Der Johanniterorden. in Sachsen

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1 Der Johanniterorden in Sachsen d

2 EDITORIAL Kommendator, Konvent und Schriftleitung freuen sich Ihnen hiermit das erste Heft des neuen Mitteilungsblattes Der Johanniterorden in Sachsen zusenden zu können. Wir wollen damit den Zusammenschluß und den Informationsfluß in der Genossenschaft stärken und das Augenmerk vermehrt auf unsere Aufgaben in Sachsen und deren Verwirklichung lenken. Nachrichten aus der sächsischen Genossenschaft insbesondere über die Werke (Krankenhaus, Altenheime) sollen hier möglichst rasch erscheinen. Beiträge über die Geschichte des Ordens sind ebenso vorgesehen wie Berichte aus den Subkommenden, den Gesprächskreisen, der JUH und der JHG. Wichtige Termine, Personalia und Adressen werden in eigenen Rubriken aufgeführt. Wir bitten alle Mitglieder der Genossenschaft, alle Leser um ihre Mithilfe, damit das Mitteilungsblatt stets aktuell berichten kann. Das Mitteilungsblatt soll 3x jährlich erscheinen, eventuell auch mit Abbildungen (s/w). Anregungen sende Sie bitte an den Kommendator oder an die Schriftleitung z.hdn. Bernd v.breitenbuch, Marderweg 6, Kirchheim u.t., Tel , Fax Eckart v.kirchbach Bernd v.breitenbuch HEFT 1/1999 Leitbild der Johanniter in Sachsen Eckart v.kirchbach Krankenhaus Heidenau: Schrittweise Erholung Peter-Jürgen Lüders JUH-Kurzbericht 1998 Tilo v.ameln Modellprojekt Schulsanitätsdienst Peter-Jürgen Lüders JUH-Jugend Ehrenmitglied ernannt Katja Polheim

3 2 Inhalt Editorial 1 Inhalt Impressum Termine 2 Leitbild der Johanniter in Sachsen Eckart v.kirchbach 3 Zum Wechsel des Kommendators Eckart v.kirchbach 5 Krankenhaus Dohna-Heidenau: - Schrittweise Erholung Peter-Jürgen Lüders 6 - Chefarztwechsel Christian Prinz zur Lippe 7 - Tag der offenen Tür Christine Karmann 8 Johanniter-Unfall-Hilfe - Kurzbericht 1998 Tilo v. Ameln 9 - Veränderung im Landesvorstand Eckart v.kirchbach 10 - Modellprojekt: Schulsanitätsdienst als Lehrfach Peter-Jürgen Lüders 11 - Lebendige Johanniter-Jugend Peter-Jürgen Lüders 12 - Erstes Ehrenmitglied ernannt Katja Pohlheim 12 Personalia Friedrich v. Abendroth 14 Buchbesprechung 15 Autoren dieser Ausgabe 16 Impressum Der Johannitterorden in Sachsen Erscheinungsweise: 3x jährlich Herausgeber und Copyright: Sächsische Genossenschaft des Johanniterordens, Kommendator Dr. Eckart v.kirchbach, Im Brühl 23, Göppingen V.i.S.d.P. und Schriftleitung: Bernd v.breitenbuch, Marderweg 6, Kirchheim/Teck, Tel.: , Fax: Layout: MuseumSupport, Rittergut Neustädtel, Wiesengrund 10, Panschwitz- Kuckau,OT Neustädtel, Tel.: Aktuelle Termine , Uhr Podiumsdiskussion Braucht Sachsen die christliche Wohlfahrtspflege? im Haus der Kreuzkirchengemeinde, An der Kreuzkirche 6 (Altmarkt), Dresden (näheres auf S.15/16 in diesem Heft) bis Rittertag 1999 in der Dreikönigskirche, Hauptstr. 23, Dresden Anmeldung: 0351/81240 Ankündigung bis Rittertag 2000 Um auch einmal im Westteil von Sachsen präsent zu sein, hat der Konvent beschlossen, den Rittertag 2000 in Plauen (Vogtland) abzuhalten. Tagungsräume werden voraussichlich sein: - die Lutherkirche - das Gemeindehaus mit Luthersaal Als Unterkunft in unmittelbarer Nähe ist vorgesehen: - Hotel am Theater Vorbereitung und Organisation liegen wieder bei: RB v. Zeschau

