Jubiläum 10 Jahre AGAKAR

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1 Jubiläum 10 Jahre AGAKAR FESTSCHRIFT und ABSTRACTS 23.November 2007 unterstützt durch:

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3 Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, geschätzte Freunde und Förderer der AGAKAR! Die kardiologische Rehabilitation rettet Leben. Vier große Metaanalysen, die insgesamt 21 randomisierte und kontrollierte Studien aus dem Bereich der kardiologischen Rehabilitation beinhalten, fassen Ergebnisse von mehr als 4000 Patienten nach einem kardialen Ereignis mit oder ohne Rehabilitation zusammen. Die Metaanalysen zeigen übereinstimmend, dass die kardiologische Rehabilitation im Anschluss an ein kardiales Ereignis bereits nach einem Beobachtungszeitraum von 3 Jahren zu einer 25%-igen Reduktion der Gesamtmortalität und der kardiovaskulären Mortalität führt. Die kardiologische Rehabilitation ist nicht teuer. Im Vergleich zu kardiologischen, kardiochirurgischen oder pharmakologischen Interventionen bei Patienten nach einem kardialen Ereignis weist sie nachweislich die höchste Kosteneffektivität auf. Trotzdem muss aus Gründen der Objektivität festgehalten werden, dass die Behandlung von Patienten nach einem kardialen Ereignis mit kardiologischer Rehabilitation kein Ersatz, aber sehr wohl ein Zusatz zu den erwähnten unverzichtbaren und ebenfalls etablierten Therapieformen ist. Die kardiologische Rehabilitation wird nicht flächendeckend genug durchgeführt. Trotz der z.b. nach akutem Herzinfarkt mit Zuordnung zur Stufe I eindeutig gegebenen Evidenz zeigen aktuelle Statistiken in repräsentativer Form durchgeführt in ganz Europa, dass mehr als 2/3 der Patienten nach einem kardialen Ereignis keine strukturierte Form der kardiologischen Rehabilitation angeboten bekommen oder diese nicht in Anspruch nehmen wollen. In Österreich sind es sogar über 3/4 der Patienten, die nicht rehabilitiert werden. Die AGAKAR hat sich ein Ziel gesetzt. Vor nunmehr 10 Jahren hat die AGAKAR unmittelbar nach ihrer Gründung beschlossen, die kardiologische Rehabilitation in Österreich auf ambulanter Basis und flächendeckend auszubauen. Nach einer ebenso langen Pilotphase scheint es nun gelungen, die Bewusstseinsbildung um die Bedeutung der kardiologischen Rehabilitation und speziell der ambulanten Programme als wichtige, weil evidenzbasierte Therapiemaßnahme bei Patienten nach einem kardialen Ereignis bei Ärzten und auch bei den Sozialversicherungen auf Dauer zu festigen. Beweis dafür ist, dass der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, folgend einer Empfehlung des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen nach länger dauernden aber konstruktiv geführten Verhandlungen mit der AGAKAR den Abschluss eines Rahmenvertrages für die ambulante kardiologische Rehabilitation zwischen den Anbietern und den Sozialversicherungsträgern empfohlen hat. Der überwiegende Teil der Sozialversicherungen ist diesem Rahmenvertrag inzwischen beigetreten. Die AGAKAR organisiert den Großteil der ambulanten kardiologischen Rehabilitation. Über die AGAKAR bieten Österreich weit dzt. insgesamt 8 und von den Sozialversicherungen selbst betrieben weitere 2 Institute für ambulante kardiologische Rehabilitation ihre Dienste für Patienten unmittelbar nach einer Krankenhausbehandlung an. Weitere 10 von der AGAKAR organisierte Institute nehmen Patienten in einem bereits stabilisierten Zustand rund 4 Wochen nach dem Ereignis zur ambulanten Langzeitrehabilitation auf. Prim. Dr. Werner Benzer Vorsitzender der AGAKAR

