BLUETOOTH LOW ENERGY, BEACONS UND EINZELHANDEL

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1 BLUETOOTH LOW ENERGY, BEACONS UND EINZELHANDEL Ankündigungen von Apple und PayPal haben in der Branche eine Menge Hype und Spekulationen darüber generiert wie der Handel in Zukunft mit Kunden interagiert und wie der Kunde bezahlt. Sicherlich hat die Technologie das Potential alles bisherige neu zu definieren und Raum für neue Applikationen zu schaffen, die Realität ist jedoch komplexer. Dieses Whitepaper erklärt die Technologie und einige der Faktoren, die den Einsatz und den Erfolg der Technologie bestimmen. Masiar Ighani CEO skillbyte GmbH

2 BLUETOOTH LOW ENERGY Hintergrund... 3 BEACONS Die Technologie... 4 PERIPHERALS und CENTRALS... 4 SCANNER und ADVERTISERS... 5 ADVERTISING PACKETS... 5 ibeacons... 6 PAYPAL BEACON... 7 ios BEACON Hersteller... 8 DEVICE MANAGEMENT... 8 Positionierung und Interferenzen... 9 SECURITY... 9 ibeacon Anwendungsfälle... 9 INDOOR LOCATION UND MAPPING GEOFENCING PROXIMITY NOTIFICATION Einschränkungen FAZIT... 12

3 BLUETOOTH LOW ENERGY Hintergrund Die Spezifikation für Bluetooth Smart, auch bekannt als Bluetooth low energy (BLE), wurde im Juni 2010 veröffentlicht. Obwohl es den Namen Bluetooth trägt handelt es sich dabei um eine völlig neue Technologie. Es wurde entworfen, um neuartige Anwendungen zu ermöglichen die man gemein hin unter dem Begriff Internet Of Things kennt. Dabei spielen Hardware Devices mit extrem geringem Batterieverbrauch eine wesentliche Rolle. Diese Geräte können mit einer einzigen Knopfzelle mehrere Monate, wenn nicht Jahre auskommen. Die Historie reicht zurück bis 2001 als Nokia versuchte für die IEEE low power Initiative im Kurzwellen Bereich ihre Technologie als Standard zu etablieren. Die IEEE Gruppe wählte jedoch ZigBee als Standard aber Nokia entwickelte intern weiter an ihrer Technologie welches dann unter dem Wibree Standard veröffentlicht wurde. Die Bluetooth SIG versuchte mehrere Jahre lang einen Weg zu finden den Batterieverbrauch der klassischen Bluetooth Spezifikation weiter zu senken; es konnte jedoch keinen Kompromiss finden mehrere konkurrierende Vorschläge zu vereinen. Als Nokia der SIG ihren Wibree Standard als Basis einer low-power Lösung der nächsten Generation (2007) anbot, nahm die SIG den Vorschlag an und Wibree diente als Basis für das heutige BLE. Es ist wichtig zu verstehen, dass BLE einen völlig neuen Standard darstellt, welches die Expertise von Nokia, Nordic Semiconductor und einige der weltweiten Experten für low power Funk Technologie und Protokolle vereinigt. Der Standard berücksichtigt auch den Kosten/Nutzen/Performance Faktor mit dem Ziel eine Vielzahl an Zubehörprodukten zu ermöglichen. Das Design von BLE erlaubt es als eine Erweiterung zu bestehenden Bluetooth Chips implementiert zu werden, die es heute schon in einer Vielzahl von Endgeräten gibt, wie Tablets, Smartphones, Laptops, etc. Der Fortschritt in der Prozess Geometrie erlaubt sogenannte Dual-Mode Chips, die beide Standards beherrschen und in der Herstellung sogar günstiger sind als die klassischen Single-Mode Chips. Obwohl die aktuellen Mobilgeräte und Tablets beide Bluetooth Standards unterstützen, erlaubt BLE das Design von Single Mode Chips, die in günstige, batterie-gestützte Hardware Einheiten verbaut werden können. Diese Einheiten sind sehr simpel, hoch integriert, beinhalten eine BLE Antenne, einen Prozessor der den BLE Software Stack ausführt und einen weiteren Prozessor mit Speicher in der z.b. eine Applikation laufen kann. Um diese Basis in eine komplett funktionstüchtige Einheit zu verwandeln braucht es nur noch den Applikationscode, eine Batterie, einen Sensor und das Gehäuse. Seit 2010 werden Dual Mode Chips in den meisten Smartphones, Tablets und Laptops eingebaut. Apple hat sie in allen Produkten seit dem iphone 4s und ipad 3 eingebaut. Auch in allen neueren Android Phones und Windows Phones von Nokia befinden sich die Dual Mode Chips. Apple und Google haben zudem APIs für Applikationsentwickler herausgegeben. Dies hat viele Hard- und Software Entwickler beflügelt innovative Produkte zu entwickeln. Gerade auf der Crowd Funding Plattform Kickstarter nutzen die meisten der Projekte welche in irgendeiner Art und Weise Nahbereich Funk Bluetooth brauchen den Bluetooth Low Energy Standard.

