science-live-lemgo Biotech-Labor für Schülerinnen und Schüler Inhaltsverzeichnis Liebe Schülerinnen und Schüler,

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1 Inhaltsverzeichnis Liebe Schülerinnen und Schüler, das folgende Material ermöglicht im Selbststudium - die Wiederholung der klassischen Genetik aus der Jahrgangsstufe 9 sowie - die Vorbereitung auf die Besprechung von Koppelungsbrüchen in der Q1. Sie brauchen nichts weiter als Ihre Aufzeichnungen aus der Jahrgangsstufe 9, ein Biologiebuch für die Mittelstufe oder die Möglichkeit, im Internet wesentliche Begriffe zu recherchieren. Die dargestellten Erbgänge bauen in Inhalt und Kompleität aufeinander auf. Es empfiehlt sich daher, die der Reihe nach zu bearbeiten. Viel Erfolg! Seite Thema 1 Inhaltsverzeichnis 2 Mendel, Morgan und Drosophila / Liste der verwendeten e/ Chromosomenschreibweise 3 Glossar wichtiger Begriffe 4 Monohybrider, dominant-rezessiver Erbgang P-F1 5 Monohybrider, dominant-rezessiver Erbgang F1-F2 6 Rückkreuzung 7 Dihybrider, ungekoppelter, dominant-rezessiver Erbgang P-F2 8 Monohybrider, intermediärer Erbgang P-F2 9 Dihybrider, ungekoppelter, dominant-rezessiver + intermediärer Erbgang P-F2 10 Geschlechtsgebundener, dominant-rezessiver Erbgang 1 11 Geschlechtsgebundener, dominant-rezessiver Erbgang 2 12 Dihybrider, gekoppelter, dominant-rezessiver Erbgang 13 Trihybrider, ungekoppelter, dominant-rezessiver Erbgang 14 Trihybrider, gekoppelter, dominant-rezessiver Erbgang 15 Übersicht 16 Übung Weitergehendes Material für besonders Interessierte www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 1

2 MENDEL, MORGAN und Drosophila Gregor Johann MENDEL ( ) war ein bedeutender Naturforscher, der die nach ihm benannten MENDELschen Regeln der Vererbung entdeckte. Er wird daher als Vater der Genetik bezeichnet. Mendel war Mönch begann er im Garten des Klosters mit systematischen Kreuzungseperimenten. Als Untersuchungsobjekt wählte er sorgfältig ausgewählte Sorten der Erbse. Etwa zehn Jahre später erschienen die ersten Veröffentlichungen mit seinen Ergebnissen. Ihre Bedeutung für die genetische Forschung wurde von seinen Zeitgenossen nicht erkannt. Die MENDELschen Regeln wurden vergessen. Seit ihrer Wiederentdeckung am Anfang des 20. Jahrhunderts gehören sie zum Lehrplan von Schülerinnen und Schülern. In dieser Selbstlerneinheit werden die MENDELschen Regeln nicht am Beispiel der Erbse wiederholt, sondern anhand der Taufliege Drosophila. Die Taufliege wurde von Thomas Hunt MORGAN ( ) als Modellorganismus in die genetische Forschung eingeführt. Mithilfe zahlreicher Kreuzungseperimente gelang MORGAN die Aufklärung der grundlegenden Struktur der Chromosomen. Er entdeckte, dass die Erbanlagen nacheinander auf den Chromosomen liegen und ermittelte ihre Reihenfolge und Abstände zueinander. Seine Ergebnisse fasste er in Chromosomenkarten (Genkarten) zusammen erhielt er für seine Forschungen den Nobelpreis begann MORGAN die Taufliege Drosophila melanogaster im Labor zu züchten und systematisch im Rahmen von genetischen Fragestellungen zu untersuchen. Drosophila war ursprünglich eine tropische und subtropische Art. Sie hat sich jedoch mit dem Menschen gemeinsam über die ganze Welt verbreitet. Die Weibchen sind etwa 2,5 Millimeter lang, die Männchen etwas kleiner. Beide Geschlechter sind leicht an ihrem Hinterleib zu unterscheiden. Als Modellorganismen für genetische Versuche hat sich die Taufliege bewährt. Sie ist unproblematisch in der Haltung, benötigt wenig Platz, bekommt viele Nachlkommen und hat eine kurze Generationsdauer. Außerdem besitzt sie eine Vielzahl phänotypisch gut sichtbarer, genetisch fiierter Unterschiede. G. J. Mendel Th. H. Morgan Drosophila melanogaster Liste der verwendeten e englische Symbol Verortung im Genom Bezeichnung weiße Augen white w Chromosom I kleine Augen Lobe L Chromosom II schwarze Körperfarbe black b Chromosom II Stummelflügel vestigial vg Chromosom II kurze Flügel short wings sh Chromosom III haarlos Hairless H Chromosom III augenlos eyeless ey Chromosom IV Chromosomenschreibweise Allele liegen auf Chromosomen! Jedes Allel wird seinem Chromosom (-) zugeordnet. Symbol für das Y-Chromosom: homozygot: A = A oder a = a heterozygot: A = a hemizygot: a Die Reihenfolge der Allele ist nicht relevant. Allele, die auf demselben Chromosom liegen (= gekoppelte Allele), werden auf einen gemeinsamen Bruchstrich geschrieben. www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 2