4 Dr. Karl Mayr Facharzt für Innere Medizin A-4020 Linz Koautoren: H. Ocenasek, R. Pokan, W. Benzer Patientenschulungskurse zur Selbstanwendung der kardiologischen Trainingstherapie in der Primär- und Sekundärprävention von Herzkreislauferkrankungen Empfehlungen zu einer Modifizierung des Lebensstils einschließlich körperlichem Training sind die Basis der Therapie bei allen kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen. Der günstige Einfluss von regelmäßigem körperlichem Training auf die Morbidität und Mortalität von Herzkreislauferkrankungen ist ausreichend belegt. Körperliches Training gehört deshalb mit zu den primären Behandlungsempfehlungen bei der arteriellen Hypertonie der Hyperlipidämie, des Übergewichts und des Diabetes mellitus wenn möglich bereits vor aber auch während einer medikamentösen Therapie. Um möglichst vielen Betroffenen ein gezieltes, wirksames und nach modernen Kriterien der medizinischen Trainingslehre aufgebautes körperliches Training zu ermöglichen, müssen diese in der Lage sein, das Training zu Hause selbständig durchzuführen und in den Alltag zu integrieren. Die Herausforderung besteht darin, die Patienten in der richtigen Anwendung von körperlichem Training zu schulen. Durch ein persönliches Einführungsgespräch oder die alleinige Aushändigung schriftlicher Unterlagen ist es wahrscheinlich nicht möglich, ausreichendes Wissen um die positiven Wirkungen von körperlichem Training zu vermitteln und Patienten nachhaltig zu motivieren, dieses in ihren gesunden Lebensstil einzubinden. Es erscheint vielmehr notwendig, die Patienten solange unter enger Kontrolle zu halten, bis eine messbare und subjektiv wahrnehmbare Leistungssteigerung sowie eine Besserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu einer Festigung der Selbstmotivation führen. Die Arbeitsgemeinschaft für ambulante kardiologische Rehabilitation (AGAKAR) führt seit mehreren Jahren in einem Pilotprojekt Patientenschulungskurse zur Selbstanwendung von körperlichem Training als so genannte kardiologische Trainingstherapie durch. Die Entwicklung solcher Kurse zu einer effizienten und praktikablen Intervention in der Primärund Sekundärprävention von kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen scheint gelungen. Vorläufige Ergebnisse zeigen die gute Akzeptanz und Praktikabilität solcher Patientenschulungskurse. Erste Ergebnisse bestätigen einen messbaren und auch subjektiv wahrnehmbaren therapeutischen Effekt des in den Schulungsprogrammen angebotenen körperlichen Trainings. Um die Wirksamkeit eines umfassenden und in sich abgeschlossenen Patientenschulungsund Selbstanwendungsprogramms von körperlichem Training schlüssig zu überprüfen, ist eine prospektiven Studie mit einer repräsentativen Patientenzahl geplant.

