SPORT ALS BÜHNE TALKMEET INNOVATE 15. HAMBURGER KONGRESS SPORT, ÖKONOMIE UND MEDIEN MILLERNTOR-STADION SYMPOSIUM-HAMBURG.DE PARTNER UND SPONSOREN:

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1 15. HAMBURGER KONGRESS SPORT, ÖKONOMIE UND MEDIEN SPORT ALS BÜHNE MILLERNTOR-STADION SYMPOSIUM-HAMBURG.DE TALKMEET INNOVATE VERANSTALTER: MACROMEDIA FORSCHUNGSVEREIN E.V. PARTNER UND SPONSOREN: Evangelische Stiftung Alsterdorf

2 VORWORT Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, Foto: M. Zapf zum 15. Mal findet das internationale Symposium Sport, Ökonomie und Medien in Hamburg statt. Zu diesem Kongress im Millerntorstadion unter dem Titel Sport als Bühne - Mediatisierung und Kommunikation von Sport und internationalen Sportgroßveranstaltungen heiße ich Sie als Schirmherr im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg sehr herzlich willkommen. Die internationale Strahlkraft des Symposiums Sport, Ökonomie und Medien stellt seit weit mehr als einer Dekade einen unterstützenden und festigenden Faktor bei der Profilierung Hamburgs als internationale Sportmetropole dar. Diese positive Wirkung wird dadurch begünstigt, dass gerade in Hamburg die enge Zusammenarbeit von Sport, Wirtschaft und Medien besonders ausgeprägt ist. Als Beispiele möchte ich die Stiftung Leistungssport, das Team Hamburg und auch das Zusammenwirken der Akteure des Sports in der Zukunftskommission Sport nennen. Das 15. Symposium fällt in eine besonders spannende Zeit. Die Bewerbung Hamburgs als deutsche Bewerberstadt um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischer Spiele im Jahr 2024 ist das zentrale Thema des Sports und auch der Politik geworden. Es freut mich als Hamburgs Sportsenator sehr, dass das Symposium Sport, Ökonomie und Medien in seinem Programm diesem Thema einen Raum gibt und dieses auch wissenschaftlich unter ökonomischen und medialen Aspekten beleuchtet. Mein Dank geht schon heute an die Veranstalter des Symposiums und an die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg ebenso wie an den FC St. Pauli als Partner des Kongresses. Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen interessanten Verlauf des Symposiums mit vielen neuen Erkenntnissen, Einsichten und Impulsen. Michael Neumann Senator für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg 1

3 INHALTSVERZEICHNIS 15. Hamburger Kongress Sport, Ökonomie und Medien 2015 FREITAG, PROGRAMM S. 04 KEYNOTES S. 08 SESSIONS S. 13 Session 1: Herausforderungen Sportgroßveranstaltung S. 13 SPORT & SPIEL + LIVE-MUSIK + FOOD TRUCKS Session 2: Interaktionen und Live-Kommunikation S. 16 Session 3: Technologiegestützte Kommunikation im (Inklusions)Sport S. 19 Session 4: Feuer und Flamme: Werbung, Design und Inszenierung S. 23 Session 5: Social Media Kommunikation S. 28 Session 6: Organisation, Management und Strukturen von Sportgroßveranstaltungen S. 31 Session 7: Aspekte der Mediatisierung von Sportgroßveranstaltungen S. 36 Session 8: Mobilitätstechnologien und Netzwerkkooperationen im (Inklusions)Sport S. 39 Session 10: Die Inszenierung von Sport und Geschlecht S. 42 Session 11: Inszenierung des Sports: Akteure und Zuschauer S. 44 Session 12: Mediatisierung und Sportberichterstattung S. 48 PODIUMSDISKUSSION S. 34 MILLERNTOR-STADION - HEILIGENGEISTFELD, ST. PAULI EINTRITT FREI INFOMATERIAL UNTER: ANMELDUNG FUR GRUPPEN: FACEBOOK.COM/SPINK.INFO Parallel zum Hamburger Kongress Sport, Ökonomie und Medien findet rund ums Millerntorstadium SPINK statt. Inklusion und damit die Überwindung gesellschaftlich gesetzter Grenzen ist das zentrale Thema dieser Veranstaltung. Das Ziel von SPINK ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammen Spaß an Sport haben. 3

4 PROGRAMMÜBERSICHT Sport als Bühne DONNERSTAG, ab 9:30 Eintreffen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer/arrival of participants 15:00-15:30 Pause/break 10:00 Eröffnung des Kongresses/congress opening 10:00-10:20 Grußwort der Veranstalter (die Professoren Hebbel-Seeger, Horky, Schulke) 10:20-10:30 Grußwort der Vorsitzenden der dvs-kommission für Sportsoziologie (Dr. Bettina Rulofs) 10:30-10:50 Grußwort des Schirmherrn und Senators für Inneres und Sport (Michael Neumann) 10:50-11:00 Grußwort des Präsidenten des FC St. Pauli (Oke Göttlich) und eine überraschende Ballade... 11:00-11:45 Keynote 1: Medienereignis Olympische Spiele eine Bühne für Frieden und Verständigung (Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalseketärs für Sport, Entwicklung und Frieden) 11:45-12:30 Keynote 2: Mediatisierung des Sports (Prof. Dr. Friedrich Krotz; Universität Bremen) 12:30-13:30 Mittagspause/lunch break 13:30-15:00 Session 1: Herausforderung Sportgroßveranstaltungen 13:30-14:00 Akzeptanz sportlicher Großveranstaltungen in der Bevölkerung (Prof. Dr. Holger Preuß; Universität Mainz) 14:00-14:30 Between hyperbole and reality: the existential dilemma of sports mega-events (Prof. Dr. Christopher Gaffney; Universität Zürich/CH) 14:30-15:00 Ökonomische Innovations- und Entwicklungspotentiale Olympischer Spiele (Prof. Dr. Wolfgang Maennig; Universität Hamburg) 13:30-15:00 Session 2: Interaktionen und Live-Kommunikation 13:30-14:00 Fandom and doing gender - Präsentationen von Fußballfans im Internet (Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister; Universität Kopenhagen/DK) 14:00-14:30 Die Fußball-WM 2014 im Fokus Sozialer Medien- eine empirische Analyse der Facebook-Kommunikation ausgewählter Spieler (Dr. Verena Burk; Universität Tübingen) 14:30-15:00 Social Networks als Kommunikationsinstrument im Rahmen von Sportgroßveranstaltungen Theoretische Grundlagen, empirische Untersuchung und praktische Anwendungen (Christian Kempf; SRH Hochschule Heidelberg) 13:30-15:00 Session 3: Technologiegestützte Kommunikation im (Inklusions)Sport 13:30-14:00 Werder bewegt lebenslang - Integration und Inklusion (Klaus-Dieter Fischer; SV Werder Bremen) 14:00-14:30 Pflicht und Freude. Nonverbale Kommunikation und adaptive Interaktionen im Sporttreiben behinderter und und nichtbehinderter Menschen (Prof. Dr. Dietrich Milles, Dr. Ulrich Meseck & Joanna Wiese; Universität Bremen) 14:00-15:00 Berichterstattung Fußball für Menschen mit Sehbehinderung, AFM Radio (Tilman M. Brauns; AFM Radio FC St. Pauli) 15:30-16:15 Keynote 3: Sportgroßereignisse und Twitter (Paul Keuter; Head of Sport, Twitter Germany) 16:30-18:00 Session 4: Feuer und Flamme: Werbung, Design und Inszenierung 16:30-17:00 Die Olympia-Kampagne der Stadt Hamburg (Stephan F. Rebbe; Agentur Kolle-Rebbe) 17:00-17:30 Einsatz und Wirkung von Medien bei Sportveranstaltungen (Katja Kraus; Jung von Matt/sports) 17:00-18:00 Inszenierung eines kollektiven Rituals - Die Olympische Eröffnungsfeier (Jennifer Schröder; Universität Bremen) 16:30-18:00 Session 5: Social Media Kommunikation 16:30-17:00 Gesprächswert in der Sportberichterstattung - Ökonomische Bewertung von Nutzerkommentaren auf Online-Nachrichtenwebseiten) (Pascal Barro; Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich) 17:00-17:30 Trainer(aus)bildung Von der deutschen Realität zur globalen Sportvision (Dr. Frank Vohle; Ghostthinker GmbH) 17:30-18:00 Video-Drohnen in der Eventkommunikation (Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger; Hochschule Macromedia) 16:30-18:00 Session 6: Organisation, Management und Strukturen von Sportgroßveranstaltungen 16:30-17:00 sei nicht brav. be brave! (Stephan Schmidt; dieckertschmidt) 17:00-17:30 Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit in nationalen Sportverbänden (Prof. Dr. Torsten Wojciechowski; FH Kufstein/A) 17:30-18:00 Das multifunktionale Olympiastadion Berlin (Peter von Löbbecke; Deutsche Olympische Gesellschaft/Olympiastadion Berlin GmbH) 18:15-19:00 Podiumsdiskussion: Technologie und Entscheidungsfindung im Profifußball Ab 19:15 Ab 19:10 Moderation: Prof. Dr. Thomas Hestermann Es diskutieren: Christina Rann (TV- Moderatorin; Sky Deutschland), Peter Gagelmann (DFB Bundesligaschiedsrichter), Christian Holzer (Managing Director; deltatre AG) Mitgliederversammlung der dvs Sektion Sportsoziologie eat meet network Ab 19:15 Talk, meet and network - Get together im Ballsaal 23:00 Kieztour Hamburg by night über die Hamburger Reeperbahn 4 5

5 PROGRAMMÜBERSICHT Sport als Bühne FREITAG, ab 8:30 Eintreffen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer/arrival of participants 09:00-09:45 Keynote 4: Skandalisierung und Viktimisierung (Prof. Dr. Thomas Schierl; Deutsche Sporthochschule Köln) 09:45-10:30 Keynote 5: Bedeutung von Sport im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (Axel Balkausky; ARD) 10:30-10:45 Pause/break 10:45-12:15 Session 7: Aspekte der Mediatisierung von Sportgroßveranstaltungen 10:45-11:15 Sportorganisationen unter Beobachtung: zur Medialisierung der Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 (Prof. Dr. Jürgen Mittag & Dr. Jürg-Uwe Nieland; Deutsche Sporthochschule Köln) 11:15-11:45 Sportgroßveranstaltungen als Bühne für Sicherheitsspektakel Sichtbarkeit von Sicherheit bei der WM 2014 in Rio de Janeiro (Dennis Pauschinger; Universität Hamburg & University of Kent/UK) 11:45-12:15 Hat die Mediatisierung des Fußballs einen Wandel der Publikumsstrukturen in Fußballstadien bewirkt? (Oliver Fürtjes; Universität Siegen) 10:45-12:15 Session 8: Mobilitätstechnologien und Netzwerkkooperationen im (Inklusions)Sport 10:45-11:15 Die DOSB-Sportabzeichentour: Organisationsentwicklung und Vernetzung der Partner unter dem Aspekt inklusiver Teilhabe (Prof. Dr. Manfred Wegner, Universität Kiel) 11:15-11:45 Individualisierung in der Prothesentechnik (Frank Purk; motion-center Holger Otto) 11:45-12:15 Psychomotorische Trainingsgeräte: Entwicklung und Trends (Rainer Ahlers; Sport-Thieme) 10:45-12:15 Session 9: Macromedia Young Science Award 10:45-11:15 Beitrag 1 (Wird über Juryentscheid zu Postereinreichungen besetzt) 11:15-11:45 Beitrag 2 (Wird über Juryentscheid zu Postereinreichungen besetzt) 11:45-12:15 Beitrag 3 (Wird über Juryentscheid zu Postereinreichungen besetzt) 12:45-13:30 Mittagspause/lunch break 13:00-13:45 Keynote 6: Sport im Film. Soziologische Reflexionen (Prof. Dr. Robert Gugutzer; Goethe Universität Frankfurt) 14:00-15:30 Session 10: Die Inszenierung von Sport und Geschlecht 14:00-14:30 Zur Inszenierung der Geschlechter auf der medialen Bühne des Sports (Dr. Bettina Rulofs & Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews; Deutsche Sporthochschule Köln) 14:30-15:00 Sexualisierung oder Empowerment? Die Kampagne Strong is beautiful im Frauentennis (Dr. Jörg-Uwe Nieland; Deutsche Sporthochschule Köln) 15:00-15:30 Eine Längsschnittstudie zu den Olympischen Spielen (Athen, Peking, London) mit dem Fokus auf die visuelle Darstellung von Athleten und Athletinnen in den Printmedien (Birgit Braumüller, Diana Emberger, Susanne Eschelbach, Dr. Bettina Rulofs, Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews; Deutsche Sporthochschule Köln) 14:00-15:30 Session 11: Inszenierung des Sports: Akteure und Zuschauer 14:00-14:30 Hamburg als Bühne für eine Kulturolympiade (Corny Littmann, Kultur-Schaffender) 14:30-15:00 Brutal und sexy!? Einblicke in einen unsichbaren olympische Sport: Wasserball (Prof. Dr. Jürgen Schwark; Westfälische Hochschule) 15:00-15:30 Akteur und Zuschauer im Wechselspiel - Die Weltgymnaestrada als wettkampffreie Bühne sozialer Interaktionen und Kommunikationen (Dr. Angela Wichmann; University of Brighton/UK) 14:00-15:30 Session 12: Mediatisierung und Sportberichterstattung 14:00-14:30 Mediatisierung durch Sponsorships und Medienpartnerschaften: Müssen Pressefreiheit und Meinungsvielfalt die Bühne räumen? (Dr. Hermann Lindhorst; SCHLARMANNvonGEYSO) 14:30-15:00 Social Media bei den Olympischen Winterspielen eine Netzwerkanalyse zur Twitternutzung durch deutsche Sportjournalisten (Dr. Christoph Grimmer; Universität Tübingen) 15:00-15:30 Im Rausch der Geschwindigkeit auf der weißen Bühne - Sportunterhaltung und Mediatisierung am Beispiel des Ski-Alpin Sports (Prof. Dr. Minas Dimitriou; Universität Salzburg) 15:30-16:00 Pause/break 16:00-16:45 Keynote 7: Sport der medialen Moderne (Prof. Dr. Volker Schürmann; Deutsche Sporthochschue Köln) 16:45-17:00 Ehrung: Young Science Award und Verabschiedung / farewell (Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger, Prof. Dr. Thomas Horky; Hochschule Macromedia) ab 17:00 ab 17:30 Ende der Veranstaltung und gemeinsamer Ausklang Lockerer Ausklang des Kongresses in einem Beachclub am Elbstrand 6 7