4 BLE ist also schon in hunderten Millionen von Devices bereits verfügbar. Diese Zahl wird laut Analysten durch wachsende Smartphone und Tablet Durchdringung in den nächsten Jahren auf eine geschätzte Milliarde wachsen. BEACONS Die Technologie Seit dem Launch von Bluetooth haben sich eine Menge Firmen Gedanken gemacht wie man Informationen über Bluetooth verbreitet. Also das Senden von Nachrichten zum Mobilgerät, wenn es sich in den Nahbereich eines Transmitters befindet. Obwohl es mehrere Firmen in diesem Segment gibt, ist es ein sehr schwieriges und benutzer-unfreundliches Unterfangen. Denn das klassische Bluetooth Protokoll ist einfach nicht für diesen Zweck erdacht. Ein Hauptproblem dabei ist, dass das klassische Protokoll keine Nachrichten an unbekannte Geräte verschicken kann. Stattdessen muss es die Präsenz eines jeden einzelnen Gerätes identifizieren und bestätigen. Erst dann kann eine Nachricht verschickt werden. Hinzu kommt, dass der Sender ein Log mitführen muss welchen Geräten er bereits eine Nachricht verschickt hat um Mehrfach Benachrichtigungen zu vermeiden. Das bedeutet aber mehr Komplexität und damit mehr Kosten. Im Gegensatz dazu gibt es bei BLE mehrere Broadcast Advertising Modes. Diese sind für die Technologie fundamental und wurden speziell für den Prozess des Pairings entworfen (also das Koppeln von Geräten zwecks Datenaustausch). Das erhöht die Benutzerfreundlichkeit, denn Daten können auch gesendet werden ohne dass vorher die Geräte gekoppelt sind; allein dadurch dass der Benutzer Bluetooth einschaltet. Natürlich kann der Benutzer nicht mit ungewollten Nachrichten belästigt werden, denn er muss immer noch die jeweilige App installiert haben die auch weiß was mit den Daten anzufangen ist. PERIPHERALS und CENTRALS Der BLE Standard definiert zwei Typen von Devices. Ein Peripheral Device - dies ist ein low power Device welches einen Status oder eine kleine Informationseinheit aussendet. Der andere Typ ist ein Central Device. Dieses ist eine Einheit mit größeren Strom- und Prozessor Ressourcen wie z.b. ein Smartphone oder Tablet. Ungleich dem alten Bluetooth Standard sind Peripheral und Central Devices sehr asymmetrisch in ihren Ressourcen Anforderungen. Der Standard sieht minimale Anforderungen an das Peripheral vor was Komplexität und Verbrauch angeht. In den meisten Fällen verbringt das Peripheral im Schlafmodus und wacht erst auf wenn es Daten senden muss.