5 Univ.-Prof. Dr. Rochus Pokan Österreichisches Institut für Sportmedizin Institut für Sportwissenschaften der Universität A-1150 Wien Effekt eines hoch umfangreichen und intensiven Ausdauertrainings bei Patienten nach Herztransplantation Ausdauerorientiertes Training gehört im Rahmen der Rehabilitation nach Herztransplantation (HTX) zu den unbestrittenen Therapieempfehlungen. Dennoch ist wenig über die Trainierbarkeit von Patienten nach HTX bekannt. Daher evaluierten wir die Auswirkungen eines Ausdauertrainings mit hohem Umfang und hoher Intensität auf die Ausdauerleistungsfähigkeit von HTX Patienten und verglichen sie mit der Leistungsfähigkeit von HTX Patienten im Rahmen eines regulären Langzeitrehabilitationsprogramms und untrainierten Gesunden (UG). Die HTX Patienten aus dem regulären Rehabilitationsprogramm wurden in zwei Untergruppen mit denervierten (HTPX-D;n = 15) und teilweise reinervierten (HTX-R; n = 21) Herzen unterteilt und den umfangreich und intensiv Ausdauer Trainierenden (HTX Patienten- AT; n = 14) sowie den UG (n = 21) gegenübergestellt. Es wurde ein Spiroergometerstufentest auf dem Fahrrad inklusive Messung der Herzfrequenz (HF) und Blutlaktatkonzentration (LA) durchgeführt. Im Vergleich zu den anderen Gruppen (HTX-D: 119±17 W, VO2max 17.3±4.4 ml.kg-1.min-1; HTX-R: 117±17 W, VO2max 16.6±3.8 ml.kg-1.min-1; UG: 185±19 W, VO2max 34.9±6.8 ml.kg-1.min-1) erzielten die HTX Patienten-AT mit 236±40 W, und einer VO2max von 40.5±6.3 ml.kg-1.min-1die signifikant höchste Leistungsfähigkeit. Die HF unter maximaler Belastung lag mit 166±15 bpm bei den HTX Patienten-AT im Bereich der HF der UG (164±17 bpm), war aber signifikant höher gegenüber HTP-D (126±16) and HTP-R (136±17). Die LAmax der HTX Patienten-AT war mit 9.3±2.4 mmol.l-1, vergleichbar mit der der UG (9.2±2.1 mmol.l-1) aber gegenüber HTX-D (5.5±1.5 mmol.l-1) und HTX-R (5.1±1.0 mmol.l-1) signifikant erhöht. Die vorliegenden Daten sprechen dafür, dass auch HTX Patienten unter günstigen Voraussetzungen in der Lage sind, ein umfangreiches und intensives Ausdauertraining zu absolvieren und deutlich höhere Leistungen als untrainierte oder moderat trainierte Gesunde zu erbringen.

6 Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Hofmann des Leitungsgremiums des Zentrums für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung A-8010 Graz Herzfrequenz-Leistungskurve und ß1-Adrenozeptor Sensitivität Der Herzfrequenz (HF) - Anstieg bei stufenförmiger Belastung, die sog. Herzfrequenz- Leistungskurve oder Heart Rate Performance Curve (HRPC) ist sowohl bei gesunden Personen als auch bei Patienten weder streng linear noch einheitlich (Hofmann et al. 1997). Unterschiede im HF-Verlauf können aber eine wesentlichen Unterschied für etwaige HF - Vorgaben sowohl für Gesunde (Hofmann et al. 2001) als auch Patienten (Wonisch et al. 2003) unter medikamentöser Therapie bedeuten. Die physiologisch normale Deflexion der HF - Kurve bei Belastungen oberhalb des zweiten Laktat Turn Points (LTP2) zeigt sich in ca. 85% der gesunden jungen Personen, aber nur in ca. 15 % der Patienten mit (Hofmann et al. 1997, Pokan et al. 2004). Als physiologische Erklärung für das Phänomen HF - Deflexion wurde eine unterschiedliche Sensitivität oder Dichte der ß1-Adrenorezeptoren angenommen (Hofmann et al. 2005). So wurde etwa bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz eine Einschränkung der ß1 - Adrenorezeptor- Sensitivität beschrieben (Lohse 1996), die das nicht reguläre Verhalten der HRPC in dieser Gruppe erklären lässt. Offen ist die Frage, ob dieses Verhalten der HRPC sich durch ein Rehabilitationstraining beeinflussen lässt. In einer Pilotstudie mit 21 PatientInnen in der ambulanten kardiologischen Rehabilitation nach AGAKAR - Standard konnte eine positive, aber statistisch nicht signifikante Änderung dieses Kennwertes der HRPC (0.35±0.40 / 0.21±0.32) nach 158±57 Tagen Phase - III Rehabilitation gefunden werden (Eglauer 2007). Da die Deflexion der HRPC einen signifikanten Zusammenhang mit der linksventrikulären Ejektionsfraktion zeigte (Pokan et al. 1993; Hofmann et al. 1994) könnte diese Veränderung ein einfach zu bestimmender Indikator für eine verbesserte Ventrikelfunktion durch das Rehabilitationstraining darstellen. Ob die Stärke und Richtung der HRPC eine klinisch relevante Größe hinsichtlich Risikoabschätzung und Prognose darstellt, ist in weiteren Untersuchungen and größeren Kollektiven zu klären.

