VORSORGESTRATEGIEN. für 20- bis 30-Jährige. für 30- bis 40-Jährige. für 40- bis 50-Jährige. für Über-50-Jährige

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1 VORSORGESTRATEGIEN DIESE VORSORGESTRATEGIEN SIND BEISPIELE FÜR DIE PRIVATE ALTERVORSORGE. SIE HABEN KEINEN ANSPRUCH AUF VOLLSTÄNDIGKEIT SOWIE RICHTIGKEIT. für 20- bis 30-Jährige Berufsunfähigkeitsversicherung risikobehaftete Geldanlagen (Aktien, Investment-/Immobilienfonds) Kapitallebens-/Rentenversicherung Wenn man erst kurze Zeit im Berufsleben steht, sind die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlten Beiträge gering. Die Versorgung im Falle einer Berufsunfähigkeit ist deshalb kaum der Rede wert. Daher ist es ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Risikoreiche Anlagen am Kapitalmarkt bieten relativ hohe Renditen. Bei Kurs- oder Zinsschwankungen hat man bis zur Rente noch genügend Zeit, um mögliche Verluste auszugleichen. für 30- bis 40-Jährige Kapitallebens-/Rentenversicherung Aktien verzinsliche Wertpapiere Investment-/Immobilienfonds Indexzertifikate In dieser Altersgruppe steigt nicht nur das Einkommen, sondern auch der Vorsorgeanspruch. Anlagen in Form von verzinslichen Wertpapieren, Fonds oder Indexzertifikaten bieten vor allem auf lange Sicht gute Renditevorteile. Aktien sollten aufgrund des hohen Risikos breit gestreut werden. für 40- bis 50-Jährige Risiko- oder Kapitallebensversicherung fondgebundene Lebens- oder Rentenversicherung (Fondspolice) Ein guter Familienschutz durch eine Lebensversicherung wird immer wichtiger, wenn mehrere Kinder im Haushalt leben und der "hauptamtlich" erziehende Ehepartner über viele Jahre kein Einkommen erzielt. Fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherungen bieten gute Ertragschancen. für Über-50-Jährige riskante Geldanlagen vermeiden Festgeldanlagen, Rentenpapiere / Rentenfonds (festverzinslich) Mit 50 wurde bereits ein großer Teil der Vorsorge aufgebaut. Auszahlungen aus fällig werdenden Lebensversicherungen oder anderen Anlagen können als Einmalzahlung in die private Rentenversicherung eingebracht werden. Das erhöht die späteren Leistungsansprüche gegenüber dem Versicherungsunternehmen. Der Aktienbesitz und die Fondanteile sollten in risikoarme Anlagen umgeschichtet werden. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, als er benötigt, kann schon jetzt Kapital auf seine Kinder übertragen, um spätere Verluste durch die hohe Erbschaftssteuer zu umgehen.

