Der Markt der Finanzanlagen. Daten, Fakten, Trends.

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1 Der Markt der Finanzanlagen Daten, Fakten, Trends

2 Inhalt Anlageverhalten S 1 Fonds & Aktien S 7 Kreditinstitute S 15 Geldanleger S 20 Werbeverhalten S 25 Mediaplanung S 31 Eckdaten FOCUS S 36 Anhang S 43 Vermögensberge türmen sich auf Gewinner sind Aktien, Fonds, Versicherungen Vom Sparer zum Anleger Das Sparkonto zieht nicht mehr Sehnsucht nach Sicherheit Festverzinsliche gewinnen an Attraktivität Hypothekengeschäft lässt nach Bei Bausparkassen leidet das Neugeschäft Investmentfonds sind der Renner International hinkt Deutschland zurück Fondsmarkt wird internationaler Fonds-Inflation Branchenfonds sind die Renner Dachfonds werden populärer Deka und Union-Investment auf Überholspur Loyalitäten lösen sich auf Die Aktie hat den Durchbruch geschafft Wichtig ist Vertrauensbildung Konsolidierung im Bankenmarkt Bankenmarkt verliert an Transparenz Rationalisierungsdruck Internet verändert die Landschaft Online-Kunden wechseln schnell Direktbank oder Online-Broker E-Banking ist nicht aufzuhalten Potenziale im Firmengeschäft Sparen ist immer noch angesagt Ausgaben der Haushalte für Vermögensbildung Sparsumme differenziert sehr stark Anlagestarke Zielgruppen Geldanlageformen nach Soziodemographie Kundenprofile unterscheiden sich Viele machen vom Online-Banking Gebrauch Aktien- und Internetboom prägte das Werbejahr Großbanken verlagern ihre Etats Kostspielige Börsengänge Fonds-Spendings stiegen sprunghaft Internet-Finanzberatung liegt im Trend Bankenwerbung für Profi-Anleger Ein gutes Jahr für Anlegermagazine Geldanleger brauchen fundierte Informationen Kunden streben nach Kompetenz Soziodemographie funktioniert immer noch gut Zeitschriften-Positionierung 'Kernzielgruppe' Zeitschriften-Ranking 'Geldanleger' Onliner auf der Suche nach Anlagetipps Erfolgsversprechende Cross-Media-Strategien Fakten zu FOCUS / FOCUS Online Übersicht Markt-Media-Studien Verbände und Institutionen der Branche FOCUS Marktanalysen 97/98/99/2000/2001 Neuauflage, März 2001 Download unter

3 Anlageverhalten Vermögensberge türmen sich auf Das Geldvermögen der Deutschen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Ende 1999 erreichten die Geldbestände der privaten Haushalte einen Wert von mehr als 6,7 Billionen DM. Noch wertvoller als das Geldvermögen der Deutschen ist der in privater Hand befindliche Immobilienbesitz, welcher auf 7,5 Billionen DM eingeschätzt wird. Unter Einbeziehung des Besitzes an langlebigen Gebrauchsgütern und sonstigem Sachvermögen (rund 3,1 Mio. DM) verfügten die Deutschen gegen Ende 1999 über einen Gesamtvermögensbestand von rund 17,3 Billionen DM. Nach Abzug von Baudarlehen und sonstige Krediten verbleibt ein Reinvermögen von rund 14,5 Billionen DM. Gewinner sind Aktien, Fonds und Versicherungen Privater Vermögensbestand Geld- und Sachvermögen, Ende 1999 Langlebige Gebrauchsgüter, sonstige Sachvermögen 3,1 Billionen DM 43% Immobilienvermögen 7,5 Billionen DM 18% Geldvermögen 6,7 Billionen DM Quelle: Deutsche Bundesbank (aus Zeitschrift Die Bank Nr. 9/2000) 39% fi_01.grf Nach Berechnungen der Deutschen Bank 24 stieg das private Geldvermögen im Jahr 2000 um 280 Mrd. DM auf insgesamt mehr als 7 Billionen Mark. Demnach hatte jeder Privathaushalt in Deutschland zum Jahresende statistisch gesehen DM auf der hohen Kante. Rund DM waren bei den Kreditinstituten angelegt. Allerdings schrumpft der Anteil der auf Bankkonten gelagerten Vermögensbestände. Stark zugenommen haben die Altersvorsorgeleistungen der Bundesbürger in der Versicherungswirtschaft. Bei Versicherungen waren Ende Mrd. DM angelegt, gegenüber dem Vorjahr stieg der Vermögensbestand um 9%. Konstant geblieben sind 1999 Bausparguthaben mit 184 Mrd. DM. Beim Wertpapiersparen kam es zu einem Strukturwandel. Die Anlage in festverzinsliche Papiere nahm 1998/1999 von 765 Mrd. auf 722 Mrd. DM ab. Das Fondssparen wies mit einem Plus von 34% die stärkste Wachstumsrate unter den Anlageformen auf. Deutlich zugenommen hat der Aktienbesitz, konkret von 492 auf 635 Mrd. DM um 29%. Ende 1999 entfiel nach amtlicher Statistik auf jeden Deutschen ein Geldvermögen in Höhe von DM. Geldvermögen privater Haushalte (in Mrd. DM) Geldanlage bei Banken bei Versicherungen bei Bausparkassen Anlage in festverzinsliche Wertpapiere in Aktien in sonstige Beteiligungen in Investmentfonds Ende 1998 Geldvermögen aus Pensionsrückstellungen 345 Ende Quelle: Deutsche Bundesbank (aus Zeitschrift Die Bank Nr. 10/2000) fi_02.grf 1

4 Anlageverhalten Der größte Rücklageposten ( DM) besteht aus Spareinlagen, Sichteinlagen und Termingeldern auf den Konten der Banken und Sparkassen. Danach folgt das Versicherungsguthaben von im Schnitt DM. Mit insgesamt DM stehen Aktien und Investmentfonds bereits an dritter Stelle. Nach Hochrechnungen aus der letzten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe konnte ein durchschnittlicher deutscher Haushalt 1998 über Gesamteinnahmen in Höhe von DM monatlich verfügen, wovon im Schnitt DM für die Bildung von Geldvermögen zurückgelegt wurden. Ein großer Teil der Ersparnis (390 DM) wanderte auf Sparbücher, jeweils 187 DM wurden für den Kauf von Aktien und Wertpapieren verwendet. 100 DM wurden in Bausparverträge und 129 DM in die Lebensversicherung eingezahlt. Was die Finanzkraft anbelangt, so bestehen immer noch große Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern. Die Gesamteinkommen der Ostdeutschen im Jahr 1998 beschränkten sich nach DIW-Berechnungen auf 70% des Westniveaus. Durchschnittliches Geldvermögen je Bundesbürger (in DM) Geldanlage bei Banken Geldanlage bei Versicherungen Geldanlage bei Bausparkassen Festverzinsliche Wertpapiere Aktien Sonstige Beteiligungen Investmentfonds Geldvermögen aus Pensionsrückstellungen Stand: Ende 1999 Quelle: Deutsche Bundesbank / BVB Berechnungen Monatliche Ausgaben der Haushalte für die Geldvermögensbildung 1998 (in DM) Geldvermögensbildung insgesamt darunter: Einzahlungen auf Sparbücher Alte Bundesländer Neue Bundesländer fi_03s.grf Haushaltportfolios ändern sich Kauf von Wertpapieren u. ä. Kauf von Aktien Bis zum Jahr 2004 rechnet die Research-Abteilung der Deutsche Bank mit einem Anstieg der privat angelegten Gelder gegenüber 1999 um fast 50% von 3,45 auf 5,1 Mrd. Euro. In allen Anlagearten werden sich die Bestände ausweiten. Die geringe Verzinsung der Sparguthaben, attraktive Fondsangebote sowie das gestiegene Aktieninteresse haben das Anlageverhalten der Deutschen verändert. Am stärksten wachsen die Geldbestände in den Wertpapierdepots. Dabei wird für festverzinsliche Wertpapiere mit einem gleichbleibenden Anteil von 11% gerechnet. Mit Optimismus wird die Entwicklung von Investmentfonds und Aktien eingeschätzt, deren Anteil sich bis 2004 auf ein Drittel des privaten Geldvermögens ausweiten soll. Das gesamte Investmentvermögen würde der Prognose zufolge von jetzt rund 450 Mrd. Euro auf 870 Mrd. Euro steigen. Für Investmentfonds wird mit einem jährlichen Zuwachs von 17,5% gerechnet. Einzahlung in Bausparverträge Prämien für Lebensversicherungen u. ä Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998 Quelle: Statistisches Bundesamt Prognose: Entwicklung des privaten Geldvermögens bis 2004 (in Mrd. Euro) % 23% 11% 9% 11% 37% % 21% 17% 15% 11% 29% Quelle: DWS/DB Research (aus 'Handelsblatt' v ) fi_04s.grf Sonstige Versicherungen Fonds Aktien Festverzinsliche Wertpapiere Bankeinlagen fi_05s.grf 2