7 Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schmid Ärztlicher Leiter des Rehabilitations- und Kurzentrums Austria A-4701 Bad Schallerbach Koautor: R. Berent NT-proBNP, Herzinsuffizienz und körperliche Aktivität NT-proBNP ist ein etablierter Marker in der Diagnostik der Herzinsuffizienz, dient der Abschätzung des Schweregrades, hilft im Management der Patienten und ist prognostisch bedeutsam. Eine NT-proBNP Abnahme verbessert die Prognose bezüglich Morbidität und Mortalität, eine Zunahme verkürzt die Lebenserwartung. In vorliegender Studie wurden 193 konsekutive Patienten nach einem kardiovaskulären Ereignis eingeschlossen. Bei allen Patienten wurde die Auswurffraktion (EF) mittels Echokardiographie bestimmt. Eine Belastung am Fahrradergometer erfolgte mit Messung der hämodynamischen Parameter wie Blutdruck und Herzfrequenz und Bestimmung der VO2max zu Beginn und am Ende des Aufenthaltes von im Mittel 25 Tagen, ebenso die Bestimmung des NT-proBNP. Das Trainingsprogramm beinhaltete 6mal/Woche Ergometertraining, Wandern und Gymnastik. Sowohl in der Gesamtgruppe als auch in Subgruppen eingeteilt nach der EF, konnte eine signifikante Reduktion des NT-proBNP von im Mittel 30 % bei unveränderter kardiovaskulärer Medikation dokumentiert werden. Die traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren konnten ebenfalls gesenkt werden. Die maximale Leistungsfähigkeit, die Herzfrequenzreserve und die VO2max nahmen signifikant zu. Das rund 30 % -ige Absinken des NT-proBNP entspricht einer etablierten medikamentösen Herzinsuffizienz - Therapie und ist nahezu ident mit einer Mortalitätsreduktion nach 8- wöchigem körperlichen Training bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Die serielle Bestimmung des NT-proBNP stellt somit einen sinnvollen Marker für die Verlaufsbeobachtung von Patienten sowohl im Rahmen einer medikamentösen Herzinsuffizienz - Therapie als auch einer Herz - Kreislaufrehabilitation dar und kann auch für deren Prognose und Risikostratifizierung möglicherweise von Bedeutung sein.

8 Der Vorstand der AGAKAR kann mit großer Freude und Genugtuung auf den von ihm im Verlauf der letzten 10 Jahre maßgeblich mitbestimmten Aufbau der ambulanten kardiologischen Rehabilitation in Österreich und deren Weiterentwicklung auf einen auch über die Landesgrenzen hinaus anerkannten hohen Standard zurückblicken. An den in den Statuten der AGAKAR formulierten Zielen wird selbstverständlich auch nach dem Jubiläum 10 Jahre AGAKAR am mit unverminderter Kraft weiter gearbeitet. Vorsitzender Prim. Dr. Werner Benzer Generalsekretär Dr. Karl Mayr Kassier MR Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Schmid Fachratsvorsitzender Univ. Prof. Dr. Rochus Pokan Delegierter ÖKG Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Klicpera Delegierter ÖGSMP Prim. Univ.-Doz. DDr. Anton Wicker Delegierter ÖHV Helmut Schulter Vorsitzender AGAKAR- Institutsleiterkonferenz Dr. Hanns Harpf Beirat Univ. Doz. Dr. Dieter Brandt Beirat Ass. Prof. Dr. Harald Gabriel Beirat Univ. Prof. Dr. Paul Haber Ehrenmitglied Dr. Brigitte Greiner-Pesau