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9 VERSICHERUNGEN Berufsunfähigkeitsversicherung Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Schutz für den Fall, dass der/die Versicherte wegen Unfall oder Krankheit vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden muss. Sie wird von den Versicherungsgesellschaften in zwei Varianten angeboten: als selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Fall einer Berufsunfähigkeit eine Rente zahlt als Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung, die Kapitallebens-/Rentenversicherung zusammen mit einer Hauptversicherung (Risikolebensversicherung, Kapitallebens-/ Rentenversicherung) abgeschlossen wird Die Zahlung einer Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt nur bis zu einem vorher festgelegten Lebensalter - in der Regel bis zum 65. Lebensjahr. Die Leistung einer kapitalbildenden Lebensversicherung wird fällig, wenn die versicherte Person während der Laufzeit des Vertrages stirbt (Todesfall-Leistung) oder nach Ablauf des Vertrages (Ablauf-Leistung). Die Höhe der Versicherungsleistung ist von der Beitragshöhe, dem Eintrittsalter, Geschlecht und Gesundheitszustand des/der jeweiligen Versicherten sowie von der Laufzeit des Vertrages abhängig. Die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme wird garantiert. Darüber hinaus kommt dem/der Versicherten ein Teil der Überschüsse zugute, die von dem Versicherungsunternehmen auf dem Kapitalmarkt erzielt wurden. Sie müssen zu mindestens 90% an die Versicherten weitergegeben werden. Häufig besteht Kapitalwahlrecht, d.h. statt laufender Renten kann die Auszahlung einer einmaligen Summe verlangt werden. Wichtig! Der Abschluss einer Kapitallebens-/Rentenversicherung lohnt sich nur, wenn sichergestellt ist, dass der/die Versicherte die Beiträge über die gesamte Laufzeit des Vertrages aufbringen kann. Eine vorzeitige Kündigung des Vertrages führt zu erheblichen Renditeminderungen. Risikolebensversicherung Die Risikolebensversicherung sichert ausschließlich das Todesfallrisiko ab und dient der Hinterbliebenenversorgung. Die Versicherung wird nur dann ausgezahlt, wenn der/die Versicherte während der Vertragslaufzeit stirbt. In diesem Fall wird eine einmalige Leistung in der vorher vereinbarten Höhe (zzgl. einer eventuell anfallenden Überschussbeteiligung) ausgezahlt. Vorteil hoher finanzieller Schutz bei relativ niedrigen Beiträgen Nachteil Die Lebensversicherung ist nicht mit einem Sparvorgang verbunden Wichtig! Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der abgeschlossenen Versicherungssumme, dem Geschlecht, dem Gesundheitszustand des Versicherten, dem Alter bei Versicherungsbeginn und der Laufzeit der Versicherung. Fondgebundene Lebens- oder Rentenversicherung Auch Fondspolicen genannt, kombinieren Versicherungsschutz und Fondsparplan miteinander. a) Fondgebundene Lebensversicherung Die fondsgebundene Lebensversicherung funktioniert nach dem Prinzip der Kapitallebensversicherung. Der Versicherungsnehmer versichert sein Leben. Im Fall seines Todes bekommt der Begünstigte (z.b. Ehefrau) mindestens eine bestimmte, vorher vereinbarte Summe ausgezahlt. Erlebt der Versicherungsnehmer das Vertragsende, zahlt ihm die Versicherung das dann vorhandene Fondguthaben aus. b) Fondgebundene Rentenversicherung Der Versicherte bekommt am Ende der Ansparphase für den Rest seines Lebens eine regelmäßige Rente ausgezahlt. Risiken/Nachteile keine garantierte Verzinsung allgemeines Marktrisiko (Lage am Kapitalmarkt) Fähigkeit des Fondsmanagers hohe Kosten für Verwaltung, Vertrieb und Risikoschutz

10 ANLAGE AM KAPITALMARKT Aktien Aktien sind Anteils- oder Teilhaberpapiere, die ein Mitgliedschaftsrecht des Aktionärs an einer Aktiengesellschaft (AG) begründen. Mit dem Kauf von Aktien wird man zum Mitinhaber einer AG und beteiligt sich an der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Gesellschaft. Über eine Dividende ist man an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt, soweit diese zur Auszahlung kommen. Im Regelfall ist die auf eine Aktie entfallende Dividende nicht sehr hoch. Für die meisten Aktionäre ist die Aktie deshalb wegen der erhofften Kursgewinne interessant. Risiken allgemeines Marktrisiko Totalverlust des Aktienwertes, wenn ein Unternehmen zum Konkursfall wird allgemeine Kursschwankungen auf dem Aktienmarkt können Einfluss auf den Kurs der Aktien eines Unternehmens haben Psychologie der Marktteilnehmer: Hoffnungen, Befürchtungen, Lust am Spekulieren, Erwartungen bestimmter Kursentwicklungen können das Verhalten von Käufern und Verkäufern prägen Investment-/Immobilienfonds Eine Kapitalanlagegesellschaft bündelt die Gelder vieler Anleger, legt diese nach dem Prinzip der Risikomischung in verschiedenen Vermögenswerten (Wertpapiere, Immobilien u. a.) an und verwaltet die Fonds. Investmentfonds lassen sich in offene und geschlossene Fonds unterscheiden: Bei offenen Fonds ist die Zahl der Anteile (und damit der Teilhaber) unbestimmt. Es werden je nach Bedarf von der Anlagegesellschaft neue Anteile ausgegeben bzw. Anteile zurückgenommen. Bei geschlossenen Fonds wird nur eine bestimmte Anzahl von Anteilen über eine begrenzte Anlagesumme ausgegeben. Sobald das geplante Volumen erreicht ist, wird der Fond geschlossen und die Ausgabe der Anteile eingestellt. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, die ausgegebenen Anteile wieder zurückzunehmen. Vorteil Risikomischung: die angelegten Gelder werden durch Fondsmanager auf verschiedene Anlagen verteilt Risiken allgemeines Marktrisiko: Schwankungen auf dem Aktienmarkt haben positive, aber auch negative Auswirkungen auf den Kurs des Aktienfonds Fähigkeit des Fondsmanagers Immobilienfonds: zusätzliche Risiken, wie z.b. Leerstände der finanzierten Objekte Verzinsliche Wertpapiere Bei verzinslichen Wertpapieren, oft auch Anleihen, Bonds oder Obligationen genannt, handelt es sich um Schuldverschreibungen. Es werden ein fester oder variabler Zinssatz und die Laufzeit vereinbart. Am bekanntesten sind Anleihen, die von der öffentlichen Hand zwecks Kreditaufnahme des Staates ausgegeben werden (z.b. Bundesanleihen oder Bundesschatzbriefe). Vorteile gute Planbarkeit: Die Käufer wissen genau, mit welchen Beträgen sie zu den vereinbarten Zeitpunkten rechnen können sehr hohe Sicherheit und hohe Rentabilität Risiken Bonitätsrisiko Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners Zinsänderungsrisiko Entwicklung des Marktzinses ist ungewiss