6 Donnerstag, 11:00-11:45 KEYNOTES Medienereignis Olympische Spiele eine Bühne für Frieden und Verständigung Willi Lemke; Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport, Entwicklung und Frieden Donnerstag, 11:45-12:30 Mediatisierung des Sports Prof. Dr. Friedrich Krotz; Universität Bremen Donnerstag, 15:30-16:15 Sportgroßereignisse und Twitter Paul Keuter; Head of Sport, Twitter Germany Freitag, 09:00-09:45 Skandalisierung und Viktimisierung Prof. Dr. Thomas Schierl; Deutsche Sporthochschule Köln Freitag, 09:45-10:30 Bedeutung von Sport im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Axel Balkausky; ARD Freitag, 13:00-13:45 Sport im Film. Soziologische Reflexionen Prof. Dr. Robert Gugutzer; Goethe Universität Frankfurt Freitag, 16:00-16:45 Sport der medialen Moderne Prof. Dr. Volker Schürmann; Deutsche Sporthochschule Köln Willi Lemke Im März 2008 wurde Willi Lemke vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, zu seinem Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden ernannt. Der Sonderberater führt und koordiniert die Bemühungen der Vereinten Nationen, das Verständnis für den Sport als Instrument für Entwicklung und Frieden zu fördern, und darüber hinaus den Dialog sowie die Zusammenarbeit mit Partnern in diesem Bereich voranzubringen. Herr Lemke hat 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Sport und Politik. Von 1999 bis 2008 war er Senator für Inneres und Sport als auch Senator für Bildung und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen in Deutschland. Lemke war ausserdem 18 Jahre Manager von Werder Bremen - einer der erfolgreichsten Fussballvereine Europas. Während seiner Zeit bei Werder Bremen hat er sich bereits für Hilfsprojekte in Osteuropa und in der Vereinigung Unabhängiger Staaten eingesetzt. In Medien wird das heftig kritisiert. Während seiner gesamten Laufbahn hat sich Herr Lemke für den Einsatz von Sport als Instrument für positive Entwicklungen in der Gesellschaft engagiert. Herr Lemke hat Sport- und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg studiert. Er wurde am 19. August 1946 geboren, ist verheiratet und hat vier Kinder. Abstract Medienereignis Olympische Spiele - eine Bühne für Frieden und Verständigung? Wir leben in einer unfriedlichen Welt, die Zahl der Kriege und Krisen scheint zuzunehmen. Die UNO ist eine der wenigen weltweiten Institutionen, in der ein geregelter Austausch über Konfliktregelungen möglich ist. Nicht immer führt das zum Erfolg, meist nicht sofort. Dennoch würde niemand ernsthaft die Existenzberechtigung der UNO infrage stellen. Es gibt eine weltweite Organisation, die noch größer ist als die UNO. Das ist das IOC. Dem IOC gelingt es, regelmäßig das größte Fest, was die Menschheit je erlebt hat, durchzuführen und in alle Welt zu übertragen. Über 200 Nationen treffen sich zur gleichen Zeit an einem Ort, akzeptieren die Regeln, kämpfen friedlich miteinander. Manche halten sich nicht an die Regeln, einige bereichern sich persönlich, andere überhöhen nationale Gefühle. Soll man dieses einzigartige Fest abschaffen?!? UNO und IOC haben sich in den letzten Jahren darauf verständigt, enger und verbindlicher daran zu arbeiten, die große Strahlkraft der Olympischen Spiele, ja des modernen Sports überhaupt zur Verringerung einiger Konflikte einzusetzen. Das sollen vor allem Impulse sein, die im Alltag der Menschen ankommen. Ein anspruchsvolles Projekt. Prof. Dr. Friedrich Krotz Prof. Dr. Friedrich Krotz ist Diplommathematiker Universität Karlsruhe, TU und Diplomsoziologe (Universität Hamburg), hat in Soziologie promoviert und in Kommunikationswissenschaft/ Journalistik habiltiert. Er war neben verschiedenen anderen Job zehn Jahre am Hans-Bredow-Institut für Kommunikations- und Medienforschung an der Universität Hamburg tätig sowie an zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten u.a. in den USA, Japan und verschiedenen europäischen Ländern leitend beteiligt. Nach Professuren in Münster und Erfurt sowie Gastprofessuren und aufenthalten an Universitäten unter anderem in Mexico und den USA ist er heute Professor mit dem Schwerpunkt Mediatisierungsforschung an der Universität Bremen. Derzeit koordiniert er im Rahmen eines von ihm begründeten DFG-Schwerpunktprogramms zum Thema Mediatisierte Welten 12 Forschungsprojekte in Deutschland mit zahlreichen internationalen Aktivitäten; zudem ist er verantwortlicher Herausgeber des European Journal of Communication Research. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt insbesondere auf dem Wandel von Alltag, Kultur und Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Wandel der Medien in diesem Rahmen. Abstract Mediatisierung des Sports Wir leben inmitten eines schnellen Wandels der Medien. Dieser verändert die Kommunikation der Menschen, ihr soziales Handeln, ihre Erfahrungen und das, was ihnen sinnvoll und möglich vorkommt. Darauf stellen sich dann auch die Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen, die politischen Parteien mit ihren Zielsetzungen, die Verbände und gesellschaftliche Institutionen ein: Die Mediatisierung von Alltag, Kultur und Gesellschaft so nennt das die Wissenschaft geht so Hand in Hand mit Globalisierung, Kommerzialisierung und weiteren Entwicklungen. Auch Breitensport und Leistungssport, das Verhältnis von Sport zu Gesundheit und Eventsport als Folge von Medienereignissen haben sich dem angepasst. So körperlich Sport ist heute findet er immer mehr mit und mittels Medien statt. Dafür stehen Begriffe wie Activity Tracker, Überwachungskameras, Torlinientechnologien, wachsende öffentliche Aufmerksamkeit und die Bedeutung von Fankulturen. Zugleich wird der Sport aber auch von den Medien abhängig: Ohne Fernsehgelder und den Aufmerksamkeitswert von Stadtmarathons oder Olympischen Spielen, ohne medienproduzierte Stars und Skandale wäre vieles anders. Damit will sich der Vortrag beschäftigen. Keynotes 9

7 Paul Keuter Paul Keuter ist seit Januar 2013 verantwortlich für den Sportbereich von Twitter in Deutschland. Zu jener Zeit hatte er als Spielerberater gearbeitet und war u.a. für die sportlichen Verträge von Nationalspieler Arne Friedrich in den USA zuständig. Zuvor war Paul Keuter als Leiter Marketing und Geschäftsentwicklung bei der Joker Productions GmbH in Köln tätig. Außerdem kann er auf eine erfolgreiche Zeit im TV (Redakteur, Producer) zurück blicken und hat nach einiger Zeit als Mitarbeiter der Presse- und Öffentlichkeits-Arbeit bei Hertha BSC immer wieder als Medienberater für Sportler fungiert. Sportgroßereignisse und Twitter Die globale Bedeutung von Twitter im Bereich des Sports ist spätestens seit der Fußball WM in Brasilien auch der Deutschen Medienlandschaft bewusst geworden. Gerade wenn es um die Großereignisse im Sport geht, zeigt sich, dass Sportfans in der ganzen Welt Twitter und den Live Charakter der Plattform nutzen, um möglichst nah an den Athleten, Clubs, Verbänden und dem Event selber zu sein. Der Vortrag von Paul Keuter, Sportchef von Twitter in Deutschland und Global Sports Chair, zeigt auf, wie Twitter selbst zu großen Sportevents zu einer Art globalem Stadion wird und wie Marken von der Konversation rund um diese Ereignisse profitieren können. Die neuesten Features von Twitter werden dabei natürlich im Fokus stehen. Prof. Dr. Thomas Schierl Prof. Dr. Thomas Schierl ist Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaften und Leiter des Instituts für Kommunikations- und Medienforschung (IKM) an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Er studierte Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Politikwissenschaft an den Universitäten Salzburg, München, Mainz und Bonn. Nach seiner Promotion im Jahre 1987 arbeitete er als Konzeptioner in verschiedenen internationalen Werbeagenturen, zuletzt als Creative Group Head International, war 1992 Mitbegründer einer Werbeagentur, geschäftsführender Gesellschafter bis zum Jahr Habilitation im Jahre Von 2000 bis 2003 war er Gast- bzw. Vertretungsprofessor in Duisburg, Jena, Hannover und Köln. Seit 2003 ist er Leiter des IKM in Köln. Schwerpunkte seiner Forschung sind Sportkommunikation, Werbung, Medienwirkungen, visuelle Kommunikation. Skandalisierung und Viktimisierung Guttenberg, Kachelmann, Strauss-Kahn, Wulff eine Liste von Namen, die nahezu endlos verlängerbar scheint. Namen, die eines verbindet: Sie gehören Personen, die schuldlos oder nicht, sei dahingestellt in den Medien skandalisiert wurden. Auch die Liste skandalisierter Sportakteure ist lang: Armstrong, Ullrich, Daum, Hoyzer, um nur einige Namen zu nennen. Skandale sind sicherlich kein neues Phänomen. Was aber neu erscheint, ist die in den letzten Jahren breiter zunehmende Skandalisierungsfrequenz in den Medien. Immer mehr Skandale folgen einander in immer kürzeren Zeiträumen in verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen. Auch im Sport. Dafür gibt es ganz unterschiedliche, zumeist medienökonomische Gründe. Aber was bedeutet diese zunehmende Skandalisierung für die Gesellschaft und speziell für den Sport? Es soll gezeigt werden, dass es einerseits Skandalisierungen gibt, die für den Sport in einer demokratischen Gesellschaft als notwendig, nützlich und funktional erachtet werden können, sich andererseits vermehrt Skandalisierungen beobachten lassen, die den Sportlern, den Sportinstitutionen und dem gesamten Sport als gesellschaftlichem Teilbereich nachhaltig schaden können. Axel Balkausky Axel Balkausky (52) stammt aus Bremen. Schon während seines Studiums der Publizistik, Rechts- und Gesellschaftswissenschaften in Münster und Berlin war er freier Mitarbeiter in den Sportredaktionen des Bremer Weser-Kuriers, von Radio Bremen und von Sat wurde er Redakteur in der Sat.1-Sportredaktion in Hamburg. Dort stieg er 1994 zum Chef vom Dienst auf, 1998 übernahm er die Leitung der Fußballredaktion wechselte er zum Deutschen Sportfernsehen nach München zunächst als Leiter Fußball im Sport-Dienstleistungszentrum, ab 2001 als Redaktionschef Fußball/Motorsport. Im Dezember 2002 übertrug ihm das DSF die Chefredaktion des Senders. Von Januar 2007 bis Oktober 2009 war Axel Balkausky Sportchef beim NDR. Seit November 2009 ist er hauptamtlicher Sport-Koordinator der ARD. Bedeutung von Sport im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk Im Rahmen des diesjährigen Hamburger Sportkongresses wird Herr Balkausky über die Bedeutung des Sports im öffentlich-rechtlichen Rundfunk referieren. Worin besteht der vielzitierte öffentlich-rechtliche Auftrag in Bezug auf die Übertragung von Sport-Events? Welchen Anteil hat der Sport am ARD-Gesamtprogramm und wie steht es insgesamt um die Zukunft von Sport-Großveranstaltungen im Free-TV? Dies sind einige der Aspekte, die Herr Balkausky im Rahmen seines Vortrags erörtern wird. Prof. Dr. Robert Gugutzer Robert Gugutzer ist seit 2009 Professor für Sozialwissenschaften des Sports am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er hat Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaften an der Universität Tübingen und der LMU München studiert, war von Stipendiat im Graduiertenkolleg Identitätsforschung an der Universität Halle-Wittenberg, wo er 2001 promoviert wurde, und habilitierte sich 2011 an der Universität Augsburg. Zentrale Forschungsschwerpunkte von Robert Gugutzer sind die Soziologie des Körpers und die Neophänomenologische Soziologie. Zuletzt ist hierzu die Monographie Verkörperungen des Sozialen. Neophänomenologische Grundlagen und soziologische Analysen (Bielefeld: transcript 2012) erschienen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit einer Vielfalt sportsoziologischer Themen, zu denen u.a. die mediale Konstruktion des Sports zählt. Dazu hat er jüngst das Buch Sport im Film. Zur wissenschaftlichen Entdeckung eines verkannten Genres (Konstanz: UVK 2014, hrsg. mit Barbara Englert) publiziert. Sport im Film. Soziologische Reflexionen Sportfilme spielen sowohl in der Sport- als auch in der Filmwissenschaft eine randständige Rolle. Das gilt ganz besonders für Sportspielfilme, um die es in dem Vortrag gehen soll. Wird der Sportspielfilm von der Filmwissenschaft primär ignoriert, weil der Sport als Sujet nicht wirklich ernst genommen wird, so missachten ihn die Sportwissenschaften vor allem deshalb, weil sie Spielfilme als empirisches Datum nicht (an)erkennen. Die Analyse von Sportspielfilmen ist nicht anwendungsorientiert, ihr Erkenntniswert scheint daher vernachlässigenswert. Versteht man Sportwissenschaft jedoch als Reflexionswissenschaft, der es darum geht, die Strukturen und Praktiken des Sports im Zusammenspiel mit dessen gesellschaftlicher Umwelt zu reflektieren, dann bietet sich der Sportspielfilm als ausgezeichnetes wissenschaftliches Erkenntnismedium an. In diesem Sinne präsentiert der Vortrag eine soziologische Analyse von Sportspielfilmen, mit der gezeigt werden soll, dass und wie Spielfilme dazu eignen, Erkenntnisse über das Verhältnis von Sport und Gesellschaft zu gewinnen. Aus gegebenem Anlass wird dafür als empirisches Beispiel das Sportfilmsubgenre Olympiafilme in den Mittelpunkt gerückt Keynotes Keynotes

8 Prof. Dr. Volker Schürmann Prof. Dr. Volker Schürmann ist seit 2009 Professor für Philosophie, insbesondere Sportphilosophie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er studierte Mathematik, Philosophie und Erziehungswissenschaften in Bielefeld; Promotion (1992) und Habilitation (1998) in Philosophie an der Universität Bremen. Von 2001 bis 2009 war er Hochschuldozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Philosophische Anthropologie, Hermeneutik, Sportphilosophie und Modernetheorien. Jüngste Buchpublikationen im Kontext der Tagung: (Hg.) Sport und Zivilgesellschaft, Berlin: lehmanns 2012; Souveränität als Lebensform. Plessners urbane Philosophie der Moderne, Paderborn: Fink Sport der Medialen Moderne Der Kongress-Titel Sport als Bühne verweist auf die Notwendigkeit einer gesellschaftstheoretischen Verortung des Sports. Es liegt unhintergehbar ein bestimmtes Verständnis von Sport und ein bestimmtes Verständnis der Gesellschaft(en), in denen er praktiziert wird, zugrunde, um ihn überhaupt als Bühne ansprechen zu können. Mediale Moderne ist eine Gesellschaftstheorie, die es möglich macht, den modernen Sport in einer solchen Theatermetaphorik zu charakterisieren. Der erste Teil des Vortrags widmet sich den theoretischen Gewinnen und Kosten dieser gesellschaftstheoretischen Einbettung des modernen Sports. Der zweite Teil thematisiert dann die spezifischen Verantwortlichkeiten der Beteiligten, die sich aus einem solchen Verständnis des modernen, insbesondere olympischen Sports ergeben. Wäre der Sport eine Bühne, dann kann es nicht belanglos sein, was dort zur Aufführung gelangt, und es macht sich auch nicht von alleine, eine Bühne als Bühne aufrecht zu erhalten. Orientierende Leitfrage ist daher, wieviel Medialisierung und Eventisierung der olympische Sport verträgt, bevor er ein ganz anderer geworden sein wird. SESSION 01 HERAUSFORDERUNG SPORTGROSS- VERANSTALTUNGEN 13:30-14:00 Akzeptanz sportlicher Großveranstaltungen in der Bevölkerung Prof. Dr. Holger Preuß; Universität Mainz 14:00-14:30 Between hyperbole und reality: the existential dilemma of sports mega-events Prof. Dr. Christopher Gaffney; Universität Zürich/CH 14:30-15:00 Ökonomische Innovations- und Entwicklungspotentiale Olympischer Spiele Prof. Dr. Wolfgang Maennig; Universität Hamburg

9 Prof. Dr. Holger Preuß Holger Preuß (1968, Dr.) ist Professor für Sportsoziologie und Sportökonomie an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz und für Eventmanagement an der Molde University College, Norwegen. Seit 2007 ist er außerdem International Scholar in Sport Management an der New York State University (SUNY, Cortland) und seit 2012 Professor an der University of Ottawa, Kanada. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den ökonomischen Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen, insbesondere auf denen der Olympischen Spiele und der Fußballweltmeisterschaft 2006, 2010 und 2014 sowie der EURO Weitere Forschungsfelder sind Konsummuster von Sport-Event Touristen und Bewerbungen um Großsportveranstaltungen sowie das Erbe von Mega Events aus soziologischer und ökonomischer Sicht. Im weitesten Sinne erforscht Holger Preuß die Auswirkungen der fortschreitenden Kommerzialisierung im internationalen Sport. Aktuell erforschte er die Olympische Idee ein Projekt unterstützt vom IOC. Im Zuge dieser Forschung wird die gegenwärtige Kritik an der Ausrichtung Olympischer Spiele thematisiert. Holger Preuß ist Herausgeber der Zeitschrift European Sport Management Quarterly sowie Associate Editor vom Journal of Sport& Tourism. Außerdem ist er Mitglied in den editorial boards internationaler Zeitschriften (International Journal of Sport & Finance, Sport Management Review, International Journal of Sport Policy und Scandinavian Sport Studies). Akzeptanz sportlicher Großveranstaltungen in der Bevölkerung Nach der Niederlage der Bewerbung Olympischer Winterspiele gegen Pyeongchang 2018 und der Bevölkerungsablehnung von Winterspielen in München 2022 will sich Deutschland für 2024/2028 mit Hamburg um die Olympischen Sommerspiele bewerben. Dazu ist aber die Zustimmung der Bevölkerung sehr wichtig. Die Präsentation umfasst vier Teile: 1 Welche Gründe wurden in den Medien genannt, als München 2022 durch das Referendum seine geplante Bewerbung zurückgezogen hat? 2) Aus welchen Gründen scheint die Bevölkerung (auch international gesehen) insgesamt gegen sportliche Großveranstaltungen zu sein? 3) Welche negativen und positiven Wirkungen sehen die Deutschen in Olympischen Spielen und wie wirkt sich dies auf die allgemeine Zustimmung zu diesen in Deutschland aus? 4) Wie stark war eigentlich die Bevölkerungszustimmung bei Bewerbern und Ausrichter von Sportgroßveranstaltungen im internationalen Vergleich? Wie ist unter diesem Wissen also zu bewerten, dass sich im März in Hamburg 64% der Befragten für eine Bewerbung aussprachen und 7 Monate zuvor sogar nur 53%? Wie kann es aber dann wiederum sein, dass die Olympischen Spiele in Deutschland doch so beliebt sind, dass 80% der Hamburger und Berliner sich Spiele in Deutschland wünschen und Sotchi 2014 nach Lillehammer 1994 die höchste Einschaltquote im deutschen Fernsehen erreichte? Prof. Dr. Christopher Gaffney Christopher Gaffney received his PhD in Geography from the University of Texas and taught at the University of North Carolina at Chapel Hill. In 2009, Gaffney received a Fulbright Scholarship to study the urban and social impacts of the World Cup and Olympics in Rio de Janeiro. From he was a Visiting Professor in the Graduate School of Architecture and Urbanism at the Universidade Federal Fluminense. Gaffney s research has focused on social movements in the context of mega-events, the urban dynamics of Rio de Janeiro, and the political economy of football. Much of this research was tied to a three year, national scale research project hosted at the Universidade Federal do Rio de Janeiro that investigated the impacts of the World Cup in the twelve Brazilian host cities. His current research projects are focused on a mapping of social, political, and economic actors that are shaping the 2016 Olympics. Beginning in January 2015, Gaffney assumed the editorship of the Journal of Latin American Geography. He has recently moved to Zurich where he is a Senior Research Fellow in he Department of Geography. He is working on a book entitled Hunting White Elephants, based on his blog of the same name. Between hyperbole: and reality: the existential dilemma of sports mega-events Christopher Gaffney is an academic geographer who has investigated the urban and social impacts of the World Cup and Olympics in Brazil for more than a decade. Gaffney is currently based at the University of Zurich where he is investigating the knowledge transfer networks of FIFA and the IOC. While working in Brazil he led a research team that investigated the impacts of the World Cup in all twelve host cities. Gaffney ahs published widely on the role of mega-events in generating crisis and conflict in host cities and countries. Beginning with the national-scale demonstrations that threatened the realisation of the 2013 Confederations Cup in Brazil, a global questioning of bidding for and hosting the Olympics and World Cup has generated an unfolding crisis situation for FIFA and the IOC. With a series of major European cities rejecting the bidding process and with only two candidates for the 2022 Winter Olympics, it may be that the current model of bidding for and hosting sports mega-events is coming to an end. As the mega-events themselves create a seven-year emergency planning regime in hosts cities, it may also be that FIFA and the IOC have a very narrow window in which to modify their business models to make it more appealing to potential hosts. Prof. Dr. Wolfgang Maennig Wolfgang Maennig ist Professor für Wirtschaft am Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Vorher war er Professor am E.A.P. Paris-Oxford-Berlin-Madrid. Zudem hatte er Gastprofessuren an der American University in Dubai, an den Universitäten in Stellenbosch (Südafrika) und Istanbul, an der Federal University of Rio de Janeiro und an der University of Economics Bratislava. Außerdem war er als Gastwissenschaftler am International Monetary Fund in Washington, D. C. und an der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Seine Forschungen konzentrieren sich auf Wirtschaftspolitik, Sportökonomie, Transportwirtschaft und Immobilienwirtschaft. Er hat in akademischen Journalen zu angewandten Wirtschaftswissenschaften, aktueller Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarkttheorien, Raumwirtschaftslehre und kommunaler Wirtschaft, Regionalstudien und Sportökonomie veröffentlicht. Zudem hat er im Oxford Bulletin of Economics and Statistics, Real Estate Economics und Transportation Research Part D veröffentlicht. Wolfgang Maennig hat als Experte für Ausschreibungen vieler großer Sportevents gearbeitet, u. a. für die Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2000 in Berlin, 2012 in Leipzig, 2018 in München und die Leichtathletikweltmeisterschaft 2009 in Berlin. Er war Olympiasieger im Rudern (Achter mit Steuermann) bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und von Präsident des Deutschen Ruderverbands. In 2000 wurde er mit dem Olympic Order, der höchsten Auszeichnung des Internationalen Olympischen Komitees, ausgezeichnet. Ökonomische Innovations- und Entwicklungspotentiale Olympischer Spiele. Der Vortrag beinhaltet diese zentralen Punkte: Hamburg als Top-Favorit für die Olympischen Spiele 2024 Möglichkeiten und Grenzen der Stadtentwicklung durch traditionelle, solitäre Sportstätten Olympia der Hamburger Bürger. Baugruppen und gelebte Partizipation Dezentralisierungs und Individualisierungspotentiale der Olympischen Planungen Effektive Personalpolitik: Teams, Verantwortlichkeiten und Leistungsanreize Session 01 Session 01