4 Leitbild der Johanniter in Sachsen Eckart v.kirchbach Einleitung Die Ordensregel verpflichtet uns zum Dienen. Im vereinigten Deutschland sucht die sächsische Genossenschaft ein gemeinsames Verständnis aller ihrer Ordensmitglieder mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen. Dieses Leitbild leitet aus der Ordensregel konkrete, situations- und zeitbezogene Verpflichtungen ab. Es soll Ziele setzen für die geistige Einheit. Diese Ziele sind Maßstab unseres Handelns. Das Leitbild stellt nicht die Gegenwart dar. Es gibt Anstoß zu Veränderungen und weist die Richtung. Den Weg müssen wir gemeinsam erarbeiten. Die Mitglieder des Ordens vermitteln Ziele und Grundsätze dieses Leitbildes und leben sie vor. Nur durch unsere Taten wird dies Leitbild glaubwürdig. An den Taten werden wir gemessen. Kommendator Eckart v.kirchbach Unser Auftrag Johanniter sind eine alte Organisation. Sie definieren ihre Aufgaben angesichts neuer Herausforderungen und übernehmen dabei Ziele und Erfahrungen der Vorgänger und der Geschichte. Sie entwickeln daraus ihre Lebensorientierung am Christentum. Johanniter wollen aus christlicher Verantwortung alten, kranken, schwachen, armen und leidenden Menschen helfen und zur Erziehung von Kindern und Jugend beitragen. Johanniter erleben in der Hilfe für andere die eigene Hilflosigkeit gegenüber dem Leid, dem Schmerz und dem Sterben anderer Menschen. Johanniter werden sich dadurch bewußt, daß Leid und Sterben jeden Menschen und auch sie selbst betreffen wird. Johanniter haben in ihrer langen Geschichte erfahren, daß Nächstenliebe die Besinnung auf sich selbst bewirkt. Johanniter fragen deshalb auch heute nach Wegen, die aus Vereinsamung und Verhärtung herausführen können. Unsere Identität Unsere Einstellung zu unserem Leben, unserem Sterben und dem Leben nach dem Tod sind von der christlichen Gesinnung, dem Glauben beeinflußt. Unsere Arbeit beruht auf christlicher Nächstenliebe. Der barmherzige Samariter ist uns ein leuchtendes Vorbild. Johannes der Täufer der mah- 3

5 4 nende Wächter, der uns zu Wachsamkeit gegenüber uns selbst anhält. Jeder Johanniter verpflichtet sich auf die Ordensregel. Er stellt damit Ansprüche an sich selbst, nicht an andere oder an den Staat oder die Gesellschaft. Ein von Jerusalem, dem Gründungsort, über die Zeiten hin entwickeltes Ideal erwartet von uns Weisheit, Tapferkeit, Mässigung und Gerechtigkeit. Mit dem Streben danach grenzen wir uns ab vom ellbogenbewehrten Egoismus, von romantischen Gleichheitsidealen, von der Angst vor der Zukunft und dem Festhalten der Vergangenheit. Wir halten uns dabei an Vorbilder aus Geschichte und Gegenwart des Ordens. Dadurch versuchen Johanniter die Balance zwischen den Anforderungen unserer Arbeit im Beruf und im Orden zu finden. Johanniter bekennen sich zu Ehe und Familie als wichtige Elemente der Gesellschaft. Sie fühlen sich für das Gemeinwohl verantwortlich und wirken aktiv in ihrer Kirche mit. Unsere Mitglieder Wir arbeiten zusammen in einer Grundhaltung des Vertrauens, des offenen Gesprächs und der Achtung voreinander. Wir definieren klare Ziele, tragen und delegieren Verantwortung und Kompetenz und versuchen dadurch, christliche Nächstenliebe zu verwirklichen. Wir sorgen für die hilfsbedürftigen Mitglieder unserer Gemeinschaft. Wir fordern die bestmögliche Leistung und Zuverlässigkeit im Dienst für die uns anvertrauten Menschen. Ansprüche stellen wir an uns selbst. Wir beteiligen uns freiwillig und unentgeltlich entsprechend unseren Neigungen und Fähigkeiten in den Subkommenden den Einrichtungen des Ordens in Sachsen der Johanniterunfallhilfe der Johanniterhilfsgemeinschaft der Johanniterarbeitsgemeinschaft für Gegenwartsfragen der Johanniterjugend in weiteren Gremien des Ordens Wir handeln eigenverantwortlich und kreativ, fair, zuverlässig und wirtschaftlich. Diese Grundsätze gelten auch für die Mitarbeiter unseres Ordens. Sie können sich durch die Umsetzung des Leitbildes als Teil eines Ganzen begreifen, sich an diesen Grundsätzen orientieren und darauf vertrauen. Unsere Tätigkeit Johanniter empfinden hohe Qualität als ständige Herausforderung für die Arbeit der Ordenswerke und für den Beitrag eines jeden. Von der beruflichen Tätigkeit unterscheidet sich unser ehrenamtliches Tun durch