5 Anlageverhalten Vom Sparer zum Anleger Trotz des rasanten Zuwachses der Geldvermögensbestände hat der Spareifer der Deutschen abgenommen. In zunehmendem Maße wird die Vermögensbildung aus der Rendite des bereits gebildeten Vermögens gespeist. Durch die Erbnachfolge findet eine gigantische Vermögensumschichtung statt. Einer Studie der BBE-Unternehmensberatung zufolge werden in den nächsten fünf Jahren 1,6 Billionen DM an die Nachfolge-Generation weitergereicht. Die Ersparnisbildung aus Erwerbseinkommen zeigt dagegen seit Jahren eine abnehmende Tendenz. Anfang der 90er-Jahre lag die Sparquote noch bei 13%, danach sank sie stetig bis auf 9,7%. Begründet wird der zurückgehende Sparanteil mit einem allgemeinen Mentalitätswandel. Der Hauptgrund dürfte allerdings darin liegen, dass die verfügbaren Einkommen durch die hohe Steuer- und Abgabenlast langsamer gestiegen sind. Die Kluft zwischen Arm und Reich scheint in den letzten Jahren größer geworden zu sein. Auf das obere Viertel der einkommensstarken Haushalte entfällt nach Hochrechnung der Ergebnisse aus der EVS 1998 weit mehr als die Hälfte der Geldvermögensbildung. Wird Deutschland zum Volk der Aktionäre? ,0 12,9 Entwicklung der Sparquote seit 1991 (in %) 12,4 11,6 11,2 10,8 10,4 10,2 9,9 9, Sparquote = Anteil des privaten Sparens am verfügbaren Einkommen Quelle: Statistisches Bundesamt Anteil der Einkommensklassen* an der Geldvermögensbildung (in %) Haushaltsstruktur (alle Haushalte) fi_06s.grf DM und mehr DM DM DM DM bis DM *Gesamt-Haushaltsnettoeinkommen einschließlich Vermögenserträge, Transferleistungen etc. Quelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998 / eigene Berechnungen Anteil an der Geldvermögensbildung fi_07s.grf Trotz aller Kursturbulenzen hat das Interesse der deutschen Privatanleger an der Aktie weiter zugenommen. Die Zahl der 'Aktionäre' erreichte im Jahr 2000 neue Rekordhöhen. Nach Infratest-Umfragen im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts nahm die Zahl derjenigen, die direkt oder indirekt in Aktien investierten, sprunghaft auf 12,3 Mio. Personen zu. Somit waren 19,3% der Deutschen im 2. Halbjahr Besitzer von Aktien. Bei Aktienfonds kam es zu einem Popularitätssprung: 1999/2000 weitete sich die Zahl der Fondsbesitzer von 3,6 auf 6,7 Mio. aus. Damit haben Aktienfonds erstmals die Aktien überrundet. Die Schar der Börsenspekulanten erhöhte sich um gut 1 Million auf 6,2 Millionen Entwicklung der Aktien-Anleger Zahl der Personen (in Mio.) * 4,52 5,01 3,92 Aktionäre 6,19* 2,46 1,75 Aktienfondsbesitzer *Infratest-Umfrage des 2. Halbjahrs 2000 Quelle: Infratest-Umfragen im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts 3,58 6,68* fi_08s.grf 3

6 Anlageverhalten Das Sparkonto zieht nicht mehr Der Begriff des 'Sparens' ist aus der Mode gekommen. Einfache Spareinlagen sind weniger gefragt. Bei Banken und Sparkassen ging das Volumen der Spareinlagen in den letzten Jahren zurück. Im Jahre 1997 legten die Bundesbürger - trotz bereits fallender Zinsen - noch fast 40 Milliarden DM zusätzlich auf Sparbüchern und Sparkonten an. Ende 1999 hatten sie 8,7 Mrd. DM weniger in diese Anlageform investiert als zum Jahresanfang. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch 16,9% des Geldvermögens der Deutschen auf dem Sparbuch. Die Finanzbranche geht davon aus, dass der Anteil der bei Kreditinstituten deponierten Spargelder von 37% (1999) auf 29% im Jahr 2004 schrumpfen wird Okt Einlagen von Privatpersonen bei Banken (in Mrd. Euro) Sichteinlagen Termineinlagen Spareinlagen Sparbriefe Bestandsgrößen / Einlagen von inländischen Privatpersonen Quelle: Deutsche Bundesbank / Monatsbericht Dezember 2000 Spareinlagen bei Banken (in Mrd. Euro) fi_09s.grf 700 Kurzfristige Anlageformen werden immer gebraucht Als Anlageform hat das Sparbuch allerdings nicht ausgedient. 7 von 10 Bundesbürger sind im Besitz eines konventionellen Sparbuchs. Nicht nur ältere Menschen, auch jüngere Sparer bedienen sich des Bankklassikers. Ein großer Teil des gesparten Vermögens wird in Sondersparformen angelegt, die einen zusätzlichen Zinsbonus bieten. Nur noch ein kleiner Teil der Spargelder findet sich auf normalen Sparbüchern. Im Rahmen einer ausgewogenen Anlagestrategie hat das Sparkonto nach wie vor seinen Platz. Ein wichtiges Argument für das Kontensparen ist die Gewissheit, schnell und ohne Wertverlust ans Geld kommen zu können. Die meisten Bankkunden kennen sich mit den verschiedenen Sparmöglichkeiten gut aus und gestalten ihre Geldanlage bewusst. Auf Spar- oder Termingeldkonten parken viele einen Teil des Vermögens. Bei Zinskonditionen zwischen 3% und 4,5% gewinnen Tagesoder Termingelder wieder an Attraktivität. In diesem Anlagesektor machen Direkt- und Autobanken mit günstigen Konditionen den etablierten Instituten starke Konkurrenz Persönlicher Besitz von Sparformen (in %) Normales Sparbuch, Sparkonto (üblicher Zinssatz) Anderes Sparbuch (höherer Zinssatz) Sparplan / Sparvertrag Termingeld- / Festgeldkonto Sparbriefe / Sparkassenbriefe Quelle: Communication Networks Oktober ,9 13,9 21,2 7,8 11,8 15,2 6,2 9,9 13,1 20,9 19,7 21,9 Sparbücher Längerfristige Sondersparformen Kurzfristige Sondersparformen Sparbücher: Spareinlagen mit Grundverzinsung und überwiegend 3monatiger Kündigungsfrist Sondersparformen: Spareinlagen mit höherer Verzinsung und / oder Bonus Basis: Spareinlagen von Privatpersonen / zum geringen Teil auch Spareinlagen v. Unternehmen Quelle: Deutsche Bundesbank / Monatsbericht Dezember 2000 fi_10s.grf 70,2 69,0 71,3 Gesamtbev. (55,06 Mio.) bis 39 Jahre (25,30 Mio.) 40 bis 69 Jahre (29,76 Mio.) fi_11s.grf 4

