Lernziel: Verschiedene Staatsformen und deren Entscheidungsregeln kennen lernen

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1 Inselexperiment Themenfeld: Staatsformen, Demokratie Lernziel: Verschiedene Staatsformen und deren Entscheidungsregeln kennen lernen Zielgruppe: Mind. 0 Personen, Mittel- oder Oberstufe, mit und ohne Vorwissen einsetzbar Dauer: ca.,5 Stunden Ablauf: Die TN werden in fünf Gruppen geteilt und erhalten folgende Ausgangsbeschreibung: Ihr seid nach einem Schiffsunglück auf einer einsamen Insel gestrandet. Dort gibt es glücklicherweise aber alles, was man zum Leben benötigt. Ihr könnt Tiere jagen, fischen und Beeren sammeln. Auf der Insel befindet sich eine Süßwasserquelle und ihr findet genug Material, um Hütten zu bauen. So wie es aussieht, müsst ihr wohl eine sehr lange Zeit auf der Insel ausharren. Deshalb solltet ihr euch überlegen, wie ihr euer Zusammenleben gestalten wollt. Wer ist für den Bau der Hütten zuständig? Wer für das Verteilen der? Wie sieht euer Notfallplan aus, wenn plötzlich ein Schiff am Horizont auftaucht? Was passiert, wenn es Streitigkeiten unter euch gibt? Wer bewacht das Feuer? Ziel eurer Gesellschaft ist es, möglichst viel zu beschaffen und eure Mitglieder sicher zurück in die Zivilisation zu führen. Nach einer kurzen Diskussion habt ihr euch bereits darauf geeinigt, wie euer Zusammenleben gestaltet werden soll. An dieser Stelle bekommen die Gruppen dann jeweils andere Beschreibungen, die an a) Anarchie b) Basisdemokratie c) Diktatur d) Repräsentative Demokratie e) Theokratie angelehnt sind. Am Ende sollte auf jeden Fall eine Auswertung stehen, bei der die Merkmale der verschiedenen Regierungsformen zur Sprache kommen. Ziel: Ziel ist es, am Ende am meisten Punkte zu haben. Für jede(n) (in), der noch auf der Insel lebt (!), gibt es einen Punkt. Außerdem bekommt die Gruppe, die vom Schiff gerettet wurde, Bonuspunkte. Regeln: - Es werden vier n gespielt, die n sind zeitlich begrenzt. - Am Anfang jeder wird entschieden, wer welche Aufgabe übernimmt (Rollenkarte beachten). - Nach jeder muss sichergestellt sein, dass alle Bürger/innen überleben. Jede(r) Bürger(in) braucht zwei Rationen. Gestorbene Bürger(innen) wandern eine Insel weiter nach rechts. - Einmal im Spiel darf ein(e) Bürger(in) freiwillig auf eine andere Insel wechseln. Diese Regel gilt nur, sofern ihr keine extra Rollenkarte bekommen habt.

2 Rollenkarten: Gruppe : In eurer Gruppe macht jede(r), worauf er oder sie gerade Lust hat. Jede(r) entscheidet für sich alleine, was er oder sie tun möchte. Wenn jemand versucht, euch vorzuschreiben, was ihr tun sollt, ist das eine schlimme Beleidigung für euch. Deshalb gibt es in eurer Gesellschaft auch keinen Herrscher/ keine Herrscherin oder Gericht. Schließlich braucht ihr niemanden, der euch Regeln vorschreibt. Gruppe : In eurer Gruppe wird grundsätzlich alles gemeinsam entschieden. Steht eine Entscheidung an, ruft ihr alle Mitglieder zusammen und diskutiert gemeinsam. Jede(r) wird gefragt und jede(r) sollte etwas zu der Entscheidung sagen. Am liebsten sind euch die Entscheidungen, bei denen alle einer Meinung sind. Die versucht ihr auch zu erreichen. Klappt das einmal nicht, dann stimmt ihr ab und die Mehrheit entscheidet. Gruppe : Wenn ihr auf der Insel ankommt, macht ihr erst einmal das, was ihr von zuhause gewohnt seid: Ihr wählt einen Anführer oder eine Anführerin. Gemeinsam sammelt ihr Vorschläge für geeignete Kandidat/innen und stimmt am Ende ab. Ihr wählt eine(n) Anführer(in) und für jede wichtige Aufgabe eine zuständige Person. Diese werden in Zukunft dann über alle Angelegenheiten entscheiden. Gruppe : Zum Glück seid ihr nicht ohne eure(n) göttliche(n) Anführer(in) auf der Insel gestrandet. Er wurde von eurem Gott bestimmt und nimmt alle Entscheidungen für euch ab. Niemand wagt es, ihm zu widersprechen, denn er führt das aus, was eurer Gott ihm mitteilt. So ist für alle gut gesorgt. Karte Anführer(in): Du bist der/die von Gott bestimmte Herrscher(in). Alle Entscheidungen triffst du im Namen Gottes. Du bist der von Gott gesandte uns auserwählte. Dein Volk tut das, was du vorschreibst. Du bist aber auch für alle Dinge verantwortlich, die deinem Volk geschehen. Also handele weiße und gut. Gruppe 5: Wartet darauf, was euer/eure Anführer(in) euch sagt. Karte Anführer(in): Du bist Herrscher(in) dieses Volkes, deine Entscheidungen werden umgesetzt, dein Wort ist gesetzt. Du möchtest, dass dein Volk dich verehrt und dir Respekt und Ehre erweist. Auch in ihrem Privatleben dürfen sie nicht negativ über dich sprechen. Wer dich kritisiert, wird eingesperrt oder aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Aufgaben: ) Feuer bewachen: Personen müssen sich an den Händen fassen, um das Feuer zu bewachen. Sie können in dieser keine andere Aktion machen. Auch dann nicht, wenn sie in einer Hütte wohnen. Das Feuer erhöht die Chance, dass ein Rettungsschiff die sieht. Außerdem kann dort haltbar gemacht werden. Ist das Feuer einmal erloschen, kann es nicht wieder entzündet werden. ) finden: Person kann für Aktion vier Rationen finden. Wenn die über dem Feuer haltbar gemacht wurde (kostet keine extra Aktion), kann sie auf über die hinaus aufbewahrt werden. Maximal können vier seinheiten haltbar gemacht werden. Alle, die nicht haltbar ist, verfällt am Ende jeder. ) Unterstand bauen Um einen Unterstand zu bauen, müssen mehrere Schritte durchgeführt werden: - Einen Baum fällen: Personen pro Baum - Blattwerk sammeln: Person kann für eine Aktion sechs Blätter sammeln.