6 die Ziele die zeitliche Begrenzung des Einsatzes die Eigenverantwortung für die Wahl der Tätigkeit und ihrer Durchführung den Umgang miteinander in der Ordensgemeinschaft. Unsere Arbeit vollzieht sich in der Regel in Projektgruppen für bestimmte Aufgaben. Sie ermöglichen, neben Mitgliedern des Ordens und ihren Angehörigen auch Nachwuchskräfte oder Außenstehende für begrenzte Zeit zur Mitarbeit zu gewinnen. Für jedes Projekt ist mindestens ein Ritterbruder verantwortlich. Er berichtet einem dafür benannten Konventsmitglied. Die Projektorganisation dient dazu, die eigenverantwortliche Arbeit zu fördern Transparenz zu schaffen die Arbeit auf das Wesentliche zu konzentrieren Prioritäten zu setzen dem Konvent eine Gesamtplanung zu ermöglichen. Sie umfaßt auch die Verantwortung für die Bereitstellung der für das Projekt notwendigen Sachmittel und Finanzen. Die Finanzierung unserer Aktivitäten wird getragen von eigenen Leistungen, Zahlungen der öffentlichen Hand und Leistungsentgelten sowie von Zuwendungen, die wir von Spendern und Stiftungen zur Förderung unserer Arbeit erhalten. Jedes Ordensmitglied hat die Aufgaben, nach seinen Möglichkeiten zur Gewinnung solcher Zuwendungen beizutragen. Der Konvent trägt mit dem Kommendator die Verantwortung für die Ausrichtung der sächsischen Genossenschaft und die Einordnung der Projekte in einen Gesamtplan. Der Konvent entwickelt und ergänzt dieses Leitbild. Eckart v. Kirchbach Zum Wechsel des Kommendators Dank an Rudolf v. Sandersleben Rudolf von Sandersleben hat sein Amt als Kommendator der Sächsischen Genossenschaft 1992 übernommen und es nun mit Wirkung vom 26. Juni 1999 an seinen Nachfolger Eckart v. Kirchbach übergeben. Herr von Sandersleben hat die Genossenschaft in einer schwierigen Zeit geführt, in der die Anpassung der politischen Verhältnisse in Sachsen an die durch die Vereinigung gegebenen Umstände vor sich ging. 5

7 In diesen extrem schwierigen Verhältnissen hat Herr von Sandersleben neben seinen vielfältigen beruflichen Verpflichtungen in der Genossenschaft auch die Aufsicht über das Krankenhaus in Heidenau geführt. Diejenigen, die im wirtschaftlichen oder politischen Bereich in dieser Zeit in Sachsen tätig waren, können die Belastung durch diese Aufgabenvielfalt einschätzen. Wir sind ihm dankbar, daß er, als die Schieflage unseres Krankenhauses erkannt war, tatkräftig die Schritte zur Sanierung einleitete. Entscheidungen in dieser Zeit waren mit hohem Risiko behaftet und verlangten großes Engagement weil unvorhersehbare externe Einflüsse fatale Folgen haben konnten. Wir sind Herrn von Sandersleben für sein Wirken für die sächsische Genossenschaft dankbar und froh, daß uns seine Verbindungen und sein Rat im Konvent erhalten bleibt. Eckart v. Kirchbach Krankenhaus Dohna-Heidenau: Schrittweise Erholung 6 Der Jahresabschluß 1998 und die Halbjahres-Zahlen zum zeigen eine erfolgreiche Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage. Das Jahresergebnis ist 1997 von./ TDM (1996) auf + 76 TDM und 1998 auf TDM gestiegen. Trotz dieses Erfolges sind weitere Anstrengungen zur Rationalisierung und Kostendämpfung erforderlich. Zur permanenten Verbesserung der Patientenversorgung ist das Krankenhaus an einem umfangreichen Qualitäts-Programm der Ordenshäuser beteiligt. Die wieder gestiegene Akzeptanz des Krankenhauses bei Ärzten und Patienten schlägt sich in den Leistungszahlen nieder. Bei einem seit 1997 unveränderten Bettenbestand (153) stieg die Zahl der Pflegetage 98 von auf (1.Halbjahr 98: 99 = : ) sank die durchschnittliche Verweildauer 98 von 10,48 auf 9,77 Tage (1.Halbjahr 99: 9,55 Tage) nahm die Fallzahl 98 von auf zu (1.Halbjahr 99: 2.417) war die Auslastung 98 mit 81,26 % um 10,07 % höher als 1997 (1.Halbjahr 99 = 83,35 %). Der Personalbestand ging bei gleichzeitiger deutlicher Leistungssteigerung 98 von 189 aufgrund nicht besetzter Stellen zum auf 187 zurück und lag am bei 193