7 Anlageverhalten Neue Sehnsucht nach Sicherheit Traditionell ist das Sicherheitsdenken der Deutschen stark ausgeprägt. Trotz der Hinwendung zu Aktien bzw. Aktienfonds spielt das Kriterium Sicherheit für Geldanleger eine äußerst wichtige Rolle. 90% der Deutschen schätzen sich selbst als sicherheitsbewusste oder vorsichtige Anleger ein. Nur 7% der 14 bis 69- Jährigen bezeichnen sich als risikofreudige Anleger, die für höhere Gewinnaussichten in spekulative Anlagen investieren und für höhere Gewinnchancen auch Verluste in Kauf nehmen. Die Sicherheit einer Geldanlage hat nach den Kurseinbrüchen auf dem Aktienmarkt für viele Anleger wieder an Bedeutung gewonnen. Die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit haben gezeigt, wie wichtig eine ausgewogene Mischung der Geldanlagen ist. Im Aktienjahr 2000 wurden die Hoffnungen vieler Neu-Anleger auf schnelle Gewinne enttäuscht. Seitdem sind die Ansprüche bescheidener geworden. Es steigt die Bereitschaft, zumindest einen Teil des Kapitals wieder mit einem festen Zinssatz anzulegen. Festverzinsliche gewinnen wieder an Attraktivität Festverzinsliche Wertpapiere standen immer schon bei deutschen Anlegern hoch im Kurs. Die Anlage in Anleihen hat sich im Jahr 2000 im Vergleich zu anderen Anlageformen als eine gute Entscheidung erwiesen. Erstmals seit 1995 wurden mit den Festverzinslichen Papieren die Aktien geschlagen. Wer kurzoder mittelfristig anlegen will, nimmt die verschiedenen Bankangebote in diesem Jahr besonders kritisch unter die Lupe. Für Papiere mit festgeschriebenen Zinssatz spricht, das die Verzinsung wieder leicht angezogen ist. Pfandbriefe erzielen bei 8 bis10-jähriger Laufzeit Renditen von 5,6%. Für den 6-jährigen Bundesschatzbrief (Typ A) gibt es 4,6%, 4-jährige Banksparbriefe werden mit 5,2%, zweijährige Finanzierungsschätze mit 4,5% und Sondersparformen der Banken mit rund 4,7% verzinst. Geldanlageformen im Jahr 2000 im Vergleich Aus DM, angelegt zu Jahresbeginn 2000, wurden bis Anfang 2001: Bundesobligationen (fünf Jahre Laufzeit) Sparbriefe (vier Jahre Laufzeit) Festgeld Sparbuch (dreimonatige Kündigungsfrist) Gold DM DM DM DM DM Deutsche Aktien DM (Dax-Werte) Quelle: Bundesverband deutscher Banken (BdB) Wertpapiere: Besitz und Anlagebereitschaft (in %) Festverzinliche Wertpapiere 7,2 8,6 15,8 Zins mit solidem Fundament fi_12s.grf Aktien 7,8 6,2 14,0 Bundesschatzbriefe 4,1 0,9 7,3 11,4 Bundesobligationen Belegschaftsaktien 2,2 0,8 3,7 1,8 4,6 4,0 Pfandbriefe 2,2 0,5 3,0 Wertpapiere in ausländischer Währung 2,1 2,6 0,6 Optionsscheine 1,5 2,1 0,5 Persönlicher Besitz Käme in Frage Inhaberschuldverschreibungen 0,9 1, Basis: Gesamtbevölkerung 14 bis 69 Jahre (55,06 Mio.) Quelle: Communication Networks 4.0 fi_13s.grf Im vergangenen Jahr haben Pfandbriefe besonders gut abgeschnitten. Pfandbriefe haben den Ruf, langweilig zu sein, doch bei hoher Bonität bieten sie attraktive Zinsen. Deutsche Pfandbriefe haben eine lange Tradition - sie wurden bereits in der Zeit von Friedrich dem Großen eingeführt. Auch Pfandbriefe werden an der Börse gehandelt. Anleger können die Entwickung börsentäglich am Pfandbrief-Index (Pex) ablesen. Pfandbriefe sind durch verbrieftes Recht an Grund und Boden (Hypothek) gesichert und gewährleisten einen starken Gläubigerschutz. Die Spannbreite bei den Pfandbriefen hat sich ausgeweitet. Dabei setzt sich der Trend zu Pfandbriefen mit großen Volumina fort. Für Großinvestoren interessant sind vor allem Jumbo-Pfandbriefe. Hierbei handelt es sich um Papiere mit einem Mindestvolumen von 500 Mio. Euro, die den traditionellen Pfandbrief immer mehr verdrängen. Nicht nur für Pfandbriefe, auch für europäische Staatsanleihen erwarten die Analysten für 2001 ein passables Anlagejahr. Im Anleihemarkt setzt sich der Trend zur Verbriefung von Schulden fort. 5

8 Anlageverhalten Hypothekengeschäft lässt nach Die Immobilie muss sich in Konkurrenz zu der Anlage in Wertpapieren behaupten. In beiden Fällen geht es für die Kapitalanleger um Renditeoptimierung und Risikostreuung. Im Jahr 1999 ist die private Nachfrage nach Baukrediten zweistellig gestiegen. Seitdem ist der Wohnungsbau deutlich zurückgegangen und der Abwärtstrend hält an. Erstmals seit langer Zeit ist die robuste Nachfrage nach Wohneigentum zum Erliegen gekommen. Im Mietwohnungsbau setzt sich die Talfahrt ungebremst fort. Dies obwohl die Hypothekenzinsen nach wie vor deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Die Hypothekenbanken erleben zur Zeit einen Einbruch im Neugeschäft für Wohnungsfinanzierungen. Die Kreditzusagen nahmen in letzter Zeit drastisch ab. Bei Eigenheimen ist der Einbruch am stärksten, dicht gefolgt von Eigentumswohnungen. Im kriselnden Umfeld können sich Kredite für gewerbliche Immobilien noch am besten behaupten. Im Zuge des verschärften Wettbewerbs wird das Immobiliengeschäft anspruchsvoller. Hypothekenbanken wenden sich verstärkt dem Investmentgeschäft zu. Die Strategien werden zukunftsorientierter und internationaler Prognose der Wohnungsbaunachfrage (Wohnungsfertigstellungen pro Jahr) Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Übrige Fertigstellungen Ein- und Zweifamilienhäuser Mehrfamilienhäuser fi_14.grf Geldeingänge bei den privaten Bausparkassen (in Mrd. DM) Bei den Bausparkassen leidet das Neugeschäft Vom Einbruch der Immobilienwirtschaft sind auch die Bausparkassen betroffen büßte das Neugeschäft in der Branche im Schnitt 13% ein. Viele Bausparkassen verbuchen ein deutliches Minusgeschäft. Ein Jahr zuvor erreichten die Geldeingänge der privaten Bausparkassen den Höchststand. Die durchschnittliche Bausparsumme erhöhte sich bei Neuabschluss auf DM wurden bei den privaten Bausparkassen fast 2,6 Mio. neue Verträge (+5,5%) über eine Bausparsumme von 114,1 Mrd. DM (+11,6%) abgeschlossen. 60 Zins- und Tilgungseingänge Spargeldeingänge 50 23,4 21, ,8 22,3 18,7 19,6 20,0 17, ,3 17, ,6 32,8 30,9 33,3 26,3 22,5 24,8 26,3 26, , Quelle: Verband der privaten Bausparkassen / Geschäftsbericht 1999 fi_15.grf 6

9 Fonds & Aktien Investmentfonds sind die Renner Investmentfonds haben sich in den letzten Jahren als ausgesprochene Publikumsrenner erwiesen. Die Rekordsumme von 58,2 Mrd. Euro floss den Publikumsfonds der Kapitalanlagegesellschaften in 2000 zu, was einem Zuwachs von 26% gegenüber 1999 entspricht. Das in Deutschland verwaltete Fondsvermögen hat sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Ende letzten Jahres verwalteten die deutschen Investmentgesellschaften ein in Publikumsfonds angelegtes Vermögen von 423,6 Mrd. Euro. Der größte Teil des Kapitals (338 Mrd.) wurde in Aktien-, Renten- und Gemischten Fonds angelegt. Der Rest verteilt sich auf Geldmarktfonds (31 Mrd.), Offene Immobilienfonds (48 Mrd.) und sonstige Wertpapierfonds (3,5 Mrd.). Noch ist das Vermögen in den speziell für die Altersvorsorge aufgelegten AS-Fonds (2,8 Mrd.) nicht sehr groß, allerdings hat sich das Vorsorgekapital im letzten Jahr fast verdoppelt. International hinkt Deutschland bei Fonds zurück Bei Investmentfonds haben die Deutschen noch Nachholbedarf. Im EU-Vergleich bewegt sich Deutschland, was das Investmentvermögen pro Kopf der Bevölkerung anbelangt, nur im unteren Mittelfeld. Der Abstand zu Frankreich, Großbritannien und den USA ist beträchtlich. In den angelsächsischen Ländern spielen Pensionsfonds für die Altersvorsorge breiter Bevölkerungsschichten eine sehr wichtige Rolle. Auch hierzulande findet dieses Altersvorsorge-Modell immer mehr Befürworter. Bei der Umsetzung fortschrittlicher Rentenergänzungsmodelle hinkt Deutschland weit zurück. Die großen europäischen Fondszentren liegen in den Nachbarstaaten Luxemburg und Frankreich, bei denen jeweils ein Fondsvermögen von mehr als 630 Mrd. US-$ verwaltet wird. Auf 229 Mrd. Dollar begrenzte sich das von deutschen Anlagegesellschaften verwaltete Fondsvermögen Ende Luxemburg Frankreich Italien Großbritannien Deutschland Spanien Schweden Schweiz Österreich Niederlande Belgien Griechenland Dänemark Portugal Irland Verwaltetes Vermögen in den europäischen Fondszentren (in Mrd. US-Dollar) Stand: Ende 1999 Quelle: FEFSI / UCITS Entwicklung des Fondsvermögens Aktien- / Rentenfonds (in Mrd. DM) Gemischte Fonds Rentenfonds Aktienfonds Basis: BVI-Publikumsfonds und ausländische Fonds deutscher Provenienz Stand zum Jahresende Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften Entwicklung des Investmentvermögens pro Kopf der Bevölkerung (in Tsd. DM) Ende 1997 Ende 1998 Ende ,2 4,9 9,3* 15,5 17,9 21,9 7,3 8,1 13,5 Deutschland Frankreich Großbritannien USA *inkl. ausländischer Fonds deutscher Provenienz Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften ,1 30, ,9 fi_16s.grf fi_17s.grf fi_18s.grf 7

