Motive für die Investition in nachhaltige Geldanlagen

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1 Motive für die Investition in nachhaltige Geldanlagen Gunnar Gutsche (FG Empirische Wirtschaftsforschung) Dr. Bernhard Zwergel (FG Unternehmensfinanzierung) Vortrag zur Fachtagung "Geld rettet die Welt?" am

2 Ökonomische Relevanz privater Anleger Die Verteilung der Anlegertypen im Jahr 2013 Quelle: Eurosif, 2014; FNG, 2014 Europa 3,4% 96,6% Schweiz 41,0% 59,0% Österreich 14,0% 86,0% Deutschland 25,0% 75,0% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Private Investoren Institutionelle Investoren

3 Definition: Nachhaltige Geldanlagen (NG) Das Forum Nachhaltige Geldanlagen definiert nachhaltige Geldanlagen wie folgt: Nachhaltige Geldanlagen ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte.

4 Finanzielle Motive Rendite und Risikowahrnehmung (langfristige) überdurchschnittliche Rendite erwartet (Viviers und Eccles, 2012; Nilson, 2009; Beal et al., 2005) Reduzierung von finanziellen Risiken (Jansson und Biel, 2011) Einfluss ökologischer, sozialer oder ethischer Maßnahmen auf den Unternehmenswert (Wins und Zwergel, 2014)

5 Nicht-finanzielle Motive 1/2 Einstellungen zu Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung Konsumverhalten Nutzen durch das Branding Nachhaltigkeit (Wohlfühlfaktor, sozialer Status) (Riedl und Smeets, 2014; Beal et al., 2005; Cullis et al., 1992) extension of lifestyle (Wins und Zwergel, 2014; Glac, 2009; Owen and Qian, 2009; Williams, 2007; Webley et al., 2001) Pro soziale Einstellungen (Problem: attitude-behavior gap ) (Wins und Zwergel, 2014; Nilsson, 2008; Boulstridge and Carrigan, 2000) Individuelle Bewertung der unterschiedlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales, Ethik, Wirtschaftlichkeit) (Wins und Zwergel, 2014)

6 Nicht-finanzielle Motive 2/2 Gesellschaftliche Verantwortung Sozialer Wandel (Sandberg, 2011; Pasewark, 2010; Haigh, 2008; Beal et al., 2005) psychic return indirekt durch die Aktivitäten der Firmen, in die investiert wurde (Cullis et al., 1992) Perceived consumer effectiveness (Nilsson, 2008) Politische Orientierung (Klein et al., 2014; Anand und Cowton, 1993) Basis der nicht-finanziellen Motive: Moralische Aspekte und Normen (Religiosität, Umfeld) (Adam and Shauki, 2014; Brimble et al., 2013) Vertrauen (Wins und Zwergel, 2014, Nilsson, 2008)

7 Eckdaten der Onlinebefragung 116 NA (Nachhaltige Anleger) SK (Anleger, die nicht mehr nachhaltig anlegen möchten) INT (an nachhaltiger Geldanlage interessierte Anleger) KONV (nur an konventionellen Geldanlagen interessierte Anleger) (Online-) Representativität im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Region Feldzeit: Dezember 2013 / Januar 2014 Sprache: Deutsch Teilnehmer (n=1001): Finanzentscheider in deutschen Haushalten

8 Finanzielles Motiv: Rendite Rendite nach Kosten: Nachhaltige versus konventionelle Aktienfonds NA INT KONV 20 0 Geringer Gleich Höher positive Renditeerwartungen für NG gegenüber konventionellen Anlagen höhere Wahrscheinlichkeit für nachhaltiges Anlageverhalten Gleiches gilt für niedrigeres Risiko und niedrigere Kosten ABER: NA sind bereit einen Teil der Rendite aufzugeben (insbesondere kurzfristig)

9 Finanzielles Motiv: Unternehmenserfolg Auswirkungen ethischer Maßnahmen auf den Unternehmenserfolg NA INT KONV Negativ Neutral Positiv Insbesondere Personen mit positiven Erwartungen bzgl. ethischer Maßnahmen auf den Unternehmenserfolg legen nachhaltig an Überzeugung, dass nachhaltige Maßnahmen einen positiven Einfluss auf den Unternehmenswert haben, beeinflusst die Anlageentscheidung bzgl. NG positiv