8 Vollzeitkräften. Der Personalaufwand war 98 mit 13,5 Mill. gleich hoch wie im Vorjahr wird aber im laufenden Jahr wegen des Auslaufens der Vereinbarung ( 97) über den 10 %igen Gehaltsverzicht der meisten Mitarbeiter und aufgrund 3,1 % Tariferhöhung voraussichtlich auf rd. 15 Mill. DM steigen. Für 1999 sind Investitionen in Höhe von rd. 1 Million DM geplant, davon 50 % für EDV-Modernisierung. Größere Investitionen sind im medizinischen Bereich (Sonographiegerät rd. 60 TDM, Röntgeneinrichtung rd. 90 TDM) und im Pflegebereich (Antidekubitusmatratzen und Faltwände als Sichtschutz in großen Zimmern zus. rd. 20 TDM) sowie in der Küche (Konvektomat zur Qualitätsverbesserung durch kurze Erhitzungszeit und Dunstabzug zus. rd. 50 TDM) erforderlich. Die steigenden Personalkosten und die Kosten der Investitionen werden durch Rationalisierung nicht voll ausgeglichen werden können. Eine wesentliche Einnahmesteigerung ist nicht zu erwarten. Das Ergebnis 99 wird deshalb geringer ausfallen. Die Verhandlungen wegen der vom sächsischen Sozialministerium gewünschten Fusion der Krankenhäuser Heidenau und Pirna stagnieren und werden voraussichtlich erst nach der Landtagswahl konkret weitergeführt werden können. Im Seniorenheim stieg die Zahl der Heimbewohner durch den Neubau 1998 von 22 auf 62. Das Haus ist voll belegt; z. Zt. 35 Bewohner in Pflegestufe I, 21 in Stufe II und 6 in Stufe 0. Das Betriebsergebnis für 1998 betrug 185,6 TDM. Peter-Jürgen Lüders Chefarztwechsel im Johanniter-Krankenhaus in Dohna-Heidenau Da schon lange feststand, dass unsere langjährige Chefärztin der Chirurgischen Abteilung, Frau Dr. Thiele, am , nach Erreichen des 60. Lebensjahres in den Ruhestand treten würde, waren wir bestrebt, einen nahtlosen Übergang zum neuen Chefarzt zu schaffen. An Bemühungen hat es nicht gefehlt, aber der Erfolg wollte sich nicht einstellen. Mitverantwortlich dafür war, dass mehrere potentielle Bewerber von ihrer Bewerbung Abstand nahmen, nachdem sie hörten, dass noch keine Klarheit mit dem Landkreis bzw. dem Staatsministerium bezüglich einer gemeinsamen Trägerschaft besteht. Im Laufe des Verfahrens wurden 2 Ausschreibungen gemacht und darüber hinaus alle 7

9 möglichen Kontakte über den Orden genutzt. Es gelang schließlich, Herrn Dr. Kranich für diese Position zu gewinnen. Er wurde am 30. Juli 1999 durch das Kuratorium zum Chefarzt der Chirurgischen Abteilung bestellt. Nach dem Studium in Leipzig und Erfurt begann Dr. Kranich seine chirurgische Ausbildung in Eisenberg/ Thüringen sowie in Gera. Nach der Facharztanerkennung ging er nach Eisenberg zurück, wo er zunächst als Stationsarzt und ab 1986 als Oberarzt tätig war. Im September 1989 erhielt er die Stelle des 1. Oberarztes und war Vertreter des Chefarztes. In diese Zeit fallen auch die Hospitationen in der Klinik für Traumatologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die nötig waren, um die Teilgebietsanerkennung Unfallchirurgie zu erwerben. Dr. Kranich wird mit den Mitarbeitern der chirurgischen Abteilung das durch Frau Dr. Thiele geschaffene Behandlungsspektrum fortführen und darüber hinaus ausbauen. So wird u. a. an die Einführung neuer Behandlungsmethoden in der Proktologie und der Unfallchirurgie gedacht. Wesentlich für den Erfolg und die Akzeptanz wird die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und Kolleginnen sein. Es ist angedacht, mit ihnen einen engen Gedankenaustausch zu pflegen. Wir glauben in Dr. Kranich einen guten, motivierten und loyalen Mitarbeiter gefunden zu haben. Christian Prinz zur Lippe Tag der offenen Tür im Johanniter-Krankenhaus Dohna-Heidenau 8 Am fand erstmalig ein Tag der offenen Tür im Johanniter- Krankenhaus statt. Engagiert, initiativ und kreativ hat jede Berufsgruppe in der Vorbereitungszeit Ideen entwickelt und mit großer Freude umgesetzt. So wurde zum Beispiel in der Endoskopie-Abteilung an einem Paprika die Funktion eines Endoskops vorgestellt, die Op-Abteilung demonstrierte die Nierensteinzertrümmer- ung an einem Kieselstein. Im Labor konnten sich alle, die Lust hatten, einem Gesundheits-Check unterziehen, die Physiotherapie informierte über Beckenbodengymnastik und gab Tips zur Vorsorge. Die Krankenpflege präsentierte sich mit verschiedenen Lagerungsmethoden, die Mitarbeiter der ITS hatten einen Intensivarbeitsplatz aufgebaut, und an einer Puppe wurden Reanimationen vorgeführt. Die Röntgen-Abteilung zeigte Röntgenbilder von damals und heu-