9 Der Fachrat der AGAKAR hat als wissenschaftliches Beratungsgremium des AGAKAR- Vorstands wesentlich dazu beigetragen, die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der ambulanten kardiologischen Rehabilitation auf jenes Niveau zu heben, das heute die Anerkennung bei Ärzten, Patienten und Sozialversicherungsträgern findet. Der AGAKAR- Fachrat sichert darüber hinaus die wissenschaftliche Überprüfung und Weiterentwicklung der ambulanten kardiologischen Rehabilitation in Österreich durch Dokumentation, Ergebnisanalysen und ständige Erarbeitung klinisch bedeutsamer und zukunftsorientierter Studienprotokolle. Vorsitzender Univ.-Prof. Dr. Rochus Pokan Stellvertreter Dr. Karl Mayr Prim. Dr. Werner Benzer Ass. Prof. Dr. Harald Gabriel Univ. Prof. Dr. Paul Haber Univ. Prof. Dr. Peter Hofmann Dr. Evelyn Kunschitz Prim. Univ. Doz. Dr. Robert Kurz Prim. Univ. Prof. DDr. Josef Niebauer Dr. Günther Samitz Dr. Karin Schindler Prim. Univ. Doz. DDr. Manfred Wonisch Assistentin des Vereins Mag. Angelina Kindler

10 Mag. Heimo Traninger Krankenanstalt Institut für Bewegungstherapie Graz - Eggenberg A-8020 Graz Koautoren: H. Harpf, L. Harpf, S. Harb, G. Tscheppe, P. Hofmann, M. Wonisch Tageszeit- und medikationsabhängige Probleme der Steuerung von Trainingsbelastungen bei Patienten in der ambulanten kardiologischen Rehabilitation Eine wichtige Komponente in der ambulanten kardiologischen Therapie ist die Trainingstherapie. Zur individuellen Anpassung des Ausdauertrainings wird meist eine ergometrische Untersuchung durchgeführt. Aus dieser Untersuchung werden für jeden Patienten individuelle Trainingsherzfrequenzbereiche abgeleitet. Die medikamentöse Versorgung von KHK Patienten ist in sehr vielen Fällen mit einer einmaligen Gabe von ß-Adrenozeptor-Antagonisten verbunden. Diese Medikation führt zur Abnahme der Ruheherzfrequenzen und der Belastungsherzfrequenzen. Obwohl die Wirkungszeit dieser Medikation in der Literatur mit bis zu zwölf Stunden angegeben ist, lässt sich oft eine verringerte klinische Wirkung, vor allem auf die Belastungsherzfrequenz im Laufe des Tages feststellen. Ziel der Präsentation ist es die Problematik aufzuzeigen, die bei Patienten mit einer Einmalgabe eines ß-Adrenozeptor-Antagonisten entstehen kann, wenn die Belastungsergometrie zur Festlegung der individuellen Trainingsherzfrequenz (THF), respektive die Trainingsbelastung selber, zu unterschiedlichen Tageszeiten durchgeführt werden. Wird ein ß-Adrenozeptor-Antagonist einmal am Tag, wie verordnet, morgens eingenommen, kann die medikationsbedingte Absenkung der Herzfrequenz bereits deutlich reduziert sein. Wird die Belastungsergometrie eines Patienten zu einem Zeitpunkt, knapp nach der Einnahme des Beta Blockers morgens durchgeführt und werden daraus dessen individuelle Trainingsherzfrequenzen bestimmt, kann es zu deutlichen Problemen bei der Festlegung der Trainingsherzfrequenz für das Abendtraining des Patienten kommen. Problematischer ist es auch, wenn die Belastungsergometrie am Abend durchgeführt wird und die Wirkung des ß-Adrenozeptor-Antagonisten bereits abgeschwächt ist. Wird auf Basis dieser Untersuchung die THF festgelegt und der Patient führt sein Training am Morgen durch, kann es zu einer deutlichen Überbelastungen des Patienten kommen. Eine Untersuchung an einer größeren Patientenstichprobe soll die Problematik der tageszeitund medikationsabhängigen THF prüfen. Lösungsansätze zur zeitlichen Abstimmung und zur Korrektur und Anpassung der THF sowie der Medikation im täglichen Training in der ambulanten kardiologischen Rehabilitation sollen entwickelt werden.

