52) Afrika versteht nicht, das Fortschritt nicht zwangsläufig vom eigenen Genius eines Volkes abhängt, sondern vielmehr von der Fähigkeit, von anderen Kulturen zu übernehmen, was es selbst weiterbringen kann 32. Dies ist ein weiteres Problem, welches in Afrika existiert und die Entwicklung hemmt, da man unter der kulturellen Vermischung, hauptsächlich die Vermischung verschiedener Hautfarben versteht und dies eine Abwehrhaltung hervorruft, da auf alles, was mit Rasse zu tun hat sehr empfindlich reagiert wird 33. Mit anderen Worten, das Recht auf kulturelle Eigenart hat in Afrika lediglich Stillstand, Widerstand gegenüber der Moderne und intellektuelle Verkalkung legitimiert. (Kabou Axelle,1991: 180) Die kulturelle 28 URL Kabou, 1991, Kabou, 1991, Kabou, 1991, Kabou, 1991, Kabou, 1991,

15 Abgrenzung geht jedoch teilweise soweit, das manche Traditionen nur aus dem Grund andersartig zu sein und durch den Wunsch sich von anderen Stämmen oder dem Westen abzuheben, entstanden sind 34. Wie schon erwähnt, sehen die Afrikaner ihre Bestimmung in der Wahrung der traditionellen Werte (Ehrfurcht vor dem Chef, dem Alter und den Oberschichte, Aberglaube, Verehrung des Geldes und Vergötterung der vorkolonialen Vergangenheit) und der Einforderung von Reparationen von den Kolonialmächten, da sie davon überzeugt sind, ihre heutige Situation sei nur durch Nachwirkungen der Kolonialzeit entstanden. So erklärt es sich auch, dass keinerlei Schmach empfunden wird, bei der ständigen Anfrage nach Hilfsgeldern bei den Industrienationen 35. Afrika vergisst jedoch das kein Land in der Weltgeschichte je allein durch Kriegsreparationen zu einem entwickelten Land geworden ist. Darüber hinaus muss das fordernde Land in der Lage sein, seine Interessen und Rechte auf dem internationalen Parkett durchzusetzen, was bei Afrika nicht der Fall ist 36. Die Afrikaner haben noch nicht erkannt, dass jedes Land für sein Schicksal selbst verantwortlich ist und es nicht möglich ist, die eigenen Interessen durch das Ausland vertreten zu lassen und selbst nur passiv zu zusehen. Bis jetzt ist sich Afrika nicht bewusst, das die Priorität des Westens nicht auf der Unterstützung der Dritten Welt liegt, sondern auf der Bewältigung der eigenen inländischen Schwierigkeiten 37. Andererseits wird Entwicklung fast unmöglich gemacht, da Dinge wie Lebensqualität, soziale Bindungen und Gelassenheit im Alltag, im Gegensatz zu Geld eine so große Rolle in der afrikanischen Kultur spielen, dass niemand den Status quo zugunsten von Leistungsfähigkeit und Produktivität ändern würde. Zumal Leistungsfähigkeit nicht als erstrebenswert gilt, da man glaubt je höher der Bildungsstand, desto größer die Gefahr Opfer von Neid und Zauberei zu sein 38. Denn die meisten Ethnien in Afrika verfolgen die sogenannte target economy, eine Ökonomie des Genugseins, das heißt, dass nur soviel erwirtschaftet wird, wie zum Leben benötigt wird und keine Reserven für die Zukunft oder für größere Investitionen angelegt werden, da die Arbeit an sich in traditionellem Sinn keine Wertschätzung hat. Aus traditioneller Sicht entspricht dieses Verhalten also durchaus Entwicklungsvorstellungen und ist nicht wie aus westlicher Sicht entwicklungsbehindernd 39. So lebt man in Afrika in den Tag hinein, plant, wie schon 34 Kabou, 1991, Kabou, 1991, Kabou, 1991, 32/ Kabou, 1991, 92/ Kabou, 1991, 152/ 186/ Thiel, 2001, 77/