10 te und der Sozialdienst informierte über sein Angebot. Herr Dr. von Kirchbach referierte über die Geschichte des Ordens und des Krankenhauses, die Krankenpflegeschüler organisierten ein Kuchenbüfett. Die Tombola, durch großzügiges Sponsoring verschiedener Firmen ermöglicht, erweckte bei unseren Mitarbeitern und Besuchern großes Interesse. Fazit: Allen Mitarbeitern hat der Tag Spaß gemacht und alle waren überrascht, dass trotz des starken Gewitters vorher - das Interesse der Besucher und Patienten sehr groß war. Durch die auf vielen Schultern ruhende Organisation war niemand überlastet, so daß der Wunsch besteht, in 2-3 Jahren erneut einen Tag der offenen Tür zu gestalten. Christine Karmann Johanniter-Unfall-Hilfe 1998 Kurzbericht des Landesverbandes Sachsen Das Jahr 1998 war geprägt vom Beginn einer Bewegung im Verband, welche grundsätzlich alle Gewohnheiten und Verfahren auf den Prüfstand stellte. Das betraf die innerverbandliche Kommunikation, die Pflege der Kontakte mit den Partnern auf Kreis- und Landesebene, sowie die Auseinandersetzung mit unserem evangelischen Auftrag als Johanniter. Nach einer rasant verlaufenen Zeit des Aufbaus haben wir nachfolgende wirtschaftliche Prüfungen für eine Konsolidierung unseres Verbandes eingeführt.: Wir haben den Personalschlüssel in allen 30 Kindertagesstätten des Verbandes bereinigt und kontrollieren mit den gesetzl. Stichtagsmeldungen pro Quartal. Wir haben den Personalschlüssel in allen 18 Sozialstationen anhand der Leistungskataloge geprüft und verändert, sowie Anpassungsmechanismen eingebaut. Wir haben die Bauvorhaben Rettungswache Dresden (RW DD) und Betreutes Wohnen in Kändler einer Baubetreuung und Gewährleistung unterzogen, sowie eine Nutzungsoptimierung angestrebt. Die Landesgeschäftsstelle ist zur Entlastung der Situation der RW DD umgezogen, da der Mietvertrag ausläuft. Wir haben die Verbandsstrukturen auf künftige Wirtschaftlichkeit untersucht und die freiwilligen Zusammen- 9

11 schlüsse von Verwaltungen und deren Reduzierungen im Bereich des Regierungspräsidiums Leipzig (KV Riesa, KV Torgau und KV Leipzig) zum Regionalverband Nord-Westsachsen und im Bereich Regierungspräsidium Chemnitz (KV Stollberg/ Mittweida, KV Werdau-Zwikkau und KV Plauen) zum Regionalverband Süd-Westsachsen unterstützt. Wir haben im Bereich der Sachkosten den Hauptkostenfaktor Kraftfahrzeuge genauer untersucht und eine Schadensanalyse mit allen Betroffenen ausgewertet. Die angelaufenen Schulungen und Prämierungen haben eine Rückzahlung von Versicherungsprämien in Höhe von DM zur Folge. Wir haben in den Verbänden vor Ort das Gespräch mit den Ephoralkonferenzen der Pfarrer gesucht um die Johanniter-Unfall-Hilfe vorzustellen. Seitdem gibt es auf den Gebieten Patenschaften für Kitas, Notfallseelsorge und christliche Unterweisung unserer Mitarbeiterinnen regelmäßige Treffen. Die Ergebnisverbesserung um DM bei rückläufigen Erträgen ist der erfolgreiche Ausdruck der gemeinsamen Anstrengungen. Im 1. Halbjahr 1999 haben wir unseren Konsolidierungskurs fortgesetzt. Die Schwerpunkte liegen in der Baufertigstellung unseres Pflegeheims in Leipzig. Am Mariannenpark und dessen erfolgreicher Inbetriebnahme mit 82 Betten seit dem 18. Juli Tilo v. Ameln Veränderung im Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Sachsen 10 Professor Esswein, neben seiner Mitgliedschaft in der provinz-sächsischen Genossenschaft Zweitmitglied in unserer Genossenschaft hat im Frühsommer im Einvernehmen mit dem Bundesvorstand der JUH seinen Rücktritt aus dem Landesvorstand der JUH Sachsen erklärt. Seine Belastung im Beruf als Professor der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und dazu als Dekan verbunden mit mehreren ehrenamtlichen Aufgaben, darunter die Leitung der Subkommende Dresden lösten diesen Schritt aus. In der kurzen Zeit seiner Mitwirkung im Landesvorstand hat er wesentliche Beiträge zur wirtschaftlichen Verbesserung der JUH geleistet, die beginnen Früchte zu tragen. Ich möchte an dieser Stelle Herrn Professor Esswein für seine Arbeit in der JUH Sachsen danken.