11 ANLAGE AM KAPITALMARKT Indexzertifikate Indexzertifikate bieten die Möglichkeit auf Grundlage von Aktien, Geld anzulegen. Mit dem Kauf erwirbt der Käufer den Anspruch auf eine Auszahlung zu einem vorgegebenen Termin. Die Höhe der Auszahlung ist vom Wert des zugrunde liegenden Aktienindexes am Fälligkeitstag abhängig. Indices (z. B. DAX oder Dow Jones) setzen sich aus verschiedenen Aktien zusammen und bilden die Entwicklung der Wertpapiermärkte ab. Der Preis der Indexzertifikate orientiert sich an der Kursbewegung des zugrunde liegenden Indexes und folgt somit der Entwicklung des repräsentierten Wertpapiermarktes. Vorteile Risikomischung geringe Verwaltungsgebühren: die Zusammensetzung der Indices ist fest vorgegeben Risiken ungewisse Entwicklung der Aktienmärkte: ein Einbruch der Aktienkurse führt auch zu einem Kursverlust der Indexzertifikate Wechselkursrisiko und ungewisses Verhalten ausländischer Regierungen bei Kapitalanlagen im Ausland Immobilienerwerb Nach Tilgung der Kredite ermöglicht eine selbst genutzte Immobilie im Alter ein mietfreies Wohnen. Allerdings müssen Betriebskosten und Rücklagen für Instandhaltungen in der Planung berücksichtigt werden. Auch der Erwerb von nicht selbst genutzten Immobilien kann der Altersvorsorge dienen. Die Investition sollte mit einem geringen Risiko behaftet sein und der Besitzer muss mit regelmäßigen Mieteinnahmen rechnen können. Vor dem Kauf einer Immobilie sollte jedoch überprüft werden, wie hoch das vorhandene Eigenkapital und der Kredit zur Finanzierung sein werden. Aufgenommene Kredite sollten noch während des Erwerbslebens getilgt werden, damit in der Rentenphase die Belastungen nicht zu einer Überforderung führen. Vorteile relativ inflationssicher mietfreies Wohnen bei selbstgenutzten Immobilien Risiken keine regelmäßigen Mieteinnahmen steigende Hypothekenzinsen bei Kreditaufnahme Wertminderung der Immobilie z.b. durch Bau angrenzenden Autobahn o. ä.

12 BETRIEBLICHE ALTERSVORSORGE Betriebliche Altersvorsorge Seit dem sind die Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, eine betriebliche Altersversorgung anzubieten. Der Anspruch der Arbeitnehmer auf eine Betriebsrente kann sich z.b. aus arbeitsvertraglichen Einzelzusagen von Unternehmen, Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen ergeben. Unverfallbarkeit von Betriebsrenten Leistungszusage seit : Arbeitnehmer hat das 30. Lebensjahr vollendet und die Leistungszusage besteht seit mindestens fünf Jahren. Leistungszusage vor diesem Stichtag: Arbeitnehmer kann seit dem mindestens fünf Jahre Betriebszugehörigkeit aufweisen und hat das 30. Lebensjahr vollendet. Finanzierung Vom Gehalt des Arbeitnehmers werden maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung einbehalten und für den Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung verwendet ("Entgeltumwandlung"). Die Umwandlung eines Gehaltsbestandteils (z.b. Weihnachtsgeld) ist in gewissem Umfang steuerlich begünstigt und sozialversicherungsfrei. In dieser Form ist die Entgeltumwandlung nur noch bis zum Jahr 2008 möglich. Danach sind die Beiträge sozialversicherungspflichtig.

