Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann. Eröffnung des Möbelhauses Finke. 16. September 2015, 10 Uhr. Sehr geehrter Herr Finke!

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1 Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann Eröffnung des Möbelhauses Finke 16. September 2015, 10 Uhr 1 Sehr geehrter Herr Finke! Sehr geehrter Dr. Christa! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Ostwestfale gilt landläufig als bescheiden, auch wenn man sich das größte Selbstbewusstsein erlauben könnte und das nicht nur, weil im Teutoburger Wald zwei Handvoll Germanen ein ganzes Herr der Römer vernichtend geschlagen haben. In Ostwestfalen sind Weltkonzerne wie Bertelsmann, Dr. Oetker und Claas zuhause. Ostwestfalen ist eine Region der Superlative. Allein Paderborn die Heimat der Unternehmensgruppe Finke bietet das älteste Volksfest Deutschlands, den kürzesten Fluss Deutschlands und das weltberühmte Drei- Hasen-Fenster. Ostwestfalen weiß, was es wert ist. Ostwestfalen weiß, was es kann. Da kann man das Lautsprechen gerne anderen überlassen, wie etwa den Rheinländern. Warum ich das alles erzähle? Weil es vor diesem bescheidenen Hintergrund umso bemerkenswerter ist, wenn im Zusammenhang mit der heutigen Neueröffnung vom schönsten Möbelhaus überhaupt die Rede

2 2 ist: Und das nicht nur in Deutschland, sondern gleich in der ganzen Welt. Ich kenne Menschen, für die jedes Möbelhaus das schönste Möbelhaus der Welt ist. Aber wenn Ostwestfalen schon einmal mit dem Superlativ arbeiten, dann kann das nicht falsch sein - selbst wenn man in den Zeitungsanzeigen für den Fall der Fälle mit einem relativierenden wohl arbeitet. Die Einschränkung ist in der entsprechenden Graphik übrigens so angelegt, dass man sich fast den Hals ausrenken muss, um sie als solche zu erkennen. Andererseits: Wer so kleinlich ist, dass er die Relativierung unbedingt lesen muss, der ist dann irgendwann auch selbst schuld, wenn er anschließend zum Orthopäden muss. Der Superlativ im Zusammenhang mit der heutigen Neueröffnung hat natürlich auch damit zu tun, dass dieses wunderschöne Möbelhaus in der wunderschönen Stadt Hamm angesiedelt ist, die nicht immer ganz so bescheiden ist wie Ostwestfalen: Deshalb kann ich das an dieser Stelle einfach mal so sagen. Am heutigen Tag schließt sich für unsere Stadt eine Lücke. Mit dem heutigen Tag ist endlich Schluss damit, dass die Bürger unserer Stadt zum Möbelkauf entweder auf die Autobahn Richtung Kamen, Unna und Oelde gefahren sind oder unter der Autobahn hindurch in Richtung Werl-Hilbeck. Mit dem heutigen Tag hat das Versorgungsdefizit im Bereich Möbel ein für alle Mal ein Ende. Für diejenigen, die das in

3 3 diesem Zusammenhang nicht verstehen: Die entsprechende Formulierung des CDU-Fraktionsvorsitzenden hat in der einen oder anderen Runde längst Kultstatus erlangt. Aber pointierter lässt sich diese treffende Beobachtung wirklich nicht beschreiben, schon gar nicht von einem Juristen. Das muss man ehrlicherweise dann auch zugeben. Dieses neue Möbelhaus ist in allen Belangen ein Haus der Superlative: Die entsprechenden Eckdaten werden im Laufe der heutigen Veranstaltung mit Sicherheit noch häufig genannt, so dass ich mir das an dieser Stelle einfach mal spare. Genau genommen sprechen wir an dieser Stelle nicht von einem Möbelhaus, sondern mindestens von zweien. Schließlich bietet Finke zusätzlich ein besonderes Angebot für das junge Wohnen. Aus dem Vortrag im Haupt- und Finanzausschuss habe ich behalten, dass das Carré die ostwestfälische Antwort auf den schwedischen Möbelriesen ist. Entsprechende Gerüchte besagen schon, dass sich die Konkurrenz auch im kulinarischen Angebot niederschlagen wird. Soll heißen: Statt Köttbular mit Pommes wird es hier ostwestfälischen Pumpernickel mit Schinken geben. Aber wie gesagt: Das ist nur ein Gerücht, dem man nicht unbedingt Glauben schenken muss.