16 erwähnt, nicht weit in die Zukunft und verlässt sich im Zweifelsfall auf die Verwandtschaft, die eine Art Sozialversicherung darstellt. Zudem herrscht in Afrika in höchstem Maße Bespitzelung, sodass sich niemand sicher sein kann, wie lange man seinen Arbeitsplatz behält, wodurch sich die fehlende Motivation und der fehlende Unternehmergeist erklären lassen 40. An dieser Stelle kommt die Vetternwirtschaft und die Korruption ins Spiel, die so lange bestehen werden, solange die herrschenden afrikanischen Eliten vom eigenen Volk, durch Wiederwahlen und auch von außen, durch Entwicklungshilfegelder unterstützt werden. Der Präsident Nicaraguas, Arnoldo Alemán veruntreute in seiner Amtszeit von beispielsweise 100 Mio. US Dollar und betraute zahlreiche seiner Verwandten mit hohen Staatsämtern 41. Dadurch befindet man sich in der afrikanischen Gesellschaft permanent zwischen Legalität und Illegalität, man überlebt nur durch Tricks und Abmachungen unter der Hand 42. Man kann also sagen, dass die Ablehnung des Fortschritts und der Entwicklung in Afrika aus einem Minderwertigkeitskomplex im Bereich der Technik und der Kultur hervorgeht und schließlich in einer gänzlichen Abgrenzung gegenüber dem Westen endet. Es müsste also erst einmal die Voraussetzung für Entwicklung geschaffen werden, was eine gravierende Bewusstseinsveränderung bedeuten würde. Diesem Schritt müsste eine Entwicklungspolitik folgen, die das Volk versteht und in die es aktiv miteinbezogen wird, sodass die Menschen nicht mehr das Gefühl haben, ihre Kultur stoße im Westen nur auf Unverständnis. Hier stößt man jedoch auf das nächste Problem, den Analphabetismus und die Tatsache, dass die meisten Stammessprachen nicht über den nötigen technischen Wortschatz verfügen, um den Menschen das Entwicklungsvorhaben verständlich zu machen, damit sie nicht wie bisher Abneigung und kulturellen Widerstand bewirken Kabou, 1991, 153/ Nuscheler, 2006, Kabou, 1991, 24/ Kabou, 1991, 39/ 47/ 52/ 160/

17 4.) Die Zukunft der Entwicklungshilfe Der Weg in eine demokratische und wirtschaftlich selbstständige Zukunft für Afrika führt nur über die Besinnung auf die eigenen Kräfte und kulturellen Ressourcen. (Tetzlaff 2007, 146) Doch dieser Weg wird laut Experten für 38 von 48 Staaten in Schwarzafrika hinsichtlich nachhaltiger Armutsbekämpfung bis ca unmöglich sein. Die Meinungen bezüglich der Ursachen dieses Zustands gehen teilweise auseinander, aber in einem Punkt sind sich alle einig, dass die schlechte Regierungsführung der afrikanischen Eliten als Hauptgrund anzuführen ist 44. Daniel Etounga-Manguelle, Gründer einer afrikanischen Entwicklungsgesellschaft, fordert deshalb zu einer Revolution in den Köpfen auf. Er glaubt an die Kräfte Afrikas und die Innovation der Afrikaner. Damit aber noch mehr solcher Ideen entstehen können, wie die der Mikrokredite von Muhammad Yunus, braucht es das sogenannte human capital. Menschen mit Eigenschaften wie Kreativität, Kompetenz, Dissens, kritischem Denken und Verantwortungsgefühl, die in Zukunft die sogenannten Bauchmenschen, die nur am eigenen Konsum interessiert sind, ersetzen 45. Eine solche Entwicklung ist dringend notwendig, um die Demokratisierung weiter voranzutreiben bzw. zu ermöglichen und ebenso, um den Frauen mehr Rechte einzuräumen. Denn sie sind es, die bis heute drei Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung erbracht haben, aber beispielsweise kein Kredit und Eigentum erhalten. Ein weiterer wichtiger Grund diese Veränderung schnellstmöglich herbeizuführen ist die Massenflucht der dringend benötigten Arbeitskräfte und der Intellektuellen, die den Kontinent nach vorne bringen können. Die fünf stärksten Gründe für die Flucht sind das Politikversagen, aus dem sich immer wieder Bürgerkriege und die Massenarmut ergeben, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und das Aids-Problem 46. Auf diesem Weg muss die weitere Unterstützung Afrikas also Hilfe zur Selbsthilfe lauten, die auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden kann, wie in den beiden folgenden Kapiteln erläutert wird. 44 Tetzlaff, 2007, Tetzlaff, 2007, 147, Tetzlaff, 2007, 147,