11 Prim. Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer Ärztlicher Leiter des Universitätsinstituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität A Salzburg Diabetes mellitus und koronare Herzkrankheit: Zwei Herausforderungen eine Lösung Chronisch unzureichende Blutdruckeinstellung mit zudem oft zu hohen HbA1c-Werten und die bei vielen Diabetikern begleitend auftretende Dyslipoproteinämie mit Hypertriglyceridämie und niedrigen HDL- Konzentrationen wird für die raschere Entstehung und den schweren Verlauf der Atherosklerose bei Diabetikern verantwortlich gemacht. So bekommen Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 eine koronare Herzerkrankung in jüngerem Lebensalter, haben einen höheren Anteil an diffusen Mehrgefäßerkrankungen und entwickeln häufiger eine Herzinsuffizienz. Sie haben nach einem Myokardinfarkt eine schlechtere Prognose und eine höhere Letalität. Da der Diabetes mellitus Typ 2 im Wesentlichen eine Wohlstandskrankheit ist, deren Entstehung neben genetischen Faktoren durch Gewichtszunahme und insbesondere durch körperliche Inaktivität begünstigt wird und gemeinsam mit anderen beeinflussbaren Risikofaktoren wie arterieller Hypertonie und Rauchen zu einer gehäuften Manifestation einer koronaren Herzkrankheit führt, wird bei der multifaktoriellen Intervention versucht, all diese beeinflussbaren Risikofaktoren zu korrigieren. So muss eine konsequente Einstellung des Hypertonus, Aufgabe des Nikotinabusus und eine kardioprotektive medikamentöse Therapie mit Aspirin, Betablocker und ACE-Hemmer in Verbund mit einer lipidsenkenden Therapie erfolgen, um eine Verringerung makrovaskulärer Komplikationen und somit von Myokardinfarkten und Schlaganfällen zu erzielen. Dabei kommt der körperlichen Aktivität sowohl in der Primär- als auch in der Sekundärprävention eine herausragende Bedeutung zu, da hierdurch zum einen die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 verhindert bzw. dessen Manifestation verzögert werden kann und es zum anderen zu einem besseren Krankheitsverlauf kommt. Des weiteren finden sich auch auf zellulärer und molekularer Ebene zahlreiche günstige Veränderungen, die von der verbesserten Endothelfunktion der Koronararterien bis zur Verbesserung der bestehenden peripheren Insulinresistenz und einer Steigerung wichtiger muskulärer Faktoren wie z.b. dem GLUT-4 reichen.

12 Dr. Stefan Höfer Klinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie Medizinische Universität A-6020 Innsbruck Die Lebensqualität von Herz-KreislaufpatientInnen in der ambulanten Rehabilitation in Österreich Qualitätssicherung von Gesundheitsleistungen hat unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Situation und der individuellen Bedürfnisse des Leistungsberechtigten - den Herz-KreislaufpatientInnen - zu erfolgen. Die Veränderung der subjektiven gesundheitsbezogenen Lebensqualität (glq) von Herz- KreislaufpatientInnen ist ein anerkannter Indikator zur Erfassung dieser Ergebnisqualität. Die Patienteneinschätzung über den Erfolg einer medizinischen Maßnahme ist ebenso valide, wie jenes des Klinikers. In der ambulanten kardiologischen Rehabilitation wird ein standardisiertes Instrument zur Erfassung dieser glq für PatientInnen mit unterschiedlichen Formen der Herz- Kreislauferkrankungen (Angina Pectoris, Myokardinfarkt, Kardiomyopathie, Arrhythmien) nach unterschiedlichen Vorbehandlungen im Akutkrankenhaus (Koronarinterventionen, Bypassoperationen od. Schrittmacherimplantationen) - das MacNew Heart Disease Quality of Life Instrument - routinemäßig eingesetzt. Bisherige Ergebnisanalysen an Hunderten von Herz-Kreislaufpatienten konnten zeigen, dass die ambulante kardiologische Rehabilitation in Österreich die glq nachhaltig verbessern kann. Durch die kontinuierliche und standardisierte Erfassung der glq in der ambulanten kardiologischen Rehabilitation ist es möglich, den PatientInnen eine Stimme im medizinischen System zu verleihen und sie damit als aktive Partner zu fördern. Ein aktueller Überblick über die Lebensqualität der Herz-KreislaufpatientInnen in der ambulanten Rehabilitation in Österreich wird gegeben.