10 Fonds & Aktien Umschichtungsprozess bei Fonds Die treibende Kraft im Fondsmarkt sind Aktienfonds. Trotz des eingetrübten Börsenklimas ab März 2000 hielt der Run auf Aktienfonds an. Aktienfonds haben Rentenfonds, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren, weit hinter sich gelassen. Ende 2000 waren 212,6 Mrd. DM in Aktienfonds und nur halb so viel (105,7 Mrd.) in Rentenfonds angelegt. Während das in Aktien angelegte Fondsvermögen um 21% anstieg, schrumpften die Rentenfonds um 6%. Zu einer Abwärtsbewegung kam es auch bei Offenen Immobilienfonds und den Geldmarktfonds. Kräftig aufwärts ging es bei den Gemischten Fonds, auf die bislang allerdings nur ein kleiner Teil des Fondsvermögens entfällt. Fondsexperten erwarten in diesem Jahr ein anhaltendes Wachstum für die Branche, wobei einige Fachleute nach dem Rekordjahr 2000 von einer Abschwächung der Dynamik ausgehen. Fondsmarkt wird internationaler Das Interesse an deutschen Aktien- und Rentenfonds ließ 2000 nach. Der Fondsmarkt wird internationaler. Nicht nur bei den Publikumsfonds auch bei den Spezialfonds hat sich der Anteil der Auslandsinvestments erhöht. Internationale Fondsgesellschaften haben sich erfolgreich auf dem deutschen Markt positioniert. Marktbeobachter gehen davon aus, dass ausländische Fondsanbieter ihren Anteil im wachstumsträchtigen deutschen Markt bis 2005 auf rund ein Drittel ausdehnen werden. Im Jahr 1999 lag ihr Marktanteil erst bei 11%. Fidelity Investment strebt den 6. Platz im deutschen Fondsmarkt an. Die Deutschland-Niederlassung der größten US-Fondsgesellschaft konnte ihren Fondsabsatz in 2000 um 74% auf für 1,4 Mrd. DM steigern. Ausländische Standorte zur Fondsauflage sind gefragt. Die attraktiven Renditen international ausgerichteter Fonds ziehen Anleger an. In 2000 kamen 54 internationale Fonds neu auf dem Markt - fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Fonds: Besitz und Anlagebereitschaft (in %) Aktienfonds Gemischte Fonds Rentenfonds Sonstige Investmentfonds Immobilienfonds 1,7 0,9 3,1 4,8 AS Fonds 1,0 3,0 3,9 Geldmarktfonds 2,8 3,8 Mittelaufkommen nach Fondsarten Nettozuflüsse Jan. bis Dez (in Mio. Euro) Deutsche Aktienfonds Internationale Aktienfonds Aktienfonds: Spezialitäten Deutsche Rentenfonds Internationale Rentenfonds Gemischte Fonds AS-Fonds Offene Immobilienfonds ,0 9,2 18,2 3,9 5,9 9,8 2,6 5,0 7,6 2,3 4,1 6,4 Basis: Gesamtbevölkerung 14 bis 69 Jahre (55,06 Mio.) Quelle: Communication Networks , Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften Persönlicher Besitz Käme in Frage Fondsvermögen nach Fondsarten (in Mio. Euro) fi_19s.grf 176,0 Aktienfonds 212,6 Rentenfonds 112,3 105,7 50,4 Offene Immobilienfonds Geldmarktfonds 47,9 33,4 31,2 14,8 Gemischte Fonds 19,9 3,5 Sonstige Wertpapierfonds AS-Fonds 3,5 1,6 2,8 Ende 1999 Ende Basis: deutsche BVI-Publikumsfonds und ausländische Fonds deutscher Provenienz / Stand: Ende des Jahres Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften fi_20s.grf fi_21s.grf 8

11 Fonds & Aktien Fonds-Inflation Immer mehr Anbieter aus dem In- und Ausland liefern sich einen harten Wettbewerb um den ständig größer werdenden Fonds-Kuchen. Der Verkauf von Fondstypen und Fonds mit populärer Anlageausrichtung floriert. Ein Großteil des neu angelegten Kapitals wird in neuen Fonds eingesammelt. Die Zahl der Investmentprodukte stieg in 2000 mit bisher nicht gekannter Dynamik. Für Anleger und Berater wird der Fondsmarkt immer weniger überschaubar. Die Gesamtzahl der Fonds erhöhte sich 1999/ 2000 von auf davon waren Publikumsfonds und Spezialfonds. Nach einer Untersuchung des Instituts für Marktbearbeitung, Kelkheim, wurden im letzten Jahr 624 neue Fonds neu aufgelegt, das sind 239 mehr als im Jahr zuvor. Die Marktanalyse zeigt die starke Besetzung mit Aktienfonds, auf die mehr als die Hälfte der neuen Produkte entfiel. Bei den Aktien-Newcomern handelte es sich zu 36% um Branchenfonds. Europa-Fonds kamen auf einen Anteil von 22% und internationale Fonds auf 16%. Branchenfonds sind die Renner Aktienfonds : 624 neue Fonds Sonstige 20 Rentenfonds Quelle: Institut für Marktbearbeitung (aus 'Handelsblatt' v ) International Neuaufgelegte Investmentfonds 2000 nach Fondstypen (in %) 13 9 Gemischte Fonds Neuaufgelegte Aktienfonds 2000 nach Anlageschwerpunkten (in %) 16 Sonstige 2000: 337 neue Aktienfonds Dachfonds Branchen fi_22s.grf Gegenüber der Direktanlage in Aktien bieten Fonds den Vorteil der Risikostreuung und des professionellen Aktienmanagements. Im Segment der Aktienfonds erwiesen sich Branchenfonds in 2000 als ausgesprochene Verkaufsrenner. Die Zahl der neu platzierten Branchenfonds hat sich fast verdoppelt. Am deutlichsten legte die Boom-Branche Biotechnologie (mit 10 Mrd. Euro) zu, gefolgt von Technologiewerten (8 Mrd.) und Internet-Fonds (5 Mrd.). Generell zeigten die Fondsanleger mehr Mut zum Risiko, vermeintliche Spitzenrenditen zogen die Anleger magisch an. Investmentfonds wurden nicht nur zum langfristigen Sparen, sondern auch für kurzfristige Engagements genutzt. Es zeigte sich, dass Branchenfonds aus den Trendmärkten die privaten Anleger zum schnellen Kauf und Wiederverkauf verführen. Im Jahr 2000 wurde stark in die 9,1 3,1 0,3 IQ 1999 Netto-Käufe Aktien- und Rentenfonds nach Quartalen 1999/ 2000 (in Mrd. Euro) Netto-Käufe in Mrd. Euro pro Quartal Aktienfonds davon Branchenfonds Rentenfonds 6,0 3,3-0,04 II Q 6,6 3,4-1,0 III Q Europa Quelle: Institut für Marktbearbeitung (aus 'Handelsblatt' v ) 11,5 6,7 IV Q -3,1 22,1 16,4-0,8 IQ ,2 8,4-1,8 II Q *vorläufig (Netto-Käufe Oktober) Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften 15,9 7,5 III Q -3,9 fi_23s.grf 5,3 2,7-0,8 IV Q* fi_24s.grf 9