18 4.1) Grameen Bank Ein soziales Unternehmen Die Grameen Bank (Dorf-Bank) wurde 1983 von Muhammad Yunus, einem Wirtschaftsprofessor der Chittagong University in Bangladesch, gegründet. Die Idee entstand 1974 nach einer großen Hungersnot durch ein Forschungsprojekt mit seinen Studenten. Professor Yunus stellte fest, dass die meisten Menschen oft nur geringe Geldsummen benötigten, um Rohstoffe zu beschaffen, um daraus schließlich ein Erwerbsgut, wie zum Beispiel Bambusstühle, herstellen zu können. Den meisten Handwerkern fehlte jedoch das Geld, sodass sie es sich von den Rohstoffhändlern oder anderen Geldgebern zu immensen Rückzahlungszinsen leihen mussten, weshalb am Ende nur noch ein paar Cent für die Familie und zum Überleben übrig blieben. So entschloss sich M. Yunus damals 27 Dollar aus eigener Tasche an 42 Arbeiter, in diesem Fall ausschließlich Frauen, zu verliehen 47. Er versuchte konventionelle Banken für sein Projekt der Mikro- oder Kleinkredite zu gewinnen, hatte jedoch keinen Erfolg. Daraufhin gründete er seine eigene Bank, nach seinem eigenen Prinzip, indem er sich anfangs selbst Geld bei der staatlichen Bank lieh, bis er später durch Entwicklungsgelder unterstützt wurde. Nach dem Grameen-Konzept müssen sich fünf arme Menschen zusammenschließen, damit sie sich gegenseitig helfen und kontrollieren können. Anfangs wird nur an zwei Leute ein Kredit vergeben und je nachdem wie erfolgreich die Rückzahlung verläuft bekommen schließlich auch der Dritte und Vierte und zum Schluss der Fünfte einen Kredit. Die Betroffenen selbst wissen am Besten, welche Projekte durchführbar sind und welche Geldsummen sie pünktlich zurückzahlen können. Die sogenannte Grameen-Methodology ist eine Mischung aus sozialer Kontrolle und Gemeinschaftsgefühl, aus Motivation und moralischem Druck (Schröder 2006, 1). Einmal pro Woche werden die Zinsen, die sich teilweise im Cent- Bereich bewegen, von Bankmitarbeitern persönlich auf den ländlichen Dörfern abgeholt, bei dem sogenannten Center Meeting. Hier finden alle Bankgeschäfte öffentlich und im Beisein aller Kreditnehmer statt, denn die Grameen Bank ist eine Genossenschaftsbank, das heißt sie gehört den Kreditnehmern selbst. Des Weiteren findet bei diesen Zusammentreffen auch Beratung durch die Grameen-Mitarbeiter statt. Auf dem Land funktioniert dieses System der sozialen Kontrolle besonders gut, da dort keine Anonymität herrscht wie in der Stadt 48. Durch dieses Kontrollsystem werden die Kredite 47 URL URL 22; URL 23; URL 24; URL

19 in ca. 98% der Fälle pünktlich zurückgezahlt. Der überwiegende Teil der Kreditnehmer sind bis heute Frauen, da sie einerseits die Tätigkeiten verrichten für die die Kredite aufgenommen werden und andererseits haben sie sich als die gewissenhafteren Wirtschaftler herauskristallisiert. Sie bemühen sich besonders um pünktliche Rückzahlung, damit ihre Familien nicht unter den Folgen eines Verzuges zu leiden haben. So hat die Grameen Bank im Jahr 2008 ca. 7,46 Millionen Kunden allein in Bangladesch und kann außerdem die Erfolgsmeldung verzeichnen, dass in ca. 60 weiteren Ländern das Grameen-Modell ebenfalls praktiziert wird 49. Bis 2006 wurden weltweit bereits mehr als 100 Millionen Kleinkredite vergeben, womit im Endeffekt mehr als eine halbe Milliarde Menschen erreicht wurde. (Zitat Mit Kleinkrediten die Überwindung der Armut bis 2030 erreichen) Die Bank wird seit 1995 nicht mehr von Entwicklungsgeldern aus dem Ausland unterstützt und trägt sich seitdem selbst. In den Filialen in Bangladesch, die wiederum Arbeitsplätze für mehrere tausend Menschen schaffen, wurde 2005 insgesamt ein Gewinn von 11,4 Millionen Euro erwirtschaftet, der vollständig in die Bank reinvestiert wurde 50. Auch die Weltbank hat Grameen langfristige Selbstfinanzierung bescheinigt und nachgewiesen, dass 50% der Bevölkerung in Bangladesch ihre Lebensbedingungen erheblich verbessern konnten dank Mikrofinanz. (Jütting 2006, 1) Muhammad Yunus hat auf diese Weise einen sehr erfolgreichen und zugleich kostengünstigen Weg gefunden die Ärmsten der Welt in den marktwirtschaftlichen Prozess mit einzubinden und ganz nebenbei ergeben sich dadurch Verbesserungen für viele soziale Probleme, wie zum Beispiel Gleichstellung der Frauen, vermehrte Geburtenkontrolle, bessere Bildung, gesellschaftliche Partizipation, Aufbau von Infrastruktur, etc. Denn wer bei Grameen Geld leiht, wird zum Beispiel dazu verpflichtet, seinen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Die Idee von M. Yunus hat vielen armen Menschen die Möglichkeit gegeben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und unternehmerisches Denken zu entwickeln. So lautet auch der Leitgedanke der Bank Wirtschaftlichkeit und nicht Mildtätigkeit. Selbst in den schlimmsten Fällen hat die Bank bis heute keinem Kunden seine Schulden erlassen, denn das erzeugt kein Selbstbewusstsein und eigenständiges Denken und Handeln, sondern nur Faulheit 51. Man kann sagen, dass die Grameen Bank in vielen Bereichen bahnbrechende Erfolge erzielt hat. Selbst die Situation der Tagelöhner hat sich verbessert, da ihre Löhne radikal gestiegen sind, denn durch den neu erweckten Unternehmergeist der Landbevölkerung, ist 49 URL 21; URL 22; URL URL 26; URL 27; URL