3 Wichtige Fachbegriffe 1. Wiederholen Sie die Bedeutung der folgenden Fachbegriffe! Fachsprache Bedeutung des Fachbegriffs Allel Anlage Chromosom dominant Filialgeneration F 1 F 2 Gen Genotyp Geschlechtschromosom geschlechtsgebundene Vererbung heterozygot homozygot intermediär kodominant mischerbig Parentalgeneration P Phänotyp reinerbig rezessiv Wiederholen Sie die drei MENDELschen Regeln! www. science-live-lemgo.de Selbstlernzentrum - Klassische und Morgan-Genetik 3

4 Der monohybride, dominant-rezessive Erbgang Ein Drosophila-Weibchen mit kurzen Flügeln wird mit einem Wildtyp-Männchen gekreuzt. Alle Nachkommen der F 1 - Generation entsprechen phänotypisch dem Vater. Abb. 1: Monohybrider, dominant-rezessiver Erbgang Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Kreuzungsschema Darstellung als Rekombinationsquadrat 1. Veranschaulichen Sie in Abbildung1 den Phänotyp der Mutante! 2. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus des s Flügellänge ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 3. Wiederholen Sie die 1. MENDELsche Regel! Analysieren Sie auf dieser Grundlage den Erbgang! Ergänzen Sie die Genotypen der Eltern und der F 1 sowie die Allele in den Keimzellen sowohl im Kreuzungsschema als auch im Rekombinationsquadrat! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste Filialgeneration (F 1 )! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in der Tochtergeneration! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 4

5 Der monohybride, dominant-rezessive Erbgang Die Nachkommen (F 1 -Generation) des Drosophila-Weibchens mit kurzen Flügeln und des Wildtyp-Männchens werden miteinander gekreuzt. Abb. 1: Monohybrider, dominant-rezessiver Erbgang F 1 -Generation Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Kreuzungsschema Darstellung als Rekombinationsquadrat 1. Berücksichtigen Sie die Informationen aus dem Kreuzungsansatz der Eltern (Seite 4)! 2. Geben Sie den Vererbungsmodus des s Flügellänge an! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 3. Wiederholen Sie die 2. MENDELsche Regel! Analysieren Sie auf dieser Grundlage den Erbgang! Ergänzen Sie die Genotypen der F 1 und der F 2 sowie die Allele in den Keimzellen sowohl im Kreuzungsschema als auch im Rekombinationsquadrat! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die erste Filialgeneration (F 1 )- sowie die zweite Filialgeneration (F 2 )! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in beiden Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 5

6 Rückkreuzung Die Kreuzung eines Individuums mit dominantem Allel im Phänotyp mit einem reinerbig rezessiven Partner ermöglicht eine Aussage darüber, ob das Individuum reinerbig oder mischerbig für das Allel ist. Diesen Test auf Reinerbigkeit nennt man Rückkreuzung. Nachkommen (F 1, F 2 ) aus der Kreuzung eines Drosophila-Weibchens mit kurzen Flügeln und eines Wildtyp-Männchens werden mit einem reinerbig rezessiven Individuum gekreuzt: Abb. 1: Rückkreuzung Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Rekombinationsquadrat (1) dominantes Allel liegt homozygot vor Darstellung als Rekombinationsquadrat dominantes Allel liegt heterozygot vor 1. Kreuzen Sie ein homozygotes Tier mit dem dominanten Allel im Phänotyp mit einem reinerbig rezessiven! Verfahren Sie entsprechend mit einem heterozygoten! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1 und den Rekombinationsquadraten! 2. Vergleichen Sie die beiden Ergebnisse! Geben Sie dazu das Verhältnis der Phänotypen und das Genotypenverhältnis an! 3. Formulieren Sie die Ergebnisse dieser Kreuzungen als Wenn, dann -Beziehung! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 6