10 13:30-14:00 SESSION 02 Prof. INTERAKTIONEN UND LIVE-KOMMUNIKATION Fandom and doing gender Präsentationen von Fußballfans im Internet Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister; Universität Kopenhagen/DK 14:00-14:30 Die Fußball-WM 2014 im Fokus Sozialer Medien eine empirische Analyse der Facebook-Kommunikation ausgewählter Spieler Dr. Verena Burk; Universität Tübingen 14:30-15:00 Social Networks als Kommunikationsinstrument im Rahmen von Sportgroßveranstaltungen - Theoretische Grundlagen, empirische Untersuchung und praktische Anwendung Christian Kempf; SRH Hochschule Heidelberg Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister Dr. Dr. Gertrud Pfister war von 1980 bis 2000 Professor an der Freien Universität Berlin. Seit 2001 ist sie am Department of Exercise and Sport Sciences der Universität Kopenhagen tätig. Sie ist Past- Präsidentin der Internationalen Gesellschaft für Sportgeschichte und der Internationalen Gesellschaft für Sportsoziologie. Zudem gehört sie den wissenschaftlichen Komitees des Europäischen College für Sportwissenschaft und der Organisation WomenSport International an erhielt sie das Bundesverdienstkreuz, 2007 den Ehrendoktor von Semmelweis University, Budapest und 2013 den Ehrendoktor der Universität Malmö. Gertrud Pfister wurde zu etwa 50 Internationalen Kongressen als Hauptrednerin eingeladen und sie ist Mitglied im Herausgebergremium mehrerer internationaler Zeitschriften. Sie hat etwa 250 Beiträge und 20 Bücher veröffentlicht. Fandom and doing gender Präsentationen von Fußballfans im Internet Die Suche nach Fußball und Fans im Internet produziert 33 Millionen Hits im Web und wenn man nach Bildern von Fußballfans googelt, erzielt man ebenfalls unglaublich hohe Trefferquoten. Scrollt man durch die relevanten Webpages fällt auf, dass hier nicht die normalen Stadionbesucher abgebildet sind, sondern eine Auswahl von phantastisch aufgeputzten Fans, die ihr Team stimmgewaltig (was allerdings nur zu sehen ist) und ausdrucksstark unterstützen. Männer und Frauen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Aufmachung, sondern auch in ihrem Verhalten. In meinem Vortrag werde ich einen Überblick über die verschiedenen Be- und Entkleidungen, die Utensilien und die Selbstpräsentationen der weiblichen und männlichen Fans mit einem Fokus auf ihrem doing gender vorstellen und dabei sowohl die Botschaften der Fans und die Auswahlprozesse des Internets als auch potentielle Auswirkungen diskutieren. Der Beitrag fundiert auf sozial-konstruktivistischen Geschlechter-Konzepten und auf Bourdieus Theorie der männlichen Herrschaft. Dr. Verena Burk Dr. Verena Burk ist Akademische Oberrätin im Arbeitsbereich Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Sie studierte Sportwissenschaft und Germanistik an der Technischen Universität Darmstadt und erhielt von 1996 bis 1998 ein Promotionsstipendium des Bundeslands Hessen. Von 1998 bis 2002 war sie an den Instituten für Sportwissenschaft in Darmstadt und Tübingen als Wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt (Lehrstuhl Prof. Dr. Helmut Digel). Nach Abschluss der Promotion (Dr. rer. soc) an der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Universität Tübingen wurde sie 2003 zur Akademischen Rätin und 2009 zur Akademischen Oberrätin ernannt. Schwerpunkte ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit sind Sportpublizistik, Eventmanagement und nationaler/internationaler Spitzensport. Sie ist Studiengangsleiterin für den Bachelor-Studiengang Sportwissenschaft mit dem Profil Sportpublizistik und Ansprechpartnerin für die Spitzensportförderung der Universität Tübingen. Seit 2007 ist Dr. Verena Burk Mitglied des Exekutivkomitees des internationalen Hochschulsportverbands FISU (Fédération Internationale du Sport Universitaire) und Vorsitzende des FISU Media and Communication Komitees Die Fußball-WM 2014 im Fokus Sozialer Medien eine empirische Analyse der Facebook-Kommunikation ausgewählter Spieler Kommunikation über Soziale Medien ist für Sportpersönlichkeiten eine effiziente Möglichkeit, Nutzer digitaler Plattformen einzubinden, Nähe herzustellen, Authentizität zu vermitteln und mit ihnen in einen Austausch zu treten. Vor allem in Zeiten sportlicher Krisen sind Soziale Medien als Kommunikationsinstrumente von Bedeutung, da sie über eine kurze Distributionszeit verfügen, der Dialog ohne Zwischenzielgruppe geführt werden kann und die darstellerische Vielfalt verschiedene Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten eröffnet. Dennoch ist Krisenkommunikation im Sport mittels Sozialer Medien nur selten Gegenstand empirischer Untersuchungen. Daher wurde erstens die Facebook-Kommunikation ausgewählter Spieler bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 herangezogen und quantitativ untersucht, in welcher Art diese Spieler generell die Plattform kommunikativ nutzten (Untersuchungszeitraum: 2. Juni bis 16. Juli). Zweitens wurde in Anlehnung an die Theorie der situationsbezogenen Krisenkommunikation nach Coombs (2007; 2010), in deren Fokus Krisenkommunikationsstrategien und damit verbundene rhetorische Botschaften stehen, die Kommunikation in Krisensituationen qualitativ analysiert. Session 02 17

11 Christian Kempf Christian Kempf ist als Projektmanager für das hochschulweite Studienmodell CORE (Competence Oriented Research and Education) und als Dozent an der SRH Hochschule Heidelberg tätig. Zuvor fungierte er als Vorstandsassistent beim Deutschen Golf Verband und begleitete bei der Sportregion Rhein-Neckar mehrere Projekte und Events, unter anderem das Internationale Deutsche Turnfest Im Rahmen seines Master-Studiums Sportmanagement widmete er sich dem Phänomen Social Networks und deren optimaler Einsatz im Kommunikationsmix von Sportevents. Seinen beruflichen Werdegang begann Kempf mit einer dualen Ausbildung in der mittelständischen Industrie mit parallelem Bachelorstudium in Business Administration an der Hessischen Berufsakademie in Kassel. Social Networks als Kommunikationsinstrument im Rahmen von Sportgroßveranstaltungen - Theoretische Grundlagen, empirische Untersuchung und praktische Anwendung Um den Praxisbezug des Themas herzustellen, wurden die Kommunikationsaktivitäten, insbesondere im Bereich Social Networks, des Internationalen Deutschen Turnfests 2013 untersucht und Empfehlungen für den Veranstalter aus der vorangegangenen Analyse abgeleitet. SESSION 03 TECHNOLOGIEGESTÜTZTE KOMMUNIKATION IM (INKLUSIONS)SPORT 18 Social Networks stellen ein Feld dar, welches in den vergangenen Jahren eine kaum vergleichbare gesellschaftliche Entwicklung erfahren hat. Für Sportorganisationen bieten Social Media-Aktivitäten vielerlei Chancen, um die eigene Kommunikation zu stützen oder auszubauen. Abgesehen von der Tatsache, dass Botschaften über soziale Netzwerke relativ schnell und kostengünstig verbreitet werden können, beuteten sie als interaktive Kommunikationsinstrumente eine Abkehr vom klassischen Sender-Empfänger-Prinzips. Dadurch können Nutzer in die Kommunikation involviert und deren Meinungen, Stimmungen oder Wünsche abgefragt werden. In den Kommunikationsmix großer Sportevents haben Social Networks längst Einzug gehalten. Aber wie sollten Aktivitäten in diesem Bereich gestaltet werden, um für die Veranstalter großer Sportevents zielführend zu sein? Wie und wann erreicht man die relevante Zielgruppe am besten, welche Inhalte werden vorwiegend nachgefragt und welche Funktionen genutzt? Um diese Fragen zu beantworten, wurde eine Studie zur Thematik ausgewertet, und eine Umfrage durchgeführt, die speziell auf das Nutzungsverhalten im Kontext von Sportgroßveranstaltungen abzielt. Einige wichtige Erkenntnisse: Klassische Medien stellen weiterhin die wichtigste Informationsquelle dar Social Networks als ergänzender Kanal Athleten/Mannschaften und Ergebnisse stehen im Fokus des Interesses, gefragt sind außerdem die Möglichkeiten einer Partizipation am Event (live oder medial) Tageszeiten für Posts und altersgruppenspezifische Präferenzen sind unbedingt zu beachten Session 02 13:30-14:00 Werder bewegt lebenslang - Integration & Inklusion Klaus-Dieter Fischer; SV Werder Bremen 14:00-14:30 Pflicht und Freude. Nonverbale Kommunikation und adaptive Interaktion im Sporttreiben behinderter und nichtbehinderter Menschen Prof. Dr. Dietrich Milles, Dr. Ulrich Meseck, Joanna Wiese; Universität Bremen 14:30-15:00 Berichterstattung Fußball für Menschen mit Sehbehinderung Tilman M. Brauns; Mitglied des AFM-Radios; FC St. Pauli

12 Klaus-Dieter Fischer Klaus-Dieter Fischer war seit 2003 Präsident des SV Werder Bremen sowie einer von vier Geschäftsführern bei der für den Profisport ausgegliederten Kapitalgesellschaft SV Werder Bremen GmbH & Co. KG aa, mit Zuständigkeit für das Leistungszentrum Fußball, Frauenfußball, andere Sportarten und Sozialmanagement. Im Sozialmanagement war er u. a. zuständig für Aktionen, wie z. B. 100 Schulen 100 Vereine, 60plus, Kids in die Clubs, und Programmen zur Antidiskriminierung und Gewaltprävention,Inclusion,Projekt Spielraum. Fischer war seit 1965 fast 40 Jahre in der Bremer Verwaltungsschule tätig. Ab 1979 bis Ende 2003 war er Direktor der Bremer Verwaltungsschule und Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums (AFZ) in Bremen. In seiner Ära habe sich die Verwaltungsschule von einer Beamtenschule zu einem Aus- und Fortbildungszentrum für den bremischen öffentlichen Dienst weiterentwickelt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Fischer ist seit 1955 Mitglied bei Werder Bremen. Er war im Verein Schiedsrichter, Schatzmeister der Amateurabteilung, Jugendtrainer, Jugendbetreuer, von 1970 bis 1974 dritter Präsident, von 1974 bis 1999 Vizepräsident und von 1999 bis 2003 Vorstandsmitglied. Zudem ist er Mitglied im Beirat des Bremer Fußballverbands und ehemaliges Mitglied im Gemeinderat von Riede und der Samtgemeinde Thedinghausen. Mit seinem Ausscheiden zum aus den Ämtern beim SV Werder auf eigenen Wunsch wurde Fischer von der Mitgliederversammlung des Vereins einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt und gleichzeitig zum Ehrenbotschafter des Vereins für CSR bestellt. Werder bewegt lebenslang - Integration & Inklusion Der SV Werder Bremen wurde am 4. Februar 1899 gegründet und hat heute über Mitglieder. Seit 2002 engagieren sich die Grün-Weißen sozial in Bremen und Niedersachsen. Darüber hinaus sind sie an verschiedenen nationalen und internationalen Initiativen beteiligt. Der Club gilt im Bereich gesellschaftliches Engagement als Vorreiter. Seit 2008 ist der SV Werder Bremen der erste Bundesligaverein mit einer eigenen Abteilung Sozialmanagement, die im Zuge der Einführung der Corporate-Social-Responsibility (CSR)-Marke WERDER BEWEGT LEBENSLANG zur Abteilung CSR-Management wurde. Eine Marke, unter der die Werderaner seit 2012 ihr gesellschaftliches Engagement und ihre soziale Verantwortung umsetzen, weiter strukturieren und tatkräftig ausbauen. Koordiniert werden die Projekte von 7 hauptamtlichen Mitarbeitern und 3 Trainern. Die Dachmarke WERDER BEWEGT LEBENSLANG integriert sechs Themenfelder, in denen die Aktivitäten strukturiert werden: Lebenslang grün-weiß, Lebenslang aktiv, Lebenslang gesund, Lebenslang tolerant, Lebenslang hilfsbereit und Lebenslang umweltbewusst. Prominente Botschafter unterstützen die einzelnen Bereiche. Prof. Dr. Dietrich Milles Prof. Dr. phil. Dietrich Milles M.A. wurde am 19. August 1949 in Kreuztal/Westfahlen geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach dem Studium der Germanistik und der Geschichte in Heidelberg schrieb er seinen Doktor in Philosophie an der Universität Konstanz, habilitierte anschließend in Arbeitswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschichte von Arbeit und Gesundheit. In seiner Tätigkeit als ordentlicher Professor im Studiengang Public Health im Fachbereich 11 (Universität Bremen) und Leiter des Archivs für Sozialgeschichte und Sozialpolitik im Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen betreibt er Forschungen zur Geschichte der Gewerbehygiene und Medizin, zu Sozialversicherungsverfahren, Gesundheitsförderung und zur Leistungsfähigkeit bei Fußballtalenten und Menschen mit geistiger Behinderung. Der passionierte Tischtennisspieler ist langjähriger Präsident und Ehrenpräsident des Fachverbandes Tischtennis Bremen und Mitglied in verschiedenen Ausschüssen des LSB Bremen. Dr. Ulrich Meseck Dr. phil. Ulrich Meseck ist seit 1991 Senior Lecturer an der Universität Bremen im Institut für Sportwissenschaft, zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität-GH-Paderborn. Seine Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Trainings- und Bewegungswissenschaft und spezielle Entwicklungsförderung durch Sport (Gesundheitssport, Behindertensport, Betriebliche Gesundheitsförderung durch Sport, Freizeit- und Leistungssport). Joanna Wiese Joanna Wiese hat Public Health studiert und promoviert an der Universität Bremen in dem Projekt Ressourcengewinn durch spezifisch fördernde Bewegung Evaluation der Gesundheitsförderung in Werkstätten mit den Kooperationspartnern AOK Bremen/Bremerhaven und Martinshof Bremen. Zur Thematik des Projektes und Sportlicher Aktivierung von Menschen mit geistigen Behinderungen im Allgemeinen gibt sie gemeinsam mit Prof. Dr. Dietrich Milles und Dr. Ulrich Meseck Fortbildungsseminare für den Landessportbund Bremen und Special Olympics Deutschland. Als Übungsleiterin gibt sie Sport- und Rehabilitationskurse (Tanzen, Fitness, Schwimmen/Wassergewöhnung) für den Martinshof Bremen und den Martinsclub Bremen e.v. und begleitet die Teilnehmer zu Sportveranstaltungen. Außerdem ist sie an Präsentationen auf Veranstaltungen von SOB und SOD durch das Einstudieren von Tanzchoreographien mit Menschen mit geistiger Behinderung beteiligt gewesen. Pflicht und Freude. Nonverbale Kommuniation und adaptive Interaktion im Sporttreiben behinderter und nichtbehinderter Menschen Ergebnisse eines Forschungsprojektes in einer Bremer Werkstatt für behinderte Menschen zum Aufbau und zur Entwicklung von sportlicher Aktivität verweisen auf eine motivierende Wirkung durch Interaktion. Es stellt sich die Frage, ob diese Befunde auf die besonderen Umstände zurückzuführen sind. Versteht man sportliches Handeln als ein Modell menschlichen Handelns, müssen Aspekte der Kommunikation und Mediatisierung integriert werden. Das Forschungsprojekt zeigte unter anderem eine basale Freude am Nachahmen der Handlungen der Kursleiter durch die Teilnehmer, sowie das Verlangen der Anerkennung und die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Interessant ist nun die Frage, ob diese basale Verbindung von Nachahmen und Vorzeugen im Zuge der Mediatisierung verkümmert oder als elementarer Bestandteil berücksichtigt werden sollte. Dem Projekt liegen Erfahrungen mit elementarer Freude an Bewegung und Präsentation einer Aktivität zugrunde, wie dies in Veranstaltungen von Special Olympics erlebt werden kann. Tilman M. Brauns Tilman M. Brauns Jahrgang 1973 lebt und arbeitet in Köln. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.Dem Verein seit 1993 verbunden. Seit 2004 betreut er zunächst den Live Ticker des FC St. Pauli,später wurde er Mitglied im Team der AFM-Radioreporter an der Seite von Wolf Schmidt. Er ist Teil des Fanclubsprecherrates der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli von 1910 e.v. und in weiteren Gremien und Gruppen aktiv. Berichterstattung Fußball für Menschen mit Sehbehinderung Die Spielbeschreibung für Blinde und Sehgeschädigte Menschen und die Möglichkeiten des Ausbaues des Sendeformates zum gemeinsamen Hörerlebnis Im Jahr 2004 fand erstmals ein Fußballspiel am Millerntor statt, zu dem blinde und sehbehinderte Fans auf eigens dafür eingerichteten Hörplätzen, per Funkkopfhörer eine Spielbeschreibung hören konnten. Diese Audiodeskription unterscheidet sich maximal von den üblichen Reportagen im Fußball. Die Reporter lassen über Sprache ein Bild entstehen, dass die Verortung des Balles und der Spieler als unabdingbar vordergründig vorschreibt. In der Summe der Beschreibungen bleibt der Sehgeschädigte 90 Minuten am Ball und kann dem Verlauf folgen. Wolf Schmidt gehört zu den Urvätern der Blindenreporter und wird wechselweise von weiteren ehrenamtlichen Co- Reportern begleitet. Heute ist das AFM-Radio nicht nur Spielbeschreibung für Sehgeschädigte, sondern eine offizielle Webradio- und -Podcast-Plattform des FC St Pauli. Das AFM-Radio wird von Fans für Fans organisiert und ist kostenlos verfügbar. Andere Formate füllen mittlerweile das Angebot und bilden so über die Spielbeschreibung hinaus eine Möglichkeit des gemeinsamen Hörens unter gleichen Voraussetzungen für sehgeschädigte -und sehende Menschen Session 03 Session 03