13 Prim. Dr. Werner Benzer Ärztlicher Leiter des Department für Interventionelle Kardiologie und des Instituts für Sportmedizin am Landeskrankenhaus Feldkirch A-6800 Feldkirch Koautoren: H. Harpf, K. Mayr, E. Miller-Mayer, A. Philippi, S. Höfer, S. Knapp Ergebnisanalysen und Qualitätssicherung in der ambulanten kardiologischen Rehabilitation Im Zeitalter der evidenzbasierten Medizin und auch unter dem Gesichtspunkt immer knapper werdender finanzieller Mittel im Gesundheitswesen müssen therapeutische Interventionen ständig auf ihre Effektivität überprüft werden. Benchmarking und Audits sind deshalb gerade bei multifaktoriellen Therapieformen wie in der kardiologischen Rehabilitation zur Überprüfung der Effizienz von individuell angepassten Programmen einzusetzen. Die Arbeitsgemeinschaft für ambulante kardiologische Rehabilitation (AGAKAR) hat in den letzten Jahren eine Qualitätssicherung für ihre Institute entwickelt, die durch laufende Dokumentation deren Ergebnisqualität auf die Erfordernisse der Guidelines der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft für die ambulante kardiologische Rehabilitation abstimmt. Neben persönlich durchgeführten Audits zur Analyse der Struktur- und Prozessqualität werden die Daten zur Analyse der Ergebnisqualität über eine als Internetversion für alle Institute mittels Passwort zugängliche Eingabemaske in einer zentralen Datenbank verwaltet und zu regelmäßig ausgesandten Benchmark Reports verarbeitet. Neben der Verwaltung der soziodemographischen und klinische Daten der Patienten werden folgende Rehabilitationsergebnisse analysiert: Kardiovaskuläre Risikofaktoren, körperliche Leistungsfähigkeit, gesundheitsbezogene Lebensqualität (glq) einschließlich Ängstlichkeit und Depressivität, Folgeereignisse und Drop out Raten. In einem elektronisch verwalteten Kollektiv von zwischenzeitlich über 1000 Patienten ergibt die Auswertung des Verlaufs von 512 Patienten (90% m; Alter 55 ± 8 Jahre; Zst.n.ACS 40%; Zst.n.ACBP 33%, Zst.n.PCI 25%, andere 2%) folgende Rehabilitationseffekte: Senkung von Chol von 202 ± 88 auf 174 ± 37 mg/dl (p<0.001); Trigl von 192 ± 141 auf 161 ± 109 mg/dl (p<0.001); RRsys von ± 20 auf ± 15 mmhg (p<0.005); HbA1C 6 ± 1 % und BMI 27 ± 4 kg/m2 ohne Veränderung; Raucherentwöhnung -26%; Leistungssteigerung von 145 ± 37 auf 182 ± 49 Watt max (p<0.001); Verbesserung der glq - MacNew global ±1.06; p<.001 der Ängstlichkeit ± 2.85 und Depressivität ± 3.39 (p < 0.01). Ereignisraten und Mortalität konnten aufgrund der noch zu geringen Fallzahlen bzw. noch zu kurzen Verlaufszeiten bisher nicht repräsentativ analysiert werden. Erste Ergebnisse aus den Analysen der AGAKAR- Datenbank zeigen, dass die in den AGAKAR- Instituten angebotenen Rehabilitationsprogramme zum überwiegenden Anteil effektiv sind. Zielwerte für die Kontrolle der kardiovaskulären Risikofaktoren wie Raucherentwöhnung, Lipidstatus und Blutdruck werden erreicht. Nicht erreicht werden die Zielwerte für die Gewichtsreduktion. Mit der Verbesserung der glq und der Reduktion der Ängstlichkeit und Depressivität können weitere Rehabilitationsziele als erreicht betrachtet werden. Für die Beurteilung harter Endpunkte wie Ereignisrate und Mortalität muss die Analyse größerer Patientenkollektive und längerer Verlaufszeiten abgewartet werden.