20 nun die Mehrheit der Menschen daran interessiert unabhängig zu sein und ein kleines Geschäft aufzubauen, sodass Arbeit insgesamt teurer geworden ist 52. Doch die Grameen Bank beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Vergabe von Mikrokrediten. Schon seit Ende der achtziger Jahre werden in Bereiche wie Wohnungsbau, Gesundheit, erneuerbare Energien und Versicherungen investiert wurde zum Beispiel die Grameen Shakti gegründet, eine Non-Profit-Organisation, die mit Solaranlagen, Biogas und energiesparenden Kochherden nicht nur den Lebensstandard einiger Millionen Menschen in Bangladesch stark verbessert hat, sondern gleichzeitig den Anstoß für eine neue Dienstleistung gegeben hat 53. In Bangladesch wurden von der Grameen Bank finanzierte, solarbetriebene Mobiltelefone bereitgestellt, die nun an die Dorfbevölkerung für einzelne Gespräche vermietet werden. Für die Zukunft plant Prof. Yunus die Telefonstationen in Internet-Cafés umzugestalten 54. Die Zukunft der Dritte-Welt-Länder liegt für den Friedensnobelpreisträger von 2006, Muhammad Yunus in sozialen Unternehmen. Er ist davon überzeugt, dass dies der einzig richtige Weg ist Armut und viele andere sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu bekämpfen. Die von ihm gegründete Grameen Bank ist im Grunde auch ein soziales Unternehmen. Ein solches Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass es die soziale Lage in einem bestimmten Bereich durch kreative Geschäftsideen verbessern will und deshalb arbeitet es zwar gewinnorientiert, jedoch nicht gewinnmaximierend. Die Dividende wird nicht ausgeschüttet, sondern vollständig in das Unternehmen reinvestiert, um zum Beispiel expandieren zu können. Ein soziales Unternehmen ist nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen, sondern trägt sich vollkommen selbst, da die Kosten aus der laufenden Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Einzige Schwierigkeit ist nur, die Menschen von diesem neuen System zu überzeugen, denn bis jetzt geht man davon aus, dass das einzige Ziel eines jeden Unternehmers die Gewinnmaximierung ist. Der Begriff Kapitalismus muss also in Zukunft weitläufiger interpretiert werden, da es nicht nur das profitorientierte Unternehmertum gibt, sondern eben auch jenes, welches soziale Ziele verfolgt. Damit Sozialunternehmen wahrgenommen werden, müssen sie einen festen Marktanteil einnehmen, was am Besten durch einen sozialen Aktienmarkt geschehen könnte. Die Investoren könnten sich dann ihr Unternehmen aussuchen und indirekt ein soziales Ziel verwirklichen. Hier könnten auch interessante Mischformen aus gewinnmaximierenden und sozialen Unternehmen entstehen. Auf diese Weise öffnen sich 51 URL 27; URL 21; URL 23; URL URL URL

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