13 Highlights Rahmenprogramm Olympia - Hamburg als möglicher Gastgeber der Olympischen Spiele Ein sehr spannendes und aktuelles Thema, nicht nur in der Hansestadt. Beachten Sie auch kleine Details im Rahmen der Inszenierung und während der Veranstaltung, ein Hauch von Olympia wird Ihnen immer wieder begegnen. Eröffnung - Lassen Sie sich von unserem Live Act in die Veranstaltung begleiten und erleben Sie eine eindrucksvolle Darbietung ganz im Stile unseres Kongressmottos Sport als Bühne. Mittagspause - Betreten Sie doch auch einmal selbst die Bühne! In Kooperation mit unserer Partnerveranstaltung, dem inklusiven Spielfest SPINK, werden Sie zum Olympioniken. SESSION 04 FEUER UND FLAMME : WERBUNG, DESIGN UND INSZENIERUNG Inspirationsecke - Studentische Projekte, Highlights der jüngsten Sporthistorie und weitere spannende Inhalte in digitaler Form bieten in unserer Inspirationsecke eine tolle Möglichkeit sich zu neuen (sportlichen) Bestleistungen zu ermutigen. Wir begrüßen herzlich auf unserer Messe parallel zum Kongress: ELBKICK.TV berichtet täglich über den Hamburger Amateurfußball. Sie zeigen Talks, Spiele, Kommentare und Specials aus allen Ligen. Mit planet.training wird das Erstellen, Organisieren und Teilen von Trainingsübungen für Fußballtrainer zum Kinderspiel. Es ist kostenlos und auf allen Geräten, egal ob PC, Tablet oder Smartphone, benutzbar. SPORTFIVE ist Deutschlands führende Sportrechteagentur. Sie decken das gesamte Spektrum der Sportvermarktung ab. Von Stadionwerbung, Trikotsponsoring und Hospitality-Programmen über Marketing-Services bis hin zur Vermarktung von Medienrechten 16:30-17:00 Die Olympia-Kampagne der Stadt Hamburg Stephan F. Rebbe; Agentur Kolle-Rebbe 22 Der Berufsverband für Sportmanager bietet jede Menge Service rund um den Beruf und die Ausbildung im Sportmanagement und Sportökonomie. Sport-Thieme: Die Nummer 1 im Versandhandel für den institutionellen Sport. Als traditionelles Familienunternehmen aus Deutschland hat sich Sport-Thieme in den über sechs Jahrzehnten seines Bestehens seinen jungen, dynamischen und innovativen Charakter bewahrt. 17:00-17:30 Einsatz und Wirkung von Medien bei Sportveranstaltungen Katja Kraus; Jung von Matt/sports 17:30-18:00 Inszenierung eines kollektiven Rituals - Die Olympische Eröffnungsfeier Jennifer Schröder; Universität Bremen

14 Stephan F. Rebbe Stephan F. Rebbe studierte in Köln und Berlin Betriebswirtschaftslehre und ist Diplomkaufmann. Er begann seine Marketinglaufbahn 1989 bei Martin Brinkmann Cigaretten in Hamburg. Dort war er zuletzt als Marketingmanager für das internationale Sortiment verantwortlich. Gemeinsam mit Stefan Kolle gründete er 1994 Kolle Rebbe. Schon 1997 gab es den ersten Löwen in Cannes wurden die Partner vom Fachmagazin new business zu den Agenturköpfen des Jahres gewählt, das Jahrbuch der Werbung kürte Kolle Rebbe außerdem zur Agentur des Jahres Inzwischen ist Kolle Rebbe ein Anbieter medienübergreifender Kommunikationslösungen geworden, beschäftigt über 250 Mitarbeiter und arbeitet für Kunden wie die Deutsche Lufthansa, Google, Leibniz, die TUI oder Ritter Sport. Als Kommunikations-Berater der Initiative HSVPlus war Stephan Rebbe außerdem maßgeblich an den erfolgreichen Strukturveränderungen beim HSV beteiligt. und Scheitern veröffentlicht. Im selben Jahr gründetet sie mit Christoph Metzelder und Raphael Brinkert die Agentur Jung von Matt/sports. Seit Mai 2014 ist sie Mitglied des Aufsichtsrates der Adidas-Group. Im Februar 2015 ist ihr zweites Buch Freundschaft - Geschichten von Nähe und Distanz erschienen. Einsatz und Wirkung von Medien bei Sportveranstaltungen Gestern schon für tot erklärt, erleben Verlage und Sender im Zeitalter der Mediendemokratie ein Comeback, dass seinesgleichen sucht: Nie werden mehr Informationen konsumiert, geliked und geteilt. Nie wird mehr Sport in TV, Print und Netz konsumiert. Nie gibt es größere Chancen über das Long Tail-Phänomen im Netz Themen aktiv zu besetzen und zu verbreiten. Dass dieser Trend auch auch abseits von König Fußball Grund zur Freude geben kann, zeigen kreative Beispiele von Katja Kraus aus dem Olympischen Sport: Angefangen bei der Idee der Hockey Hauptstadt Hamburg bis hin zur Echtzeitkommunikation für den DOSB. Inszenierung eines kollektiven Rituals - Die Olympische Eröffnungsfeier Die zunehmende Ästhetisierung der Lebenswelt in nahezu allen kulturellen Bereichen verleiht vielen Phänomenen des gesellschaftlichen Lebens eine theatrale Dimension. Begriffe wie Inszenierung und Theatralität werden mittlerweile inflationär und oftmals undifferenziert gebraucht, sowie auf die verschiedensten gesellschaftlichen Phänomene außerhalb des Theaters angewandt. Die zunehmende Ästhetisierung wird insbesondere in den mit hohem Aufwand inszenierten Großveranstaltungen sichtbar. Dies gilt vor allem für die Olympischen Spiele. Die Olympischen Spiele sind ein kulturelles Ereignis globalen Ausmaßes mit dem höchsten Zuschauerinteresse weltweit. Insbesondere den Eröffnungsfeiern gilt die größte (mediale) Aufmerksamkeit. Doch trotz ihres Spektakelcharakters mit pompöser Inszenierung und beeindruckend hohen Zuschauerzahlen werden sie im wissenschaftlichen Diskurs oft als kollektives Ritual bezeichnet. Ob die Olympischen Spiele im Allgemeinen, und die Eröffnungsfeier im Besonderen, tatsächlich Ritual oder inhaltloses Spektakel sind, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Fest steht, dass die Olympischen Spiele kultischen Ursprungs sind und dass sie seit über 3000 Jahren in ihrer spezifischen Dramaturgie aufgeführt werden. Die Olympischen Zeremonien mit den fünf Ringen, der Fahne, der Hymne, dem Sprechen des Eids und dem Entzünden des Feuers sollen vor allem eines symbolisieren: Die Olympische Idee wird für alle sichtbar und verbindet die Menschen zu einer Welt-Gemeinschaft. Anscheinend besteht die Faszination für die Olympischen Spiele darin, dass es sich bei ihnen nicht nur um eine Sportveranstaltung handelt, sondern dass grundlegende Themen menschlichen Zusammenlebens abgefragt und immer wieder neu aufgeführt werden erlebten die Zuschauer der Eröffnungsfeier in London eine neuartige Interpretation dieser Themen und der Olympischen Idee. Die Londoner Inszenierung vernachlässigte den mythischen und heroischen Bezug zugunsten eines neuen Heldenbildes, betonte den Gemeinschaftsgedanken innerhalb der olympischen Familie und siedelte den olympischen Geist in der Gegenwart und Zukunft an. Die Olympia-Kampagne der Stadt Hamburg Stephan Rebbe führt komprimiert durch einzelne Phasen der Marketingkommunikation zur Bewerbung Hamburgs um die Austragung der Olympischen Spiele 2024 und präsentiert Antworten auf Fragen: Wie übersetzt man den Anspruch von Bürgerspielen in kreative Kommunikationsmaßnahmen? Wie wird die Fifa-Falle vermieden? Wie löst man Begeisterung bei einer äußerst heterogenen Zielgruppe aus? Welche Rolle übernehmen welche Medien in der Orchestrierung des Kommunikationskonzeptes? Wie geht man mit der Gruppe der Ablehner von Olympischen Spielen um? Jennifer Schröder Jennifer Schröder (Jg. 1986) ist bei der AOK Bremen/Bremerhaven als Sport- und Jugendmarketing Managerin tätig hat sie erfolgreich ihr Studium zum Master of Arts in Musik und Performance an der Universität Bayreuth abgeschlossen, nachdem sie von 2006 bis 2009 bereits ihren Bachelor of Arts in Sport und Bewegungskultur an der Universität Bremen absolvierte veröffentlichte sie im Sammelband Zeit für Helden im Lit-Verlag den Artikel Olympische Heldenbilder von der Antike bis zu den Special Olympics und erarbeitete in der Akademie von Special Olympics Deutschland das Lehrmodul Veranstaltungsmanagement. Katja Kraus Katja Kraus, geboren 1970 Autorin, Geschäftsführende Gesellschafterin Jung von Matt/sports Acht Jahre lang war Katja Kraus im Vorstand des Hamburger SV und damit die einzige Frau im Management des deutschen Profifußballes auf Vorstandsebene. Nach ihrem Germanistikstudium und ihrer aktiven Fußballzeit begann sie als Pressesprecherin bei Eintracht Frankfurt. In ihrer Karriere als Torfrau wurde sie mit dem FSV Frankfurt von 1986 bis 1998 drei Mal Deutscher Meister und vier Mal Pokalsieger. Sie bestritt sieben Länderspiele und nahm an den Olympischen Spielen 1996 teil. Im Frühjahr 2013 hat Katja Kraus ihr erstes Buch mit dem Titel Macht: Geschichten von Erfolg Während des Studiums betreute sie bereits hauptverantwortlich das Projekt Bühne für Helden bei Special Olympics Bremen und war als Projektleiterin für das Rahmenprogramm der Regionalen Spiele 2011 von Special Olympics Bremen zuständig. Zudem entwickelte sie das Konzept und führte Regie für den offiziellen Festakt mit Bundespräsident Joachim Gauck im Münchner Rathaus zu den Nationalen Spielen 2012 von Special Olympics Deutschland. Schröder ist Gründungsmitglied von Special Olympics Bremen und auch seit 2008 Sängerin der Special Olympics Hymne Let me win. Sie performt diese auf regionalen, nationalen und internationalen Veranstaltungen. Hermsdorfer Straße 1 Tel.: D Geesthacht Fax: Web: Session 04 Session 04

15 Immer einen Schritt voraus sein Management Medienmanagement Journalistik Design Medien Marketing Sport- und Event #youchange Der FC St. Pauli Rabauken - Club Auf die Plätze, fertig, los. Wir öffnen die Tore zur faszinierenden Sport- und Medienwelt ob mit einer Ausbildung, Bachelor- oder Masterstudium. hochschule-macromedia.de macromedia-ausbildung.de Gertrudenstraße 3, Hamburg , München Stuttgart Köln Osnabrück Hamburg Berlin Macromedia Akademie Staatlich anerkannt durch IHK/HK und gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit. Zertifiziert durch CERTQUA. Hochschule Macromedia Staatlich anerkannt und akkreditierte durch Wissenschaftstrat und FIBAA. Der Verband für Turnen und Freizeit e.v. erkennt den 15. Hamburger Kongress Sport, Ökonomie und Medien mit fünf Lerneinheiten zur Verlängerung der Übungsleiterlizenz an. Der FC St. Pauli Rabauken - Club wurde zum gegründet. Er richtet sich an alle 0- bis 13-jährigen Kinder, die den FC St. Pauli kennenlernen möchten. Im Mittelpunkt stehen die Spieltage und Veranstaltungen außerhalb der Spieltage. Mitglieder des Rabauken-Clubs im Alter bis 6 Jahren erhalten die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten der Kita im Millerntor-Stadion betreut zu werden. Mitglieder bis 13 Jahren können unter Aufsicht die Spiele im Kinderblock vor der Kita verfolgen. Als Begrüßungspaket erhalten die Mitglieder einen Rabauken-Schal, einen Aufnäher, einen Aufkleber und einen tollen Mitgliedsausweis. Möglich ist die Betreuung der jüngsten Mitglieder auch durch den Kindergarten im Stadion und der tollen Zusammenarbeit mit dem Betreiber der Pestalozzi-Stiftung. Die Kinder können an den vielen gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen, die über das gesamte Jahr angeboten werden und weit über das Fußballerlebnis hinaus persönlichkeitsbildend sind. Ebenso gehören die Einlaufkinder an den Heimspieltagen zu den Rabauken. Seit Beginn des Jahres 2011 besteht zudem die Möglichkeit, im Millerntor-Stadion FC St. Pauli Rabauken - Kindergeburtstage zu feiern und diese in 2 verschiedenen auswählbaren Paketen zu buchen. Zudem starteten zu Beginn des Schuljahres 2013/2014 die FC St. Pauli Rabauken - Schulkooperationen. Hier kooperieren die Rabauken mit fast 50 Hamburger Grundschulen und bieten wöchentliche Trainingseinheiten im Rahmen des Ganztagsunterrichtes an. 27