5 SCANNER und ADVERTISERS Das erste was BLE Devices ausführen wenn Sie aufgeweckt werden ist in den Advertising Modus zu wechseln. Ein Peripheral nutzt Advertising Pakete, um Informationen an ein anderes BLE Device zu senden welches sich im Empfangsbereich befindet. Um diese Pakete zu Empfangen implementiert das Central Device einen Scanner Modus. Wie der Name sagt scannt ein BLE Device in diesem Modus in bestimmten Intervallen die Umgebung nach Advertising Paketen. Der BLE Standard unterteilt das 2,4GHz Spektrum in 39 2MHz Kanäle. 36 davon sind für Daten reserviert die zwei Devices austauschen. Die verbleibenden 3 Kanäle werden für das Advertising benutzt. Diese 3 Kanäle wurden speziell ausgewählt, um Inferenzen mit WiFi Channels zu vermeiden. ADVERTISING PACKETS Location und Advertising der Pakete ist mit einer der wichtigsten Punkte der neuen Spezifikation. Das primäre Ziel der Advertising Pakete ist es die Erkennung und die Verbindung der Geräte untereinander zu ermöglichen. Zusätzlich können aber auch kleinere Mengen an Daten übertragen werden. Es gibt vier verschiedene Typen des Advertisings, wobei drei von besonderem Interesse sind. Non-Connectable Advertising Ein Device sendet nur Daten, es lässt aber keine Verbindung zu und erwartet auch keine Antwort. Das ist die meist benutzte Form für Standalone Beacons. Diese Devices brauchen somit nur mit einem Transmitter ausgestattet werden und benötigen keine Receiver Einheit. Discoverable Advertising Arbeitet ähnlich zu dem o.g. Typ, aber ein Receiver Device kann mehr Informationen beim Transmitter anfordern. Damit wird ein zweites Paket vom Transmitter gesendet, trotzdem braucht es keine permanente Verbindung zwischen Receiver und Transmitter. Die meisten Beacons aber funktionieren nach dem ersten Prinzip und verlassen sich darauf dass der Receiver eine zweite Informationsquelle nutzt, um dem Beacon Kontext zuzuordnen. Die weitere Informationsquelle kann z.b. ein Web Application Backend sein, welches vom Receiver per WiFi oder Umts/LTE angesprochen wird. General Advertising Hier kann ein Receiver anfordern, dass der Transmitter eine permanente Verbindung aufbaut, um z.b. größere Daten zu Streamen. Directed Advertising, Hier kann der Receiver die Wideraufnahme einer zuvor Auf- und wieder abgebauten Verbindung anfordern. Dieser Typ ist für Beacons uninteressant und von ios7 auch nicht unterstützt.

6 Advertising Pakete bestehen aus einem Header und aus 27 Byte langen Daten. Die Daten erscheinen dabei als Tripel: Eine Identifikation des Datenpakets und des Datenformats, die Länge des Pakets und die eigentlichen Daten selbst. Inhalte sind - Signalstärke - ein lokaler Name - Name des Bluetooth Service - Konfigurationsflags - herstellerspezifische Infos. ibeacons Ein Haupttreiber der neuen BLE Spezifikation war Proximity, welches die Signalstärke des Senders benutzt, um zu erkennen ob sich zwei Geräte einander annähern oder von einander entfernen. Durch Nokias Support entstand aus dieser Idee das Proximity Profile. Dazu brauchen zwei Geräte allerdings eine permanente Verbindung und senden eine Benachrichtigung wenn der Pegel des Signals unter oder über einem bestimmten Schwellwert liegt. Trotz dieses spannenden Use Cases verlor das Vorhaben an Momentum. Einige Firmen entwickelten eigene proprietäre Profile. Mit Apples Vorstellung des ibeacon Profiles im Juli 2013 als Teil des ios7 wurden diese Vorhaben jedoch obsolet. Apple ibeacon definiert vier Elemente zur Identifikation von Beacons, die durch die Advertising Pakete verschickt werden: Proximity ID Ein 128 Bit langer String, welches ein ibeacon identifiziert. Es hat sich aber etabliert diesen String eher als Identifikation eines Brands, Unternehmens oder sonstiger Einheiten der selben Struktur zu nutzen. Durch zwei weitere Identifier hat man die Möglichkeit ibeacons zu Filialketten und innerhalb einer Filiale zu bestimmten Positionen zuordnen. Diese Identifier sind: Major und Minor Identifiers Übermittelte Signal Stärke. Dabei handelt es sich um Daten die ebenfalls in Advertising Paketen verschickt werden. Damit ist es möglich die ungefähre Distanz zu einem Transmitter zu ermitteln. Es wird die Distanz in einem der 4 Kategorien angegeben: - Immediate - Near - Far - Unknown