12 Fonds & Aktien Börsen-Highflyer aus dem Technologiesektor investiert, die die hohen Erwartungen in der Jahresbilanz nicht erfüllten. Nach dem Kursverfall weicht die Euphorie einer nüchternen Betrachtung. Bislang als defensiv geltende Sektoren haben in der Gunst der Fondsmanager und Anleger gewonnen. Zur Zeit richten sich die Hoffnungen auf eine positive Entwicklung der europäische Werte. In weiterhin unsicherer Börsenlage erhöht sich die Nachfrage nach Garantie- und Absicherungsprodukten. Im diesem Jahr sollen Indexfonds und neue Fondsprodukte von Versicherungen und Vermögensverwaltern das Geschäft beflügeln. Bilanz 2000 Prozentuale Wertentwicklung in zwölf Monaten Biotech-Pharmafonds Internationale Rentenfonds Euroland-Rentenfonds Offene Immobilienfonds Gemischte Fonds Deutschland-Aktienfonds Europa-Aktienfonds Welt-Aktienfonds Technologie-Fonds -19,6-10,3-1,0-4,7-5,3 4,9 8,9 5,7 49,6 Mit der Zeit Vermögen bilden Schwellenländerfonds Internet-Fonds -55,2-23,4 Im Hinblick auf die Altersvorsorge bieten sich Fonds quasi als ideales Finanzprodukt an. Unter dem Langfristaspekt verspricht die Anlage in Aktienfonds hohe Erträge. Die Erfahrung hat gezeigt, dass regelmäßiges Ansparen mit Aktienfonds sich über längere Zeiträume als rentabler erwiesen hat als die Anlage in Anleihen oder Immobilien. Langfristsparer halten auch bei Kursturbulenzen an ihren Investments fest. Für weniger finanzkräftige Sparer empfiehlt sich der stetige Vermögensaufbau mit Fonds-Sparplänen. Selbst geringe monatliche Beträge wachsen in 20 bis 30 Jahren dank des Zinseszinseffekts zu einem stattlichen Vermögen heran. Sparpläne mit kleinen monatlichen Mindestbeträgen bieten fast alle Fondsgesellschaften und Direktbanken an. Die auf dem Markt befindlichen Angebote unterscheiden sich in erster Linie durch die Gebühren. Dachfonds werden populärer Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften Fondssparen in der Langfrist-Betrachtung Wie aus monatlich 50 Euro ein Vermögen wird: Jahre 20 Jahre 30 Jahre fi_25.grf Immer mehr Anleger schrecken vor dem riesigen Fondsangebot zurück und entscheiden sich mit Dachfonds für den bequemen Weg mit breiter Risikostreuung. Dachfonds waren neben den Branchenfonds das zweite Zugpferd des letzten Jahres. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der neu aufgelegten Investmentfonds erhöhte sich von 12% auf 20%. In 2000 flossen über 14 Mrd. Euro in die als 'Vermö Deutsche Aktienfonds Europäische Aktienfonds Internat. Aktienfonds Gemischte Fonds (D) Internat. Rentenfonds *Deutsche Emittenten Quelle: BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften Rentenfonds Euro* Offene Immobilienfonds fi_26.grf 10

13 Fonds & Aktien gensverwaltung für Kleinanleger' gepriesene Anlageform. Dachfonds sind in den unterschiedlichsten Mischungsverhältnissen erhältlich. Jeder Anlegertyp sollte seinen Sparzielen und Risikoneigungen entsprechend das passende Produkt finden. Für vorsichtige Anleger bieten sich auch Gemischte Fonds an, die Aktien- und Rentenwerte vermischen und somit das Börsenrisiko vermindern. Deka und Union-Investment auf der Überholspur Auf die vier Fondsgesellschaften DWS, Deka, Union Investment und DIT entfielen Ende ,5% des in Publikumsfonds angelegten Kapitals. Nach dem Vermögen behielt die DWS mit einem Anteil von 21,9% die Führungsposition. Doch die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank konnte im letzten Jahr nur knapp 12% der neu angelegten Fondsgelder auf sich ziehen. Die Fondsgesellschaften der beiden Großbanken Deutsche und Dresdner (DWS und DIT) büßten Marktanteile ein. Die Dynamik verlagerte sich zu den Fondsgesellschaften der Sparkassen (Deka) und der Genossenschaftsbanken (Union Investment), die mehr als Hälfte der Netto-Investments in 2000 auf sich zogen. Mit einem Anteil von 28% an den Nettozuflüssen ging Deka in Führung. Unter allen Fondsprodukten sammelte der neue Deka-Fonds 'Technologie TF' das meiste Geld ein. Union Investment konnte die Zweitposition erringen. Die Fondsbranche boomt, doch die meisten Produkte und Fondsanbieter sind immer noch zu wenig bekannt. Die Zersplitterung des Marktes nimmt zu. Ausländische Anbieter, Vermögensverwalter und Unternehmen der Versicherungsbranche machen den etablierten Gesellschaften Terrain streitig. Die Fondsverkäufer öffnen sich zunehmend für den Vertrieb von Fremdprodukten. Binnen von fünf Jahren dürften Gesellschaften, die eigene und fremde Fonds anbieten, nach Experteneinschätzung ihren Marktanteil von derzeit 21% auf 30% steigern. Marktanteile großer deutscher Kapitalgesellschaften bei Publikumsfonds* Activest Sonstige Adig 5,3% 16,0% 7,2% DIT 13,6% Union Investment Fondsvermögen Ultimo 2000: 375,7 Mrd. Euro 15,8% 20,2% Deka 21,9% DWS Bekanntheit von Kapitalanlagegesellschaften (Top 20*, in %) Deka Investmentfonds Allianz Kapitalanlagegesellschaft Axa Colonia Dresdner Bank Investmentgruppe DIT Deutsche Postbank Privat Investment DWS ADIG Investment Union Investment BfG INVEST Hamburg Mannheimer Commerzinvest Gerling Investment Kapitalanlage Victoria Fidelity Investments Activest (Hypo Vereinsbank) Alte Leipziger Trust Templeton Investmentfonds Pioneer Frankfurt-Trust Euroinvest 22,3 20,9 18,9 18,1 16,0 15,9 12,8 12,2 11,6 10,6 8,3 7,4 6,2 5,8 5,8 5,7 5,2 5,1 4,7 fi_27.grf 27, Frage: "Welche der hier aufgeführten Gesellschaften für Investment- und Immobilienfonds kennen Sie?" *Auswertung: Top 20 ohne Immobilienfonds Quelle: Spiegel-Dokumentation 'Soll & Haben 5', September 2000 fi_28.grf DIT DWS 8,7% Mittelaufkommen 2000: 61,1 Mrd. Euro 11,7% Sonstige** 29,3% 22,4% Union Investment 27,9% *einbezogen sind Wertpapier-, Geldmarkt- und AS-Fonds, keine Immobilienfonds **Adig und Activest wegen Verzerrungen durch Fondsübertragungen nicht separat ausgewiesen Quelle: BVI, Angaben der Gesellschaften Deka 11