16 16:30-17:00 SOCIAL MEDIA KOMMUNIKATION Gesprächswert in der Sportberichterstattung - Ökonomische Bewertung von Nutzerkommentaren auf Online-Nachrichtenwebseiten Pascal Barro; Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich 17:00-17:30 Trainer(aus)bildung Von der deutschen Realität zur globalen Sportvision Dr. Frank Vohle; Ghostthinker GmbH 17:30-18:00 SESSION 05 Video-Drohnen in der Eventkommunikation Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger; Hochschule Macromedia Pascal Barro Pascal Barro (MA) ist Assistent und Doktorand in der Abteilung Medienökonomie und Management des IPMZ der Universität Zürich. Die Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Sportkommunikation, Anschlusskommunikation und Konsumkapital in Online Social Networks und Online-Nachrichtenmedien. Insbesondere die ökonomische Diskussion von Netzwerkeffekten der Onlinekommunikation steht im Zentrum der Forschung. Die digitale Kommunikation in Online Social Networks erlaubt die Erfassung verschiedenartiger Nutzerresonanzen in einer hohen Fallzahl. Somit können durch die Kombination von automatisierten Big Data Analysen und manuellen inhaltsanalytischen Methoden wesentliche Erkenntnisse getroffen werden, die sowohl für Sportakteure aber auch sportberichterstattende Medien wichtige ökonomische Implikationen erlauben. Aus dieser Perspektive werden unterschiedliche Sportinformationsangebote und Sportakteure untersucht, um ein möglichst detailliertes Bild der Situation aufzuzeigen. Gesprächswert in der Sportberichterstattung - Eine Ökonomische Bewertung von Nutzerkommentaren auf Online-Nachrichtenwebseiten Sport kann als unverzichtbarer Bestandteil der Berichterstattung von Massenmedien bezeichnet werden und stellt somit ein zentraler ökonomischer Faktor dar. Hohe Reichweiten sind essentiell für den wirtschaftlichen Erfolg, da dadurch die Werbepreise bestimmt werden. Die Mechanismen der Nutzenerfüllung durch die Sportberichterstattung sollen deshalb hier näher untersucht werden. Die Investition eines Rezipienten in das Wissen über eine Sportart, um aus dem Konsum dieser einen Nutzen zu ziehen führt zu Konsumkapital. Aus dieser Perspektive rücken partizipative Funktionen von Online-Nachrichtenwebseiten in den Forschungsfokus. Nutzerkommentare auf Nachrichtenwebseiten, können als spezifische Form von Anschlusskommunikation aufgefasst werden. Die partizipativen Elemente erscheinen gerade aus ökonomischer Sicht besonders interessant, weil sie das Potential beinhalten, die Rezipienten an das eigene Angebot und damit das eigene Medium zu binden. Zugleich wird durch die Interaktion Wissen aufgebaut, wodurch der Nutzen, sich erneut mit einer Sportart auseinanderzusetzen, steigt. Daher sollen Beitragsmerkmale erörtert werden, die sich positiv auf die Interaktion auswirken. Sportartspezifische Nachrichtenfaktoren sollen auf ihren Gesprächswert untersucht werden. Der Fragestellung wurde mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse der Online-Fußball Berichterstattung der beiden reichweitenstärksten Nachrichtenwebseiten der Schweiz (20min.ch & Blick.ch) nachgegangen. Über einen Erhebungs- Session 05 zeitraum vom bis zum wurden sowohl Inhalte von je 75 Beiträgen, wie auch die darauf anfallenden Nutzerkommentare codiert. Dr. Frank Vohle Frank Vohle ist Gründer und Geschäftsführer der Ghostthinker GmbH, einem Lerntechnologie- und Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt Social Video Learning mit Hauptsitz in Wolfratshausen, südlich von München. Er studierte in den 90er Jahren Sportwissenschaft, Pädagogik und Wirtschaft in Köln (Deutsche Sporthochschule & Universität) promovierte er an der Universität Augsburg zu einem mediengestützten Analogietraining für Führungskräfte aus dem Bereich Wissensmanagement / Siemens AG. In aktuellen Veröffentlichungen reflektiert er seine unternehmerischen Arbeiten zu didaktischen Potentialen der Videokommentierung bzw. Social Video Learning, zu Blended Learning im Sport und zum sozialen Wandel der Sporttrainerausbildung durch digitale Medien. Trainer(aus)bildung Von der deutschen Realität zur globalen Sportvision Hamburg ist Deutschlands Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2024 Grund genug, um danach zu fragen, welche Vision wir von einer zukunftsfähigen Trainerbildung unter dem olympischen Dach haben. Eines ist sicher: Ohne den Einsatz digitaler Medien für zeitlich attraktive und kompetenzorientierte Bildungsangebote sowie als Mittel zur Qualitäts- und Organisationsentwicklung werden wir nicht mehr auskommen! Der Beitrag möchte in einem ersten Schritt ein mehrfach ausgezeichnetes Innovationsprojekt aus dem deutschen Sport beleuchten, in dessen Zentrum der Methodenansatz Social Video Learning steht. Auf dieser Grundlage stelle ich mediendidaktische, medientechnische und organisatorische Entwicklungslinien für eine globale Vision der Trainerbildung zur Diskussion: Was ist denkbar? Was ist sinnvoll? Zu fragen ist, wo wir 2015 stehen und welche Herausforderungen zu bewältigen sind, wenn es einem nicht nur um eine medientechnische, sondern um eine soziale Bildungsinnovation im olympischen Sport geht. 29

17 Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger ist Professor für Medienmanagement an der Hochschule Macromedia am Campus Hamburg. Er studierte Erziehungswissenschaft, Sport und Deutsch an der Universität Hamburg. Nach Staatsexamen und Promotion absolvierte er zunächst sein Referendariat im Schuldienst und trat anschließend eine Hochschullehrerstelle am Fachbereich Sportwissenschaft der Universität Hamburg an. Später vertrat er an der Universität Augsburg am Institut für Medien und Bildungstechnologie die Professur für digitale Medien und war als Medienberater für die Bewerbungskomitee Universiade Hamburg 2015 GmbH tätig. Sein Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt auf der Nutzung digitaler Medien zu Lehr- und Lern- und Marketingzwecken. Im Fokus stehen dabei vor allem Konzeption, Umsetzung und Reflexion von Nutzungsszenarien in virtuellen Welten im Kontext von Bewegung und Sport äußerer Einmischung in Form von Spionage, Agitation oder Ambush-Marketing. Fokussiert auf den Bereich der Social Media Kommunikation werden im hier zur Rede stehenden Vortrag an ausgewählten Beispielen die Perspektiven des Einsatzes von Video-Drohnen im Kontext von Sport- und Sportevents diskutiert. SESSION 06 ORGANISATION, MANAGEMENT UND STRUKTUREN VON SPORTGROSSVERANSTALTUNGEN Video-Drohnen in der Eventkommunikation Medien und Sport stehen in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Während Medien helfen Sport und Sportereignisse zu inszenieren sowie diese raum- und zeitunabhängig zu kommunizieren, erfüllt der Sport seinerseits alle Voraussetzungen, um als Treiber der technologischen und technischen Entwicklung zu wirken. Mit dem Einsatz von Radio-, Fernseh- und Onlineübertragungen werden Reichweiten verlängert. Die Kombination verschiedener Kameras und Kameraperspektiven verdichtet ein Sportereignis zu einem neuen, dem verwendeten Medienformat adäquaten Erlebnis, während die Erfassung und in die medienvermittelte Kommunikation integrierte Visualisierung von Bewegungsdaten, wie Kraft-Zeit-Verläufen, Raumwegen oder Aktionsstatistiken, diese Entwicklung flankiert. Vor diesem Hintergrund erscheint die Nutzung von Video-Drohnen im Kontext der Sportkommunikation zunächst kaum mehr als eine weitere gestalterische Option zu sein. Tatsächlich aber wirkt der Sport hier nicht nur, wie oben beschrieben, als ein Motor der technologischen (Weiter-)Entwicklung und Wegbereiter für die Erschließung eines Massenmarktes. Bei kaum einer anderen Technologie sind die Implikationen für Sport, Sportveranstaltungen und Sportkommunikation so weitreichend und vielschichtig, wie bei Video-Drohnen. Diese erschließen mit dem durch flexible Raumwege gekennzeichneten Blick von oben neue Perspektiven für die Sportkommunikation wie für das sportliche Training, gleichzeitig ergeben sich physische Gefahren für Aktive und Zuschauer. Video-Drohnen tangieren die Chancengleichheit, wenn ein Guiding oder Pacemaking nicht ausgeschlossen werden kann, und Video-Drohnen potenzieren das Risiko 16:30-17:00 sei nicht brav. be brave! Stefan Schmidt; dieckertschmidt 17:00-17:30 Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit in nationalen Sportverbänden Prof. Dr. Torsten Wojciechowski; FH Kufstein/ A 17:30-18:00 Das multifunktionale Olympiastadion Berlin Peter von Löbbecke; Deutsche Olympische Gesellschaft/ Olympiastadion Berlin GmbH 30 Session 05

18 Stefan Schmidt Creative Director. Publicis. Ogilvy. Springer&Jacoby. Springer&Jacoby International London.TBWA Germany. TBWA Worldwide. dieckertschmidt. Mitglied des ADC und des britischen D&AD. Empfänger hunderter nationaler und internationaler Auszeichnungen. Clio, Cannes, D&AD, Eurobest, Epica, LIA. Arbeitet oder arbeitete für American Express, Deutsche Bahn, adidas, Absolut Vodka, apple, Mercedes Benz, BMW, Axel-Springer-Verlag, Der Spiegel, Levis, Uniqlo, DaimlerChrysler, Lufthansa. Glaubt an totality, dem konsequenten Verhalten einer Marke nach ihrem brand belief. Glaubt an disruption, dem Verlassen der Konventionen, um Markterfolg zu schaffen. Glaubt an die beste Exekution für das jeweilige Medium, nicht an mediocre key-visuals. Hat Oliver Kahn über die Autobahn hechten lassen. Hat den Trucker-Beruf ins rechte Licht gerückt. Hat Petr Czech 8 Arme gegeben. Hat das BMW 1er Coupe eingeführt. Hat die erste A-Klasse eingeführt. Und sie nach dem Elchtest mit Boris Becker wieder aufgestellt. Hat die adilette cool gemacht. Und er hat es geschafft, seinen Lebenslauf im versprochenen Format von Wörtern zu schreiben. sei nicht brav. be brave! Dieser Vortrag beleuchtet die zwei Vorgehensweisen in Sachen Sportsponsoring. 1) Die ordentliche, brave (im deutschen Sinne) Vorgehensweise des offiziellen Sponsoring. Viel Geld bezahlen, um dann mit dem Sponsoring werben zu dürfen. Inklusive aller Einschränkungen durch den Veranstalter. Beispiele: McDonald s und adidas. 2) Die Guerilla-Taktik des Highjackings, the brave way (im englischen Sinne, tapfer, wagend). Ambushing the event... keine Regeln, die man beachten muss. Beispiel: nike. Der Vortrag versucht außerdem Orientierung zu geben in folgenden Fragen: Welche Marken sollten welchen Weg gehen? Gibt es ein Nur gut und ein Nur falsch? Kann man auch als braver Sponsor der Konventionen-Falle entkommen? Prof. Dr. Torsten Wojciechowski Torsten Wojciechowski ist seit 2013 Professor für Sportentwicklung, Sportmanagement und Sportpolitik an der Fachhochschule Kufstein Tirol. Er studierte Sport- und Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart und erhielt im Anschluss an sein Studium ein Promotionsstipendium im Rahmen der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg. Er war mehrere Jahre als Leistungssportreferent beim Schwimmverband Württemberg tätig, bevor er als Akademischer Mitarbeiter an die Universität Stuttgart zurückkehrte, wo er bereits zuvor mehrere Jahre als Lehrbeauftragter an verschiedenen Instituten tätig war. Von dort führte ihn sein Weg an die Fachhochschule Kufstein. Die Schwerpunkte der Forschungs- und Lehrtätigkeit von Torsten Wojciechowski liegen in den Bereichen Sportentwicklung, Sportsoziologie, Sportmanagement, Sportpolitik und den Methoden empirischer Sozialforschung. Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit in nationalen Sportverbänden Im Rahmen des Beitrags wird hinterfragt, wie die Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit in den nationalen Sportverbänden institutionell verankert und wie stark diese professionalisiert sind. Dabei basiert die empirische Analyse zum einen auf den Satzungen der nationalen Sportverbände in Deutschland und zum anderen auf den Präsentationen der Verbände im Internet. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass rund die Hälfte der Verbände in Ihrer Satzungen Regelungen hinsichtlich öffentlichkeitsarbeitsrelevanter Aufgabenzuweisungen in unterschiedlichen Form kennt. Hinsichtlich des Professionalisierungsgrades zeigt sich, dass in etwa die Hälfte der Verbände über mindestens eine hauptamtliche Mitarbeiterstelle verfügt, die in wesentlichen Teilen oder ausschließlich für den Bereich Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist - wobei sich hier unterschiedliche Formen zeigen. Peter von Löbbecke Peter von Löbbecke ist Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH und Präsident der DOG (Deutsche Olympische Gesellschaft). In der Vergangenheit bekleidete der 72-Jährige viele verantwortungsvolle Ämter in der Sport- und Eventbranche in der Dortmunder Westfalenhalle gestartet, kam von Löbbecke 2004 nach Stationen als Geschäftsführer bei der Messe Frankfurt, Direktor des Congress Centrum/Expo Hannover und Geschäftsführer einer Frankfurter Kommunikationsagentur zum Olympiastadion Berlin. Während seiner Tätigkeit als Geschäftsführer verantwortete von Löbbecke für die Olympiastadion Berlin GmbH die Durchführung von diversen Großveranstaltungen, wie der FIFA Fußball WM 2006 oder der IAAF Leichtathletik WM Berlin Er war zuständig für die Entwicklung der Geschäftsbereiche Hospitality&Events, Tourismus und der medialen Vermarktung des Geländes, zudem entwickelte er neue Nutzungskonzepte und Veranstaltungsformate für das Olympiastadion Berlin, u.a. die Pyronale - das Feuerwerk-World-Championat. Ferner hat er als Initiator der Kitajade und DOG kita move - einer Veranstaltung mit bewegungs- und ernährungstherapeutischem Konzept für drei- bis fünfjährige Kitakinder - über Kinder in den WM-Stadien Berlin, Frankfurt, Dortmund und Hannover begeistern können. Und das Superjahr 2015 im Olympiastadion Berlin steht bereits vor der Tür: AC/DC, Helene Fischer, Udo Lindenberg, DFB-Pokalfinale und das UEFA Champions-League Finale der Männer klopfen an. Das multifunktionale Olympiastadion Berlin Architektonisch eindrucksvoll, denkmalgeschützt - hinter den Kulissen jedoch High Tech: Das Olympiastadion Berlin ist ein magischer Ort. Mit unvergessenen Rekorden schrieb das Berliner Wahrzeichen mit der blauen Bahn und dem markanten Dach Sportgeschichte. Einst für die Olympischen Sommerspiele 1936 errichtet, wurde es 2004 nach Komplettsanierung neu eröffnet. Seitdem folgten drei Weltmeisterschaften, unzählige Konzerte rockten die Massen, Papst Benedikt hielt eine heilige Messe, Usain Bolt lief allen davon und Mario Barth dozierte gar viermal im ausverkauften Fünf-Sterne Stadion über Männer und Frauen. Wenn Hertha BSC in seinem Wohnzimmer Heimsiege feiert, das jährliche DFB-Pokalfinale der Männer medial in über 175 Länder übertragen wird oder beim Champions League Finale 2015 mehr als 300 Millionen Menschen weltweit zuschauen, dann muss alles bis ins Detail durchgeplant sein und auf den Punkt genau sitzen. Ruhe zwischen den Megaevents gibt es dabei nie: Pro Jahr werden mehrere hundert Business- Veranstaltungen umgesetzt, Touristen pro Jahr erkunden das Gelände an den veranstaltungsfreien Tagen und an rund 40 Tagen werden Filme und Werbespots gedreht. Dabei stellt das Team immer ganz klassisch den Kunden in den Mittelpunkt. Für diese Erfolge stehen 23 feste Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Betreibergesellschaft, die ihr ganzes Herzblut in diesen Ort der Emotion stecken. Macromedia Young Science Award präsentiert von der KAIFU LODGE Im Rahmen des 15. Hamburger Kongresses Sport, Ökonomie und Medien wird in diesem Jahr zum vierten Mal der Macromedia Young Science Award verliehen. Die Teilnehmer setzen die Ergebnisse einer Projekt- oder Abschlussarbeit zum Thema Inszenierung, Organisation, Vermarktung oder Kommunikation von Sport und Events in Posterform um. Eine Jury wählt unter allen Einsendungen drei Finalisten aus, die dem Auditorium am zweiten Veranstaltungstag ihre Beiträge präsentieren. Eine tolle Möglichkeit für ambitionierte Nachwuchswissenschaftler ihre Projekte und Ideen mit einer großen, interessierten Zuhörerschaft zu kommunizieren. Auch in diesem Jahr hat die fachkundige Jury eindrucksvolle Arbeiten erhalten. Ein Programmpunkt, den man auf keinen Fall verpassen sollte! Präsentationen der drei Finalisten: Freitag 19.06, Session 09 10:45 bis 12:15 Ehrung des Bestplatzierten: Freitag 19.06, 16:45 32 Session 05