12 An seine Stelle tritt unser Ritterbruder Hans Joachim von Zahn, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer in Meißen. Die offizielle Amtsübergabe erfolgt am in Leipzig. Ich danke Herrn von Zahn für die Bereitschaft, dieses Amt zu übernehmen. Wegen dieses Wechsels hat Herr von Zahn den Vorsitz des Kuratori- ums für unser Seniorenheim in Heidenau an Dr. Thietz Bartram, Mitglied der hamburgischen Genossenschaft mit Sitz in Dresden übergeben, der bereits Mitglied des Kuratoriums des Krankenhauses ist und damit die Verbindung beider sicherstellt. Eckart v. Kirchbach Schulsanitätsdienst als Lehrfach Modellprojekt an sächsischen Schulen Nach Vorgesprächen mit dem sächsischen Kultusminister, Dr. Rössler, plant die JUH gemeinsam mit dem Ministerium ein Modellprojekt Schulsanitätsdienst. Ziel ist, zunächst an Mittelschulen mit hauswirtschaftlichem Zweig die Voraussetzungen für die Einführung von Erster Hilfe und anderen Hilfeleistungen als Pflicht-Bestandteil des Lehrplans zu prüfen. Das Ministerium sieht hierin eine Möglichkeit, die Berufschancen von Mittelschülern zu verbessern und hat mit der JUH einen Versuch an einer Mittelschule in Radebeul vereinbart. Nach erfolgreichem Abschluß des Versuchs hofft das Ministerium auf die Bewilligung der notwendigen Gelder durch den Landtag. In der Versuchsphase sind zwar die Personalkosten gesichert. Für Erstausstattung mit Ausbildungsmaterial ist die JUH auf Spenden angewiesen. Grundlage dieser Zusammenarbeit waren die Erfahrungen der JUH mit dem freiwilligen Schulsanitätsdienst der Johanniter-Jugend. Er soll als freiwillige Arbeitsgemeinschaft in allen Schularten gefördert werden. Parallel zu dem Versuch in Radebeul plant die JUH zur Zeit den Aufbau von Schulsanitätsdiensten am evangelischen Gymnasium Johanneum in Hoyerswerda und am Augustum in Görlitz. Trotz der noch offenen Finanzierung der Erstausstattung will die JUH die Chance wahrnehmen, Jugendliche für die Mitarbeit in der Johanniter-Jugend und später vielleicht als ehrenamtliche Helfer oder auch hauptamtliche Mitarbeiter zu gewinnen. Peter-Jürgen Lüders 11