7 Am besten kann man sich ein ibeacon Paket als kontaktlosen QR Code vorstellen. Das spannende dabei ist, dass ein ibeacon Paket an einen Receiver geschickt werden kann (z.b. zu einem iphone) welches wiederum in irgend einer Art und Weise darauf antwortet, ohne Benutzerinteraktion. Natürlich muss die App dabei gestartet sein oder sich im Hintergrund befinden. Es gibt auch den Anwendungsfall, dass die App gar nicht laufen muss. Hierzu muss sich die App aber einmalig an ios7 Registrieren und sein Interesse an diesen Events anmelden. ios7 weckt dann die App und gibt ihr einige Millisekunden Zeit etwas mit der Information anzufangen. Das ibeacon sendet diese Pakete in einem Intervall von üblicherweise einer Sekunde. Es kann auch andere Advertising Pakete in anderen Intervallen senden. Komplexere Systeme sind denkbar, wenn Anwendungsfälle sich weiter entwickeln. PAYPAL BEACON PayPal hat vor kurzem ihr PayPal Beacon bekannt gegeben, kurz nach Apples Ankündigung. Dabei hat PayPal eine komplexere Form der Kommunikation gewählt; verständlich aus Sicherheitsgründen. Dazu verbinden sich Beacon und Handheld über einen Remote PayPal Server. Es stehen noch nicht viele Informationen seitens PayPal bereit, aber im Grunde könnte es so funktionieren: 1. Das PayPal Beacon sendet seine Präsenz, vermutlich über Standard Advertising Pakete und identifiziert sich selbst. 2. Das PayPal Beacon verfügt über eine eigene WiFi Verbindung welches die Daten des Handhelds zu einem Remote PayPal Server senden. Dieser startet eine sichere Punkt-zu-Punkt Verbindung zum Handheld. User Daten werden dann verschlüsselt ausgetauscht. Damit wird der Kunde in den Store eingecheckt. 3. Einmal eingechekt werden Details des authentifizierten Benutzers zu dem POS System des jeweiligen Stores gesendet. 4. Wenn der User zum Bezahlen übergeht wird a. ein 4-stelliger zufälliger Code zum Handheld gesendet, die der Benutzer zum Bezahlen verwendet. b. Ein QR Code wird auf dem Handheld angezeigt, welches wiederum vom QR Code Scanner des Stores eingelesen werden kann. c. Oder ein generiertes Image welches der Kunde dem Kassierer zeigen kann zwecks Bestätigung der Zahlung. Es ist noch nicht ganz klar welchen Weg PayPal gehen wird und ob die API für Entwickler freigegeben wird. Aktuell fordert PayPal Entwickler auf sich für ein Entwicklerkit zu registrieren und Ideen einzureichen.

8 ios7 ibeacon an sich ist nicht wirklich interessant, da es eine kleine Erweiterung des BLE Standards darstellt. Und eine Menge von Firmen haben ähnliche Beacons angekündigt. Was aber einen wirklichen Mehrwert darstellt sind die Features von ios7: z.b. scannt das Betriebssystem im Hintergrund die Umgebung nach ibeacon Paketen und weckt die App, die sich vorher für dieses Event registriert hat. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Benutzerfreundlichkeit des Systems. Wenn die App einmal geladen wurde kann es im Hintergrund laufen und es ist die Aufgabe von ios die App mit Informationen über ibeacons in der Nähe zu versorgen. Die App kann dann selbst Informationen von einem Server laden oder auch mit Passbook interagieren; ganz ohne eine Interaktion des Benutzers. Was aber BLE wirklich nutzbar macht ist der geringe Stromverbrauch. Hier muss man bedenken, dass aktuelle Geräte mit Dual Mode Chips ausgeliefert werden. D.h. Chips die beiden Bluetooth Standards unterstützen. BLE selbst hat einen extrem niedrigen Stromverbrauch. Da allerdings das Einschalten von Bluetooth auf dem Smartphone beide Modi aktiviert, scannt natürlich auch der 2.1 Standard, sodass hier wieder mehr Strom verbraucht wird. Es ist aber abzusehen, dass in naher Zukunft nur noch Single Mode Chips mit BLE ausgeliefert werden. ios bietet auch die Möglichkeit als Sender zu fungieren, d.h. ein iphone kann selbst als ibeacon Transmitter agieren. Dies ermöglicht neue Anwendungsfälle, die aber eher in Social Apps zur Geltung kommen dürften. BEACON Hersteller Das Konzept von BLE Beacons welche Koordinaten/Identifier aussenden ist nicht neu. Seit den Anfängen des Standards haben eine Reihe von Firmen sich der Herstellung von Beacons angenommen, z.b. Estimote, Roximity und indoo.rs. Seit der Veröffentlichung von Apples ibeacon stellen viele Hersteller Ihre Protokolle allerdings auf ibeacon um. DEVICE MANAGEMENT Das Einführen von ibeacons in einer Retail Umgebung hat verschiedene Herausforderungen: Wie installiert man die Beacons und wie setzt man die Identifier? Wie verwaltet man die Beacons, im speziellen Software Updates? Wie verknüpft man Kampagnen mit den Beacons Diese Herausforderungen erfordern, dass man auf irgend einer Art und Weise Information auch zum Beacon senden kann und diese vom Gerät gespeichert werden.