14 Mag. Heimo Traninger Krankenanstalt Institut für Bewegungstherapie Graz - Eggenberg A-8020 Graz Koautoren: H. Harpf, L. Harpf, S. Harb, G. Tscheppe, P. Hofmann, M. Wonisch Sieben Jahre ambulante kardiologische Rehabilitation am Institut für Bewegungstherapie Eggenberg Graz - ein Rückblick und Vergleich Seit nunmehr sieben Jahren wird am Institut für Bewegungstherapie Eggenberg in Graz die AMBULANTE KARDIOLOGIESCH REHABILITATION nach AGAKAR- Standard durchgeführt. Anfangs mit einem Patienten in einer Gruppe, vergrößerte sich die Patientenanzahl in den ersten zwei Jahren auf 15 Patienten. Gegenwärtig absolvieren 70 Patienten die Therapie, also eine durchschnittliche Vermehrung von 10 Patienten pro Jahr. Ziel der Studie ist die Beurteilung der Entwicklung von Patienten mit unterschiedlicher KHK während eines Jahres. Ergebnisse mit insgesamt 120 Patienten werden vorgestellt. Derzeit trainieren 70 Patienten (w = 12, m = 58) regelmäßig zweimal pro Woche, am Fahrradergometer (Daum electronic; ergo control 250). Die Ergebnisse von 120 Patienten (Alter: 59± 10 Jahre; Größe: 174± 8 cm; Gewicht: 79,9± 11,9 kg), die bereits ein Jahr Trainingsphase absolviert haben, werden näher vorgestellt. Dargestellt werden die Daten der Eingangsuntersuchung (EU) in die ambulante Phase III Rehabilitation, sowie Zwischen- (ZU) und Abschlussuntersuchungen (AU) (Protokoll 10W/1min). Die Vorgabe der Trainingsbelastung erfolgte individuell, nach Bestimmung des Herzfrequenz-Knickpunktes (HRT), 70 % der maximalen Leistung (Pmax), nach der Karvonen Formel (50 %, 60 %, 70 %) und nach dem individuellem Diagnosebild und Status präsens des Patienten. Die Trainingsbelastung setzte sich aus 5 min Aufwärmphase, 25 min Belastung bei konstant vorgegebener Trainingsbelastung und anschließenden 25 min Funktionsgymnastik zusammen. Die Anpassung der Trainingsbelastung erfolgte sowohl über die Erhöhung der Trainings- HF, als auch über die trainingsbedingte Erhöhung der Wattleistung bei definierter Herzfrequenz. Die Probanden zeigten bei den Ergometrien einen einheitlichen Zuwachs der Leistung von 144±47 W (EU) bzw. 165±51 W (ZU) auf 175±52 W (AU) entsprechend 25,23 % Wmax. Die durchschnittliche Herzfrequenz bei gleicher Belastung (100 W) änderte sich von 112±17 bpm (EU) bzw. 108±17 bpm (ZU) auf 103±13 bpm (AU). Das Körpergewicht änderte sich von 79,9±11,9 kg auf 82,4±11,9 kg. (BMI: 26,2+3,2 auf 27,0+3,2); die Ruhe- HF von 72±12 auf 71±12 bpm; die HFmax von 132±26 auf 139±26 bpm; RR Ruhe syst. von 116±17 mmhg auf 118±17 mmhg und der RR Bel. syst. von 173±29 auf 179±30. Die Probanden besuchten durchschnittlich 72±11 % der Trainingseinheiten. Zusammenfassend kann man feststellen, dass alle Patienten sowohl ihre Leistungsfähigkeit verbessern konnten, als auch einzelne Risikofaktoren positiv beeinflusst wurden.

15 Mit freundlicher Unterstützung von:

16 Impressum: Arbeitsgemeinschaft für ambulante kardiologische Rehabilitation (AGAKAR) Prim. Dr. Werner Benzer Institut für Sportmedizin Landeskrankenhaus Carinagasse 47 A Feldkirch

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