4 4 Meine sehr geehrten Damen und Herren, Der heutige Tag ist ein guter Tag für Hamm: Zum einen, weil an diesem Standort rund 250 neue Arbeitsplätze entstehen, die wir in dieser Stadt nach wie vor gut gebrauchen können. Zum anderen, weil die Ansiedlung von Finke die Attraktivität der Einkaufsstadt Hamm noch einmal deutlich erhöht. Ich bin mir sicher, dass auch andere Geschäfte im Stadtgebiet von den beiden Möbelhäusern profitieren werden: wenn nicht direkt, dann zumindest mittelfristig. Der heutige Tag ist aus meiner Sicht aber auch ein guter Tag für Finke, weil jede Entscheidung für Hamm grundsätzlich eine gute Entscheidung ist. Zumal die zentrale Lage gute Geschäfte verspricht und es in unserer Stadt genügend Menschen gibt, die nicht aus Prinzip zum Einkaufen in andere Städte fahren. Wie gesagt: Bislang gab es in Hamm kein vergleichbares Angebot, so dass von hier aus Jahr für Jahr große Summen in andere Städte abgeflossen sind. Soweit ich weiß, sprechen wir jährlich von einem Betrag, der bei rund 24 Millionen Euro liegt. Dadurch ist uns in der Vergangenheit natürlich auch der eine oder andere Euro an Gewerbesteuer verloren gegangen. Aber das soll an einem so feierlichen Tag wie diesem nicht mehr als eine Randnotiz sein. Damit mich niemand falsch versteht: Das

5 5 heißt nicht, dass wir das Geld aus der Gewerbesteuer nicht trotzdem nehmen. Am heutigen Tag sind vor allem die Rhyneraner zum Einkauf bei Finke eingeladen und ich halte das für eine tolle Geste. Mit einem Augenzwinkern darf ich an dieser Stelle sagen, dass es in Hamm vermutlich noch nie so viele Rhyneraner gegeben hat wie heute, weil alle zu den Ersten gehören wollen auch die, die eigentlich aus anderen Stadtbezirken kommen. Ein ganz besonderer Gast ist schon etwas länger da: nämlich der Flussflohkrebs, der uns allesamt über Wochen und Monate in Atem gehalten hat. Sie alle wissen, dass sich das Projekt durch den Fund dieses Tierchens um etliche Zeit hinausgezögert hat und dass auch die Kosten deshalb nicht gerade kleiner geworden sind. Aber im schönsten Möbelhaus der Welt sollen sich alle Gäste rundum wohlfühlen, selbstverständlich auch der Flussflohkrebs. Ganz im Ernst: Selbstverständlich spielt der Natur- und Umweltschutz bei solch einem Projekt eine gewichtige Rolle. Auch wenn man sich in der einen oder anderen Minute darüber ärgert, dass sich der Flusskrebsfloh gerade an einem Standort niederlassen muss, an dem ein Unternehmen rund 70 Millionen Euro investieren will.

6 6 Aber die Verantwortlichen von Finke haben von Anfang an großes Verständnis und entsprechende Gesprächsbereitschaft gezeigt, so dass wir gemeinsam zu einer guten Lösung gekommen sind, die auch den berechtigten Interessen des Natur- und Umweltschutzes Rechnung trägt. Meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Finke! Ich wünsche Finke gute Geschäfte und einen guten Start in Hamm. Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass in Zukunft möglichst viele Kunden zum Möbelkauf nach Hamm kommen. Selbstverständlich sind hier auch die Kunden willkommen, die vielleicht doch woanders einkaufen wollten und aus verschiedensten Gründen die eine oder andere Autobahnabfahrt zu früh genommen haben. Bei einer so langen Autobahn wie der A2 kann das durchaus mal passieren. Ich bin mir sicher, dass sie es nicht bereuen werden und dass sie anschließend immer wieder zum Möbelhaus nach Hamm kommen, weil schöner einkaufen schlichtweg nicht geht. Das muss gesagt sein, bei aller Bescheidenheit. Herzlichen Dank

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