14 Fonds & Aktien Kunden werden anspruchsvoller Für den Kauf von Fonds spricht: Man braucht sich nicht um die Verwaltung zu kümmern und kann die Anteile jederzeit verkaufen. Die meisten Anleger bevorzugen Fonds, die in der Vergangenheit gute Renditen erzielten. Nach einer Umfrage von Activest richtet sich fast jeder zweite Fondskäufer nach den Empfehlungen des Bankberaters. Neueinsteiger kaufen häufig Fonds, ohne sich vorher genau über das Produkt zu informieren. Doch generell haben die Kunden an Erfahrung gewonnen und sind anspruchsvoller geworden. Fast jeder zweite Aktienfondsbesitzer verschafft sich selbst einen Überblick über den Geldmarkt und wendet sich dann mit gezielten Fragen an seine Bank. Fast ein Drittel der Aktionäre und 22% der Aktienfondsbesitzer tätigen ihre Wertpapiergeschäfte völlig autonom und geben ihrer Bank lediglich Ausführungsanweisungen. Daneben bildet sich eine serviceorientierte Kundengruppe heraus, die auf Beratung von Experten und gute Betreuung großen Wert legen. Loyalitäten lösen sich auf Nach Auffassung der Unternehmensberatung Rapp Collins bestehen beim Fondsverkauf erhebliche Defizite in der Beratung und Informationsvermittlung. Nur jeder zehnte Käufer greift auf Informationen der Fonds-Anbieter zurück. Die Mehrheit erwirbt Fondsanteile in einer Bankfiliale. Die Loyalität zur Bank ist nicht mehr so groß wie früher. Viele planen auf mittlere Sicht den Fondskauf via Internet oder bei einer Direktbank. Diese Vertriebswege entsprechen vor allem den Wünschen von Kunden, die Transaktionen schnell und kostengünstig abwickeln wollen. Nach Einschätzung von Rapp Collins wird sich der Fondsabsatz von Seiten der Direktbanken und Fondsgesellschaften bis 2005 verdoppeln. Auch die Versicherungen schneiden sich ein größeres Stück vom Fondskuchen ab - eine Entwicklung, die zu Lasten der Filialbanken geht. In der Vergangenheit erzielte Rendite Absatz von Investmentfonds nach Vertriebsstellen (in %) Schätzung für das Jahr 2000 Schätzung für das Jahr 2005 Direktbank Kaufkriterien bei Fonds (in %) Zukünftig erwartete Rendite Empfehlungen meines Beraters Keine großen Wertschwankungen Kaufe nur Fonds, die ich bei meiner Bank bekomme Bankfiliale Unabhängiger Vermittler Versicherung Bausparkasse Fondsgesellschaft 8,1 3,1 8,3 Bausparkasse Versicherung Fondsgesellschaft 5,4 1,9 3,7 Unabhängiger Vermittler 14,0 11,9 63,1 13,2 23,8 Direktbank Quelle: Rapp Collins Consulting / Umfrage unter 9 Direktbanken (aus 'Handelsblatt' v ) Quelle: Umfrage der Fondsgesellschaft Activest unter 700 Fondsbesitzern Verhalten von Fondsund Aktien-Anlegern (Struktur in %) Aktienfonds-Besitz (4,96 Mio.) Aktien-Besitz* (4,28 Mio.) *ohne Belegschaftsaktien Quelle: Communication Networks Ich bin jemand... 43,5 fi_29s.grf der seine Wertpapiergeschäfte völlig selbstständig tätigt, und seine Bank lediglich anweist, was sie zu tun hat der sich überblicksmäßig über Geldanlagen informiert, sich hinsichtlich gezielter Fragen aber an seine Bank wendet der sich bei seinen Wertpapiergeschäften ganz auf die Empfehlungen seiner Bank verlässt, die diese für ihn tätigt Weiß nicht / keine Angabe über meine Anlagekompetenz fi_30s.grf Bankfiliale fi_31s.grf 12

15 Fonds & Aktien Die Aktie hat den Durchbruch geschafft Entwicklung der Zahl der Aktionäre (in Tsd.) In den letzten beiden Jahren hat die Aktie in Deutschland den Durchbruch geschafft. Die Begeisterung für die spekulative Anlageform ist deutlich gestiegen. In Deutschland entwickelte sich Aktienkultur. Trotz Kursturbulenzen hat das Interesse der deutschen Privatanleger an der Aktienanlage nicht nachgelassen. Mitarbeitergratifikationen in Form von Aktien begünstigen die Ausbreitung des Aktienbesitzes, denn Besitzer von Belegschaftsaktien kaufen zumeist Aktien von anderen Unternehmen hinzu. Die Zahl der reinen Belegschaftsaktionäre (ohne weiteren Aktienbesitz) schrumpft. Nach den Ergebnissen der jüngsten Infratest- Umfrage aus dem zweiten Halbjahr 2000 schnellte die Zahl der Aktienanleger seit 1999 von 3,78 auf 5,18 Millionen hoch. Unter Einschluss der rund 1,5 Mio. Besitzer von Belegschaftsaktien lebten Ende 2000 in Deutschland rund 6,2 Millionen Aktionäre, was einem knapp 10-prozentigen Anteil an der Bevölkerung über 14 Jahre entspricht. Optimistische Aktionäre Die Erkenntnis, dass private Aktienanleger mehrheitlich langfristig engagiert sind - und sich durch Kursschwankungen nicht aus dem Konzept bringen lassen - gehört zu den positiven Erfahrungen des turbulenten Börsenjahres Gut jeder zweite Aktionär betrachtet die Anlage in Aktien als eine Art zusätzliche Altersvorsorge. In oberen soziodemographischen Schichten ist der Aktienbesitz schon weit verbreitet. Fast 30% aller Männer im Alter von 30 bis 59 Jahren mit hoher Schulbildung sind bereits im Besitz von Aktien. In dieser Gruppe sind 40% der Auffassung, dass Aktien in punkto Rendite anderen Anlageformen überlegen sind; 30% macht die Geldanlage in Aktien Spaß (Quelle: Communication Networks 4.0). Im allgemeinen zeichnen sich Aktienanleger durch eine optimistische Grundhaltung, Tatkraft, Weltoffenheit sowie eine hohe Bereitschaft zur Übernahme von Selbstverantwortung aus Aktionäre mit Belegschaftsaktien Aktionäre mit anderen Aktien * *2. Halbjahr 2000 Quelle: Infratest-Umfragen im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts Soziodemographische Struktur der Aktienbesitzer (in %) fi_32.grf Struktur Persönlicher Besitz von... Gesamt Aktien Belegschafts J. (normale) aktien in % in % Index in % Index Männer Frauen bis 29 Jahre bis 39 Jahre bis 49 Jahre bis 59 Jahre bis 69 Jahre Volksschule Weiterführende Schule Abitur, Studium Selbstständige, Freie Berufe Leitende Angestellte / Beamte Qualifiz. Angestellte / Beamte Mittlere Angestellte / Beamte Einfache Angestellte / Beamte Facharbeiter / sonst. Arbeiter Zielgruppen: 4,28 Mio. Besitzer von 'normalen' Aktien / 1,21 Mio. Besitzer von Belegschaftsaktien Basis: Gesamtbevölkerung ab Jahre (55,06 Mio.) Quelle: Communication Networks

16 Fonds & Aktien Viele Neulinge im Aktiengeschäft Der Deutsche Aktienindex hat 1995 bis 1999 eine überdurchschnittliche Rendite erzielt. Dies ist ein wesentlicher Grund für die gestiegene Aktienakzeptanz. Nach einem enttäuschenden Börsenjahr 2000 stellen die Finanzexperten die bange Frage, wie lange der Aktienboom noch anhalten wird. Von den 6,7 Mio. Aktienhaltern (Basis: TdWI 2000/01) sind 1,1 Mio. bzw. 17% erst im letzten Jahr ins Aktiengeschäft eingestiegen; 40% sind 1 bis 3 Jahre und 42% schon längere Zeit dabei. Die Aufgliederung der Depotvolumen macht deutlich, dass die Mehrzahl der Neuaktionäre nur kleine Depots besitzen. Bei andauernder Börsen-Baisse besteht die Gefahr, dass sich ein Teil der Neuanleger wieder von ihren Aktien trennt Entwicklung des Deutschen Aktienindex (Dax) seit Stand am Jahresende Quelle: Deutsche Börse AG fi_33.grf Wichtig ist die Vertrauensbildung In der Boomphase ließen sich Aktien aus dem Bauch heraus verkaufen. Bei den Start-up's des Neuen Marktes kam es vor allem auf eine gute Story und eine überzeugende Vision an. Inzwischen rücken Fundamentaldaten wieder in den Vordergrund. Nach den massiven Kurseinbrüchen kommt es bei der Aktienwerbung auf vertrauensbildende Maßnahmen an. Enttäuschte Anlegererwartungen können nur durch ehrliche Aufklärungsarbeit überwunden werden. Die Anleger sind nach Erkenntnissen des Deutschen Aktieninstituts insbesondere an Prognosen über die künftige Unternehmensentwicklung interessiert. Nach den Ergebnissen der FOCUS-Studie 'Communication Networks 4.0' spielt bei der Anschaffung von Aktien die Solidität eines Unternehmens die wichtigste Rolle. An zweiter Stelle genannt wird 'eine stabile Wertentwicklung in der Vergangenheit'. Der Kauf von Aktien erfolgt im Normalfall (72%) über die eigene Bank. 11% der Aktienanleger geben an, auf dem Online- Weg zu ordern, 8% benutzen zu diesem Zweck das Telefon. 28% der Börsenspekulanten können sich vorstellen, Bankgeschäfte über eine Direktbank zu erledigen. Aktien-Engagement nach Märkten (in %) "In welchen dieser Märkte investieren Sie zur Zeit in Aktien bzw. Aktienfonds?" Festnetzbetreiber Mobilfunkanbieter Biotechnologie Banken Automobil Medien EDV-Hard- und Software Internet-Service-Provider Versicherungen Maschinen- u. Anlagebau Tourismus Textil Basis: Besitzer von Aktien und / oder Aktienfonds (8,03 Mio.) Quelle: Communication Networks fi_34.grf 14