7 Der dihybride, ungekoppelte, dominant-rezessive Erbgang Ein Drosophila-Weibchen mit kurzen Flügeln und weißen Augen wird mit einem Wildtyp-Männchen gekreuzt. Alle Nachkommen der F 1 -Generation entsprechen phänotypisch dem Vater. Abb. 1: Dihybrider, ungekoppelter, dominant-rezessiver Erbgang Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Kreuzungsschema Darstellung als Rekombinationsquadrat 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus der e Flügellänge und weiße Augenfarbe ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Wiederholen Sie die 1. MENDELsche Regel! Analysieren Sie auf dieser Grundlage den Erbgang! Ergänzen Sie die Genotypen der Eltern und der F 1 sowie die Allele in den Keimzellen sowohl im Kreuzungsschema als auch im Rekombinationsquadrat! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste Filialgeneration (F 1 )! 3. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in der ersten Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 7

8 Der dihybride, ungekoppelte, dominant-rezessive Erbgang Die Nachkommen (F 1 -Generation) des Drosophila-Weibchens mit kurzen Flügeln und weißen Augen und des Wildtyp- Männchens werden miteinander gekreuzt. Abb. 1: Dihybrider, ungekoppelter, dominant-rezessiver Erbgang (Größe nicht maßstabsgerecht) Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Kreuzungsschema Darstellung als Rekombinationsquadrat (F 2 ) 1. Berücksichtigen Sie die Informationen aus dem Kreuzungsansatz der Eltern (Seite 7-1)! 2. Ergänzen Sie die Genotypen der F 1 und der F 2 sowie die Allele in den Keimzellen sowohl im Kreuzungsschema als auch im Rekombinationsquadrat! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die erste Filialgeneration (F 1 )- sowie die zweite Filialgeneration (F 2 )! 3. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Genotypenverhältnis (Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten) in beiden Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 7-2

9 Der monohybride, intermediäre Erbgang Kreuzt man reinerbig rot blühende mit weiß blühenden Pflanzen, so blühen alle Nachkommen der F 1 -Generation rosa. X Abb. 1: Monohybrider, intermediärer Erbgang Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Rekombinationsquadrat Darstellung als Rekombinationsquadrat 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus des s Blütenfarbe ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Ergänzen Sie die Genotypen der Eltern, der F 1 - und der F 2 -Generation sowie die Allele in den Rekombinationsquadraten! Kennzeichen Sie in den Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste und zweite Filialgeneration (F 1 + F 2 )! 3. Vergleichen Sie die beiden Ergebnisse für den dominant-rezessiven und den intermediären Erbgang! Geben Sie dazu das Verhältnis der Phänotypen und das Genotypenverhältnis an! 4. Formulieren Sie die Ergebnisse dieser Kreuzungen als Wenn, dann -Beziehung! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 8

10 Der dihybride, ungekoppelte, dominant-rezessive und kodominante Erbgang Vererbung der Blutgruppen beim Menschen Das Blutgruppe 0 ist rezessiv, die e A und B sind dominant und gleich stark. In einer Vaterschaftsklage sucht ein Kind mit der Blutgruppe 0 seinen leiblichen Vater. Es kommen zwei potenzielle Väter infrage; der erste hat die Blutgruppe B, der zweite die Blutgruppe AB. Die Mutter hat Blutgruppe A. Gesucht wird der leibliche Vater! (Blutgruppe) Mutter A Kind 0 Vater 1 B Vater 2 AB Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Kreuzungsschema Darstellung als Kreuzungsschema Darstellung als Rekombinationsquadrat Darstellung als Rekombinationsquadrat 1. Leiten Sie aus dem Material die Vererbung der Blutgruppenmerkmale an das Kind ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Ergänzen Sie die Genotypen der Eltern sowie die möglichen Genotypen des Kindes in den Rekombinationsquadraten! Kennzeichen Sie in den Darstellungen die Parental (P)- sowie die Filialgeneration! 3. Stellen Sie begründet dar: Welcher der beiden Männer ist der leibliche Vater? 4. Vergleichen Sie die drei unterschiedlichen Erbgänge: dominant-rezessiv, kodominant und intermediär. www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 9