10 Nicht-finanzielles Motiv: Nachhaltige Entwicklung Wichtigkeit des Beitrags zu einer nachhaltigen Entwicklung durch NG 60 NA INT KONV Geringe Zustimmung Neutral Hohe Zustimmung Der individuelle Wunsch etwas zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, ist ein Kernmotiv für NA und interessierte Anleger

11 Nicht-finanzielles Motiv: Konsumverhalten Die Anlage in NG verschafft mir ein gutes Gefühl NA INT KONV 20 0 Geringe Zustimmung Neutral Hohe Zustimmung NA INT KONV Private Aktivitäten (ökologische Kriterien) Privater Konsum (ökologische Kriterien) Privater Konsum (sozialer und ethische Kriterien)

12 Nicht-finanzielles Motiv: polit. Orientierung Geben Sie bitte an, welcher Partei Sie generell am ehesten zuneigen. CDU/ CSU SPD FDP Bündnis 90 - Die Grünen Die Linke AFD Piraten partei Andere Partei N [%] [%] [%] [%] [%] [%] [%] [%] Total NA INT KONV Anteil der KONV Anleger ist bei den Grünen verhältnismäßig niedrig NA und INT gibt es in allen politischen Gruppierungen

13 Hindernisse bei NG Psychologische Faktoren Verluste/Skandale in der Vergangenheit Erwartungen niedriger Renditen oder hohen Risikos Informationsasymmetrien zwischen Anbietern und privaten Investoren aufrund (höherer) Komplexität nachhaltiger Geldanlagen (zusätzliche Dimension neben üblichen finanziellen Attributen) (Paetzold and Busch, 2014; Nilsson, 2008; Nilsson et al., 2012) Höhere Suchkosten im Vergleich zu konventionellen Anlagen

14 Hindernisse bei NG: Eigene Analyse Informations- und Angebotsdefizite (auch bei nachhaltigen Anlegern): Meine Bank hat mir bisher noch keine NG angeboten NA INT KONV 0 Ablehnung Neutral Zustimmung Weitere Ergebnisse: Bemängelung der Transparenz und der Verständlichkeit Geringes Vertrauen in Anbieter

15 Hindernisse: Vertrauen in Banken Vertrauen, dass die finanziellen Mittel bei nachhaltigen Geldanlagen auch wirklich nachhaltig eingesetzt werden. Gering Neutral Hoch N [%] [%] [%] Triodos GLS Bank Deutsche Bank Comdirect Commerzbank ING-DiBa Sparkasse Volksbank Ethikbank Umweltbank

16 Zusammenfassung: Treiber und Hindernisse Treiber Positiver Einfluss von Nachhaltigkeit auf Firmenwert Verantwortungsgefühl für eine nachhaltige Entwicklung Wohlfühlfaktoren Sonstiges nachhaltiges Konsumverhalten Nachhaltig orientiertes Umfeld Barrieren Vorurteile : hohe Kosten, niedrigere Rendite, hohes Risiko von NG Mangelndes Vertrauen in NG und Anbieter von NG Mangelde Transparenz / Informationsdefizite Mangelnde pro aktive Angebote von NG

17 Mögliche Lösungen Aktuelle Studien/Projekte: The importance of sustainability and transparency labels in investment decisions between conventional and sustainable mutual funds (Gutsche, Zwergel und Dai, 2015) Insbesondere NA zeigen positive Präferenzen für Nachhaltigkeits- und Transparenzlabels Konventionelle Investoren, die Transparenz und/oder mangelndes Verständnis der Strategien angeben, habe starke positive Präferenzen für Transparenzlabels Labels werden insbesondere dann nachgefragt, wenn die Personen angeben, dass die Politik NG nicht ausreichend fördert Bewertung der in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Aktienfonds an Hand ihrer Holdings und anschließende Bewertung mit Nachhaltigkeitsratings von Asset4

18 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

19 Nicht-finanzielles Motiv: Privates Umfeld In meinem privaten Umfeld legt niemand in NG an NA INT KONV 20 0 Geringe Zustimmung Neutral Hohe Zustimmung Ebenso positiver Einfluss der Erwartungen des privaten Umfeld (Familien, Freunde, Bekannte, etc.) auf die Anlagewahrscheinlichkeit in NG (Normen und moralische Aspekte)

Dieser Fragebogen dient lediglich der Information, welche Fragen in der Umfrage gestellt werden. Ausfüllen kann man den Fragebogen unter:

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