17 Kreditinstitute Konsolidierung im Bankenmarkt Durch das Zusammenwachsen der Finanzmärkte, den Ausbau des Electronic Banking sowie eine wachsende Bedeutung des Investmentbanking haben sich die Rahmenbedingungen für die Kreditinstitute verändert. International befinden sich die Bankenmärkte in einer Konsolidierungsphase. In Europa und in den USA nimmt die Zahl der Banken ab gab es in der Europäischen Union noch Banken, das sind 13% weniger als vier Jahre zuvor. In Deutschland ist die Zahl der Kreditinstitute seit Anfang der 90er-Jahre um mehr als 30% zurückgegangen. Ende 1999 existierten in Deutschland Kreditinstitute. Der deutsche Bankenmarkt gilt als der fragmentierteste in Europa, der mit der Deutschen Bank nur einen einzigen internationalen Big Player vorzuweisen hat. Nach der Bilanzsumme belegt die Deutsche Bank international einen Spitzenplatz; gemessen an der Marktkapitalisierung findet sie sich im Umfeld der europäischen Großbanken erst auf Platz 8. Die Börsenkapitalisierung reicht bei den deutschen Privatbanken nicht aus, um gegen Übernahmen gefeit zu sein. Sowohl im Sparkassen- als auch im Genossenschaftssektor wird intensiv über eine Veränderung der Strukturen diskutiert. Die Westdeutsche Landesbank muss nach dem Streit mit der EU-Kommission ihre Geschäftsbereiche neu gliedern, was einen derzeit noch nicht absehbaren Privatisierungsprozess im Sparkassensektor in Gang setzen könnte. Die Genossenschaftsbanken wollen ihren Verbund künftig schlanker und schlagkräftiger machen. Bankenmarkt verliert an Transparenz HSBC ING UBS Credit Suisse Royal Bank of Scotland Lloyds TSB Barclays Deutsche Bank BSCH BBV Argentaria Fortis BNP Paribas ABN Amro Hypo Vereinsbank Société Génerale Abbey National UniCredito Italiano Banca Intesa Nordea Dresdner Bank Halifax Group San Paolo IMI Dexia Std. Chartered Commerzbank Führende europäische Banken Marktkapitalisierung in Mrd. Euro Stand: Quelle: Thomson Financial Datastream Marktanteile der Universalbanken Kundeneinlagen* (in %) Genossenschaftsbankensektor 25,7% 36,0 28,6 27,6 27,5 27,4 26,2 25,0 24,8 49,9 48,6 42,3 41,0 55,0 54,7 14,2% 145,1 82,7 76,1 71,8 67,5 62,4 24,4 23,7 18,7 17,2 15, Regionalbanken 12,6% fi_35.grf Großbanken Durch die Euro-Einführung verschärft sich der Wettbewerbsdruck im Bankengewerbe. Die Kreditinstitute gestalten den Ausbau ihres Geschäfts zunehmend nach Renditeaspekten. Die Tendenz zur Straffung der Zweigstellennetze bzw. zur Schließung von Filialen setzt sich fort. Für die Kunden ist die einst so gut über- 47,5% Sparkassensektor *Inländische Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte Quelle: Deutsche Bundesbank / Stand: Ende 1999 fi_36.grf 15

18 Kreditinstitute schaubare Bankenwelt unübersichtlich geworden. Die wachsende Zahl von Finanzdienstleistern, die Konturlosigkeit der Banken und die Austauschbarkeit der meisten Finanzprodukte tragen zur Verwirrung bei. Es wird immer schwieriger, zwischen 'echten' Banken, Autobanken und Direktbanken, Kapitalanlagegesellschaften und Versicherungsleistungen zu unterscheiden. Rationalisierungsdruck Das Jahr 2000 war für die deutschen Großbanken ein außergewöhnlich schwieriges Jahr. Nach zwei gescheiterten Fusionsversuchen lässt die Konsolidierung weiter auf sich waren. Die Deutsche Bank eilte 2000 mit einer Bilanzsumme von fast 1 Billion DM zu einem neuen Rekordjahr. Zufrieden mit dem erzielten Geschäftsergebnis kann auch die Hypo Vereinsbank sein. Die Dresdner Bank und die Commerzbank litten unter den Folgen der geplatzten Fusion. Ein Problem ist der gestiegene Verwaltungsaufwand. Positiv auf die Einnahmeseite schlägt sich der florierende Verkauf von Aktien und Investmentpapieren nieder. Der Provisionsüberschuss der Kreditinstitute zog im vergangenen Jahr kräftig an. Der Wettbewerb von Seiten der Direktbanken führt zu einem Druck auf die Margen im Wertpapierund Depotgeschäft. Mit Umstrukturierungen im Kerngeschäft und der Schließung von Filialen streben die Großbanken eine Verbesserung der Rentabilität an. Bankverbindungen (Top 10, in %) Frage: "Bei welcher Bank haben Sie ein Konto?" Sparkassen 54 Volks- / Raiffeisenbanken 24 Deutsche Bank / Bank 24 Postbank 8 7 Commerzbank Dresdner Bank 4 3 Hypo Vereinsbank Citibank BfG-Bank Comdirect Bank Basis: Gesamtbevölkerung Jahre (55,06 Mio.) Quelle: Communication Networks 4.0 Zinsüberschuss Bilanzsumme Provisionsüberschuss Verwaltungs- aufwendungen Ergebnis vor Steuern Jahresüberschuss Großbanken im Vergleich Jahr 2000 (in Mrd. Euro) Deutsche Bank 967 (+ 15,1%) 6,36 (+ 6,0%) 11,5 (+ 42,0%) 21,04 (+ 34,0%) 6,73 (+ 75,0%) 4,95 (+ 102,0%) Hypo- Vereinsbank 717 (+ 42,5%) 3,96 (+ 54,1%) 2,42 (+ 29,2) 5,12 (+ 12,0%) 1,85 (+ 145,6%) 1,18 (+ 169,7%) Zahlen in Klammern: Veränderung ggü. Vorjahreszeitraum Quelle: Angaben der Banken (aus 'Handelsblatt' v ) Dresdner Bank k. A. (k. A.) 2,72 (+/- 0%) 4,29 (+ 24,8%) 7,65 (+ 17,2%) 1,61 (-24,4%) 1,74 (+ 65,2%) Depots inländischer Privatpersonen Kurswert Ende 1999 fi_37s.grf Commerzbank 458 (+ 23,1%) 2,75 (+ 9,3%) 2,64 (+ 20,4%) 5,37 (+ 20,0%) 2,28 (+ 66,3%) 1,34 (+ 47,1%) fi_92s..grf Internet verändert die Landschaft Das Online-Banking weitet sich aus. Für die Kreditinstitute ist das Internet mehr als ein neuer Vertriebsweg für Finanzdienstleistungen. Durch das Vordringen des Online-Bankings verschärft sich der Preiswettbewerb. Bis zum Jahr 2003 sollen nach einer Europa-Studie von Jupiter Communication bereits 31% der Internet-User ihre Bankgeschäfte online abwickeln. Rund 34 Millionen Bank- und 12 Millionen Anlagekonten werden dann von den Aktien inländischer Emittenten Aktien u. Investmentzertifikate ausländischer Emittenten Investmentzertifikate inländischer Kapitalanlagegesellschaften Festverzinsliche Wertpapiere inländischer Emittenten Durchschnitts- bestände in DM Festverzinsliche Wertpapiere ausländischer Emittenten Quelle: Deutsche Bundesbank (aus Zeitschrift 'Die Bank' 10/2000) Veränderung in % + 38,3 + 38,5 + 12,9-12,4-5,7 fi_38s..grf 16