9 Sei es durch eine manuelle, kabelgebundene Lösung wo jedes Beacon z.b. mit einem Laptop verbunden werden muss oder aber auch OTA (Over The Air) Lösungen. Welche Lösung auch immer gewählt wird, es ist eine Peer-To-Peer Verbindung zwischen Beacon und einem Kommissionierungs Tool notwendig. Aber auch eine generelle Infrastruktur zum Beacon Management. Das ganze muss aber auch gewissen Sicherheitsrichtlinien entsprechen, denn technisch sind Replay Attacken möglich, wo ein ios device das gescannte Beacon speichert und quasi selbst dann als Beacon device fungieren kann. Dies kann eine Rolle spielen bei z.b. Reward basierten Shopping Applikationen wo Käufer Punkte sammeln, die wiederum gegen andere Produkte eingetauscht werden können (z.b. Shopkick). Für eine Retail Kette mit Hunderten oder gar Tausenden von Beacons ist es eine echte Herausforderung Beacons zu verwalten und das muss bei einer TCO Berechnung berücksichtigt werden. Positionierung und Interferenzen BLE wurde so spezifiziert, dass es mit anderen Transmittern im 2.4GHz Bereich (z.b. WiFi) koexistieren kann. ibeacons nutzen nur drei Advertising Kanäle, die vom Frequenzbereich nicht mit WiFi konkurrieren. Die Sendezyklen sind zwar sehr kurz, aber trotzdem macht aus praktischer Erfahrung eine Installation direkt neben einem WiFi Access Point Probleme. Eine Platzierung der Beacons an oder hinter Metallständern kann eine Abschwächung des Signals bewirken, welches sich wieder bei einer eventuellen Triangulation negativ bemerkbar macht. Hier müssen einfach noch Erfahrungswerte gesammelt werden. SECURITY Advertisements von BLE Beacons sind nicht sicher. Die Daten sind offen und können von allen devices gelesen werden. Daher ist es theoretisch möglich, dass Nutzer die Infos aufzeichnen und per Replay wiederholt gegenüber Servern abspielen. Dies spielt eine Rolle bei Use Cases wo hinter den gesendeten Informationen ein Wert steckt. Z.B. Coupons, Rabatte, Punkte, etc. Natürlich lässt sich auch hier mit etwas Aufwand die Kommunikation schützen, wie Paypal es mit ihren Beacons macht. ibeacon Anwendungsfälle Die große Frage ist: Wie werden ibeacons das Retailgeschäft verändern?. Es gibt einige offensichtliche als auch einige weniger offensichtliche Anwendungsfälle. Alle jedoch haben das Potential die Art und Weise zu verändern, wie Händler und Käufer interagieren. Beacons werden sicherlich ein Impact haben auf Loyalty Programme, welche jetzt die Zusatzkomponente der Mikrosegmentierung berücksichtigen können. Wenn Retailer Zugang zu den von den Beacons gesammelten Daten haben können Sie nicht nur Aussagen darüber treffen WAS die Kunden kaufen, sondern auch WIE! Und das ist das Entscheidende. Mit solchen Daten können Laufwege optimiert und Kaufverhalten analysiert werden.