19 PODIUMS- DISKUSSION Christina Rann Die Diplom-Sportwissenschaftlerin ist seit Juli 2013 als Field-Reporterin beim TV-Sender Sky in der Fußball Bundesliga, 2. Bundesliga und in der Champions League im Einsatz. Zusätzlich ist sie seit 2014 Moderatorin der Sky-Sendung Mein Stadion und führt auch in der Handball-Champions-League Interviews. In diesem Jahr gewann sie den Mira-Award als beste Moderatorin im Pay-TV. Die gebürtige Hamburgerin volontierte bei SPIEGEL TV und arbeitete von 2010 bis 2013 u.a. als Redakteurin im Web-TV-Format kicker.tv. Zudem leitete sie als Chefredakteurin und Moderatorin von 2009 bis 2012 das TV-Format Prima von Sponsoren für Hamburg auf Hamburgs Stadtsender TIDE. Von 2003 bis 2013 kommentierte Christina Rann ehrenamtlich Fußballspiele des Hamburger SV für Blinde und Sehgeschädigte. Peter Gagelmann Peter Gagelmann aus Bremen ist über 30 Jahre Fußballschiedsrichter, seit 1994 im DFB und ab dem Jahr 2000 Schiedsrichter mit über 200 geleiteten Spielen in der Fußball Bundesliga. Im Jahre 2012 leitete Gagelmann das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Auch im Ausland war er mehrfach als Schiedsrichter im Einsatz. So pfiff er beispielsweise im Jahr 2003 neun Spiele der südkoreanischen K-League und kehrte im November 2007 dorthin zurück, um das Ligafinale zu leiten. Im selben Jahr leitete er auch schon eine Meisterschaftspartie in der saudi-arabischen Stadt Dschidda. Peter Gagelmann ist Angestellter im Marketing und Veranstaltungsmanagement des Bremer Mercedes-Benz Kundencenter Bremen. Prof. Dr. Thomas Hestermann Dr. Thomas Hestermann lehrt Journalismus an den Standorten Hamburg und Berlin der Hochschule Macromedia. Gelernt hat er den Journalismus von der Pike auf. Er fuhr als Reporter in den Schacht von Gorleben hinunter, war unterwegs mit gewalttätigen Skinheads und führte Interviews auf dem Gipfel des Montblanc. Er arbeitete als Sprecher eines Umweltverbandes, moderierte beim Norddeutschen Rundfunk und leitet heute die Redaktion der Fernsehreihe Tacheles Talk am roten Tisch, die er 1999 entwickelte und die Phoenix seitdem ausstrahlt. Der Fernsehmacher, Buchautor, Online- und Hörfunkjournalist Thomas Hestermann sieht die Zukunft des Journalismus in crossmedialer Verknüpfung. Als Lehrender war er für die Diplomatenschule des Auswärtigen Amtes, die Führungsakademie der Bundeswehr, die Audi-Akademie, die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Leuphana Universität Lüneburg und andere tätig. Er forschte zur Gewaltberichterstattung des Fernsehens und zu den Motiven, die Medienschaffende leiten. Dabei entdeckte er, wie praxisnah und spannend Medientheorie sein kann. Eine ebenso spannende Mischung aus Theorie und Praxis will er auch seinen Studenten vermitteln...und ein Überraschungsgast, ein Trainer des FC St. Pauli. Christian Holzer 17:30-18:00 Technologie und Entscheidungsfindung im Profifußball Christina Rann, TV Moderatorin Peter Gagelmann, DFB Bundesligaschiedsrichter Christian Holzer, deltatre AG Moderation: Prof. Dr. Thomas Hestermann Christian Holzer, Jahrgang 1976, verheiratet, 2 Töchter. Christian kam im Jahr 2001 zur Cairos technologies AG und 2003 dann zur IMPIRE AG. Nachdem Christian Holzer seine Profi-Fußball Karriere beendete, begann er seine berufliche Laufbahn bei SIMI GmbH. Christian Holzer leitete Teams, welche die digitale Sportindustrie prägten und durch stetige Entwicklung innovativer Produkte der IMPIRE AG zum Marktführerschaft auf dem deutschsprachigen Raum bei der Erfassung & Veredlung von Fußballdaten verhalfen. Podiumsdiskussion 35

20 10:45-11:15 SESSION 07 ASPEKTE DER RAUM MEDIATISIERUNG HAMBURG VON SPORTGROSSVERANSTALTUNGEN Sportorganisationen unter Beobachtung: Zur Medialisierung der Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 Prof. Dr. Jürgen Mittag & Dr. Jörg-Uwe Nieland; Deutsche Sporthochschule Köln 11:15-11:45 Sportgroßveranstaltungen als Bühne für Sicherheitsspektakel - Sichtbarkeit von Sicherheit bei der WM 2014 in Rio de Janeiro Dennis Pauschinger; Universität Hamburg & University of Kent/UK 11:45-12:15 Hat die Mediatisierung des Fußballs einen Wandel der Publikumsstrukturen in Fußballstadien bewirkt? Oliver Fürtjes; Universität Siegen Prof. Dr. Jürgen Mittag Jürgen Mittag, Univ.-Prof. Dr.; Jg. 1970; Studium der Politikwissenschaft, Mittleren und Neueren Geschichte, Germanistik in Köln, Bonn und Oxford; von 1997 bis 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft und Europäische der Universität zu Köln. Zeitweilig zugleich auch externer Mitarbeiter am Institut für Europäische Politik, Berlin bis 2010 wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum und der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets. Seit 2011 Leiter des Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung der DSHS; zugleich seit 2011 auch Jean Monnet Professor. Verschiedene Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren, u.a. in Florenz (European University Institute), Brüssel (TEPSA), Paris (Sciences Po) und Istanbul (Bosphorus University). Aktuelle Forschungsthemen: Sportpolitik, Europäische Integration, Sozialgeschichte, Arbeit-, Freizeit- und Tourismusforschung, politische Parteien und Gewerkschaften, soziale Bewegungen. Literaturauswahl: Politische Parteien in der EU, Wien 2010, (mit Janosch Steuwer); Nach dem Strukturbruch. Kontinuität und Wandel von Arbeitsbeziehungen und Arbeitswelt(en) seit den 1970-er Jahren, Bonn 2011, (hg. mit Knud Andresen und Ursula Bitzegeio); Theoretische Ansätze und Konzepte der Forschung über soziale Bewegungen in der Geschichtswissenschaft, Essen 2014, (hg. mit Helke Stadtland). Dr. Jörg-Uwe Nieland Nieland, Jörg-Uwe (1965), Dr. phil., Studium der Politikwissenschaft (mit den Nebenfächern Geschichtswissenschaft, Philosophie und Sportwissenschaft) an der Universitäten Duisburg, Bochum und Berlin; Abschluss der Promotion 2006 (Universität Duisburg-Essen); seit 2009 Mitarbeiter an der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Kommunikations- und Medienforschung, Projektmitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen am Institut für Politikwissenschaft. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Sportkommunikation und Sportpolitik; Politische Kommunikation; Medienpolitik und Medienentwicklung, sowie Populärkultur. Aktuell u.a. stellvertretender Projektleiter im Forschungsprojekt Sport der Medialen Moderne an der Deutschen Sporthochschule. Publikationen: Regieren und Kommunikation. Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und gouvernementales Kommunikationsmanagement (mit K. Kamps) (Hrsg.) Köln 2006; Das Spiel mit dem Fußball. Interessen, Projektionen und Vereinnahmungen. (mit J. Mittag) (Hrsg.) Essen 2007; Pop und Politik. Politische Popkultur und Kulturpolitik in der Mediengesellschaft. Köln 2009; Die Sexualisierung des Sports in Session 07 den Medien (mit D. Schaaf) (Hrsg.) Köln 2011; (mit T. Horky) (Hrsg.): International Sportpress Survey 2011 Quantity and Quality of Sports Reporting; Norderstedt 2013 ;( mit J. Mittag) Sport und Politik. Eine Einführung. Wiesbaden 2015 (in Vorbereitung). Sportorganisationen unter Beobachtung: Zur Medialisierung der Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 Am Beispiel der Berichterstattung über die Münchener Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018 wird diskutiert, welche Rolle die Medien bei der Kritik an internationalen Sportgroßveranstaltungen und den Sportorganisationen haben. Denn angesichts einer zunehmenden Medialisierung entsteht dem Sport mehr Öffentlichkeit, damit aber auch ein erhöhter Legitimationsdruck für die nationalen und internationalen Sportorganisationen bei der Planung und Durchführung sportlicher Großereignisse. Gestützt auf eine standardisierte Inhaltsanalyse (Ihle / Nieland 2015) geht der Beitrag der Frage nach, welche Akteure mit welchen Argumenten in den Medien zu Wort kommen. Dabei ist v.a. das Verhältnis etablierter politischer Akteure gegenüber neuen Protestformen von Bedeutung. Vor dem Hintergrund der lokalpolitisch entstandenen Debatte mit bundesweiter Bedeutung wurden regionale und überregionale Berichterstattung verglichen. Die Befunde werden in die politikwissenschaftliche und sportpolitische Debatte eingebunden. Zunächst werden die Potenziale und Grenzen der politikwissenschaftlichen Analyse von nationalen und internationalen Sportorganisationen erläutert, um im Anschluss einerseits die internen Kontrollmechanismen und Reformbemühungen sowie anderseits die Kritik und den Protest an Sportgroßveranstaltungen und Sportorganisationen zu diskutieren. Dennis Pauschinger Der Hamburger hat das Motto der Stadt ernst genommen und ist durch das Tor zur Welt nach Brasilien gegangen. In São Paulo und Hamburg studierte er Sozialwissenschaften mit Schwerpunkten in Organisationssoziologie, Politik und Lateinamerikastudien. In São Paulo hat er drei Jahre in der NGO Monte Azul, das internationale Freiwilligenprogramm koordiniert. Zwischen 2008 und 2011 war Pauschinger Integrationsbeauftragter für die südamerikanischen Spieler des HSV. Er hat die Mannschaft in der Bundesliga und der Europa League aus nächster Nähe begleitet. Die Erfahrungen aus der Zeit hinter den Kulissen der Fußballwelt haben sein Interesse an der organisatorischen, politischen und sozialen Komplexität von Sportgroßveranstaltungen geweckt. Aktuell ist Pauschinger EU Erasmus+ Stipendiat im PhD Programm Doctorate in Cultural and Global Criminology 37

21 (DCGC). Seine Promotion wird von der University of Kent und vom Institut für Kriminologische Sozialforschung der Universität Hamburg betreut. Die Schwerpunkte seiner Forschung sind die globalen und standardisierten Sicherheitsmodelle von Sportgroßveranstaltungen (Militarisierung des urbanen Raums, Überwachungstechnologien, Island Security) und deren Effekte auf lokale Sicherheitsdynamiken in Host Cities. Vor, während und nach der WM 2014 begleitete er die Arbeit der Sicherheitskräfte in Rio de Janeiro. Neben der ethnografischen Beobachtung der Einsätze führte er Interviews mit den Mitgliedern relevanter Sicherheitsbehörden, Politikern und dem lokalen Organisationskomitee der FIFA. Sportgroßveranstaltungen als Bühne für Sicherheitsspektakel - Sichtbarkeit von Sicherheit bei der WM 2014 in Rio de Janeiro Seit den Anschlägen 1972 in München wurde die Sicherheitsvorkehrungen bei Sportgroßveranstaltungen standardisiert. Mit den Anschlägen vom 11. September 2001 hat sich die Sicherheitsspirale noch weiter verschärft. Inzwischen gehören Überwachungstechnologien, die Militarisierung der Inneren Sicherheit und die Einrichtung von total security zones (Fussey et al. 2001) rund um die Sportstätten fest zu Fußball-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen dazu. Ausgehend von einem siebenmonatigen Forschungsaufenthalt bei den Sicherheitsbehörden (Polizei, Überwachungszentren, Spezialeinheiten) vor, während und nach der WM2014 in Rio de Janeiro möchte ich in meinem Vortrag erörtern, wie bei Sportgroßveranstaltungen Sicherheit vermittelt wird. Ich vertrete die These, dass dies auch durch die Mediatisierung von Sicherheitsmaßnahmen geschieht. Neben den Sportergebnissen wird die Sicherheit selbst zur Nachricht. In hoch unsicheren Zeiten geht es für Regierungen und Organisatoren nicht mehr darum, ob tatsächlich Sicherheit hergestellt wurde, sondern ein Gefühl der totalen Sicherheit zu vermitteln. Somit wird das Sportgroßereignis als Bühne genutzt, um Sicherheit sichtbar zu machen. Oliver Fürtjes Oliver Fürtjes studierte Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln und ist Diplom-Soziologe. Nach seiner vierjährigen Tätigkeit am Institut für Sportsoziologie der Deutschen Sporthochschule Köln ist er seit 2013 Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Sozialstruktur am Seminar für Sozialwissenschaften der Universität Siegen. Zu seinem Lehrportfolio gehören neben Lehrveranstaltungen zur Sozialstruktur auch sportsoziologische Lehrangebote; aktuell etwa das Seminar Soziologie des Mediensports. Seine Dissertation im Fach Soziologie (Titel: Fußball und die Reproduktion einer klassenübergreifenden Populärkultur - Zur Genese des struktursoziologischen Ansatzes ) hat er im Januar 2015 in Siegen eingereicht. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Sozialstrukturanalyse, Kultursoziologie, Sportsoziologie, Mediensoziologie, Publikums- und Fanforschung. Jüngste Veröffentlichungen sind: Frauen, Fußball und Kommerz - Eine besondere Liaison? Eine empirische Untersuchung zum Frauenprofil in Fußballstadien. In: Spectrum der Sportwissenschaften 2014(2); Football and its continuity as a classless mass phenomenon in Germany and England: Rethinking the bourgeoisification of football crowds. In: Soccer & Society ; Gentrifizierung des Stadionpublikums seit den 1990er Jahren? Fußball und der Mythos vom Proletariersport. In: Sport und Gesellschaft 2013(1). view/176 Hat die Mediatisierung des Fußballs einen Wandel der Publikumsstrukturen in Fußballstadien bewirkt? Unter Fans, in den Medien und weiten Teilen der Forschungsliteratur ist die These verbreitet, dass sich im Zuge der intensivierten Mediatisierung des Spitzenfußballs seit Beginn der 1990er Jahre die Publikumsstrukturen in Fußballstadien grundlegend gewandelt haben. Vor dem Hintergrund der männlich-proletarischen Fankultur noch in den 1980er Jahren und der gegenwärtigen Beliebtheit des Fußballs in höheren Schichten und unter Frauen wird auch von der Gentrifizierung und Feminisierung gesprochen. Angesichts der historisch überdauernden Beliebtheit des Fußballs in den bürgerlichen Eliten und des nur geringfügigen Anstiegs des Frauenanteils um 5-10 Prozentpunkte auf gegenwärtig etwa % kann von einem Publikumswandel jedoch keine Rede sein. Dies bestätigt die sekundäranalytische Auswertung von insgesamt 21 Stadionbefragungen im Zeitraum von 1977 bis 2010 (Datenquelle: Projekt Publikumsforschung, Deutsche Sporthochschule Köln). Gezeigt werden kann vielmehr, dass Veränderungen im Fußballpublikum maßgeblich aus gesamtgesellschaftlichen Veränderungsprozessen (Tertiärisierung, Bildungsexpansion, De-Gendering) resultieren und weniger auf Mediatisierungsprozesse zurückzuführen sind. 10:45-11:15 SESSION 08 MOBILITÄTSTECHNOLOGIEN UND NETZWERKKOOPERATIONEN IM (INKLUSIONS)SPORT Die DOSB-Sportabzeichentour: Organisationsentwicklung und Vernetzung der Partner unter dem Aspekt inklusiver Teilhabe Prof. Dr. Manfred Wegner; Universität Kiel 11:15-11:45 Individualisierung in der Prothesentechnik Frank Purk; motion-center Holger Otto 11:45-12:15 Psychomotorische Trainingsgeräte: Entwicklung und Trends Rainer Ahlers; Sport-Thieme 38 Session 07