13 Wir Sachsen sind vigilant Lebendige Johanniter-Jugend Nach dem Motto Wir Sachsen sind vigilant hat sich die sächsische Johanniter-Jugend auch in diesem Jahr neben der örtlichen Gruppenarbeit einiges einfallen lassen. Schwerpunkte der gemeinsamen Aktivitäten waren das Pfingstlager in Wolkenstein mit einer Stadterkundung und einem Lagerwettkampf mit unterschiedlichen Aufgaben für alle Altersgruppen sowie ein Sommerlager der Gruppen aus Heidenau und Beierfeld auf Usedom. Beide Gruppen hatten zuvor in eigener Verantwortung einen Erste-Hilfe-Kurs organisiert und erfolgreich durchgeführt. Lehrgänge in Sachsen und Thüringen und die Teilnahme an Kursen auf Bundesebene dienten der Ausbildung der jetzigen und künftigen Gruppenleiter. Für Dezember ist eine pädagogische Fortbildung geplant. Die verstärkten Ausbildungsaktivitäten wurden dank der Unterstützung der ehrenamtlichen Gruppenleiter durch einen im Frühjahr eingestellten hauptamtlichen Jugendreferenten erleichtert. Die Leipziger Johanniter-Jugend beteiligte sich mit Unterstützung der Subkommende gemeinsam mit Pfandfindern und anderen Jugendgruppen an der Aktion Friedenslicht, bei der symbolisch Das Licht aus Bethlehem vom Hauptbahnhof in Alten- und Pflegeheime und zu alleinstehenden oder pflegebedürftigen Senioren gebracht wurde. Peter-Jürgen Lüders Erstes Ehrenmitglied ernannt Peter-Jürgen Lüders von Johanniter-Jugend gewürdigt 12 Er war der richtige Mann, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit diesen Worten wurde Peter-Jürgen Festsaal auf Schloß Schwarzenberg geehrt. Und deshalb wurde dem 77- jährigen in einer Feierstunde als ersten in der Geschichte der Johanniter-Jugend überhaupt die Ehrenmitgliedschaft überreicht. Dank Lüders gibt es heute überhaupt Johanniter-Jugendgruppen in Sachsen. Der gebürtige Berliner lebt seit vielen Jahren in München und war dort viele Jahre als Hauptabteilungsleiter bei Siemens tätig. In seiner Freizeit beschäftigt er sich seit nunmehr 30 Jahren mit jungen Leuten, zunächst bei den Pfadfindern, und seit 1984 in der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Nach seiner Pensionierung widmete er sich ganz diesem Hobby. Vom JUH- Landesverband Bayern wurde ihm nach der Wende die Aufgabe übertragen, die Hilfsorganisation auch in

14 Sachsen aufzubauen. Zunächst gründete er einen Landesverband, bei dem er 1990 bis 1997 den ehrenamtlichen Vorsitz inne hatte. Von Beginn an seiner Tätigkeit im Freistaat Sachsen sah er sich nach Jugendlichen um, die er in die Arbeit und die Ausbildung integrieren könnte. Und so schuf er nach und nach aus dem Nichts zwölf Jugendgruppen, die heute selbständig arbeiten. Von den Teenies, denen er durch die Gestaltung der Freizeit Spaß, aber auch Halt gab, wird er nicht nur als Freund, sondern auch als Vorbild gesehen. Ehrenmitglied der Johanniter-Jugend Peter-Jürgen Lüders Bei der Feierstunde im Schloß wurde auch darüber berichtet, daß er nach der Wende half, daß die Mauer in den Köpfen fiel. Gleichzeitig war er einer, der das Bild vom Wessi geraderückte, und so den Jugendlichen half, zueinander zu finden, ohne jene Probleme, die Generationen zuvor schufen. Wie die stellvertretende Bundesjugendleiterin der JUH, Maren Brand, in ihrer Rede sagte, stand Lüders den Jugendlichen immer mit Rat und Tat zur Seite. Er hat für sie Geld gesammelt, ausgegeben und ausgeben lassen. Er hat in die Jugendarbeit Ideen eingebracht, die die Gruppen selbst umsetzten. Oft hat er konstruktive Kritik geübt, immer ein offenes Ohr für alle Probleme gehabt und sogar bei der Jobsuche geholfen. Nachdem er sich aus seiner aktiven Position zurückgezogen hatte, beantragte die Landesjugendleitung bei der Bundesjugendleitung die Ehrenmitgliedschaft für seine Verdienst. Doch über zwei Jahre hat es gedauert, bis die Zustimmung aus Bonn kam und die Kriterien für solch eine Auszeichnung festgelegt waren. Generell schien man in der Bundesleitung eine eher kritische Einstellung zu Lüders Engagement zu haben. Was er vorhabe mit der Jugend in Sachsen sei sowieso unmöglich, wurde ihm von oberer Stelle zu Beginn seiner Arbeit gesagt. Daß der rüstige Rentner auf der richtigen Seite stand, zeigen die mittlerweile 135 Johanniter-Jugend-Gruppenmitglieder in Sachsen. Sein Motto war immer, Jugendlichen Verantwortung zu übertragen. Nur so lernen sie auch mit ihr umzugehen. In seinen Dankesworten schwangen auch kritische Töne mit, so zum Beispiel den Medien gegenüber. Jugendliche, die Straftaten begehen oder extremistische Auffassungen vertreten, finden ihre Taten regelmäßig in der Zeitung und dem Fernsehen wieder. Aber normale Teenager, die nützliche Aufgaben erfüllen oder einfach nur Spaß haben, würden leider nur sehr selten erwähnt. 13