10 Es können Heatmaps über Bewegungen in einem Geschäft erstellt werden, ganz ähnlich der Heatmaps für eine Webseite. Man denke an eine Art Google Analytics für physikalische Stores. Einige Anwendungsfelder verlassen sich auf die Entfernung des Benutzers zum Beacon. Mit dieser Information können verschiedene Use Cases implementiert werden. INDOOR LOCATION UND MAPPING Hier liefern Beacons Informationen über Ihre Position im Raum. Eine App nutzt diese Infos, um den Benutzer z.b. durch das Geschäft zu lotsen. Ferner können die Daten dazu dienen ein Breadcrumb des Benutzers durch den Raum aufzuzeigen, d.h. welche Wege ist er gegangen, wie lange hat er an bestimmten Positionen gestanden usw. Diese Analyse-Daten können verwendet werden um Entscheidungsprozesse besser zu verstehen und das Layout des Stores zu verbessern. Apples kürzliche Übernahme von WiFiSLAM lässt erahnen, dass der Konzern Indoor Navigation mit ibeacons auf dem Radar hat. Durch die Nutzung von Location Infos von mehren Beacons lässt sich theoretisch über Triangulation die genaue Position des Benutzers im Raum berechnen; ganz ähnlich zu der Mobilfunk Triangulation. Jedoch fordert diese Genauigkeit auch ihren Tribut an Batterie Lebensdauer, da mehr Rechenleistung und häufigeres Singalprocessing erforderlich wird. GEOFENCING Geofencing ist eine spezielle Form der Location Anwendung in dem das Smartphone Beacons benutzt um festzustellen, ob der Benutzer sich einen bestimmten Bereiches im Raum betreten oder verlassen hat. ios7 bietet betriebssystemseitig Geofencing Funktionen an wo die Applikation eine Benachrichtigung anfordern kann wenn der User einen definierten Bereich um einen ibeacon betritt oder verlässt. Da dies im Hintergrund passiert verbraucht das Smartphone relativ wenig Batterie. Das kann z.b. benutzt werden, um dem Benutzer Infos über bestimmte Produkte oder Rabatte anzubieten, wenn er in die Nähe kommt oder den Bereich verlässt. PROXIMITY Das einfachste Use Case ist die Erkennung ob ein central device (smartphone) sich in dem Sendebereich eines ibeacons befindet. Damit kann man z.b. folgende use cases implementieren: Willkommen zum Geschäft XYZ oder Willkommen zu der Elektronik Abteilung Eine einfache App zu schreiben, welche ein Meldung anzeigt wenn sich ein Gerät dem Beacon nähert ist nahezu trivial und nicht sonderlich spannend. Aber die interne Meldung über die proximity kann für viel subtilere Interaktionen sorgen. PayPal nutzt z.b. diese Info, um den Benutzer in den Store einzuchecken und für eine sichere Authentifizierung und Verbindung. Aber es lassen sich auch andere Daten auf dem Smartphone darstellen, die entweder vorher auf dem Gerät gecached waren oder bei Bedarf von einem Backendserver nachgeladen werden.

11 Da die Signalstärke von Beacons je nach Hersteller beinflusst werden kann entstehen vielfältige Anwendungsfälle. D.h. theoretisch kann für ein einzelnes Produkt ein Beacon in unmittelbarer Nähe des Produktes installiert werden und der Kunde muss praktisch direkt vor dem Produkt stehen, um das Beacon zu empfangen. Wenn entsprechend viele Beacons mit kurzer Reichweite in einem Geschäft installiert sind kann die Reihenfolge in der sie vom Smartphone erkannt werden wertvolle Hinweise zu Laufwege des Kunden liefern. Für Supermärkte kann diese Information benutzt werden, um zu sehen wie sich Kunden durch Gänge und Regalreihen bewegen. Wie lange haben sie in welchen Gängen verbracht, wie lange vor einem bestimmten Regal usw. um nur einige der wertvollen Informationen zu nennen, die Beacon Analysestrukturen ergeben können. Für Textil Retailer kann die Info z.b. wichtig sein, ob der Kunde lange vor einem Regal steht. Dies impliziert vielleicht, dass der Kunde sich nicht entscheiden kann. Die App kann anbieten einen Verkäufer herbeizurufen oder einen Rabatt ausspielen, um den Kunden den Kauf zu erleichtern. Diese Art der Analyse Informationen kann man nur gewinnen wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das Beacon und das Smartphone haben selbst nicht genug Informationen diese Daten auszuwerten. Daher muss eine App auf dem Gerät, installiert sein welche die gesammelten Daten zu einem Server sendet, der sie wiederum serverseitig auswertet und über ein Web Dashboard dem Retailer zu Verfügung stellt. Die Daten können dabei serverseitig in Echtzeit ausgewertet werden. Und genau das sind die Kronjuwelen der Beacon Technologie. Es werden viele Anwendungen und Konkurrenzprodukte entstehen, die genau um diese Daten buhlen, denn wer sie hat weiß nicht nur dass Kunden kaufen sondern auch WIE sie kaufen. Natürlich darf man bei diesem Komplex das Thema Datenschutz nicht unterschätzen und man muss einen Weg finden den Kunden überhaupt dazu zu bringen die App zu installieren. Das sind aber eher juristiche und marketing-technische Fragen, die nicht Gegenstand dieses Whitepapers sind. NOTIFICATION Die bisher betrachteten Anwendungsfälle beschreiben Beacons, die nur ihre ID senden. Die eigentliche Context Information kommt über eine Kommunikation des Handhelds mit einem Server zu Stande. Rein theoretisch könnten Beacons, die selbst über eine Internetverbindung verfügen mehr Informationen zum Handheld schicken als nur ihre ID. Z.B. auch nur an User, die vorher identifiziert wurden. Die eigentlichen Daten kommen also nicht über das Handheld des Nutzers, sondern über die Internetverbindung des Beacons selbst.