22 Prof. Dr. Manfred Wegner Prof. Dr. Manfred Wegner, M.S., Studium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Auslandsstudium an der University of Utah. Promotion und Habilitation an der CAU Kiel. Seit 2003 Professor für Sportwissenschaft an der Universität Kassel und seit 2008 Professor für Sportpsychologie und Bewegungswissenschaft an der CAU Kiel. Arbeitsschwerpunkte sind die Sportspiel- und Stressforschung, Teamentwicklung, Präventions-, Rehabilitations- und Behindertensport, Familiensport und das Psychologische Training. Beratend tätig als Sportpsychologe und akkreditiert beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp). Gremientätigkeiten im Deutschen Olympischen Sportbund (Sportentwicklung: Familie und Sport), Special Olympics Deutschland (Wissenschaftlicher Beirat) und im Rehabilitations- und Behindertensportverband Schleswig-Holstein. Das Sportabzeichen inklusiv: Organisation und Gestaltung der DOSB-Sportabzeichentour unter dem Aspekt inklusiver Teilhabe Das Deutsche Sportabzeichen (DSA) wurde 1913 eingeführt. Es ist der einzige deutsche Fitness-Check mit Ordens-Charakter. Als Marke des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gilt es als Leistungsabzeichen und Nachweis für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit im Breitensport. Die Bedingungen sind altersbezogen gestuft und umfassen u.a. auch spezifische Bedingungen für Menschen mit Behinderungen. Seit 2004 geht der DOSB regelmäßig mit dem Sportabzeichen in Deutschland auf Tour, um dafür zu werben wurde in Kiel ein inklusiv gestalteter Tour-Termin mit über 1800 Teilnehmern durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Umsetzung inklusiver Ansätze spezifische Konzepte erfordert, die dem bloßen Nebeneinander dem Nicht-Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung entgegenwirken und 2016 folgen weitere inklusive Veranstaltungen, die u.a. auch von der Aktion Mensch unterstützt werden. Frank Purk Frank Purk aus Hamburg ist seit 17 Jahren Orthopädie-Techniker. Seit 13 Jahren im Fachbereich der Beinprothetik beschäftigt. Viele Amputierte mit hohen Mobilitätsanspruch sind bereits von ihm versorgt worden. Seit 2014 betreut er seine Kunden im motion-center Holger Otto GmbH. Im Laufe der intensiven Kundenbetreuung entstand 2010, unter seiner Initiative, Frank Purk Prothesendesign. Prothesendesign bezeichnet das Individualisieren oder Verschönern der äußeren Erscheinung von Hilfsmitteln. Es geht darum das Selbstwertgefühl zu steigern, die eigene Wahrnehmung zu verändern und auch die der anderen. Die Firma vereint kreative Köpfe und handwerkliches Knowhow. Es hinterfragt mit jedem neuen Design die Regeln der herkömmlichen Prothesengestaltung. Dabei immer im Mittelpunkt: Der Mensch und sein Wunsch, mit seiner ganz persönlichen Prothese selbstbewusst auftreten zu können. Dazu gehört eine erstklassige Prothesenversorgung und ein Design, dass die Prothese in keiner Art und Weise in ihrer Funktion beeinträchtigt. In den 5 Jahren seit Gründung gewann die Firma mediale Aufmerksamkeit. Einige TV-Auftritte, sowie Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Vorträge im Rahmen des Weltkongresses gehören in ihr Portfolio. Individualisierung in der Prothesentechnik Prothesendesign bezeichnet das Individualisieren oder Verschönern der äußeren Erscheinung von Hilfsmitteln. Hierbei geht es darum, den Anspruch des Patienten, auch kosmetisch, an das Hilfsmittel gerecht zu werden. Es geht darum das Selbstwertgefühl zu steigern, die eigene Wahrnehmung zu verändern und auch die der anderen. Gerade im Bereich der Kinderversorgungen erhöht sich so die Tragedauer und somit auch der Behandlungserfolg! Im Vortrag werden die unterschiedlichen technischen Möglichkeiten aufgezeigt, alltagstaugliche Hilfsmitteldesigns umzusetzen. Anhand von mehreren Versorgungsbeispielen, wird der Weg von der Idee zum fertigen Prothesendesign vorgestellt. Rainer Ahlers Rainer Ahlers (Dip. Pädagoge und DTB Master Trainer Geräte-Fitness), ist Verkaufsleiter bei Sport-Thieme und Referent des LSB Niedersachsen in der Vereinsmanagerausbildung. Sport-Thieme ist seit vielen Jahren Ausstatter von Sport- und Therapieeinrichtungen. In der eigenen Produktentwicklung wurde viele neue psychomotorische Geräte entwickelt und von Kooperationspartnern wie z.b. dem Aktionskreis Psychomotorik getestet. In diesem Vortrag stellt der Verkaufsleiter der Firma Sport-Thieme die neusten Entwicklungen und Trends der psychomotorischen Trainingsgeräte vor. Psychomotorische Trainingsgeräte Entwicklungen und Trends Woher stammen die Ideen, um Psychomotorische Trainingsgeräte zu entwickeln? Welche Geräte liegen aktuell im Trend? In diesem Vortrag gewährt die Firma Sport-Thieme einen Einblick in die Geräteentwicklung. Aus Sicht des Sportartikel Herstellers wird geschildert, wie ein Trend entsteht, wodurch er beeinflusst wird und welche Geräte aktuell in der Psychomotorik gefragt sind. Mit einem kurzen Blick in die Zukunft werden Felder aufgezeigt, die die Entwicklung und den Einsatz der Psychomotorischen Trainingsgeräte in den nächsten Jahren stark beeinflussen werden. 40 Session 08

23 14:00-14:30 SESSION Zur Inszenierung der Geschlechter auf der medialen Bühne des Sports Dr. Bettina Rulofs & Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews; Deutsche Sporthochschule Köln 14:30-15:00 10 DIE INSZENIERUNG VON SPORT UND GESCHLECHT Sexualisierung oder Empowerment? Die Kampange Strong is beautiful im Frauentennis Dr. Jörg-Uwe Nieland; Deutsche Sporthochschule Köln 15:00-15:30 Eine Längsschnittstudie zu den Olympischen Spielen (Athen, Peking, London) mit dem Fokus auf die visuelle Darstellung von Athleten und Athletinnen in den Printmedien Birgit Braumüller, Diana Emberger, Susanne Eschelbach, Dr. Bettina Rulofs, Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews; Deutsche Sporthochschule Köln Dr. Bettina Rulofs Dr. Rulofs, Bettina, ist Akademische Oberrätin am Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie ist z.zt. Sprecherin der Sektion Sportsoziologie innerhalb der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und Mitglied im Extended Executive Board der International Sociology of Sport Association. Ihr besonderes Forschungsinteresse gilt der medialen Inszenierung von Geschlechterverhältnissen im Sport. Anlässlich ihrer Dissertation zu diesem Thema wurde sie von der Landesregierung NRW für besondere wissenschaftliche Leistungen für Mädchen und Frauen im Sport ausgezeichnet war sie als Gastprofessorin für Geschlechterforschung im Sport an der Universität Wien tätig und 2010 als Vertretungsprofessorin für Sportsoziologie an der Universität Paderborn. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind: Geschlechterforschung und soziale Ungleichheit im Sport, Gewaltprävention und Kinderschutz im Sport, Umgang mit Heterogenität und Diversitäts- Management. Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews ist Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie studierte Sozialwissenschaften und Anglistik an der Universität zu Köln und der University of Essex/England. Promotion 1989 an der Universität zu Köln im Bereich Wissenschaftssoziologie, Habilitation 1995 zum Thema Strukturwandel von Sportsystemen im europäischen Vergleich an der Deutschen Sporthochschule Köln wurde sie auf die Professur für Genderforschung im Sport berufen und baute diesen Schwerpunkt systematisch aus. Im Sommersemester 2012 wurde sie als Gastprofessorin für Genderforschung an die Karls-Universität in Graz eingeladen nahm sie den Ruf auf die Professur für Soziologie & Sportsoziologie an der Deutschen Sporthochschule Köln an. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen in der der Analyse sozialer Konstruktionen von Geschlecht in den Medien und in intersektionalen Analysen mit Fokus auf die soziale Strukturierung somatischer Kultur im Alter. Zur Inszenierung der Geschlechter auf der medialen Bühne des Sports Sowohl in der Sportwissenschaft als auch in der allgemeinen Kommunikationswissenschaft existiert inzwischen eine Reihe an Publikationen zur Konstruktion der Geschlechterordnung in den Medien. Die Geschlechterordnung ist diesen Studien zufolge eine weitgehend kulturell und sozial konstruierte Ord- nung, die durch ein komplexes Geflecht von Strukturen, stereotypen Attribuierungen und Handlungen hervorgebracht wird und mit sozialen Ungleichheiten verbunden ist. Die (Sport)Medien haben an der Herstellung, Aufrechterhaltung und Veränderung der Realtität der Geschlechterordnung einen nicht zu unterschätzenden Anteil. Dr Jörg-Uwe Nieland Nieland, Jörg-Uwe (1965), Dr. phil., Studium der Politikwissenschaft (mit den Nebenfächern Geschichtswissenschaft, Philosophie und Sportwissenschaft) an der Universitäten Duisburg, Bochum und Berlin; Abschluss der Promotion 2006 (Universität Duisburg-Essen); seit 2009 Mitarbeiter an der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Kommunikations- und Medienforschung, Projektmitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen am Institut für Politikwissenschaft. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Sportkommunikation und Sportpolitik; Politische Kommunikation; Medienpolitik und Medienentwicklung, sowie Populärkultur. Aktuell u.a. stellvertretender Projektleiter im Forschungsprojekt Sport der Medialen Moderne an der Deutschen Sporthochschule. Publikationen: Regieren und Kommunikation. Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und gouvernementales Kommunikationsmanagement (mit K. Kamps) (Hrsg.) Köln 2006; Das Spiel mit dem Fußball. Interessen, Projektionen und Vereinnahmungen. (mit J. Mittag) (Hrsg.) Essen 2007; Pop und Politik. Politische Popkultur und Kulturpolitik in der Mediengesellschaft. Köln 2009; Die Sexualisierung des Sports in den Medien (mit D. Schaaf) (Hrsg.) Köln 2011; (mit t. Horky) (Hrsg.): International Sportpress Survey 2011 Quantity and Quality of Sports Reporting; Noorderstedt 2013 ;( mit J. Mittag) Sport und Politik. Eine Einführung. Wiesbaden 2015 (in Vorbereitung). Sexualisierung oder Empowerment? Die Kampagne Strong is Beautiful im Frauentennis Das Frauentennis gilt als ein Paradebeispiel für die Sexualisierung des Sports in den Medien. So beschreibt G. Pfister mit dem Kurnikowa-Syndrom das Phänomen, dass die Sportlerinnen wie Anna Kurnikowa mehr mediale Aufmerksamkeit und höhere Werbeeinnahmen erzielen als ihre Konkurrentinnen obwohl die Konkurrenten sportlich deutlich erfolgreicher sind. Als Grund nennt Pfister, dass die redaktionelle und werbliche Kommunikation das Aussehen von Sportlerinnen gegenüber den sportlichen Leistungen in den Vordergrund stellt. Kournikowas Nachfolgerinnen wie Maria Scharapowa oder Eugenie Bouchard zeigen sich bei Werbeaufnahmen und in den swimsuit -Ausgaben der US-Sportzeitschrift Sport Illustrated in erotischen Posen. Session 10 43

24 Den Sexualisierungstendenzen stehen die Bemühungen der Women s Tennis Association (WTA) entgegen. Die Kampagne Strong is Beautiful betont das Potenzial für ein Empowerment von Frauen nicht nur im Sport. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag mit der Inszenierungsstrategie der Kampagne. Präsentiert werden die inhaltsanalytischen Befunde zur einer Untersuchung der Web-Auftritte von Top-Tennisspielerinnen. Gefragt wurde unter anderem, welches Bild von Sportlerinnen und ihrem Körper in der Kampagne ggf. auch im Widerspruch mit den Selbstvermarktungsstrategien propagiert wird. Die Befunde erlauben eine Einordnung in die Medialisierungsforschung, denn der Umgang des Verbandes und der Sportlerinnen mit der Sexualisierung des Sports in den Medien kann als eine Folge der Medialisierung des Sports angesehen werden. Birgit Baumüller Birgit Braumüller hat an der Universität Wien Sportwissenschaft sowie ein rechts-, sozialund wirtschaftswissenschaftliches Studium der Soziologie absolviert. Seit September 2012 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln beschäftigt. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts forscht sie zur Bedeutung von sozialen onlinebasierten Netzwerken für Heranwachsende im Sportkontext. Neben diversen Lehrtätigkeiten ist sie in dem etablierten Institutsprojekt über die soziale Konstruktion von Geschlechterverhältnissen in der medialen Vermittlung von Sport tätig. Der Fokus dieser Forschung liegt auf der Analyse der textlichen und bildlichen Darstellung von Sportlern und Sportlerinnen in den Printmedien, einerseits in der tagesaktuellen Berichterstattung und andererseits in der medialen Aufarbeitung während sportlicher Großereignisse. Diana Emberger Diana Emberger ist Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie studierte Erziehungswissenschaften und Wirtschaftlehre/ Politik mit dem Forschungsschwerpunkt: Wirkung von virtuellen Onlinewelten auf die Identitätsentwicklung von Heranwachsenden. Langjährige Tätigkeit als Bildungsreferentin für die schulische und außerschulische Kinder- und Jugendhilfe unter anderem bei der LAG Lokale Medienarbeit NRW und der FUMA Fachstelle Gender NRW. Sie ist angestellt seit 2008 an der Deutschen Sporthochschule in Köln mit den Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten: Umgang mit Heterogenität im Sport, Diversity Management und Gender Mainstreaming als Stra- tegien auf organisationaler Ebene, soziale Konstruktion von Geschlechterverhältnissen in der Sportberichterstattung am Beispiel der Olympischen Spiele. Susanne Eschelbach Susanne Eschelbach stammt aus Stuttgart. Sie studierte Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Ökonomie und Management (Diplom) an der Deutschen Sporthochschule Köln und der Université Montpellier. Im Rahmen ihres Studiums erwarb sie zudem die Zusatzqualifikationen Europäische Sportstudien, Sport und Umwelt-Management und Olympische Studien. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema Soziale Ungleichheit im Sport - eine Bestandsanalyse zu vertikalen Schichtvariablen Seit ihrem Studienabschluss 2012 ist sie als Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln tätig. Sie ist Mitarbeiterin im Projekt Die soziale Konstruktion von Geschlechterverhältnissen in der Sportberichterstattung. Außerdem studiert sie Biologie auf Lehramt Gy/Ge an der Universität zu Köln. Eine Längsschnittstudie zu den Olympischen Spielen (Athen, Peking, London) mit dem Fokus auf die visuelle Darstellung von Athleten und Athletinnen in den Printmedien Die visuelle Darstellung von Personen ist ein wirkmächtiges Medium für die Konstruktion von Geschlechterverhältnissen insbesondere im Sport. In diversen Studien, sowohl aus dem angloamerikanischen Raum als auch in Deutschland, zeigt sich, dass Sportlerinnen in den Medien vor allem in der Tagesberichterstattung unterrepräsentiert sind und Sportler und Sportlerinnen in den Fotos unterschiedlich dargestellt werden. Vor dem Hintergrund des sozialen Wandels sind nicht nur die Medien selbst, sondern auch der Sport, die Vermarktungsstrategien von AthletInnen, die Geschlechterordnung und gegebenenfalls auch die Sportberichterstattung im Wandel begriffen. Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit sich Art und Umfang der Präsentation von SportlerInnen in den Printmedien bei Großveranstaltungen verändert haben. Mittels einer standardisierten Inhaltsanalyse wurden alle Bilder von AthletInnen in der BILD und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung während der Olympischen Sommerspiele 2004, 2008 und 2012 analysiert (N=2424). Erste Ergebnisse mit Blick auf die Geschlechterverteilung bestätigen die im Vergleich zur täglichen Berichterstattung quantitativ ausgeglichenere Darstellung von Athleten und Athletinnen bei sportlichen Großereignissen. Bei der Betrachtung der geschlechterdifferenten Darstellungsweisen zeichnen sich sowohl Veränderungen als auch Konstanten in der Berichterstattung ab. 14:00-14:30 SESSION 11 Hamburg als Bühne für eine Kulturolympiade Corny Littmann; Kultur-Schaffender 14:30-15:00 INSZENIERUNG DES SPORTS: AKTEURE UND ZUSCHAUER Brutal und sexy!? Einblicke in einen unsichtbaren olympischen Sport: Wasserball Prof. Dr. Jürgen Schwark; Westfälische Hochschule 15:00-15:30 Akteur und Zuschauer im Wechselspiel - Die Weltgymnaestrada als wettkampffreie Bühne sozialer Interaktion und Kommunikation Dr. Angela Wichmann; University of Brighton/UK 44 Session 10