13 FÜNF WEGE DER ENTGELTUMWANDLUNG Fünf Wege der Entgeltumwandlung Direktzusage/Pensionszusage Bei der Direktzusage (Pensionszusage) ist der Arbeitgeber Träger der Versorgung und verpflichtet sich gegenüber den Arbeitnehmern, Leistungen an sie oder ihre Hinterbliebenen zu zahlen. Die Leistungen für die Altersversorgung werden aus betrieblichen Mitteln finanziert. Die Unternehmen müssen dafür aus den laufenden Betriebseinnahmen Rückstellungen bilden. Vorteile rechtlicher Anspruch auf Leistungen gegenüber dem Arbeitgeber Ansprüche des Arbeitnehmers sind im Pensions-Sicherungsverein (PSVaG) gegen Insolvenz des Arbeitgebers gesichert Nachteil Arbeitnehmer kann die Direktzusage/ Pensionszusage nicht mit eigenen Beiträgen fortführen. Pensionskassen Pensionskassen sind rechtsfähige Versorgungseinrichtungen, die eine betriebliche Altersversorgung durchführen und dem Arbeitnehmer oder seinen Hinterbliebenen hierauf einen Rechtsanspruch gewähren. Pensionskassen werden von einem oder mehreren Unternehmen getragen. Der Arbeitgeber zahlt für seine Arbeitnehmer Beiträge in die Pensionskasse. Diese stellen für den Arbeitnehmer einen Bestandteil des Arbeitsentgelts dar und müssen von ihm versteuert werden.

14 FÜNF WEGE DER ENTGELTUMWANDLUNG Pensionskassen Vorteile rechtlicher Anspruch auf Leistungen gegenüber der Pensionskasse Arbeitnehmer können ihre Altersversorgung bei einem Arbeitgeberwechsel mit eigenen Beiträge weiter aufbauen Versicherungsaufsicht Nachteil Ansprüche des Arbeitnehmers sind im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers nicht im Pensions-Sicherungsverein (PSVaG) abgesichert. Unterstützungskassen Eine Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung. Der Arbeitgeber haftet gegenüber seinem Arbeitnehmer für die zugesagten Leistungen und bedient sich zur Erfüllung seiner Versorgungsverpflichtungen der Unterstützungskasse. Vorteile rechtlicher Anspruch auf Leistungen gegenüber dem Arbeitgeber Arbeitnehmer können ihre Altersversorgung bei einem Arbeitgeberwechsel mit eigenen Beiträge weiter aufbauen Ansprüche des Arbeitnehmers sind im Pensions-Sicherungsverein (PSVaG) gegen Insolvenz des Arbeitgeber gesichert Nachteile kein Rechtsanspruch, die Altersversorgung mit eigenen Mitteln weiter aufzubauen keine Versicherungsaufsicht: das angesammelte Kapital kann frei verwendet werden.

15 FÜNF WEGE DER ENTGELTUMWANDLUNG Pensionsfonds Direktversicherung Der Arbeitgeber schließt als Versicherungsnehmer bei einem Versicherungsunternehmen, eine Lebensversicherung auf das Leben des Arbeitnehmers ab. Vorteil Arbeitnehmer können ihre Altersversorgung bei einem Arbeitgeberwechsel mit eigenen Beiträge weiter aufbauen unwiderrufliches Bezugsrecht (wenn die Voraussetzungen für die Unverfallbarkeit erfüllt sind) Versicherungsaufsicht Pensionsfonds sind rechtlich selbständige Einrichtungen. Sie werden von einem oder mehreren Unternehmen getragen. Pensionsfonds übernehmen für die Arbeitgeber, gegen Zahlung von Beiträgen, die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung. Sie verbinden die Sicherheit einer Pensionskasse mit den Renditechancen von Investmentfonds. Vorteile Arbeitnehmer hat Rechtsanspruch gegenüber einem externen Träger und kann seine Ansprüche bei einem Arbeitgeberwechsel "mitnehmen" Versicherungsaufsicht Nachteile keine Mindestverzinsung Anlagerisiken/Marktrisiken, weil die Kapitalanlage nicht vorgeschrieben ist

16 RIESTER RENTE Riester Rente Zusatzrente in privater oder betrieblicher Form, die der Staat fördert. Die Riester-Rente funktioniert nach dem Kapitaldeckungsverfahren (Einzahler und Empfänger sind identisch). Sie soll das sinkende Niveau der gesetzlichen Altersvorsorge ausgleichen. Für wen? Versicherungspflichtige Arbeitnehmer, Selbstständige, Beamte, Landwirte, Kindererziehende, Arbeitslose, Krankengeldempfänger, Behinderte in Werkstätten, Grundwehrdienst- und Zivildienstleistende. Zulagen Bis zu vier Prozent des Bruttoeinkommens können für die Riester-Rente verwendet werden. Aufwendungen für die Riester-Rente und staatliche Zulagen werden bei der Ermittlung der Einkommensteuer berücksichtigt. Die Zulagen werden von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen direkt an den Anbieter der Police ausbezahlt. Die maximale Förderung steigt alle zwei Jahre, bis sie 2008 ihre Obergrenze erreicht. Bei einer zweckfremden Verwendung (z.b. für den Hausbau) müssen alle erhaltenen staatlichen Fördermittel zurückgezahlt werden.