12 Einschränkungen Der größte Anteil an dem Hype um Beacons wird dadurch erzeugt, dass Apple in den Markt eingestiegen ist. Dabei ist die Innovation nicht unbedingt die Beacon Technologie selbst, sondern die Background Routinen, die ios7 mitliefert. Das ibeacon Profile Spezifikation ist nicht öffentlich. Es gibt jedoch Projekte, die das Protokoll per Reverse Engineering entschlüsselt haben und für Android Geräte entsprechende Bibliotheken zu Verfügung stellen, die die gleiche Funktionalität für ios Geräte bieten. Der entscheidende Unterschied ist allerdings, dass bei Android zur Zeit nicht das Betriebssystem das effiziente Scanning übernimmt. Die App ist selbst dafür verantwortlich. Dies erfordert wesentlich mehr Batteriepower und ist weniger entwicklerfreundlich. Das wird sich aber in kurzer Zeit ändern, da der Markt für Beacons und deren Anwendungsfälle schier explodiert. Die meiste Innovation wird aktuell daher auf ios Geräten passieren. Nokia hat bereits angekündigt den BLE Stack in alle neuere Geräte Generation einzubauen, haben aber keine Roadmap für eine Benutzer API, ebenso wenig wie andere Windows Phones, so dass eine Nutzung auf Windows Phones z.zt. - auch nicht per Reverse Engineering - möglich ist. Es gibt aber Gerüchte um BLE API Unterstützung in WP 8.1. FAZIT Beacons und Beacon Anwednungen sind gerade Hype. Nicht nur im Retail Bereich. Eine Recherche im Netz offenbart diverse spannende Anwendungsfälle. Was davon wirklich Hype ist und was einen echten Mehrwert für Kunden und Betreiber liefert bleibt abzuwarten. Was jedoch offensichtlich ist: Apple zeigt durch sein Engagement in diesem Sektor, dass uns noch viel bevorsteht. Die Ankündigung von großen Unternehmen ibeacons in diversen Umgebungen zu testen (Coca Cola bei der anstehenden Fussball WM, Major Leage Baseball in den USA, Kickstarter Projekte, uvm.) zeigen, dass das Thema Micro Location, Indoor Mapping, Context Based Marketing viel Potential hat und uns einige spannende Entwicklungen bevorstehen. BLE sollte als eine Technologie betrachtet werden, welches das Potential hat viele Aspekte der Kundenkommunikation, -Ansprache und -Reichweite zu verändern. Besonders Retailer sollten die Entwicklungen betrachten, da neue Wege der Kundeninteraktion möglich werden. Doch nicht nur Retail: Events, Messen, etc. können ebenfalls von Entwicklungen in diesem Bereich profitieren. In Bezug auf mobile Payment und Loyalty Programmen kann sich ebenfalls viel verändern. PayPal hat es mit seinem Vorstoß gezeigt und auch Apples Touch ID weist in dieser Richtung. Letzte Meldungen bestätigten den Einstieg Apples ins mobile payment. Falls Sie Ideen für den Einsatz von BLE in ihrem Unternehmen haben und sich über eine mögliche Integration/Implementierung informieren möchten oder nur eine individuelle Beratung brauchen, freuen wir uns Ihnen zur Seite stehen zu dürfen. Senden Sie dazu einfach eine an

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