25 Corny Littmann Cornelius Littmann, genannt Corny, ist Unternehmer, Theaterbesitzer und ehemaliger Vereinspräsident des FC St. Pauli. Am eröffnete er das Schmidt Theater auf der Reeperbahn, am kam das Schmidts TIVOLI dazu. Corny Littmann ist vor und hinter den Kulissen aktiv: Er spielt Theater und führt seit 1993 ebenfalls Regie. Von 2001 bis 2011 war Corny Littmann Gesellschafter und künstlerischer Leiter der Firma SeeLive Tivoli Entertainment & Consulting GmbH (heute AIDA Entertainment GmbH), die die Konzeption und Umsetzung von Showprogrammen an Bord modernster Clubschiffe erarbeitet. Er steht dort weiterhin in beratender Funktion zur Verfügung. Für seine Tätigkeiten als Theaterleiter und Unternehmer wurde Corny Littmann bereits mit mehreren Preisen geehrt: 1991 wurde die legendäre Schmidt Mitternachtsshow in der Sparte Unterhaltung mit dem Adolf-Grimme-Preis in Silber ausgezeichnet. Am 2. November 1999 verlieh die Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer, der Bundesverband Junger Unternehmer und die Hamburger Sparkasse Corny Littmann den Titel Hamburger Unternehmer des Jahres Es folgte am 19. September 2010 der Max-Brauer- Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. für Verdienste um das kulturelle, wissenschaftliche und geistige Leben Hamburgs. Und am 2. Mai 2011 erhielt Corny Littmann den Portugaleser Bürger Danken in Silber überreicht. Corny Littmanns Leidenschaft gilt neben seinem Hamburger Stadtteil St. Pauli dem Fußball, insbesondere dem Kultverein FC St. Pauli: So überraschte es auch nur ein wenig, als am 25. Februar 2003 ein offen schwuler Unternehmer zum Vereinspräsidenten des Fußballvereins gewählt wurde. Littmann hatte dieses Amt bereits einige Wochen kommissarisch wahrgenommen, bevor er auf der Mitgliederversammlung offiziell gewählt wurde. Am 18. November 2007 wurde er für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Am 19. Mai 2010 trat Littmann als Präsident zurück. Er bleibt dem Verein als Geschäftsführer der FC St. Pauli Service GmbH, Freund und Fan erhalten. Hamburg als Bühne für eine Kulturolympiade Sport als Bühne zu betrachten, ist keineswegs abwegig. Sportliche Großveranstaltungen sind ein dramatischer Leistungsvergleich, der die anwesenden Zuschauer und an den Fernsehschirmen in seinen Bann zieht. Sportveranstalter und Theaterleute haben viele Bezugspunkte und können voneinander gewinnen. Das gilt auch für die Olympischen Spiele, wo renommierte Regisseure die Eröffnungsveranstaltung inszenieren und ein anspruchsvolles Kulturprogramm durch die Popularität des Spitzensports ein größeres Publikum erreicht. Aus diesen Gründen haben sich auch schon früh bekannte Künstler in Hamburg zusammengefunden, um für Olympische Sommerspiele in ihrer Stadt zu werben und zugleich Initiativen für ein bereicherndes Kulturprogramm gestartet. Das Referat erörtert die Gründe für eine solche Initiative, erläutert den eigenständigen Prozess der Kooperation und nennt Beispiele, für die Wirkung kultureller Aktivitäten bereits in der nationalen Bewerbungsphase. Es wird deutlich, dass die Idee des Begründers der modernen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, bei den Spielen Sport und Kultur zu einem großen Ganzen zu verschmelzen, nichts an Faszination verloren hat. Prof. Dr. Jürgen Schwark Prof. Dr. Jürgen Schwark ist seit 2001 Professor für BWL und Tourismus an der Westfälischen Hochschule, Campus Bocholt. Nach einer Lehre zum Betriebsschlosser (Mannesmann AG, Duisburg) studierte er an der Universität Duisburg Soziologie, Soziale Arbeit und Erziehung sowie Sport. Danach arbeitete er mehrere Jahre beim Bildungswerk des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Als Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung promovierte er 1994 in Sportwissenschaften an der Universität Paderborn und lehrte danach bis 2001 an der Hochschule Harz im Studiengang Tourismuswirtschaft habilitierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, am Fachbereich Sportwissenschaft und ist dort auch als Privatdozent tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Sporttourismus und Sportevents, er ist Herausgeber der Schriftenreihe Texte zum Wasserballsport (www.sport-tourismus.de). Brutal und sexy!? Einblicke in einen unsichtbaren olympischen Sport: Wasserball Der Vortrag bezieht sich auf die Ergebnisse einer kritischen Inhaltsanalyse wie die älteste olympische Mannschaftssportart in überregionalen Medien dargestellt wird und sich selber präsentiert. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang, inwieweit die erzeugten Inhalte und symbolischen Aussagen die spezifische sportkulturelle Praxis des Wasserballsports adäquat abbilden, bzw. überhaupt willens sind, diese abzubilden. Aufgrund der ökonomischen Logik der medialen Verwertbarkeit und der distinktiven Positionierung im sozialen Raum ist Aufmerksamkeit eine zentrale Kategorie. Die mediale Darstellung des Wasserballsports wird demnach weniger durch die sportartspezifischen Handlungen vermittelt, als vielmehr durch fortwährende Stereotypisierungen. Insbesondere wird auf die vermeintliche Brutalität und Verletzungsträchtigkeit der Sportart eingegangen sowie auf typische muskulöse, aggressive oder sexualisierende Körperpräsentationen. Weiterhin wird die Frage aufgegriffen, inwieweit diese medialen Präsentationen und Selbstdarstellungen Abbild der Realität, Inszenierung oder (Selbst-)Ironisierung sind. Den Stereotypisierungen zur Brutalität werden abschließend korrigierende empirische Befunde zu brutalen Handlungen und Verletzungen im Wasserballsport entgegengestellt. Dr. Angela Wichmann Dr. Angela Wichmann schloss im Herbst 2014 ihre berufsbegleitende Promotion an der University of Brighton, UK, im Fachbereich Sportsoziologie/Sporttourismus ab. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die sozio-kulturellen Auswirkungen von Sportveranstaltungen im Allgemeinen, und von Gemeinschafts- und Identitätsprozessen unter den Teilnehmern an internationalen Turn- und Gymnastik-Veranstaltungen im Besonderen. Sie studierte Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an der Universität Passau sowie als DAAD Stipendiatin an der Université de Haute Bretagne in Rennes, Frankreich. Ferner absolvierte sie ein berufsbegleitendes Master-Studium in Tourismus Management an der Angell Akademie Freiburg in Kooperation mit der University of Brighton, UK. Sie war mehr als 10 Jahre lang in verschiedenen Positionen im Vertrieb und Produktmanagement im Tourismus, der internationalen Franchise-Hotellerie und in der Organisation von Sportveranstaltungen tätig. Derzeit arbeitet sie als freiberufliche Trainerin für Vertrieb und Führung sowie als Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen in Deutschland und England. Ihre Unterrichtsschwerpunkte sind Qualitative Forschungsmethodik sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fächer in den Fachbereichen Tourismus, Sport, und Hotellerie. Akteur und Zuschauer im Wechselspiel Die Weltgymnaestrada als wettkampffreie Bühne sozialer Interaktion und Kommunikation Wie nehmen Akteure im Sport die Zuschauer wahr? Welche Bedeutung haben Zuschauer für Sportler überhaupt? Wie nehmen wiederum Zuschauer die Sportakteure wahr? Wie werden Rollenwechsel zwischen Akteuren und Zuschauern erlebt und welche Rolle spielen dabei die eigenen sportbezogenen Fachkompetenzen bei der Wahrnehmung des Geschehens? Der Beitrag untersucht diese Fragestellungen im wettkampffreien Kontext der Weltgymnaestrada. Im Mittelpunkt der 4-jährig stattfindenden Veranstaltung des Internationalen Turnerbunds, mit etwa Teilnehmern aus aller Welt, stehen Gruppenvorführungen aus den verschiedensten Bereichen des Turnens. Die Metaphern Bühne und Performance dienen hierbei als Deutungsraum für eine soziologische Analyse des Geschehens Session 11 Session 11

26 12 er Vortrag zeigt die Weltgymnaestrada als Kontext, in dem ie Teilnehmer in einem dynamischen Wechselspiel sowohl SESSION ie Rollen von Akteuren als auch von Zuschauern einnehen. Die gegenseitige Anerkennung der Leistungen der aneren auf Basis der eigenen turnerischen Fachkompetenz Dr. ient als vermittelnde Brücke im Wechselspiel der Rollen und t Kern eines identitätsstiftenden Gemeinschaftsgefühls, das kteure und Zuschauer verbindet. 14:00-14:30 MEDIATISIERUNG UND SPORTBERICHTERSTATTUNG Mediatisierung durch Sponsorships und Medienpartnerschaften: Müssen Pressefreiheit und Meinungsvielfalt die Bühne räumen? Dr. Hermann Lindhorst; SCHLARMANNvonGEYSO 14:30-15:00 Social Media bei den Olympischen Winterspielen eine Netzwerkanalyse zur Twitternutzung durch deutsche Sportjournalisten Dr. Christoph Grimmer; Universität Tübingen 15:00-15:30 Im Rausch der Geschwindigkeit auf der weißen Bühne - Sportunterhaltung und Mediatisierung am Beispiel des Ski-Alpin Sports Prof. Dr. Minas Dimitriou; Universität Salzburg Dr. Hermann Lindhorst Hermann Lindhorst ist Rechtsanwalt und Partner der Hamburger Sozietät SCHLARMANNvonGEYSO, vgl. www. schlarmannvongeyso.de. Studium und Referendariat absolvierte er in Kiel und Berlin mit Stationen in München, Rom und London Promotionsstipendium in München am Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht bei Prof. Dr. Haimo Schack. Rechtsanwalt Dr. Lindhorst berät u.a. im Bereich Sport- und Sportsponsoringrecht Agenturen und Profisportler, insbesondere in Verbindung mit Managementverträgen und deren Beendigung. Zu seinen Mandanten im Profifußball gehören Bundesligatrainer, Spielervermittler, Spieler und ein Bundesligaverein. Er ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Sportrecht des Deutschen Anwaltvereins und Dozent an den Universitäten Kiel (IT-Recht) und Lüneburg (Urheber- und Medienrecht). Zudem ist er als Schiedsrichter für das DIS-Sportschiedsgericht tätig und hat dort bereits in mehreren Dopingverfahren entschieden. Weitere Schwerpunkte seiner Beratungspraxis sind das Urheber- und Medienrecht sowie Vertriebs-, insbesondere Franchiserecht; so ist Rechtsanwalt Dr. Lindhorst assoziierter Experte beim Deutschen Franchise-Verband - DFV e.v. Er spricht Englisch und Italienisch und ist über schlarmannvongeyso.de erreichbar. Mediatisierung durch Sponsorships und Medienpartnerschaften: Müssen Pressefreiheit und Meinungsvielfalt die Bühne räumen? Aus finanziellen Gründen erschließen sich Veranstalter von Großereignissen, gleich ob mit sportlichem oder kulturellem Hintergrund, zunehmend Einnahmequellen, die weit über Eintrittsgelder und herkömmliche Werbung hinausgehen: Sogenannte Medienpartnerschaften sichern dem Veranstalter die Gelegenheit, nicht nur zum Teil. ganz erhebliche wirtschaftliche Beiträge zu generieren, sondern auch Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Das kann sich allerdings nicht nur vordergründig auf die Intensität der Erwähnung der Veranstaltung beziehen, womit Werbeeffekte und steigende Zuschauerzahlen verbunden sind, sondern auch auf inhaltlich-redaktionelle Aspekte. So ist es etwa kein Geheimnis, dass die DFL bei der Ausschreibung ihrer Medienrechte bestimmte Vorgaben an den Rahmen der Berichterstattung ihres Produkts Fußball so wird der Sport benannt macht. Pressefotografen sehen sich bei Livekonzerten berühmter Künstler zunehmend rigiden Akkreditierungsklauseln ausgesetzt und werden von der Veranstaltung ausgeschlossen, wenn sie diese Klauseln nicht akzeptieren. Auch ist es kein Geheimnis, dass Verträge zur Session 12 Sicherung sog. Namensrechte auch Regelungen enthalten, die sich direkt auf die Nennung des entsprechenden Namens in den Medien beziehen und etwa eine davon abweichende Benennung mit hohen Vertragsstrafen belegen. Gibt es rechtliche Handhabe gegen derartige Regelungen? Bedrohen derartige Einschränkungen nicht grundrechtliche Vorgaben der Pressefreiheit und Meinungsvielfalt (Art. 5 GG)? Der Beitrag gibt einen Überblick zur Rechtsprechung in diesem Bereich und zeigt auf, welchen rechtlichen Rahmen Sponsorships und Medienpartnerschaften beachten müssen, nicht nur in zivil-, sondern vor allem auch in verfassungsrechtlicher Hinsicht. Besondere Bedeutung kommt dabei dem europäischen Gesetzgeber zu, der für diese Schnittstelleproblematik zwischen Sport, Journalismus und Recht bereits einige wegweisende Regelungen geschaffen hat. Dr. Christoph Grimmer Dr. Christoph G. Grimmer (*1985) ist Lehrkraft für besondere Aufgaben im Arbeitsbereich Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik am Institut für Sportwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen. Von 2005 bis 2009 studierte er Sportwissenschaft (Diplom) mit Spezialisierung für Medien & Journalistik an der Universität Hamburg. Für seine Promotion zum Arbeitsverhältnis von Pressesprechern in der Fußball-Bundesliga und Journalisten erhielt er ein Stipendium der Hamburger Landesgraduiertenförderung (HmbNFG). Lehrerfahrung sammelte Grimmer an der Universität Hamburg sowie als Selbständiger Lehrbeauftragter und später Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK). Parallel arbeitete er von 2007 bis zu seinem Wechsel an die Universität Tübingen im März 2013 für die Nachrichtenagentur dpa und berichtete dabei von nationalen und internationalen Ereignissen; weitere medienpraktische Erfahrungen sammelte er bei Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen (kicker, Sport Bild, NDR Fernsehen, Sky, Sport 1). Seine Forschungs- und Lehrtätigkeiten haben die Themenkreise Sportjournalismus, Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations, Social Media und international vergleichende Analysen zum Gegenstand. Social Media bei den Olympischen Winterspielen 2014 eine Netzwerkanalyse zur Twitternutzung durch deutsche Sportjournalisten Sportjournalismus sieht sich Einflüssen von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung ausgesetzt, die unabhängige Informationsbeschaffung und Berichterstattung erschweren. Netzwerke und Kontakte zu Athleten und Sportorganisationen sind für Sportjournalisten damit mehr denn je ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Soziale Medien bieten für Sportler wie Journalisten eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Verbreitung 49

27 von Informationen. Längerfristig angelegte Untersuchungen zur Entwicklung digitaler Netzwerke von Sportjournalisten fehlen jedoch bislang. Im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sochi ( ) wurde mit Hilfe der Analysetools Mentionmapp und Twitonomy die Twitternutzung durch Sportjournalisten und deren Beziehungsgefüge im Sozialen Medium untersucht. Der Untersuchungszeitraum lief vom 25. Januar bis 25. Februar Analysiert wurden alle Accounts der bei den Winterspielen akkreditierten, deutschen Sportjournalisten. Über einen Account mit Angabe der journalistischen Tätigkeit in der Profilbeschreibung verfügen 31 der 134 akkreditierten Journalisten (23,1%), 30 hiervon sind öffentlich. Im Schnitt setzte jeder der 30 Journalisten im Untersuchungszeitraum 291 Tweets ab, täglich fast sieben Mal mehr als im vorangegangenen Jahresverlauf. Hinsichtlich Interaktivität steigt absolut gesehen die Zahl an Retweets und Replies pro Tag aufgrund des insgesamt umfangreicheren Tweet-Aufkommens signifikant, relativ betrachtet ist der Anteil allerdings rückläufig bzw. kaum verändert. Die Analyse zeigt enge Beziehungen von Journalisten zu Sportverbänden, einzelnen Athleten sowie Kollegen und der eigenen Redaktion. Prof. Dr. Minas Dimitriou Dr. Minas Dimitriou ist Assoziierter Professor am Interfakulären Fachbereich Sport- & Bewegungswissenschaft/USI (Arbeitsgruppe: Sportpsychologie, Sportpädagogik, Sportsoziologie) der Universität Salzburg. Er ist Fachkoordinator des Masterstudiums Sport-Management-Medien und Geschäftsführer des Universitätslehrganges Sportjournalismus der Universität Salzburg. Er studierte Sportwissenschaft/Leibeserziehung und Sozialwissenschaften an der Aristoteles Universität Thessaloniki, Griechenland. Nach seiner Promotion im Jahre 1995 an der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitete er als Publizist und wissenschaftlicher Berater in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen in Griechenland war er Mitbegründer des Universitätslehrganges Sportjournalismus und 2005 Universitätsassistent am Institut für Sportwissenschaften der Universität Salzburg. Habilitation 2011 zum Thema Sport, Medien, Identität: Funktionelle Implikationen zwischen Machtinszenierung und Identitätsstiftung an der Universität Salzburg. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit sind Sport und Medien, Körpersoziologie, Sportentwicklung un Im Rausch der Geschwindigkeit auf der weißen Bühne - Sportunterhaltung und Mediatisierung am Beispiel des Ski-Alpin Sports Zu den Paradebeispielen der Mediatisierung im Sport zählen die Selektionsprämissen, die Inszenierungstechniken und Interpretationsoptionen hinsichtlich der medialen Übertragung von Ski-Alpin Wettbewerben. Denn die Schneelandschaft als Naturkulisse, die hohe Geschwindigkeit und technische Eleganz als Leistungsparameter sowie die sichtbare Verletzungsgefahr als latente Sensationsoption bieten günstige Voraussetzungen für die Konstruktion eines telegenen Rahmens, der spannende Rezeption ermöglicht und performative Sportunterhaltung garantiert. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, die im Zuge einer sozialen funktionalen Differenzierung entstandene reziproke Beziehung zwischen Sport und Medien am Beispiel der TV-Übertragungen der Ski-Alpin WM 2015 in Vail - Beaver Creek (USA) des Österreichischen Rundfunks (ORF) zu untersuchen. Folgende Forschungsfragen rücken u.a. in den Vordergrund: Wie äußern sich Anpassungen des Ski-Alpin Sports an die Medienlogik auf einer Selektions- und Produktionsebene (Selektion)? Wie wird Sportunterhaltung aus der Sicht des öffentlich-rechtlichen Auftrages (ORF) interpretiert und umgesetzt (Interpretation)? WEGBESCHREIBUNG VON DER A7 Ausfahrt Hamburg-Bahrenfeld. Über die Von-Sauer-Straße auf die Bahrenfelder Chaussee (ca. 1,2km). Über die Stresemannstraße auf den Neuen Pferdemarkt (ca. 3km) weiter auf die Budapester Straße bis zum Millerntorstraße (ca. 700m). VON DER A1 Ausfahrt Centrum. Von der Billhorner Brückenstraße Richtung Centrum über Amsinckstraße und beim ADAC links durch den Deichtortunnel (ca. 2,2km). Geradeaus auf die Willy-Brandt-Straße, die in die Ludwig-Erhard-Straße übergeht (2,4km). Rechts halten über den Millerntordamm, auf die Budapester Straße bis zum Millerntor-Stadion (600m). mit öffentlichen Verkehrsmitteln Vom Hauptbahnhof mit der U-Bahn-Linie 3, Richtung Schlump-Barmbek bis zur Haltestelle St.Pauli fahren (Fahrzeit: 9min). Die Buslinien 36 und 112 halten ebenfalls am Bahnhof St.Pauli. Vom Bahnhof St.Pauli bis zum Millerntor-Stadion sind es ca. drei Minuten Fußweg. Wir empfehlen Ihnen die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Eingang Kongress Zufahrt U-Bahn St.Pauli 50 Session 12 Infostand Spink

28 TALKMEET INNOVATE IMPRESSUM Katharina Pohle Hochschule Macromedia Gertrudenstraße Hamburg MHMK Forschungsverein Richmodstr Köln LAYOUT & DESIGN Kristel Khan Melina Harneid REDAKTION & LEKTORAT Charlott Gottschlich Peter Steidel Kevin Kröpelin TITELFOTOS Fotosearch und FC St. Pauli MHMK Forschungsverein e.v.

29 Deine StaDt Dein Körper Dein Club sport has the power to Change the World. Nelson Mandela die neue bundesstraße Hamburg /kaifulodge

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