17 RIESTER RENTE Förderberechtigte Produkte Private Versicherungen generell nur die, die vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) als förderungsfähig zertifiziert sind (keine Gütekontrolle). Betriebliche Versicherungen nur wenn der Arbeitnehmer dazu selbst Beiträge aus dem eigenen Einkommen zahlt, allerdings hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch. Wichtig Nicht alle Produkte des Kapital- und Versicherungsmarktes stehen im Rahmen der Riester-Rente zur Verfügung. Mehrere Riesterpolicen können abgeschlossen werden, allerdings bezuschusst der Staat nur zwei Verträge, weitere Policen kann man höchstens als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

18 RIESTER RENTE Wichtigste Förderkriterien Die Rente kann erst mit Beginn des Rentenalters ausbezahlt werden und dauert bis zum Lebensende. Daher ist eine Einmalzahlung nicht möglich. Ausnahmen bilden die Anbieter von Investmentfonds, die zu Beginn 1/5 auf einen Schlag auszahlen dürfen. Stirbt der Versicherte wird die Rente auf Hinterbliebene übertragen. Die Rente kann in gleichen Raten oder ansteigend ausbezahlt werden. Bei der ansteigenden Auszahlung erhalten allerdings im Todesfall die Erben nicht die restlichen Auszahlungen, man erhält jedoch eine höhere Rendite. Die Auszahlungsart kann bis kurz vor dem Renteneintritt noch verändert werden. Verwaltungskosten müssen von den Versicherungsanbietern offengelegt werden. Es gibt eine "Geld-zurück-Garantie" (mindestens 0% Verzinsung, keine Negativverzinsung). Ein Ruhen des Vertrages muss möglich sein. Der Vertrag muss kündbar sein, so dass die Zuschüsse nahtlos in ein anderes Riester- Produkt übergehen können. Sicherung anderer Risiken Im Bereich der privaten Altersvorsorge gibt es kaum Riester-Produkte, die Invalidität und Hinterbliebenenversorgung mitversichern. Bei den betrieblichen Altersvorsorgeprodukten wird diese Sicherung häufiger und auch billiger angeboten. Allerdings ist es für Risikopersonen schwer, eine Versicherung zu bekommen.

19 RIESTER RENTE Wechsel zur Riester-Rente Bei einem förderfähigen Produkt kann man die entsprechenden Zulagen beantragen (bis zwei Jahre rückwirkend). Kapitalentnahme mit Wiedereinzahlung Ist bei der privaten Rentenversicherung, z.b. zum Erwerb von Wohneigentum, möglich. Steuerliche Aspekte Bei der Riester-Rente findet eine nachgelagerte Besteuerung statt. Nicht riesterfähige Produkte werden sehr unterschiedlich besteuert (z.b. Kapitallebensversicherung bei Laufzeit über zwölf Jahre steuerfrei). Für eine Beratung bezüglich der Steuern sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden. Für wen ist die Riester-Rente geeignet? Sie sollten eine persönliche Versorgungsanalyse erstellen und sich für Riester-Rente oder andere Vorsorgeprodukte entscheiden. Für Besserverdienende ist die Riester-Rente ungeeignet, ebenso für Personen kurz vor dem Renteneintritt. Die Renditechancen sind im Vergleich zu Aktien mäßig, da das Geld konservativ angelegt wird und hohe Verwaltungs- und Vertriebskosten dazukommen. Dafür sind die Produkte der Riester- Rente sicherer. Profitabel ist die Riester-Rente für Geringverdiener oder Familien.

20 VORSORGESTRATEGIEN FÜR FAMILIEN Familienschutz wird unerlässlich, wenn Angehörige zu versorgen sind. Risikolebensversicherung Kapitallebensversicherung Mit einer Risikolebensversicherung ist die Familie im Ernstfall finanziell geschützt. Immobilienerwerb Mit einer Kapitallebensversicherung sorgt man zusätzlich für das Alter vor.

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