19 Kreditinstitute Banken auf dem Online-Weg zu verwalten sein. Technisch aufgeschlossene Kunden erwarten von ihrer Bank inzwischen ein vielseitiges Multi-Channel-Angebot, das neben dem Filialgeschäft die Medien Internet, Telefon und Handy erfasst. Vor allem jüngere Kunden wenden sich gerne den Direktbanken zu. Am liebsten wird von Online-Kunden das virtuelle Banking in Verbindung mit dem Beratungs- Center vor Ort praktiziert. Direktbanken werden eher als Zweitbankverbindung in Erwägung gezogen. Die Institute stellen sich darauf ein, dass künftig ein Großteil der traditionellen Transaktionen nicht mehr über Filialen, sondern über das Internet abgewickelt wird. Im Internet-Banking haben die privaten Banken die Nase vorn. Bereits Ende 1999 wurden bei den deutschen Kreditinstituten mehr als 10 Millionen Online-Konten geführt. Rund 43% aller übers Internet geführten Bankkonten entfielen auf die privaten Banken. An zweiter Stelle folgen die Sparkassen mit einem Anteil von 31% Internet-Banking: Prognose bis 2004 Europäische Haushalte mit Anschlüssen für Online-Banking (in Mio.) Quelle: Datamonitor 2/00 Potenziale in Mio. Einstellungen zu Direktbanken nach Altersklassen (in %) Jahre 13, Jahre 11, Jahre 10,54 fi_39s.grf Jahre 19,22 Ich könnte mir vorstellen, alle meine Bankgeschäfte über eine Direktbank abzuwickeln Online-Kunden wechseln schneller Ich könnte mir eine Direktbank als Zweitbank vorstellen Ich kenne keine Direktbanken bzw. weiß zu wenig darüber Im Zeitalter des Internets gestalten sich Bankbeziehungen anonymer. Die traditionell starke Bindung zur Hausbank lässt nach. Immer mehr Bankkunden betreiben ihre Bankgeschäfte via Internet. Online-Kunden sind wechselbereiter als normale Bankkunden. Dies hat eine Infratest-Studie festgestellt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass nur 5% der konventionellen Kunden ihre Bankverbindung wechseln oder Geschäfte zwischen Erst- und Zweitbank verlagern. Bei den Online-Kunden ist der Anteil der Wechsler doppelt so hoch. Gerade gut situierte Bankkunden im Alter bis Mitte 40 verhalten sich flexibel. Bei Wertpapiergeschäften ist die Kundenbindung besonders gering. Die Direktbanken profitieren von der Kundenfluktuation im Bankgewerbe. Sie gewinnen mittlerweile jeden zehnten Neukunden - wobei es sich häufig um junge Einsteiger handelt. Eine Direktbank kommt für mich nicht in Frage Quelle: Communication Networks 4.0 Banken bauen Finanz-Portale Europas Banken haben aufwändige Internet-Programme gestartet, die Milliardensummen verschlingen. Die Deutsche Bank plant jährlich Investitionen von rund 1 Mrd. Euro im Online-Bereich. Die führende Großbank ging im Spätsommer 2000 mit dem offenen Finanzportal 'moneyshelf.de' an den Start. Die Commerzbank baut bei ihrem Online-Angebot auf ihre Direktbank-Tochter 'Comdirect'. Zusätzlich wird das E-Business-Portal 'Comport' aufgebaut, das auf die Bedürfnisse von Firmenkunden zugeschnitten wurde. Auch die Dresdner Bank will sich das E-Business-Engagement rund eine 1 Milliarde Euro kosten lassen. Die Sparkassen waren im Internet-Wettrennen ins Hintertreffen geraten. Ein Jahr nach Ankündigung der Online- Strategie öffnet das neue Finanzportal unter 'Sparkasse.de'. Die Multikanal-Strategie der Sparkassen macht Fortschritte. Auch im Online-Brokerage wollen die Sparkassen die führende Rolle übernehmen. Zum April 2001 wird der Duisburger Online-Broker 'pulsiv.com' übernommen, mit dem technikorientierte Kundenkreise erschlossen werden sollen fi_41s..grf 17

20 Kreditinstitute Direktbank = Online-Broker Direktbanken liefern sich ein hartes Gefecht um die privaten Investments. Im Aktienhandel über das Internet, kurz Online-Brokerage, haben sich die börsennotierten Direktbanken Comdirect, Consors und DAB etabliert. Die Commerzbank-Tochter Comdirect Bank AG konnte zum Jahreswechsel 2000/2001 mit Kunden ihre Führungsposition vor dem Konkurrenten Consors ( Kunden) verteidigen. Im zweiten Halbjahr 2000 fiel der Kundenzuwachs bei den Online-Brokern schwächer als von den Analysten erwartet aus. Der Münchner Direkt Anlagebank (DAB) ist es durch Erwerb des französischen Online- Brokers Self Trade gelungen, ihre Kundenzahl auf zu steigern. Bei der Allgemeinen Deutschen Direktbank AG (Diba) wurde der Kundenstamm schon vor einem Jahr durch die Fusion mit Girotel erweitert. Die kundenstärkste Direktbank ist die Entrium Direct Bankers AG mit über Kunden. Zur Zeit verstärkt die ehemalige Quelle-Bank das Engagement im Wertpapierhandel. Die Advance Bank kam lange Zeit nicht gut voran. Ende Dezember 2000 wurde ein Anstieg der Kundenzahl um 21% auf rund vermeldet. Künftig will sich die Direktbank-Tochter der Dresdner Bank stärker aufs Brokerage konzentrieren. Im Wertpapierhandel über das Internet verringert sich der Abstand zwischen Direktbanken, Online- Brokern und etablierten Anbietern. Die Sparkassen wenden sich dem Online-Finanzgeschäft zu und haben den Online-Broker Pulsiv.com übernommen. Auch die Kapitalanlagesellschaften sind ins Online-Geschäft eingetreten und bieten ihren Kunden die Depotverwaltung via Internet an. DB 24: Online-Bank mit Bodenhaftung Einen mutigen Schritt machte die Deutsche Bank, die im Jahr 1999 die Geschäfte der früheren Direktbank-Tochter Bank 24 mit dem Filialgeschäft zusammenfügte. Seitdem versteht sich die Deutsche Bank 24 als 'Online-Bank mit Bodenhaftung'. Mit Erfolg wurde das integrierte Modell von Filial- und Internet-gestütztem Vertrieb umgesetzt. Nach einem Jahr Bestehen zog Vorstandschef Herbert Walter eine positive Bilanz: Neukunden konnten netto hinzugewonnen werden und die Rentabilität hat sich entscheidend verbessert. Im zweiten Schritt soll die Multichannelbank DB 24 Europa erobern. Der Markteintritt der europäischen Organisation, die unter dem Markennamen 'Deutsche Bank 24' auftreten wird, ist für das dritte Quartal 2001 geplant. Integraler Bestandteil des Konzepts wird der pan-europäische Online-Broker Maxblue sein, der die bisherigen Brokerage-Aktivitäten der nationalen Einheiten zusammenführt. Die Zahl der DB 24-Online-Brokerage-Kunden in Europa soll bis 2004 von derzeit auf 1,5 Millionen steigen. Auch andere Direktbanken setzen auf die Integration von Direkt- und Filialbank. Die Hypo-Vereinsbank-Tochter Direkt Anlage Bank (DAB) hat das Konzept der Anlagecenter eingeführt und will in diesem Jahr an 15 Standorten in Deutschland präsent sein. Auch bei der Advance Bank, der Direktbank-Tochter der Dresdner Bank, wird zur Zeit über die Eröffnung von Shops nachgedacht. Online-Finanzdienstleistungen (in %) Tägliche Bankgeschäfte Überwachung der Konten / Depots / Kreditkartenumsätze Wertpapiere kaufen / verkaufen Researchberichte zu Märkten / Marktentwicklungen Programm, das nach Nutzerangaben Anlagetipps erstellt E-Banking ist nicht aufzuhalten Kurzinformationen zu Einzelinvestitionen Exklusive Informationen von Spezialisten Das E-Banking bleibt auf Wachstumskurs. Die Investmentbank JP Morgan geht davon aus, dass 15% aller Finanzprodukte im Jahre 2003 auf dem Online-Weg verkauft werden. Online- Bankgeschäfte sind keine Seltenheit mehr. Immobilienangebote 28 (weltweit) Quelle: Forit (9/2000) fi_42.grf 18

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