15 Peter Jürgen Lüders versicherte abschließend, daß er auch weiterhin stets zur Verfügung stünde, wenn Not am Mann ist. Katja Pohlheim Mit freundlicher Genehmigung Wiederabdruck eines Artikels aus der Freien Presse, Chemnitz, vom Personalia der Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens Nachdem die Genossenschaft im letzten Jahr 9 neue Ehrenritter aufnehmen konnte, kann sie in diesem Jahr den erfreulichen Zuwachs von 6 weiteren Ehrenrittern verzeichnen Bernd v. Breitenbuch Hans-Joachim Buchner Hans-Peter v. Kirchbach Wendelin Meyer-Mölck Michael-Hubertus v. Stein Gerold Werner. Zum Anwärter wurde Harry Freiherr v. Salza und Lichtenau ernannt. Er ist der Sohn unseres Ritterbruders Hermann Freiherr v. Salza und Lichtenau. Damit gehören der Genossenschaft jetzt 7 Anwärter an. Es ist beabsichtigt, sie nach einer gewissen Zeit als Ehrenritter in die Genossenschaft aufzunehmen. Beim Rittertag am 18./19. September 1999 wird nach 5jähriger Zugehörigkeit zum Orden das Ehrenritterkreuz verliehen an Lotar Freiherrn v. Hausen Reemt Janssen Johann-Christoph Freiherrn v. Wangenheim Die Zweitmitgliedschaft in der Genossenschaft haben erhalten Ehrenritter Günther-Christian Fuchs, Kommende Hamburg Rechtsritter Werner Esswein, Genossenschaft Provinz Sachsen Bereits im letzten Jahr ist Ehrenritter Otto-Friedrich v. Schönberg von der Westfälischen Genossenschaft zur Sächsischen Genossenschaft übergetreten. Wir haben aber auch Todesfälle zu beklagen Rechtsritter Klaus v. Holleben, Zweitmitglied in unserer Genossenschaft, gest. am 31. Mai 1999 mit 54 Jahren Rechtsritter Hans-Joachim v. Stein, gest. am 30. Juli 1999 mit 77 Jahren Rechtsritter Christian v. Loeben, gest. am mit 85 Jahren Daraus ergibt sich ein Gesamtbestand der Genossenschaft zum 1. September 1999 von 53 Rechtsrittern 87 Ehrenrittern 7 Anwärtern Friedrich v.abendroth

16 Mit dem Mut des Herzens - Die Frauen des 20. Juli Buchvorstellung Dorothee v.meding (Hrsg.): Mit dem Mut des Herzens Die Frauen des 2o.Juli. Goldmann-Taschenbuch # München Seiten. ISBN Mit dem Mut des Herzens haben die Frauen des 20.Juli 1944 ihren Männern Rückhalt geboten in einer fast verzweifelten Situation, damals als die Gewalt des Bösen scheinbar unüberwindlich groß war. Der Glaube an den gemeinsamen Schöpfer und die Verantwortung für die Sache des Guten wiesen den Betroffenen mit der Hilfe Ihrer Frauen den Weg über den Tod Hinaus. Für uns und die Nachkommen ein bleibendes Vorbild. Dorothee v.meding stellt in ihrem Buch stellvertretend für viele zwölf Frauen vor, die den 20.Juli 1944 als Schicksalstag erlebten. Im persönlichen Gespräch mit diesen Frauen stellte sie Fragen nach Hoffnungen und Ängsten, und danach, was sie gewußt haben, ob sie eigenen Widerstand leisteten, wie sie mit der Bedrohung durch die Gestapo fertig wurden und woher sie den Mut nahmen, an der Seite Ihrer Männer auszuharren. Dorothee v. Meding, 1946 in Lüneburg geboren, studierte an den Universitäten München und Frankfurt Soziologie, Philosophie und Psychologie. Seit 1981 arbeitet sie als Autorin und Redakteurin beim Hessischen Rundfunk, Abteilung Kultur. Bernd v. Breitenbuch Braucht Sachsen die christliche Wohlfahrtspflege Podiumsdiskussion am in Dresden Diese Podiumsdiskussion wendet sich an die interessierte Öffentlichkeit, insbesondere an alle Interessierten, deren Anliegen es ist, die Arbeit der christlichen Wohlfahrtseinrichtungen zu fördern aber auch an diejenigen, die auf kommunaler oder staatlicher Ebene über Angelegenheiten der Freien Wohlfahrtspflege entscheiden Sparmaßnahmen werden immer konkreter für die caritativen Einrichtungen diskutiert und werden auch nicht vor den kirchlichen Einrichtungen haltmachen. Im Gesundheitswesen soll Wettbewerb stattfinden zur Kostendämpfung und damit 15

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