11 Der geschlechtsgebundene, monohybride, dominant-rezessive Erbgang Kreuzung 1: Ein reinerbiges Drosophila-Weibchen mit weißen Augen wird mit einem reinerbigen Wildtyp-Männchen mit roten Augen gekreuzt. Alle weiblichen Nachkommen der F 1 -Generation entsprechen phänotypisch dem Vater, alle männlichen Nachkommen der Mutter. Kreuzung 2: Die F 1 Nachkommen aus Kreuzung 1 werden miteinander gekreuzt. In der F 2 -Generation treten männliche und weibliche Tiere mit roten oder weißen Augen auf. Kreuzung 1 Kreuzung 2 Tabelle 1: e und Anlagen Rekombinationsquadrat für Kreuzung 1 Rekombinationsquadrat für Kreuzung 2 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus des s weiße Augen ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Reaktivieren Sie Ihre Kenntnisse über die geschlechtsgebundene Vererbung! Entwickeln Sie auf dieser Grundlage eine Hypothese über den Erbgang! 3. Überprüfen Sie Ihre Hypothese mithilfe von Kreuzungsschemata! Kennzeichen Sie in den Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste und zweite Filialgeneration! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in den Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 10

12 Der geschlechtsgebundene, monohybride, dominant-rezessive Erbgang Kreuzung 3: Ein reinerbiges Drosophila-Wildtyp-Weibchen mit roten Augen wird mit einem reinerbigen, weißäugigen Männchen gekreuzt. Alle Nachkommen der F 1 -Generation entsprechen phänotypisch der Mutter. Kreuzung 4: Die F 1 Nachkommen aus Kreuzung 3 werden miteinander gekreuzt. In der F 2 -Generation treten männliche Tiere mit roten und weißen Augen und weibliche Tiere mit roten Augen auf. Kreuzung 3 Kreuzung 4 Tabelle 1: e und Anlagen Rekombinationsquadrat für Kreuzung 3 Rekombinationsquadrat für Kreuzung 4 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus des s weiße Augen ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Reaktivieren Sie Ihre Kenntnisse über die geschlechtsgebundene Vererbung! Entwickeln Sie auf dieser Grundlage eine Hypothese über den Erbgang! 3. Überprüfen Sie Ihre Hypothese mithilfe von Kreuzungsschemata! Kennzeichen Sie in den Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste und zweite Filialgeneration! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in den Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 11

13 Der dihybride, gekoppelte, dominant-rezessive Erbgang Die Fruchtfliege Drosophila weist in ihrem Phänotyp mehrere hundert e auf, besitzt aber in ihren Zellkernen nur jeweils vier Chromosomenpaare. Da ein Chromosom bei der Meiose als Ganzheit weiter gegeben wird, werden auch alle auf diesem Chromosom liegenden Anlagen zusammen vererbt. Derartige auf einem Chromosom verortete Anlagen nennt man eine Koppelungsgruppe. Die Anlagen für die e Körperfarbe und Flügelform liegen zusammen auf Chromosom II, sie gehören zu einer Koppelungsgruppe. Kreuzung 1: Ein Drosophila-Wildtyp-Männchen wird mit einem schwarzen Weibchen mit Stummelflügeln gekreuzt. Alle Nachkommen der F 1 -Generation entsprechen phänotypisch dem Vater. Kreuzung 2: Die F 1 Nachkommen aus Kreuzung 1 werden miteinander gekreuzt. In der F 2 -Generation tauchen die Phänotypen der P-Generation unabhängig vom Geschlecht im Verhältnis 1:3 auf. 1 : 3 Kreuzung 1 Kreuzung 2 Tabelle 1: e und Anlagen e Möglichkeiten für die e Symbole für die Anlagen Symbole für die Allele n X X Rekombinationsquadrat für Kreuzung 1 Rekombinationsquadrat für Kreuzung 2 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus der e Körperfarbe und Flügelform ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Wiederholen Sie die drei MENDELschen Regeln! Entwickeln Sie auf dieser Grundlage eine Hypothese über den Erbgang! 3. Überprüfen Sie Ihre Hypothese mithilfe von Kreuzungsschemata! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste und zweite Filialgeneration (F 1 + F 2 )! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in den Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 12