3 Für eine Hütte werden Bäume und Blätter benötigt, dort können zwei Personen schlafen. Personen, die in der Hütte schlafen, haben zwei Aktionen mehr pro. ) Rettungsplan entwerfen Hier ist eurer Kreativität keine Grenze gesetzt. Überlegt, womit ihr ein Rettungsboot aufmerksam machen könnt. Vielleicht ist es sinnvoll, eine Wache aufzustellen, damit ihr das Boot auch bemerkt. Die Wache kann keine andere Aktion ausführen (auch wenn sie in einer Hütte schläft). Ereignisse - Pflanzenfäulnis: In dieser können keine Blätter für Hütten gesammelt werden. - Pilzbefall: ssuche ist in dieser nicht möglich. - Diebstahl: Jemand von euch hat die Gruppe bestohlen. In dieser müsst ihr entscheiden, wie mit dem/der Dieb(in) umzugehen ist (Rollenkarte beachten). Wer an dieser Entscheidung beteiligt ist, kann keine Aktion ausführen. - Sturm: Ein Sturm schwächt alle Personen, die nicht in einer Hütte wohnen. Sie müssen sich vom Sturm erholen und haben keine Aktion in der nächsten. - Verdorbene : Die Hälfte eurer gelagerten seinheiten ist verdorben und kann nicht mehr verwendet werden. - Rettendes Schiff: Das rettende Schiff ist in Sicht. Alle Inseln, die eine Wache aufgestellt haben, können nun ihren Rettungsplan umsetzen. Anmerkungen: Ereignisse möglichst erst ab der. bringen. Sie sollen der Spielleitung helfen, das Spiel zu steuern. Variationen: Es können auch mehr n als angegeben gespielt werden. Reflexion: Folgende Fragen eignen sich, um das Inselexperiment in der Gruppe zu reflektieren: - Wie habt ihr in der Gruppe Entscheidungen getroffen? Wie hast du dich dabei gefühlt? - Würdest du die Entscheidungen eher gut oder eher schlecht bewerten? Warum? - Gab es Streitigkeiten? Wie wurden sie gelöst? - Was waren Nachteile, was Vorteile an der Art, so zu entscheiden? - Bist du freiwillig zu einer anderen Insel gewechselt? Warum? - Könntest du dir vorstellen, in einer Gesellschaft zu leben, die alle Entscheidungen so trifft, wie ihr es auf der Insel getan habt? - Erinnert dich das System auf einer Insel an die Art und Weise, wie in Deutschland Entscheidungen getroffen werden? Welches? Auswertung: I) Die Gruppen sollen Vor- und Nachteile ihrer Gesellschaftsform nennen. Diese werden (z.b. als Tafelbild) gesammelt. Anschließend wird den Gruppen ihre politikwissenschaftsliche Bezeichnung gemeinsam zugeordnet. II) Die verschiedenen Staatsformen sollen auf einer Skala von frei bis unfrei/autoritär angeordnet werden. Die Gruppe entscheidet gemeinsam, welche Staatsform wo stehen soll. Weitere Anknüpfungspunkte: - Demokratien und ihre Eigenschaften herausstellen

4 - Basisdemokratie vs. repräsentative Demokratie Material: Tabellen für Spielleitung

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