14 Der trihybride, ungekoppelte, dominant-rezessive Erbgang Kreuzung 1: Ein Drosophila-Wildtyp-Weibchen wird mit einem schwarzen, kurzflügeligen Männchen ohne Augen gekreuzt. Alle Nachkommen der F 1 -Generation entsprechen phänotypisch der Mutter. Kreuzung 2: Die F 1 Nachkommen aus Kreuzung 1 werden miteinander gekreuzt. In der F 2 -Generation tauchen acht verschiedene Phänotypen in unterschiedlicher Häufigkeit auf. Tabelle 1: e und Anlagen e Möglichkeiten für die e Symbole für die Anlagen Symbole für die Allele n Körperfarbe Wildtyp + +/b schwarz/black b Flügellänge Wildtyp + +/sh kurz/short wings sh Augen mit/wildtyp + +/ey augenlos/eyeless ey X b sh ey Rekombinationsquadrat für Kreuzung 1 b sh ey b sh ey X Rekombinationsquadrat für Kreuzung 2 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus der e Körperfarbe, Flügellänge und Augen ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Wiederholen Sie die drei MENDELschen Regeln! Entwickeln Sie auf dieser Grundlage eine Hypothese über den Erbgang! 3. Überprüfen Sie Ihre Hypothese mithilfe von Kreuzungsschemata! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste und zweite Filialgeneration! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in den Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 13

15 Der trihybride, gekoppelte, dominant-rezessive Erbgang Kreuzung 1: Ein reinerbiges Drosophila-Wildtyp-Männchen mit kleinen Augen wird mit einem reinerbigen, schwarzen, stummelflügeligen Weibchen mit normalgroßen Augen gekreuzt. Alle Nachkommen der F 1 -Generation entsprechen phänotypisch dem Vater. Kreuzung 2: Die F 1 Nachkommen aus Kreuzung 1 werden miteinander gekreuzt. In der F 2 -Generation tauchen nur die beiden Phänotypen aus der P-Generation im Verhältnis 3:1 wieder auf. Tabelle 1: e und Anlagen e Möglichkeiten für die e Symbole für die Anlagen Symbole für die Allele n X X Rekombinationsquadrat für Kreuzung 1 Rekombinationsquadrat für Kreuzung 2 1. Leiten Sie aus dem Material den Vererbungsmodus der e Körperfarbe, Flügelform und Augengröße ab! Ergänzen Sie die Angaben in Tabelle 1! 2. Wiederholen Sie die drei MENDELschen Regeln! Entwickeln Sie auf dieser Grundlage eine Hypothese über den Erbgang! 3. Überprüfen Sie Ihre Hypothese mithilfe von Kreuzungsschemata! Kennzeichen Sie in beiden Darstellungen die Parental (P)- sowie die erste und zweite Filialgeneration! 4. Ermitteln Sie a) das Verhältnis der Phänotypen (Mutante, Wildtyp) sowie b) das Verhältnis der Heterozygoten und Homozygoten in den Tochtergenerationen! www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 14

16 Übersicht Ergänzen Sie auf der Grundlage Ihrer Wiederholungen die folgende Tabelle! Monohybrider... Erbgang (jeweils dominant-rezessiv) Zahlenverhältnis der Phänotypen in der F 2 nach Kreuzung von zwei heterozygoten Individuen (F 1 F 1 ) 3:1 Ungekoppelter dihybrider... Gekoppelter dihybrider... 3:1 Ungekoppelter trihybrider... Gekoppelter trihybrider... 3:1 www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 15

17 Übung Vergissmeinnicht! Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt der Nachkommen in der F 2- Generation: Abb. Vergissmeinnicht (Quelle: Wikimedia commons - Photograph by S. Metzing-Blau) Momentan sind blaublühende Vergissmeinnicht mit weißen Blütenblattstreifen der absolute Verkaufsschlager im Gartenzentrum. Deshalb sollen von dieser Variante möglichst viele gezüchtet werden. Zur Verfügung stehen Ihnen die Phänotypen der F 2 -Genaration und deren Samen (vgl. Abbildung). 1. Analysieren Sie die Abbildung und entwickeln Sie auf der Grundlage Ihrer Kenntnisse eine begründete Hypothese für den Erbgang! 2. Überprüfen Sie Ihre Hypothese! 3. Ermitteln Sie a) den Erbgang, b) das Verhältnis der Phänotypen und c) das Genotypenverhältnis in den Tochter-Generationen! 4. Mit welchen Samen werden Sie fortfahren, um maimalen Gewinn zu erzielen? Tabelle 1: e und Anlagen Darstellung als Rekombinationsquadrat (F 1 ) Darstellung als Rekombinationsquadrat (F 2 ) www. science-live-lemgo.de Klassische und Morgan-Genetik 16

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